BEGESTA
EPISCOPOBUM CONSTANTIENSIUM.
REGESTEN
ZUR
GESCHICHTE DER BISCHÖFE VON CONSTANZ
VON BÜBULCÜS BIS THOMAS BERLOWER
517 — 1496 .
HERADSGEGEBBN
VON DEE
BADISCHEN HISTORISCHEN COMMISSION.
DRITTER BAND.
1384 - 1436 .
INNSBRUCK.
VKRLAQ DEB WAGNEB'SCHEN K. K. UNIVERSITiTS-BUCHHANDLUNa.
1913 .
REOESTA
£PISCOPOBUM CONSTANTXENSIUM.
REGESTEN
GESCHICHTE DER BISCHÖFE VON CONSTANZ
VON BUBULCUS BIS THOMAS BEKLOWBB
517 — 1496 .
HERAUSGEOEBEN
VON DEB
BADISCHEN HISTORISCHEN COMMISSION.
«
DRITTER BAND.
1384—1436.
1. U^^D 2. LIEFERUNG.
BEARBEITET
VON
KAKL BIEDER.
INNSBRUCK.
VERLAG DER WAONER'SCHEK K. K. UNIVEBS1T&T8-BUCBHAKDLUNG.
1913.
In compliance with current ;
copyri^t law, the Univer- j
sity of Minnesota Bindery j
produced this facsimile on
permanent-durable paper to |
replace the irreparably !
deteriorated original volume :
owned by the University
Library.
DRÜCI DIR WAGMER’SCHKJi K.
I J^IVERSlTÄTS-ßUCHDRUCKEREI.
q43.S.C74.
V. ^
in
Die Bischöfe
Mangold von Brandis
bis
Friedrich II. von Zollern.
1384 - 1436 .
3.'')7536
Stnhlerlediginig.
188S nOTember 28—1884 januftr 26.
1S83 nOT» 25^ Konstanz. Der offizial des Konstanzer bofes benrknndet, daß Adelheid gen. Wipfing, witwe des Bndolf
Scbnewis bürgers Ton Konst, dem Oisteiziensorkloster Feldbacb, Tertreten dorch Wilhelm abt des klosters Salem,
zwei b&aser mit hofiraiten an demOriess zo Konstanz, weiter guter zu Emmishofen und zuBfiti in der pfarrei Nessel-
Wangen, die einkSnfte Ton 2 ff ah dem hause des Hugo Scbnewis bei St Paul in Konst gelegen und alle fahrende
habe Termacht hat Dat Const (1383, feria 4. ante festum b. Andree apost), ind. 6.; zeugen: Johann Wolfegger
▼on Bavensburg, Hugo Schmerlin, Johann zo Burgtor, Heinrich Cristan, Bndolf Güttinger hfirger zu Konst, und Jo¬
hann Scbnewis, wirt zu Konst — Gr. Nfimherg, Germ. Huseum. 6738
— dez« 7* Heinrich, thesaurar von St Felix und Begula in Zfiricb, teilt als exekutor den hischöfen Yon Konstanz,
Chnr nnd Basel und der fihrigen geistlichkeit die bulle des papstes Urban YI. d. d. 1383 dez. 30 (Dat Borne apud s.
Petrom 3. kaL ianuarii, a. 5. Dignum arbitramur et congmum) mit, worin dieser dem Bndolf Hirtzlin, priester Chnrer
bistams, die pfarrkirche Clarns, Konst bistums, Yerleiht, die dadurch erledigt ist, daß Bndolf de Brixina sich innerhalb
der Yorgeschriebencn zeit nicht zum priester weihen ließ. Der executor prüft den gen. Bndolf Hirtzlin und fuhrt den
p&psU. befehl aus. (Das rielfach mißverstandene »congrue loqni latinis yerbisc bedeutet: er mußte lateinisch reden
können im gespräche und zwar perfecte et prompte. Das geht aus dieser urkunde hervor. Der hittsteller mußte seine
bitte in mdndlicher lat spräche verbringen). Dat et act.... ind. 6 ., pontit Urbani YL a. 6 ., die Inne post festum b.
Nicolai, qne fnit 7. [mensis decembris]. — Or. Karlsruhe (5 Glarus). 6784
— dez. 12^ Konstanz. Yor dem offizial des Konst hofes verkanlb Nikolaus Glögler von Almensdorf an Nikolaus
Sätteli, domberm zu Konst, grdnder und patron des St Theobaldaltares im münster zu Konst, einkfinfte von 3 ß 4
Konst. Ton einem Weinberg in Staad um 2 ff 15 ß und fibergiht dieselben dem Heinrich von Kirchdorf, kaplan des
gen. altares. Dat Const (1383 die sabbati ante festum b. Lucie yirg.), ind. 7. — Or. Karlsruhe (5 Staad)^ röck-
seits oben: Bo factum cst .. 6785
1384 Jan. 21^ Konstanz. Der generalvikar in spir. sede yacante gestattet dem prior und den brfidem yon Marienzell auf
dem Beerenberg, daß sie und andere priester in den noch nicht geweihten kirchen nndkapellen ihrer zelle auf trag-
nlt&ren die bl. messe feiern dürfen; prior und hrfider, welche priester sind, sollen auch auswärts, wenn sio almosen
anf tragaltären zelebrieren und alle, welche bei ihnen beichten wollen, selbst yon den bischöfl. reseryatfällen
absolwieren dürfen. Dat Const 1384, 12. kal. febr., ind. 7. — Or. Zürich, Staatsarch. (C II 16 nr. 173); anf
der rnckseite besiegelt Neben den spuren des großen Siegels befindet sich ein ziemlich gut erhaltener abdmck des
kleinen mnden Siegels, der eine pfeilspitze mit Widerhaken zeigt — ygl. Begg. Const 2 nr. 6295. 6786
— Jan. 21, Konstanz. Burkhard yon Hewen, dompropst zu Konst, gibt als lehensherr der St Paulskirche zu
Konstanz fdr den kirchherm hezw. leutpriester dieser kirche Satzungen, betreffend die gefälle zu dem bau der kirche
imd des lentpriesterhansos. Gehen le Cost 1384 an s. Agnesen tag. — Or. Karlsruhe (5 Konst Kirchenbanlich-
kviten} ; schön erhaltenes Siegel des dompropstes. 6787
BflCesten der TOn Kautkoz. ni.
1
2
Mangold yon Brandis. Yorgeschichte.
Die Bischöfe avignonesischer Richtung.
Mangold yon Brandis.
Yorgesehiehte.
Über das geschlecht der Freiherren von Brandis besitzen wir nunmehr die zusammeofassendo Studie von Pladd
Butler, Die Freiherren von Brandis.
Darnach war Mangold (III.) der sohn des freiherrn Türing II. von Brandis (urkundlich bezeugt von 1326—
1368) und der Katharina von Weißenburg (1335—1367). Die Chronik von Qallus öheim nennt seine mutter eine
»von Kalter ab der Etsch« (Brandi, Beichenau 2, 128). Darnach ebenso Brusch, Chronol.* 46. — Schultheiß,
Chronik (FreibDißzesanarch. 8, 48) nennt seine mutter: »aine von Botenburg oder Kalter ab der Etsch«. — Er
hatte noch 3 brüder und 4 Schwestern.
Seine oheime waren die brnder Eberhard, abt der Beichenau, und Heinrich, der im vorigen bande be¬
schriebene bischof von Konstanz. Durch die beziehung zu seinem oheim, dem abte der Beichenau, trat er in das
dortige kloster und erscheint erstmals 1356 febr. 16 als keller- und klosterherr der Beichenau (Begg. Const 2 nr.
5224). — Über seinen anteil an den fehden der Beichenau mit der stadt Konstanz (1365 — 1372) vgl ebenda nr.
5916 t 6176.6190. — Wird propst der Beichenau (erstmals gen. 1366 juli 8: Or. Karlsruhe; ZGOBh. 25, 313 ;
1371 febr. 17 bei Bdtler s. 50 anm.; Begg. Const 6176. 6190). — Tritt 1374 sept 1 in den schirm der stadt
Bern (Butler 51).
Sein oheim abt Eberhard der Beichenau war 1379 sept 29 gest, ihm folgte Heinrich von Stoffeln, (urkund¬
lich bezeugt 1380 aug. 10: Generallandesarchiv Karlsruhe [5 Allensbach]) der 1383 nov. 8 starb (Brandt B^i-
chenau 2, 128). Nach dessen tode wählte der konvent am 11. november 1383 einstimmig den propst Mangold
(als propst der Beichenau neben abt Heinrich und dem dekan Werner zum letztenmal urkundlich erwähnt 1383
okt 6: Or. Ulm, Stadtarch.; reg. Bazing-Veesenmeyer nr. 37). Den tag der wähl (1383 uff s. Martistag) bezeugt
die Konstanzer Chronik von St Gallen (abschrift im Generallandesarchiv Karlsruhe); Gallus öheim (a. a. 0.);
Schultheiß, Chronik (FreibDiözesanarch. 8, 48). Die bestätigong als abt erhielt er jedoch nicht Deswegen be¬
richtet die Chronik des Gregor Mangolt (abschrift im Generallandesarchiv Karlsruhe): er war »ein erwelter, doch
nit confirmierter apt in der Bichenow«. Desgleichen bezeichnet ihn das Chronicon Constantiense (Mone, Quellens. 1,
324) als »abbas non confirmatns«. Als »erwählter« abt bezeichnet er sich auch in den nachfolgenden regesten.
Ala abt der Beichenau zum letztenmal urkundlich bezeugt 1385 okt 2 nr. 6782. 6738
1384 Jan. 21. Mangold von Brandis, erwählter abt der Beichenau, graf Wolfram und graf Eberhard von Nellenburg
gebräder und Hermann Grämlich zu Sandeck versprechen dem Walter Schwarz zu Konst, die ihm schuldigen 270 fl.
in gewissen zielen heimzuzahlen. — reg. MYGHohenzollern 4, 14 nach or. Archiv Bodman. 6739
Mangold yon Brandis, Bischof yon Konstanz.
1384 jMt. 27—1385 nor. 19.
1384 jan. 27. Der erwählte abt der Beichenau, Mangold von Brandis, wird zum bischof von
Konstanz gewählt
Über die wähl berichtet am ausfdhrlichsten die Konstanzer Chronik von St Gallen einer- und das Chronicon
Constantiense (bei Mone, Quellens, l, 324) andererseits. (Zur bezeichnung der Chroniken vgl. Begg. Const 2
nr. 4353, 5052, 5214). Beide berichte mässen auf eine gemeinsame quelle zurückföhren. Darnach war die läge
folgendermaßen:
Bei ausbmch des schismas war bischof Heinrich gestorben (1383 nov. 22). Die domherren entzweien sich.
Elf waren auf seiten des papstes Urban: nämlich Barkhard von Hewen dompropst, Ulrich Gdttinger dom-
dekan, Johann von Landenberg kustos, Heinrich Goldast vikari [generalvikar in spir.], Eberhard Insiegler
Mangold TOn Brandis, Bischof Ton Konstanz. 1384,
8
B&nger, Kikolans 8&tteli, Nikolaus Bchnell, Johann Perger, Johann Sachshach, Franz Mnrer nnd Eberhard Last. —
Auf seiten des papstes Xlemens YIL stnnden Tier: Johann [von] Steinegg, Johann von Bandegg, Hartmann von
Babenberg nnd Rudolf TetUkover: Eoustanzer Chronik Ton Si Gallen; sic bemerkt noch, daß die Uneinigkeit bei
10 monat [wochen?] währte nnd man täglich kapitel hielt Zuletzt wählten 9 von den 15 domherren Mangold
TonBrandis, erwählten abt der Reichenau, und zwar am tage des hl. Johannes Chrjrsostomus (27. Januar).
Der tag der wähl ist sichergestellt durch die Konstanzor Chronik Ton 8t. Gallen, das Chronicon Constan-
tiense (Mone, Quellens. 1, 324); davon abhängig Stetter-Dacher bei Buppert, Die Chroniken der stadt Konstanz
8. 93. — Schultheiß, Chronik (FreibDiGzesanarcb. 8, 48). —Schultheiß, Kollektaneen und die Chronik von Chri¬
stoph von Schwarzach. — Die handschriftliche Beichenauer Chronik dagegen (bei Haupt, ZGOBh. NF. 5, 282) be¬
richtet zum 27. Januar die bestätigung durch den erzbischof von Mainz, Adolf von Nassau.
Die namen der 9 Wähler sind: Burkhard von Hewen dompropst Dlrich Gättinger domdekan, Johann von
Landenberg domkustos, und die domherren Johann von Steinegg, Johann von Bandegg, Hartmann von Buben¬
berg, Budolf Tettikofer, Eberhard Last nnd mag. Nikolaus Schnell (so auch aufgefdhrt unten zu 1384 mai 18). —
Die wähl sei sjmonistisch nnd um geld geschehen, »man sagt inen sollichs vor iren ongenc: Konst Chronik von
St Gallen. — »lUa electio erat tota per symoniam, quia omnibus data vel promissa fuit pecunia« : Chronicon Con-
stantiense bei Mone, Quellens. 1, 324; vgl. dazu Ludwig, Konstanzer geschichtsschreibung 224. — Die namen der
Wähler zeigen, daß Mangold von anhängem sowohl des einen wie des anderen papstes gewählt wurde.
Die 6 übrigen domherren, nämlich: Heinrich Goldast vikari, Nikolaus Sattele, Johann von Sachsbach, Eber¬
hard Insiegler sänger, Franz Murer offizial, und Johann Perger wollten Mangold von Brandis nicht wählen. Stetter-
Dacher berichtet, daß dies auf ein gebot des papstes Urban YI. zurückzufuhren sei (Buppert 93; ebenso Manlius,
Chronicon episcopatus Const. 680)- Das richtige gibt die Konstanzer Chronik von Si Gallen: »Papst Urban ver¬
ordnet Nikolaus von Bysenburg nach Konstanz zu einem bischof. Etliche sagen, es sei dies mit wähl der 6 dom¬
herren geschehen. Er Jedoch sagte den von Konstanz, es sei ihm ohne sein wissen das bistum von Urban übertragen
worden«. Daraus geht hervor, daß die 6 domherren nicht wählten, wie Schultheiß, Chronik (FreibDiGzesanarch. 8,
49) und Dächer bei Buppert 93 berichten, sondern daß der papst selbst den Nikolaus von Biesenburg als bischof
von Konstanz providierte. Darauf deutet auch die stelle im Chronicon Constantiense (Mone, Quellens. 1,324): »illi
sez postea acceperunt illum de Bisenburg ex mandato Urbani papae sexti«. Die Provision erfolgte vor 1384
Juni 7 (vgl. nr. 6755). Hier wird Nikolaus von Biesenburg erstmals urkundlich als gegenbischof erwähnt — Daß
Nikolaus von Riesenburg schon vor dem tode bischof Heinrichs zum gegenbischof bestellt war, wie Haupt (ZGOBh.
NF. 5, 280) annimmt, ist nicht zu beweisen und auch nicht wahrscheinlich. Nur Stetter-Dacher (Buppert 93) und
nach ihm Schultheiß, Chronik (FroibDiGzesanarch. 8,49) berichten zum 14.bezw. 15. Juni 1384, daß es gerade ein
Jahr sei, daß papst Urban Yl. dem Nikolaus von Biesenburg das bistum Konstanz verliehen hat Wenn dies richtig
wäre, dann müßte sich schon unter der regiemng Heinrichs von Brandis, der zu Klemens YU. neigte (vgl. Begg.
Const 2 nr. 6714), eine spur finden; außerdem wäre dann die haltung der domherren wie der stadt Konstanz nicht
recht erklärlich.
Die stadt Konstanz muß zunächst unentschieden gewesen sein, wie der durchstrichene undatierte eintrag
(unten zu 6757) beweist Die stadt nimmt Jedoch die Urbanistischen domherren einen nach dem andern zu bürgern
an (vgl. unten bei der regiemng Nikolaus*).
Nach 1384 Juni 14, dem einzugstage des bischofs Nikolaus in Konstanz, war das Schicksal Mangolds bereits
besiegelt Es folgte der auswanderungsbefehl der Klementisten aus Konstanz 1384 Juli 16 und wohl damit in Ver¬
bindung der abfall der domherren von Mangold (siehe unten bei Nikolaus 1385 febr. 13); im laufe eines Jahres
fallen 6 domherren von Mangold ab und versGbnen sich mit Nikolaus von Biesenburg, nur 3 bleiben Mangold bis
zum tode treu: der von Bändig, von Landenberg und von Tettikofen. Mangold Jedoch »ließ sich die obgeschriben
hendel nit irren, belaib truzlich als ain manhafter man by siner wal und bestätigung«, und fugt Nikolaus 1 Jahr
und 22 Wochen an land und leuten viel ungemach zu, vor allen im Klettgau und in den landen der herrschaft des
herzogs Leopold von Österreich: Konstanzer Chronik von St Gallen; Schultheiß, Chronik (FreibDiGzesanarch. 8,48);
Manlius, Chronicon ep. Const 680 (vgl. dazu Ludwig, Die Konstanzer geschichtsschreibung 218).
In Konstanz konnte Mangold keinen festen fuß fassen nnd hielt sich, wie die folgenden regesten beweisen, in
Marbach, Schaffhansen, schloß Wasserstelz nnd Kaiserstahl auf. Yon dort ans richtet er sich zum kriege gegen
Nikolaus und läßt brot backen; stirbt Jedoch plGtzlich 1385 nov. 19.
Eine erste zusammenhängende darstellnng der wähl gibt Haupt, Das schisma des ausgehenden 14. Jahr¬
hunderts in ZGOBh. NF. 5, 279ff. Davon abhängig PI. Bütler, Die freiherren von Brandis s. 53. — Kum¬
mer, Die bischofswahlen in Deutschland zur zeit des großen schismas (Jena 1892), 103 ff. — Zu der in Begg.
Const 2nr. 6566 genannten littoratur zum schisma vgl. nochK.Eübel. Zur geschickte des großen abendländischen
schismas (BGm. Quartalschrift S (1894), 259ff.; Derselbe, Provisiones prälatoram (BGm. Qoartalsschrift 7 (l893)
411; Derselbe, Die päpstlichen Provisionen auf deutsche abteien während des schismas und des pontificates Martin Y.
!♦
4 Mangrold Yon Brandis, Bischof tob Konstanz. 1384.
(Stadien ans dem Benediktiner- and Oisterzienser-Orden 15 (1894) 71fiL. — Bliemetzrieder, Das abendlän¬
dische Schisma in der Mainzer erzdiözese (MIÖG. 30, 502). — Herzog Leopold von Österreich and das große abend¬
ländische Schisma (MIÖG. 1908, 662). — Schatz, Stellang Leopolds III. von Österreich zam g^roßen abendlän-
schisma (Stadien Benediktiner- and Cisterzienser-Orden 13 (1892) s. 23. Konstanz besonders s. 44-48). 6740
1684 jan. 27, Freibarg. Wilhelm, kardinallegat tit. s. Stephani in Geliomonte, beaaftragt den abt von St Märgen
dem kloster St Tmdpert die veräußerten göter wieder zu verschaffen. Dat. apad Freibargam 6. kaL febr., pontif.
(Clcmentis VII.) a. 6. — Or. Karlsruhe (l5/2); auf dem bug: O. de Ron^hinis, — reg. ZGOBh. 30, 377. 6741
— febr. 11, Freibarg. Derselbe inkorporiert dem kloster St Tradpert, dessen gebäade infolge von kriegen and
ongläcksfällen zerfallen sind, wegen seiner treuen anhänglichkeit an Klemens VH. die pfarrkirche in Granern, deren
eiukdnfte die summe von 40 goldgulden nicht übersteigen. Dat apad Fribargum 3. id. fobr., pontif. (Clementis
VU.) a. 6. — Or. Karlsrahe (15/16); unter dem bag links taxe 22 P. de Estionno; unter dem bug rechts: B. de
Ronchinie 1 fl.2gl.; auf dem bag: Theobcddus; rückseits R.; oben links: viea B, de Ronchinis, — reg. ZGOBh.
30, 378. 6742
— febr. 11. Swigger von Gandelfingon d. ä. and sein sohn Swigger d. j. gen. von Degenegk präsentieren dem bi-
schof Mangold für die pfarrkirche za Hayingen den priester Johann Tratman von Hajingen. Dat 1384, 5. feria
proz. ante festom b. Valentin!. — Zimm.Kopb.l,30*Donaaeschingen. — erw. Haupt, ZGOBh. NF. 5, 283 anm. —
vgl. 1386 märz 14 unter Nikolaus. 6743
~ märz 1. Die domherren herr Franziskas [Murer] vikan, und Nikolaus Schnell werden bürger za Konstanz. —
Bnppert, Konst Chroniken 412 nach Konst bürgerbuch. — Nikolaus Schnell steht auf seiten Mangolds. Die stadt
nimmt also dessen anhänger als bürger an. — vgl. dagegen 1384 mü 10 unter Nikolaus. 6744
— märz 11, Konstanz. Der generalvikar der Konst kirche in spir. [welcher richtang?] entbindet den Johann
Ehiuger, propst zu Embrach, bis ostem 1385 von der residenzpflicht Die stelle als propst soll ein Stellvertreter
versehen. Dat. Const 1384, 5. id.marcii, ind. 7. — Or. Zürich, Staatsarch. (CIV 2 Embrach). Daselbst eine gleiche
Vergünstigung bis zum feste des hl. Johannes d. T. und von da ein Jahr. Dat Const 1384. — Bückseits jeweils
sparen eines ringsiegeis. 6745
— märz 11, Konstanz. Der offlzial [welcher richtang?] transsummiert für priorin and konvent von Klingental za Kleinbasel
die bulle Bonedikts XI. von 1304 februar 28 (Dat Lateran. 3. kal. martii,a. 1.) und Johanns XXIL von 1319 april 26
(6 kal. maii, a. 3.). Die erste verbürgt dem kloster Steuer- und zehntfreiheit an diözesanbischof and weltliche herren,
freiheit von prokarationsleistungen an päpstL legateo, sowie freiheit von kollekten und sabsidialabgaben, macht das
kloster von der iurisdiktion des diüzesanbischofs oxempt and erteilt ihm alle freiheiten, welche der Predigerorden ge¬
nießt Die bulle Johanns XXIL bestellt die bischüfe von Köln, Trier und Straßburg za konservatoren des Prediger¬
ordens. Dat et act Const 1384, 5. id. martii, ind. 7. — Or. Basel, Staatsarch. (CUng. 1355). Ebenda eine aas-
fühmngsballe des offlzials von 1397 sept. 1 (Cling. 1575) in gleicher angelegenheit 6746
— april 4« Vor dom Konst offlzial [welcher richtang?] übergeben Johann Frickinger and Walter vom Hof,
bürger za Konst und testamentsvollstrecker des Johann Nibeller, bürgers zu Konst., dem prior Ulrich ze Burgtor,
dem sabprior Johann Schwarz von Beutlingen und den konvontaalen Konrad Sigmaringen und Konrad Berman von
Pfallendorf des Augustinerklosters za Konst und den Stellvertretern dos leprosenhauses auf dem felde in der pfarrei
Kreuzungen 100 9^ 4 keller, damit dafür in der leprosenkapelle jeden mittwoch and an andern gen. tagen zur Seelen¬
ruhe dos Stifters eine hl. messe gelesen werde. Johann von Hasen, provinzial der Augustiner am Bhein und in Schwa¬
ben, sowie abt and konvent des klosters Kreazlingen stimmen zu. — Dat et act (1384, feria 2. post festom Pal¬
marum, que fait 4. dies mensis aprilis [Papstpontifikat fehlt!]), ind. 7. 6747
— april 6, Freibarg. Wilhelm, kardinalpriestor tit S. Stephani in Geliomonte, apost legat gemäß aaftrags des papstes
Klemens VII. nrkondet Berthold abt und der konvent von St Märgen im Schwarzwald hat vorgetragen: auf
bitten des abtes Wernher von St Märgen und Bertholds, propst und des konventes von Allerheiligen za Freibarg hat
bischof Heinrich d. d. 1370 sept 26 beide klöster in ansehang ihrer bedrängten läge miteinander vereinigt Sie
bitten nunmehr um bestätigang durch den kardinallegaten. Da sich abt and konvent in dem durch Bartholomeas von
Bari hervorgemfenen schisma als treue söhno des papstes Klemens VU. zeigten, bestätigt der legat die gen. Ver¬
einigung. — Dat apad Fribargum 8. id. apr., pontif. (Clementis VII.) a. 6. — Or. Karlsruhe (13/5). Unter dem
bag links taxe 40 P. de Estionno; auf dem andern bug taxe 15; rechts unter dem bag: O. de Ronthinis; auf dem
rückbag: Jfitr, ij ^ si.y auf dem bug G. de Ronchinie, 6748
— mal 7. Bürgermeister, rat and bürger der stadt Ulm nehmen das kloster Beichenau samt ihren in und om Ulm lie¬
genden güterii in ihr bürgerrecht auf, verheißen ihnen schütz and schirm and Steuerfreiheit solange die güter nicht
versetzt oder verkauft sind; diese Vergünstigung erfolgte, weil der hoch würdige fürst u. 1. herr Mangold von Braodis
»von gots genaden erwelter bischoff des bistums zo Costentz und ouch erwelter apt des gotzhas in der Bichenowe«,
Mangold Ton Brandis, Bischof TOn Konstanz. 1884.
5
sowie der dekan, propst ond kapitel des klosters der stadt Ulm die pfarrei Ulm mit pension und qaart, mit den zehnten
ZQ Pfahl (Pfui), dem kleinzohnten zn Ulm, mit den 6 fl., die sie von der 'pfaffenwiese* bezogen and anch mit dem
laesenampt and der schnlmeisterei za Ulm überlassen haben. Geben des nechsten sampstags nach des hl. crütz tag in
dem mayen als es fanden ward 1384. — Or. Ulm, Stadtarch. — reg. Bazing-Yeesenmeyer nr. 46. 6749
1684 mal 16, Marbach. Mangold Ton Brandis aerwelter abt des gotzhns in der Bichan Owe belehnt den Johann
Bremschenk ?on Zflrich gen. Züricher, goldschmied herzogs Albrechts von Österreich, der ihm viele dienste geleistet
hat, mit dem zehnten zn Fällanden (Yellenden). Geben in nnser vesty Marbach 1384 an dem nähsten mentag vor
nnsers herren nfiart tag. — Or. Zürich, Staatsarcli. (C II 1 nr. 405). 6750
— mal 16, Schaffhansen. Derselbe stellt zn Schaffhansen für denselben einen weiteren brief ans, worin er ihm
anf den bälben zehnten von Fällauden noch ein pfand von 60 m. Züricher gewichts schlägt. Geben ze Schaffhnsen
1384 an dem nähsten mäntag vor nnsers herren offarts tag. — Or. ebenda (C II 1 nr. 404). 6751
— mal 17. Wird durch den abt von St. Blasien im anftrag des erzbischofs von Mainz, Adolf von Nassau, als bischof
von Konstanz beslAtigi — Konstanzer Chronik von Si Gallen. — Chronicon Constantiense (Mono, Quellens. 1,324).
— Dächer bei Buppert, Konst. Chroniken 93. — Schnltheifl, Chronik (FreibDiözesanarch. 8, 48: »herr Mangold
lies sich von ainem bischoff von Mentz, der ouch dem bapst Clementi anbieng, besteten, uff seins bapst vergnn-
stigungc). — Zur Stellung des erzbischofs von Mainz während der schismazeit vgl. Kammer, Die bischofswahlen
in Deutschland s. 67ff. Er hebt hervor, daß damals erzbischof Adolf von Nassau auf seiten Urbans stand, was mit
der haltung bischof Mangolds übereinstimmt. — vgl. folgende nr. 6759
— mal 17, Schaffhansen. Erwählter und bestätigter bischof zu Konsi bekundet, daß am heutigen tage seine
wähl zum bischof von Konstanz durch den abt Heinrich von St. Blasien im auftrag des erzbischofs Adolf von Mainz
bestätigt worden ist. Damit nun weder der abt noch sein kloster deshalb zu schaden komme, zumal die Christenheit
lange schon um zweier päpste willen gespalten sei, so verspricht ihm Mangold den ersatz jeglichen Schadens, der
ihm aus jener bestätigung seitens der römischen könige oder der reichsstädte oder anders woher erwachsen könnte.
Mit dem bischof siegeln seine oheime, graf Wolfram von Nellenburg, Heinrich von Hewen freiherr, Johann von
Bodman der ältere, seßhaft zu Möggingen (Mek-), ritter, und Johann von Bodman, seßhaft zn Bodman, ritter. Zeugen:
mag. Wilderich von der Huben, Nikolaus Schnell, beide lehrer des geistlichen rechts; Hartmann von Babenberg
Offizial und Nikolaus Yener advokat des Konstanzer hofes. Geben ze Schäfhusen in Johansen hus im Winkel 1384
ze mittemtagzit an dem 17. tag des manods mayen. — Notariatsinstrument des Konrad gen. Sachs von Sanlgan
(Snlgen^ und des Heinrich Mathei gen. Spieß von Überlingen, klerikers des bistums Konstanz: Or. Karlsruhe (St.
Blasien); Siegel des bischofs mit Umschrift (aufgelöst): Mangoldus electus confirmatus ecclesie Const. — Neug^
Cod. dipl. Alem. n, 468. — reg. GFröOrte. 4, 202. — Geschichte der freiherm von Bodman nr. 327. — vgl.
Haupt, ZGOBb. NF. 5, 282. 6753
— mal 18, Konstanz. Burkhard von Hewen dompropst, Ulrich Güttinger domdekan, Johann von Landenberg kustos,
meister Nikolaus Schnell ein lerer geistlichen rechts, Hartmann von Eubenberg offizial des Konst, hofes, Johann
von Bandegg, Budolf Tetikover, und Eberhard Last, alle domherren des stifts Konst., zeigen den vögten und
lüten der städte und festen Kaiserstuhl, Neunkirch (Nükilch) und Klingnau an, daß Mangold von Brandis, abt der
Beichenau, den sie zum bischof von Konst, erwählt haben, durch erzbischof Adolf von Mainz bezw. in dessen namen
darch Heinrich, abt von Si Blasien, bestätigt worden sei Sie übersenden diesen brief durch den generalvikar
Johann von Bandegg. Geben ze Gosi 1384 an dem 18. tag des mayen. — Or. Kaiserstuhl, Stadtarch. nach regest
im Staatsarch. Aarau. — Yon den oben nr. 6740 genannten 9 domherren fehlt hier Johann von Steinegg. 6754
— jmil 7, Harbach. »Yon gottes gnaden byschoff ze Cosi« beurkundet: von dem größeren und dem besseren
teil des Konsi kapitels redlich und recht zum bischof erwählt und vom erzbischof konfirmiert, erfuhr er, daß
Nikolaus propst zu Bonn (Bunn) ihm den besitz des bistums anfechte. Nach dem rat weiser geistlicher entschloß er
sich gegenüber den Prozessen des Nikolaus zur appellation, um seine Sache zn verfechten vor dem papst zu Born,
vor dessen kardinäle und vor dem römischen könig Wenzel. Die abtei sowie die propstei von Zürich versprachen ihm
dabei beizustehen. Ihnen gegenüber verpflichtet sich der aussteiler, daß er allen schaden, den die abtei oder
propstei deswegen treffen könnte, ersetzen, sie bei dem festhalten an Urban nicht stören und weder geistlich noch
weltlich der stadt Zürich darum bekümmern wolle. Als Unterpfand verheißt er ihnen 2000 fl. an gold und setzt dafür
oaebbenannte bürgen und geisein: grafWolfram von Nellenburg, Konrad von Tengen freier, Walter von Hohenklingen
freier, Hans von Frauenfcld gen. Senger, Butschmann von Binach, Kuntz von Schinen, Kuntz von Mönchweiler
(Münchwile), Wemher Schenk von Staufenberg, Otto am Hard und Heinrich Büdlinger d. j. von Frauenfeld. Geben
ze Marpach uff unser vesti 1384, an dem sibenden tag brachatz. — Or. Zürich, Staatsarch. (C 1 38); die Siegel
des ausstellers und der bürgen gut erhalten. — vgl. Haupt, ZGOBh. NF. 5, 284. 286. — Aus dieser urkunde geht
wohl hervor, daß bischof Mangold, von anhängem Urbans und Klemens YIl. gewählt, wie auch die stadt Konstanz,
noch keine entschiedene Stellung gegenüber den päpsten eingenommen hat. 6756
6 Mangold Yon Brandis, Bischof von Konstanz. 1384.
1384 Juni 7^ Marbach. Yon gottes gnaden bischof benrknndet: Bndolf Yon Mülhmen gen. Ton Huntzhaeky weiland
Chorherr der propstei Zürich» hat sich wider propst nnd kapitel yergangen and wurde wegen nngehorsam gegen
bischof Heinrich von diesem gefangen gesetzt Der aassteller bestätigt die yon seinem yorgänger in dieser ange-
legenheit erlassenen urteile und yerspricht die Stadt Zürich gegen den gen. Bndolf zu schützen. Geben ze Marpach
in unser yesti an dem sibenden tag brachotz 1384. — Or. Zürich» Staatsarch. (C 1 26); gut erhaltenes bischof¬
siegel, Umschrift: Mangoldus electus confirmatus ecclesie Consi — ygl Haupt» ZGOBh. NF. 5, 286 anm. — erw.
Simmler» Antiquitates Thuricenses 1» 51. 6756
— TOr jani 14. »Bischof» abt yon Owe. Item als derselb her Mangelt yon Prandis erwelter byschof ze Costentz
(ein wort unleserlich: der?) abt ist in der Bichen Ow und aber sin yoryam abt in der Bichenow und Ow und daz
alles daz im zü gehört burgerreht hatten» da het unser herre der bischof daz burgerreht von dez gctzhus ze Ow
emüweret und Marbach het er och in daz burgreht genomen und sol och damit warten fünf gantzu jar» als er
daz burgreht emüweret hat luid sol och der stat warten und dienen mit zwain spiessen a^ d. 1384 an [datum
vom Schreiber weggelassen]. — Konstanz» Stadtarch. (Bürgerbuch 1» 10.); ganzer eintrag durchstrichen. — Bup-
pert Chroniken 412. — Die stadt Konstanz muß demnach zuerst auf seiten Mangolds gestanden sein. Der eintrag
ist vor Juni 14 anzusetzen» da unter diesem datum b. Nikolaus bereits in Konstanz einzieht. 6757
— jani 16) Freiburg. Wilhelm» kardinalpriester tit s. Stephani in Celiomonte» inkorporiert gemäß auftrages papst
Klemens VH dem verschuldeten kloster Wonnental, das papst Klemens treu geblieben» die pfarrkirche in Amoltera
ihres patronats. Dai apud Friburgum 16. kal. iulii» pontif. (dementis) a.6.—Or. Karlsruhe (25^9); unter dem bug
links taze 22 P. de EstUmno; dann nochmals taze 20; rechts: B, de Ronchmis 9 7. flor. jng.(?); auf dom bog:
P. de Estwnno; rückseits Begistrata. — vgL 1403 jan. 3. 6758
— jnli 1) Kaiser stahl. »Yon gottes gnaden byschof ze Costentz c bestätigt dem schaltheissen» rat und bürgern seiner
Stadt Kaiserstuhl alle freiheiten und rechte» vor allem diejenigen» welche ihnen sein verfahr und vetter Heinrich
[von Brandis] gegeben hat Geben ze Keyserstül an dem nechsten fritag n. s. Johannstag ze süngichten 1384. —
Bechtsquellen des kantons Argau 1» 3 s. 13 nr. 7. nach or. Stadtarch. Kaiserstahl. — Wiederh. GründL Inform. beU.
nr. 37. — Scheuchzers abschriften bd. 19 nr. 1774* Zürich» Stadtbibi. — reg. GFrSOrte. 4, 202. — vgl. 1374
märz 9. 6759
— jali 3. Burkhard von Hewen dompropst» Ulrich Güttinger domdekan» Johann von Landenberg kustos» meister
Nikolaus Schnell lehrer des geistlichen rechts» Hartmann von Babenberg offizial des hofes» Johann von Steinegg»
Johann von Bandegg» Budolf Tettikofer und Eberhard Last, alle domherren» teilen der stadt Meersburg mit, daß sie»
die mehrheit des kapitels bildend» »als ein ganz capitel« den erwählten abt der Beichenau Mangold von Brandis
zum bischof erwählt haben, und daß dieser von dem erzbischof Adolf von Mainz bestätigt worden ist. Das dom-
kapitel fordert die stadt zum gehorsam gegen den bischof auf» der versprochen hat» die rechte der gemeinde za
wahren. Geben 1384 an s. Ulrichs abend. — Or. Meersbarg» Stadtarch. — Leuthins Kopb. 133» ebenda. —
— Hier sind wieder alle 9 domherren genannt, wie oben 1384 jan. 27 nr. 6740. 6760
— jali 21) Marbach. »Einwelliger» bestäter bischof ze CostentzS nimmt den grafen Albrecht (lY.) von Werden¬
berg» herr zu Heiligenberg, zu seinem diener und getreuen an» damit er ihm mit der feste Heiligenberg warten
soll von s. Jakobstag auf ein jahr [1385 jali 25] gegen Nikolaus *den pröpstli von Bunne*» der sich bischof von
Konstanz nennt und gegen alle sine helfer mit ausnahme des herzogs Leopold von Österreich. Dafür yerspricht ihm
Mangold 1000 fl. an gold, die eine hälfte auf Mariä Liechtmeß [1385 febr. 2]» die andere auf Jakobustag [jali 25].
Geben in ünser vesti ze Marpach 1384 an dem nehsten dunstag vor s. Jaco^ tag des zwülfbotton. — Or. Donan-
eschingen. Gut erhaltenes Siegel des bischofs. — ausz. Fürstenberger U-B. 6» 147 nr. 87. — reg. MYAGeschSt-
Gallen 22 (1887) LIII. — Yanotti reg. nr. 114. 6761
— YOr aog. 2. »Bischof von Ow: Als die von Costenz unser aidgenoß gemant hatten uff bischof Mang )lt» da-
mmb das er unser burger nit sicher sagen wolt» darumb wnrdent von den stotten zu ihm gesendet Humpis von
Bavenspurg und Ulrich Zan. Die kament an zinstag nach ingantem ogsien [aug. 2] und saitent dem klainon rat»
daz er alle unser burger sicher sagen wil. Und wan ir dekainer dekainen unzitlichen Übergriff tat» daz wil er an die
von Uberlingen bringen und sol dannoh Aht tag aiu früntschaft sio. Umb daz kom und nütze ze Bödmen darumb het er
gerd, daz die von Uberlingen die nütze Innemen sont und den Sauger [domkantor] sins libdinges rihten» ald er wil
die nütze innemen und den Sänger rihten» wird üt überiget ald gebräst üt etc«. — Konst Stadtarch.» Batsbuch i»
119). — Buppert» Chroniken 381. — Benützt von Schultheiß» Chronik (Preib. Diözesanarch. 8, 49). 6762
— sept. 21) Kaiserstuhl. »Electus couflrmatus occl. Coiist«» schreibt an den propst, die meisteriu und den konvont
des klostors Biedorn, Augustiner Ordens rogul. chorherm» und an Katherina von Ofteringon (Offtringen), Schwester dos
hauses zu Winterthur Predigorordeus. Letztere trug vor, daß in dem hause zu W. kein approbierter orden gehalten
werde, die klosterfrauen keinen Schleier trügen» nur unter der soelsorge von leutpriestem stünden und in der weit
loben konnten; sie wolle deswegen in da.s kloster von Biedern» *in quo servatur ordo approbatus et professus*» übergohou
Mangold Ton Brandis, Bischof toii Konstanz. 1384—1385. 7
and bittet am erlaabnis. Der bischof gewahrt ihr dies and befiehlt daram dem propst, der meisterin and konvent
daselbst gen. Katharina aofzonehmen. — Dat. in opido nostro Keyserstül 1884, 11. kal. oci, ind. 7.— Or. Do-
nanescliingen (Riedern); rdckseits sparen eines roten ringsiegeis. — aosz. Ffirstenberger U*B. 6, 266 nr. 168
anm. 1. 6763
1884 okt. Bheinfelden. Leopold, herzog Ton Österreich, präsentiert dem bischof Mangold, seinem lieben freande,
aof die kirche in Baden seines patronats den Radolf von Hewen, propst von Beromfinster. Die kirche war dorch den tod
des Heinrich Ton Homburg erledigt Datam sub nostro signeto speciali sigillo nostro absente die 2. mens. oct. 1384.
— Or. Solothurn, Bischöfi. Archi?. Unter dem bug: Dominus duz per Jo. de Ellibach magistrum ca-
mere. — Ein zweites Or. Staatsarch. Aarau (Wett 701} tragt das datum: Dat Rinweldi die secunda mens, oct
anno 1384. Es hängt das sieget des herzogs. — (Gedr.) Archi? Wettingen 368 nr. 3; 369 nr. 5. — AnzSchweiz-
Oesch. 1 (1870/73), 13 nr. 2. — Tgl. folgende nr. 6764
— okt. 22| EaiserstuhL Kikolaus Schnell decr. dr., generalvikar Mangolds des erwählten und bestätigten ?on
Konst teilt dem abt yon Wettingen and dem prior daselbst, sowie dem dekan and kämmerer des dekanats Baden mit,
daß er den Radolf von Hewen domherro zu Straßbarg, welcher ihm ton herzog Leopold [1384 okt 2] für die pfarr-
kirdie zu Baden L A, welche darcb den tod des Heinrich yon Homburg erledigt ist präsentiert worden war, investiere,
and beauftragt die adressaten mit der einweisung. Dat in Kajserstdl 1384, 11. kal. noy., ind 7. — Or. Aarau,
Staatsarch. (Wett. 702); rdckseits sparen eines ringsiegeis. Das hängende Siegel des generalvikars ist gut erhalten
nnd trägt die umschnft: yicarius Mangoldi electi (?) ecclesie (?) Gonst in spiritualibus generalis. — (Gedr.) An^^hiv
Wettingen 368 nr. 4. 6765
— okt. 24, Chäteau-neof-le-Pape. Papst Klemens YII. an Mangold, erwählten yon Konstanz. Zu lebzeiten des bi-
schofs Heinrich hat sich der papst die besetzung des bischöfi. Stahles reserviert. Gleichwohl wählten die domherren
nach dem tode b. Heinrichs ihn, als abt der Reichenau per viam compromissi; der gewählte stimmte zu und brachte
die Sache vor das konsistorium. Dar papst providiert den gewählten. Dat. apud Castrumnovum, Avinion. dioc., 9.
kal. nov., a. 6. — Mod. abschr. (Reg. Aven. 235, 204 Rom). — In gleicher weise an das kapital, klerus, volk und
Vasallen der diOzese sowie an den erzbischof von Mainz. — ygl. Babel, Provisiones prälatorum (Röm. Quartalschrift
7 (1893) 411. — Es konnte auffallen, daß diese urkunde von dem gegenbischof Nikolaus von Riesenburg nichts
erwähnt, allein man ignorierte die gegenpartei geflissentlich. — ygl. 1385 juli 23. 6766
— okt. 24, Avignon. Erhält von papst Klemens YIL dispens von etwaiger irregularitAt wegen teiinahme an
kriegsfehden und die erlaabnis, die abtei Reichenau beizubehalten. — erw.Eubel, Provisiones prälatorum (ROm.Quar-
tahchrift 7 (1893) 411 nach Reg. Clem. YII. Aven. 32, 562 Rom. 6767
— nov. 11, Reichenau. »Erwählter konfirmierter bischof zu Konst und erwählter herr und abt des gotteshauses in
der Reichenau € belehnt den Konrad Spekker, bfirger zu Konst, mit gutem zu Niederzell bei dem brunnen. Geben
in der Richenow 1384 an s. Martins lag. — Or. Karlsruhe (5 Reichenau); sehr beschädigt. 6768
— nov. 17, Reichenau. Mangold von Brandis, abt der Reichenau (Mangoldus dei et apostolice sedis gratia
abbas . .. Augiemaioris), bestätigt eine urkunde des früheren abtes Albert d. d. 1267 okt 2 betr. Statuten a.
Privilegien der stadt und des kelnhofes zu Radolfzell. Dat in monasterio nostro et actum sub anno. 1384, 15. kal.
dec., ind. 7., pontif. Urbani pape YI. [pontifikatsjahr fehlt 1]. — 2 Orr. Karlsruhe (6/3). 6769
— nov. 29, Reichenau. Werner, dekan der Reichenau, beurkundet, daß er »sede vacante et ex commissione domini Man¬
goldi, electi abbaüs monasterii Augei maioris« den Peter Majer als propst des Wengenklosters zu Ulm eingesetzt hat,
nnd gibt nähere bestimmungen für die führung des amtes. Dat in monasterio nostro 1384, vigilia s. Andreae apost.
— Begl. abschr. Ulm, Stadtarch. 6770
1885. Bestätigt eine Stiftung in der Dreikönigskapelle zu Ulm. — erw. WürttYjh. 1885, 79. 6771
— Jan. 13, Wasserstelz. »Erwählter konfirmierter bischof zu Konst und erwählter abt und herr der Reichenau €
belehnt die beiden Hans .und Hugo von Landenberg, des Hugo von Landenberg sei söhne, mit der bürg zu Wellen¬
berg, dem meieramt zu Wellhausen und den pfandschillingen des hofes zu Wellhausen, lehen der Reichenau, welche
sie von Eberli von Straß gekauft haben. Der aussteiler siegelt mit dem Siegel der abtei. Geben in unser vesti
Wassersteltz 1385, an s. Hylarien tag. — Or. Zürich, Staatsarch. (C UI 29 nr. 4). — vgl. Diener, Haus Landen¬
berg 97. 6772
— Jan. 18, Kaiserstahl. Der generalvikar des erwählten und bestiitigten Mangold erteilt den pfarrgenossen von Bür¬
geln für das beten beim Ave Marialäuten morgens und abends 15 tage ablaß. Dat in opido Kajserstul 1385, 15. kal.
febr., ind. 8. — GFrßOrte. 42, 27 nach Or. Pfarrlade Bürgeln. — vgl. Haupt ZGORh. NF. 5, 284 zu jan. 17;
8. 286 zn jan. 18. 6773
febr. 18* Die domherren Johann Ebemant, Eberhard Last nnd domdekan Ulrich Güttinger fallen von Mangold
ab nnd werden bürger zu Konstanz. — Ruppert Konstanzer Chroniken 414 nach Konst bürgerbuch. '6774
d Mangold Ton Brandts, Bischof Yon Konstanz. 1S85.
1885 mftrz 8^ Kaiserstohl. Der offizial des Eonsi hofes bestätigt auf bitten Wilhelms, abtes des klosters Himmels¬
pforte, mittelst transfiz die bolle papst Urbans lY. [Pottbast 2 nr. 18243] für die Prämonstratenser, die ihm in der bo-
glaobigong bischof Gerhards Torgelegt worden ist. [Begg. Const. 2 nr. 3521, 6459]. Dat in opido Eaiserstäl
1385, 5. non. martii, ind. 8. B. — Or. Earlsrohe (17/4). 6775
— april 28« Mag. Johann Molbard, domherr ond offizial zo Eonsi, stirbi — MG. Necrol. 1, 287. — Aof wel«
Cher Seite er stand, ist nicht überliefert (aof seiten Mangolds?). 6776
—* Juni 2* Die gegenpartei socht die stadt Meersborg von Mangold abwendig zo machen. — Vgl. zo diesem datom
onter Nikolaos. — Meersborg schwört der gegenpartei vor 1385 okt 13 (vgl. onter Nikolaos). 6777
— Juni 8. Die gegenpartei socht die stadt Elingnao von Mangold abwendig zo machen. — Vgl. zo diesem datom
onter Nikolaos. — Elingnao steht noch aof seite Mangolds 1385 oki 13. — vgL nr. 6783. 6778
— Juli 6, Avignon. Klemens VU. bestätigt dem abt ond konvent von Eappel alle freiheiten. Dai Avin. 2. non.
iolii, a. 7. ,Gom a nobis petitor*. — Or. Zürich, Staatsarch. (C U 4 nr. 348); onter dem bog links taxe 2. P. Bos -
guery; rechts aof dem bog: Trepayfe; rückseits oben rechts: Jl,/ mitten: Stephanus Ruffi; links: 9 St.; beim
bog links: viss, — vgl. 1386 febr. 6 onter Nikolaos. — Begg. Eappel nr. 261. 6779
— Juli 28* Obligiert sich bei der apost kammer zo Avignon zor zahlong des commone serviciom in der höhe von
2500 fl., die eine hälfte zahlbar in einem jahr nach der besitzergreifong des bistoms, die andere hälfte
das jahr daraof. — Mod. abschr. (Obi. 43, 98 Born). — Die päpstl. Provision dorch Elemens siehe nr. 6766.
6780
— aug. 2, Avignon. Eiomens VU. an bürgermeister ond rat der stadt Freiborg. Ans dem berichte des Hinko
erwählten von Leitomischl (Lothomoslen.) ^in Böhmen hat er erfahren, daO sie ihm seit seiner erhebong zom papst-
tome anhangen. Obwohl eine besondere mahnong zom treoen festhalten nicht notwendig ist, bittet er sie doch, in
dieser treoe zo verharren ond empfiehlt ihnen den gen. Hinko, der die reise nach Böhmen beschleouigen wolle. Dat
Avin. 4. non. aog., a. 7. — Or. Freibarg, Stadtarch.; onter dem teit: B. Trepayre; rockseits die adresse. Die
bolle war mittels der schnüre des bleisiegels verschlossen; schnüre ans hanf. — reg. Haopt in ZGOBh. NF. 5, 317.
— In Freiborg hatte Mher der kardinallegat Wilhelm seinen sitz aofgeschlagen; vgl. oben nr. 6758. 6781
— okt 2« Erwählter ond bestätigter bischof, erwählter abt der Beichenao, ond das kapitel der abtei bekonden aof
bitten des bürgermeisters ond rates von Ulm, daß die fraoen der sammlong daselbst von den erben des Hans Eraft
selig dessen »gesäßt (wohnsitz) in der Weberstraße, leben der abtei, gekaoft haben, ond geben es ihnen zo eigen.
Geben des nechsten mantags n. s. Michels tag 1385. — erw. Pressei, Nachrichten Dlmische Archiv 11 nr. 49.
Hier nach mod. abschr. ans or. Ulm, Stadtarch. 6782
— okt 18« Die gegenpartei macht einen ementen versoch, Elingnao von Mangold zo trennen. — Ygl. zo diesem
datom onter Nikolaus. 6788
— okt 26. Die stadt Elingnao fällt von Mangold ab ond schwört Nikolaos von Biesenborg. — YgL zo diesem
datom onter Nikolaus. 6784
— nOT* 19« Stirbt zo Eaiserstohl plötzlich, als er ein pferd besteigen will. Es war Sonntag zor primzeit Er
rüstete gerade zom zog gegen Nikolaus ond ließ deswegen brot backen. Dieses kam non seinen feinden zo gut.
Der todestag ond jahr ist sicher gestellt: »1385 in die s. Elisabet qoi erat dominica dies, hora primanim«:
Chronicon Constanciense (Mone, Quellens. 1,324). — Uff s. Elyzabethen tag 1385: Eonstanzer Chronik von Si Gal¬
len; ebenso Stetter-Dacher bei Boppert, Chroniken 94 und Constantiensia varia nr. 3.
Neben Eaiserstohl als ort des todes nennen Eaiserstohl oder Steckbom: »zo Eaiserstohl, etliche sagen zo Steck-
bom«: Eonstanzer Chronik von St Gallen; darnach Schaltheiß, Chronik (FreibDiözesanarch. 8, 49); geht aof
dieselbe quelle zurück wie Gallus Oheim: cer hat! gewonlichen sinen sitz zo Steckporen off dem tonn. Uff ain tag
als er off sin pferit saß, wellen ritten, viel er zü hand darab, starb on verzage. (Brandi, Beichenao 2, 129). Dar¬
nach auch Brosch, ChronoL * 46.
Als todesart vermutete man vergiftong (das Chronicon Constantiense and Stetter-Dacher bei Boppert er¬
wähnt nichts davon). »Sein sattel war vergiftet«: Eonstanzer Chronik von Si Gallen; ebenso Gallas Oheim and
0)nstanüensia varia nr. 5; »Is veneno in Castro Eajserstohl periit«: bischofsverzeichnis bei Mone, Quellens. 1,306.
— VgL dazu Boppert, Chroniken 94 anm. und Haupt in ZGOBh. NF. 5, 289.
Wird in der Beichenao im münster zor rechten seite begraben: Eoustanzer Chronik von St Gallen ond Gallus
Oheim. — Grabschrift: »Mangoldus de Brandis 1384(1) 3. kal. novembris abbas monasterii aog^e maioris episcopos
electoa Constancien.«: so [falsch I] Eonstanzer Chronik von St Gallen and Gallos Oheim; Merck, Konst Chron. 241;
VgL Eraos, Eonstdeokmäler Badens, 1, 347. — Daraas erklärt sich das falsche todesjahr 1384 bei Schultheiß,
Chronik (FreibDiözesanarch. 8, 49). — Zur Überlieferung des todestages vgL Lodwig, Konst geschichtsschreibang
163 anm. 1; 181 anm. 2; Haupt, ZGOBh. NF. 5, 289 anm.; Stälin, Württ Geschichte 3, 330.
Heinrich Bayler. Torgeschichte. 9
Seines todostages (l9. doy.) als »amicos noster fidelissimns« gedenkt das anniversar des klosters Feldbaich
(MQ. Necrol. 1, 396). — Über das scbicksal der dem biscbof gehörigen herrschaft Simmental Ygl. Placid BAÜer,
Die Ireiberren Yon Brandis 65 f.
1885 nOT. 80« Einen tag nach dem tode Mangolds fordert das domkapitel bereits Kaiserstahl Anf, Nikolaus Yon Rie¬
senbarg tu schwören. 6785
Chronikalische fiberllefeniDg: Eonstanzer Chronik Yon St Gallen (selbstiindig and am ansftbrlichsten). —
Chronicon Constantiense (Monc, Quellens. ], 324). — Beide benützt nel^n anderen urkundlichen quellen (Kon-
stanzer börgerbuch und urkunden) Christoph Schultheiß, Chronik (FreibDiözesanarch. 8, 48-50). — Stetter-Dacber
bei Ruppert Chroniken 93-94; darnach Constantiensia Yaria nr. 3. — Manlius, Chronicon episcopatus Const.
(Rerum germanicarum Yeteres scriptores Yl) 680. — Gallus Oheim bei Brandi, Reichenau 2, 128f. Darnach
Brosch, Chronol. * 46. — Das Ms. 641 der UniYersit&tsbibliothek Gießen (bei Haupt, ZGORh. NF. 5, 281). —
Gregor Mangolt (wenig). — Merk, Chronik des bistums Konstanz 239-241. — Bruscbius, De omnibus Germaniao
episcopatibus 47. — Bucelin, Constantia Rhenana 304. — Fez, Thesaurus anecdotorum novissimus 1 3, 757. —*
Gallia christiana 5, 921. — Zur Überlieferung der quellen Ygl. Ludwig, Die Konstanzer Geschichtsschreibung 24.
165 anm. 1. 174. 176. 181 anm. 2. 184. 189. — Zur Charakteristik bieten die Chroniken nichts. 6786
Neuere würdigungeii: Pladd Butler, Die freiherren YOn Brandis 50-55. — Ruppert, Konstanzer Chroniken 440.
— Haupt, ZGORh. NP. 6, 281-290. 6787
Siegel: Fr. YOn Weech, Siegel Yon Urkunden aus dem Großh. Bad. Generallandesarch. tafel 31 nr. 9 (1384 mai 17).
6788
Heinrich Bayler.
Yorgesckiclite.
Das geschlecht der Bayler blühte nach dem Oberbadischen Geschlechterbuch ], 48 im 15. jahrh. in Waldshat.
. Die eitern unseres bischofs sind mir z. zeit nicht bekannt Die im folgenden mitgeteilten p&pstl urkunden erwähnen
* seine abstammung aus edlem geschlechto (»ex nobili genere procreatus«). Im Chartularium Parisiense 3, 668
nr. 1681 wird er einmal genannt: »Henricus Bayler deFriburgo, episcopus Valentin.«, was wohl mehr bezeichnen
will, daß er seinen Stutzpunkt gegenüber dom biscbof Yon Konstanz in Freiburg fand, als daß man daraus seine
herkunft Yon Freiburg ableiten könnte. Ein geschlecht der Bayler ist in Freiburg nicht bekannt 6789
1878 BOY. 3^ FondL Papst Klemens VH. proYidiert den Heinrich Beyler, domherm zu Konst,* seinen familiären, ,qni de
nobili genere procreatus existitS mit einem kanonikat zu Mainz oder Speier oder irgend einer anderen kirche in Stadt
und bistum Mainz oder Speier und resenriert ihm eine pfrönde. Dal Fundis 3. non. noY., a. 1. — Rom, Vat. Arch.
(Reg. Aven. 206, 352). 6790
— HOT. 3^ Fondi. Derselbe proYidiert den Heinrich Bayler, domherm zu Konstanz, seinen familiären und cubiculaiins, de
nobili genere procreatus, mit einem kanonikat an einer kirche in stadt oder bistum Konst und reserYiert ihm pfrönde,
dignität personat oder officium mit oder ohne seelsorge; hat er diese pfrönde erhalten, so soll er die andere, die er
. inne hat, aufgeben, und die bulle, Yermittelst welcher er im Mainzer oder Speierer bistum kanonikat mit aussicht auf
pfrönde hat kassiert sein. Dat f^dis 3. non. noY., a. 1. — Rom, Tat Arch. (Reg. AYen. ^17, 309^). 6791
1879 okt. 25^ Avignon. Wird von Papst Klemens VH. zum registrator litterarum apostolicarum ernannt Das amt war
vakant durch den tod des Petrus de Chassanliis, archidiaconus Bruxelensis. Heinrich Beyler wird selbst tituliert als
»litterarum apost registrator et familiaris papae«. Dat Aven. 8. käl. nov., a. 2. —> Rom, Vat Arch. (Reg. Aven.
221. 282"). 6792
(Ohne datum). Ist unter papst Klemens VH. registrator und registriert die in die liste der päpstl. kapläne au&u-
nehmenden. Die liste trägt die aufschrift: Sequuntur nomina capellanorum honoris causa de tempore Urbani V.
quam Gregorii XI. et domini modern! Clementis VII. repertomm in registro magistri H. Bayler (Reg. Aven. 238,244).
— Lang, Acta Salzburgo-Aquilejensia 1, nr. 867. 6798
1880 fehr« 10. Domherr zu Konst wird von papst Klemens VH. als gesandter zu herzog Leopold von Österreich
gesandt um mit ihm und allen seinen gesinnungsgenossen ein böndnis zu schließen, und verspricht Ihm im namen
des papstes 120.000 fl. — Kurz, Österreich unter Albrecht HI, 1, 294 beit 39. — reg. Lichnowaiky, Gesch. des
hauses Habsbarg 4 reg. 1491. — erw. MJÖG. 1908, 667; Stufen und Mitt Benediktiner- und ffisterzienser-
Ordens 13 (1892) 31. 45. Ü794
— ang« 16« Avignon. Papst Klemens VH. absolviert den mag. Heinrich Bayler, kleriker Konstanzer bistums, päpstl.
kaplan and cabicularius papae, von allen kirchlichen Zensuren, die er sich dadurch etwa zugezogen hat daß er als
Megmiea d«r BiacliSre tod KonstaDs. m. 2
10
Heinricli Bayler, Bischof YOn Konstanz. 1387
kleriker verschiedenemal sowohl in Italien wie anderwärts an kriegen znm wohle der rOm. kirche teilgenommen hat,
obwohl er niemand tötete, wohl aber einige yerwnndete; and habilitiert ihn außerdem, damit er seine pfrönden
behalten kann. Dat Avin. 17. kaL sepi, a, 2. — Rom, Vai Arch. (Reg. Aven. 224, 420). — erw. Eubel, Pro?i-
siones pi^latomm (Röm. Qnartalschrift 7 (1893) 411 anm. 2. 6795
1381 sept. 1, Arignon. In der Streitsache des Theoderich Last, domherm zn Konst., Konrad yon Oisenheim,
kleriker Mainzer bistnms, Johann yon Gndensberg, chorherm yon St. Johann außerhalb der mauern yon Wflrzburg,
und Friedrich von Schauenburg, yon denen jeder das dekanat der kirche zu Speier, welches durch tod des Eberhard
yon Randeck yakant geworden war, beanspruchte, entscheidet papst Klemens VII., daß keinem yon diesen ein recht
darauf zustehe, weil sie dem Bartholomeus erzb. yon Bari (Urban VI.) anhängen. Er uberträgt deswegen dieses
dekanat dem Heinrich Bailar, domherrn zu Speier, seinem familiären, unbeschadet daß er die pfarrkirche in Hart¬
berg, Salzborger bistums, und die propstei yon St. Paul in Bamberg inne hat. Dat. Ayin. kal. sept., a. 3. — Rom,
Vat Archiy. — erw. Eubel, Prorisiones prälatorum (Röm. Quartalschrift 7 (1893) 41l). 6796
1382 febr. 10. Wird yon papst Klemens VII. als archidiakon von Cambrai bestätigt — erw. Eubel in Röm.
Quartalschriffc 7 (l893) 411 anm. 2. 6797
1385 sept* 5* Wird von papst Klemens VII. als gesandter »ad regnum Franciae et nonnnllas alias partes« be¬
stimmt und den prälaten dieser gegend empfohlen. — erw. Eubel, Provisiones prälatorum (Röm. Quartalschrift 7
(1893) 411). 6798
— HOT* 26) Avignon. Papst Klemens VII. inkorporiert den Karthäusem su kYeiburg die pfarrkirche zu St. Georgen
(Hartkilch) imBreisgan. Dieselben hatten vorgetragen: die gebäulichkeiten des klosters sind zu klein, die einkünfte
zu gering und durch krieg geschmälert Das patronatsrecht der kirche besaß das kloster Marienberg bei Straßbarg,
welches jedoch Klemens VII. nicht anhing. Der papst bestimmt deswegen, daß das patronatsrecht an die Karthaus
zu Freibarg übergehen solle, solange Marienberg dem gegenpapst gehorche. Der bischof von Konstanz, der von
jeder vakanten pfarrkirche deren einkünfte für 1 oder 2 jahre bezieht, solle keinen ansprach auf diese fräcbte er¬
heben können. Dat Avin. 6. kaL dec., a. 8. — Eingerückt in das notariatsinstrument d. d. 1421 märz 4 des Jo¬
hann Club, klerikers Konst bistums, auf ansuchen des Karthäuserpriors Heinrich de Hassia: Karlsruhe (20/129).
— ygl. 1395 mai 14. 6799
Tor 1386.'märz 2* Nach dem tode Mangolds von Brandis wird der bischöfl. hof nach Frei bürg verlegt. — vgl.
Haupt, ZQORh. NF. 5, 290 f. — 1386 mai 30 bestätigt jedoch der generalvikar des b. Nikolaus eine Stiftung in
das münster zu Freibarg (siehe unter b. Nikolaus). Zu beachten ist dabei, daß die stiftungsurkunde bereits aus
dem jahre 1384 stammt und in Straßbarg, nicht Freibarg, datiert ist 6800
1386 märz 2, Freibarg. Der ofßzial des Konst hofes vidimiert auf ersuchen des abtes Diethelm von St Trud¬
pert die urkunde des Gottfried von Staufen d. d. 1370 jan. 5 die vogteirechte zu Britzingen (Britzna) betr. [Act]
sub anno 1386, ind. 9., pontif. Glementis pape VII. a. 8., die 2. mens, marcii; zeugen: mag. Johann von Basel
sonst von Hiltelingen generalprior der Aagustinereremiten, der hl.theologie professor, und Johann vonTunsel, wei¬
land yikar und ofßzial des Konst hofes. — Or. Karlsruhe (l5/24). — reg. ZGORh. 30,379. — erw. Haupt ZGORh.
NF. 5, 291. — Über den Aogustinergeneral Johann von Basel vgl. Eubel, Die Avignon. Obedienz der Mendi¬
kanten Orden (Quellen und Forschungen aus dem Gebiete der Geschichte, herg. von der Görresgesellschaft 1. Bd.
2. Teü). 6801
— märz 2, Freibarg. Derselbe vidimiert die urkunde herzogs Albrecht von Österreich d. d. 1337 aug. 10, die
Privilegien des klosters St Trudpert betr. — Dat wie oben. — Or. Karlsruhe (l5/9). — reg. ZGORh. 30, 380;
ygl. ebenda s. 345. 6802
Heinrich Bayler, Bischof Ton Konstanz.
1387 min 22—1388 Juli 3.
1387 märz 22, Avignon. Papst Klemens VII. an Heinrich, erwählten von Konst Der papst hat sich bei leb-
zeiten des bischofs Mangold die besetzung des bistums reserviert Zur schnellen besotzung desselben providiert er
nun nach dem tode Mangolds den adressaten, archidiakon von Cambrai, päpstl. kaplan und cubicular und registrator
der päpstl. briefe, kleriker (archidiaconus Gameracen., capellanus et cnbicalarius noster ac litterarain apostoUcarum
registrator, clericali dumtaxat caractere insignitus), ausgezeichnet durch Wissenschaft und gute sitte, in geistlichen und
weltlichen dingen erfahren, wie der papst aus eigener erfahrung weiß (prout familiari experientia novimus), mit dem
bistum Konstanz. Dat Avin. 11. kal. apr., a. 9. — Mod. abschr. (Reg. Aven. 251, 8^ Rom). — In gleicher weise
an das kapitel, klerus, volk und Vasallen der diözese sowie an den erzbischof von Mainz« — Seine erhebung auf den
Heinrich Bayler, Bischof Ton Konstanz. 1387—1388.
11
biBcliofstalil geschah auf verwenden des kdnigs von Frankreich nnd dessen vettern and des verstorbenen and jetzigen
berzoga Leopold von Österreich. — Enthalten in 1387 april 13 and 28. —vgl. Haapt, ZGOBh. NF. 6,293. 6803
1887 mbn 24, Avignon. Papst Klemens VII. an Heinrich, erwählten von Konst, seinen familiären. Der papst hat
dem adressaten die gnade verliehen, daß er in Valence, in Di6 (Dien.) and in Carpentras (Carpentoraten,) je ein
benefiziam mit oder ohne seelsorge annehmen ddrfe, deren einkfinfte 1000 fl. nach der alten zehnttaxe nicht flber-
schreiten. Nealich hat er ihn mit dem bistom Konstanz providiert. Da dieses von einem andern besetzt ist, za dessen
vertreibang der adressat große geldmittel bedarf, gestattet ihm der papst mota proprio, daß er alle benefizien be¬
halten dflrfe, welche er znr zeit der Provision mit dem bistam Konst inne hatte, and neae annehmen dürfe, bis er in
den besitz des bistams gelange. Dat Avin. 9. kal. apr., a. 9. — Mod. abschr. (Beg. Tat 298, 45 Born). 6804
— min 25, Avignon. Papst Klemens VII. an Heinrich, erwählten von Konst, seinen familiären. Er hat ihn
mit dem bistam Konst providieii, das von einem andern aaf gnmd einer bolle des Bartholomäos ehemals erzb. von
Bari besetzt ist Da der adressat zar erwerbnng des bistams viele geldmittel bedarf, gestattet ihm der papst mota
proprio, das amt als registrator der päpstl. schreiben and alle anderen benefizien bis zor erwerbnng des bistams bei-
zabehalten, aach wenn er anterdessen die bischofsweihe empfangen würde oder die seit für den empfang derselben
verstrichen sei. Dat Avin. 8. kal. apr., a. 9. — Mod. abschr. (Beg. Vat 298, 73 Born). 6805
— april 13, Avignon. Papst Klemens VII. an bürgermeister and rat der stadt Freibarg. Schon oft bat er ver¬
nommen, wie die stadt ohne rücksicht aaf die gefahren ihm trea anhange, woraos er sieht, daß siekinder des lichtes
sind and nicht in finstemis wandeln. Er ermahnt sie in dieser anhänglichkeit fortzofahren, da der Standhaftigkeit
die glorie verheißen sei. Denn er weiß, daß den schafstall Christi viele wölfe amschleichen and viele wülfinnen der
herde schaden anrichten. Sie sollen daram ihre aogen offen halten. Schon früher hat er aaf den rat des kOnigs Karl
von Frankreich den Heinrich Bayler zam päpstlichen kaplan and cabicalarios gemacht und ihn aaf verwendang des
gen. königs, des verstorbenen herzogs Leopold von Österreich and dessen gleichnamigen sohnes [Leopold IV., der Dicke]
mit dem bistam Konstanz providiert, and zwar hat er ihm seine benefizien and amt in commendam überlassen, damit
er am so besser die rechte der gen. kirche wahren könne. Er befiehlt dem gen. erwählten za gehorchen. Dat Avin.
id. apr., a. 9. — Or. Freibarg, Stadtarch., anter dem tezt: B. Trtpayre; rückseits adresse. — erw.FreibDiüzesan-
arch. 14,240; ZGOBh. NF. 5, 317. 6806
— april 15* Obligiert sich an der apostol. kammer in Avignon zar zahlang des commone serviciam in der höhe
von 2500 fl., die eine hälfte zahlbar innerhalb eines jahres nach der hesitzergreifang des bistams, die
andere hälfte das jahr daraaf. — Mod. abschr. (Obi. 43, 107 Born). 6B07
— april 28, Avignon. Erwählter bischof za Konstanz schreibt an bürgermeister and rat za Freibarg: sie haben
jedenfalls erfahren, wie der verstorbene and der jetzige herzog von Österreich vielfach an den papst and die
kardinäle geschrieben haben, damit ihm das bistam Konstanz übertragen würde. Papst and kardinäle waren willig
diesem gesach nachzakommen, da aach der könig von Frankreich and dessen vettern, deren rat er vor etlichen jahren
war nnd noch ist, ebenfalls papst and kardinäle ersuchten, ihm ein bistam in ihrem lande zn übertragen. Er jedoch
war nicht vnllens das bistam Konstanz za übernehmen, einmal mit rücksicht auf die schalden, die aaf dem bistam
rahen und im hinblick aaf die spaltangen in der Christenheit, da er dem bistam nicht in der weise glaabte behilflich
sein zu können, wie er es mochte. Nach langer zögerung hat er, wie schwer es ihm auch fiel, nachgegeben, besonders
da der papst ilm bei allen seinen ämtem and einkünften belassen wollte, die doch, wie allbekannt, al^ährlich soviel
ertragen, daß er aach ohne des bistams gat einen guten erbaren stat halten and dazu dem bistom zu hilfe kommen kann.
Der papst übertrug ihm deswegen das bistam am 22. märz; er bittet, die von Freibarg sollten sich des bistams an¬
nehmen and die Untertanen anhalten bei der rechten Wahrheit za bleiben, wie es der verstorbene herzog bis in den
tod and auch sie seither gehalten haben. Gescriben ze Avion an dem 28. tag aberellen manodes 1387, von mir Hein¬
rich erwelten bischof ze Costentz. — Or. Freibarg i. B., Stadtarch (Bistam Konsi). — Schreiber, Urkb. der stadt
Freibarg 2, 54 nr. 325. — reg. GFrßOrte. 4, 202. — vgL 1387 april 13 nr. 6806. 6808
— jnni 17, Freibarg. Der generalvikar in spir. »reverendi in Christo patris ac domini domini.. Heinrici electi
confirmati ecclesie Constanciensis« bestätigt mittels transfix die Stiftung der Badolf Statz-pfründe im St. Nikolaos-
chörlein des Freiburger münsters, welche d. d. 1386 juli 31 erfolgt war. Dat et act. in opido Fribnrg, Gonst. dioe.,
1387, 15. kal. mens, ialii, ind. 10. — Or. Freibarg, Münsterarch.; schön erhaltenes Siegel des generalvikariats.
Umschrift: Sigillam vicarii ecclesie Gonst in spiritaalibos et temporalibos. — Die stiftangsarkande mit den lehr¬
reichen Satzungen für den pfründnießer sowie dessen einkünfte gedr. Freiburger Münsterblätter 6 nr. 282. 6809
1388 Juni 3, Avignon. Papst Klemens VII. an den rat der stadt Freibarg. Von mag. Johann von Basel, ge-
neralprior der Augostinereremiten, hat er erfahren, daß sie seine, des papstes, sache tag für tag vertreten. Da nar
die Standhaftigkeit zum ziele führe, ermahnt er sie, dem erwählten Heinrich zar seite za stehen. Über ihre, bitte,
die sie vorgetragen, wird ihnen der gen. magister Johannes näheren aofschloß geben. Dat Avin. 3. non. ionii, a. 10.
2*
12 Heinrich Bajler« Administrator desBistnms Konstanz* 1388—1390.
I
—‘ Or. Freibnrgr» Stadtarch.; rdckseits adresse. — reg. ZQORh. NP. 5» 318. — erw. FreibDidzesanarcb. 14, 241.
6810
1388 juni 15^ Avignon. Wird als erwählter von Konst von papst Siemens VU. znm bischof von Yalence-Diä in
Frankreich ernannt Dat Avin. 17. kal. jnlii, a. 10. — Mod. abscbr. (Reg. Aven. 253, 41 Rom). — vgl. 1388,
iuli 3 nr. 6813. — erw. Eubel, Provisiones praelatomm (Röm. Quartalschrift 7 (1893) 411). 6811
^ jimi 15, Avignon. Papst Klemens VH. überträgt das amt eines registrators litteramm apostoUcaram, anf
das Heinrich damals erwählter von Konst, nnnmehr bischof von Yalence-Diä, resignierte, dem Amedens, kardinal-
diakon von St Maria nuva. Dat Avin. 17. kal. jalii, a. 10. — Mod« abscbr. (Rog. Aven. 254, 71 Rom). 6813
Heinrich Bayler, Administrator des Bistums Konstanz.
1388 jnli 3—U09.
1388 jnli 3) Avignon. Papst Klemens Yll. an Heinrich, erwählten von Yalence-Die, administrator der Konst
kirche. Das bistam Konst ist dadurch erledigt, daß der papst den adressaten als bischof von Konst nach Yalence-
Diä transferierte. Er überträgt ihm das bistam Konst in commendam auf lebenszeit in spiritaalibas et temporalibos.
Dat Avin. 5. non jnlii, a. 10. — Mod. abscbr. (Reg. Aven. 253, 35^ Rom). — In gleicher weise an das kapitel,
klerns, volk and vasallen des bistams sowie an den erzbischof von Mainz, an letzteren anter dem datum jnli 20
(13. kal. ang. a. lo). — erw. Enbel, Provisiones praelatomm (Röm. Qnartalscbrift 7 (1883) 411). 6813
1389/90« Ist als bischof von Yalence cnbicnlarins pape. — erw. Chartnlarinm Parisiense 3, 668 nr. 1681. 6814
1389 febr« 21, Avignon. Papst Klemens YII. an bürgermeiser und rat der stadt Freibarg. Er hat ihnen schon
früher geschrieben, warom er den erwählten Heinrich mit dem bistnm Yalence (Yalentinen.) pro vidiert hat, damit
er nämlich die Konstanzer kircbe^ die er ihm in commendam übertragen habe, besser erlangen und deren rechte ver¬
teidigen künne; er bittet sie, ihm znr er'werbnng gegen den introsns von Konstanz and dessen anhang behilflich zn
sein. Obwohl er erfahren, daß sie ihm tren anbangen, ersncht er sie darin festznhalton, worüber er ihnen dnrch Jo¬
hann [von Hiltelingen] den erwählten von Lombös (Lombarien., Frankreich) mündlich anfschlnß geben wird, vor
allem anch in der angelegenheit des Johann, des sohnes des Bartholomäus Barchman [Barthman?], ihres mitbür-
gers. Dat Avin. 9. kal. marcii, a. 11. — Or. Freibarg, Stadtarch.; rückseits adresse. — erw. FreibDiüzesanarch.
14, 241; Hanpt, ZGORh. NF. 5, 318. 6815
— mal 25, Freibarg. Der generalvikar in spir. »Heinrici administratoris ot gabernatoris perpetai ecclesie Const«
beauftragt den dekan und kammerer des dekanats Freibarg, den priester Johann Sigg, der ihm von Konrad Statz
bürgermeister, Franz Stehelli fabrikpfleger der Pfarrkirche, and Burkhard Scherer spitalmeister za Freibarg prä¬
sentiert worden war, anf die Nikolaus Ungehürpfründe auf dem Peter und Paalsaltar im neuen chore der Freiburger
Pfarrkirche einzuweisen. Dat. Fribargi 1389, 8. kal iunii, ind. 13. — Or. Freibarg, Münsterarch. — reg. Frei¬
burger Münsterblätter 6 nr. 292. 6816
— sept« 6, Avignon. Papst Klemens YH. inkorporiert dem stifte Beromünster, das im kriege der Schweizer großen
schaden gelitten, die p&rrkirchen von Neadorf and Hegglingen ihres patronats [einkünfte nicht angegeben]. Dat
Avin. 8. id. sept, a. 11. — Or. Beromünster, Stiftsarch.; unter dem bag links: taxe 22. O. Perfecti — exped, 2,
non. oct a. 12. R. de Volle; rechts: Jo. de NeapoU; auf dem bag rechts: H. de Monte vj; rückseits R. darin G,
1388 jan. 18 (Zürich) verzichten Radolf von Gandershoven, leutpriester zu St Peter in Zürich, und ritter Johann
von Trostberg im auftrage des Radolf von Trostberg, domdekan zu Chur und kirchherr von Neudorf, auf die pfarrei
Neadorf, welche die herzoge Radolf, Leopold and Albrecht von Österreich dem stift Beromünster geschenkt haben,
um sie för erlittenen kriegsschaden zu entschädigen. Unter strafe von 200 goldgnlden sollen sie die verzichtleistang
bei dem bischof von Konst bewirken. Geben Zürich an dem nechsten samstag n.[s. Hylarientag 1388.— Or. Bero¬
münster, Stiftsarch. (fase. 30). — Die gen. Sachwalter worden von Radolf von Trostberg bestellt d. d. 1387
sept 15. (Or. ebenda fase. 30). — 1415 jani 26 verzichtet priester Radolf Rinwin, kirchherr za Hegglingen, auf
diese pfarrei: Notariatsinstr. des Johann Has von Bremgarten, (ebenda fase. 33). — vgl 1401 april 7. ^17
1390 min 17, Freibarg. Der generalvikar in spir. Heinrichs bischofs von Yalence (Yalentinen.), administrators
und ständigen gnbemators der Konst kirche, bestätigt mittelst transfix 'die stiftang | einer priosterpfründe'aaf den
Liebfraaen- und Dreikünigaltar im Fraaenmünster za Neuenbarg, welche durch Mechtild Hüpler mit Zustimmung des
Wemher Schimpf kirchherm zu Neaenburg, des Johann Medler Schultheißen daselbst und des sohnes der stifterin
Radin Hüpler mit 300 fl. hauptgut and 20 fl. zins d. d. 1390 febr. 26 (sambstag nach s. Mathis tag 1390) erfolgt
war. Dat Fribargi 1390,16. kal aprilis, ind. 13. — Or, Neuenbarg, Pfarrarch.; rückseits oben sparen oinos kleinen
Siegels, 6818
üeinricli Bayler, Administrator des Bistums Konstanz. 1890—1391. 18
IS90 mal 27^ ATignon. Papst Klemens YU. entbindet den Heinrich bischof ?on Yalence-Did TOn diesem bistnm und
überträgt ihm das Yon Alet, welches durch transferiemng des bischofs Bobert von Alet nach Conserans Takant ge¬
worden. Dat, Arin. 6 . kaL innii, a. 12 . — Mod. abschr. (Reg. Aren. 261, 96 Born). — erw. Enbel (Bdm. Qnartal-
schiift 7 (1893) 412). Ober die bischOfe Yon Alet Ygl. Gallia christiana 6 , 273 (Yielfach falsch. Die reihen-
folge richtig bei Enb^ Hierarcbia 2 ). 6819
— Juni 15^ Avignon. Papst Klemens Yll. an bürgermeister und rat dor stadt Freiburg. Er dankt ihnen für das
seitherige treue fosthalten und bittet sie, darin zu Yerharren. Sie sollen mithelfen, das ungehorsame Yolk zum gehorsam
suiückzofdhren und Yor allem die geistlichen des bistums Konstanz, welche dem Heinrich bischof Yon Yalence und
administrator Yon Konstanz anhangen, beschützen, damit me nicht Yon dem intmsus Yon Konstanz belästigt würden.
Dat Atin. 17. kal iulii, a. 12 . — Or. Freiburg, Stadtarch.; rückseits adresse. — reg. ZGOBb. KF. 5 , 318. —
erw. FreibDiözesanarch. 14, 241. ^20
— ang. 69 Freiburg. Der generalrikar in spir« bischof Heinrichs Yon Alet (episc. [Electensis administratorisque
et perpetd gubematoris eccl. Consi) bestätigt die Yergabnng des kirchensatzes zu Deitingen (Teittingen) und des
halben kirchensatzes zu Madiswil (Madiswile) durch Rudolf yod Arburg und Anflisa seine ehefrau an das durch
krieg schwer geschädigte kloster St. Urban. Dat et aci in opido Friburg 1390, 8 . id. aug., ind. 13. — Cop.
18. Jahrh. in Balthasars acta s. Urbani III, 332 (Staatsarch. Luzern). — reg. ArgOYia 29 (1901) 85]nach3or.
Solothurn, Staatsarch., das 1909 nicht gefunden wurde. — Ygl. folgende nr. 6821
— sept 26, Avignon. Heinrich, bischof von Alet, »administrator'^et gubemator perpetuus ecclesie Consi«, inkor¬
poriert dem kloster St. Urban im Aargau, dem das patronatsrecht üW die kirche zu Deitingen (Teittingen) zustehi
die letzt genannte kirche unter Yorbehalt der bischöflichen rechte. .Der pfanrikar soll jährlich Yon den einkünften
6 m. erhalten. Dai Arin. 1390, die 20 . mens, sepi, ind. 13. — Abschr. Schwarzbuch fol 202 : Xnzem, Staats¬
arch. — Balthasars Acta S. Urbani III, 336[ff. ebenda. — reg. ArgoYia 29, 85 nach or. Solothurn, Staatsarch.
(1909 nicht gefunden); Solothumer Wochenblatt 1826 S. 207. — 1390 oki 26 genehmig^ Klemens YH'diese
Inkorporation (Argoria 29, 86 ). — YgL Yorhergehende nr. 6822
— des. 12. Bischof Yon Alet und cubicularius des papstes erhält in^ anbetracht seiner treuen[|dien 8 te von papst
Klemens YU. geschenkweise ein haus zu AYignon, samt allen beweglichen und unbeweglichen gfltem, welche Jo¬
hann Yon Altstetten gen. Yon KalchOYen, domherr zu Konst, der neulich am päpstl hofe zu AYignon ,starb, hinter¬
lassen, und über welche die aposi kammer kraft Spolienrechtes zu verfugen hat — erw. Enbel in Böm. Qnartalschrift
8 (1894) 266 anm. 1 nach Beg. Aven. 64 de indultis quai 9."f. 365 Born. 6828
— doz* 80, Freiburg. Der generalvikar in spir. et temp. Heinrichs, ständigen administrators der Konst kirche,
bestätigt mittelst transfix die Stiftung einer fruhmesse auf dem muttergottesaltar im Allerheiligenkloster zu Frei-
bnrg, welche durch Konrad von Biengen und die beiden Nikolaus gen. Messerer als testamentsvoUstrecker des Hein¬
rich Sarwnrker d. d. 1389 dez. 20 (1389, 13. kal. ian., ind. 12.) mit Zustimmung des Freiburger kirchherm Gott¬
fried erfolgt war. Sigillnm nostri vicariatus^presenti nostro transfixo dnximus appendendum. Dat. Fribnrgi 1390,
3 . kal. ian., ind. 13. — Or. Freiburg, Stadtarch. (Sarwürker Seelgerät); schön erhaltenes vikariatssiegel, stehende
madonna mit dem Jesuskind; Umschrift: Sigillum vicarii ecclesie Gonst in spiritualibus et temporalibns. 6824
1891 m&rz 1, Freibnrg. Der generalvikar b. Heinrichs von Alet administrators von Konst., bekundet dafi er
von abt Ulrich von St Urban für die inkorporaüon der pfarrkirche in Deitingen (Teittingen [vgL 1390 sept 26]
und deren ersten früchte befriedigt worden ist und quittiert im namen b. Heinrichs. Dat Fryburgi sub sigillo nostri
vicariatus 1391, kal. marcii, ind. 14. — Luzern, Staatsarch. (Schwarzbuch, bl. 204). 6825
— mirz 17, Freibnrg. Hartman von Bubenberg, generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet und ad¬
ministrators der Konst kirche, verpfiiehtet den Nikolaus Luntz, kaplan der muttergottespfründe im armenspital zu
Freiburg, daß er neben dieser pfrunde keine andere pfrunde'annehmen dürfe. Acta sunt 1391, ind. 14., die 17.
mens, martii in domo habitationis nostre sita in oppido Friburgen. nunenpata ad aureum Yalkonem [zum goldenen
frdken]; zeugen: Johann von Tunsei domherr zu Chur, Gottfried Meier (YiUicns) kirchherr zu Freiburg,* Johann gen.
Marder priester, und Konrad von Straßburg ehemals schöffenmeister der stadt Freiburg. — erw. in urkunde 1400
mai 28 nr. 6882. — reg. Freiburger Münsterblätter 6 , 70 nr. 303. 6826
— april 28, Freiburg. Der offizial des Konst hofes verlängert mit bezug auf ein ladungsschreiben d. d. 1391
april 20 in der Untersuchung gegen Heinrich gen. Gutheinrich den termin auf mai 1 2. (feria 6 . ante festum^Fente-
costen.). Dat Fribnrgi 1391, feria 6 . post festnm s. Georii episcopi, ind. 14. — Or. lYeiburg, Stadtarch. — vgl.
nr. 6909. 6827
— mai 29, ATignoil« Heinrich bischof von Alet und ständiger administrator von Konstanz bestätigt im aüftrage
des papstes Klemens YII. die wähl des abtes von St Blasien. Dat Avin. in palacio apost die Inne 29. mens, maii
1391, ind. 14., pontif. Clementis pape YIL a. 13. — erw. in urkunde 1405 aug. 11 (b. Markward). 6828
14 HeinrichBayler,AdministratordesBistninsKonstanz. 1391—1392.
1B91 jnni 5, Freibnrg. Der generaWikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, administrators Ton Konstanz, bo-
stiktigt nachfolgende Stiftung: 1391 april 1. Anna von Schwarzach, weiland Hermanns yon Schwarzach eliche
frao, stiftet für einen weltpriester eine ewige messe auf den Katharinen- oder s. Stefansaltar im kloster Salzburg
unter gen. bedingungen. Nach ihrem tode soll der jahrtag mit yigil und 2 messen gefeiert werden, außerdem sollen
5 arme yon dem leutpriester mit einem male gespeist werden.—Dat. Friburgi 1391, die 5. mens, iunii, ind. 14.—
2 Orr. Karlsruhe (21/409). Im stiftungsbrief ist an der stelle, wo der bischof yon Konst, genannt wird eine rasur.
Im transfix beurkundet deswegen der generalyikar, daß diese rasur aus irrtum notwendig wurde (non ex yicio sed
errore). Siegelumschrift :'yicarius episcopi Const in spiritualibus et temporalibus. 6829
— Juli 29, Ayignon. Papst Klemens YIL gibt dem abt Johann yon St Blasien die erlaubnis, 20 personen
20 kirchliche pfründen mit oder ohne seelsorge zu yerleihen, welche zur kollatur des klosters gehören. Über die
yerleihung ist die apost. kammer bezw. der kollektor in kenntnis zu setzen. Dai Ayio. 4. kal. aug.,a. 13. »Per-
sonam tuamt. — Or. Karlsruhe (St. Blasien); unter dem bug links: taxe 98. P. Dumas. Exped, 9. kal. tunfi o® 14.
R. ds Volle; unter dem bug rechts: Jo. de Neapdi; auf dem bug rechts: Gratis in huUa de mandato d. n. pape.
Hi de Monte; rückseits: P. rechts Ä. 6830
— Juli 29« Derselbe erteilt demselben das priyileg der pontifikalien. Dat wie oben. »Exposcit toe deyotionisc.—
Or. ebenda; unter dem bug links: taxe 32. P. Dwnas; unter dem bug rechts: Jo. de Neapoti; auf dem bug.:
H, de Monte jjj; rückseits B. und mitte yerblaßter yermerk. 6831
— Juli 29. Derselbe erteilt demselben die erlaubnis, die niederen weihen erteilen zukünnen. Dai wie oben. »Perso-
nam tuam«. — Or. ebenda: unter dem bug links; taxe 15. P. Dumas; rechts unter dem bug: Jo, de Napoli; auf
dem bng: Siffredus j; rückseits R. und yerblaßter yermerk. 6832
— Juli 29. Derselbe erteilt demselben die erlaubnis kelche, gewänder und andere kirchliche geriete zu weihen. Dai
wie oben. — Or. ebenda; unter dem bng links: taxe 10. P. Dumas; rechts unter dem bug: Jo.de Napoli; darauf:
H, de Monte. Bückseits R. und verblaßter vermerk. 6833
— dex. 29, Ayignon. Derselbe an den bischof Johann [von Hiltalingen] zu LombOs und den ofßzial zu Konstanz:
Bernhard markgraf von Baden hat sich mit Margaret von Hohenberg verheiratet, obwohl das hindemis der bluts-
yerwandschaft und der schwägerschaft entgegenstand. Die adressaten werden beauftragt, die ehe als ungültig zu
erklären und beiden die Scheidung zu erlauben. Dai Avin 4. kaL ian., a. 14. — Schüpfiin, Historia Zaringo-Ba-
densis, 5, 533. — erw. Haupt, ZGOBh. NP. 5, 297 anm. 6834
1392 april 1, Avignon. Heinrich, b. von Alet und der Konsi kirche ständiger administrator, teilt im anftrage
papst Klemens YIL dem Nikolaus von Schamachtal, edelknecht Konsi bistums, mit, daß der papst ihm gestatte,
mit 3 begleitem eine Pilgerreise ins heilige land zu machen, ungeachtet aller entgegenstehenden verböte und unter
der bedingung, den feinden des christlichen glaubens nichts znzutrageu, was diesen forderlich sein konnte. Dai Avin.
in palatio ... die 1. mens, apr., 15. ind., a. 1392, pontif. prefati domini nostri pape a. 14. — Or. Bern, Staatsarch.
(Bern) beschädigt; rückseits: P. Oarnerij. Hier nach abschrift von Prof. Türler, Bern. 6835
— mal 12, Avignon. Papst Klemens YIL inkorporiert dem kloster Si Blasien, das Urban YI. und Bonifaz IX.
nicht anhängen will und deswegen vielen schaden aaszustehen hai die pfarrkirchen zu Plochingen und Buit (Bu^).
Dai Avin. 4. id. maii, a. 14. ^— Or. Karlsruhe (Si Blasien); unter dem bug links: taxe 30. P. Dumas, Exped, 8,
kal iunii a. 14, H. de Spina; unter dem bug rechts: Jo. de NeapcU; auf dem bug: Bindo of. Bückseits nichts.
6836
— mal 14, Avignon. Papst Klemens YIL schreibt an den prior und konvent des Karthäuserklosters Si Johann
bei Preiburg: er hat ihnen die pfarrkirche Si Georgen (Hartkilch) im Breisgau, deren patronatsrecht dem kloster
Marieuberg bei Straßbuig gehörte, inkorporiert mit der bedingung, daß das präsentationsrecht des ständigen yikars
ihnen zustehe, solange Marienbeig sich der päpstl. obedieuz entziehe, jedoch wieder an letztere zurückfalle, wenn
diese zur obedienz zurückkehren. Da die Karthaus bei Preiburg in der ausübung des präsentationsrechtes Schwierig¬
keiten befärchtet, bittet sie das präsentationsreclit auf ein dem päpstL stähle treu ergebenes kloster übertragen zu
dürfen. Der papst bewilligt dies. Dai Avin. 2. id. maii, a. 14. — Or. Karlsruhe (20|l29); unter dem bug links:
taxe 20. Dumas 9; darunter: Exp, 17, kal maii a. 16. R, de Vaüe; unter dem bug rechts: Jo, de Neapoli; auf
dem bug: P. de Estionnioj; rückseits: R, b, — vgl 1385 nov. 26; 1402 sepi 19 und 1428 märz 10. 6837
— des. 22, LangenthaL Hermann, bischof von Castoria, generalyikar in poni des bischofs Heinrich von Alet
* (Electensia) und administrator perpetuus der Konsi kirche, bekundet, daß er 1392 dez. 22 (mens. dec. dominica
4. adventus) in Langenthal (Langenton) die kirche neu geweiht und den altar zu ehren des herm und erlOsors Jesus
Christas, seiner mutter, des hL Geoig usw. geweiht hat, legt die kirchweihe auf sonntag nach Johann d. T. und
erteilt ablaß (40 dies criminalinm et annum vonialiam). Dai et act. wie oben. — Or. Luzern, Staatsarch. (Si Urban
fase. 28, Langenthal 9l). 6838
Heinricli Bayler, Administrator desBistums Konstanz.1393—1894. 15
IMS mal 5, Kenenbnrg. Der generalvikar in spir. et tem]). des bischofs Heinrich yon Alet, administrators und
st&ndigen gnbomaiors der Konst, kirche, bestätigt auf ansnchen des in Straßbarg wohnenden mag. Konrad Münz¬
meistor von Freibarg, magistors in medicina, des Radolf von Reinach insiegler des Straßbarger liofes, and Nikolaas
Schrüters von Freibarg bürgers za Straßbarg, als testamentsvollstrecker des Kaiizo gen. von Straßbarg, einst kaaf-
mann von Freibarg, die von letzterem zam Seelenheil seiner verstorbenen Fran Elsina Nnsplinger d. d. 1393 april
29 gestiftete priesterpfrflnde anf dem altar der Maria Magdalenenkapelle in der pfarrkirche za Freibarg, za der
der Freibniger kirchherr Gottfried Meier seine zostimmong erteilt hatte. Dai in Novocastro 1393, 3. non. maii,
ind. 1. — Or. Freibaig, Münsterarch.; der stiftongsbrief ebenda. — Der stiftongsbrief gedr. Freibarger Münster-
blätter 6 nr. 311. 6889
— sept. 7. Graf Eonrad von Freibarg, landgraf im Breisgaa, verleibt den kirchensatz za Reathe (Raty) dem Wolt
von Gerschnegge, seinem diener, für sich and seine nachkommen. Anf bitten des gen. Wolf besetzt der aassteller die
kirche mit Klaas Züricher, priester, anf lebenszeit. Geben an ünser lieben frowen Übende als si gebom wart 1393.
— Or. Karlsrahe (21/351). 6840
— HOT. 26, Neaenbarg. Der generalvikar in spir. et temp. des bischofs Heinrich von Alet, administrators and
stiüadigen gabemators der Konst kirche, bestätigt der priorin and dem konvent der sanunlong in Aaraa, welche nach
der Angnstiner regel leben, daß sie in ihre sammlnng eine kapelle errichtet and eine priesterpfründe gestiftet
haben. Radolf Meier von Hägglingen, kirchherr von Sahr, sowie dessen Vorgänger Rüdiger Schaltheiß von Lenzbarg
hatten daza ihre zostimmong gegeben. Die von ersterem mit der sammlang abgeschlossene vereinbarang wegen
der oblationen soll eingehalten werden; das präsentationsrecht des jeweiligen pfründnießers besitzt die sammlang.
Die geistliche leitang des klosters soll jedoch nach wie vor den Predigerbrüderii von Zürich zastehen. Die von den
herzogon von Österreich gegebenen Privilegien werden bestätigt Dat. in Novocastro 1393, 6. kal. dec., ind. 1. —
Or. Aaraa, Stadtarch. (nr. 194). — Urkb. der stadt Aaraa nr. 187; ebenda nr. 186 die bittschrift des Radolf
Meier, kirchherm von Sahr, an den bischof Heinricb von Alet d. d. 1393 jnli 28. — reg. Argovia 25, 33. 6841
1894 Jan. 17, Neaenbarg. Der generalvikar in spir. des bischofs von Alet administrators and ständigen gnber-
nators der Konst kirche, bearkondet daß gemäß der dnrch den kardinallegaten Wilhelm vollzogenen inkorporierong
der Pfarrkirche za Wyhl in das kloster St. Märgen, der jetzige kirchherr Nikolaas gen. Salzmann anf gen. pfEurr-
kirche resignierte. Anf bitten bestimmt er non das einkommen des ständigen vikars dabin: derselbe soll von den
früchten der kirche jährlich erhalten 25 scheffel getreide, 12 scheffel gerate, 8 sanm wein, die oblationes and remedia.
Dat in Nüwenborg 1394, 16. kal. febr., ind. 2. — Gleicbz. abschr. Karlsrahe (13/24). 6842
— febr. 28. Johann von Tonsel (Tonsol), weiland vikar and offizial von Konst, stiftet nach seinem tode 16 mnt
roggen gülte ab seinem hof zu Krotzingen, den er von Eis Erepsin von Salzbarg gekaoft hat &a seine jahrzeit za
Tonsel and zwar sollen 3 mat die priester erhalten, welche in Tansel seine jahrzeit begehen and 3 mat die armen.
Ab dem gleichen hofe geben 10 scheffel weizen für eine jahrzeit, die er im kloster St. Tradpert gestiftet hat Geben
1394 an dem nehsten samstag nach s. Mathys tag des hL zwelfbotten. — Or. Karlsrahe (15/38). 6848
— mftrz 18, Neaenbarg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet ständigen administrators der
Konst, kirche, erteilt dem abt Johann von St Märgen die erlanbnis in dem kloster Allerheiligen za Freibafg,
das St Märgen einverleibt ist einen neaen altar za errichten. Dat in Nüwenborg 1394, 3. id. martii, ind. 2. —
Or. Karlsrahe (l3/14j; schönes Siegel des generalvikars. Rückseits sj>aren eines roten ringsiegeis. 6844
— april 3, Neaenbarg. Der generalvikar in spir. des b. Heinrich von Alet, administrators and stiindigen gaber-
nators der Konst kirche, arkandet: nach dem tod des Heinrich von Babendorf präsentierte abt Johann von St Bla¬
sien aaf die pfarrkirche Tüllingen (Talligkon) den priester Franz Heninger als ständigen vikar. Da darch nach-
lässigkeit der früheren äbte and bischöfe von Konst, die kongraa derselben nicht festgesetzt warde, bestimmt der
aassteiler: der ständige vikar erhält die kleinzehnten, alle comparaciones, oblationes, anniversaria and mortoaria,
aaßerdem 14 viertel speit 4 viertel hülsenfirüchte, 8 viertel hafer Rheinfelder maßes and 14 saam wein von den zehnten
der kirche; die abtei dagegen soll dem vikar das pfarrhaas baaen and die bischöfL abgaben entrichten. Dat in Novo¬
castro 1394,3. die mens, apr., ind. 2. — Or. Karlsrabe (St Blasien). 6845
— April 4, Neaenbarg. Heinrich von Krenkingen, generalvikar in spir. et temp. des bischofö Heinrich von Alet
administrators and gabemators der Konst, kirche, gibt aaf bitten des abtes Johann and des konvents von St Bla¬
sien eine abschrift der balle papst Cölestin lU. d. d. 1197 april 15 (Dat Lateran. 17. kal. maii, a. 7), and bischofs
Hermann d. d. 1189 joni 29 (Regg. Const 1 nr. 1111). Dat et act in opido Novicastri 4. die mens. apr. 1394,
pontif. Clementis pape YII. a. 16. — Notariatsinstrament des Nikolaas Schilling, klenker Konst bistams, öff.
päpst notar: Karlsrahe (St Blasien). Rückseits: SigiUetur Johannes Payger loeumtenens [ist kirchherr za Freibarg].
Es hängt das sieget des generalvikars. — Kopb. 1177 (673), 374 Karlsrahe. 6846
— nOT* 18* Papst Benedikt Xin. inkorporiert dem kloster Säckingen die pfarrkirche za Schwörstatt — erw. in
1395 ang. 1 nr. 6850. . 6847
16 Heinrich Bayler, Administrator des Bistums l[onstanz* 1S95—1^?.
1395 mai 27. Hemridi bischof ?oii Alet und s^diger administrätor der Konst Kirche bestellt für das bistnm Alet
den abt von St Polykarp im bistnm Narbonne zu seinem generalvikar. — erw. Gallia christiana 6, 276. 6848
— jnni 7. Hermann bischof von Castoria» vicarins in pont Heinrichs bischofs von Alet nnd ständigen administratora
von Konst, benrknndet daß er 1395 ioni 7 im dorfe Madiswü (Madeswilre) einen altar anf der linken seite der
dortigen kirche zn ehren nnseres herm, der hl. Katharina nsw. geweiht hat Er setzt den weihetag anf sonntag vor
der fronleichnamsoktav nnd erteilt 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat et act (1395, in mense innii die 7., ind. 3.)
— Or. Beromftnster, Stiftsarch. (fase. 58). . 6849
— ang. 1. Nikolaus Wünschof, Cffentl. kaia. notar, benrknndet daß an geh. tage Klaranna von Hohenklingen äb-
tiaain zn Säckingen, sowie Margaretha von Altenklingen kdsterin, nnd Johanna von Hohenklingen kellerin daselbst
nach der resignation des letzten kirchherm Hartmann Mdnch von der ihnen inkorporierten kirche zn SchwOrstatt
besitz genommen haben. Acta snnt hec.1395, ind. 3., pont Benedicti XHI. a. 1., die 1. mens. ang. Zengen: Albert
von Schßnan sonst Hümß sowie die kirchherren: Konrad Mönch in Lanfenbnrg (Löffenberg), Nikolans von Rhein-
felden in Frick, Bnrkhard Bösseier in Bheinsnlz. Die inkorporation erfolgte dnreh Benedikt XIIL 1394 nov. 13
(id. nov., a. l). — Or. Karlsmhe (16/82). 6850
1396 mai 26, Schaffhansen. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet ständigen administra-
tors von Konst, entscheidet einen streit zwischen Friedrich gen. Fischer sUindigem vikar der pfarrkirche Meris-
hansen (Mörishnsen) einer- nnd Nikolans gen. Ett von Merishansen spitalmeister zn Schaff hausen anderseits dahin:
Friedrich ist verpflichtet die pfarrangehörigen zn Niederbargen (Nidrabargen) als richtiger lentpriester zn pasto-
' rieren nnd daselbst alle 8 tage wenigstens eine heilige messe zn lesen; dafür hat er das nutznießnngsrecht einer wiese
da^lbst, anßerdem mnß ihm der spitalmeister jährL 2 malter weizen Schaffhauser maßes zuweisen. In testimoninm
omninm ... nos vicarins predietns presentes litteras signeto nostro solito et consueto signavimns X^ckseits sind
spuren eines Siegels] et in maiorem evidenciam ac robnr efficacins eornndem ipsas litteras sigillo dilecti .. Petri
plebani in Scafnssa sigiliari mandavimns, ex qno sigillnm offlcii vicariatns nostri ad presens penas (!) nos non ha-
bnimns. Dat. et act Scaffhse 1396, 7. kal innii, ind. 4. — Or. Schaffhansen, Stadtarch. — reg. ürknndenregister
für den Kanton Schaff hansen nr. 1328. 6851
— Juli 3, Winterthur. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet ständigen administrators der
Konst, kirche, bestätigt die Stiftung nnd bewidmnng der pfründe anf den altar des hl. Antonius in'der pfarrkirche
Winterthur, welche durch Johann Stainkeler selig, bürger zn Winterthur, erfolgt war, , wie Ulrich Altdorf, priester
Konst bistnms, der von schnltheißhnd rat anf die genannte pfründe präsentiert worden war, durch Urkunde vorwies.
Dat et act in Wibtertnr die 3. mens, jnlii, pontif. Benedicti pape XIII. a. 2. — Or. Winterthur, Stadtarch. mit
schön erhaltenem Siegel des vikars; Umschrift: Sigillnm vicarii ecclesieConst.inspiritnalibnsettemporalibns; rück-
seits der urkunde spuren eines siegeis. — Kopb. ¥,60 ebenda. 6852
1397 jan. 2* Johann Payer, vikar in geisÜ. Sachen des b. Heinrich von Alet nnd Verwesers des bistnms Konst, als
gemeiner mann entscheidet mit Johann Yeßler priester nnd andern gen. schiedsleuten von Schaff hansen, daß die nach-
lassenschaft der Schwester Cecilia gen. imSew zuHüflngen, welche leibeigene des klosters St. Blasien war nnd ,onch
aih antragende hand, die man nempt hagstoltz*, dem kloster zngehört nnd daß die ansprüche des Heinrich Keller gen.
Hallaner von Hüflngen abznweisen sind. Geben an zinstag nach dem ingenden jar 1397.— Or. Karlsmhe (St Bla¬
sien) ; Siegel des generalvikars gut erhalten. 6858
— Jan* 17, Zoflngen. Der vikar des bischofs Heinrich von Alet ständigen administrators der Konst, kirche, ge¬
währt der priorin nnd dem konvent der Sammlung in Aarau das begräbnisrecht anf dem friedhof bei ihrer kapelle
sowie in derselben. Der kirchherr von Snhr, Bndolf Meier von HäggUngen, hatte mündlich um diese Vergünstigung
naebgesneht Die leichen derjenigen, welche bei dem gen. kloster begraben werden wollen, müssen jedoch zuerst in
die pfarrkirche gebracht und der 4. teil der begräbnisgeböhren nnd Opfer an die pfarrkirche abgeliofert werden.
Dat in Zovingen snb sigillo nostri vicariatns die 17. mens, iannarii 1397, ind. 5. — Ör. Aarau, Stadtarch. (nr. 211).
^ — Ürkb. Aarau nr. 198; vgl ebenda nr. 196 die bestätignng durch herzog Leopold von Österreich d. d. 1396
okt 21. — reg. Argovia 25, 37 nr. 32. — erw. Haupt, ZGORh. NP. 5, 296. 6854
• — mftrz 16, Ensisheim. Herzog Leopold von Österreich befiehlt allen landvögten, amptlouten nnd Untertanen in
Stadt nnd land, daß sie die geistlichkeit welche znr Avlgnonesischen obedienz hält nicht daran hindern, die abgaben
auch an den von Avignon abhängigen bischof zn entrichten. Die stelle lautet: ,wir empfelben üch gar ernstlich:
was pfaffheit hie in disen ünsem landen gen Avion geloubent und dem byschoff in des bystnm si gehöront sin
reht geriht haben oder noch rihten werdent ob dieselb pfaffheit von yemant dar ninb angoreicht nnd bekümbret
wurden, das ir des niht gestattent in dhein wise und in des vor sint von ünsem wegen, wan üns dnncket, wa ietweder
teil hin gelöbet, das er billich da selbshiii sin zins nnd byschof reht der er gebunden ist riht^ Geben ze Ensißheim
an fritag vor Reminiscere 1397. — einger. in 1898 des. 16 nr. 6871. — Neugart Cod. dlpl 2, 482. — erw.
. Haupt ZGORh. NF. 5, 297. 6855
Heinrich Baylcr, Adiiiiiiistrator dos Bistums Konstanz. 1397. 1
lt97 mllrz 18. Hermann Bischof von Castoria, weihbiscbof des biscbofs Heinrich von Alet und sündigen administra-
tors von Konstanz, benrknudet, daß er friedbof und kapelle der Sammlung in Aaran geweiht hat und erteilt nunmehr
den besnchem der gen. kapelle fdr bestimmte tage 40 bezw. 100 tage ablaO. Dat 15.kal. apr. 1397. — Or. Aarau,
Btadtarch. nr. 212. — Ukb. Aarau nr. 199. 6856
— aprtl 5, Avignon. Heinrich »dei et apost. sedis gratis ep. Electensis, administrator perpetuus ecl. Consic
schreibt an die dekanc und kkmmorer der dekanate Freiburg,Endingen, Breisach,Keuenburg und Wiesental: da ein¬
zelne Personen gen. dekanate mit der Zahlung der konsolationen, bei denen fdr jede mark 3 U stebler gangbarer
münze entrichtet werden, im rückstand sind, befreit er sie in anbetracht der dienste, die sie dem bischof geleistet, und
der treuen anhängerschaft an Klemens VIl. und Benedikt XIII., sowie wegen der venninderung der benefizialMchte
von der Zahlung der rfickständigen konsolationen, unter der Bedingung, daß sie künftig pünktlich bezahlen. — Dat.
Avin. die 5. mens. apr. a. 1397, pontif. Benedicti pape Xlll. a. 3., sub appensione ,sigilli nostri, quo utebamur,
dum Consi ecclesie predicte praeeramns et cuius regimen obtinemus*. — Abschr. Zürich Staatsarch. (WII 12 p. 7).
6857
— ang. 28, Botweil. Vor dem generalvikar des Bischofs Heinrich von Alet und ständigen administrators der
Konst, kirche verspricht der vom abt Johann von St. Blasien neu präsentierte ständige vikar Heinrich de Tolda in
Botweil a.K., wälurönd des kirchlichen schismas und darnach sich an den abt zu halten und mit der taxierten pfründe
in Botweil zufrieden zu sein. Zeugen: magister Johannes Graecus vicarius ecclesiae in inferiori Eggenheim, Hart¬
mann Hentschiken vicarius ecclesiae in Birtclskirch, Hainricus Süpfli in Bnrgheim, Ulricns Ulrici a Botweil et Ki-
colaus Klairer notarius. Dat. in Botwil 1397, die 22. mens, aug., ind. 5. — reg. ZGOBh. NF. 20 ml 39 nach or.
Oberrotweil (von Gleichensteinsches Archiv). — abschr. Haidsche Kollektaneen: Freiburg, Erzb. Archiv. — Kopb.
1194, 269^ Karlsruhe mit datum aug. 20. — vgl. 1397 sepi 8 nr. 6862. 6858
— aug. 22, Botweil. Der generalvikar in spir. b. Heinrichs von Alet ständigen administrators von Konst, beur¬
kundet, daß Johann, abt von St Blasien, die urkunde bischof Ulrichs von Konstanz [Begg. Consi nr. 4992], wo¬
durch dieser dem kloster St Blasien die pfarrkircbe zu Botweil a. Kaiserstuhl inkorporierte, samt den bestätigungs¬
urkunden des Philipp, b. von Cavaillon (ep. Cavallicen), apost legaten, und des kardinals Wilhelm de Celiomonte
vorgewiesen hat Die kirche ist durch tod des kirchherrn Heinrich de Verona erledigt Das kloster ergreift da¬
raufhin besitz von der pfarrei, was der aussteller bestätigt. Zeugen der Schlüsselübergabe sind: Barkhart Vasoldi
und DithelmusBlairer fratres religiosi von St Blasien; Johannes Grecus von Untereggenheim; Hartmann Hentschi¬
ken von Birtelskirch; Mericus kaplan des altars St. Catharinae in Niederrotweil, Nicolaas kaplan in Oberrotweil,
Johann Wulwiber kleriker, Johann Münstrer sakristan, Jodocus de Uecheim, Heinricus Lupfli advocatus in Burgheim,
Ulricus Ulrici advocatus in Botweil, Ergelinns Schaffiut, Jacob Wulwiber, Johann Wulwiber, Berthold Schwab,
Ergelinus Bohart bürger von Botweil und Nicolaas Klairer notar des klosters. Dat et act in ecclesia parrochiali
. Botwil 1397, ind. 5., pontif. Benedicti pape Xlll. a. 3., 22. mens. aug. — Notariatsinstrument des Johann Trub
von Oberlingen: Kopb. 1194, 261* Karlsruhe. — reg. ZGOBh. NF. 20 njl39. — vgl. nr. 6862. 6859
— sept. 4, St. Blasien. Johann Payer, generalvikar des b. Heinrich von Alet ständigen administrators von Konst.,
und mag. Johannes Greci, kirchherr in Untereggenen, vermitteln die Streitsache des Burkhard Koch, ständigen vikars
. in Hügelheim, einer- und des abtes und konventes von St Blasien anderseits dahin: abt und konvent sollen dem gen.
leutpriester jährlich verabreichen 20 malter getreide, 14 säum wein für 2 plaustra oder carraten in der taxaÜon
seiner pfründe, 3 4 Basler Währung, dagegen soll der vikar jährlich dem abt die quittung über die Zahlung der
bischüil. abgaben der kirche Hügelheim, zu deren Zahlung der vikar verpflichtet ist, ebenso den kleinzehnten der abtei
überlassen. Dat et act apud mon. s. Blasii 1397, die 4. mens, sept, ind. 5. — Or. Karlsruhe (St Blasien).
6860
— tsept« 7, Freibarg. Der generalvikar in spir. des biscbofs Heinrich von Alet, ständigen administrators von Konst,
beurkundet, daß der vom abt von St Blasien prilsentierte Johann Byetmüller, priester von Villingen, auf die stän¬
dige vikarie der pfarrkircbe HCllstein investiert wurde und bestimmt nun sein pfründeinkommen auf 14 viertel speit,
4 vierte] getreide, 6 viertel hafer von den zehnten in Hüllstein und Maulburg (Mulberg), 5 säum weißen und 2 säum
roten weines ab der klostortorkel zu Wyhlen (Wil), ferner den kleinzehnten und den strohzehnten, die oblationes,
aniversarien, remedien und logata. Dafür muß der vikar die bischüfi. rechte entrichten und wenn der magister in-
firmarie nach Hüllstein kommt, ihn bewirten mit diener und pferden, für die torkel stroh und streu für die pferde
des gen. magister infirmarie stellen sowie das brennholz, welches dazu notwendig ist, er soll demselben beim einzug
der einkünfte des klosters behilflich sein und wie bisher die kirchen in Hüllstein, Nordschwaben und Gresgen ver¬
sehen. Dat et act. Friburgi 1397 in vigilia Nat b. Marie virg., ind. 5. — Or. Karlsruhe (St BlasienJ. 6861
— sept 8, Freiburg. Vor dem generalvikar des Bischofs Heinrich von Alet werden über das einkommen und die
lasten des ständigen vikars in Botweil a. K. nähere bestimmungen getroffen. Dat Friburgi in domo habitationis
nostre ipsa die nativitatis beatae Marie virg. 1397, ind. 5. — reg. ZGK)Bh. NF. 20 ml39 nach or. Oberrotweil,
B«(etten dar BiachSfo von Konataiis. m. 3
18 HeinrichBayler,Admiui8tratordesBistaiiisEonstaiiz.l397—1398.
Y. Gleichensteinsches Archi?. — abschr. Haid'sche EoUektanean : Freiboig, Erzb. Archiv. — Ygl. 1397 aog. 22
nr. 6859. 6862
1397 no?« Avignon. Papst Benedikt Xm. an den abt des klosters St. Peter auf dem Schwarzwald. Abt and kon-
vent von St. Blasien tragen vor, daß ihnen einst bischof Ulrich nad das domkapitel von Konst, die pfarrkirche Bot-
weil inkorporierte und Wilhelm kardinalpriester vom tit. St Stephan in Celiomonte, legat des papstes Klemens VIL,
diese Inkorporation bestätigte. Da das kloster darch Bartholomäus erzb. von Bari [Urban VL] und Petrus de Thoma-
cellis, clericus Neapolitanus [Bonifez IX.], geschädigt wurde, beauftragt er den adressaten, dem gen. kloster die gen.
kirche zu inkorporieren. Dat Avin. 4. non. nov., a. 4. »Dignum et racionabile.c — Or. Karlsruhe (St Blasien);
unter dem bug links: taxe 24. Rostagnua, Exp^, 3. kal, maii a. 4. U, de Spina; unter dem bug rechts: Jo. do
Neapoli; auf dem bug: Rigutim jjjj; rfickseits regLstraturzeichun R.; beim bug rechts: Jo. Richard. — 1398
mai 30 Freibarg: ausführung durch abt Erhard von St Peter, unter erwähnung.der urkunden bischof Ulrichs d. d.
1350 nov. 13 [Regg. Const. 2 nr. 4992] und des kardinals Wilhelm d. d. 1381 nov. 5 [Regg. Const 2 nr. 6627]
Dat apud Priburgum non. nov, a. 4. — Außerdem bestimmt der abt die einkunffce des vikars. Die pfarrkirche ist
durch tod des priesters Heinrich de Beroua erledigt Zeugen: Georg gen. Welling priester und bruder des gen. abtes
und Nikolaus Klerrer ven Oberndorf notar. (Or. ebenda). — abschr. Huber von Gleichensteinsches Archiv in Ober¬
rotweil. — reg. ZGOBh. NP. 20 ml39. — vgl. 1397 aug. 22 nr. 6859. 6868
— BOT« 21, Freiburg. Der offlzial des Konst hofes beurkundet, daß vor ihm Burkhard Koch, ständiger vikar zn
Hügelheim, gegenüber dem kloster St Blasien auf alle rechte verzichtete, die ihm an den kleinzehnten der pfarr¬
kirche Hügelheim zustanden. Dat Friburgi 1397, feria 4. ante f. Katherine, ind. 5. — Or. Karlsruhe (St Blasien).
— vgL 1397 sept 4 nr. 6860. 6864
1398 märz 7, Freibuig. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, administrators und gubernatora
von Konst, beauftragt dekan und kämmerer dos dekanats Froiburg, den priester Dietrich Meinward in den besitz
der pfründe der St Andreaskapelle auf dem friedhof der Freiburger pfarrkirche einzuwcison. Nach dem tode des
Priesters Rudolf Faulhaber haben außer dem gen. Dietrich Mein ward noch priester Johann Toninger gen. Salzmann,
priester Stephan gen. Hansman von Lahr und priester Johann gen. Zimerli, welche alle von verschiedenen personen
. präsentiert worden waren, auf die pfründe ansprach erhoben, verzichteten aber darnach auf ihre ansprüche. Dat et
act Friburgi 1398, non. marcii, ind. 6. — Or. Freiburg, Münsterarch.; rückseits oben sparen eines roten ringsie¬
geis; gut erhaltenes anhängendes sie^l. — reg. Freiburger Münsterblätter 6, 78 nr. 326. 6865
mSrz 15,Freibnrg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators von Konst,
beurkundet: es erscheinen Johann von Ow, Johanniterkomtur zu Freibarg, und Johann Gäßler, konventaal des geo.
hauses, uud übergeben mit urkunde vom 26. Januar dem priester Johann von Sigolsheim (Sygelshein), pfründnießer
der sog. Alten-Ätscherinpfründe in der pfarrkirche zu Freiburg, die dem Johanniterhaus zugefallene Schenkung von
gütem und gerechtsamen der Adelheid, tochter weilands Heinrich von Ortenberg, unter der bedingung, daß der gen.
kaplan an Adelheid Ortenberg und deren verwandte Anna Ortenberg auf lebzeiten 3 dT Freiburger, 6 scheffel ge-
treide, 18 scheffel haber und 9 hüner jährlich entrichte. Gottfried Meier, kirchherr zu Freiburg, Johann Ätscher und
Hugo von Monzingen edelknechte als patrone der Ätscherinpfründe geben ihre Zustimmung. Der aussteller bestätigt
diese Schenkung. Acta sunt hec Friburgi 1398, ind. 6., pontif. Benedicti XIII. a. 4., die vero 15. mens, marcii... ia
domo habitacionis nostre sita in oppido Friburg predicto in vico nuncupato in der Schiffgassen, que qnidem domus
appollatur der von Stoffen hus; gegenwärtig: Hartmann von Hentschikon, kirchherr zu Birtelkirch insiegler des
Konst hofes, Johann Hün von Schaffhausen, Nikolaus gen. Ueching und Hugo Grüninger, Sachwalter des Konst
hofes. — Notariatsinstrument des Johann Trub von Überlingen öff. kais. notar: Freibarg, Münsterarch. — Frei¬
burger Müusterblätter 6, 76 nr. 324. 6866
7 “ mai 23, Avignon. Papst Benedikt XHI. inkoiporiert dem kloster St. Blasien die pfarrkirche zu ObereggeneD.
Dat Avin. 10. kaL iunii, n. 4. »Iniunctum nobisc. — Eingorückt in 1405 aug. 11 (b. Marquard). 6867
aag. 24, Schaffhausen. Der generalvikar in spir. bischof Heinrichs von Alet, ständigen administrators der Konst
kirche, gibt ©ine beglaubigte abschrift der eingerückten urkunde bischof Ulrichs von 1350 dez. 4 [Regg. Const 2
nr. 5003], Remmingsheim betreffend, da abt Berthold von Allerheiligen zu Schaffhausen ihrer häufig und an ver¬
schiedenen orten bedarf. Dat et act Scaffuse die 24. mens, aug,, pontif. Benedicti XIII. a. 4. — Notariatsausferti-
guug des Nikolau? Solidi von Tungen, kleriker öff. ap. notar: Or. Hist Ant Verein Schaffhausen. 6868
sept 8, Obereggonen. Der generalvikar in spir.Mes bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators von
Konst, urkundet: es erscheint Nikolaus Klärrer. von Oberndorf, notar und Sachwalter des abtes Johann und des kon-
ventes von St Blasien, und erklärt daß einst Benedikt XIII. dem kloster die pfarrei Obereggenen inkorporierte [1398
mai 23]. Die gen. pfarrei ist nunmehr durch resignation des priesters Ratschmann gen. von Baden vakant, darum
nimmt der gen. Sachwalter besitz von der kirche. Dat et act in parrochiali ecclesia superioria Eggenheim 1398,
die vero 8. mens, sept, ... ind. 6; zeugen: mag. Johann Greci, kirchherr zu Untereggenen, Johann, gen. Hauaa
Heinrich Bajler, Administrator des Bistums Konstanz. 1898—1399. 19
pneeier, Kikolans Yon Grandevallis lentpriester an Oberag^enen n. a. — Or. Karlsrnhe (St. Blasien); rückaoiis
sparen eines ringsiegeis. — Kopb. 1177, 291*» Earlsrohe. — Ygl nr. 6867. 6869
lt98 sept. 18, Freiborg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich Yon Alet, ständigen administrators Yon Eonsi,
bestimmt anf bitten des Nikolaus Elärrer, Sachwalters des abtes Johann und des konventes YOn St. Blasien, das ein-
kommeii des ständigen vikars zu Obereggenen dahin: 12 maltor getreide, 6 malter speit, 6 malter hafer, 8 säum
weißen und 4 säum roten weines, 2 ßf 1 plaastmm stroh Yon dem meierhof der abtoi, den kleinzehnten, die obla-
Üones, comparaciones, anniYersaria and legata und die andern einkünfte, die seither der lentpriester bezogen hat.
Dai Friburgi 1398, 14. kal. oct., ind 6.—Or. Earlsmhe (St. Blasien); räckseits spuren eines ringsiegeis. — Eopb.
1177, 292^ Earlsmhe. — Ygl. nr. 6867. 6869. 6870
— dez. 16, Neuenburg. Dekan, kämmerer und das kapital YOn Neuenburg (im Breisg^n) teilen allen, welche es
angeht, die abschrift eines briefes des herzogs Leopold Yon Österreich mit, worin dieser d. d. 1397 märz 16 allen
landrdgten, amtleuten und Untertanen in stadt und land befiehlt, daß sie die geistlichkeit, welche zu der Arigno-
nesischen obedienz hält, nicht daran hindern, die abgaben auch an den Yon AYignon abhängigen bischof zu ent¬
richten. Diesen brief hat ihnen mag» Johann Payer, Yikar des bischofs Heinrich Yon Alet und ständigen adroini-
strators Yon Eonsi, zur Yerwahrung fibergeben. Dai in oppido NoYieastri die 16. mens. dec. 1398. — Or. Bero-
mfinster, Stiftsarch. (fase. 5 nr. 14) mit schfin erhaltenem dekanatssiegel. — Neugart, God. dipl. 2, 482. 6871
1699 jan. 2, Freiburg. Vor Johannes Peyer, generaWikar in spir. des bischofs Heinrich Yon Alet, ständigen admi¬
nistrators des Eonsi bistums, erscheinen zu Froiburg im hause des gen. generaMkars in der Schiffgasse in dem Yon
Staufen haus Johann Sattler, bfirger zu Freibarg, und erklärt dem Eonrad Sattler, Johanniterprior zu Freibui^g,
47 m. s. schuldig zu sein, woffir er ihm Yerschiedene jahreszinse Yerschreibi Acta sunt hec (1399, 2. die mons.
ianuarii ..); zeugen: mag. Eonrad Yon Munzingen dekan, Heinrich Yon Eappel kamerer des dekanats Freibarg, so¬
dann die kirchherren Eonrad in Siegelau, Hartmann Yon Hentschikon in Birtelskirch, und Heinrich Qeßler Yon
Freibarg. — ausz. ZGOBh. 16, 232 nach or. Thieugen, Stadtarch. 6872
— märz 22, Freibarg. Verhandlung [Yor dem generalvikar] wegen des ius conferendi prebendas ad altare corporis
Christi zwischen Peter Gloter und Johann von Eavensburg. Dat. Friburgi die sabbati prox. a. dominicam Palmaram.
— Or. Freiburg, Mfinsterareb. z. Zi nicht auffindbar (nach reg.). — Ygl. 1399 aug. 14 nr. 6875. 6878
— aprll 18, Schaffhausen. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators von
Eonst., bestätigt die Stiftung von 300 Bh. fi. ffir die bewidmung einer kaplanei auf den St Nikolaasaltar in der
St. Johann Baptistpfarrkirche zu Schaffhausen, welche durch die nunmehr verstorbene Katharina von Balm (Balb)
mit Zustimmung ihrer Schwester Margareta erfolgt war. Die srifterin hatte bestimmt, daß die pfrfinde dem Ulrich
von Balm verliehen wfirde, sobald er priester sei. Dieser ersucht nunmehr um bestätigung und wird von dem aus¬
steiler investiert Dat. Scaffuse 1399, 14. kal. maii, ind. 7. — Or. Schaffhausen, Staatsarch.; unter dem Text: Jo,
Es hängt das Siegel des generalvikars. — reg. Urkundenregister ffir den Eanton Schaffhausen nr. 1374. — erw.
Bueger, Chron. Schaffhausen 2, 1105. 6871
— aug« .14, Freiburg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators der Eonst
kirche, beauftragt die vizeplebane der Freiburger kirche, den priester Johann Bavensburg präbendar zu Freiburg
auf samstag nach Maria Himmelfahrt [aug. 16] nach Freibarg in die wobnung des ausstellers zu zitieren zur an-
anhOrung des Petras Gloter, klerikers Eonst. bistums, der von Anna Bagginger, universalerbin des Nikolaus Hem-
merli, und der Elisabet frau des Johann von Gloter, auf die vor Zeiten von Johann Hemmerli, kämmerer des deka¬
nats Neuenburg, und dessen bruder Eonrad Hemmerli, notar zu Freibuig, in die pfarrkirche zu Freiburg gestiftete
pfrfinde präsentiert worden war, welche durch tod des priesters Nikolaus Hemmerli vakant geworden. Dat Friburgi
1399, 19. kal. sept, ind. 7. B. — Or. Freibarg, Mfinsterareb. mit rfickseits aufgedröcktem Siegel und oben rotes
ringsiegel; rfickseits ausfuhrungsvermerke. — reg. Freiburger Mfinsterblätter 6, 78 nr. 330. — vgl. folgende nr.
6875
— aug. 23. Derselbe bestimmt anf ansuchen des Johann Bavensbui^ weiteren termin auf sept 5 (feria 6. ante fe-
stum nativitatis b. Marie virg.) zur beweisaufhahme. Dat et aci Friburgi 1399 sabbato post festum assumpcionis
b. Marie virg., ind. 7. — Ebenda^angenähi — vgl. folgende nr. 6876
— sept 17, Freiburg. Der generalvikar des bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators von Konst, be-
stiinmt in der Streitsache zwischen Petras Glotter einer- und Johann von Bavensburg anderseits (wegen einiger
pürönden, die vor Zeiten von Job. gen. Hemmerli, kämmerer des dekanats Neuenburg, und dessen bruder Eonrad Hem-
jnerii, notar zu Freiburg, in der pfarrkirche zu Freibarg gestiftet worden waren) Verhandlungstermin auf 30. sept.
(feria 3. post fest St. Michaelis arch.). Dat. et act. Friburgi 1399 feria 4. post festum exaltationis s. crucis,
7, — 'Abschr. Freibarg, Stadtarch. — reg. Freiburger Münsterblätter 6,79 nr. 333. — vgl. nr. 6875. 6881.
6877
3 *
2 0 Heinrich Bayler, Administrator des Bistums Konstanz.1399—1400.
1399 okt. 31 9 Freibnrg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators der
Eonsi kirche, beseitigt auf ansnchen des Stephan nnd Nikolaas Mörder, kapläne za Freibnrg and testamentSYoU-
strecker der Klara Teggingor, die von letzterer mit zastimmnng des Freibarger kirchherm Johann Payer gestiftete
and mit näher genannten einkönften bewidmeto priesterpfründe anf dem Peter- and Paalsaltar in der pfarrkirche
zu Freiburg. Dat et act. Friburgi 1399, 2. kaL nov., iiid. 7. — Or. Freiburg, Münsterarcb. — Derselbe beurkundet
mittelst transfix, daß die gen. Klara Tegginger außer den bereits aufgezählten liegenschaften an die pfirfinde gestiftet
hat: einen silbernen kelch, ein missale, ein brevier in 2 teilen, winter- und sommerteil, 2 psalterieo, »item unam
lambardicam«. Dat. ut supra. - Freibarger Mdnsterblätter 6, 79 nr. 334. 6878
— nOY« 28, Freibarg. Gottfried Meier, ehemals kirchherr zu Freibarg, und Johann Meier, edelknecht zu Freibarg,
präsentieren dem bischof Heinrich von Alet, ständigen administrator von Konst., bezw. dessen generalvikar auf die
pfrdnde des St. Oswaldsaltars gen. Moltlorinenpfrfinde in der pfarrkirche zu Freibarg, welche durch resignation des
Priesters Friedrich Speck erledigt ist, den kleriker Heinrich Meier. Dat. Friborgi 1399, 4. kal. dec., ind. 7. — Or.
Freibarg, Mfinsterarch. — reg. Freibarger Münsterblätter 6, 80 nr. 335. 6879
1400 jan. 13, Freibarg. Der generalvikar bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators von Konst., inkorpo¬
riert mit dessen und des domkapitels einwilligung die pfarrkirche Kirchdorf dem kloster St. Blasien, in erwägang,
daß das . kloster stets durch klösterliche zacht und gastfreondschaft sich aasgezeichnet, dnrch pest, krieg and na¬
mentlich durch das in der kirche eingerissene schisma aber sehr gelitten habe, unter der bedingang, daß es ver¬
pflichtet sei, dem vom abte za bestellenden and vom bischöflichen Ordinariate za investierenden pfarrvikar das nötige
einkommen and die erforderlichen mittel zur bestroitung der bischöflichen and anderen abgaben zu verabreichen.
Die pfarrei ist durch tod des kircbherrn Johann an Halden erledigt Es siegelt der generalvikar und für das
domkapitel der domherr and archidiakon Hartmann von Babenberg. Dat et act. Friburgi 1400, id.ianuarii, ind. 8.
— Or. Aarau, Staatsarch.; ein zweites Or. Karlsruhe (St Blasien). — Kopialbuch Klingnaa 4l(b), Aarau, Staats-
arch. — vgl. Nüscheler, (Jotteshäusser 3. heft 598. — vgL 1400 nov. 10 nr. 6892. 6880
1400 febr. 5, Freibarg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators der
Konst kirche, beauftragt den dekan nnd kammerer des dekanats Freibarg, auf die HcmmerlinpMndo in der pfarr¬
kirche za Freibarg den Petras gen. von Gloter, kleriker Konst bistams, einzaweisen unter gleichzeitiger abweisong
der von priester Johann Bavensburg präbendar zu Freibarg erhobenen ansprfiche; dieser war von Johann Rüber
und Heinrich Glüri, welche das patronatsrecht za unrecht beansprachteii, präsentiert worden. Dat et act Friburgi
1400, feria 5. post festum Parificacionis b. Mario virg., ind. 8. — Or. Freibarg, Münsterarcb. — reg. Freibarger
Münsterblätter 6,83 nr. 341. — vgl.1399 sept 17 nr. 6877. ' 6881
— mai 28, Freibarg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators der kirche
Konst, und offizial des Konst hofes, bekandet: es erscheinen vor ihmBertellin Stephan Snewlin edelknecht, fabrik«
pfleger der Freibarger pfarrkirche, Rudolf gen. Fürstenberg, pfleger des armcnspitals daselbst, and Johann Nüw-
meister, Zunftmeister der kürschner, als patrone der mattergottespfründe in der kapelle za dem armenspital in Frei¬
barg als kläger einer- und priester Nikolaus gen. Lantz, kaplan der gen. pfründe, als beklagter andoraeits. Die
kläger eröffnen: der gen. Nikolaus hat sich d.d. 1391 märz 17 vor Hartmann von Babenberg, generalvikar des gen.
bischofs Heinrich von Alet, verpflichtet, daß er neben der gen. mattergottespfründe keine andere annehmen werde.
’ Sollte er dem jedoch zuwiderhandoln, so sollte die pfründe eo ipso vakant und die patrone bcfogt sein, einen andern
priester za ptAsentieren. Trotz dieser abmachung hat der beklagte andere pfründen in Freiburg angenommen;
sie bitten deswegen den generalvikar um eine entscheidang. Derselbe setzt zur fällang des endurteils tagfahrt
aaf 29. mai an. Dat Friburgi 1400, feria 6. post Ascensionem domini. — Or. Freibarg, Stadtarch. (Hl. Geist¬
spital 755). — reg. Urkunden des hl. Geistspitals 1, 388; Freibarger Münsterblätter 6, 83 nr. 342. — vgl. Nü¬
scheler, Gotteshäuser 3, 598. 6882
— mai 29, Freibarg. Derselbe fällt [in angelegenheit mai 28] das endarteil dahin: die Verhandlung hat die rich-
tigkeit der angaben der gen. kläger erwiesen. Die mattergottespfründe ist darum vakant and die patrone sind be-
fagt, einen anderen priester za präsentieren. Dat et act Friburgi 1400 sabbato post fostam s. Urbani, ind. 8. —
Or. Freibarg, Stadtarch.’(HL Geistspital 756). — reg. Urkunden des hl. Geistspitals 1, 289 ; Freibarger Müuster-
blätter 6, 83 nr. 343. 688S
— junl 19, Freibarg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators von Konst,
bestätigt mit Zustimmung des Freibarger kirchherm die Stiftung einer priesterpfiründe in der pfarrkirche Freibarg
auf den mattergottos- oder einen anderen altar, welche Burkard gen. Bacher zum Engel, bürger von Freiburg, ge*
silftet hat, unter Vorbehalt des patronatsrechtos für bürgormeister und rat der stadt Freibaig. Hainmau Meyer, bür-
germeister und der rat der stadt hatten d. d. 1400 juni 19 (Geben ze Friburg vor offenem rate in der ratsstabeii
uff dem nochston sambstag vor s. Johans tag ze sungichten 1400) um bostätigang gebeten. Dat Friburgi 1400,
13. kal iulii, ind. 8. — Or. Freibarg, Stadtarch. — Freibarger Münsterblätter 6, 83 nr. 344. 345. 68^
Heiuricli Bayler, Administrator des Bistums Konstanz. 1400s. 21
1400 Jall 19^ Freibm^. Der geiierahikar in spir. des biscbofs Heiurich you Alet, ständigen administrators von Eonsi,
beanftragt den dekan dos dekanats Freibmig, den Heinrich gen. David, frdhmesser der pfarrkirche Frttbnig, welchen
bftrgermeistor und rat der stadt präsentiert haben, in die pfrdnde des mattergottesaltaros, welche Barkard Bacher
gestiftet hat, einzaweisen, mit der vergänstigang, daß er beide pfrfinden zugleich besitzen dfirfe, da mit der frdhmesse
keine seelsoige Yorbondou ist Dat Fribnrgi 1400, 14. kal. aag., ind. 8. — Or. Freibaig, Btadtarch. —^ reg. Frei-
barger Hfinsterblätter 6, 84 nr. 347. 6885
— aag. 9, Freiborg. Der generahikar in spir. des biscbofs Heinrich von Alet, ständigen administrators von Konst,
bestätigt mittelst transfix die von mag. Johann Payer, kirchherm za Freibarg, mit den dortigen kaplänen d.d. 1400
aog. 6 vereinbarten piAsenzstataten. Dat Fribnrgi 1400, 9. die mens, aog., ind. 8. — Or. Freibaig, Stadtarch. —
gedr. nach ihrem ganzen lehrreichen Inhalt Freiboiger Mfinsterblätter 1, 74 ff. and 6, 73. — vgl. ebenda 2, 34 ff.
6886
— 86pt. 20, Alet. Heinrich bischof von Alet, ständiger administrator von Konstanz, an den abt Johann and den
konvent von Tennenbach Ord. Cist Da das klostcr darch post and krieg schaden gelitten, hat abt and konvent nm
Inkorporation der pfarrkirche za Zienken (Zanken), welche demnächst dadurch vakant wird, daß der seitherige kirch-
herr Berthold Sclüegelholz ein damit incompatibles beneficium erhält, gebeten. Darauf hin inkorporiert der bischof
mit zastimmang des Hartmann von Babenberg, domherrn and arcbidiakon der Konstanzer kirche, der zur zeit
das ganze Konst domkapitel bildet (ad presens totum capitulam Ck)nst ecclesie faciens), dem kloster die
gen. kirche, behält sich alle bischöfl. rechte vor mit ausnahme der primi fnictos, die das kloster ffir dieses mal
und alle zaknnft bezahlt hat, und gestattet ihnen, dem Ordinarius jeweils aus ihrer mitte einen priester za präsen¬
tieren. Dat et act in domo nostra opiscopali civitatis nostre Electeu. die 20. mens, sept 1400, ind. 8. — Or.
Karlrahe (24/62). Er siegelt ,sigillo qao utebamur, dum Const ecclesie preeramos*. Siegel gat erhalten. Umschrift
aufgelöst: Sigillam Henrici dei gratia electi Oonstanciensis. Siegelbild: sitzende Madonna mit dem Jesuskind, da¬
runter kniender bischof, links das Konstanzer, rechts das familienwappen. ' 6887
— okt. 18, Freibarg. Der generalvikar in spir. des biscbofs Heinrich von Alet, ständigen administrators von Konst,
benrkandet daß vor ihm Berthold graf von Kiborg, kirchherr zu Sorsee, auf seine pfarrei resigniert hat; er stellt
ffir abt Konrad und den konvent von Mari die urkunde hierüber ans. Acta sunt hec in opido Fribnrgen. et ibidem
in curia venerabilis et periti magistri Johannis Peyger rectoris ecclesie parrochialis iamdicti Fribnrgen. opidi 1400,
ind. 8., pontif. Benedict! pape Xllf. a. 7., die vero 18. mens, oct; zeugen: Diethelm von Staufen, abt des klosters
Si Trudpert; Johann gen. Vässler von Schaffhausen priester; Bödger gen. Schopf von Memmingen and Berthold
gen. Egghart von Solz der gen. Freiburger pfarrkirche vizeplebane; Rfidger im Tum, Eberhard Schwager vonSchaff-
hausen und Rudolf Turner von Freibarg edelknechte. — Notariatsinstr. des Johann gen. Trab von Überlingen: Aarau,
Staatsarch. (Oi A 12); röckseits sparen eines aufgedrückten wachssiegeis. — Abschr. Lozem, Staatsarch. (Abschr.
C. fase. 117). — 1400 okt 19 Freibarg, schreibt herzog Leopold von Österreich an die stadt Sorsee, daß er die
kirche dem tische des abtes fibergeben, und graf Berthold von Kiborg, obeim dos herzogs, die kirche aofgeST^ben
habe; er befiehlt der stadt gehorsam gegen den abt, was besetzong der kirche and deren altäre anlangt. -Geben ze
Friborg in Brisgow an zinstag nach s. GaUentag 1400. Or. ebenda (0 1 A 4). — Herrgott, Gen. 2, 2, 815 zu 1414
okt. 3l(l)..— erw. ZGORh. HF. 6, 309; Kiem, Muri 174. — vgL 1400 nov. 16 nr. 6891. .6888
— okt. 19, Freibaig. Der generalvikar in spir. des biscbofs Heinrich von Alet, ständigen administrators der
Konst, kirche, bestätigt die nachgenannte nrknnde: 1390 okt. 9 (Ensisbeim). Herzog Leopold.von Österreich fiber¬
gibt dem kloster Muri das kirchenlehen zo Sursee and die kirche daselbst samt den altären und erhält dafür den hof
zu BeUingen (Bellikon) mit der vogtei and den diensten, die darauf rohen, wie sie dieselben von Hans Ulrich vom
Hus vom Wittenheim gekauft haben. Geben zo Ensishein an s. Dyonisientag 1390. — Dai et act Fribnrgi 1400,
14. kal. nov., ind. 8. — Or. Aarau, Staatsarch. (01A 3); rfickseits aufgedrficktes rundes sieget — vgl.^vorher-
gehende nr. und nr. 6891. 6889
— nOT« 16, Avignon. Martin, tii S. Laarencii in Lucina presb. cardinalis Pampilonon. genannt, inkorporiert im
auftrage des papstes Benedikt XIU., dessen briefe wegen entzog der bulle nicht ordnnngsgemäß balliert und expe¬
diert werden können, dem kloster Allerheiligen za Schaffhausen, dessen einkuofte durch Sterblichkeit pest und krieg
verringert wurden, die pfarrkirche Gailingen. Die urkunde soll die kraft einer papstballe besitzen. Dat Avin. die
16. mens. nov. 1400, pontif. Benedicti pape XIII. a. 7. — Or. Schaffhausen, Staatsarch. — Abschr. Zürich, Staats-
areb. (WII 4 Bl. l). — reg. Urkandenregister des kantons Schaffhausen nr: 1389.— Das patronatsrecht von Gai¬
lingen hatte das kloster d. d. 1400 febr. 24 von herzog Leopold eingetaascht (Or. ebenda). 6890
— nor. 16, Avignon. Derselbe beurkundet: Benedikt Xlll. inkorporierte dem kloster Mari, [das durch die feinde
des herzogs Leopold von Österreich verbrannt wurde und solchen schaden litt, daß kaam für den abt mehr eine ge¬
nügende wohnang vorhanden war, die pfarrkirche za Sarsee. Da aber wegen verschiedener hindemisse, vor allem
i wegen entzugs der päpstl. balle, die urkunde nicht balliert werden konnte, bestimmte der papst, daß vorliegende
22 HeinrichBa^ler,AdministratordesBistamsKonstanz. 1400—1401.
kardiDalsarbuide dieselbe gältigkeit wie eine papstballe mit bleiballe haben sollte. DatAvin. die 16. mens.noY.
1400, pontif. Benedicti pape XHI. a. 7. — Or. Aaraa, Staatsarch. (C IIC l). — ygL nr. 6888. 6889 and 1405
ang. 21 onter b. Markward. 6891
1400 nöT. 16, Avignon. Derselbe bestätigt im aaflrage Benedikts XIII. dem kloster St Blasien, das wegen seiner
anhänglichkeit an Benedikts Vorgänger Klemens YII. großen schaden gelitten, die 1400 jan. 13. vollzogene iokor-
poration der pfarrkirche Kirchdorf in das kloster St. Blasien. Da wegen verschiedener dem papste zagefägten hin-
demisse, von denen die ganze weit kenntnis hat, and wegen entzugs der päpstl. bulle die papstbriefe nicht regelrecht
expediert werden kOnnen, soll die gegenwärtige urkande als balle gelten. Dat. Avin. 1400, die 16. mens, nov.,
pontif. Benedicti pape Xlll. a. 7. — Or. Karlsrahe (St. Blasien). Bückseits: de ecclesia Schneisang est impetrata
similis gratia qae etiam est signata et reg^strata et propter capUvitatem Benedicti littere non saat(?) extracte, ondo
petitur qoatenos etiam eadem graOa cons. ... sicat presentis; de qaa ecclesia ecciam tractant dae balle scilicet In-
nocenti II. et Calixti m. — Or. Aaraa, Staatsarch. — Kopialb. Klingnaa 58 Aarao, Staatsarch. — reg. Haber,
Begg. Klingnaa s. 51. — vgl. nr. 6880. 6892
— nov. 16^ Avignon. Derselbe inkorporiert dem kloster Tennenbach die pfarrkirche za Zienken [vgl nr. 6887]. Da
wegen der dem ganzen erdkreis bekannten dem papste zagefägten hindemisse and wogen des entzages der päpstl. balle
päpstl. briefe, wie es braach ist, nicht expediert and balliert werden kOnnen, soll diese arkande dieselbe kraft haben,
wie wenn sie mit bleiballe balliert wäre. Dat. Avin. die 16. mens, nov., pontif. Benedicti pape XIII. a. 7. — Or.
Karlsrahe (24/62**). — vgl 1400 nov. 28 nr. 6895. 689S
— HOT« 16^ Avignon. Derselbe erteilt dem abt von Schaff hansen die vergünstigaog, sich der pontifikalion za be¬
dienen. Dai Avin. die 16. mens. nov. 1400, pontil Benedicti pape XIII a. 7. — erw. in 1405 aog. 29 unter
b. Markward. 6894
— nOT. 28) Freibarg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrichs von Alet, administrators von Konst, bear-
kondet: es erscheint vor ihm and den gen. zeugen Berthold Schlegelholz priester, kirchherr za Zienken and von
St Georg in Altenkenzingon, and tiAgt vor: die beiden benefizien sind inkompatibel, er könne sie deswegen nicht
zusammen innehaben; er kam mit Johann markgraf von Hachberg, der seither [als patron] ihm hindernd in dem
Wege stand, betr. der pfarrkirche za Altonkenzingen dahin überein, daß er hoffen könne, in zakonft ruhig im besitze
der kirche za bleiben. Deswegen verzichtet er aaf die pfarrkirche za Zienken mit zastimmang des dortigen patrons
des abtes Johann von Teunenbach anter der bedingaag, daß wenn der gen. markgraf ihn aas der gen. kirche ver¬
treibe, er wiederum ansprach auf Zienken habe, auf die er durch Franz Stehelli, edelknecht, damals patron, präsen¬
tiert wurde. Acta sant hec in opido Fribargen. et ibidem in domo habitacionis notarii [Johannis dicti Trab de
Überlingen] sabscripti nancapata zd Phannenberg prope ejmeterinm parrochialis ecclesie ibidem sita 1400, ind.8.,
pontif. Ben^icti pape XIII. a. 7, penaltima die mens. nov. Zeugen: mag. Sweder von Götlikon, arzt za Freibarg, and
Nikolaas gen. Klerrer von Oberndorf, notar des abtes von St. Blasien. — Notariatsinstrament: Karlsruhe (24/62).
— reg. Begg. Markgrafen von Baden I h 441. — vgl 1400 sept 20 nr. 6887. ^95
— dez* 12, Alet. Heinrich b. von Alet ständiger admioistrator der Konst kirche, gestattet dem abt Konrad and
dem konvent von Mari unter einrdekung der urkunde d. d. 1400 nov. 16, daß das kloster die pfarrkirche Snrsee
M oft sie vakant wird, durch einen ihrer mönche als ständigen vikar versehen lassen dürfe. Dat in domu nostra
episcopali civitatis^nostre Electen. die 12. mens. dcc. 1400. — Or. Aarau, Staatsarch. (CII C2). — Nengart
Episcopatas Const 2f, 486. — reg. GFröOrte. 4,204; FreibDiözesanarch. 14, 243. — erw. Argovia 20, 45; Kurz,
Beitrilga zur geschichte and Utteratar des kantons Aargaa 1, 295. — Bezüglich der Zahlung der qaart findet sich
im Staatsarchiv eine notiz, von der freilich fraglich ist ob sie zu diesem oder einem späteren bisebof gehört. »Von
der quart wegen zu Sursee begert abt Georg und der konvent von Mari, daß unser gn. herr von Konst and das
. domkapitel das gotteshaus Mari bei der quart für dißhin ewiglich laß beliben and daraff ze slahen 10 fl. an golt
jerlich and ewiger gült ze einem rechten erbzins. Daramb wollen abt und konvent dem bischof 400 fl. schenken
oder aber sie wollen 200 fl. dem bischof schenken, um daß S. Gn. dassolb gotteshaus besorg, daß die qaart nicht
gelöst würde, dieweil er lebt und bischof von Konst sei und darnach nicht vor 10 Jahren. Darnach mag sie gelöst
werden am die summe als sie jetzt steht. — Aarau, Staatsarch. (0 1 G 6). 6896
1401. Wird dem abte von St Blasien [von dem generalvikar] bewilligt Kirchdorf darch einen mönch auf lebenslang
pastorieren za lassen. — erw. Haber, Begg. Klingnaa s. 53 iiote 1. — vgl. folgende nr. 6897
1401 jan. 10, Freibarg. Der generalvikar bisch. Heinrichs bestimmt aaf bitten des Nikolaus Kleror von Oberndorf,
prokarators dos abtes und konvents von St Blasien, den gehalt welchen das kloster seinem vikar anzaweisen hat,-
don es bei der durch papst Benedikt XIII. oinverleibten pfarrkirche Kirchdorf bestellt Friburgi 1401, 4. id. jan.
— Or. Aarao, Staatsarch. — Kopb. Klingnaa 43 ebenda. — reg. Huber, Begg. von Klingnaa a. 52. — vgl. 14uo
jan. 13 nr. G880; 1400 nov. 16 nr. 6892. 6898
Heiniicli Bajler, Administrator des Bistums Konstanz.1401—1402. 23
1401 mftn 26^ Freiborg. Der geoeralvikar des b. Heinrich tod Alet bestätigt aof bitten des edelknecbts Jakob Ederli
die am 1. aog. 1358 von dem ritter Jakob Ederli und seiner Frao Elisabet von Wittenbeim gestiftete priester-
pMode aof dem neoen altar in dem angefangenen neoen cbor im mdnster za Freiborg. Dat. Friborgi 1401»?igi]ia
Palmarom. — Or. Freiborgi Mfinsterarch. — reg. Freiborger Mönsterblätter 0, 84 nr. 350. — enr. FreibDidzesan-
arcb. 22, 255. 0809
— jnni 28^ Freiborg. Johann Pajger, bacaUarios in decretis, generalvikar in spir. des biscbofs Heinrich von
Alet, ständigen administrators von Konst., beorkondet, von abt Konrad nnd dem konvent von Mori die ersten
frflchte der inkorporierten Pfarrkirche Sorsee erhalten zo haben [somme nicht angegeben I]. Dat. Friborgi 1401,
feria 3. post festom nativitatis Johannis bapi, ind. 9. — Or. Aarao, Staatsarch. (C u M 8); rdckseits sporen eines
anfgedrflckten ringsiegeis. — Abschr. Lozem, Staatsarch. — erw. Boeger, Chron. Schaffh. 2,1160. — vgL nr. 6891.
6896. 6900
— Juli 6. Hermann [von Klingenberg], titolarbischof von Castoria, vreiht 2 altäre in der pfarrkirche Deitingen,
kt Solothorn, ond erteilt ablaß. — reg. GFrßOrte. 16,10 nach jahrzeitboch von Deitingen. — erw. Haopt, ZGOBh.
• NF. 5,296. 6901
— HOT« 10, Freibarg. Der generalvikar in spir. des biscbofs Heinrich von Alet, ständigen administrators der
Konst kirche, bestätigt mittelst transfix anf bitten des mag. Johann Payger kirchherrn, der vizeplebane ond kapläne
der Pfarrkirche zn Froibnrg d. d. 1401 nov. 8, daß zor seelenrohe des Nikolaus Messrer d.ä. täglich eine hl. messe
znr zeit der Wandlung der baoptmesse im chore des mfinsters aof dem St Johannesaltar gelesen werden solle. Ni-
holaus Messrer hat daför 300 fi. gestiftet Dat Friborgi 1401, 4. id. nov., |nd. 9. — Or. Freibarg, Mfinsterarch.
— r^. Freiborger Mfinsterblätter 7,48 nr. 353.354. 6902
1402 febr« 10, Alet« Heinrich, durch gottes ond des ap. Stuhles gn. bischof von Alet ond ständiger administrator
der kirche zo Konst inkorporiert deni stifte Zofingen die kircbo Bot unter Vorbehalt der kongroa ffir den ständigen
Vikar. Propst ond konvent hatten vorgetragen, daß ihre Stiftskirche samt kirchonschmuck und anliegenden häusem
dorch feuersbmnst zerstört wurde, weshalb ihnen herzog Leopold von Österreich die kirche Bot samt dem patronats¬
recht fibergeben habe. Diese Schenkung erfolgte d. d. Brugg i. A. 1396 oki 16 (an s. Qallentag) mit der auf läge
einer jahrzeit. Dat in domu nostra episc^pali civitatis nostre Electen. die 10. mens, febr., 1402. Of. Lozem,
Propsteiarch. mit schön erhaltenem Siegel mit der nmschrift: S, Bmriei äei graeia decti Oonstanciensis, . 6903
— febr« 13, Freiburg. Johann dictos Scriptormoniiom, öffentlicher kaiserlicher notar zn Freiborg, beglanbigt aof
bitte des Dentschordensbroders Heinrich von Egg in gegenwart des bruders Nikolaus von Erstein, priesters desselben
Ordens, des diakons Ulrich von Biehen (Bjehein) nnd des malers Nikolaus Bemhardi, beide zu Freiborg, die orkonde
Begg.Const.nr. 5280 (zu 1357 juni 20), (In op.Friburgensi 1402 die 13.mens.febr.) — Or.Karlsrohe (21/157).
6904
sept. 19, ebätean-neuMe-Pape. Papst Benedikt XIIL schreibt an den prior nnd konvent der Karthäoser zo Frei¬
borg: Papst Klemens Yll. hat ihnen die pfarrei Si Georgen im Breisgau (Hartkilch) inkorporiert (vgl. 1392 mal 14).
Die Inkorporation konnte jedoch nicht ansgeffihrt werden. Da starb der papst und Benedikt kassierte alle In¬
korporationen, welche noch nicht zum abschlnß gekommen waren. In Unkenntnis fiber diese päpstl. verffignng
ergriff jedoch das kloster nach dem tode des kirchherrn Johann von Sulgen besitz von der pfarrei ond bittet nun¬
mehr nm bestätigung. Der papst bestätigt dies. Dat äpud Castrumnovum, Avin. dioc., 13. kal. oot, a. 9. — Or.
Karlsruhe (20/129). Unter dem. bog links: taxe 20. H. de Brayos rechts unter dem bug: visa, Au(?) P, Sönani;
. anf dem bug: Jo, Yvanges jjf; Bfickseits: B. daneben “ön 9« — vgl. 1428 märz 10. 6905
— sept. 19, Freiburg. Bfidger gen. Schopf von Memmingen, vizepleban der pfarrkirche zu- Freiburg nnd stellver-
* treter des generalvikars in spir. des biscbofs Heinrich von Alet ständigen administrators der Konst, kirche, an den
dekan des dekanats Freiburg: da die priesterpfrfinde der St Andreaskapelle auf dem friedhofe der pfarrkirche dorch
den tod des Dietrich Mcinwardi, priesters, erledigt war, erschien Stephan gen. Bingshein, priester, und vries den
Präsentationsbrief des Franz Lfippe odelknechts vor mit der bitte um einweisung. Bei der bekanntmachong nnd
. Vorladung der einspruchsberechtigten auf 1402 aug. 18 (feria 6. post fest Assumpcionis b. Marie virg.) machte
Konrad Bienger, priester, aof grund einer von ritter Friedrich von Hadstatt, balivas der herzöge von Österreich, er¬
haltenen pj-äsentationsurkundo sein recht auf die pfrfinde geltend, da auch der Vorgänger Dietrich Meinward vom
herzog von Österreich präsentiert worden sei. Auf dem neu anberaumten termin auf sept 19 (feria 3. fest b. Mathei
apost) ergibt sich, daß Burkhard Meinward und dessen nachkommen Franz Lfipp im besitze des patronatsrechtes sind,
. daß demnach der gen. Stephan zu recht präsentiert sei. Der anssteiler investiert ihn deswegen in die gen. pfrfinde nnd
beauftragt den dekan mit der einweisung. Dat et act Friborgi sob sigUlo vicariatus d. vicarii antedicti 1402, feria
• .3. ante fest. b. Mathei ap., ind. 10. — Or. Freiburg, Mfinsterarch. (231). — reg. Freiburger Mfinsterblätter 7, 48
nr. 356. 6906
24 Heinriclißaylei%AdministratordesBMamsKonstanz. 1403 —1405.
1403 jftil. 3^ Freibnrg. Der geoeralrikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, administrators von Konst, be-
.siAtigt der Abtissin nnd dem konvent von Wonnental, daß sie nnnmebr nach dem tode des priesters and kirchherrn
Ton Amoltem, Georg Zünd, lant inkorporationsbrief des kardinals Wilhelm tii s. Stephani in Celiomonte die gen.
kirche, welche ihnen seinerzeit [1248 april 9] von graf Budolf von Üsenberg zam besseren unterhalt als almosen
geschenkt worden war, in besitz nehmen dürfen. Dai Friburgi 1403, 3. non. iannarii, ind. 11. — Or. Karlsmhe
(25/9). — 1402 okt. 18 verzichtete markgraf Hans von Hachberg für sich und seine erben auf alle ansprüche an
die Pfarrkirche zu Amoltem. Geben an der nehsten mitwochen nach s. Gallen tag 1402. — Or. ebenda.—vgl. 1384
jnni 16 nr. 6758. 0907
— febr. 7, Neumiburg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, st&ndigen administrators der
Könsi kirche, erläßt auf bitten der stadt Neuenburg für die kaplAne der Neuen burger pfarrkirche, welche reichen
Zuwachs an klerus erhalten hat, mit Zustimmung des Paul von Hohenfirst, prokurators des kirchhenm, der zur zeit
zum Studium in Paris (in Studio Parisien.) weilt, und der kapläne genaue und eingehende Statuten, schärft darin
die residenzpßicht ein, die versehung der pfründe durch eigene person, jeder muß sich innerhalb eines Jahres zum
Priester weihen lassen, verbietet den besitz mehrerer benefizien, ordnet den gottesdienst usw. Dai in dicto opido
Novicastri die 7. mens, febmarii 1403, ind. 11. sub sigillo nostri vicariatus predictL — Or. Neuenburg, Pfarrarch.;
rüchseits oben sparen *eines ringsiegeis. reg. ZGORh. NF. 1 m23 nr. 116. — Huggle, Geschichte der Stadt
Neuenburg 232. — 1417 märz 4 erfolgt ein nachtrag und abänderong einiger punkte in den Statuten für die
kapläne zu NeuenWg. An donrstag nach dem sunnentag Invocavit in der vasten 1417. — Or. im Besitz von Bo¬
senberg, Karlsmhe. 0908
*— febr« 20, Freibarg. Der generalvikar in spir. des bischof Heinrich von Alet, ständigen administrators von Konst,
bestätigt, daß priester Heinrich gen. Gutheinrich, kaplan zu Freibarg, nach dem tode des Heinrich Schwarz die von
diesem gestiftete pfründe auf dem Dreikönigsidtar zu Freibarg mit bestimmten näher benannten einkünften aufgo-
bessert hat Dai et act in opido Friburgen. 1403, 4. kal. mens, marcii, ind. 11..— Or. Freiburg, Münsterarch.
(232). reg. Freiburger Münsterblätter 7, 49 nr. 358. 0909
— Juli 12,^ Freibarg. Der generalvikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators der
Konst kirche, beurkundet: es erscheint vor ihm Nikolaus Messrer, bürger zu Freiburg, als testamentsvollstrecker
des Heinrich Sarwürker und eröffnet, daß er samt Konrad von Biengen eine pfründe im Allerheiligenkloster zu
Freiburg gestiftet hat (vgl. 1390 jan. 29). Da die einkühfte aber zum unterhalt eines priesters zu gering sind,
bessert er die pfründe um 4 fl. auf. Der abt von St Märgen, dem das Allerheiligenkloster zu Freibarg inkorporiert
ist, soll* die pfründe täglich durch einen der Chorherren versehen lassen. Johann Payger, bac. in decretis und kirch-
heirr zu Freibarg, stimmt zu. Dat et act Friburgi in platea seu strata publica loci appellati an dem kilchhof pro
seu iuxta curiam dicti rectoris 1403, ind. 11., die 12. mens, iulii; zeugen: Konrad von Eßlingen und Jakob gen.
Mangold beide priester zu Freibarg, sowie Johann gen. Landolt, bürger daselbst — Notariatsinstrament des Jo-
* bann gen. Trab von Überlingen: Freibarg, Stadtarch. (Sarwürker Seelgeräte) mit schün erhaltenem vikariatssiegel;
rückseits sparen eines aufgedrückten roten ringsiegeis. 3910
1404 Jan. 17, Tarascon. Benedikt XIII. an bürgermeister und rat der stadt Freibarg. Bei den vielen bedrängnissen, mit
denen der papst heimgesucht wird, da er sehen muß, daß die unzertrennbare tunika der kirche durch das schisma zer¬
rissen ist, ist es ihm ein besonderer trost, daß die stadt Freibarg treu zu ihm hält und ihre knie vor Baal nicht
beugt Er dankt ihnen für ihre anhänglichkeit, da sie niemals dem rate schlechter leute gehorcht und sich von 'der
’ treue abwendig machen ließen. Dat Tarascon., Avin. dioc., 16. kal. febr., a. 10. — Or.Freiburg,Stadtarch.; unter
dem text: O. Petri; rückseits: adresse und SehroeUr und BtnUt. Die spräche des Schreibens ist sehr eindrucksvoll.
— reg. ZGOBh. NF. 5, 319. «911
— febr« 24« Derselbe erteilt graf Konrad von Freibarg und dessen gemahlin Maria die erlanbnis eines altere por-
tatile. — erw. Enbel in Büm. Quartalschrift 8 (1894), 260. 691S
— Juni 14, Freiburg. Der generalvikar des bischofs Heinrich von Alet, ständigen administrators von Konst, be¬
stätigt die Stiftung einer meßpfründe auf den Peter- und Paalsaltar im münster zh Freibarg, welche durch Eli.sabet
witwe des Hammann Schalun, bfirgers zu Freiburg, d. d. 1403 aug. 17, mit einer jährl. gülte von 24 fl. erfolgt war.
Dat Friburgi 1404,18. kal iulii, ind. 12. — Or. Freibarg, Stadtarch. (Münster). — reg. Freiburger Münsterblätter,
7, 63 nr. 365. 691S
1405 aug« 5« Erhält von papst Benedikt XIII. den auftrag als gesandter des apostol. Stuhles nach Böhmen, Ungarn,
Polen und gewissen gebieten Deutschlands sich zu begeben, um für die beseitigung des schismas zu wirken. — erw.
Enbel in ROm. Quartalschrift 8, 260 (nach Vat. Archiv Born). 6914
-r ang« 24, Paris. Karl VI. kOnig von Frankreich, schreibt an bürgermeister und rat der stadt Froiburg: durch
den bischof von Alet, seinen dilectus et fldelis consiliarius, und durch andere hat er erfahren, daß die stadt
Freibarg treu zu papst Benedikt halte, obwohl sie Öfters schon durch fürsten und andere und vor allem durch don
Heinrich Bayler, Administrator des Bistums Konstanz. 1405—1406,
25
intrasns des bistnms Konstanz, der den Herzog von Österreich gegen sie anfstachle, anfeindnngen za erfahren hatten.
Der König hat dem Herzog geschrieben, and hofft, daß derselbe sie nicht weiter behelligen wird. Er ermahnt der
Stadt trea zn bleiben. Dat. Parisins 24. die angnsti 1405. — Or. Freibarg, Stadtarcb. (Hochstift Konst.); nnter
dem datum: Ferran, — Schreiber, Urkb. der stadt Freibnrg 2, 205. — erw. FreibDiözesanarch. 14, 244. 6915
1405 sept* 16, Freibarg. Der generalrikar in spir. des bischofs Heinrich von Alet, st&ndigen administrators der
Konst, kirche, beaaftragt den dekan des dekanats bVeiburg, den priester Gerhard Strichenbach, chorherm ¥on
8t. M&rgen, den der dortige abt Johann ihm d. d. 1405 aag. 30 präsentiert hatte, in die Sarwdrker pfrflndstiftang
im Allerheiligenkloster za Freibarg, genannt ,tagmes8e* (—primissaria), einzaweisen. Dat Fribargi 1405, lO.kal.
oci, ind. 13. — Or. Freibnrg, Stadtarcb. (Sarwdrker Seelgeräte). 6916
— okt. 81« Johann Ludmann von Batperg ritter, bdrgermeister, and der rat yon Basel schreiben an bdrgermeister
und rat za Freibnrg: der bischof yon Konstanz hat einen prozeß yorkflnden lassen, wornach sie jeweils drei tage
das Interdikt zn beobachten hätten, falls jemand yon Freibnrg nach Basel käme. Da sie es schwer empfinden
worden, wenn deswegen der gottesdienst niedergelegt werden müßte, bitten sie Freibnrg, dafdr sorge zn tragen,
daß sie dayon yerschont werden. Dat yig^lia Omninm sanctomm 1405. — Or. Freibnrg, Stadtarcb. — ygl. 1406
noy. 30 nr. 6927. 6917
— DOT. 8, Paris.. Herzog Johann yon Berry schreibt an bdrgermeister und rat sowie an klerns, adel and yolk der
Stadt Freibnrg, welche dem papste Benedikt Xlll. and dem bischof yon Alet, der Konstanzer kirche stitndigon ad-
ministrator, seither tren waren: er hat yemommen, daß sie auf der Seite des bischofs yon Alet stehen and freut sich
darüber. Höchst betrübt es ihn aber, daß man sie zwingen will, der gegenpartei sich anznschließen. Er hat des¬
wegen die herzöge von Österreich, seine yorwandten, gebeten, dem yon anderer Seite aasgeübten zwang ontgegen-
zawirken and hofft dämm, daß sie bei der alten treue beharren werden. Er yerspricht ihnen dafür das Wohlwollen
und die gonst des Königs von Frankreich and des bischofs yon Alei Dat Parisins die 8. mens. noy. 1405. — Or.
Freibarg, Stadtarcb. (Hochstift Konst.); unter dem datum: Per dominum dueein Eratiff) — Schreiber, Urkb. der
Stadt Freibarg 2, 205. — erw. FreibDiözesanarch. 14, 244. 6918
— nOY. 13, Paris. Herzog Ludwig yon Orlöaus schreibt an den bürgermeister und rat, den kleras, adel and yolk
der Stadt ^eiborg wie 1405 noy. 8. Den bischof yon Alet nennt er »regias carissimiqae patrai nostri ducis Bi-
tiricen. nost^que obsequiosas consultorc. Dat Parisins die 13. mens. noy. 1405. — Or. Freiburg, Stadtarcb.
(Höchst. Konst.); unter dem datam: per dominum ducem ad rdationem eonsiUi. A. de Müiis. ^ erw. FreibDiö-
zesanareb. 14, 244. 6919
— BOT. 16, Paris. Herzog Johann yon Burgund schreibt an bürgermeister und rat, an kleras, adel und yolk der stadt
Freibarg wie 1405 noy. 8. Den bischof yon Alet nennt er »regins carissimiqae patrai nostri ducis Bitaricen. no-
sterque obsequiosas consoltorc, »yir nempe hiis et aliis ingentibus yirtutibos plarimam ezcolendus toti regle pro-
sapie premorate carissimos et predilectas habetur«. Dat Parisins die 16. mens. nov. 1405.—Or. Freibarg, Stadt-
arch. (Hochstift Konst); unter dem datum: per dominum ducetn. Vignier. — erw. FreibDiözesanarch. 14, 244.
6930
— BOT. 18, Breisach. Bürgermeister and rat za Breisach schreiben an bürgermeister and rat za Freibnig:
Der bischof yon Konstanz hat ihnen wissen lassen, daß sie jeweils 3 tage das Interdikt za beobachten hätten (an¬
gesungen sein), falls einer yon Freibarg nach Breisach käme, sofern die yon Freibnrg nicht innerhalb 10 tagen zom
gehorsam zurückkehren. Wegen der etwa entstehenden Streitigkeiten wäre ihnen das leid. Freibarg möge demnach
Zusehen, wie sie das abwenden könnten. Es sei eine große Versammlung im Hagenauer forst; was diese jedoch Vor¬
haben, ist ihnen unbekannt Freibarg solle dies auch dem markgrafen Hesso [v. Baden] and denen von Kenzingen
zu wissen tan. Ihr bote soll den von Freibarg in Neuenburg erwarten, damit sie miteinander nach Waldshat reiten
könnten. Datam feria 4. post Othmari 1405. — Schreiber, Urkb. der stadt Freibarg 2, 208. 6921
1405/1406, Paris. König Karl YI. von Frankreich an bürgermeister und rat von Konstanz: schon einmal hat er sie
gebeten, die gegen die anhänger des papstes Benedikt XIIl. und des bischofs von Alet administrator der Kon¬
stanzer kirche und ratgeber (consiliarias) des Königs, erlassenen prozesse widernifen zu lassen, und sich um die in
ihnen enthaltenen befehle nicht za kümmern. Er bittet sie von neuem, derartige prozesse nicht weiter za dulden,
da die bezeichneten anhänger bereit sind, an jedem orte sich dem rechte zu unterwerfen; sie mögen daran denken,
daß die Konstanzer in seinem Königreich wegen ihrer obedienz keine hindorangen erfahren, vielmehr alle möglichen
ehren and Höflichkeiten (curtesie). Erfüllen sie die bitte des Königs nicht, so muß er an remedur denken (de remedio
providebimus). Dat Parisins 24. die ang.—Kopb. 1491 (855), 28^^ Karlsruhe. Das schreiben ist wohl in die jahre
1405/6 zn setzen« 6922
1406 jan. 10, Ensisheim. Katharina von Bnrgund, Herzogin von Österreich, schreibt an bürgermeister and rat zu
F^ibnig o. a., daß sie dem bischof von Konstanz [Marqaard] »von der beschwänmg wegen, der ir euch von im
Ftfcrtun der BiachOfe von Konstani. lU. 4
26 Heinrich Bayler, Administrator des Bistums Konstanz. 1406—14D7«~
beklagte, gesebrieben habe and eine antwört ihnen sogleich za wissen tan werde. Geben ze Ensisheim an santag
nach s. Erhartstag 1406. — Freiborger ü-6. II, 1, 203 nach or. Stadtarch. daselbst 6923
1406 febr. 10, Freibarg. Hans Schmidlin von Tnnsel, priester, kaplan im münster za Neaenburg (Nuwenborg), wird
bürger zu Freibarg. Da er kein Siegel hat siegelt für ihn Johann Feiger, »vicarie and offteial des höfes za Konst
and kirchherr za Freibarge. Beschach and wart dirre brief gegeben ze Friborg aff dem neebsten firitag nach s. Va-
lentinastag 1406. — Or. .Freibarg, Stadtarch. (Kasten 37). 6924
— Juni 27. Papst Innocenz YII. beaofkragt den bischof Marqaard von Konstanz gegen alle anhänger Bene¬
dikts XIII. im bistnm Konstanz mit geistlichen strafen vorzagehen. — vgl. dieses datom anter Marqaard. 6925
— ang« 6, Oenna. Heinrich bischof von Alet, ständiger administrator der Konst. kirche,orkandet: nach alter übang
werden in der Konst diözese nicht allein rein kirchliche sondern aach rein zivile rechtssachen von geistlichen wie
laion vor den offtzial des Konst hofes gebracht. Da jedoch viele weiter als 2 tagereisen von Konst entfernt wohnen
and wegen mannigfacher Schwierigkeiten nicht dahin gelangen können, bestimmt er mit zastiromang des papstes
Benedikt XIH., dessen cabicalarias er ist (enios soi gratia cabicolarias samas), da er die zasiimmang des Konst,
domkapitels bei dem andadern des schismas nicht erhalten konnte (in defectam consensos capitali iiostri Const,
qaem hoc lamentabili scismate perdarante in snbscriptis habere neqoivimos), daß falls sein dermaliger offizial in
Freibarg [nach Konst] transferiert werden sollte, daß er dann einen officialis foreusis mit dem sitze in Freibarg ein-
setzen würde, dem das archidiakonat Breisgaa and die dekanate Yillingen und Ewattingen (Ebettingen) antersteheii
sollten. Erste appellationsinstanz ist Konstanz, die einkünfbe des Siegels sollen an den jeweiligen bischof abgeführt
werden. In qaomrn fidem ... sigillam nostram qno ntebamor, dam ecclesie Const preoramas, caias administrationem
perpetaam obtinemns, daximos appendendam. Dat Janne die 6. mens, aag., a. 1406. — Or. Freibarg, Stadtarch.:
spitzovales Siegel, sitzende ranttergottes mit dem Jesaskinde unter baidachin, rechts and links engel, unten eia
kniender betender bischof; rechts das Konst., links das familienwappen. Umschrift aufgelöst: sigillam Henrici dei
gracia episcopi Gonstanciencis. — erw. FreibDiÖzesanarch. 14, 246. — vgl. 1413 märz 11. 6926
— HOT. 30, Basel. Arnold von Bärenfels ritter, bürgermeister, und der rat der stadt Basel schreiben an bürger-
meister and rat der stadt Freibarg: diese haben der stadt Basel geschrieben, daß der bischof gegen sie vorgegangen
[vgl. 1406 jani 27], daß man ihretwegen ,ungesangen^ bleiben müsse. Sie tan kond: sobald sie vernommen,'daß
des bischofs bote die exkomanikations- und interdiktsverhängang an die kirchentüre anschlagen wollte, ließen sie
diesen kommen and baten ihn zazawarten, bis sie einen brief an den bischof geschickt and antwort hätten. Der
bote schlag trotzdem dem befehle seines herm gehorchend die briefe an. Gegen den papst za Born könnten sie sich
nicht auf lehnen, da auf dessen Seite der römische könig, alle fürsten, herren and Städte stehen, »aßgenommen ir
and anser frund von Nüwenbarg und etlich amb ach gelegen«. Die sache tat ihnen leid, sie haben aber im verein
mit dem domkapitel von Basel an den bischof von Konstanz geschrieben and erwarten täglich die antwort, da ihr
bote noch nnterwegs sei. Dat. in die Andree ap. 1406. — Or. Freiburg, Stadtarch. (Hochstift Konst.), — Schreiber,
Urkb. der stadt Freibarg 2,208. — erw. FreibDiÖzesanarch. 14,245. 6927
~ nOT. 30, Basel. Bischof Hambert von Basel schreibt an die stadt Freibarg: die stadt hat ihm geschrieben, daß
der bischof von Konstanz prozesse wider sie and ihre geistlichkeit in Basel verkünden ließ. Das domkapitel
and die stadt Basel haben sich an den bischof von Konstanz gewandt and ihn gebeten, er möge ein jahr aafschnb
geben. Weder er noch die stadt haben aber bisher eine antwort erhalten. Sollte ein anfschab nicht gestattet werden*
so müßten sie gleichwohl dem päpstlichen geböte gehorsam sein. Es tat ihnen leid, sie wollten aber tan, was sio
könnten. Geben ze Basel an s. Andres tag 1406. — Or.Freibarg, Stadtarch. (Hochstift Konst.); rückseits anfge-
drücktes siegeL — Schreiber, Urkb. der stadt Freibarg 2,208. — erw. FreibDiÖzesanarch. 14,245. 6928
1407. Hermann [von Klingenberg], titalarbischof von Castoria, weiht den St. Georgsaltar za Frauenfeld. — erw. Nü-
scheler, Gotteshäuser heft 2, abt. 1,212. 6929
— Jan. 22, Paris. Heinrich »byschof ze Elect, phleger ze Costen^ camerer bopst Benedicts« schreibt an bürger-
meister, rat und bürger der stadt Freibnrg seinen besonders guten freunden; ich habe wohl eingesehen, was für
schaden each Marqaard von Randeck [der gegenbischof za Konst.] zafägt, wo immer er kann. Es ist mir leid. Ich habe
aber dafür sorge getragen, daß der könig von Frankreich, die königin, and der herzog von llargund dem bischof
von Basel schreiben, ebenso an die stadt, die herren von Österreich, ihre landvögte und an andere, wie ihr es ans
den abschriftDn ersehen könnt, die wir euch senden, damit ihr prüfet, ob etwa andere briefe oder briefe in anderer
form geschrieben werden sollten, da ihr die dortige gewohnheit besser kennt als ich. Auch schreibt der henog von
Bürgend seiner Schwester, meiner fraa von Österreich, gar ernst in dieser sache and hat auch seinen Schreiber und
Sekretär Johann Langreti, archidiakon von Rojn, hinaasgesandt, damit er mit dem bischof und der stadt von Basel
rede, damit sie euch ungehindert lassen. Der gen. Sekretär hat mir versprochen, alles zu tan, was each förderlich
and nützlich ist Ich habe auch mit Johann von Neuenbiirg, dem bruder des Basler bischofs geredet Er sagte, er
könne nicht glauben, daß er (der bischof von Basel), etwas gegen mich unternehme. Er wolle an den bischof schrei-
HeinrichBayler,Administratorde8Bi8tiim8Kon8tanz.l407—1409. 27
. ^ben, daB er mir helfe. Ich iohreibe anch selbst an den biachof eigenhändig, da ich ihn ?on altersher kenne, obwohl
ich nicht weiß, ob es ihm wohl oder übel gefällt, so ich ihm die wahrbeit schreibe. Ebenso werde ich an die von
Basel schreiben. Ich habe jetzt mehr als 27 Jahre [seit 1380] allen kauflenten von den Städten m nnserm lande,
in fremdem lande, nnd auch adligen wie nichtadligen gar treu geholfen und geraten in allen Bachen nach all
. meinem können mit .den herren und freunden, die ich habe in manchen landen, denen ich gedient habe; nnd ich
' weiß wohl, daß manche hab und gut verloren hätten, wenn ich ihnen nicht geholfen hätte. Daran wollen sie aber
nicht denken und wollen das damit vergelten, daß sie euch hindern. Wenn ich nun sehe, daß sie anders nicht tun
' wollen, so finde ich wohl freunde und herren in viel fremden landen, die auch die leute, die wider mich sind, wohl
hindern und schaden können. Das wäre mir leid. Ich will euch helfen und raten in allen Sachen und überall, wo
ich bin. Womit ich euch helfen kann, tue ich es von herzen gern. Laßt mich wieder wissen, was man auf die briefo
hin, die der könig von Frankreich, die königin und mein herr von Burgund hinaussenden, tun will. Ich hoffe sicher¬
lich, daß die sache der kirche bald ein gutes ende nehmen wird. Laßt es euch deswegen nicht verdrießen, ihr werdet
großen lohn nnd dank dafür erhalten von gott und der weit wegen der feste und treue, die ihr in diesen Sachen,
die Gottes Sachen sind, gezeigt habt. Laßt mich wieder wissen, was ich tun soll. Ich tue es gern um euretwillen.
Habt guten mut, Gott und das recht ist mit euch. Geschriben ze Paris mit miner eigen hand an denn XXII. tag
januarii [1407 mit rücksicht auf die urkunden 1406 nov. 30]. — Or. Pap. Freibnrg, Stadtarch. (Haldoner, Bella
antiqna). 6930
1407 ang. 10, Harsellle. Heinrich bischof von Alet und ständiger administrator des bistums Konstanz inkorporiert
auf bitten des Diethelm von Staufen, abtos zu St. Trudpert, die kirche zu Buchswil (abg. im Breisgau), welche ehemals
viele pfarrkinder zählte, jetzt aber wegen Sterblichkeit und kriege fast ganz entvölkert ist, dem kloster St. Tmd-
bert Das patronatsrecht kam kürzlich von laienhand in den besitz des klosters. Dai Marsilie die 10. mens. ang.
1407. — Kopb. 1300, 47^ Karlsruhe. — Fragm. Cbron. S. Trudp. fol. 18 hs. Donaneschingen, Bibliothek. — reg.
ZGORh.30,385nr.203. . 6931
— nOT. 17, Freihurg. Der offizial des Konst, kofes bekundet, daß vor ihm Hamman Landolt, Nikolaus Kleinbrötlin,
Diethelm von Biengen sowie Elisabeth, witwe des Konrad von Biengen erschienen sind, um die näheren testaments-
hedingungen des verstorbenen Konrad von Biengen urkundlich festlegen zu lassen. Acta sunt hec Friburgi in domo
habitacionis nostre die 17. mens. nov. 1407, ind. 15. — Notariatsinstruments dos Ulrich von Bheinfelden klcrikers
Konst, bistums, öffentl. aposi und des Konst, hofes notar: Freibnrg, Stadtarch. (Bienger Seelgeräte); cs hängt das
offizialssiegel. 6932
— dez. 12, Hans Schulthesse von Heygerloch priester, kirchherr zu Sigellau, stellt einen satzbürgerrevors für Frei- .
bürg aus. Es siegelt Johann Feiger, [generaljvikar nnd offizial des hofes zu Konst nnd kirchherr zu Freibnrg.
Geben uff dem nechsten mentag vor s. Lucientag 1407. — Or. Freiburg, Stadtarch. (Kasten 37). — rog. Freiburger
Münsterblätter 7, 56 nr. 382. — Das ist die letzte urkunde, in welcher der offizial des gegenbischofs erscheint, so¬
mit ein einfluß auf Freibnrg nachweisbar ist. Über die weiteren Schicksale Neuenbürgs und Freiburgs vgl. Haupt
in ZGOBh. NF. 3 (l 890) 315 f. 6933
1409 febr. 14, Alet. Heinrich, bischof von Alet nnd ständiger administrator der Konst kirche, rat des königs
von Frankreich, beurkundet daß Isabella, tochter des königs Jakob von Majorca und ehemals gemahlin des mark-
grafen von Montferrat, den Konrad von Beischach herm zu Jnngnau und Stoffeln geheiratet, aus deren ehe ein sohn
Michael hervorging. So war es notorisch nnd so hat es der anssteUer aus dem munde der nunmehr verstorbenen
Isabella öfters gehört Die ehe wurde aber ohne Zustimmung des königs von Arragonien geschlossen und darum
geheim gehalten, eben deshalb zögerte Isabella auch mit ihrem gemahl nach Deutschland zu ziehen. In quorum
fidem .. presentes litteras . . sigilli uostri magni et autentici, quo utebamur, dum ecclesie nostre Const. preeramns
et cuius regimen obtinemns, impendenti munimine roboratas per notarium nostmm infrascriptum [Ulricum Stehelin].
Actum et datum Electi in domo nostra episcopali die 14. mens. febr. 1409. — Stuttgart Staatsarch. (63. 32. 4);
es hängt das hischofssiegel (zerbrochen); vgl. zur sache: MYGHohenzollem 35,13 und Finke in ZGOBh. NF. 19
(l 904) 265 f. — In original ist in Stuttgart noch vorhanden das Zeugnis gen. notare des königs von Frankreich
über diese ehe d. d. 1408 febr. 13 und febr. 21, ebenso das Zeugnis des Offizials von Alet d. d.l408 febr. 14. —
— vgl. 1409 ang. 25 unter bischof Albrecht 6934
— jUHi 5. Papst Benedikt XIU. wird in Pisa abgesetzi Damit wird aller einfluß des Heinrich Bayler auf die diö-
zese Konstanz anfgehört haben. Tatsächlich war mitte 1405 sein einfluß schon gebrochen, es begann der große ab-
fall. Das schreiben von 1407 Januar 22 ist die öffentliche Verzichtleistung. Schon vorher muß sein »domkapitel«
Hartmann von Bubenberg zu Marquard übergetreten sein (vor 1406 aug. 6). — 1409 aug. 11 (unter Albrecht)
ist Freiborg auf seiten bischof Albrechts. — Über seine weiteren Schicksale in Frankreich können nur die päpstl. re-
gisterbäudo im Vat Archiv aufschloß geben.— 1420 april 6 erhält er von Benedikt XIII. die erlanbnis, sich einen
4 *
28 Heinrich Bayler, Administrator des Bistums Konstanz.
beichtrater za wählen: erw. Eabel, Provisiones prälatorum in Bdm. Qoartalschrift 7 (1893) 412 nach Reg. Yai 329,
159. — Daraus geht hervor, daß Heinrich dem gegenpapst bis za seinem tode treu blieb. 6935
TOr 1421 Jan. 8 stirbt, da sein nachfolger in Alet, Petras, unter diesem datum mit diesem bistum providiert wird.
— Eubel, Hierarchia 2, 246. 6936
Chronikalische ftherllefernng: Die Konstanzer Chroniken erwähnen diesen bischof und seine regienmg in
Freiburg nicht 6937
Neuere wftrdlgnngen: FreibDiOzesanarch. 14,237. 6988
Nikolaus Ton Biesenbni^. Yorgeschichte.
29
Die Bischöfe römischer Dichtung.
Nikolaus Ton Biesenbnrg.
Vorgeschichte.
Nikolaus ontstammt dem bdhmiscbeu geschlechte derer von Biesenburg. — »Ainer von Rysouburg«: Chronicon
Constaotiense und die EoDstanzer Chronik von St. GalUu. — »Von Bisenberg« : die Chronik Gregor Mangolts. —
J. Teige, Die Anfänge des hauses der Riesehburge (in Mitteilnngen des Vereins für Geschichte der Deutschen in
Böhmen 22 (1884) 166-173) gibt nur eine stämmtafel dieses geschlechtes bis 1310.
Cber die Vergangenheit des Nikolaus von Biesenburg berichtet kurz Lindner, Geschidite des deutschen reiches
unter könig Wenzel 1, 407. — Er ist domherr zu Magdeburg und Breslau und propst zu Cambray und gehörte zu
den vertrauten lAten Karls IV. — Seit 1374 dez. 6 ist er protonotar Karls IV. und bis 1379 märz 8 auch könig
Wenzels (Lindner, Urkunden wesen s. 23 und 30). 69S9
1373—1SS4. Wird propst von St. Kassius zu Bonn nach dem tode des Wilhelm von Bitberg, und ist zugleich propst
zu Cambray und erzbischöflicher rat bei Friedridi III. von Saarwerden. Er urkundet noch als propst von Bonn
1384 märz 5. — Geschichte der pfarreien der erzdiözese Köln V. Dekanat Bonn. 1. Stadt Bonn von Chr. Uaaßen
(Köln 1894) 8. 45. 6940
1S79 äug. 8. Ist mit der weltlichen administration in den prokuratien von Breslau, Glogau und Liegnitz beauf¬
tragt — Diözesanarch. Breslau nach mitteilung von Dr. Jungnitz. 6941
1381 okt. 28— nOT. 14. Wird in einer aufzeichnung über den bericht des Jolianu Curce von Worms und Dietrich
Syde von Silier betreffend die Nürnberger Verhandlung zwischen den königlichen räten und den Städten wegen des
beitritts zum landfrieden als »probist von Bonne« unter den königlichen räten aufgeführt — Janssen, Frankfurter
Beichstagskorrespondenz 1, 4 nr. 8 nach Or. Frankfurter Stadtarch. — Weizsäcker, Beicbstagsakton 1, 327 nr. 184,
deren datierung befolgt ist 6942
1382 mai 23—1383 Juli 2. Ist Breslauer Diözesanadministrator in spiritualibus et temporalibus beim ansgleicli
mit könig Wenzel. Ende 1382 vermittelt er den frieden zwischen könig undj^bischof. — 1382 dez. 26 war er
in Prag. — 1383 jan. 1 als Vertreter des Breslauer domkapitels bezeugt und 1383 juli 2 als »Nicolaus de Be-
sinberg can. Wratisl.« im generalkapitel. — vgl. Darstellungen und Quellen zur schlesischen Geschichte 1,129.143.
150.151. 153.241. (mitteilung von Dr. Jungnitz). — vgl. auch Codex diplom. Silesiae 5 s. XVin. 6943
1383 äug. 1. Ist bezeugt als cantor s. crucis zu Breslau. — Diözesanarch. Breslau nach mitteilung von Dr. Jung-
nitz. 6944
1384 jan. 27. Fünfzehn in Konstanz anwesende domherren schreiten zur wähl eines bischofs: 9 wählen Mangold
von Brandis, 6 davon wollen diesen nicht und nehmen nachher den von Urban VJ. [vor juni 7] providierten Niko¬
laus von Biesenburg an. — vgl. nr. 6740. 6945
— jan. 30, NeapeL Urban VI. erteilt dem abt Wilhelm von Salem und dessen nachfolgeru das recht mitra, ring
und stab zu tragen im eigenen und in den ihm untergebenen klöstem und in den dazu gehörigen pfarrkirdien. Dat.
Neapoli apud maiorem ecclesiam Neapolit. 3. kal. febr., a. 6. »Exposcit vestre devotionis sinceritas«. — Or. Karls¬
ruhe (4/16). Unter dem bug links: Maii. taxe 50. Älardus, Ja.dePapia. 9; auf dem \>ug tmAiU: pro B, Franciaci
T, F^ri. V, Bückseits B, Bulle an seide. — ausz. Codex Salemitanus 3, 393. 6946
— märz 27, Neapel. Urban VL an den abt und konvent von Salem. Das kloster hatte vorgetragen: in der nähe
des klosters sei von alters her an unbebautem und unbewohntem orte eine Muttergotteskapelle in Birnau, welche
wegen der daselbst geschehenen vielen wunder zahlreiche gläubige besuchen. Die einkönfte der kapelle, die nur
4 goldgnlden betragen, seien so gering, daß der gottesdienst nicht mit der nötigen feierlichkeit abgehalten werden
könne, so daß der zufluß der gläubigen nachlasse. Der pupst inkorporiert deswegen dem gen. kloster, das ein ein-
kommen von 400 m. s. hat, gen. kapelle, deren patronatsrecht dem kloster zustaud. Die kapelle kann durch einen
mönch versehen werden. Dai Neapoli apud maiorem ecclesiam Neapolit. 6. kal. apr., a. 6.— Or. Karlsruhe (4/28).
30 Nikolaus 11. YOii Biesenburg, Bischof tou Konstanz. 1384.
Unter dem bng: taxe 15 9; auf dem bog links: S, de AcchUU; rechts. gratis. Jo, de Maguntia, ij, Bockseits;
B. Bolle an seide. — aosz. Codex Salemitanos 3, 304. 6947
1384 mal 10. Domherr Nikolaos Sätteli wird bürger zo Konstanz. — Boppert, Konst. Chroniken 412 nach Konst.
borgerboch. — Nikolaos Sätteli war bei der bischofswahl gegen Mangold. 6948
— Juni 6. Heinrich Goldast »der rikaric wird borger zo Konstanz. — Boppert, Konst, clirouiken 412 nach Konst
bürgerbnch. — Heinrich Goldast war bei der bischofswahl gegen Mangold. 6949
Nikolaus 11. von Biesenbnrg, Bischof tou Konstanz.
1384 Juni—1387 mal (dezember).
1384 vor Juni 7. Wird von papst Urban VL zom bischof von Konstanz ernannt Aof seiner seite stehen von den
15 domherren 6. — vgl. nr. 6755. Er reitet nach Oberlingen, um das bistnm gegen den erwählten Mangold in be«
sitz zn nehmen. — Konstanzer Chronik von St Gallen. 6950
— juni 14. Die Konstanzer fahren Nikolaos mit ihren schiffen nach Überlingen entgegen ond führen ihn mit
jobel nnd trende nach Krenzlingen. Tom Kreozlingertor aber führt man ihn in das monster mid setzt ihn anf
den altar, so vordem nie geschehen, »daß einer, der von dem geringeren teil der domherren gewählt ward, aof den
altar gesetzt wurde c. Der bischof lädt den rat, die priester und viele andere personen aof der pfalz zo gast ond
liält ein kostbares mahl. — Konstanzer Chronik von St. Gallen. — Stetter-Dacher bei Boppert 93. — SchnltheiO,
Chronik (FreibDiÖzesanarch. 8,49) nach der Konstanzer Chronik von St Gallen.— »BischoffNyclaos: auiio d. 1384
in vig^lia Yitis et ModestLs, der ward an ainem zinstag, do enpfiengent [in] der borgermaister ond der rat und
fiirtent bischoffNjclaosen in. Ze Krützlingen begegent si im an der brogge mit dem hailtüm als gewonlich ist« —
Konstanz, Stadtarch. (Bürgerbnch 1, 11.) — Boppert Konstanzer Chroniken 413. 6951
— Juni 14^ Konstanz. Als erwählter bischof verspricht der bürgerschaft von Konstanz aofrechterhaltong and
beobachtong ihrer hergebrachten freiheiten und kaiserlichen Privilegien mit bestimmongen ober bischöfliche lehen,
die an bürger geliehen sind, das geistliche gericht und ammauuamt, die bischöfliche münze, entscheidung von
Streitigkeiten zwischen gemeinde und bischof, die rechtskraft von fordemngeii an das bistum um schulden, gülteu
und ämter; zum Schluß wird vereinbart, daß die bischöflichen bargen and städte dem großen band in Schwaben un¬
gefährlich sein sollen. Zeugen: ritter Konrad von Homburg, die brüder Albrecht und Johann vonVeningen, Johann
von Bodman sobn des ältesten herren Johann von Bodman. Geben ze Costenntz 1384 an sant Yitis und Modestis
abend. — Or. Karlsruhe (5 Konstanz, Gemeinden); got erhaltenes bischofssiegel. — Kopb. Abgeschriften fol. 36^
Konstanz. — Boppert Chroniken 325. ~ reg. Geschichte der freiherrn von Bodman nr. 328. — Schultheiß,
Chronik (FreibDiOzesanarch. 8, 50). — vgl. Gothein, Wirtschaftgeschichte des Schwarzwaldes 76.164.185.—Eine
zweite ork. vom gleichen tage (Abschr. 18. jhdts. Staatsarch. Sigmaringen) enthält die nämlichen bestiinmungen,
wenn auch mit geringen sprachlichen abweichongen. Es fehlen aber die bestimmong über die bischöflichen borgen
wie die zeugenreihe. 695^
— Juni 23« »Hat sich der gros rat erkennt, welche von der statt verbotten und in die stat kamen sind, als unser
herr bischof Niclaus ingefürt ward, der sol bis suntag den nechsten [juni 26] wider usse gon and in der bas
belibeu, oder 10 an der statt bow ze bos geben«. — Schultheiß, Chronik (BYoibDiOzesanarch. 8i 5u) zu 1383.
6953
— nach juni 29« Der bischof von Konst will in den Schwäbischen städtebund aufgenommen werden und ihnen
mit einer anzahl spießen dienen. Die städte weben ihn aber zurück. Die von Konstanz nehmen darauf den libchof
als bürgen an, noch ehe die städte von Heidelberg schieden, denen er non mit der anzahl spießen dient — Deutsche
Städtechroiiikeu 1,160; Deutsche Beichstagsakten 1,568; darnach würde es sich um bischof Mangold von Brandts
handeln, was unrichtig ist — vgl. Haupt, ZGOBh. NK 5, 284; Scholthciß, Chronik (FreibDiOzesanarch. 8, 50). —
vgl. folgende nr. 6954
— Juli 2. Wird bürger zu Konstanz. »Aber unser herre der bischoff. Item do unser herre der bbchoff ingefürt
ward, darpach an dem nehston samstag vor sant Ulrichs tag [juli 2] do enpfieng in der rate ze böiger; und swür
och er daz burgreht fünf jar zo haltend; und sol dienen und gewärtig sin mit zehen spiessen, und sol och gewärtig
sin mit allen sinon vestinen and stetten and slossen, die er jetz inne hat ald die im hernach inwerdent, mit den sol
er och witler den grossen bund niemer sin, als daz der brief vulleclich wiset, den dorselb unser herre bischof besigelt
hat und daromb gesworen haut«.— Konstanz, Stadtarch. (Bürgerbuch 1, ll). — Boppert, Chroniken 413. — Dar-
. nucli Schultheiß, Chronik (FreibDiOzesanarch. 8, 50). 0955
Nikolaus II. von Biesenbnrg, Bischof von Konstanz. 1384—1385. 31
1SS4 naeh Juli 16. »Der pfafTbait sach: Urbanisieti und Klemcntisten: Item als sich vormals der gross
rate erkeiitt hat, daz man den Giementisten allen sagen solt, daz man von ir wegen nit furo wolt ungesungen
sin, und daz si hinnan an samstag von der stat varcn soltint, ald wolt von ir jegelichem die büss nemen, die da-
* rnmb gesetzet ist, daz ist 5 ^ dammb was bott zu in Walther Swartz, Ulrich Wirtenberger, der Obs und der
Oeftnower. — Darnach an samstag nach Margreten (Juli 16] do kament die Giernentisten für den rat und er-
zaltent ir sach, wie reht ir züg und appellacyen wdrint, und hettint gern gesehen, daz man si in der stat hetti lassen
lielihcn. Do erkand sich aber der groß rat, wele nit von der stat füren bi der tagzit, von dem weit man die büss
nommen, die darüber gesetzet isi. Des warent hotten der Schilter, Walti von Hof und der Ohs. Anno 1384. —
' Konstanz, Stadtarch. (Ratsbuch 1,121.) — Ruppert, Ghroniken 381. — Schultheiß, Ghronik (FreibDiüzesanarch. 8,
49). 6956
— juli 2L Mangold von Brandis trifft Vorbereitungen zum kampf gegen Nikolaus von Biesenburg. — vgl. nr. 6761.
6967
— sepi. 20, Blnmbeig.. Rudolf von Blumberg erklärt, daß Agnes von Elingenberg, heim Burkards von Blumbeiig
sei. eheliches weib, rechte gemeinde hal)e an folgenden von bischof Heinrich sei. mit gunst seines kapitels um
29 m. s. versetzten einkünften, nämlich an der quärt der kirche Bräunlingen (Bru), an dem dritteil des zehnten,
den die von Allmendshofen (Almshouen) haben, an zwei teilen dieses zehnten, die der Beninger gehabt, an Dietrich
Rüns zehnten, an Marti des Zollers zehnten zu Kimberg (Eüm-), an der quart der kirche zu Löfßngen und an
2 matter gült zu Sumpfohren (Sumpforren). Blumberg 1384 s. Matheus abend. — Or. Frauenfeld. — reg. Fürsten¬
berger U-B. 6,42 nr. 25 note 5. 6958
— okt« 4, Embrach. Johann Annhnser, thesanrar zu Embrach, vom abt zu Petershansen als päpstl. konservator
subdelegiert, hebt alle geistlicheh strafen bis Martini auf, welche dekan und domkapitel von Eonst gegen die ein-
wohner von Reutiingen verhängt haben mit ausnahme der persünlich über Dietrich und Nikolaus Last von Tübingen
verhängten. Dat. in Tmbriaco 1384, 4. non. oct., ind. 7. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Reutlingen). 6959
— HOT. 10, Ehingen. Propst und kapitel der kollegiatkirche zu Ehingen am Neckar bitten bischof Nikolaus um
. bostätigong der Stiftung und ausstattung eines altars zu ehren Johannes des Täufers in ihrer kirche durch den ver¬
storbenen propst Lupo von Herrenberg. Sie präsentieren für den altar den kleriker Werner gen. Wülffli, der die nie-
‘ deren weihen bereits empfangen hat. Dat. dicto loco Ehingen 4. id. nov. 1384, ind.‘7. -r~ Abschr. Rottenbuig,
Bischöfl. Arch. (Report, s. 213). — vgl. nr. 6967. 69M
— HOT« 27, Überlingen. Hilbrandus ep. Pysiranensis (?) erteilt der Si Nikolauspfarrkirche zu Überlingen an be-
. stimmten tagen 40 tage bezw. 1 jalir ablaß. Dat. 1384, die dominica [prima adventus? unleserlich] in Überlingen
[Roder datiert nov. 27]. — Or. Überlingen, Stadtarch. (Lade 10 nr. 1513). 6%1
1385 Jan. 13, Buchhorn. Die zu Buchhorn versammelten Bodenseestädte schreiben an Straßburg und bitten sie um
Verwendung für die freilassung der vom bischof von Straßburg, der von Konstanz und bürger von Überlingen und
Ravensburg mit gewalt und ohne alles recht gefangen genommenen: nämlich des grafen Albrecht von Werdenberg
d. ä., herreii zu Bludenz, des Walter von Hohenfels und des Franz Murer, Chorherren und bürger zu Konstanz. —
' reg. Straßburger U-B. 6, 142 nach Or. Stadtarch. daselbsi — Die genannten gefangenen waren wohl anhänger Man¬
golds von Brandis vgL 1384 juli 21 nr. 6761. 6962
febr. 13. Mag. Johann Ebemant (f 1388 febr. 3), Eberhard Last, domherreii und domdekan Ulbrich Güttinger
werden bürger der stadt Konstanz und treten damit auf seiten des bischofs Nikolaus. — Ruppert, Konstanzer Ghro-
niken 1414 nach Konsi büigerbuch. — Ulrich Güttinger urkundet erstmals 1385 jmii 2, unten nr. 6972. 6963
— febr. 14, Bebenhausen. Werner, abt von Bebenhansen, präsentiert dem b. Nikolaus bezw. dessen generalvikar
in spir. für die fi^meßpMnde des Muttergottesaltars außerhalb des chores der Pfarrkirche zu Tübingen, welche
durch verzieht des priesters Otto, sohues weiland Heinrichs Schultheiß von Tübingen, erledigt ist, den priester
Konrad Freitag. Dat. in monasterio prescripto [Bebenhusen] 1385, in die b. Yalentini martiris. — Or. Stuttgart,
. Staatsarch. (Bebenhausen). 6964
april 7, Luzern. Schultheiß und rat von Luzern schreiben an b. Nikolaus und bitten ihn dafür einzutreten, daß
sie von künig Wenzel Zollfreiheit erhalten: sie wollen sichs 100 bis 150 fl. kosten lassen und wäre es ihnen lieber,
wenn das geld in die bisebüff. kasse fließe, als in eine andere. Dat. feria 6. post f. Pasche 1385.— ArchivSchweiz
6esch.20,137. - 6965
— april 14, Konstanz. Beflehlt der geistlichkeit des dekanats St. Gallen, die eingerückte konstitution des papsts
. Bonifaz Vlll. über verhängung des Interdikts wegen geldschulden zu beachten. Dat. Gonst. 1385, 18. kal; mai,
ind. 8. —^ Wartmann, Ü-B. St Gallen, 4,314nr. 1913. — Die Verordnung Bonifaz VIII. d. d. 1302 mai 13 >Pro-
vide attendentes« bei Potthast 2 nr. 25155. 6966
32 Nikolaus II. von Biesenbui^, Bisehof von Konstanz. 1385.
1385 april 17, Konstanz* Dei et apost sedis gratia episcopas Consi bestätigt mittelst transfix die Johannespfrunde
in der Stiftskirche zn Ehingen, welche weiland Lnpo von Herrenberg, propst daselbst, gestiftet hat und nm deren be-
stätignng propst and kapitel Ton Ehingen den bischof d. d. 1384 nov. 10 (4. id. no?.) gebeten haben. Dat Const.
1385, 15. kal. maii, ind. 8. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bottenbarg, Stift St. Moriz); rückseits sparen eines ring-
Siegels ygl. nr. G960. 6967
— april 22, Inzigkofen. Heinrich, bischof Ton Thermopylae and generalvikar in pont des bischofs Nikolaas, ge¬
währt allen, die an genannten tagen die klaose (cella sen mansio habitationis virginnm) and die kapelle des hl.
Manritios za Inzigkofen (Ontzkoaen) besuchen und dort bestimmte kirchliche übangen yerrichten, 40 tage bezw.
1 jahr and 1 karena (40 dies criminaliam et aunnm yenialinm et anam karenam) ablaß. Den weihetag des am heu¬
tigen tage za ehren der hl. Maria, des hl. Franciscos and der hl. S^lara geweihten altars yerlegt or auf den sonntag
nach Philippus und Jacobos. Dat. et act. in Üntzkoyen 22. mens. apr. 1385. — Or. Sigmaringen, Domänenarch.
6968
— april 23, Gorheim. Br. Heinrich Cisterzienserordens, b. yon Thermopylä und generalyikar in pontif. bischofii
Nikolaus, efteilt den besuchem der klaose and kapelle des hl. Michael in Gorheim (Gorhain) in der pfarrei Laiz an
gen. tagen 40 tage bezw. 1 jahr ablaß; außerdem weihte er einen altar auf der rechten Seite des chores za ehren
des liL kreazes, der mattergottes, des hl. Johannes d. T. und Ey. osw., in qno recondite sant reUqnie yidelicet de ligno
8. cmcis, de lapide, saper quem orayit Christas, de yestimentis b. Marie yiig., de yirga Mojsis et s. Stephani. Datw
et act. in Gorhain 23. die mens. apr. 1385. — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Sigmaringen). 6969
— april 27, Konstanz. Der offizial des Eonstanzer hofes beurkundet, daß sich Hainrich Bdller von Schwendi, sohn
des verstorbenen Heinrich Bfiller dem kloster Petershaosen zu eigen gegeben. Dat Const 1385, feria 5. post festom
b. Georii martiris. — Or. Karlsrahe (1/102); Siegel des Offizialats gat erhalten. Bmstbild eines bischofs mit mitra
und stab; rechte hand zum schwor erhoben; oben daran jjj. Umschrift: Sigillam officialis carie Constancien; rück¬
seits der urkunde: Ita factum e$t Euter (?) 6970
— mal 5, PMlendorf. Br. Heinrich Cisterzienserordens, bischof von Thermopylä, generalyikar in pontif. des bischofs
Nikolaus, verlegt das kirchweihfest der St Urbanskapelle za Pault (Bolt) in der pfarrei Laiz auf den St Urbanstag
and erteilt 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat in Pfhllendorf 5. mens, maii 1385.—Abschr. 15. jahrh. Sigmaringen,
Domänenarch. (Sigmaringen). ^71
— Joni 2, Konstanz. Ulrich Göttinger dekan and das kapitel des domes fordern rat and böiger der stadt Meers-*
borg auf, dem bischof Nikolaus von Bysenbarg za huldigen, den papst Urban VI. in Born und der röm. könig Wenzel
zum bischof verordnet den alle karförsten and Städte des reiches anerkannt and den domkapitel sowie börgermeister
großer rat and gemeinde von Konstanz empfangen hätten. Antwort wird erbeten. Geben ze Cost. 1385 an dem
nächsten fritag nach o. h. fronlichnamstag. — Or. Meersbaig, Stadtarch. — Leathins Kopialbach 135, ebenda. —
Seit 1384 jnli 3 muß Meersbarg auf seiten Mangolds gestanden sein. — vgl nr. 6760. 6972
— jnni 2, Konstanz. Ulrich Göttinger, dekan, und das kapitel von Konst schreiben an vogt räte and böiger zn
Klingnan und ermahnen sie dem *herm Niclansen von Bosembog byschoff ze Cost* und niemand anders zn huldigen,
da dieser »uns and unserm stift von Urban VI. und von Wenzeslaas als rechter bischof gegeben ist ^on auch alle
karförsten and Städte des hl. römischen reichs dafür halten, dem auch wir als ein recht gemein kapitel gehorsam
getan and den auch die börger and der große rat der stadt Konstanz empfangen and als einem rechten bischof ge¬
huldigt habenc. Die aassteiler erwarten von der stadt Klingnan sofortige antwort. Geben ze Cost 1385 an dem
nächsten fiitag nach n. h. ftonlichamstag. — Or. Peig. Klingnan, Stadtarch. mit Siegel des domkapitels. Auf der
rückseite: Ctingmw, — ygl. nr. 6985. 6973
— Jan! 12, ülm* Benrkmidet nebst Friedrich pfalzgraf bei Bhein, Johann landgraf von Lenchtenberg, Heinrich
von der Taben und Ulrich yon Hohenlohe als königlicher rat die vorläafige im iiamen des köiiigs Wenzel mit
38 genannten Städten geschlossene Übereinkunft wegen der tilgang der jadeiischalden. Geben ze Ulme dez nechsten
maantags vor sant Vitz tag 1385. —Or. Stuttgart Staatsarch. — Deutsche Städte Chroniken 1, 115. — Deutsche
Beichstagsakten 1, 493 nr. 269, cfr. 1, 496 nr. 271. — reg. Vischer, Forschungen deutscher Geschichte 2, 254
nr. 240. — vgl. den entwarf zur ark. Wenzels d. d. Börglitz 1385 Juli 16: Beichstagsakten 1, 500 nr. 27.3
note a, in welchem ebenfalls der teilnalime des bischofs an den verhandlnngen gedacht ist — vgl. ebenda (l, 496)
die arknnde d. d. >385 jani 13. — reg. Moßmam, Cart de Mulhouse 1 nr. 337. 6974
—• Juni 12, ülm* Die 38 aafgezählten städte versprechen nach der von den genannten königlichen räten, n. a.
bischof Nikolaas vereinbarten öbereinkanft den aastaasch der vertragsarkunden in angelegenheit der tilgang der
jadeiischalden. Geben ze Ulme des nechsten montags vor sant Vitz tag 1385. Ulm siegelt im namen der verbün¬
deten Städte. — Or. Stuttgart Staatsarch. — Deutsche Beichstagsakten I, 495 nr. 270. 6975
Nikolaus 11. von Biesenburg, Bischof von Konstanz. 1385. 38
1885 Juli 17, Bürglitz. KOnig Wenzel befiehlt 36 genannten stildten, dom bischof Nikolaus und Johann landgraf fon
Leuchtenbeig und Heinrich von der Tuben seinen räton 3000 gülden zu zahlen von den 40.000, die sie ihm von
der juden wegen jetzt zu geben pflichtig sind. Dat. zum Burgelins montag nach Marg. 1385, Boh. 23., Rom. 10.
— Or. München, Staatsarch. — reg. Reg. Boica 10,161. — Deutsche Reichstagsakten 1, 503 nr. 275, 5. 6976
Juli 30, Ramsberg b. Pfullendorf. Heinrich des Cisterzienserordens, bischof Ton ThermopyU und generalvikar in
pontif. des bischof Nikolaus Ton Konst, verleiht der kirche in QroOschonach (Schinach) für näher bezeichnete tage
40 tage bezw. i jahr und 1 karene ablaß. Dat in Castro Ramsperg penultima die mens, iulii 1385. — Abscin*.
Karlsruhe (2/12). 6977
— Juli 81. Bescheinigt samt Johann landgraf von Leuchtenberg und Heinrich von der Tuben, daß sie von rat
und bürgerschaft zu Nürnberg 3000 rheinische gülden für künig Wenzel empfängen haben. Dat montag vor sant
Peters tag kettenfeier 1385. — Or. München, Staatsarch. — reg. Reg. Boica 10, 162; Deutsche Reichstagsakten I,
504, nr. 276, 1. 6978
— BBg. 99. Nikolaus Wentelstein bescheinigt dem rate von Nürnberg den empfang von 1000 gülden von wegen
Johannes landgrafen von Leuchtenberg an den 3000 gülden, die künig Wenzel dem bischof Nikolaus, dem genannten
landgrafon und Heinrich von der Toben als zehmng gen Lamparten geschickt hat Dat dinstag vor Egid. 1385. —
Or. München, Reichsarch. — ausz. Deutsche Reichstagsakten 1, 505 note 1. 6979
— sept. 1, Beraun. König Wenzel dankt 25 genannten Städten dafür, daß sie in dem bistum Konstanz den »Un¬
glauben des widerpabstes Ruperti von GenefT, der sich Clemens nennte, gestört haben, und fordert sie auf, das
sdiisma daselbst vollends zu brechen. Geben zu Berne an sante Prisce tag unser reiche des behemischen in dem
23., und des römischen in dem ] 0. jaren. — Or. Stuttgart, Staatsarch. — Deutsche Reichstagsakten 1,414 nr. 230.
6980
— sept. 1, Ehingen. Propst und kapitel von Ehingen b. Rottenburg als patrone der pfarrkirche zu Bietenhausen
stiften aus den überaus reichen einkünften der dortigen pfarrkirche eine pfründe auf den Muttergottesaltar in der
gen. pfarrkirche, bitten den b. Nikolaus um bestatigung und präsentieren als ersten kaplan den kleriker Berthold
von Triberg. Die einkünfte des vikars sind aufgeführt Dat et act Ehingen prope Rotenburg 1385 kal. sept, ind.8.
— Absebr. (15 jh.) Stuttgart, Staatsarch. (Rottenburg, Stift St Moriz). 6981
— sopt* 12, Prag. Heinrich von der Duben, oberster kämmerer des königreichs Böhmen, bescheinigt dem rate
der Stadt Nürnberg, ans anlaß der durch königliche riite, u. a. bischof Nikolaus herbeigeführten Vereinbarung mit
den reichsstädten 1000 rheinische gülden empfangen zu haben. Dat Präge 1385 dinstag nach nativ. Marie. —
Or. München, Staatsarch. — ausz. Deutsche Reichstagsakten 1, 496 note 4. — vgl. Deutsche Städte-Chroniken l,
123. 6982
okt. 4, Konstanz. Dei et ap. sedis gratia ep. Const bestätigt mittelst transfix den zwischen Weingarten und
Weißenau geschlossenen tausch d. d. 1385 sept 28, womach Ludwig abt und der konvent von Weingarten alle
zehntrechte der St Cristinapfarrkirche, der mutterkirche des neuen filials St Jodok in Ravensburg, an gärten und
höfön, welche zur zeit Nikolaus Matz und Sjmon Schenk bauen, erhalten; sie geben dafür Weißenau näher bezeich¬
nete gärten und höfe, auf welchen nunmehr der bürgermeister und rat sowie die Untertanen von St. Cristina die neue
Bt Jodokskirche als filiale von St Cristina bauen. Diese güter gehörten dem kloster Weingarten und der kirdie zu
Ravensburg, einem filial von Altdorf. Der ständige vikar der kirche zu Ravensburg, mag. Konrad Schad, gibt seine
Zustimmung. Dat Const 1385, 4. non. oct, ind. 8. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weißenau); rückwärts oben
spuren eines ringsiegeis. — vgl. 1385 dez. 4 nr. 7000. • 6983
— okt. 5, Konstanz. Beauftragt den dekan des dekanats in Ändelsau (Andelsow), den priester Nikolaus Merkwil
in die durch freie resignation des Mathias von Baraspach erledigte Michaelskaplanei auf dem friedhof der kirche
zu Überlingen, einer tochterkirche zu Aufkirch einzuweisen. Das patronatsrecht gen. kaplanei besitzt der jeweilige
kirchrektor der pfarrkirche zu Aufkirch (üffkilch). Dat Const 1385, 3. non. oct, ind. 8. — Or. Karlsruhe (2/110).
Rückseits spuren eines roten ringsiegeis mit blätterranke. — reg. ZGORh. 22, 423. 6984
— okt. 13, Konstanz. Ulrich dekan und das kapitel des domes zu Konst ermahnen vogt, rat und bürger zu Klingnau
unverzüglich ihrem herm, bischof Nikolaus, zu schwören, wie es auch 'die von Meersburg getan haben. Sie sollen
durch einen boten antwort geben. Geben ze Const. under unsere gemaines kapitels angehenktem insiegel 1385 an
dem nähsten fritag vor s. Gallen tag. — Or. Karlsruhe (5 Klingnau). — vgl. 1385 juni 2 nr. 6973. 6985
—- okt. 24. Von gottes gnaden bischof und herr zu Konst bestätigt dem Rudolf Kichmater, bürger zu Zürich,
welchem bischof Heinrich und das domkapitel die quart der kirche zu Küsnach am Züricher see um 1880 fl. ver¬
pfändet hatten, diese pfandsebaft Geben an dem nechsten cinstag vor s. Simons und s. Judas tag 1385. — Or. Zü¬
rich, Staatsarch. (Cii 9 nr. 4l). Siegelumschrift: Nicolaus dei gratia ecclesie Const. episcopus. 6986
B«|esten der BbebOfe tod KonsUnz. III.
5
B4 Nikolans 11. Ton Biesenbnrg, Bischof ton Konstanz. 1385.
1385 okt. 26, Zfirieh. Von Gottes and des Stahles za Born gnaden bischof bestätigt dem vogt, dem rat and den
' bdigem der stadt Klingnaa alle freiheiten. Geben ze Zürich 1385 an dem nechsten domstag vor s. Symon and s.
' Jadas tag der hL zwelfbotten. ^— Or. Klingnaa, Stadtarcb. — Bechtsqaellen des kantons Argaa 1,3 s. 258 nr. 23.
6987
— okt. 26, Zttriell. Wird aaf lebenszeit bürger der stadt Zürich aaf anraten des künigs Wenzel and rerspricht
die feste Kaiserstahl, Klingnaa and Tannegg, yon dcnon ihm ein teil noch nicht gehorcht, ebenfalls dem bürgerrecht
znzoführen; aasgenommen sind papst Urban YL, der römische könig Wenzel and bürgermeister and rat der stadt
Konstanz. Geben Zürich an den 26. tag des andren herbstmanodes 1385. — Or. Zürich, Staatsarch. (C1138-1).—
Gleichzeitige abschr. ebenda (A 199^). — Scbeachzers abschriften bd. 19 nr. 1783 Zürich, Stadtbibi, za sept. 26.
— Chronik der stadt Zürich hg. von Dieraaer 83. — reg. Eidgen. Abschiede 1*, 67 nr. 165. — vgl. Ettmüller,
Jahrbb. der stadt Zürich 93. — Lünig, Beichsarch. 21, 1053. — reg. GPrSOrte. 4, 202. — Schaltheiß, Chronik
(FreibDiÖsesanarch. 8, 50) berichtet dies zam jahr 13831 — Chronik der stadt Zürich: QaellenSchweizGesch. 18,
83. 6988
— okt. 27, Zflriell. Bestimmt aaf ansachen des propstes and des kapitels des stiftes St Felix and Begala in
Zürich, daß alle, welche künftighin kanomkat and präbende an gen. kirche erhalten, sei es darch den papst in forma
paaperam oder in forma commani, darch den kaiser oder darch das kapitel, persönlich residieren sollen, sonst sollen
sie aller früchte (tarn in grossa quam in yino et in aliis proventibas) verlastig gehen; aasgenommen sind diejenigen,
welche Stadien h^ber abwesend sind oder wegen schwerer farcht (propter metam qoi cadere potest in constantem),
horyorgerofen aas anlaß der aafrechterhaltong and yerteidigang der rechte gen. kirche, nicht anwesend sein können,
worüber der bischof, propst and kapitel za entscheiden haben. Dieienigen, welche schon yor erlaß dieses statats
als Chorherren aafgenommen worden, sollen sich jedoch der alten freiheiten erfreaen. Das neue Statut soll yon
allen neu aufzonehmenden bepfründeten Chorherren beschworen und in die statutensammlung aufgeuommen werden.
Ein exemplar dieses statats soll das kapitel erhalten, das andere bürgermeister and rat der stadt Zürich. Dat et
aci Thoregi 6. kal. noy. 1385, ind. 8. (Datam etwas später geschrieben und mit anderer tiiite als die arkande). —
Or.Zürich,Staatsarch. (CI 14); gat erlmltenes bischofsiegel mit der amschrift (aafgelost): Nicolaas dei gratia epis-
copos Consi — erw. Hottingor, Historiae ecclesiasticae 8, 1357. 6989
— okt. 28, Zflriell. Von gottes and des aposi Stahles gnade bischof yon Konst, arkandet: der leatpriester von Zag
trägt yor, daß der generalrikar in spir. aaf betreiben einiger personen wegen geldschalden das interdikt über die
kirche von Zug verhängte. Der bischof hebt das interdikt wieder aaf, die kirchl. strafen sollen jedoch inbetreff der
exkommanizierten personen bestehen bleiben. Dat in opido Thaiicen. 1385, 5. kal. nov., ind. 8. — Or.Zog, Stadt-
arch.; rückseits sparen eines aafgedrückten kreisronden Siegels. 6990
— okt. 28, Klingnaa. Die stadt Zürich nimmt die stadt Klingnaa in ihr borgrecht aaf, solange bischof Nikolaus
lebt and bischof ist Geben ze Klingnoaw an dom nechsten samstig vor aller heiligen tag 1385. — Gleichz. abschr.
Zürich, Staatsarch. (A 199.^). — Scheachzers abschriften bd. 19 nr. 1784 Zürich, Stadtbibi. — Bechtsqaellen des
kantons Argaa 1,3 s. 259 nr. 24 nach or.im privatbesitz. — Chronik der stadt Zürich (QaellenSchweizGesch. 18,
83). 6991
— noy. 1, Konstanz. Befiehlt propst and kapitel zu Zürich, daß sie 40 fi. der ihm jährlich schuldenden konso-
lationen an Andreas Sailer, bürger zu Zürich, in seinem namen zahlen sollten, wofür der bischof ihnen quittong aus*
stellt Dat. Const 1386 die omniam ss. nostro sigillo sab appresso.-r' Or. Zürich, Staatsarch (CII1 nr.409). Das
: Siegel rückseits aafgedrückt 6992
— noy. 5, Rayensbnrg. Belehnt den Peter von Wachingen mit dem zehnten za Zimmerberg (Zimberbetg) *za
deni hof and za dem holz*, lehon des hochstifts, and gestattet, daß nach dem tode des belehnten gen. lehen an die
kinder seiner Schwester Adelheid von Wachingen übergehen. Geben ze Bavensburg 1385 des nehesteu sontags vor
sante Mertinstag. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Grafen von Montfort). Auf dom bag steht: Rud. de Wolfurt, Ur^
eula soi'or eins. 6998
— noy. 18, Konstanz* Befiehlt dem kapitel von St Stephan von Konst aaf grand der preces primariae den Johann
sohn des Ulrich Münch, bürgers za Konst, accolyten, als Chorherren aofzunehmen. Dat Const 1385, 14. kal. doc.,
ind. 8. — Or. Konst, Stadtarch« (nr. 2328); rückseits oben sparen eines ringsiegeis. — reg. Marmor, Urk. ausx.
36. 6994
— nach noy. 19. Nach dem tode bischof Mangolds von Brandis (t nov. 19) kommt Nikolaas nach
Klingnaa; Kaiserstahl und Neiiiikirch und or and seine diener nehmen das brot in beschlag, das bischof Mangold
zur rüstang gegen seine gegner backen ließ. — Chronicon Constantiense (Moiie, Quellens. 1, 324). — vgl. nr. 6785
‘ und folgende nr. 6995
Nikolaus 11 . yon Biesenbnrg, Bischof yon Konstanz. 1885—1386. 35
188& HOT. 20, Konstanz. Burkhard von Hewen dompropst, Ulrich dekan und das kapiiel za Konst, fordern die Stadt
Kaiserstuhl auf, mit aller zabehCr dem hischof Nikolaus von Konstanz zu huldigen und zu schwören. 8ie bevollmäch¬
tigen zu diesem zwecke meister Franz [Murer], domherm und offizial zu Konst. Geben ze Cost. mäntag vor s. Ka-
therinen tag. — Or. Kaiserstuhl, Stadtarch. nach regest im 8taatsarcb. Aarau. — erw. Haupt, ZGOBh.NF. 5,290
anm. — 1385 nov. 19 war der gegner Nikolaus*, bischof Mangold von Brandis, in Kaiserstahl gestorben. — vgl.
nov. 23 nr. 6988. 0900
— UOT. 22, Kenilkirch. Bestätigt dem vogt, rat und bürgern zu Neunkirch ihre freiheiten. — reg. Urkunden-
register des kantons Schaff hausen nr. 1177 nach or. Neunkirch, Stadtarch. — erw. Bueger, Chron. Schaffh. 1, 455
anm. 4. 0997
— nOT. 23, Kaiserstahl. Bestätigt der stadt Kaiserstahl alle freiheiten, besonders diejenigen bischof Heinrichs
von Brandis. Geben ze Kayserstull des nehesten donrstage vor s. Katherynen tage der hl. junghawen 1385. —
Bechtsquellen des kantons Aigau I, 3 s. 15 nr. 8. nach or. Kaiserstuhl, Stadtarch. — vgl 1374 märz 9 und nov.
20 nr. 6996. 0988
— UOT. 23, Kaiserstahl. Schultheiß, rat und burger zu Kaiserstuhl bekennen sich zu einem burgrecht mit der stadt
Zürich (in denselben Worten wie Klingnau nr. 6991 zu okt. 28). Geben zu Kayserstuhl an dem nächsten donnerstag
vor St. Catharinen tag 1385. — Scheuebzers abschriften bd. 19 nr. 1785 Stadtbibl Zürich. 0999
— dez. 4, Konstanz. Nikolaus bestätigt folgende eingeruckte urkunde: 1385 nov. 19. Wemher abt und konvont
des kloiters Weißenau, br. Budolf von Kipfenberg, konventual und ständiger vikar der pfarrkirebe St. Cristina auf
dem berge bei der buig Bavensbarg, Johann Humpiß bürgermeister, rat und bürgerschaft von Bavensburg tragen
vor: da die pfarrkirebe St. Cristina auf dem berge außerhalb der Stadtmauern liegt, und 60 häuser und deren be-
wohner innerhalb der Stadtmauern zu ihr gehören, welche wegen des beschwerlichen weges bei regen, Winterszeit
und feindesüberfall die pfarrkirche nicht besuchen und nur mit Schwierigkeit die toten daselbst begraben lassen
können, haben bürgermeister, rat und einwohner von Bavensburg eine neue kirche, St. Jodok, als filial gebaut,
welche bereits geweiht ist und einen geweihten friedhof besitzt, und drei altäre errichtet, welcho sie unter nach-
beuaiinten bedingungen bewidmen wollen: auf dem friedhof der neuen kirche sollen alle zur pfarrkirche St. Cristina
gehörenden, innerhalb der Stadtmauern wohnenden Untertanen begraben werden können, falls sie nicht ausdrücklich
verlangten bei St Cristina beerdigt zu werden; weitere punkten betreffen das kollaturrecht der drei altäre; der stän¬
dige Vikar des hauptaltares soll den bewohnern innerhalb der stadt die hl. Sakramente spenden dürfen, hieher sollten
auch die oblationen und opfergelder fallen. Dai Const. 1385, 2. non dec., ind 8. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Weißenau); rückseits oben spuren eines ringsiegeis. — Mod. abschr. Bavensburg, Stadtarch. — reg. SVGBodensee
24, (1895] 139. — DiÖzesanarchSchwaben 1895, 21. . 7000
— dez. 18, Genua. Papst Urban VI. ernennt den abt Konrad von Stein a. Bh. zum abt von St Blasien, da der dor¬
tige abt Heinrich von Eschentz dem gegenpapst Klemens VIL anhange und darum die abtei erledigt sei. Den eid
soll Konrad in die hände des bischofs von Chur und Thermopylä [weihbischof von Konst] ablegen. — Thommon,
Urkk. zur Schweiz. Gesch. aus öst. Archiven 2, 191 nr. 194. — vgl 1391 mai 20. 7001
— dez. 18. Konrad der Vondrer, stadtammann zu Badolfzell, vkundet: es erscheint vor ihm zu gericht graf Hans
von Sulz, dekan der Beichenau, im namen seines heim herm Wemher erwählten abtes der Beichenau einer- und Wolf
von Jungingen ritter sowie Hans der Bis burger zu Konst im namen des bischofs Nikolaus von Konst anderseits.
Hans von Sulz eröffnet, daß Mangold von Brandis weiland auch erwählter abt der Beichenau bei seinen leb-
zeiten 12 fässer wein (12 Vs fuder) in die stadt Badolfzell gelegt hat, welcher auf den gütem der abtei gewachsen
ist Die gegenpartei dagegen behauptete, daß der wein dem bistum gehöre, dazu sei noch die quartpflichtige kirche
zu Steckbom, die Beichenau gehört, mit der entrichtung der quart viele jahre im rückstande. Der aussteller spricht
den wein der Beichenau zu. Geben 1385 am nähsten gütem tag vor s. Thomanstag des zwelfbotten. — Or. Karls¬
ruhe (5 Badolfzell). 7002
1386« Der generalvikar [Heinrich] Goldast bestätigt Heinrich IV. als abt des klosters St. Geoigen, welcher bereits
1382 erwählt worden war. — erw. FreibDiözesanarch. 15,240 (ob jahr richtig?) 7003
nach 1386 jan. 20, Zürich. Bürgermeister und rat von Zürich an den papst: sie versprechen bei seiner obedienz zu
verharren und ihn wenn nötig zu unterstützen, wie sie dem bischof Nikolaus behülflich waren gegen seinen gegner,
damit er den besitz der bürgen und städte des bistums erlange, ln der Streitsache des verstorbenen br. Johann Pa-
radieser einer- und des br. Heinrich Besserer anderseits um die abtei Wettingen wurden sie mit strafsenteuzen belegt.
Sie bitten nunmehr nach dem tode der beiden um nichtigkeitserklärung und endgültige entscheidung. Sie empfehlen
den Überbringer dieses, Konrad. Dat. Thuregi 20. die mens, januarii. [jahr fehlt]. — Kopb. 1491, 12 Karlsraho
(Formelbuch); vorausgeht ein ähnliches schreiben derselben. 7004
(1384—1387 ailg. 15). Der bund (liga sen Universitas) der reichsslAdte in Alemaimieu an papst Urban VI.: Hug
Klient hat ihnen bis jetzt ihre »consilia et tractatus« al^efaßt und aufgeschrieben, zugleich prozesse gegen die an-
ö*
I I
36 Nikolaus 11. tou Biesenbur^, Bisehof von Konstauz. 1386.
häuger des gegenpapstes ond die gegner des bischofs Nikolaus ?eröffeutlichi Der bond bittet deu papst, dem Hug
Ellent eine auwartscbaft auf eine domherreupfninde zu Konstanz zu gewähren, dergestalt daß ihm nach dem tode
des Johann ron Landenberg dessen pfrände und thesanrarie zu teil werde. Dat 15. die mens, ang., sab sigillo ci?i-
tatis eiasdem abi tone eramos collecti [ohne jahr]. — Kopb. 1491 (855) 22 * Karlsmhe (Formelbach). 7005
1386 jan. 29, Beraon. König Wenzel befreit seines lieben ratos and fürsten bischofs Nikolaus Ton Konstanz stadt
Kaiserstahl ?on der ladong Yor fremde gerichte. Geben ze Berne 1386 des montags vor anserr frawen tag lichtmefi,
Böhm. 23, Röol 10. — Bechtsqaellen des kantons Argaa 1, 3 s. 15 ur. 9 nach or. Stadtarch. KaiserstahL — Kopb.
423, 10 Karlsruhe. 7006
— Jan. 29) Beraon. Przemissla, hofrichter könig Wenzels, verurteilt auf klage der geistlichkeit die stadt Worms
in eine baße von 100 000 m. goldes. Die arkonde ist unter anderm auch gerichtet an *hem Niclaseu bischoff zn
Coatentz*. Geben za Berne (montag vor o. frowen tag liechtmesse) 1386. — Boos, U-B. der Stadt Worms 2, 570.
7007
— febr. 1. »Item als unser herre der abt von Owe gebetten hat, daz man im dieselben vesti [Marbach] ing^ben
weit, des hat in der rat geeret also, ob er dem Mänlin sicher machet daz gelt daz darüber gangen ist, and daz er
och verhaiss und gelob, daz er die vesti nieman ze koffent geben noch versetze, wen mit dez rates willen, und daz
er och die ansem nmb redelich galt osrihten welle nach dez rates erkantnosse, and daz er och darzu für den rat
körnen welle, so im ain rat daromb entbotet. An unser frowen abend liehtmess 1386«. — Konstanz, Stadtarch.,
Ratsbach 1 , 135. 7008
— febr. 5. Theoderich Last, domherr, stirbi — MG. Necrol. 1 , 284. 7009
— febr. 69 Genna. Papst Urban YL an den abt von Rüti mit dem aaftrag, dem kloster Kappel die entfremdeten güter
zu verschaffen. Oai Janae 8. id. febr., a. 8. — Or. Zürich, Staatsarch. (GlI 4 nr. 350); rechts auf dem bog: R***
gratii, P. de R.ssnis, Bückseits sichtbar: eise, — Regg. Cappel nr. 262. — vgl. 1385 joli 6 nr. 6779. 7010
— febr. 7. Der schwäbische städteband an die stadt Speier: bittet den Rheinischen band um hilfe gegen herzog
Leopold m. von Österreich, da o. a. die von Konstanz aut dem tage za Baden i. A. (1386 jan. 6) klagten, daß der
herzog von Österreich and bürger von Freibarg ihre mitbürger an hab und gut schädigten, weil sie za ürhan nnd
nicht zn dem gegenpapst von Avignon hielten. — Deutsche Reichstagsakten 1, 453. — erw. Haupt, ZGOBh. NF.
5, 292. 7011
— mErz 5^ Konstanz. Verleibt der propstei Schassenried das lehen zem ^iegdhus ze der Aich bei ihrem kloster
gegen einen jährlichen zins von V 2 ^ wachs. Johann von Loggbach trag es bisher vom hochstifk za lehen, schenkte
es aber der propstei. Dat. Const 1386, 3. non .marcii, ind. 9 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Schassenried). 7012
— märz 5^ Gottlieben. Schreibt an Johann, stadtschreiber za Basel: wir teilen euch mit, daß es unsorm
herm, dem römischen könig wohl geht and besonders könig Sigismund wegen des königreichs za Ungarn.
Ihr möget es allen freunden in Basel verkünden, daß dort ,Karlopes me wen mit 1 V« hundert Neapolitanern er¬
schlagen ist zn augesicht beider fraaen von Ungarn und zwar an s. Yalentinstag (l 4. febr.)^ Wir haben dem kanzler
herm Hanken ernstlich geschrieben wegen der Basler. Der könig hat alle fürsten auf Ocali (märz 25) gen Amberg
geladen, es ist gut, wenn auch Basel abgeordnete sendet Tat alles, um die geldangolcgonheit za förden and Sicher¬
heit daför za bringen. Hans Ulrich vom Has hat uns geschrieben, daß er 180 fl. »uff uns verlaist hab von Hans
Luchs wegen von Basel«. Wir sind mit demselben Hans Luchs gütlich ubereingekommen, aber dieser meint, »im
hett nieman gelaist«. Laßt uns die Wahrheit darüber erfahren. Geben ze Gottlieben au gütemtag nach der pfaffen
vasnaht [1386]. — Or. Basel, Staatsarch. (B. 4. 1 nr. l). — Zum anfstand in Ungarn vgl. Weber, Weltgeschichte
(Leipzig 1885) 8 , 519. 7013
— mSrz II 9 Konstanz. Von gottes and des hL Stuhles za Rom gnaden bischof von Konstanz verpfändet dem
Konrad Blarrer, Albrechts Blarrers sohn bürgers za Konst, wiederlösang Vorbehalten, barg and vogtei Moersbarg
für 200 m. s. and 500 ^ Konst, heller. Das erhaltene geld benützt er, um die gen. barg und vogtei von den grafen
von Nellenbnrg, denen dieselbe am 100 m. s. verpfändet war, einzalösen, die schulden des hochstifts za zahlen, ,da
großer anlideget schaden af uns vioP, and die 500 heller zarückzuerstatten, welche er von Ulrich Blarrer, bruder des
gen. Konrad, geliehen hatte. Das domkapitel stimmt za. Ze Cost geben 1386 an s. Gregorien abent des bapstes. — Ein¬
gerückt in den revers des Konrad Blarrer, Schultheißen za Schlettstadt, d. d. 1386 märz 16 (s. Gerdrat abend) mit
der beifügung, daß die pfandlösung imr stattfinden soll, wenn vorher auch die 40 füder wein abgelöst werden, die
ihm za Meersbarg und Hagnau versetzt sind. — Kopb. 500, 49* Karlsruhe. — vgl. Haupt ZGORh. NF. 5 , 290.
7014
— niErz 12. Johann von Bodman, Konrads seL sohn, tat dem bischof Nikolaus zu wissen, daß er in der leutkircho
za Bodman aaf den St. Katbarinenaltar eine meßpfründe gestiftet hat, und bittet um bestätigung. Gebn 1386 an
8 , Gregorien tag, — Geschichte der freiherrn von Bodman ur. 327 nach Or. Archiv Bodman. 7015
Nikolaus II. von Biesenburg, Bischof von Konstanz. 1386. 37
1386 m&n Konstanz. Der generalrikar in spir. des biscliofs Nikolaus thut kund, daß er auf geheiß des erzbischofs
Peter Ton Tarent (d. apad Lnceriam oristianorom snb sigillo, qno dndum nt episcopns Senogallien. ntebamnr, 14.kal
maii pont. Urbani VI. a. 8) [1386 april 14] den scolaris Johann Tmtman super defectn natalium dispensiert
und ihm die fäbigkeit rerliehen habe, alle zum priester notwendigen weihen za erhalten und pfründon zu erwerben,
auch wenn diese mit seelsorge yerbunden sind. Dat. Const. 1386, 3. id. marc., ind. 8. — Zimm.Kopb. 1, 30^ Donau-
eschingen. Das datum des eingerückten briefs oder der ork. ist falsch. Vielleicht ist 14. kal. marcii^febr. 16 zu
lesen, oder 3. id. maii = mai 13. Die ind. stimmt nicht 7010
— mirz 14, Konstanz. Beauftragt den dekan zu Granheim mit der einführung des priesters Johann Trutmann ?on
Hayingen in den besitz der pfairkircbe zu Hayingen, für welche ihn der rittor Swigger von Gundelfingen nach dem
tode Konrads yon Güppiugen präsentiert und mit welcher er, der bischof, ihn inyestiert hat Dat Const. 1386,2. id.
marc., ind. 9. — Zimm. Kopb. 1,30^ Donaueschingen. — ygl. 1384 febr. 11 nr. 6743. 7017
— mSrz 15, Konstanz. Ernennt mit binweis auf die bulle des papstes Johann XXII. yom 26. april 1319 (Dat*
Ayin. 6. kal. maii, a. 3.) den Eberhard Insiegler (sigillifer), domkantor zu Konstanz, und den Johann yon Tettnang,
kantor yon s. Felix und Begula zu Zürich, za konservatoren der Franziskaner in seiner diüzese. Dat Const 1386,
id. martii, ind. 9. B.; oben rechts ringsiegel. — Or. Luzern, Btaatsarch. (Franzisk. Ul, Gl). — ygl. Wadding, An-
ualos 6, 529. 7018
— mXrz 17, Konstanz. Schreibt an die gesamte geistlichkeit in. stadt und bistoin Konst, sofern sie zu Urban VI.
und ihm halten: als er durch des apost Stuhles gnade bischof geworden, hat er die^gesamte geistlichkeit ermahnt
nnd ihnen befohlen, daß sie ihn unter androhung kirchlicher strafen als wahren bischof von Konst, anerkennen
sollen. Trotzdem yerharrt bis heute der ganze kleros der stadt Kenzingen im ungehorsam gegen ihn. Er yerhängt
deswegen über bürgermeister, rat und die ganze stadt die *eicommunicatio maior*, und befiehlt den adressaten dies
zu yerkünden, mit genauer ausfübraog, wie sie sich gegen die stadt und den klerns daselbst zu yerhalten haben.
Dat Const 1386, 16. kal apr., ind. 9. — Or. Freibnrg i. Br., Stadtarch. (Kenzingen): rückseits: facta coUacio. —
erw. Haupt ZGOBh. NF. 5, 292. 7019
— mXrz 22, Gottlieben. Gibt seine Zustimmung, daß Johann Buh, bürger zu Konstanz, die feste Güttingen gen.
Kachel, das dorf samt Zubehör, an Johann den Sailer, dessen Frau Helena nnd dessen mutter Anna^ Sailer um
1400 Scheller yerkauft Geben ze Gottlieben 1386 an dem nechsten donrstag yor unser frauwen tag zu dem künde.
— Kopb. 1767, 49 Karlsruhe. — Die fertignng vor dem stadtammanu zu Konst ist datiert 1386 märz 23 (freytag
vor u. l trauen tag zu dem ende) (ebenda). — ygl. folgende nr. 7020
— märz 22, Gottlieben. Von gottes gnaden bischof zu Konst erteilt seine Zustimmung, daß Johann Sailer,
dessen frau Helena und dessen mutter Anna die feste Güttingen gen. Kachel mit dem jdorf Güttingen samt louton
nnd gütem, lehen des bistums, an Ulrich Habch, stadtammann zu Konst., verpfänden. Geben in unser bürg ze Gott¬
lieben 1386 an dem nächsten donrstag vor ünser frowen tag ze dem ämde. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Meers¬
barg). — Kopb. 1767, 68 Karlsruhe (geben in unser barg zu Gottlieben 1386 an dem nechsten donerstog vor
unser frauwen tag zu dem ende). — vgL april 3 nr. 7023. 7021
— april 2, Konstanz. Bestätigt die Stiftung einer jahrzeit durch Wernher Gutansan]gen. Torocher, bürger zu
Boatlingen, nnd dessen Grete Bödemlin auf den liebfraoenaltar in der St. Peterskirche za Beutlingen mit näher
bezoichneten gütern. Die Stiftung erfolgte mit Zustimmung des abtes von Königsbronn (Küngsbmnnen) und des
Hans von Ingstetteu, leutpriesters zu Beutlingen. Dat Const. 1386, 4. non. apr., ind. 9. — Or. Tübingen, Spital-
arch. (nr. 318). — vgl DiözesanarchSchwaben 1886 s. 3; Beutlinger Geschichtsbl. 1892, 95. 7022
— april 3, Gottlieben. Gibt seine Zustimmung, daß Johann Sailer, bürger zu Konst., dessen frau Helena aud
dessen matter Anna Sailer, an Ulrich Habch stadtammann za Konst und dessen frau Adelheid um 1800 heller
die feste Güttingen samt Zubehör, lehen des bistams, verkaaft haben. Geben in unser barg zu Gottlieben 1386 au
dem nechsten zinstag vor s. Ambrosi tag. — Or. Fraaenfeld, Kantonsarch. — Kopb. 1767, 57 Karlsruhe. — vgl.
märz 22 nr. 7020, 7021. 7023
— april 5. Bestätigt die von Walker Golge and Fritz Walker d. d. 1386 märz 23 aasgestattete pfründe auf dem
altar in der AllerheiligenkapoUe za Beatlingon. — erw. DiözesanarchSchwaben 1896, 89; BeuÜinger Geschichtsbl.
1892, 76. 7024
— april 9. Der schulthoiss und die richter za Ulbach verbinden sich gegenüber dem domkapitel von Konst., daß
sie bei der neu gebauten und geweihten kapello zu Ulbach kein begräbnisrecht beansprachen oder eine pfründe da¬
selbst bewidmeii werden. Sollten sie letzteres aber mit Zustimmung des domkapitels tun, so sollten sie gleichwohl
kein begräbuisrecht haben. Geben dez nechsten gütemtags nach dein sauneutag in der vasten, alz man singet Ju-
dica 1386. — Or. Überlingen, Stadtarch. (Lade 9 nr. 2307). 7025
38 Nikolaus 11. vou Kieseubui^ Bischof von Konstanz. 1386.
1386 april 15, Genna. Papst Urban YI. gibt dem abt Wemher der Beichenan die'orlanbnis, sich von jedem beliebigen
bischof weihen za lassen. Dat Janne 17. kaLmaii, a. 3. — Cr. Earlsrabe (5 Beichenan); nnter dem bng links: ap,
taxe 12 Alardwf. Ja. de Fulyrues 9; anf dem bog rechts: P. Petra; räc^eits oben mitte: Jo. Stcancko. R darin
n, bei den schnören ir. Z.; beim bog rechts: Ger. — erw. Hanpt, ZGOBh. NF. 5, 292. — vgl. 1386 jnli 29
nr. 7038. 7026
— npril 27, Konstanz. Franziskos Mnrer, offizial des Konst hofes, eröffnet der äbtissin and dem konvent von
St Felix and Begola in Zürich die bolle Urbans YI. d. d. 1385 okt 6 (Dat Janne 2. non. oct, a. 8.): Urban YI.
verleiht dem Johann Mejtteler, chorherm der propstei Zürich, das anrecht anf ein benefiziam — com cara 25, sine
cara 18 m. arg. — das znr kollatnr der äbtissin and des konventes von Zürich gehört, nnbeschadet des besitzes
der chorherreupfründe, welche 40 fl. nicht übersteigt Dat. et act Const. 1386, 5. kaL maii, ind. 9. Zeagen: Diet-
heim Yberger and Johann Binder, chorherr za Embrach and notar des offizials. — Gleichz. absehr. Zürich, Staats-
arch. (C112 nr. 222). 7027
— mai 14, Altenborg. König Wenzel bestiltigt anf bitten des bischofs Nikolans (princeps, consiliarios et devotos
noster dilectos) dem hochstift Konstanz die Privilegien kalser Karls lY. d. d. 1357 okt ll (vgl. Begg. Ck>ust 2
nr. 5331). Dat Aldenburg 1386, pridie id, niaii, regnomm nostrorom anno Boeoiie 23., Bomanorom vero 10.—
Or. Earlsrahe (K. Seleci nr. 416). Auf dem bog rechts: ad mandatum d. regia H. Lutmeen. pptua Caneeü. Bück-
seits: fi**. Weneedaua de Jenykon. — Kopb. 503, 29; 514,23; 688,65 Earlsrahe. — erw. ZGOBh. NF. 3, 426
nr. 416 (ist die bestätigang von 1357 okt 11); Winckelmann, Acta 2,534.841. 7028
— mal 30, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Nikolaus von Konstanz bestätigt folgende Stiftung:
1384 aog. 23. Nikolaus Ungeheuer, priester von Freibarg, kämmerer von St Thomas za Straßbarg, stiftet mit
zastimmang des kirchherrn Gottfried za Freibarg eine priesterpfründe auf den neu errichteten altar der hll. Petras
and Paulas im neuen chore der pfarrkirche za Froiburg and bewidmet denselben mit näher gen. gütern, deren nutz-
iiießang er sich and der Katharina gen. Künichin aaf lebenszeit vorbehält Das patronatsrecht soll nach dem todo
des Stifters dem bürgermeister, dem fabrikmeister der pfarrkirche and dem meister des armenspitals za Freibarg
zastehen. Dat et act Argentine 1384, ind. 7., meuse aagasti die 23.
Dat Const. 1386, 3. kal ionii, ind. 9. — Or. Freibarg, Münsterarch.; rückseits oben sparen eines kleinen ring-
siegels. — Absehr. Karlsruhe (21/155). — Die stiftangsarkande gedr. Freiburger Hünsterblätter 6 nr. 274. vgl.
ebenda nr. 275 and 281. — vgl. FreibDiözesanarch. 22, 264. —^Za dieser zeit befand sich die Verwaltung des
gegenbischoft bereits in Freibarg. 7020
— jani 8, Bürglitz. König Wenzel fordert Straßbarg and »andre die za in gehören« aaf, zam nächsten St Ja¬
kobstag (jnli 25) boten nach Oppenheim zu entsenden, wo er friede und gnade im reich bestellen will; er beglau¬
bigt als seine Unterhändler bischof Nikolaus »unsem forsten rates and üben andechtigen« sowie Colman von Don-
uerstein. Geben zum Bargleins des frejtags vor pfingsten, unserr reiche des behemischen in dem 23 and des Bomi-
schen in dem 10 jaren. — Or. Straßbarg, Stadtarch. — Deutsche Beichstagsakten 1, 524 nr. 288. — reg. Straßb.
U-B. 6, 168. 7030
— juni 12, Oottlieben. Ist mit abt Eberhard von St Georgen im Schwarzwald wegen einer genossensebaft,
Heinrich Strnb von Steaßlingen (Stüßlingen), leibeigener des bistams, und dessen fraa Anna des kellers tochter
vou Wiechs, leibeigene des klosters betreffend, überoingekommen. Sie wollen deren kinder gemeinschaftüch besitzen
so, daß wenn der eine einen teil der kinder fordert soll das der andere in dem nächsten mouat gestatten. Falls
Heinrich stirbt soll das bistam nar einen haaptfall erhalten. Geben in unser vesti Gotlieben 1386 an dem zinstag
in der phingstwoeben. — Or. Karlsruhe (12/10) mit gutem bischofssiegel (vgl Weech, Siegel 32, l). Rückseits
sparen eines roten ringsiegeis. — Kopb. 1223, 764 Karlsruhe. — Zam Inhalt vgl ZGOBh. 7,129 f. 7031
— juui 28, Konstanz. Hontpiß, chorherr von St Stephan za Konst, stiftet einen altar za ehren der hl. Barbara
in der St Stophauskirche zu Konstanz, bewidmet ihn mit näher gen. gutem, bestimmt die verpflichtaugeu des ka-
plans, überträgt das kollatarrecht nach seinem tode an den leatpriester von St Stephan und bittet den b. Nikolaus
um bestätigung. Dat et acta sunt hec Const in vigilia b. Petri et Paali app. 1386, ind. 9. — Or. Karlsmho
(5 Konst Kirchendienste). 7033
— juli 3, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die stiftnng and bewidmung eines altares zu ehren des hl Stephanus
erzmurtyrer, Laurentius, Yitas, Ulrich, Bernhard and Leonhard in der St Martinspfarrkirche zu Kirchheim a. T.
durch Ulrich kirchherrn daselbst, d. d. 1384 nov. 7 (feria 2. a. f. s. Martini), zu welcher graf Eberhard vou Würt¬
temberg seine Zustimmung gegeben hatte. Dat Const 1386, 5. non. ialii, ind. 9. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Kirchheim G. V.); rückseits spuren eines riugsiegols. 7033
— Juli 6, BeI»euhausou. Br. Hermaiin [Heinrich| Cysterzienserordeus, bischof von Thermopylä (Pennobileii!) und
generalvikar in pontiflcalibos des b. Nikolaus, verleiht auf bitten dos Jubauuiterkuiutars Hermann von Ow, allen,
welche die kirche zu Kohrdorf am kirchweihUig, an dem der 3 altäre und au andern gen. festen besuchen und almoseu
Nikolaus 11. von Riesenbiirg, Bischof von Konstanz. 1386. 39
spenden, 40 tage bezw. 1 jahr ablaC. Dat. in mon. Bebenboson Ord. Cist. Const dioc. G. die inlii 1386, ind. 8.(!)
— Or. Stattgari, Staatsarcb. (Johanniter). 70M
1380 Juli 9. Johann ¥on Randegg, domherr, stirbt und wird in Diessenliofen begraben. — MG. Necrol. 1, 290.
7036
— Juli ll, KonsUins« Inkorporiert mit tostimmang des domkapitels von Konstanz dem kloster Stein, das dnrch
kriege schweren schaden gelitten hat, die pfarrkirche in Schwenningen, ihres patronats, unter Vorbehalt der (nicht
nhher bezeichneten) kongrna für den vikar. Dat. et act. in ecclesia Const 1386, 5. id. idii, ind. 9. — Or. Earls-
. mbe (]/l02). Siegel des bischofs nnd des domkapitels, rückseits spnren eines roten ringsiegeis. — Abschr. Steiner
Cartnlar: Schaff hausen, Staatsarch. — vgl. 1386 aug. 7 nr. 7039 und 1399 nov. 8. 7036
— jnli 11, Konstanz. Inkorporiert mit Zustimmung des domkapitels dem dnrch schulden bedrängten kloster Stein
a. Rh. die pfarrkirche Nagold, deren patronatsreclit dem kloster znstand, unter Vorbehalt der kongrua für den vikar.
Dat Const 1386, 5. id. iulii, ind. 9. ~ Or. Stuttgart Staatsarch. (Nagold 6.V.): rückseits spuren eines ringsiegeis.
Vermerk: d. Ähbaiis in Stayn preaentetur Camtaneie Conrado Saefts ex parte Petri Lidfinger, — reg. nach dem
Steiner Cartnlar nr. 38: Schaffhansen, Staatsarch. — ansz. Schmid, Monnmenta Hohenbergica nr. 730. — vgL
1386 aug. 7 nr. 7039. 7037
— jnli 29, Augsburg. Abt Wernher der Reichenau wird von br. Albert ep. Salonen. 0. S. Fraucisci. coadintor
in pontif. dos bischofs Burkhard von Augsburg, in der klosterkirche St Ulrich nnd Afra zu Augsburg zum abte ge¬
weiht im auftrage des papstes Urban VI. Dat et act Aug.- dominica post diem s. Jacobi apostoli 1386. — Or.
Karlsruhe (5 Reichenau). — erw. Haupt ZGORh. NF. 5,292. — vgl. nr. 7026. 7038
*— ang. 7, Stein. Abt Konrad und der konvent des Benediktinerklosters Stein a. Rh. tun kund, daß bischof Niko¬
laus mit Zustimmung des domkapitels ihrem kloster die pfarrkircheii zu Schwenningen (Swe-) nnd zu Nagold inkor¬
poriert hat; sie vereinbaren mit dem bischof nnd dem domkapitel, daß sie von beiden kirchon nicht mehr die primi
fructus, sondern die quart entrichten sollen. Dat in mon. nro. 1386, 7. id. aug., ind. 9. — Kopb. AA, 562 Erz¬
bisch. Arch. Freiburg i. B. — reg. Kopb. 503,309 Karlsruhe. — vgl. 1386 juli 11 nr. 7036. 7037. 7039
— aug. 18, Konstanz. Br.. Heinrich Cjstorzienserordens, bischof von Thermopylä (Termopilen.) nnd general vikar in
pontif. des b. Nikolaus, weiht einen altar in dem bethaus der zelle in der Halden im walde Bickelsberg zu ehren der
Vuttergottea, der hü. Vitus und Paulus des eiusiedlers, legt den weihetag auf sonntag Quasimodogeniti und er¬
teilt 40 tage bezw. 1 jahr und eine karene ablaß. Dat Const 15. kal. sept 1386. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(St Georgen-Bickelsberg); gut erhaltenes Siegel. Rückseits vermerk über transferiemng des weibetages. — Kopb.
1223, 716 Karlsruhe. 7040
— avg. 31. Rudolf Tettikover, domherr, wird bflrger der stadt Konstanz. — Ruppert, Konstanzer Chroniken 414
nach Konst bürgerbuch.—; Rudolf Tettikover war einer der domberren, der Mangold bis zum tode treu blieb. 7041
— sept. 7, Konstanz. Leibt dem Walter von Stadion (Stadgun) ritter nnd dessen bmder Job den kirchensatz zu
Staff langen und die andern bischüfl. lehensgüter daselbst welche Heinrich von Sulmingen an die gen. weiter ver¬
pfändet hat Geben ze Cost 1386 an unser froweii abnnd, als sie geboren ward. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Schussenried). 7043
— sept. 13, Konstanz. Beauftragt den dekan des dekanats Laupheim, den priester Lütprand Beinbolt den Petrus
Ehinger, bürger von Ulm, präsentiert bat ^ pfarrkirche zu Domdorf, welche dnrch tod des Albrecht von Horb
erledigt ist, einzuweisen. Dat Const 1386, 2. id. sept, ind. 9. — Or. Ulm, Stadtarch. (Veesenmeyer); rückseits
unter den spuren eines ringsiegeis: ülricus Merk, 7043
— sept« 31, Konstanz. Der general vikar in spir. des bischofs Nikolaus gestattet dem priester Heinrich Pfister,
daß er und jeder Ordens- wie weltpriester in der durch Hugo von Landenberg sei. bewidmeten kapelle in der kirche zu
. Torbaton, welche dotiert aber noch nicht geweiht ist gottesdienst halten dürfe bis Mariä gebürt. Dat Const. 1386,
11. kal. oct, ind. 9. — Papier: Zürich, Staatsarch. (Rheinau). — vgl. 1387 märz 2 nr. 7063. 7044
— sept. 30, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Nikolaus'beauftragt den dekan zu Meßkirch mit der ein-
führung des priesters Heinrich Lüt in den besitz dar dnrch verzieht Heinrichs von Inzigkofen (Untzkofen) erledigten
Pfründe auf dem St Katharinenaltar zu Meßkirch. Freiherr Johann von Zimmern, herr zu Meßkirch, hatte denselben
’ präsentiert — Dat Const 1386, 6. kal. oct, ind. 9. — Zimm. Kopb. ], 33^ Donaneschingeu. 7045
— sept. 36, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Nikolaus beauftragt den dekan zu Meßkirch mit der
einweisung des Heinrich Zotznegger in den besitz der frühmeßpfründe des altars der hl. Maria in der pfarrkirche
zu M., für welche denselben der freiherr Johann von Zimmern nach dem verzieht des Pilgrim Marti präsentiert hat.
Dat ^nst 1386, 6. kal. oct, ind. 9. — Zimm. Kopb. 1, 33** Donaueschingen. 7046
— sept. 37, Konstanz. Gebietet allen geistlichen persooen in stadt und diüzese Konstanz, die boten, welche für
die dnrch feuersbrunst heimgesuchte pfarrkirche der hl. Maria und des hl. Jakob zu Herrenzimmern almosen sam-
40 Nikolaas n. Yon Biesenbai^, Bischof YOh Konstanz. 1386 —1387.
mein, wohlwollend anfznnehmen and in ihren kirchen das volk zar almosenspende ermahnen za lassen; er crtelU
den Wohltätern 40 tage hezw. 1 jahr ablaß; kirchen nnter dem Interdikt sollen an tagen, an denen die sammlang
der spenden Yorgenommen wird, von diesem befreit sein, so daß in ihnen gottesdienstliche handlangen — aaßerbe-
erdigangen — yerrichtet werden können; er verbietet allen nnter androhang der exkonimonikation den almosen-
sammlem hindomisse za bereiten, doch soll seine verordnang erst vom kommenden Martinstag [nov. 11] an in
kraft treten and von da ein jahr gültig sein. Dat. Const 1386, 5. kal oct., ind. 9. — Zimm.Kopb. 1,252* Donaa-
eschingen. 7047
1386 okt. 9, Konstanz« Bearkandet mit graf Heinrich von Montfort-Tettnang and ritter Eonrad von Hombarg,
daß ihnen Walther Schwarz, bürger za Eonsi, 1000 bOhm. goldgalden geliehen hat, welche aaf 1. mai 1388 (von
na s. Walpurg tag ze ingandem mayen dem nächsten der na kant über ain gantzes jar aff s. Walparg tag) zarück-
zazahlen sind. Als bürgen sind genannt: Franz Marer domheir and offizial von Konst, Walter von Hohenfels d.ä.,
Heinrich Qoldast d. j., Heinrich Blarer, Gerwigs seL sohn, Rndolf Wiener, Lütfried ioL Tonn, Heinrichs sei. solin,
Ulrich zer Ammen [»der Ammann] gen. Mänli, and Johann Bis bürger za Konst Bischof Nikolaas nimmt die
sobald allein aof sich. Das domkapitel stimmt za and bezeugt daß die gen. 1000 fl. dem ritter Peter von Torbeig
zar ablösang der städte Kaiserstahl and Klingnaa bezahlt worden. Geben ze Gust 1386 an den nächsten zinstag
vor s. Gallen tag. — Eingerückt in den revers des Walter Schwarz d. d. 1386 okt 15. (Geben ze Cost 1386 an s.
Gallen abend): Kopb. 500, 124 Karlsrahe. — erw. ZGOBh. NF. 5,290. 7048
— okt. 26, Konstanz. Bestätigt mittelst tiansfir die stiftang and bewidmnng einer priesterpfninde aaf den Maria
Magdalenen-, Martha-, Lazarus- and Maziminaltar in der domkirche za Konst, auf der linken Seite neben der statne
der mattergottes gelegen, durch den chorherm Huntpiß von St Stephan zu Konst d. d. 1386 okt 19 (l4.kalnov.).
Das domkapitel hatte dazu seine Zustimmung gegeben. Der pfründnießer soll an dem chorgebet and den feierlichen
messen teilnehmen. Das präsentationsrecht soll nach dem tode des süfters dem domkapitel zastehen. Dat Const.
1386, 7. kal. no?., ind. 9. B. — Gr. Karlsruhe (5 Konst Kirchendienste); rückseits sparen eines ringsiegeis. —
Kopb. 491, 104 nr. 66; 1768, 16^ ebenda. 7049
— okt. 30, Konstanz. Der offizial des Konst hofes beglaubigt die arkande bischofs Heinrichs HI. (Regg. Const 2
nr. 6575): altarstiftang des domherm Johann Molhard im dorne za Konst, betr. Dat et acta sunt hec Const in
coria canonicali (des domherm Johann Mochenwang) 1386, mens, oct die penultima pontif. Urbani pape VL a. 9.,
ind. 9.; zeagdn: Ulrich Lopper und Heinrich Matz, priester za Konst, and Friderich Bollinger, kleriker Konst, bis-
toms. — Notariatsinstr. des Hermann Schwellgrübel von Markdorf: Karlsruhe (5 Konst Kirchendienste). 7060
— nOT. 8. Johann von Steinegg, domherr, wird bürger der stadt Konstanz. — Rapport, Konstanzer Chroniken
414 nach Konstanzer bürgerbneh. 7051
— nOT. 15, Genna. Papst Urban VL an den thesaurar von St Felix und Beg^ila Zürich: die stadt Zürich bittet wegen
anhängerschaft Klemens VII., bei der sie gegen klOster und kirchen za felde gezogen und dieselben verbrannt
oder der güter beraubt haben, am absolation. Der adressat wird mit der aosföhraog beauftragt Dat Janue 17. kal.
dec., a. 9. — Eingerückt in ein transsumpt d. d. 1389 märz 24: Zürich, Staatsarch. (Antiquar. Gesellschaft).
7052
— nOT.*^16. Quittiert der stadt Bottweil den empfang von 110 ^ neue heller reichsteuer, die er von künig Wenzel
za lehen hat Geben 1386 an dem nehsten fritag nach s. Martiustag. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Bottweil). —
reg. Urkb. Bottweil nr. 1499. 7053
— nOT. 22, Konstanz. Beflehlt den dekanen and der übrigen geistlichkeit in stadt and diüzese, die gläubigen za
milden gaben für das in angriff genommene heilig geistspital zn Badolftell aaftafordern, and erteilt 40 tage bezw.
1 jahr ablaß. Der brief ist gütig bis zam Hilariusfest 1388. Dat Const 1386, 10. kal dec., ind 9. — Or. Karls¬
ruhe (6/77). Rückseits sparen eines roten Siegels, daranter: Ulricus Merk, — erw. ZGOBh. 37, 77. 7054
— dez. 8, Konstanz. Heinrich Goldast domherr und generalvikar in spir. des b. von Konst, sabkollektor der apost
kammer, bearkandet von abt und konvent za Weingarten für 13 jahre [als censas] 6 df 10 ß heller an stelle von
13 marobotina oder bycancia (jeden marobotinam za 10 ß heller gerechnet) empfangen za haben. Dat Const 1386,
6. id. dec., ind. 9. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weingarten). 7055
1387, Konstanz. Propst und kapitel des stiftes St Stephan za Konst versetzen an Barkhard von Helmsdorf (Her-
menstorff), Heinrichs sei. sohn, am 30 Konstanzer goldgalden die vogtei za Happerswil (Harprehtzwile), die sie um
diese summe von Heinrich Blarrer, sohn des Gerwigs sei. bürgers za Konst, gelost haben. Da die vogtei lehen des
bistums ist holen sie darüber die zostimmnng »des bischofs Nikolaus und fürwesordes gotshus and bistums« ein.
Rückkauf bleibt Vorbehalten. Geben ze Cost 1387. — Or. Fraaenfeld, Kautonsarch. (Moersbarg). — Kopb. 585,
1^ Karlsruhe. 7056
Nikolaus II. von Biesenburg, Bisebof von Konstanz. 1387. 41
1387 Jau« 12, Konstanz. Der bnnd der reicLssi&die in Alemanuien an papsi Urban VI.: ein gewisser Johann Hog
nennt sich abt von Blanbenren nnd hat dieses kloster durch Verschleuderung der guter in bedrängnis gebracht (de-
lapidando oppressit) und fast zum min gebracht; bischof Nikolaus hat ihn von der Verwaltung der abtei entfernt
nnd den bruder Johann Glotzer, der einhellig gewählt war, zum abte bestellt Da aber Johann Hug am römischen
hofe seine pläne weiter verfolgt, so bitten sie den papst, den vom bischof bestellten abt zu bestätigen und dem Jo¬
hann Hug Stillschweigen aufznerlegen. Dat sub sigillo civitatis Const, ubi tune fnimus oongregati, quo ntimnr in
hac parte, 1387 mens. ian. die 12. — Kopb. 1491 (855), 22^ Karlsrahe. — Der au.ssteller ist nicht genannt, aber
die einreihung des briefes in das Kopialbuch (das Formelbuch des Nikolaus Schultheiß) spricht für unsere fassung.
7Ö57
— Jed« 10, Baden i. A. Burkhard bischof von Augsburg (ep. Augusten.) erteilt dem kloster Beerenberg für besuch
an bestimmten tagen, iür begleitung des allerheiligsten zu kranken, für anhörang der predigt oder beiwohnung des
officiums, für beten von 3 Ave oder des Salve regina beim läuten der glocken und für beisteuern mit Zustimmung des
diözesanbischofs 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dai in oppido B^en Hrgeje feria 4. post festum Hjlarii 1387. —
Or. Zürich, Staatsarch. (CU 16 nr. 176). 7058
—^ jan. 18. Friedrich propst und kapitel zu Denkendorf präsentieren dem b. Nikolaus für die pfärrkirche Köngen
(Küngen), welche durch resignation des Eberhard Ruß vakant geworden, den br. Albert von Besigheim (Besekein),
chorherrn zu Denkendorf.— 1387 jan. 18 hatte Konrad Nagel als Sachwalter des Eberhard Buß auf die gen. pfarrei
vor Friedrich propst, Berthold Graf, Konrad von Wilperg, Albert von Besigheim, Johann von Kirchheim, Johann
Kölber, Johann Binginger und Johann von Stetten, Chorherren zu Denkendorf, verzieht geleistet! — Dat. et act
in loco capitulari ecclesie nostre solito ... 1387, 15. kal. febr., ind. secundum stilum Romane curie 10.—Orr. Stutt¬
gart, Staatsarch. (Denkendorf). 7059
— Jan. 21, Konstanz. Von gottes und des hl. Stuhls zu Born gnaden bischof zu Konst und das domkapitel be*
urkunden: dem Walther Schwartz, bürger zu Konst, ist durch feuersbrunst eine urkunde zerstört worden, laut welcher
ihm d. d. 1375 jan. 25 [fehlt im 2. Bd. der Regesten] um 200 m. s. die müble hinter den Predigern zu Konst,
die mühle zu Stadelhofen in dem kelnhof gelegen, der hof zu Wäldi, eine wiese zu Wolmatingen, des Walters
sei. des maiers zu Wäldi weib und kind von bischof Heinrich und dem domkapitel verpfändet wurden. Sie geben
ihm eine abschrift des gen. reverses, den sie in der Sakristei des domes fanden, und verpflichten sich die bestim-
müngen der früheren urkunde zu halten. Geben ze Cost 1387 an s. Agnesen tag. — Kopb. 500,122 Karlsruhe.
7060
— Jan. 28, Konstanz. Beurkundet: die einkünfte der pfarrei Kappel bei Wald sind so gering und der pfarr-
angehörigen so wenige, daß kein kirchherr daselbst leben kann; er vereinigt die kirche deswegen mit Zustimmung
des domkapitels mit der pfärrkirche WalbertsweUer (Waltramswiler), so dass die pfarrangehörigen von Kappel
nunmehr zu Walborteweiler gehören. Der kirchherr von W. soll in Zukunft die bischöfl. abgaben von beiden kirchen
entrichten. Dat. et act Const 1387, die 28. mens, ianuarii, ind. 10. — Or. Sigmaringen, Domänenarch.; rückseits
_ oben spuren eines kleinen si^els. — erw. FreibDiözesanarch. 12,180. 7061
— febr. 11. Ulrich Güttinger, domdekan, stirbt — MG. Necrol. 1, 284. 7062
— mflrz 2, Kobstanz. Verleiht als ezekutor der nachgenannten bulle Urbans VI. dem Heinrich Pfister die pfarr-
hirche zu Berg und befiehlt dem abt nnd konvent von Bhetnau, ihn im besitze zu schützen, nnd beauftragt mit der
weiteren ansführung der papstbulle den Johann, dekan des landdekanate Wintertnr, und Rudolf Hofakrer, kirchherrn
in Turbaton:
1378 mai 14: Urban Vl. verleiht dem Heinrich Pfister von Veringen, armen priestor Konst diözese, ein bene-
ficium mit oder ohne seelsorge, das zur kollatur der abtei Rheinau gehört (Dat Rome äpud s. Petrum 2. id. maii,
a. 1.). — 1379 Januar 29 eröffnet bischof Heinrich III. diese bulle dem abt und konvent von Rheinau.—
1387 märz 1 macht der gen. Heinrich Pfister seine anrcchte geltend auf die pfärrkirche zu Berg, welche durch den
tod des kirchherrn nnd priesters Nikolaus Chain erledigt ist und deren patronatereebt dem kloster Rheinau znsteht.
Dat et act Const. 1387, die 2. mens, marcii, ind. 10.—Papierrodel Zürich, Staatsarch. (ClI 17).—vgl. 1386
sept 21 nr. 7044. 7063
— m&rz 11, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die pfründe, welche Hermann Lamblin, bürger zu Eßlingen,
auf den St. Erhardsaltar der pfairkirche Eßlingen d. d. 1387 febr. 23 gestiftet bat. Bürgermeister und rat, sowie
Konrad von Neuffen, inkurat der pfärrkirche, gaben ihre Zustimmung. Dat Const 1387,‘5. id. martü, ind. 10. —
. Notiz im material nach Or. Eßlingen, Spitalarch. / ^706d
— mftrz 27, Konstanz. Der ofßzial des Konst hofes erklärt dem leutpriester von Ulm auf eine anfrage hin, daß die
loichname der hingerichteten Verbrecher in die kirche gebracht und kirchlich beerdigt werden dürfen, ebenso darf
das hl. meßopfer für sie dargebracht werden, falls sie reumütig gestorben sind. Dat Const sub sigillo nostri officio-
a^etten der Bischöfo TOa Konstaiui. lll. -6
42 Nikolaus II. Ton Biesenbni^, Bischof yon Konstanz. 1387
9
latus 1387« 6. kal. apr., in<L 10. B. — Or. Stuttgart, Staatsarcli. (ülm); rückseits aufgedrücktes offizialatssiegel
— und die spuren eines ringsiegeis. 70^
1387 märz 31^ Salem. Br. Heinrich Oisi Ordens, bischof von Thermopylä vikar in poni des bischofs Nikolaus, erteilt
im kloster Salem dem Heinrich Pfau, möncb von Kappel, jetzt zum abt von Kappel gewählt und durch den visitator
aht Nikolaus yon Hohenfels (Alterupo) bestätigt, die abtweibe. Dat et aci (1387 ultima die marcii). — Or. Zü¬
rich, Staatsarch. (CU 4 nr. 351) mit gut erhaltenem Siegel. — reg. Begg. Cappel nr. 264. 7086
— april 16^ Barlassina. Belehnt den Herman Boler ritter und dessen bruder Walter, der nicht gegenwärtig ist,
mit dem burgsäß zu Tanegg, leben des bistums, .samt den dazu gehörigen gutem. Geben zu Barlazina iu Lamparten
am nesten dinstage nach dem sontage so man singet Qaasimodogeniti 1387, und des ze mrkand haben wir nnßer
ingesigel an diesen brieff heissen hengen. — Or. Frauenfeld, Kautonsarch. (Fischingen 122). — erw. GFrSOrte. 4 ,
202 darnach Haupt, ZGOBh. NF. 5, 294. — Der bischof befindet sich auf der reise an den päpsi Stuhl (Lucca), um
seine yersetzung nach Olmütz zu betreiben. — ygL nr.' 7069. 7067
— april 22, Konstanz. Die domherren treffen mit Burkhard yon Hewen dompropst ein abkommen betreffend den hof
zu Colmar. Von diesem hof bezog seither das kapitel Vs nutzens samt zehnten an wein und kom, die zu den
kirchen Sasbach, Oberschaff hausen und Kiechlinsbergen a. K. gehörten; der dompropst dagegen bezog Vs dieser ein-
künfte. Da dies zuyiel rechuung yerursachte, yersprechen sie dem dompropst, solange er die dompropsüi inne hat^
jährlich auf Martini 120 fi. auszuzahlen, während ihnen die ganzen einkunfte dos Colmarer hofes zufallen sollten.
Bürgen sind: Heinrich Goldast domdekan, Eberhard Insiegler Sänger, Johann yon Steinegg und Budolf yon Tetti-
kofen domherren. Ze Cosi geben 1387 an s. Georjen abend. — Or. Karlsruhe (5 Colmar). — Beyers des dom-
propstes d. d. 1387 april 23 ebenda. 7068
mai 4« Erscheint yor dem domkapitel [schwerlich persönlich?] und gibt das bistum auf; er scheidet yon Kon¬
stanz in der hoflfhung das bistum Olmütz zu erhalten, mit dem ihn der papst proyidiert hatte [?]. Dort findet er je¬
doch widerstand, da bereits kOnig Wenzel das bistum einem markgrafen yon Mähren yerliehen hatte. — Konstanzer
Chronik yon St. Gallen; darnach Manlius, Chronicon episcopatus Const 680 (ygl. Ludwig, Const. Geschichtsschrei¬
bung 218). — Schultheiß, Chronik (FreibDiOzesanarch. 8, 5l).
Das datum der resignation (1387 an dem nächsten tag nach der erfindung des balligen crnz) ist bezeugt durch
die gen. drei Chronisten. (Es ist aber immerhin mOglich, daß hier eine yerwechslnng mit 1388 mai 4, datum der
emennungsbulle Burkhards yon Hewen zum bischof, vorliegt). — 1387 märz 11 (nr. 7064) urkundet der bischof
noch in Konstanz, april 16 (nr. 7067) ist er schon in Oberitalien, april 22 (nr. 7068) folgen yerhandlnngen des
domkapitels mit dem dompropst Ist das datum richtig, so muß die resignationsurkunde durch einen prokurator dem
kapitel überbracht worden sein. Ferner ist zu beachten, daß 1387 märz 22 Heinrich yonAlet yon Klemens YII. znm
bischof yon Konstanz ernannt wurde. Das hat Nikolaus yielleicht zur resignation yeranlaßt Nach der Konstanzer
Chronik yon St Gallen, nach Manlius und Merck resignierte Nikolaus, weil die domherren mit seiner yerschweu-
deiischen hofhaltung nicht einyerstanden waren und er dem Unwillen der domherren ans dem wege gehen wollte. •—
Bruschins, De Omnibus Germaniae episcopatibus 47^ nennt als datum der resignation 1388 mai 4: »resignayit epis-
copatum quarta maii aimo .. 1388 spe amplioris dignitatis. qua spe cum frustraretor, rediit Constanciam, ubi pra-
posiffirae dignitatem iternm consecutus est«. ^ Kurz uud ohne datum berichten die resignation: Dächer (bei Bnp-
pert Konst Chroniken 111); darnach Christoph Schultheiß, Kollektaneen und Gregor Mangolt Die Sachlage dürfte
. folgende gewesen sein:
1387 febr. 12 war bischof Peter yon Olmütz gestorben. Nikolaus eilte nach dessen tode an den päpstL Stuhl (nach
Lucca) [1387.apr. 16 ist er in Barlassina], um seine wünsche betr. erhebung auf den Olmützer bischofsstahl [da er
yoiq domkapitel zu Olmütz gewählt war?] durchzusetzen. In der sicheren aussicht Olmütz zu erhalten, hatte er Tor
4'. mai 1387 das bistum Konstanz in die hände des papstes aufgegeben und dies am 4. mai 1387 dem Konstanzer dom-
,kapitel mitgeteilt; es dürfte auch seine yersetzung nach Olmütz am tage der resignation selbst erfolgt sein [ygljedoch
nr. 707b].. Doch konnte Nikolaus yorerst das bistum Olmütz nicht erhalten, denn künig Wenzel hatte dieses bis-
tum. bereits dem Johann Sobieslaw, bischof yon Leitomischl und bruder der markgrafen Jodok und Prokopius yon
; Mähren, zugedacht, der dem Konstanzer bischof gegen den willen des Olmützer domkapitels das bistum streitig
machte. Nikolaus mußte sich darum einstweilen mit der administration yon Konstanz zufrieden geben; der titel
• • »episcopüs Consi.« kam ihm aber nicht mehr zu. Wenn es in manchen urkunden heißt: »episcopus et adroinistrator
ecclesie Const«, so bezieht sich »episcopus« nicht auf Konstanz, sondern er ist überhaupt ein bischof (»in uniror-
säll ecolesia«, wie es in ähnlichen fällen gewöhnlich hieß), speziell abor »administrator ecclesie Const« (Mitteiluns^
yon Pater Dr. C. Eubel, Würzbuig). — Der streit wurde dadurch geschlichtet, daß papst Urban VL den Johann zam
* Patriarchen yon Aquileja beförderte [yor 1388 jnni 13 (wahrscheinlich gleichzeitig mit der ernennung Burkhards
isum hlschof yon Konstanz 1388 mai.4). Als patriarch obligiert er sich 1388 Juni 13 (Eubel, Hierarchia l)],
währöUd Nikolaus das bistum Olmütz und zugleich die dompropstei zu Konstanz erhielt Augustin! Oloma-
Nikolaos n. Ton Biesenburg, Bischof von Konstanz. 1387. 43
CMuls episcoporom Olomacensinxn series. Olomnci 1831 s. 125.—Lindner, Geschichte des deutschen Beiches unter
kdnig Wenzel 1,408. 70G9
1887 Tor mal 18. Wahl Burkhards toü Hewen mm bischof yon Konstanz. Bnrkhard von Hewen,
dompropst, wird nach der resignation des Nikolaus ?on Riosenburg einstimmig zum bischof gew&hlt Die wähl will
jedoch papst Urban VI. nicht bestätigen, sondern besteht darauf, daß Nikolaus bischof Ton Konstanz bleibt Er
setzt Nikolaus deswegen wieder als bischof von Konstanz ein und überträgt ihm das bistum zum zweitenmal. Man
yergleicht sich unter den parteien dahin, daß Burkhard bischof und Nikolaus dompropst ?on Konstanz wird. Dies
wird [1388 mai 4] vom papst bestätigt. — Konstanzer Chronik yon StGaUen; darnach Manlius 081 (ygl. Ludwig,
Konst. Geschichtsschreibung 219). — Schultheiß, Chronik (FreibDiCzesanarch. 8,51). — Bruschius, De omnibus Ger-
maniae episcopatibus 47'^: Bnrkhard wird einhellig gewählt Daraufhin »profectns est ipse Bomampro confirmatione
ad Urbanum pontificem, sed impetrare alio eam pacto non potuit, quam si Nicolaum antecessorem suum prepositure
dignitate inyestiret Qood se Ulico factumm pontifici promisitc. — Die gleiche nachricht bei Bucelin, Constantia
Bhenana 305 ygl. oben. — fiber die wähl ygl. Kummer, Die Bischofswahlen in Deutschland zur Zeit des großen
Schismas s. lOOf. — Ans der päpstl. proyisionsurknnde yon 1388 mai 4 (unter Bnrkhard) geht heryor, daß der
papst den b. Nikolaus zwar yon Konstanz nach Olmfitz transferierte, aber ihn zugleich zum administrator yon Kon¬
stanz ernannte. Als >administratorc ist er auch bezeichnet in nr. 7074. 7056. 7070
— mal 18^ Konstanz. Bnrkhard yon Hewen, dompropst ernennt den Heinrich Goldast domdekan, Johann yon
Hewen freiherm seinen brnder, und Heinrich yon Enslingen Konst priester zu proknratoren, um yon Urban VL dio
bestätigung seiner neulich erfolgten wähl bezw. postulation zum bischof yon Konstanz zu erhalten. Acta sunt hec
(Const 1387, ind. 10. pontif. Urbani VL a. 10., mens, maii die 18.) presentibus Conrado dicto Hayginger pres-
bytero et Leonhardo dicto Schünbentz, clerico Const moram trahentibus, necnön Hainrico dicto Sengen layco Const.
dyoc. testibus. — Notariatsinstrument des Konrad gen. Burg yon Stein: Karlsruhe (5 Gen. 23). 7071
— mai 20^ St Gallen. Abt Kuno yon St Gallen schreibt an papst Urban VI. Bischof Nikolaus yon Konstanz ist
nach Olmütz yersetzt (canonice est translatus), dompropst Bnrkhard yon Hewen, dessen leben und wandel er yon
alters her kennt, yom domkapitel einhellig zum bischof gewählt bezw. yom papste erbeten worden. Kuno bittet den
papst, Burkhard zum bischof yon Konstanz zu erheben. Obwohl es in der Konst, kirche tüchtige männer gibt, so
ist doch Burkhard geeigneter als sie. Er ist mächtig und yon edlem geschlecht, yermögend den schismatischen und
ketzerischen gegnem des papstes widerstand zu leisten und das schisma in seinem bistum auszurotten. Kuno zwei¬
felt nicht daran, daß Burkhard solches auch tun wird. Gott möge den papst wohl erhalten. Daiin dicto monasterio
s. Galli, qnod yiz ad mediam dietam distat ab ecdesia Const., die lune ante fest. Penth. 1387, pont 10. — Bd.
369, 39* Stiftsarch. St. Gallen. — Wartmann, U-B. St. Gallen 4,1109 nr. 288. 7072
— mai 28. Burkhard yon Hewen dompropst und das kapitel yerleihen dem Butschen Geiler, bürger zu Colmar,
auf 9 jahre ihren hof zu Colmar gegen einen jährlichen zins yon 110 ü., ausgenommen den zoll, die 60 fl., welche
die Stadt Colmar zinst, und das holzrecht bei dem dorf Ostheim. Gehen an dem nechsten zistage nach s. Urbans
tag 1387. — Or. Karlsruhe (5 Colmar). — 1387 juli 12 bekundet das domkapitel, daß die obige yerleihung den
rechten der dompropstei, welcher der gen. hof gehürt, keinen eintrag tun solle.' Geben ze Cosi 1387 an dem näh-
sten firitag yor s. Margarethen tag. B. — Or. ebenda. 7073
— Juni 2^ Degemau. Bruder Heinrich, Cistercienzerordens, bischof yon Thermopylae und generalyikar in pont. des
bischofa und administrators yon Konstanz, Nikolaus, weiht den neuen chor und den neuen altar in
der Pfarrkirche zu Degemau zu ehren der hl. Maria, des hl. Konrad, Augustin usw. unter angabe der yon ihm yer-
schlossenen reliquien, u. a. milch yon der hl. Maria (de lacte gloriosae yirgiuis Mariae). Auf bitten des priors und
des konvents yon St. Maria auf dem Beerenberg als der patrone jener kirche yerlegt er den weihetag yon chor und
altar auf den sonntag innerhalb der Fronleichnamsoktaye. Allen, die an genannten tagen die kirche besuchen und
bestimmte andachtsübungen yenichten, erteilt er 40 tage bezw. 1 jabr und 1 karene ablaß (40 dies criminalium
et unum annum yenialium). Dat. et aci (1387, 2. die jnn., ind. 10). — Kopb. 1, abi 1, 111 im Pfurarch. De¬
gemau; ygl abi 2, 22. — abschr. Zürich, Staatsarch. — erw. ZGOBh, NF. 2 (1887) ml07. 7074
— Juni 7, Konstanz. Ulrich Blarer, abt yon Wagenhansen, bekundet, yon Bndolf Kilchoyer, propst des klosters
St. Johann im Thnrthal, die geldsumme erhalten zu haben, um die er dem kloster Si Johann güter zu Wengi und
am Immenberg yerkauft hatte. Er yersprichi falls bischof Nikolaus yon Olmütz, pfleger (administrator) der Kon¬
stanzer kirche, zur zeit nicht in der diözese Konstanz weilen sollte, die bestätigung des yerkaufs zu erwirken, sobald
derselbe znrflckgekehrt sei, oder bei dem, der darüber gewalt hai Zeugen: Albrecht Blarer d. j., bürger in Kon¬
stanz, Hermann Iberger in Schwarzenbach ansässig, Hermann Tüfel, laie ans Konstanz. — Notariatsinstr. des Jo¬
hann gen.* Straßburg yon Breisach. — ausz. Wartmann, U-B. Si Gallen 4, 337 als anhang zur yerkaufsurkunde
yom 29. mai 1387. . 7075
6 *
44 Nikolaus 11. tou Biescnbiu^, Bischof tob Konstanz. 1387
1387 Juli L Werner abt, Eberhard propst, Johann dekan nnd der konrent von Reichenau bitten papst Urban TI.
den tausch der kirchen zu Ulm nnd Domdorf, deren einkünfto etwa 20 m. s. betragen, während die einkünfte des
ständigen ?ikars in Ulm 10 m. s. nicht übersteigen, zu bestätigen, so daß in zokanft das patronatsrecht von Dorn¬
dorf dem kloster, das zn Ulm dem bürgermeister, rat und gemeiode von Ulm gehören solle. Abt and konrent sie¬
geln. Dat. in monasterio nostro predicto 1387, die lane proz.post festem b. Johannis bapt — Or. Ulm, Stadtarch.;
auf der arkonde keine Termerke päpstL behandlung. — reg. Pressei, Nachrichten, Beichenaa nr. 52. — Tgl. die
. päpst bestätignng Ton 1389 dez. 9. 7076
— Juli 18^ Konstanz. Der generahikar in spir. des bischofs and administrators Nikolaus (dei et apost sedis gratia
- episcopi et adnunistratoris ecclesie Const) bestätigt mittelst transfix die stiftong einer ewigen messe in die neue
Pfarrkirche za Ulm d. d. 1387 joli 4 dorch Heinrich Kraft, Krafts am Kommarkt sei sohn, and dessen frau Adel¬
heid von Salmetingen, börger za Ulm. Dat. Const 1387, 15. kaL aag., ind. 10. — Or. Ulm, Stadtarch.; rfick-
seits oben sparen eines kleinen ringsiegeis daranter UlricusMerk (war der Schreiber der urkunde); gutes Siegel des
general Vikars hängt; Umschrift: Vlcarius in apirUwdibus generalis domini Nicolai episcopi Constanciensis. — reg.
Bazing-Yeesenmeyer nr. 48. 7077
— jali 24, Konstanz. Derselbe bestätigt mittelst transfix die stiftong and bewidmong der messe im vordem chore der
kapelle za Maaren, filial za Altdorf, durch das kloster Bebenhaasen d.d. 1387 jali 4. Dat Const 1387,9. kal aag.,
ind. 10. — Abschr. Stuttgart Staatsarch. (Bebenbaasen). — Bepertoriom Böblingen s. 47 ebenda. 7078
— Juli 29, Lucca. Urban YI. erteilt der stadt Konstanz freiheit vom Interdikt bei nur vorübergehend in der statt
weilenden, falls dieselben aasgewiesen werden. Dat Lace 4. kal. aag., a. l o. »Hamilibas et honestis«. — Or. Karlsrahe
(5 Konst. Kirchenordnung); unter dem bog links: Äug, taxe 100. Valascus, F,deFrano,; unter dem bog rechts :
P. de Wser,,; auf dem bog rechts: pro P. de Wserob P. de Ingdnlteim x, Bückseits R, PrioUegia ab Urbano con-
eessa, quod excoinmunieaÜs exdusis possU eantari, 7079
— Jali 30, Konstanz. Nicolaas dei et apost sedis gratia episcopas et administrator ecclesie
Const. erteilt allen, welche die neue pfianzung auf dem Beerenberg, Aagostinerordens, unterstützen, 40 tage bezw.
1 jahr ablaß and bestätigt dem kloster alle ihm von seinem Vorgänger bisch. Heinrich oder anderen bischöfen
verliehenen ablässe. Dat Const 3. kaL aag. 1387, ind. 10. — Or.Zürich, Staatsarch. (CU 16 nr. 178); rückseits
sparen eines ringsiegels. 7080
— ang. 13, Konstanz. Bewilligt dem spital zu Lindau, daß es die von ihm erkaufte pfarrei Weißensberg, da die
pfarrei für einen eigenen priester nicht genug einkommen bietet, durch ihren kaplan oder frühmesser, der die spital-
kirche versieht, ebenfalls versehen lasse. Dat Const id. aag. 1387. — reg. SYGBodensee. 3, anh. s. 43. 7^1
— ang. 22, Konstanz. Heinrich Hägelli priester, kirchherr zu Tengen, verzichtet aaf seine pfarrei in die hände des
Heinrich Goldast. domdekans, generalvikars in spir. des bischofs Nikolaas uad administrators der Konst kirche
(Nicolai dei et ap. sedis gratia episcopi et administratoris ecclesie Const). Acta sant hec (1387, ind. 10., pontif.
Urbani pape YI. a. 10., mens. aag. die 22. in civitate Const); zeugen: Johann Bischof Chorherr von St Stephan za
Konst, PUlipp Kraft kirchherr in Scheer (Schära), und Gregor Pfofferhard civis litteratns za Konst — Notariats-
instrament des Ulrich Märk von Stein: Karlsrahe (5 Tengen). — Kopb. 495 nr. 19 Karlsruhe. 7089
— aag. 22, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Nikolaas und administrators von Konst, beauftragt den
dekan des dekanats Engen, den Rudolf Harzer, Konst bistumskleriker, der von dem Konst bürger Heinrich Harzer
präsentiert worden war, in die darch verzieht des Heinrich Hägelli erledigte kirche zu Tengen einzaweisen. Dat.
Const 1387, 11. kal. sept, ind. 10. — Eingerückt in das aasführangsinstrament des Barkhard Blum, dekans des
dekanats Engen, d. d. 1387 okt 9. Zeugen der investitur: Heinrich Engler kirchherr in Riedöschingen, Johann
Bülmeyger leatprioster in Tengen, Heinrich Gandeifinger leutpriester in Blamenfeld, Eberhard Widli kaplan in
Tengen; Hermann Knäbli kaplan in Blamenfeld. — Notariatsinstr. des Johann Fabri von Konst: Karlsruhe
(5 Tengen). — Kopb. 495 nr. 19 ebenda. —* vgl. vorige nr. 7083
— ang. 29, Lacca. Papst Urban YI. an alle Patriarchen, erzbiseböfe and bischöfe: or erteilt allen, welcho gegen den
gegeupapst Robertas de Gebenna and dessen anhänger za felde ziehen, denselben ablaß wie ihn die kreazfahror er¬
halten. Dat Luce 4. kal. sept, a. 10. ,Exargat deos exercitaam*. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 40); unter dem bug
rechts: F, de Lanz, auf dem bag rechts: duplicata de curia. Jo, Jaeozi, Rückseits nichts. 7084
— aag. 29. Der generalvikar bestätigt die stiftang der Yeserin d. d. 1387 aag. 26 auf den St Johannesaltar in
der Nikolaoskapelle za Reatlingcn. — erw. DiÖzesanarcbSchwaben 1896,72. 7085
— sept. 21, Lazera. Kardinallegat Philipp von Alen^on, bischof v. Ostia, erteilt allen, welche die kapelle im
armenspitale za Luzern an genannten tagen besuchen, 40 tage ablaß. Dat Lacorae 11. kal. oct, pontif. Urbani YI.
a. 10. — reg. GFräOrte.7, 81; 23, 6 nach or. Luzern, Stadtarch.
Derselbe bestätigt der stadt Luzern den bezag des amgeltos von wein, salz etc.
Nikolaus n. Ton Biesenbni^, Bischof von Konstanz. 1387. 45
Derselbe gibt der sUdt Lnzem die freiheit, daß die leutpriester, falls propst and kapitel im Hof gebannt sind, den
gläubigen die bl Ölung spenden, die palmen weihen und zu ostern und pfingsten das tanfwasser weihen dürfen. •
Derselbe ermächtigt den dekan oder leutpriester zu Luzern, einen übeltätigen mOnch oder weltlichen pfaffen ge¬
fangen zu nehmen. — Staatsarch. Lnzem, Silb. Buch. CLXXVI. 7C^
1S87 sept* 29, Zürich. Derselbe bestätigt dem frauenkloster Engelbcrg die von bischof Heinrich 111. von Brandis
vorgenommene Inkorporation der pfarrkirche Küßnach am Lnzeroer seo [Regg. Const 2 nr. 5730]. Dai Turegi 3.
kal. oci, pontif. Drhani YI. a. 10. — Or. Sarnen, Klosterarch. Si Andreas; auf dem bug: Jo, de Loe, — reg.
GFrßOrle. 19,212. 7087
— sept. 29, Zürich. Derselbe befiehlt dem dekan des dekanats Lnzem, daß er propst und konvent im Hof zu Lu¬
zern ermahne die 32 gold fi., welche diese der aposi kammer ans gewissen Ursachen schuldig sind, innerhalb
15 tagen dem spitale zu Luzern zum unterhalte der armen kranken und siechen zu übergeben. Dai Thnregi 3. kal.
oci, pontif. ürbani VI. a. 10. — GFr50rto. 7,82 nach Or. Luzern, Stadtarch.
Derselbe gestattet, daß der leutpriester selbst oder durch andere taugliche priester jede woche 2 mal in der ka-
pclle des Sondersiechenspitals zu Luzern messe lesen dürfe.
Derselbe erteilt der stadt die freiheit, daß falls gebannte leute nach Luzern kommen, man dennoch gettesdienst
halten dürfe und daß inan wegen geldschulden oder andern weltlichen Sachen dem Interdikt nicht veriallen sein
solle. Dai wie oben. — Or. wie oben. 7088
— okt. 9, Tengen ba. Engen. Rudolf Hartzer d. j. ersucht unter hinweis auf den eingerückteo brief von 1387
aug. 22 (nr. 7083) den Burkhard Bldm, dekan in Engen, ihn in die pfarrei Tengen einzuweisen. Er wird daraufhin
durch Heinrich Engler, kirchherr in Riedöschingen (Rieteschingen), Johann Bülmejger, ploban in Tengen, Heinrich
Guudolfinger, pleban in Blumenfeld, Eberhard Widli, kaplan in Tengen, Hermann Xnäbli, kaplan in Blnmenfeld,
seine anwesenden mitbrüder, die das [land-]dekanat bilden, investieri Acta sunt hec (1387 ... ind. 10., m. oci
die 9., que fnit feria 4.ante festum b. Galli conf..,hora prime seu quasi in ecclesia parrochiali in Tengen). Zeugen:
Eberhard Rieh von Tengen, Burkhard Keller, Ulrich Widmer, Johann Murer, Heinrich Gjsinger, Peter gen. Reniz.
Ausgefertigt durch Johann Fabri von Konstanz, Off. kais. und dos Konsi hofes vereidigten notar, der anwesend war.
— Or. Karlsrahe. * 70S9
— okt. 10. Papst Urban VI. nimmt das kloser Einsiedeln unter seinen schütz. »Cum a nobis petitnre. — Regg.
Einsiedeln nr. 500. 70^
— okt. 15, Konstanz. Burkhard von Hewen, dompropstvon Konsi, sichert vor dem Konstanzer rate der Cäzilia,
Konrads sei. hinter sant Johann fran, von der laienpfründe, welche der gen. Konrad zu leben gehabt hat von
weiland Diethelm von Steinegg, dompropst zu Konstanz, ein früher nicht ausbezahltes leibgeding von 10 mut kora
Konsi maßes nnd 9 schill. Konst, pfg. aus den gefallen der dompropstei zu. Ze Gosi geben 1387 an sant Gallen
abend. — Konstanz, Stadtarch.: Katsbnch 1,162. 7091
— okt. 16. Papst Urban VI. bestätigt die Privilegien Einsiedelns. — Regg. E'insiedeln nr. 501. 7092
— okt. 20, Zürich. Philipp von Alen^on, kardinalbischof von Ostia, an propst und kantor von Si Johann in
Konsi und an den offizial in Konsi Der ausstellor trennt Sisikon von der pfarrei Altdorf und erbebt ersteres zur
eigenen pfarrei Dai Thnregi 13. kalnov. 1387,poniUrbani papeVL a. 1. — GFrßOrte. 9,22. Die dazugehörige
bittschrift d. d. 1387 oki 11 ebenda. — vgl 1389 febr. 5.
Derselbe erteilt der kirche Sisikon 40 tage ablaß. — GFröOrte. 42, 30. 7093
— HOT. 3, Konstanz. Nikolaus dei et ap. sedis gratis episcopns Consi bestätigt mittelst transfix die
Stiftung nnd bewidmung einer meßpfründe auf den Si Margarotenaltar in der pfarrkirche zu Nenhanseo durch Wol¬
fram von Kenhausen, domherra zu Augsburg und kirchherm zu Neuhausen, d. d. 1387 oki 21 (ailftusend magte
tag). Der Stifter präsentiert den priester Berthold den Recken als ersten kaplan und bittet den propst Friedrich
von Denkendorf und Konrad Nagel, domherra zu Augsburg, zu siegeln. Dai Consi 1387, 3. non nov., ind. 10. —
Or. Stnttgaii, Staatsarch. (Neuhansen-Pfauhausen); rückseits: spuren eines ringsiogels, darunter: Ulrieue Merk,
7094
— nOT. 7. Johann Truchseß von Diessenhofen, ritter gen. Blümliglanz, verkauft an Claus Dietrich den jungen,
bürger zu Radolfzell, den halben teil des zehnten zu Überlingen in dem Ried, ein leben [des bistnms,um 120 heller
und läßt dasselbe vor dem bischof auf. Geben 1387 am nähsten dunstag vor s.Martis tag. — Or. Karlsruhe (6/84).
— vgl 1402 oki 9. 7095
— noT. *12, .Perugia. Papst Urban VI. bestätigt dem abt nnd konvent von Kappel alle freiheiten. Dai Perusii
2. id. nov., n. 10. »Solet annuerec. — Or. Zürich, Staatsarch. (CU 4 nr. 355); unter dem bog links: No, taze 3.
F, Petra.; auf dem bug rechts: L, Rodinus. Rückseits links oben P, T.; .mitten Jo, Swancko,, rechts.(oder
S/to?), beim.bug links: x/ rechts 9 . 7096
46 Nikolaus, Bischof, u. Burkhard you Hewen, Bistumspfleger. 1387.
1^7 nOY« 18, Konstanz« Kicol&as dei et ap. sedis gratis episcopas Consi bestätigt mittelst transfix
die Stiftung nnd bewidmung einer meßpfrdnde zu ehren der mnttergottes, der hlL Katharina, Barbara, Helena, Fabian
nnd Sebastian in der pfarrkircbe zn Schorndorf durch edelknecht Eberhard von Urbach d. d. 1387 okt. 3 (feria
5. post Michaelem). Graf Eberhard Ton Württemberg als patron sowie Yolkard, kirchherr zu Schorndorf, gaben ihre
Zustimmung. Dat Const. 1387, 14. kal. dec., ind. 10. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Schorndorf G. Y.)} rückseits
oben spuren eines ringsiegeis, darunter ülrieus Märk. 7097
Burkhard you Hewen, Bistumspfleger.
13S7 dez.—1388 mal 4.
1387 dez. 13, Konstanz« Burkhard generalrikar in spir. et temp. des bistums, gelobt dem domdekan und
domkapitel von Konstanz, während seines vikariats oder, sollte er vom päpstlichen Stuhle zum bischof
erhoben werden , während seiner herrschaft als bischof folgende Satzungen aufrecht zu erhalten:
1. keine bürgen, dürfer oder festen des hochstifts ohne einwüligung des domkapitels zn rerkanfen, zurerpfänden
oder irgendwie zu Teräußem;
2. dieselben nur domherren oder bischöflichen ministerialeu bezw. Vasallen zur hut zn übergeben;
3. bürg und stadt Urach, Brunnen, Mühlheim a. D., Thiengen nnd Markdorf bei ihrer erledigung nicht mehr zu
verleihen, sondern zu händen des bischofs zu lassen;
4. zum official des hofes nur einen Konstanzer domherm zu bestellen;
5. archidiakonate nur domherren zu verleihen, einem Tiur eines; die gerichtsbarkeit der archidiakone über die
. geistlichkeit ihrer amtssprengel nicht zu hindern; die rechte der archidiakonate, der dompropstei nnd der übrigen
ehrenämter (dignitates et personatns) nicht zu beeinträchtigen;
6. sich aller eingriffe in das vermögen der geistlichen zu enthalten nnd ihre erben nicht zu beirren;
7. gegen diejenigen auf grund des rechts, der synodal- nnd provinzialstatuten vorzugehen, die die guter der dom¬
herren nnd anderer kleriker in der stadt Konstanz gefährden;
8. die deswegen erlassenen urteile nicht ohne einwüligung der geschädigten zn mildem;
9. alle von seinen Vorgängern dem domkapitel gemachten Zuwendungen von kirchen, quarten und gfltera anzu-
erkennen;
10. die domfabrik in dem gleichen znstand zu belassen, wie sie unter bischof Heinrich von Klingenberg war, und
abgesehen von der Sammlung fär die domfabrik dieser die erträge der Sammlungen Si Spiritus und St Bernhardi,
die gewöhnlich je 10 mark silber betrugen, zu überlassen (preter petitionem fabrice, quidquid dabant alle petitiones
ntputa S. Spiritus et S. Bernhard!... ipsi fabrice ex toto ... dimittemus);
11. bürgen und festen des bistums nur solchen anzuvertraueu, die sich durch eid und innerhalb eines monats
durch brief dem domkapitel gegenüber verpflichten, diesem zu gehorchen, fälls Burkhard sterben sollte;
12. die Statuten und gewohnheiten zu befolgen, wie diejenige, daß bepfründete domherren von ihren kirchen keine
quart entrichten, daß den domherren nnd ihren leuten (familiäres) die urkunden unter dem größeren wie unter dem
kleineren Siegel unentgeltlich ansgefertigt werden;
13. von den kirchen, welche dem domkapitel als solchem inkorporiert sind oder im besitze einzelner domherren
sind, sollen consolationes nnd bannales nicht erhoben werden ;
14. desgleichen nicht die ersten flüchte von den kirchen der domherren;
15. in den kirchen, welche dem tisch des domkapitels inkorporiert sind oder der Verleihung durch den dom-
prupst unterliegen, soll das domkapitel freibeit haben bezüglich der Investitur und der seelsorge, gleichwie dies
unter seinen Vorgängern beobachtet wurde;
16. alle domherren sollen im besitz aller pMnden bleiben, auf welchen rechtstitel sie immer sich stützen, vor¬
nehmlich der ihnen seit bischof Heinrich zustelu-nden. Außer dem aussteller siegeln seine brüder Heinrich und
Johann von Hewen. Dat. et act. Const. 1387 in die s. Lucio virg., ind. 10. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 26). — vgL
Regg. Coosi 2 nr. 4428. 4650. Es siegelt der aussteller mit seinem vikariatssiegel (Umschrift: S. Burkardi dm
Hmwm vicarii in apiritualibus et temporalibus eceleai« Conat) und dessen brüder Heinrich und Johann von Hewen.
— gedr. Brunner, Wahlkapitulationen (ZGORh. NF. 13, m7).. — In diesem monat muß die erneniiung Burkhards
zum bisturosvei Weser statt gefunden haben; vgl. auch 7108 ff. 7098
— dez«. 30, Perugia. Papst Urban YI. erteilt der stadt Konst, dasselbe privileg wie 1387 juli 29, freiheit vom
Interdikt betr. Dat Pemsii 3. kal. ianuarii a. 10. »Humilibus et honestis«. — Or. Karlsruhe (5 Konst Kirchen-
ordnung); unter dem bug links: iun, non, eonput, Taxe 80. Vdlaacua N, da Piperno; unter dom bng rechts:
P, de If^aer.; auf dem bug rechts: T, Fabri vjjj\ Rückseits R. darin N,; bei den schnüreu Zu ... m. IK 7090
Nikolaus, Bischof, a. Burkhard ron Hewcn, Bistumspfleger. 1387188. 4 7
1S87 dez. 8 O 9 Konstanz. Heinrich graf von Montfort, herr zu Tettnang, bekundet, in seinen Streitigkeiten mit abt
Knno von 8t Gallen über den pfarrsatz der kirche zu Wasserburg eine Yereinbamng getroffen za haben. Er soll
o. a. aof seine kosten eine p&pstlicbe bolle erwirken, durch die jene kirche der abtei inkorporiert wird. Dann soll
Ton Burkhard Ton Hewen, dompropst und yikar der Konstanzer kirche, und anderen geistlichen entschieden werden,
ob die p&pstliche bulle gerecht sei und welche summe geldes yon der abtei St. Gallen an den grafen für die Inkor¬
poration und briefe dafür zu entrichten ist Zeugen: dompropst und yikar Burkhard yon Hewen, domherr mag. Niko¬
laus Schnell, ritter Hans Truchsess yon Diessenhofen gen. Blümlinglanz, mag. Heinrich yon Wittenwil, priostor
Konrad Talakrer, Hans Hör, bürgermeister yon St Gallen, Burk Keller, bürger zu Lindau, Johann Schanfig gen.
Kong, bürger zu Konstanz. Außer dem aussteller siegeln der priester Johann Ungemüt und Budolf yon Ebersberg.
Geben se Cost an dem nächsten mäntag nach dem hL tag ze wihenächten 1388. — Wartmann, U-B. St Gallen,
4,349. — ygl. 1388 febr. 14 nr. 7106; 1388 noY. 9. 7100
1S88. Der bischof erteilt dem abgebrannten stift Embrach einen ablaß. — erw. (nichts weiter) Scheuchzers ab-
sdiriften bd. 19 nr. 1824 Zürich, Stadtbibi. 7101
1888. Nikolaus bestätigt die Statuten des landkapitels Lindau. — erw. SVGBodensee. 16, 97. 7102
-Jan. 21, Bürglitz. Künig Wenzel bestellt den bischof Nikolaus yon Konstanz und den landyogt in Schwaben,
Wilhelm fVauenbeiger, zu schiedsrichtern in der Streitsache der freien leute zu Eglofs und des grafen Albrecht
yon Werdenberg. — Or. Gemeindearch. Eglofs oa. Wangen. (Mitteilung yon Dr. Mehring in Stuttgart). 7108
— febr. J, Konstanz. Der generalyikar in spir. des bischofsNikolaus bringt den beteiligten nachstohondo
urkunde zur kenntnis:
Schaff hausen 1387 okt. 23. Albrecht, herzog yon Österreich, yerfügt, daß das gotteshaus Beerenberg. mit den
ho&tätten, gütem und leuten, geistlichen und weltlichen, welche im umkreis yon 100 klafter gesessen sind und die
zum kirchspiel der leutkirche zu Wülflingen, welche die herzoge yon Österreich zu leihen haben, gehören, yon der¬
selben leutkirche frei sein sollen. Der prior und konyent yon Beerenberg soll jedoch dem jeweiligen kirchherrn zu
Wülflingen als entgeld für opfer und aUe anderen pfarrechte jährlich 10 sch. abliefem. Geben ze Schafhusen
an mittichen nach s. Lucas tag 1387.
Da der kirchherr yon Wülflingen, Lütfrid Ebli, dazu seine Zustimmung gab, bestätigt auch der generalyikar die
ezemtion des klosters yon der leutkirche zu Wülflingen. Dai Const 1388, kal. febr., ind. 11. — Or. Zürich,
Staaisarch. (CU 16 nr. I 8 I); rückseits spuren eines ringsiegeis.*— ygL 14Q5 febr. 16. 7104
— febr« 8 « Johann Ebemand, domherr, stirbt und wird yor dem Cäcilienaltar im Konst dorne begraben. — MG.
^ NecroL 1, 284.* 7105
— febr. 14, Perugia. Papst Urban YI. beauftragt den bischof yon Konstanz, der abtei St Gallen die pfafrl^cho
zu Wasserburg [bei Lindau] zu inkorporieren, deren streitiges patronatsrecht yon graf Heinrich yon Montfort und
junker Budolf yon Ebersberg dem kloster überlassen worden ist — Dat Perusii 16. kaL martii, a. 10. »Humilibus
et honestisc. — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 347 nr. 1952 nach or. Stiftsarch. St Gallen. Hier ist auch der
ganze yerlauf des Streites um das patronatsrecht eingehend an der hand der urkunden geschildert — ygl. nr. 7100,
7112. 7106
— febr« 14, Perugia. Papst Urban YI. J^auftraj^ den kantpr yon Konstanz, dem frauenkloster Maggenau, (hster-
zienserordens, das durch brand und krieg so gelitten hat üaß dessen einkünfle yon nicht über 40 m. s. zum unter¬
halt der äbtissin und 50 professen und einigen konyersen und dienern nicht hinreichen, die pfarrkirche zu Oberglait
mit einkünften nicht über 20 m. zu inkorporieren. Dat Perusii 16.kal. martii, a. 10. »Humilibus supplicum yotis«.
— Wartmann, U-B. St Gallen 4, 355 nach or. Klosterarchiy Maggenau. — Die ausfohrung erfolgte durch Eberhard
Insiegler, domkantor zu Konstanz d. d. 1389 juli 31 mit genauer an Weisung der kongrua für den yikar (ebenda
8. 356); zeugen waren Bartholomaeus Blidenmeister und Johann gen. Bis, Chorherren yon St. Johann in Konstanz;
Johann Strubel, Chorherr yon St Felix und Begula in Zürich; Johann Münsser, kirchherr zu Oberglatt; Johann im
Winkel, kaplan der St PeterskapeUe in Konstanz; Heinrich Mppi, kleriker Konstanzer bistums; Heinrich Tann¬
egger, Off. kais. notar. * 7107
— febr« 15, Kaiserstnhl« Nikolaus hat Burkhard yon Hewen, dompropst zu Konstanz, mit Zustimmung dos
domkapitels zum unwiderruflichen bistumspfleger ernannt und ihm die stadt Kaiserstahl sowie die feste
zu Bütteln und Schwarzwasserstelz (Wasserstelcz) übergeben. Er entbindet die bürger yon Kaiserstuhl des eides
mit der bedingung, daß er und seine diener in genannter stadt wohnen könnten; stirbt der bistumsyikar zu lebzeiten
des bischofs, soll gen. stadt und festen an ihn zurückfallen; stirbt der bischof, so soll gleichwohl der bistumsyikar
gen. stadt und feste inne haben; sterben beide, so sollen sie an das kapitel oder an dessen mehrheit zurückfallen.
Die stadt Kaiserstuhl und Heinrich Goldast, yogt zu Bütteln und Wasserstelz, beschwüren diese artikel. Geben ze
Kaiserstal 13JB8 des nehesten samstags nach s. Yalentin tag. — Bechtsquellen des kantons Argau 1,3 s. 17 nr. 10.
nach or. Stadtareh. KaiserstohL
48 Nikolaus, Bischof, u, Burkhard von Howen, Bistumspfleger. 138S.
Unter gleichem datum bestätigt dompropst Burkhard von Hewcn, vikar und pfleger des hochstifts, der stadt ihre
froiheiten und verspricht, falls ihm von papst Urban VI. oder dessen nachfolgor das bistum verliehen würde, der
Stadt aufs neue die freiheiten zu bestätigen (ebenda nr. 11). 7108
1388 febr« 18, Kllngnan. Nikolaus beurkundet, daß er mit Zustimmung des domkapitels den Burkhard von Hewen,
dompropst zu Eonsi, als unwiderruflichen bistumsvikar und pfleger eingesetzt und ihm alle dem bistum gehörigen
Städte, leute und' güter übergeben hat Er entbindet deswegen auch die stadt Klingnau von dem dem bischof schul¬
digen gehorsam, jedoch soll es dom bischof erlaubt sein, samt seiner dienerschaft in den bischöfl. Städten sich auf¬
zuhalten und dort zu wohnen. Im fall seines todes soll die stadt dem dompropst gehorsam sein; stirbt auch dieser,
so soll die stadt dem domkapitel oder der mehrheit desselben gehorsam sein. Die Stadt Klingnau soll diese artikel
' beschwören. Geben zu Clingenow 1388 des nehesten zinstages nach Invocavit — Or. Klingnau, Stadtarch. 7100
— febr« 18, EliiigiiaiL Burkhard von Hewen, dompropst und unwiderruflicher, von bischof Nikolaus bestellter
vicary und pfleger des bistumS Konstanz, bestätigt der stadt Klingnau alle freiheiten und verspricht ihnen von neuem
den freiheitsbrief auszustellen, falls er von papst Urban oder dessen nachfolger das bistum erhalten' würde. Geben
zei Clingnaw 1388* an dem nehsten zinstage nach dem sontage, so man in gots kirchen singet Invocavit. — Or.
Klingnau, Stadtarch. -r Bechtsquellen des kantons Argau 1,3 s. 259 nr. 25. 7110
— febr. 18, Nennkireb. Burkhard von Hewen, dompropst, vikar und pfleger des bistums, bestätigt die freiheiten
der stadt Nennkireb, besonders die von bischof Heinrich und verspricht, wenn er das bistum erhalten sollte, einen
neuen brief auszustellen. Dai Nükilch 1388 zinstag nach Invocavit —^ reg. Urkundenregister des kantons Schalf-
hausen nr. 1215 nach or. Nennkireb, Gemeindearch. — vgL 1388 sept 3. 7111
— febr. 26. Burkhard dompropst ist zeuge bei der erklärung des Junkers Rudolf von Ebersberg, keinerlei recht
an der kirche und dem kirchensatz zu Wasserburg zu besitzen. — ausz. Wartmann, U-B. St Gallen 4, 351. 7112
— febr. 29, Rottenburg. Br. Heinrich Ord. Cist, b. von Thermopylä, generalvikar in pont. des bischof Niko¬
laus, verlegt den weihetag der kollegiatkirche Ehingen b. Rottenburg von dienstag nach Ostern aufWeißensonütag
und erteilt 40 tage ablaß. Dat Rotemburg cis Neckarum ultima die febr. 1388, pontif. Urbani pape YI. a. 10. —
Abschr. (17. jb.) Stuttgart, Staatsarch. (Rottenburg, Stift St Moriz). 711S
— mirz 5, Konstanz. Burkhard, dompropst und generalvikar in spir. et temp., bestätigt nachfolgende Verfügung:
1388 märz 2. Ursula witwe des ritters Konrad von Homburg als patronin und Johann Jung, kirchherr za
Harkdorf, dessen einkünfte sehr gut sind, bestimmen, daß alle oblationen und almosen, welche in der Allerheiligen-
' kapelle auf dem Gehrenberg, die nur geringe einkünfte besitzt dargebracht werden, der gen. kapelle'und deren
kaplan Albert von Reutlingen, priester, Zufällen sollten, während die mutterkirche Markdorf keinen aüspfuch mehr
darauf haben soll. -
Dat Const 1388, 3. non. martii, ind. 11. R. ^— Or. Karlsruhe (5 Gehrenberg), schön erhaltenes Siegel Burkhards
von Hewen. — ausz. Fürstenberger U-B. 6,168 nr. 101 note a. 7114
märz 16, Konstanz. Vor dem offizial zu Konst erhält Jederman Frygman, bürger von Konst, von Friedrich Nagel,
präbendar des Andreasaltares im dorne und Sachwalter des domkapitels, einen Weingarten zu Triboltingeii gegen
einen jährlichen zins von 5 umen wein zu lehen. Dat Const (l388, feria 2. post festum s. Gregorii pape), ind. 11,
—^ Or. Karlsruhe (5 Triboltingen)^; rückseits oben: lia factum estH. ,. 7115
— april 27, Konstanz. Burkhard von Hewen, dompropst und generalvikar in spir. et temp. der Konst kirche, beur¬
kundet daß vor ihm Heinrich von Sulmingen, edelknecht dem propst Hildebrand des klosters Schussenried den
widemhof im dorfo Staff langen samt dem dazugehörigen patronatsrecht der kirche daselbst d. d. 1388 april 24
geschenkt hat Dat Const 1388, 5. kal. inaii, indl 11. R. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Schussenried); rückseits
oben spuren eines ringsiegeis. Schenkungsurkunde ebenda. — Kopb. Schussenried s. 466, Stuttgart Staatsarch.
— vgl 1397 nov. 6. 7116
— nitti 4. Burkhard von Hewen wird vom papst zum bischof von Konstanz ernannt — vgl.
unten nr. 7164. — Ober das weitere Schicksal des Nikolaus von Biesenburg mögen nachstehende regesten kurze
auskunft geben. 7118
— inai 6, Konstanz. Br. Heinrich, Zisterzienserordens, bischof von Thermopilä, weihbischof des bischofNikolaus
von Konst erteilt zu gunsten der neuen pflanzung der inklusen und der pfarrkirche St. Brigida zu Hermannsber^
allen, welche die kirche an bestimmten tagen besuchen und vor allem für die erziehungder inklusen (pro educationo
inclusarum) almosen spenden, 40 tage bezw. 1 Jahr und 1 karene ablaß. Dat et act. Const Johannis ante portani
latinam mens, maii 1388. — Or. Freiburg i. B., Stadtarch. — JSs ist nichts seltenes, daß die weihbischöfe oder
.. goneralvikare noch einige tage später unter dem namen des früheren bisebofs urkunden. 7116
.—.mal 14, Konstanz. Der generalvikar des bischofaNikolaus bestätigt mittelst transflz die Stiftung und bewid-
mung der frühmesse zu Dnrmsbeim und beauftragt den dekan des dokanats Gärtringen bezw. Dagersheim den prie-
Nr. 7117 Ut au«geaU«n.
1
NikolanSy Bischof, u. Bnrkhard von Hewen, Bistnmspfleger. 40
«ter Johann Hngo Yon Tdffingen in diese pMnde einznweisen. Dat. Consi 1388, 2. id. maii, ind. 11. — Or. Statt¬
gart, Slaatsarcb. (Sindelfingen), der stiftangsbrief b&ngt nicht an. Bäcbseits sparen eines ringsiegeis, darunter:
Vlricun Märk, 7120
1388—1397. Kikolaas ist bischof von Olmfitz and zugleich bis 1391 dompropst von Konstanz. Verweser der Kon-
stanzer dompropstei ist Konrad Blarer, bfirger za Konstanz (vgl. 1391 febr. 14). — vgl. 1388 jali 1 nr. 7168*
In der cbronik dos Augustini Olomncensis ep. Olomncensium series s. 125 wird Nikolaus genannt: »der prepstei
de Prnssia« (propst von Bonn) und wegen verscbleademng des kirchongutes getadelt; er ist aber in Olmfitz ein
eifriger f5rderer der zucbt und des priesterlichen lebens in der difizese. Ein erlaß seines generalvikars für den noch
abwesenden bischof d. d. 1389 ang. 12 ebenda s. 127. 7121
1890 Jan. 28. .Nikolaas bischof von Olmötz, dompropst von Konstanz, urkundet ffir das spital Bavensbnrg. 1390,
5. kal. febr., ind. 13. — Notiz im material nach Or. Ravensburg, Spitalarch. 7122
— Jan. 80. Nikolaus ist am sonntog »Circumdederunt me« in Olmfitz und feiert daselbst das fest des bL Wenzes-
laus mftrz 4: Augustini Olomucensis episcoporum Olomucensium series pag. 129. 7128
— mirz 26. Nikolaus obligiert sich bei der apostol. kammer durch seinen prokurator zur Zahlung des commune
servicium als bischof von Olmfitz in der höhe von 3500 fl. — Mod. abschr. (Obi. 48,98^ Rom). 7124
1891 febr. 14. Nikolaus bischof von Olmötz und administrator der Konst, dompropstei vgl. unter diesem datum.
7125
— jnnl 6 . Albrecht Blarer ist als dompropst bezeugt — vgl. dieses datum unter Burkhard sowie 1392 april 22.
Den Nikolaus von Riesenburg scheint man mit einem »leibgeding« abgefunden zu haben. — vgl. 1390 april 7.
7126
— Juli 2. »Nicolaus dei et apostolice sedis gratia Constantiensis episebpus« urkundet in Codex diplomaticus
Quedlinburgensis (hrg. von A. v. Erath 1764) s. 610: erw. von Kummer, Die Bischofswahlen in Deutschland 107
anm. — Das datum kann aber nicht richtig sein. 7127
1897 Juni 6 . Nikolaus stirbt als bischof von Olmfitz und wird in Olmfitz begraben. — Eubel, Hierarchia 1 ,
394. 7128
Chronikalische fiberliefemng. Zur Charakteristik des bischofs Nikolaus ist wichtig die stelle der Kon-
stanzer Chronik von 8t Gallen: »Haut anfangklich in Costentz von frowen und mannen hochen gunst und fireund-
schaft ire liebe beharret ain kurze zyt by zwain jaren, wann er was ain zorniger und betmglicher herr. was er butt
verhieß, ltgnet er momings; kert zfi zyten wyder das, so er versyglet hat ward kainer tugend berfimpt, dann er fry
cost was mit essen und trinken, in welhelm costen er in vier jaren dem byschtumb 24000 guldin zü bezalen zfiviel-
lend. Die thfimherren woltent im nit für hyn zfisehen und verwilligen, die gestifiPt an irem land, Ifitt und gfit zü ver-
seczen. hierumb bat er bapst Urbanum in wellen mit aincr bessern und vaisteren kylhen zfi versechen; also geschach.
der bapst verlech im das byschtfimb zfi Olmatan. demnach als Nicolaus ain ußlendiger, onerkanter und ongefrundter
herr was, kort er für ain cappitel zfi Costentz, gab das byschtumb uff anno 1387 an dem nächsten tag nach der
erfindung des hailigen emez. schied da mit von Costentz, mit verhoffnnng das byschtfimb zfi Olmatan inzfinemen.
da erfand er ainen wyderstand von ainem margrauffen von Heren, den Wentzelauss Rfimscher knng dasselb bysch¬
tfimb verlyhen und ingesetzt hat«. — Damit übereinstimmend: Christoph Schultheiß,' Bistumschronik
(FreibDiOzesanarch. 8, 49-51) und Man lins, Chronicon episcopatus Const 680. 681 (bei Ludwig, Konst Ge¬
schichtsschreibung 218). — Stetter-Dacher bei Rappert Konst. Chroniken 931 111. — Das Bischofsver-
zeichnis bei Mone, Quellens. 1,306 berichtet kurz: Nikolaus von Beysenberg regiert 4 jahre und resigniert freiwillig.
— Merck, Chronik des bistums Konst. 241-244. — Bucelin, Constantia Rhenana 805, bringt (allein) die
nacbricht von der gefangennahme des bischofs Nikolaus bei Glattfelden durch einen von Thengen und die gewahr-
samhaltung auf bürg Hohenhewen. Nikolaus gibt das bistum auf, um Olmfitz zu erhalten. Die bestätigong'als bi¬
schof erhält Burkhard von Rom erst, als er zugibt daß Nikolaus propst von Konstanz, werden dfirfe. Als Burkhard
von Rom heimkehrt, wird er in Konst feierlich empfangen. — Bruschius, De omnibns Geimaniae episcopatibus
47L — Gallia christiana 5,921.
Zur chronikalischen fiberliefemng vgl. die bemerkungen von Ludwig, Konst Geschichtsschreibung 157. 170.
174.176.182.188.189 anm. 1. 194.217. ^ 7129
Neuere irfirdigimg: Ruppert, Konst Chroniken 441. 7130
Siegel: von Weech, Siegel von urkunden aus dem Großh. Generallandesarchiv 32,1 (1384 juni 14). 7131
Regesten dar Bischöfe von KonsUns. Hl.
7
50
Burkhard yon Hewen. Ahstammungr.
Burkhard Ton Hewen.
Abstammang.
Über dasgeschlechtder yon Hewen, benannt yon der barg Hohenhewen bei Engen im Hegaa, ygLKrflger,
Grafen yon Werdenberg 276fit. — Tombdlt, MIÖG. Ergänzongsbaod 3,667.— Färstenberger U-B. 2 nr. 494.
— Oberbadisches Goschlechterbacb 2, 59 mit Stammtafel. — Über die familie yon Hewen ^finden sich mehrere
arkonden im Statthaltereiarchiy zaInnsbrack(Urkk.lI 428. 430.1187. 1204. 1207. 1213.1216.1217.1235 osw.)
Die Chroniken nennen Barkhards abstammang mit den Worten: >yom yatter ain fry yon Heben and m&tter uii
graf yon Fürstenbergc. — Konstanzer Chronik yon St Gallen (allein). — Manlios (bei Ladwig, Eonstanzer ge-
schichtsschreibang 219).
Sein yater war Peter yon Hewen; dieser bezeichet sich selbst yor 1357 mal 7 als olim yicarias episcopatna
Const in temporalibas generalis ac ipsios ecclesie yasallas (Bdm. Quellen zur Konst bistamsgeschichte nr. 178). Wird
auch in den Begesten der bischdfe yon Konstanz genannt yon 1346 noy. 16 an (nr. 4801), jedoch nie als general-
yikar in temporalibas. — Wird 1370 jan. 10 mit der stadt Engen and der barg Jangenhewen belehnt (Lieh*
nowsky, Gesch. Habsbg.IY nr. 954). — Stirbt 1371 sept 29. Sein grabmal abgebildet im Fdrstenberger U-B. 2,323.
Seine matter war Katharina yon Fdrstenborg (Färstenberger U-B. 2 nr. 494). In den Böm. Qaellen nr. 178
wird sie Konigande genannt
Brüder sind: l)Heinrich (Begg. Const 2 nr. 6616)^Clementa yon Toggenborg. — 2) Johann (Begg.Const 2
nr. 6616)^ Anna yon Montfort — Erhält die p&pstL yergünstigang der absolutio in mortis articolo 1362 jan. 9
(B6m. Qaellen nr. 1458). — 3)Badolf: 1356 okt. 31 domherr za Straßbarg (Straßburger U-B. 5 nr. 39l). —1362
dez. 10 wird dem Rudolf yon Hewen die proyision mit dem dekanat der kirche zu Straßborg bestätigt (Vat. Arch.
Ayen. 154, 514^); ist gleichzeitig kirchherr yon Engen and bittet als bepfründeter domherr za Straßbarg um die
bestätigung als dekan 1363 mürz 3 (Bßm. Qaellen nr. 366).— 1368 dez. 16 genannt als domthesaarar za Straß*
barg (Straßb. Ü-B. 5, 625), ebenso 1370 dez. 17 (Straßb. U-B. 7, 415). — 1410 mai 9 erwähnt als kastos za
Straßbarg, ältester domherr und stellyertreter des domdekans (ZGOBh. 1909 m29 nr. 76). — Stirbt 1414 mai 22
als propst yon Beromünster (mehrfach erwähnt in Argoyia 1901 s. 105. 106. 107. .114).
Eine Schwester Greta war yerheiratet mit Konrad I. yon Hohenberg (1356 sept 6 f); ygt Schmid,Die Grafen
yon Zollern-Hohenberg s. 303. — Eine zweite Schwester war Anna, bezeugt 1381.
Ein zweiter Burkhard yon Hewen erscheint 1363 okt 18 als »clericas« and wird, 15 jahre alt, mit kanonikat
und freiwerdender pfründe za Konst proyidiert (Bdm. Qaellen nr. 463). — Wird 1367 als Burchardos de Hewen,
clericas Const dyoc.ionior, auf der aniyersität Bologna immatrikaliert — Bittet yor 1366 aag. 2 am die erlaabnis,
die früchte yon kanonikat and pfründe am dorne za Konst. 5 jahre lang im stadiam generale genießen ^a können;
. hat bereits 5 jahre za Bologna und Padua kirchliches recht studiert und ist bereit sich darüber dem examen za unter¬
werfen. (Böm. Qaellen nr. 541); erhält die yergünstigang auf 3 jahre (ebenda nr. 1571). — Stirbt 1376 okt 12
(MG. Neer. 1,293). Seine pfn^de erhält Johann yon Lupfen (Böm. Qaellen nr. 1910). 71BS
Torgeschiehte.
1345 sept. 28» Ist benefiziat der kirche zu Engen und yertaascht sein benefiziam mit kanonikat and pfiünde am
dorne za Konstanz, das mag. Franciscos Jacobi de Aqaila inne hatte. Wird auf diese weise bepfründeter domherr
za Konstanz. — ^m. Qaellen zur Konstanzer Bistamsgeschichte nr. 1105.1106.. 71SS
1347 nOT. 21. Domherr, erstmals erwähnt Begg. Const 2 nr. 4842. 7134
1349/50«* Studiert mehrere jahre in Bologna (eingetragen in den matrikeln in den jahren 1349 and 1350: Knod,
Deutsche Studenten in Bologna s. 218) und Padua. — erw. Böm. Qaellen nr. 464. 7135
1350 Juni 14« Wird als bepfründeter domherr za Konst mit kanonikat and frei werdender pfHlnde za Straßbarg
proyidiert — Böm. Qaellen nr. 1209. — Der besitz der pfründe wird ihm aber streitig gemacht prozeß an der
karie darüber noch erwähnt 1364 fobr. 23: ebenda nr. 1528. 7136
1357 mai 7« Peter yon Hewen bittet den papst für seinen sohn Barkhard, der sabdiakon ist and in iare canonico
proyectos, um die thesaararie in Straßbarg und am kanonikat and pfründe daselbst — Böm. Qaellen nr. 179. —
Erhält sie bestätigt 1360 okt 7 (Beg. Ayen. 144 nr. 300); die pfründe wird ihm aber yon Eberhard yon Kirch-
borg streitig gemacht (1361 jan. 30 ebenda bittschrift nr. 329, der keine bulle entspricht!). Als thesaarar erwähnt
1362 jan. 9 (ebenda nr. 1457). 7137
Burkhard tou Hewen. Yorgeschichte.
5
UG2 april 13^ Baden i. A* Bnrliluurd tod Hewen domherr nnd sein bnider, ritter Heinrich iron Hewen, (peloben
dem bischof Johann Ton Gnrk, hanzler nnd herzoglich österreichischer rerweser in Schwaben nnd Elsaß, ihrer herr-
Schaft TOD Österreich nm 2000 fl« sold nnd kost, von denen sie bereits 1000 fl. erhalten haben, nnd gegen ersetz
etwaiger verlnsto an rossen nnd hengsten anf dem felde mit ihren festen Altonhewen nnd Harp^rg nnd dazn mit
»zehen erberen mit helmen, ioglichem heim selbander gewafnet« wider iedermann bis Si Johanns des tänfers (zo
Sdngichten) flbers jabr zn dienen. Geben ze Baden an mitüchen vor dem ostertag 1362. — Or. Earlsmhe. — ansz.
Färstenberger U*B. 6, 20 nr. 11. — vgl. Hnber, Herzog Bndolf 4, 78 ft. 7188
1868 okt« 18* Lndwig, könig von Ungarn, Bndolf, herzog von Österreich, nnd Johann von lichtenberg) bischof von
Straßborg, richten eine bittschrift an papst Urban Y. für Bnrkbard von Hewen, der mit dem bischof von Straßbnrg
verwandt) sobdiakon, bepfründeter domherr in Konst., anßerdem domherr nnd thesanrar von Straßbnrg ist (prozes¬
siert jedoch über eine pAündc daselbst an der knrie) nm Verleihung einer dignit&t am Konst dorne. — Böm. Qnollon
bittschrift nr. 464, der keine bnlle entspricht! 7189
1864 febr. 28. Domherr von Konstanz nnd snbdiakon, thesanrar von Straßbnrg, erhält von papst Uiban Y. alle
rechte anf die Konstanzer dompropstei, welche Felix von Winterthur darauf bei seinem tode besessen bat; moß aber
alle rechte anf die thesaorarie, kanonikat nnd pMnde zn Straßbnrg anfgeben. — Böm. Quellen nr. 1528. 474. —
Als dompropst von Konst erstmals erwähnt 1364 ang. 18 (Begg. Const 2 nr. 5858). Öber weitere nrknnden
ebenda. . 7140
1865 febr* 27. Mangold, abt der Beichenan, erlaubt anf bitten des dompropstes Bnrkbard von Hewen, der ein
fhder weißen landweines Konst maßes jährlicher gnlt von dem Sebafifhanser bflrger Hermann dem Krön gekauft
nnd dem St Marien Magdalenenaltar im Krenzgang des Konst domes geschenkt hat, daß der jeweilige kaplan jene
gfllt die anf dem Beichenaner lehengnt zn Allensbach (Alaspach) mbt, beziehen dörfo. Geben 1365 am nähsten
dnnstag nah s. Mathias tag des balligen zwelfbotten. — Or. Karlsruhe (5 Allensbach). 7141
1866 Jan. 5, Konstanz. Bnrkbard von Hewen, dompropst, Ulrich Onttinger, domdekan, nnd das domkapitel tan*
sehen leibeigene mit kloster Engelbeig. Ze CosL gelwn 1366 an dem zwelften ahent — Or. Stiftsarch. Engelborg
(D nr. 143). — GPrSOrte. 63 (1898), 203. 7142
1866 mg. 27—1870 okt. 6. Streit mit dem domkapitel an der knrie. — Regg. Consi 2 nr. 6966.6086.6086.
6108.6118.6123.6124. 7148
1866 JnK 7. Ist an der knrie nnd zahlt der apo^ kammer 100 fl. teilzahlnng der hälfte der fruchte fdr die erhal¬
tene dompropstei — Böm. Quellen nr. 2074. 7144
— okt. 10. Wird bei seiner anwesenheit an der knrie ans anlaß des prozesses päpstlicher kaplan. — Böm. Quellen
nr. 1572. 7145
— okt. 28. Bittet den papst nm die vergnnsti^g der Verleihung von pfrnnden, welche im bistnm Konstanz va¬
kant waren und nm gennß seiner pfrnndbezflge während seiner abwesenbeit in den prozeßangelegenheiten anf 5 jahre.
Böm. Quellen nr. 544. 545. 7146
— dez. '27^ Engen. Johann herr von Hewen verkauft mit rat seiner brüder, des dompropstes Bnrkbard von Konstanz
nnd Heinrichs, an die gebrnder Bnf nnd Konrad von Eenbansen (Nnwenbnsen) zwei guter zn Welschingen (Wäla-
schingen); die gen. herren von Hewen stehen dafür ein, daß ihr bmder Bndolf, domknstos zn Btraßbnrg, in diesen
verkauf willige. Geben zo Engen in der statt an si Jobans tag des evangelisten 1367. — Or. Donaneschingen. —
reg. Färstenberger U-B. 6,81 nr. 40; vgl. Siegel Bnrkharts a. a. o. abb. nr. 5. 7147
1872 april 15. Wird von papst Gregor KI. dem Elias de Yodronio im einzng des vom papst anferiegten zehnten
znr hilfe beigegeben. — Böm. Quellen nr. 1702. 7148
1878 jan. 12, Konstanz. Burkhard herr zn Hewen dompropst bestötig^ die Vereinbarung, welche der pleban von
6i Johann, Johann Ainevelder, als Inhaber einer mit dem plebanat verbundenen gemauerten hofstätte in der Nie-
derbnrg, mit Johann Günther, dem besitzer des sog. Bondorfer hanses, getroffen hat Johann Ainevelder siegelt
Ze Cosi geben 1373 an s. Hylarien abendi — Kopb. 520,103 Karlsruhe. 7149
— ang. 1^ Konstanz. Friedrich von Äblach, lic. in decr., Heinrich von Bandegg, edelknecht Konst bistnms,
nnd Heinrich Im Tnm, bürger von Konstanz, sind Schiedsrichter zwischen dompropst Burkhard von Hewen einer¬
seits, den domherren andererseits, Jakob gen. Schwartz, bürger von Konst, vogt nnd vormnnd der kinder des ver¬
storbenen Heinrich Schwartz dritterseits. Es handelt sich nm die rechte der vogtei zn Altnan an dem Oberhof nnd
Eiederhof daselbst Genannte banem (villani et rnstici) von Altnan werden vor ihrer Vernehmung vereidigt Die
aasfahrliche deutsche entscheidnng wird verkündet, während Heinrich Goldast nnd Friedrich von Tengen, dom-
herren, im namen des kapitels, Johann gen. Metzger, priester von Engen, kaplan nnd generalprocnrator des dom¬
propstes, in dessen namen, Jakob Schwartz im namen der Schwartzschen kinder anwesend sind. Acta annthec
Consi in pret4)riu sen stnpa consnlnm civitatis Const 1373, mens. ang. die l.,hora meridiei vel quasi, poutif. Gregorii
7 *
52
Burkhard TOii Hewen, Bischof yon Konstanz. 1388.
XI. a. 3., ind. 11. Zeugen: magister Heinrich livi, Chorherr von Zofingen, die brdder Eglolf undÄhlinna gen. Blar-
rer, Walther und Hago gen. Schwartz, 4 bdrger Ton Konstanz; Heinrich gen. ?on Enselmgen, pfrdndner des
St Marienaltares beim Herrengrabe im dorne; Heinrich gen. HagelU, pfrflndnor der St. Lanrentiaskapelle zu Konst.;
Konrad Schwartz, kircbherr zn Deggenhansen (Theggenhasen); Jakob gen. Owinger, pfleger (procnrator) des kapitels;
Goning gen. Hnmbel, dommesner (editnns). Aasgefertigt von Hermann gen. Swellgrdbel von Markdorf, dff. hals, nnd
des Konst hofes vereid. notar. — Or. Kantonsarcb. Franenfeld (Meersbarg). — Or. in deatschor spräche ebendort
nach Papikofer Gesch. Thargaa^, Urkk. 104. — Kopb. Altnaa-Sammeri 301 ebenda. — erw. Büeger, Chronik
Schaffh. 2» 908 n. 1. 7150
1374 okt« 20^ Breisach. Herzog Leopold von Österreich beglaubigt bei bdrgermeister and rat von StraObarg seine
diener and räte, den Burkhard von Heweo, dompropst von Konstanz, and Radolf von Schonegg, als seine gesandten
»der leaff wegen umb das Welsch volk«. Geben ze Brisach an donrstag vor Symonis et Jade (13)74. — Or. Straß-
barg, Stadtarch. — Schilter, Königshofen 898. — Straßbarg. U-B. 5,859 nr. 1158. 7151
1375 mai 8^ Engen. Johann von Hewen gibt Johann von Bodman (Bodemen) dem jöngern einen schadlosbrief
wegen bärgschaft för seinen brader Barkhard, dompropst in Konstanz, gegen Heinrich Tmehsess von Diessenhofen,
doroherm von Konstanz. (1375 zinstag nach Walpnrg). — Or. Freiherrl. v. Bodmansches Archiv zu Bodman nach
Bdeger, Chron. Schaffh. 2, 1145. 7152
— aug« 8. Dompropst von Konstanz, bdrgt fdr herzog Leopold. — Bappoltstein. U-B. 6» 119 nr. 129. 7153
1380. Wird bürger za Konst samt seinem brader Johann. — Begg. Const 2 nr. 6557. 7154
— jan. 7. Barkhard von Hewen, dompropst von Konst, gibt vorordnang, orbschaften in der stadt Engen betr.
(Abschr.) — Gemeindearch. Engen. — reg. ZGOBh. NF. 6 (l89l) m91. 7155
1381 Juli 8* Stiftet samt seinen brüdem Heinrich und Hans za seinem and seiner eitern, Peter von Hewen and Ka¬
tharina von Furstenberg, Seelenheil eine jahrzeit in der St Martinskirche zu Engen. — Begg. Const 2 nr. 6616.
7153
1382 april 23^ Konstanz. Dompropst Ulrich Güttinger d)mdekan und das domkapitel verleihen die möhle and
den hof zu Riet an Johann Zimmermann als erblehen, nachdem cs derselbe von den bisherigen inhabem, Johann
and Heinrich den Matzen, söhnen Eberhards sei., am 42 pfd. Konst pfg. gekauft hat Geben zu Cost. 1382 an 8.
Georgen tag. — Einger. in den revers des empfängers d. d. Konst 1382 okt. 27 (an s. Simon and s. Judas abent
der zwelffbotten), besiegelt von dem stadtschreiber von Konstanz, Johann von Bichenthal: Kopb. 493 nr. 28 Karls¬
ruhe. 7157
— Juli 13, Engen. Barkhard von Hewen, dompropst za Konstanz, investiert den Heinrich gen. Bosch von Stdh-
lingen, kleriker Konstanzer bistoms, mit der durch verzieht des bisherigen kirchherm, des edelknechts Barkhard
von Dettingen (Tett-) erledigten pfarrkirche za Boggingen. Dat in oppido E. 1382 in die dom. a. f. beate Mar¬
garethe virg. et mart — Or. Kantonsarch. Franenfeld (Tobel). 7158
1383—1387. Über seine tätigkeit als dompropst vgL die vorhergehenden regesten und das register za diesem
bande. 7153
1387 vor mai 18. Wird nach der resignation des bischofs Nikolaas vom domkapitel einstimmig znm bischof von
Konstanz gewählt, aber vom papst vorerst nicht bestätigt Der papst wünscht Nikolaus [als administrator]. Um die
kosten eines prozesses za ersparen, wird anter den Parteien verhandelt Vgl. anter Nikolaos nr. 7070. 7160
— dez. Wird zam onwiderroflichen bistamsverweser ernannt — vgL nr. 7098. 7161
— dez. 13. Beschwört (ans anlaß seiner emennong zam bistamverweser) dem kapitel gegenüber seine wahlkapita-
lationen. — vgL nr. 7098. 7108. 7162
1388 märz 3. Heinrich, bischof von Thermopylä, generalvikar in pontif. de8bischofsBarkhard(so!) rekonziliiort
unter gen. datam die pfarrkirche in Steinenbach (Stainbach), weiht darin 2 neue altäre za ehren des hl. Nikolaus
and Magnns, verlegt das seither am sonntag nach s. Gallas gefeierte kirchweihfest auf Misericordia dei and erteilt
an gen. tagen 40 bezw. 10 tage aud 1 karene ablaß. Dat 1388, feria 3. post dominicam Ocali. — Or. Karlsruhe
(4/307). 7163
Burkhard von Hewen, Bischof von Konstanz.
1388 mal 4—1398 sept. 30.
1388 mal 4, Perugia. Papst Urban VI. an das domkapitel von Konst: der papst hat alle Provisionen mit kathe-
dralkirchen, welche an der kurie vakant werden, sich reserviert Die Konstanzer kircho ist dadurch vakant ge-
Burkhard Ton Hewen, Bischof von Konstanz. 138S<
5B
irorden, dafi der papst den bischof Kikolans Ton Olmfitz, damals bischof von Konst, am apost stuble ?on Konst
nach Olmütz Tersetzie, jedoch so, daß er Konst roitversebe. Das domkapitol wählte jedoch in onkenntnis darflbor
den Bnrkhard erwählten TOn Konst, damals dompropst and sabdiakon, zam bischof, der znstimmte and nach cr^
haltener kenntnis der päpstl. verfflgnng die angelogonheit dem konsistorinm fiberwios. Der papst kassiert die wähl,
pTOvidieri jedoch den erwählten Bnrkhard znm bischof. Dat Pernsii 4. non. maii, a. 11. — Or. Kalsruhe (5 Gon.
23). Unter dem bag links: Ma. taze 22. «/. Otambonis; aaf dem bog rechts: pro J. Fransoys. J. Fahri; rfick-
seits B. darin ft. darunter B.; oben links: Ä. 7164
1888 niai 4« Derselbe an kßnig Wenzel in derselben Sache. £r fordert ihn auf, dem erwählten Bnrkhard beiznstehen.
»Gracie divine preminmt. — Kengart Cod. dipl. 2,471 nr. 1157. — vgl. Haupt, ZGOBh. NF. 5,295. 7165
mal 20* Yerpflichtet sich am päpstl. hofe zu Perugia durch seinen prokurator, Gregor kantor von Colmar, zur
Zahlung des commune serviciom in der höhe von 2600 goldgulden und 5 servitia cousueta. Ebenso verspricht er
als commune servicium seines Vorgängers Nikolaus weitere 2500 fl. zu zahlen, die hälfte auf Weihnachten, die andere
hälfte auf Ostern. — Mod. abschr. (Obi. 48, 6S Boro). 7166
— mai 21* Siegelt eine urkunde, worin abt Ludwig und der konvent dos klosters Weingarten an Ulrich von
Embs, rittcr, widemgut und kirchensatz zu Dornbirn verkalken. — reg. Jahresb. Vorarlberger Museum 1899, 42;
Joller, Urkk. der herron Embs von Hohenembs nr. 28. — vgl. 1388 juli 15 nr. 7170. 7167
— Juli 1, Perugia. Nikolaus (von Biosenburg) bischof von Olmfitz, beurkundet: obwohl er zur er-
langnng der ihm von Urban Yl. verliehenen gnade von propstei, kanonikat und pfrfinde von Konstanz den mag.
Gregor von Wandelslewen, kantor von Colmar, und Nikolaus Bontzlaw, ständigen vikar der kreuzkirche außer den
mauern von Bresslau, als prokuratoren bestellt hat, so will er gleichwohl die von den Konst bischöfen Budolf d. d.
1323 juli 1 und Heinrich d. d. 1359 juli 18 erlassenen und vom papste bestätigten Statuten der Konst dompropstei
beobachtet wissen und schworen, jedes jahr dem kapitel eine geeignete person als kollektor der frfichte Sonntag vor
Bartholomaeus oder frfiher nach dem willen des kapitels au&ustellen, der dem kapitel die pfrfindeinkfinfte auszahlo;
sollte die auszahlung gegen den willen des kapitels fiber einen monat verschoben werden, so sollte diesem das-recht
znstohen, die einkfinfte der propstei mit arrest zu belegen. Dat Porusii 1388, mens, iulü die prima, ind. 11. — Or.
Karlsruhe (5 Gen. 72); es hängt das Olmfitzer bischofsiegel. — vgl. Bogg. Const 2 nr. 5509. 7168
— Juli 11. Werner abt der Beichenau gibt seine Zustimmung, daß die bfirgerschaft von Badolfzell in dem von
ihnen gestifteten spital eine priesterpfrfinde stilten, behält sich aber das kollaturrecht der pfrfinde vor, bestimmt
die näheren pflichten des pfrfindnießers und verffigt, daß die bestätigung des Ordinarius einzuholen sei. Dat 1388,
5. id. iulii, pontif. Urbani pape YI. a. 11. — Abschr. d. d. 1389 sept 20: Freibarg, Erzb. Archiv. 7169
— Juli 15. Siegelt eine urkunde dos klosters Hofen bei Buchhorn, worin dieses an Ulrich von Embs d. j. gfiter zu
Dornbirn verkaufen. Geben 1388 am Margaretentag. — Or. Gemeindoareb. Dornbirn. — reg. Fischer, Archivber.
aus Vorarlberg (Jahresber. Mus.-Yer. Bregenz 1899, 42). — vgl. 1388 mai ?1 nr. 7167. 7170
— jttli 18, Konstanz. Vor dem notar Hermann gen. Schwellgrfibel von Markdorf erscheinen 1 . die domherren Ni¬
kolaus SätelU, Johann Mochwang, mag. Nikolaus Schnell decr. doct, Johann von Steinegg, Rudolf Tettikofer und
Albrecht Blarer als Vertreter des domkapitels; 2. domdekan Heinrich Goldast und domherr Johann Berger, beide
pfleger der domfabrik; 3. domherr und domscholaster Eberhard Insiegler. Letzterer sowie Heinrich Goldast und
Johann Berger hatten die entscheidung ihres slrcites »super constructione et reparatione stolec dem domkapitel
anheimgegeben. Als dessen entscheidung verkfindet im namen des domkapitels mag. Nikolaus Schnell: die last der
»restauratio stolec liegt auf dem domscholaster Eberhard und jedem seiner nachfolger in dieser wfirde. Lectaetlata
est sententia 1388 die sabb. prox. post f. b. Alexii confessoris; das notariatsinstrument wurde auf verlangen
des Nikolaus Schnell angefertigt. Zeugen: Heinrich von Frauenfeld, subkustos, Friedrich gen. Nagel, pfrfiodner am
dome, mag. Johann Egner, knabenlehrer an der Stadtschule. Acta sunt hec (138S mens, julii 18., hora vesperarum
Tel quasi in sacristia eccl. Const. pont. Urbani VI. a. 11., ind. 11.). — Kopb. 509,104^ Karlsruhe. 7171
— Juli 24, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Burkhard gibt seine Zustimmung, daß Friedrich Gut, ständiger
Vikar in Lustnau, mit Zustimmung des abtes Werner von Bebenhausen einer- und Johann von Zeinhusen, kaplan
des St Quirinusaltars in der kirche zu Triberg, einem fllial von Schonach (Sch5nnach), mit Zustimmung des Konrad
Widmer, kirchherru zu Schonach und patrons des St Quirinsaltars anderseits, ihre pfrfinden tauschen, und beauf¬
tragt den dekan des dekanats Wolfenhausen mit der einweisung des Johann von Zelnhusen. Dat. Const. sub sigillo
vicariatus ... 1388, 9. kal. aug.,ind. ll. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bebenhausen): röckseits oben sparen eines
ringsiegeis, darunter: Ulricus Märk. 7172
— MLgm 8 , Konstanz. Inkorporiert der abtei St Gallen die Pfarrkirche zu Wasserburg [bei Lindau] samt ihren
filialen und kapellen, unter Vorbehalt einer ausreichenden congrua für den cinzusetzendon vikar, sowie unter Währung
der bischöflichen und archidiakcnaleu rechte. Das domkapitel stimmt zu. Dat et act in occl. Const 1388, 6. id.
54 Burkhard tob Herren, Bischof tob EoBstaBz. 1388.
• aog., ind. 11. —• Wartmann, Ü-B. Si Gallen 4, 352. Der roTen des kloster» d. d. 1388 aog. 22 ebenda^— Tg^
7100. 7106 nnd folgende nr. 717S
1388 ang* 10^ Si Gallen. Abt Kuno und der kon?ent der abtei Si Gallen bekunden, daß ihrem, klostec durch den
bischof die pfarrkirche zu Wasserbarg inkorporiert worden ist (vgl nr. 7173); die entrichtang der primi fractos
ist dem kloster erlassen worden, dagegen hat es jährlich die qnart im betrage von 20 pfd. heller za Si Martin an
das hochstift za bezahlen. Dai in nostro monastBiio 1388, 4. id. aog., ind. 11. — Or. Earlsrahe (5 Wasserbarg).
— Kopb. AA. 344 Erzbisch. Arch. Freibarg L B. — abschr. Zörich, Staatsarch. (W H 17). — Wärtmann, Ü-B.
Si Gallen 4, 1146. 7174
— ang. 12, Konstanz. Teilt der pfarrgeistlichkeit seines sprengelsmii daß er die von ihrem proyinzial aasgewählten
and durch ihren kastos, brader Johann von Rötenberg, ihm präsentierten Minoriten zom predigen and beichtfaören
im bistom zagelassen hai Er gewährt den besachem der predigten 40 tage ablaß. Dai et aci Consi 1388, 2. id.
ang., ind. 11. — Or. Lozem, Staatsarch. (Franz. IV 2l). — erw. Enbel, Minoritenprovinz 248. 7176
— ang. 14, Konstanz. Erwählter bischof verspricht der bdigerschaft von Konsi aafrechterhaltong ihrer Privilegien
wie bischof Bikolaas 1384 joni 14. Zoagen: Rudolf von Heweu, kastos am fraaenmdnster za Straßbarg, Heinrich
and Hans von Hewen, alle drei des bischofs brdder, and Hans Trachseß von Diessenhoven gen. Blämliglanz, ritter,
des bischofs oheim. Geben ze Cosi 1388 an a. frowen abend ze mittem oagsten. — Or. Karlsrahe (5 Konsi Ge¬
meinden); rdekseits oben sparen eines ringsiegeis. — erw. Schaltheiß, Chronik (Freiborger Diözesanarch. 8, 51).
.— vgL nr. 6952. 7176
— ang. 14. Nimmt aaf 10 jahre das bargrecht za Konstanz an, gleichwie es sein Vorgänger, bischof Nikolaas,
. besessen hat. Dessen 10 spieße will er vom nächsten Si Ulrichstag (1389 ioli 4) noch 5 monate im felde ontor-
halten, von da ab nar 5 spieße bis zom ablaaf dieses Vertrags. Aach mit den bargen and schlössem des hochstifts,
wie denen seines väterlichen erbes will er der stadt gewärtig sein. 1388, feria 6. ante festom Assamptionis b. Ma¬
riae.— Altes bärgerbach 1,15, Konstanz, Stadtarch.—ZGORh. 8, 56.—erw. Rapperi Konsi Chron. 415. 7177
— ang* 19. Wird in Konstanz feierlich inthronisiert. »Nachdem Barkhard vom papst die erlaobnis erhalten hai
sich zam bischof weihen za lassen, wird er von allen, kleras and laien, als bischof anerkannt, am gen. tage in das
mßnster von Konstanz geführt and zam Zeichen der hesitzergreifang aaf den altar gesetzt«. — Konstanzer chronik
von Si Gallen; darnach Manilas, Chronicon episcopatos Consi 681 (vgl. Ladwig, Konsi Geschiehtschreibang 219).
— Die allgemeine anerkenüang steht wohl im Zusammenhang damii daß Klemens YII. den gegenbischof Heinrich
Bajler, nachdem er ihn 1388 joni 15 von Konstanz nach Yalence transferiert hatte, 1398 Juli 3 zam bloßen ad-
. ministrator des Konsi bistams ernannte. — Eine notiz in cod. 1. Herrn. Aog. hs. Karlsrahe, Hof- and Landes-
bibl. fol. 31 (MGSS. 5,71 note 67) berichtet dies zam 12. ang. »Borkardos episcopos de Hewen fait introdactos
Constancia qaarta feria ante [statt assampcionem b. virginis anno (13)88 ab incarnatione domini«. 7178
— ang. 21, Gottlieben. Belehnt die bürger von Meersbarg, Rof Held and Barkhard Held, sohn des Hans Held
sei., mit dem zehnten za Breitenbach and Stehlinsweiler. Geben in ans. vesü G. am nächsten frytag vor s. Bartho-
lomeastag 1388. — reg. Leuthins Kopb. 442 Meersborg, Stadtarch. 7179
— sept* 3, Nennkirch. Bestätigt der stadt Neonkirch ihre freiheiten. — reg. Urkandenregister des kantons
Schaffhaasen nr. 1220 nach or. Neonkirch, Gemeindearch. — erw. Raeger, Chron. Schaffh. 1,455 anm. 4. 7180
— sept. 5, Kaiserstnhl. ,Yon gottes nnd stüls ze Rom gnaden*, bischof v. Konsi bestätigt der stadt Kaiser¬
stahl alle rechte besonders die von bischof Heinrich III. ihnen verliehenen. Geben in unser statt ze Kayserstal 1388
am nähsten samstag nach s. Yerenentag. — Rechtsqaellen des kantons Argan I, 3 s. 21 nr. 12 nach or. Kaiser¬
stahl, Stadtarch. 7181
— sept. 14. Bearkondei daß Heinrich Zirgger ehemals Zisteiziensermönch im* kloster Künigsbronn, Aagsborger
bistams, jetzt bischof von Thermopylä and weihbischof des aosstellers, am 14. sepi 1388 die kirche in Inzigkofen,
filial von Laiz, welche durch die seWestem, welche in der klaase daselbst wohnen, restauriert and neu erbaut wurde,
mit 3 altären und ebenso den friedhof geweiht and 40 tage bezw. 1 jahr ablaß erteilt hai Der anssteiler bestätigt
dies and nimmt die Schwestern in seinen and der patrone der Konsi kirche, des hl. Felagios und des hl. Eonrad,
schütz und schirm. Das gleiche bezeugt der weihbischof. In quoram testimoniam atqae robar sigilla nostra ponti-
ficalia videlicet uostri Burkardi Consi et nostri Hainrici Tormopilen.... preseniibns sant appensa. Dai et act.
(1388, ipso die ezaltacionis s. Cracis, ind. 11). — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Gr. Sigmaringen); schön erhal¬
tene Siegel. Das Siegel des bischofs ist von den andern verschieden. Sitzender bischof unter baidachin; rechts and
links Wappen. Umschrift: Borkardos dei gratis episcopos Constanciensis. — erw. Zingeler-Laor, Konstdkm.Hohon-
zoll. 219. — vgl 1409 apr. 20. 7182
— sept. 19, Konstanz. Bestätigt eine moßstiftong in das spital za Radolfzell Die Stiftung erfolgte durch Lärger
za Radolfzell. Werner, abt der Reichenau, gibt seine Zustimmung 1388 Juli 11 und wahrt sich das präsontations-
Burkhard tou Hewen, Bischof tou Konstanz. 1388,
55
recht. Die pflichten des kaplans sind angegeben. Dat Gonsi 1388, 18. kal. oct, ind. 11. — Abschr. Karlsrahe
(6/77). 718S
1S88 sept. 28| OottUeben. Bestitiigt den bflrgem ron Bischofszell ihre gewobnheiten and rechte, wie in nr. 4981.
Zusatz: kein herr soll am einer [nichtbezahlten] baße willen einen bfirgor fangen, der in Bischofszell haos and hof,
oder sonst liegendes gnt oder soviel fahrendes gat oder ge werbe hat, daß or die baße bezahlen kann. Geben in
nnser vesii OotL 1388 an der nähsten mittwochen nach St Hatheas tag d. hl. zw. — Or. 8tadtarch. Bischo&zell
(Lade I). 7184
— okt. 2, Konstanz. Der offizial des Konst hofes beorkandet: Johann Strab präbendar des St Ckcilienaltares and
generalsachwalter der neuen dombraderschaft za Konst, Heinrich von Fraaenfold sobkustos und St Jodokspfrfindner,
Heinrich von Enslingen pfrflndner des Mattergottesaltares beim grabe des herrn, Friedrich Nagel pfründner des An¬
dreasaltares, und Albrecht Pfefferhart pfrflndner des St Kosmas und Damianaltares, erhalten von Petras Golhay,
pfrflndner des Maria Magdalenenaltars, den ehemals Hontpiß, Chorherr von St Stephan, bewidmet hat, 75 flf Konst
and nehmen deswegen don gen. in die dombraderschaft auf. Dat Const (1388, feria 6. post festam s. Michaelis).
— Or. Karlsrahe (5 Konst Kirchenordnnng); rflckseits oben: ita factum est H". 7185
— oki. 18, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Barkhards bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bowid-
mong einer pfrflnde auf den Dreifaltigkeits-, Thomas-, Michael- and Magdalenenaltar in der St Stophanskirche zu
Konst, welcher zwischen dem Marien- and Elisabethaltar einer- and dem Johannes Baptist und Evangelistaltar
anderseits liegt durch weiland Ulrich von Hasen, bflrger von Konstanz, und dessen testamentsvoUstrecker Konrad
Sailer d. d. 1388 sept 2 (4. non. sept). Hermann Klflpfel, leatpriestor von St Stephan, hatte dazu seine zastim-
mang gegeben. Dat Const 1388, 3. id. oct, ind. 11. — Or. Karlsruhe (6 Konst Kirchendienste); rflckseits unter
den sparen des roten ringsiegeis: I/Iriciia IförA;. 7186
— okti 17, Konstanz. Bestätigt folgende Stiftung:
1383 jdi 15. Pfaff Hans von Sfllchen, kaplan des spitales za Bottenbarg, vermacht dem spital daselbst aus sei¬
nem von Burkhard and Hugo von Ehingen erkauften kleinzehnten 1 schill. heller ewigen geltes, der wöchentlich
jeden freitag unter die armen verteilt werden soll. Unterläßt der spitalmeister 14 tage nacheinander dio aastoilang,
so soll die wöchentliche spende dieses jahr dem propst and den Chorherren zu Ehingen Zufällen. Ebenso soll jähr¬
lich bei seiner jahrzeit dem propst und dem lentpriester zu Ehingen 1 sch. heller von gen. kleinzehnton zuerteilt
werden. Geben an sant Margareten tag 1383.
Dai Const 1388, 16. kal. nov., ind. 11. ~ Or. Spitalpflege Bottenbarg (C. 27. 2). Auf der rflcksoite rotes ling-
siegel, in der mitte ein kreaz erkennbar; unten daran von der band des urkwdenschroibers: ülricus Märk, 7187
— nOT. 4, Konstanz. Der ofßzial benrkundet: es erscheinen vor ihm Konrad Stähelli als prokurator des abtes
Johann von Königsbronn, Cist Ordens, dem die pfarrkirche zu Pfullendorf inkorporiert ist, and Konrad Schimphison,
ständiger vikar zu Pfullendorf, einerseits und der laio Konrad Schönherr anderseits. Beide parteien beanspruchen
den novalzehnten im Huhenberger walde, zwischen Brunnhausen (Brunshasen) und Mettenbach gelegen. Dor ofßzial
entsdieidet daß gen. zehnte der Pfullendorfer kirche gehöre. Dat Const 1388, feria 4. post fest Omnium sancto-
rum. — Or. Karlsruhe (2/6o); rflckseits spuren eines roten ringsiegeis. 7188
— nOT. 9, burg Hewen. Entscheidet, daß nach Inkorporation der pfarrkirche zu Wasserburg die abtei St Gallen
dem grafen Heinrich von Montfort, herr zu Tettnang, seinem oheim, 1500 goldgnlden zahlen oder ihm dio kirche
um die gleiche summe verpfänden soll. In letzterem falle soll der lentpriester «zu Wasserburg das im anlaßbfief (d.
d. 1387 dez. 30 nr. 7100) bestimmte mass von kom und wein »mit der widemec erhalten. Geben in flnser vesti
Hewen 1388 an dem nehsten mentag vor s. Martis tag. — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 353. — vgl. GFrSOrte.
4, 203. — vgl. 1388 nov. 30 nr. 7191. 7189
— HOT. 27, Konstanz. Bestätigt durch transfii den verkauf des doxfes Laimnau (Laymow) durch das domkapitol
an das hl. Geistspital zu Lindau, verzichtet auf die ersten »nutzen € der kirche daselbst, wahrt aber den ansprach
auf consolationes und bannales. Das domkapitel stimmt zu. Geben zeCost 1388 an dem nehsten fritag nach;8.Ka-
therinen tag der hl. magt — Or. Lindau, Spitalarch.; vgl. daselbst das Alte Urbarium 1 bl. 9. — Heider, Grfind-
liche Ausfflhmng der Beichsstadt Lindau 927.—Lflnig, Beichsarchiv 17, 1094.—reg. GFr50rte. 4,203 nr. 245.
— vgl. nr. 7192. 7190
— nOT. 80. Abt Kuno and der konvent von St Gallen verpfänden dem grafen Heinrich von Montfort, herm za
Tettnang, ans anlafl der Inkorporation der kirche Wasserbarg die frflchte und nutzen der gen. pfarrkirche unter ge¬
nauen bestimmungen Aber die fortan von dem grafen bezw. dem lentpriester in Wasserburg an den bischof von Kon¬
stanz zu leistenden abgaben. Dabei wird bestimmt: 1. der graf soll jährlich auf s. Martinstag dem bischof als quart
20 flf heller zahlen, päpstliche und bischöfliche stenem, subsidia und consolationen und alle andern bischöfl. rechte
dem bischof oder archidiakon leisten, dem lentpriester 20 malter kom Lindauer maßes, 2 fader wein, *die widern
Bod der widmen nutzS opfer und selgerät flberlassen. 2. Der lentpriester soll von seiner pfrflnde die bannales dem
56 Bnrkliard Ton Hewen, Bischof yon Konstanz. 1388—1389.
bischof oder dem archidiakon entrichten. Geben an s. Andres tag des hl. zwelfboten 1388. — Wartmann, U-B.
St. Gallen 4, 354. — reg. Kopb. 503, 280 Earlsmhe. — vgl. 1388 nov. 9 nr. 7189. 7191
1388 dez« 2, Konstanz. Domdekan Heinrich Goldast and das domkapitel verkaafeh mit einwilligong des bischofs Burk¬
hard am 1550 pfd. italischer heller das dorf Laimnau samt kirche, kirchonsatz, leuten and gätero, die sie in den
jetzigen kriegszeiten nicht schützen können, an das hl. Geistspital za Lindau. Geben ze Cost. 1388 an der nechston
mitwochen nach s. Gatbrinen tag der hl. magd. — Beider, Gründliche Aasfuhrang der Reichsstadt Lindau 925.
— Lünig, Reichsarchiv 17,1093. — reg. SVGBodensee. 3 anhang s. 43. — erw. Moser, Staatsrecht des Hochstifts
Constanz 127. — Diese urk. ist zweifellos der »haaptbriefy, an dem die ark. von 1388 nov. 27 nr. 7190 als »trans¬
fixe befestigt ist Handlang und beurkandang des Verkaufs sind also nicht gleichzeitig. 7192
— dez. 2« Johann von Landenberg, domthesaurar, stirbt und wird vor dem St. Jodoksaitar im dorne zu Konst be¬
graben. — MG. Necrol. 1,295. 7193
— dez. 7y Konstanz. ,Dei et apost. sedis gratis ep. Const* erteilt denen, welche zom kloster Beerenberg bei¬
steuern, 40 tage bezw. 1 jahr ablaß und bestätigt die von seinen Vorgängern oder anderen bischöfen dem kloster
erteilten ablässe. Dai Const. 7. id. dcc. 1388. — Or. Zürich, Staatsarch. (CH 16 nr. 182); rückseits spuren eines
ringsiegeis mit blütenranke. 7191
— dez. 15^ Konstanz. Der gpeneralvikar in spir. des bischofs Burkhard bestätig^ daß der priester Johann gen.
Spiz, kirchherr zu Biederglatt, und der priester Johann Küchenmeister (Coci), kaplan der kapelle Johannis d. T. in
St Gallen, ihre pfründen mit einander vertauscht haben. Hiezu hatten abtKuno von St Gallen als patron der kirche
zu Niederglatt und Nikolaus von Uzingen, kustos und pförtner (portenarius) der abtei St Gallen, als patron der
kapelle ihre Zustimmung gegeben. Der dekan zu St Gallen wird angewiesen, die gen. priester in den besitz ihrer
neuen pfründen einzusetzen. Dat Const 1388, 18. kal. jan., ind. 1|. — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 374
nr. 2971. 7195
— dez. 15. Ulrich, abt von Wagenhausen, verkauft mit Zustimmung des bischofs Burkhard und dos klostervogtes
Heinrich von Hewen an Heinrich Haldmann, bürger zu Winterthur, 16 mut kernen g^lte und 4 hüner aus dem
zehnten zu Seew (Sehoin) um 200 fi. Abt, bischof und klostervogt siegeln. Geben am nechsten zinstag vor s. Tho-
mans tag dos hl. zwclfbotten 1388. — Winterthur, Stadtarch.; rückseits oben spuren eines Siegels. 7196
— dez. 23. Heinrich, bischof von Thermopylae in partibus, Cisterdenserordens, weihbischof, urkundet, daß er einen
altar im spital zu Radolfeell geweiht hat und erteilt einen ablaß. — reg. ZGORh. NF. 8 m73 nach or. Radol&ell«
Pfarrarch. 7197
1389 jan. 12, Konstanz. Der offizial beurkundet, daß Johann Scherer, wirt zu Konst im hause zum Blawenhut,
dem komtur und den brüdem der Mainau 4 juchort acker in Litzelstetten (Lutzlastetten) geschenkt habe. Dat Const.
1389, feria 3. ante festem b. Hilarii episcopL — Or. Karlsruhe (3/122). Rückseits: Ua factum est H. 7198
— jan. 13, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die Stiftung einer meßpfründe auf den St Michaelsaltar anf
der empöre der pfarrkirche Frauenfeld, welche durch Nikolaus Rüdiger, priester, von Meßkirch d. d. 1389 jao. 8
erfolgt war. Dat. Const 1389, id. ianuarii, ind. 12. — Or. Frauenfeld, kathoL FfarreL — vgl. Gedenkschrift ka^
thol. pfarrei (Frauenfeld 1908) 8. 13. 7199
— Jan. 19, Konstanz. Inkorporiert mit einwillig^g des domdekans Heinrich Goldast und des domkapitels dem
verschuldeten und durch feindliche angpriffe, krieg, mißwachs und pestilenz schwer geschädigten Benediktinerinneii-
kloster Amtenhausen (Amptenhu-) die pfarrkirche zu Sunthausen (Sünthu-), unter Vorbehalt einer ausreichendon
congrua für den vikar. Dat Const 1389, 14. kal. febr., ind. 12. — Eingerückt in den revers der meisterin und
des konventes von Amtenbauson d. d. 1389 jan. 29 mit der Verpflichtung zur entrichtung der quart an das hoch¬
stift (Dat. in nro. monasterio 1389, 4. kal. febr., ind. 12). — Or. Freiburg, Erzbisch. Arch. — Kopb. AA, 485
ebenda. — Kopb. 500, 23^ Karlsruhe. — reg. Kopb. 503, 300 Karlsruhe. — erw. Fürstenberger U-B. 6,157 nr. 99
note 1; ebenda 2, 344 nr. 523 note 2; Freiburger Diözesanarch. 1, 29 anm. 4; ZGORh. NF. 1 ml27 nach abschr.
Sunthausen, Pfarrarch. 7200
— Jan. 22, Konstanz. Vor dem Konst offizial leiht Friedrich Nagel, prokurator des domkapitels zu Konst., an Johann
Wern von Nusdorf 1 wiese bei der widenegg gegen einen jäbrl. zins von 15 Konst welche in das widemgut der
pfarrkirche Seefelden namens des domkapitels abzuliefem sind. Dat Const. 1389, feria 6. post fest b. Agneüs
virg. — Or. Karlsruhe (5 Unteruhldingen); rückseits: Ita factum eat H, 7201
— febr. 1, Konstanz. Nimmt mit Zustimmung des domkapitels, da er das bistum in großen schulden angetreten
hat, von dem Konstanzer vogt Konrad Hag 1600 Konst heller auf mit 100 jährlich zu verzinsen, deren eine
hälfte auf Johannistag des täufers, die andere hälfte auf Weihnachten zu zahlen ist und zwar von den 'ersten nutzen*,
die in dem bistum fällig sind, sei es von den kirchen, äbten oder äbtissinnen oder sonstwie, unbeschadet des leib-
gedings von 50 äf heller, das Heinrich Goldast, dekan und vikar des bischofs, bereits von diesen nutzen bezieht.
Barkhard Ton Heweii, Bischof toii Konstanz. I38d.
6t
Als bürgen setzt er seinen bmder Johann von Hewen ritter, Heinrich Sachs, Ulrich Tuwinger, Heinrich den Haner»
Ulrich den Amann gen. das M&nlin und Johann zu Biengen (?), alle bürger zu Konst. Zue Cost. geben 1389 an unser
lieben frowen abent zue der liechtmeß. — Abschr. (17. jahrh.) Karbrube (5 Gen. 95).
1S89 febr. 5^ Zürich. Hag. Johann von Rietheim, Chorherr von St. Felix und Regula in Zürich, procurator inriutu
opiscopalium des b. Burkhard, gibt auf bitten des Walter Ochser, iokaraten von Sisikon, ahscbrifi der urkunden
1387 oki ] 1 und 20 [nr. 7093], erhebung von Sisikon zur eigenen pfarrei betr. Dat. et aci Thuregi 1389, ind.
12., Urbani pape YI. n. ] ]., mens. febr. die 5. — QFr50rte. 9, 22 nr. 17 ; 42, 34 nr. 192. 7203
— febr. ISy Konstanz. Teilt den pfründinhabem der altäre des hl. Mauritius und genossen, der hl. Brigitta,
der hl. Maria Magdalena, Petrus und Andreas, des hl. Martin, der hl. Erasmus, Margarete, Ursula und genossen,
der hl. Jodokus, Antonius, Christophorus und Ottilie in der pfarrkirche zu Markdorf sowie dos altars der hl. Katha*^
rlna in der kapellc auf dem friedhof neben der kircho mit, daß er mit einwilligung des domkapitels und auf bitten
der cdoln frao Ursula von Markdorf, witwe des ritters Konrad von Homburg (Honn-) sei., die das patronatsrecht
jener kircho zu gunstcn der altaro aufgab, die pfarrkirche zu Markdorf den bezeichncton altären inkorporiert hat,
unter Vorbehalt einer ausreichenden congma für den vikar. Die einkünfto der gen. pfründen waren so gering, daß sie
znm unterhalt der vikare nicht mehr ansreichten. Dat. et act. in eccl. nostra Const 1389, id. febr., ind. 12.—Eingerückt
in den rovers der pfrüiidner, welche sich zur leistung der iura opiscopalia und archidiaconalia verpflichten, dagegen
von der Zahlung der primi fmctus und der qnart befreit sind, d. d. 1389 febr. 16 (14. kal. mari). — Or. Karls-
mho (5 Markdorf). — Kopb. 502 Karlsruhe. — Kopb. AA, 337 Froibuig, Erzb. Arch. 7204
— mirz 10, Konstanz. Beauftragt den dekan des dekanats Luzern, den priester Walter Ochser von Uri als leut-
prioster der pfarrkirche des hl. Elygins im dorfe Sisikon, welches früher eine kapelle war, aber neulich [d. d. 1387
okt. 20] durch Philipp von Alen^on, kardinalbischof von Ostia, patriarch von Aqnileja und legat in Deutschland,
zur pfarrkirche erhoben wurde, einzoweisen. Heinrich Ochser, Rudolf gen. Frow und Walter Zwygcr und andere ein>
wohner von Sisikon, denen für diesmal das präsentationsrecht züsteht, haben den gen. dem bischof präsentiert Dat
Const 1389, 6. id. marcii, ind. 12. —• Or. Zürich, Stadtarcb. (nr. 242). Gut erhaltenes bischofsiegel: sitzende bi¬
schofsgestalt; Umschrift: S. Burkardi dei gratia episcopi Constancien. — GFrSOrte. 8, 70. vgl. obd. 9,16,20.
— reg. GFrSOrte. 42, 34. — vgl. nr. 7203. 7205
— mSrz 12, Konstanz. Jakob von Hewen, bischof von CastoHa, generalvikar in pont des bischofs Burkhard und
des bischofs Imer von Basel, gewährt den besuchem des altars im Bickenkloster zuY’illingen 40tägigen ablaß. Dat
Const 1389, 4. id. marc., ind. 7. — Or. Bickenkloster Villingen. — reg. ZGORh. 32, 284 nr. 44. — erw. Haupt,
ZGOBh. NF. 5,291. 7206
— märz 17. Nikolaus Sätteli, Konst domherr, stirbt. — MG. NecroL 1, 286. 7207
'— märz 29, Markdorf. Rudolf, Konrad, Albrecht von Homburg und der Konst domherr Hmniich von Homburg,
brnder, ritter Konrads von Homburg sei. sühne, erklären ihr einverständnis mit einer Stiftung ihrer mutter Ursula
von Markdorf in der kirche daselbst gemäß des hauptbriefes, der von dem bischof von Konst und dem domkapitcl
besiegelt ist Geben ze Markdorff 1389 am nähsten mantag nach u. L frowen tag als ir... verkündet ward. — Or.
* ttberlingen, Stadtarcb. (87.7.12.1017). — vgl. nr. 7204. 7208
— zpHl 20, Engen. Belehnt den br. Johan Störi, konventbruder zu Rubikon, an stelle des Walter Büler, mit dom
burgsäfl zu Tannegg. Geben in unser statt Engen 1389 an dem zinstag in der Osterwochen. — Or. Frauenfeld,
Kantonsarch. (Fischingen 129); rückseits spuren eines roten ringsiegeis. — vgl 1387 april 16 nr. 7067. 7209
—r april 22, Engen. Belehnt nach dem todo des Rüdiger von Mandach den Hans von Herblingen von Schaff-
. hausen an stelle seiner frau Anna, einer tochter weiland Rüdigers von Mandach, mit einem haus samt baumgarten
. und äckem zu Zurzach an dem Rhein üf dem bühel, den man nennt zu *den sydellen* [Schlößchen Mandach], unter
der Bedingung einer jährlichen abgabe von einem pfiind wachs an das stift Zurzach. Geben in unser statt Engen
1389 an dem donrstag in der Osterwochen. — Or. Aarau, Staatsarch. (Zurzach 171); rückseits kleines randsiegel.
' —ansz. Huber, Urkunden Zurzach s. 65. — ausz. Rueger, Chron. Schaffh. 2, 862 note l. 7210
r- mai 20. Johann, abt von Bellelay, Basler diözese, schreibt an den bischof von Konstanz: nach dem todo bezw.
. der freien resignation des abtes Wilhelm von Himmelspforte habe er nach den Ordensprivilegien und im anftrage
des Främonstratenser abtes den Johann Büttel mit der abtei, providiert; er bittet den bischof, den neuen abt mit der
. Seelsorge zu betrauen und ihm sobald als möglich die abtsweihe zu erteilen. — Dai 1389, 20. die mens. mai. —
Der aufb’ag vom abt von Premontrö zur vomahme der neuwahl erging an den abt von Bellelay unter dem 28. april
1389. — Or. Karlsruhe (17/5). —■ reg. ZGOBh. 26,365. 7211
— jnni 6, Basel Jakobus bischof von Castoria (Castorien.), generalvikar in poni der bischöfe Imer von Basel
und Borkhards von Konstanz, verleiht dom von ihm zu ehren der hl ovangelistcn Lukas, Marcus, Johannes und
BagMtm dor Bisoböfe von KomUm. III. 3
58 Burkhard Ton Ucwen, Bischof Ton Konstanz. 1389.
9
Matthäus gewoihteu armenspital za Basel 40 tage ablaß. Dat et aci Basilee 1389, 8. id. ionii. — Or. Basel,
Siaatsarch. (Sp. 243). 7212
1389 Juni 28^ EonstAilz. Verspricht der Agatha von Winterstetten (Westerstetten), gemahlin dos Heinrich von
. Friedingen, ihr aus den pfaffonsteaern, gen. consolationes, bis nächste Mariäe Lichtmess (1390 fobr. 2) das dariohon
von 220 golddakaten zarückznorstatten. Als angälto wird bestellt des bischofs brador ritter Johann herr za Hewen;
als bärgen: Stephan frciherr von Gandclfingen, Konrad von Stoffeln, Heinrich von Neuhaosen and Johann Schlapf.
Das domkapitel stimmt za; cs siegelt zugleich mit bischof, angälte and bärgen. Ze Cost geben 1389 an s. Peters
and s. Paiüs abend der zwaigor zwelffboten. — Einger. in den revers der Agatha von Wintorstettou d. d. 1389
iani 29: Kopb. 500, 218^ Earlsrabe. 7213
Juni 29, Wien. Albrccbt herzog von Österreich äberläßt dem kloster Wettingen, das in den kriegen mit den
waldstädten an leat and gätern schwer geschädigt wurde, das patronatsrecht (kirchenlehen) der kirche za Kloten,
so daß sie fdrderhin einen priester dem bischof von Konst, präsentieren kOnnen. Geben ze Wienn an s. Peters und
8. Pauls tag der zwelfboten 1389. ~ Or. Aarau, Staatsarch. (Wett. 714). — vgL 1406 okt. 1. 7214
— Juli 24, Konstanz. Bekundet, daß er durch die belastang des bbtums mit schulden und gälten gezwungen
sei, des bistüms natzungen zu verkaafen. Fär ein dariehen von 1500 pfd. hellem Ycrkaaft er auf wiederkauf an
Heinrich Blarer, sohn weil. Gerwigs, bärger von Konstanz, einen jährlichen zins von 100 pfund hellem aas den ge-
fällen des bischöflichen, vikariats- und Offizialats insiegel, ,als sie ein iusiegler gewöhnlich inne hat*; in vier raten,
an den vier fronvasten, soll dieser zins verabfolgt werden. Za aogfilten werden bestellt: des bischofs brader Johann
und sein vetter Peter, beide herren zu Hewen; zu bärgen: Ulrich Pajrer ritter, Hermann von der Breiteolandenbeig,
Eberhard von Bärgeln (Bärgelon), Johann Trachseß gen. der Brak ritter, Johann von Homburg weil. Hansen sohn,
die bröder Konrad und Burkhard gen. Schärli von Stoffeln, Heinrich von Neahausen (Näwahusen). Angälten and
bürgen sind nötigenfalls zam einlager verpflichtet Domdekan und domkapitel stimmen za; außer ihnen und dem
bischof siegeln die angülten und bärgen. Ze Cost geben 1389 an s. Jacobs abent des hL zwelffbotten. — Einger.
in den revers des Heinrich Blarer d. d. 1389 aug. 28 (Geben ze Cost am samstag nach s. Bartolomeastag des ht
zwelfbotten 1389): Kopb. 500, 51^ Karlsraho. 7215
— aug. 23, Konstanz. Und sein brader ritter Johann, herr zu Hewen, sein veter Peter, herr za Hewen,
des weil. Heinrich von Hewen sohn, Johann von Klingenberg, dos weil. Johann von Klingenberg, sohn versprechen
dem bärger von Konstanz, Heinrich demHartzer, bis nächsten Jakobstag (1390 iali25) das dariehen von 610 ptd.
heiler zaräckzuerstatten, das er selbst von Konrad in der Bünd aafgenommen, und das der bischof an die witwe des
Heinrich von Ulm aasgezahlt hat Zu bärgen werden bestellt: ritter Johann Trachseß von Diessenhofen gen. Prak,
Konrad von Stoffeln, Barkard Egen, Johann von Homburg, sohn des weil. Johann von Hombarg. Bischof Barkhard
nimmt die schuld allein auf sich, da die anderen aassteiler als angälten »mit ans hinder dis galt körnen sind«.
Domdekan, und domkapitel stimmen za; außer ihnen und dem bischof siegeln die angülten und bärgen. Ze Cost
geben 1389 an s. Bartholomes abent des hl. zwelfbotten. — Einger. in den revers des Heinrich Hartzer d. d. 1389
aug. 28 (Geschriben ze Cost an samstag nach s. Bartholomeos tag des hL zwelfbotten 1389): Kopb; 500, 99^
Karlsruhe. 7216
— sept. 7, barg Steinach. Heinz von Steinach und seine aöhne Konrad and Hans bekunden, daß sie mit zastiin-
mang des bischofs Burkhard am 64 pfd. Konst pfg. dem Rudolf von Borschach d. a.^ ihr hochstiftisches lohen, den
sog. Schachshof zu Goldach, za freiem eigen verkauft haben. Dafür tragen sie ihre mühle za Obersteinach dom bi¬
schof zu lehen auf. Steinach in uns. vesti an uns. l. frauwen abend zae herpst 1389. — Wartmann, U-B. St Gallen
4,385 nr. 1986. 7217
— sept. 30, Oberndort Jakob, bischof von Castoria (Castorien.), generalvikar in pontif. des b. Burkhard von Konst
und des b. Imer von Basel, erteilt den Schwestern Augostinerordens außerhalb der mauern von Oberndorf 40 tage
. ablaß. Dat in eadem ecclesia (Oberndorf) 1389, in die s. Jeroniml — Or. Stuttgart, Staatsarch (Oberndorf). —
Kopb. Oberndorf nr. 18 s. 20 mit irrigem datam 1388. — orw. Petras, Suev. eccl 642. 7218
— okt 23, Konstanz. Der generalvikar des abwesenden bischofs Barkhard bestätigt die Vereinigung der meO-
Pfründe in dem Johanneskörlein der leutkirche za Eßlingen, welche Johannes Kühler innehat and angenügend do¬
tiert ist mit einer anderen auf den Marien Magdalencn altar daselbst gestifteten. Um die Vereinigung haben bdr-
germeister and rat d. d. 1388 mai 20 gebeten. — reg. Dielil, U-B. Eßlingen 1 , 522 nr. 1029 d. e. 7219
— UOT« 7, Augsburg. Philipp von Alen^on, kardinalbischof von Ostia, apost. legat, bestätigt der äbtissin und
dem konvont von Heiligkreaztal, welche za Urban VI. halten, die von bischof Heinrich [d. d. 1382 nov. 27] vor-
genommeno inkorp'oration der pfarrkircho Rinzwangen, deren einkünfte 20 m.s. betragen, während die des klostors,
. in dem früher 125 Schwestern wohnten, 50 m. s. nicht übersteigen. Dat. Augaste 7. id. nov. 1389 pontif. (Ur-
, bäni VI.) a. 12. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Heiligkreuzt.); unter dem bog rechts: taze 12. Pariäanus, (L, w.
G,f); aaf dem bug rechts: pro Alardo, Ilerinannus, 7220
Bnrkhard Ton Hewon, Bischof von Konstanz. 1380—1390. 50
1S89 nov* 9, Bom. Papst Bonifaz IX. an 4eD bischof von Konstanz. Urban VI. hat sich die abtoi Kempton rcsor-
viert Kach dem tode des abtes Pilgrim providierto Urban die abtci mit Friedrich von Hirsdorf, mönch und priestor
d. d. 138G jan. 29 (4. kal. febr., pontif. a. P.). Die briefe wurden aber nicht ansgefertigt. Der papst bestätigt die
Provision und empfiehlt den providiorten dem bischof. Dat. Rome apud s. Petrum 5. id. nov.,a. ]. »Ad cumulumt.
— Or.München,Rcichsarch. (Kempten); unter dem bug links: JuL taxe 18. P,de Esculo; rechts auf dem bug Ja,
de Fulgifteo; rücksoits oben.. .pro A, R. darin Jac, — Eigontlichcr proviäonsbricf an den abt Friedrich von Hirsdorf
gerichtet. »Ration! congruit«. Yermerke Jul, 18 P. de Esculo 9 . Jo de Fulgineo tgjj. Rückseits gleich. — Ebenso
an den konvent Gleiche vermerke. »Rationi congruit«.—vgl. Römische Quollen zur Konst, bistumsgeschichte LXI.
— Eine teilweise servitienzahlung durch mag. Petrus Liebinger erfolgte 1393 märz. 31. — Or. ebenda. — reg.
. Regesta Boica 10,254. 7921
Bach 1389 nov. 9. Schreibt an das dokanat in Stamheim und Steckbom und teilt ihnen mit, daß er von Boni¬
faz IX. die Vollmacht habe, die anhänger des gegenpapstes in den gebieten der herzogo Albrocht und Leopolds
von Österreich wieder in die kirche aufzunehmen. Demgemäß absolviert or ungenannte, welche zurückkehren wollen.
Dat. etc. — Kopb. 1491, 92^ Karlsruhe (Formel!). 7222
nach 1389 nov. 9* Papst Bonifaz IX. erteilt dem grafen Eberhard von Wordenberg zu Sigmaringeii und Diotfurt
wie der Anna, tochter des freiherm Johann von Zimmern, dispens wogen ihrer Verwandtschaft im 4. grade, und
schickt dem bischof von Konstanz eine bulle, »darin er die heuTcitsabred chreftig und gnot haist, die confinniort
und bestettiget«. — Zimm. Chronik hrsg. von Barack 1 216. 7223
1389 nOT« 24, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Burkhards bestätigt mittelst transfii die Stiftung und bo-
widmung der allerseelenpfrundo in der pfarrkirche zu Biborach durch Konrad Yochenzer, bürger zu B., d. d. 1389
nov. 23 (feria 3 . ante fest Katherine) mit Zustimmung des dortigen kirchherm Walter. — Dat Const 1389, 8 . kal.
dec., ind. 12 . B. — Or. Biberach, Khrchenpfiege: rückseits spuren eines ringsiegeis. 7224
— dez. 8 , Rom. Papst Bonifaz IX. an den propst von St Johann zu Konstanz. Meister und brüder dos spitals zu
PMlendorf sowie Johann von Homstein-Schatzberg (Schatzber), edolknecht, haben vorgetragen: Johann v. H. be¬
absichtige dem spital zu Pfullendorf, in welchem 40 arme ernährt werden, das ihm zustehende patronatsrecht der
kirche zu Illmensee unter der bedingung zu schenken, daß gen. kirche, deren einkünfto 6 m. s. betragen, dom gen.
spital, dessen einkünfto sich auf 50 m. s. belaufen, inkorporiert werde. Der papst beauftragt den propst von St Jo¬
hann, die einverleibung vorzunehmen. Dat Rome apud s. Petrum 6 . id. dec., a. 1 . »Romani pontificis«. — Or. Karls¬
ruhe (Pfullendorf); unter dem bog links: 3fa. taxe 20 . T.de Nyem, N,de auf dem bug rechts: Mathias
fj, Rückseits R darin n/ beim bug rechts: Gly(?) — FreibDiöze.«tanarch. RF. 3 (1902) 71. Die Schenkung dos pa-
tronaisrechts erfolgte 1390 Januar 25. (ebenda nr. 38); die ausführung der päpstL bulle durch Heinrich Murer,
propst von St Johann 1391 Juni 24 (ebenda nr. 39). — erw. FreibDiözesanarch. NF. 5 (1904) 140. 7225
dez« 9, Rom. Derselbe beauftragt den abt von Wiblingen, den zwischen Ulm und Reichenau vorgonommehon
lausch der pfarrkirchen zu Domdorf, deren einkünfte 20 m. s. betragen, und Ulm, deren vikarseinknnfto kaum
10 m. 8 . betragen, so daß die einkünfto des klosters dadurch verbessert würden, zu bestätigen. Dat Rome apud. s.
Petrum 5. id. dec., a. 1 . »Homiübus supplicum«. — Or. Ulm, Stadtarch.; unter dem bug links: Mar, taxe 20.
T. de Nyem. Benincasa 9 ; auf dem bog rechts: R^^ Ja de Bononia jj. Rückseits: oben mitte: pt'o C. Blodtem Jo.
de Bebdnheim, R darin t/oc., unten: j?... C.... Bing(?); beim bug: B. de Pistorio, — Ausführung der bulle durch
abt Heinrich von Wiblingen d. d. 1395 april 20 (ebenda). — reg. Pressei, Nachrichten s. 12 nr. 57 und 60. —
erw. ZGORh.NP .20 (1905), 589. — vgl. 1387 Juli 1 nr. 7076. 7226
— dez« 14. Jakobus weihbischof weiht die kapelle in Leimenstein zu ehren der hl. Felix n. a. hl. — erw. Lang,
Hist Tbeol. Grundr. 1,921. — vgl. Nüscheler Gotteshäuser 3, 540. 7227
— dez. 18. Jakobus bischof von Castoria, weihbischof der bischöfe Burkhard von Konstanz und Imer von Basel,
bekundet, daß er in der kapelle zu Näfels (Nefeltz) zwei altäre geweiht hat, den einen als hochaltar zu ehren der
. hll. Felix und Regula, Exoperantius und Fridolin, den andern vor dem Icctionar und chor zu ehren der empföngnis
der gottesmutter, und erteilt 40 tage ablaß. Dat 1389 sabbato ante fest Nativitatem einsdem d. n. — Jahrbuch
des bist Yereins des kantons Glarus (1892), Urkundensammlong III s. 8 nr. 247 nach Or. Näfels, Gcmoindoarch.
7228
1390« Bestätigt die Stiftung zweier meßpfründen in das kloster Waldseo, welche sein oheim Hans Truchseß zu
• Waldbnrg für die seelcnruho seiner gemahlin Katharina gräfin von Cyli gestiftet hat Dat (nach einer aufschrift,
da der Schluß der urkunde vermodert ist). — reg. Württ Pflegerberichtc: Stuttgart, Staatsarch. nach Or. Waldsee,
. Stadtarch. — erw. DiözesanarchSchwabeu 2 ,47. 7229
1390. Weist der knratie Bergheim (filial zu Oberthouringen) alle rechte und nutzungen, flüchte, opfor und. zehnten
CT. — erw. FYeibDiözesauarch. NF. 5 (1904) 156. 7230
8*
60
Barkhard yon He wen» Bischof yon Konstanz. 1390.
1390* Konrad, dekan Ton Ebingen» beorkondei» daß er, solange er dekan sei, niemals eine »consolatio« Yon der kirche
zn Irrendorf erhalten bat, daß vielmebr dieselbe in der des klostersBeoron, dem jene kirche gobOre, inbegriffen war.
Dat. in Ebingen 139a. ^ Absebr. 18. jh. Sigmaringen, Domänenareb. (El. Beoron). 7231
— Jan. 17. Bestätigt die statoten des landkapitels Tbenringen. — erw. SYGBodensee. 15,64.97. 7232
— Jan. 21. Friedricb, abt von Eempten, präsentiert dem bisebof Barkhard bezw. dessen goneralrikar in spir. fOr
die stäiidige vikario der Si Laorentiaskirebe bei dem gen. kloster, welche dem klostor inkorporiert ist and welche
Heinrich Yon MittelhoYen früher inne hatte, den br. Erhard Yon Schwabolsberg, priester and konYontoalen za
Eempten. Dat. 1390f 12 . kal. febroarii. — Or. München, Reichsarch. (Eompton). 723S
— Jan. 28; Papst Bonifaz IX. ernennt die äbte Yon Si Urban, Wettingen and Frienisberg (Aarora) za konsonra*
toren des klosters EappeL Dai Borne apad s. Petram 5. kaL febr., a. i. »Militanti ecclesie«. — Or. Zdrich, Staats-
arch. (CU 4 nr. 358); unter dem bag links: Febr, taze 30. T, de Nyetn, Benincaaa 9 .; aaf dem bog links: Esdo.;
rechts: P. de Esculo, Bückseits B darin it.y beim bag rechts: Esculo. 7234
— febr. 1. Papst Bonifaz besUUgt abt and konYent Yon Eappel alle freiheiten. Dai Borne apad s. Petram kal.
ffbr., a. 1 . »Seiet annaerec. — Or. Zürich, Staatsarch. (CU4 nr. 359); unter dem bag links: Fe. taze 2 . Fran^
ciecus.; auf dem bag rechts: Franeiaeus. Bückseits oben links; P. g —; mitten: Jo. Stoancko; rechts: S.(f) 7235
— febr. 1, Weinfelden. Friedrich Yon Boßnang frei und Badolf Yon Bosenberg Yon Zackenriet ritter, pfleger der
landesabwesenden brüder Junker Eonrad and Walter Yon Boßnang, gestatten mit einwilligang des kirchherm and
leatpriestors za Boßnang, daß kapelle und friedhof za NoUenberg geweiht werden und bitten den bischof Yon Eon¬
stanz bezw. dessen weibbischof die weihe vorzanehmen. — Begg. Ereozlingen nr. 257; das original konnte im
Eantonsarch. Fraaenfeld nicht gefhnden werden. 7236
— febr. 22. Belehnt den Badolf Swend, bürgermeister za Zürich, mit dem dritteil zweier zehnten za Eloten,
die seither Johann Bordorf Yom bistam innegebabt und um 24 fl. an den ersten verkauft hat. Geben an dom
noebsten zinstag Yor 3 . Matbyas tag des hl zwelfbotten 1390. — Or. Zürich, Staatsarch. (CU 6 nr. 720). Bück-
seits sparen eines roten ringsiegeis. — Absebr. 17. jahrb. Staatsarch. Zürich (F. YI 114 p. 59). Ebda pp. 60, 61
Yorziclitbriefe des Heinrich Bordorf (1390) und Johann Schwond ( 1391 ). 7237
— febr. 23, Konstanz. Beflehlt dem dekan and kämmerer and den mitbrüdem des dekanats in Wasserbarg oder
Wangen, die wähl der Elara Yon Wolfart zur äbtissin von Lindau za verkünden and etwaigen einsprach bis märz 4
(freitag nach Beminiscere) in Eonstanz vorzabringen. Elara von Wolfart, kanonissin des klosters, war nach dem
tod der äbtissin Agnes [von Wolfart] einstimmig als nachfolgerin gewählt worden. Dat. Const. 1390, 7. kalmartii,
ind. 13. — Or. München, Beichsarch. (Lindau, Stift); oben: proclamaoi IMUr. — vgl. nr. 7242. 7-238
— febr. 24, Konstanz. Erwählter und bestätigter, gelobt dem ammann und der bürgorschaft von Meersbarg,
die ihm gehuldigt haben, sie bei ihren hergebrachten Freiheiten and gewohnheiten za belassen. Beschach and zo
Cosi geben 1390 an 8.Mathjes tag. — Or. Meersbarg, Stadtareb. — Leathins Eopb. Meersbarg 76. — reg. ZQOBb.
NF. 2 m82 nr. 2. 7236
— fobr. 25, Konstanz. Bestätigt dem stifte Zorzach alle freiheiten, wecho sie von seinen Vorfahren im bistam
erhalten haben. Dat. Const 1390, 5. kal marcii, ind. 13. B. — Or. Aaraa, Staatsarch. (Zarzach 172); rückseits
sparen eines ringsiegels. 7240
— märz 1, Konstanz. Bestötigt der stadt Arbon in ansehang ihrer treuen dienste and mit rücksicht auf den
schweren schaden, den die stadt durch feaersbmnst erlitten, alle freiheiten and rechte, die sie von seinen verfahren,
den hischöfen von Eonstanz erhalten hat Geben ze Cost. an mittwochen nach s. Mathias tag des hl zwolffbotten
1300. — Or. Arbon, Bürgerarch. (nr. 16). 7241
^ märz 4, Konstanz. Bestätigt unter einrückong des Wahlprotokolls d. d. 1390 febr. 21 die wähl der Elara
von Wolfart als äbtissin von Lindau, überträgt ihr die loitang des klosters in spir. et temp. und beaaftragt den
Ulrich von Wilberg, chorherm des klosters Lindau, mit der körperlichen einweisang. Ulrich von Wilberg, Eonrad
Isenbach Chorherren, Anna gen. vom Bosenhartz, Anna yeu Horb, Ncsa Schenkin von Landogg, Elisahet von Zwingen-
stein, Ursula Schonkin von Castel, Magdalena von Wolfart Ursula von Schellenborg and Ursula von Wilor kanonis-
sinnon haben den bischof am bestätigung gebeten. Dat et act Const 1390, die voncris post dominicam Beminis¬
cere mensis marcii 4., ind. 13. B. — Or. München, Beichsarch. (Lindau, Stift). — reg. Begesta Boica 10, 261.
vgl nr. 7238. 7246
— märz 8, Konstanz. Urkundet daß die neue and alte hraderschaft der priester und kapläne za Eonst sich za
einer hraderschaft vereinigt haben. Dieser hraderschaft treten bei Heinrich Goldast domdekan, und die anderen
20 domherren. Die einkünfte and Statuten der bruderschaft werden fostgelegt. Der bischof bi stätigt dieselben. Dat.
Const 1390, 8 . id. marcii, ind. 13. — Or. Earlsrahe (5 Eonst Etrchenordiiung). ^—Gieichzoitige und spätere ab-
schrift ebenda. — Kopb. 523, 1 ff. Karlsruhe. 7243
Burkhard Von Hewen, Bischof Ton Konstanz. 1390.
61
1890 man 9, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Barkbards beauftragt den dekan des dekanats in Reutlingen
(Rudlingon), den Gnido Gaidonis klcriker, sohn des Guido Gaidoni alias Bamel, bdrgers von Konst., welchen der
gen. Guido Bamel präsentiert hat, auf die Pfarrkirche za Birrinken (Birbinggen), welche durch tod des Jakob Brom-
schenk erledigt ist, einzuweisen. Dai Const. 1390, 7. id. marcii, ind; 13.B. — Or. Karlsruhe (5 Birvinken). 7244
—• m&rz 17. Ulrich von Schwanenborg beurkundet von dem dekan und dem kapitol des hochstifts um 480 Konst,
goldguldeii >dio nutzungt fpatronat] der kirche zu Glottertal (Qlotem) bei Freibarg gekauft zu haben; davon sollen
jedes Jahr auf Martini 60 abgetragen werden. Geben 1390 an s.G 6 rdrut tag in der vasten. —Yidimus des Konst.
Offizials d. d. 1403 nov. 3 und dos stadtammanns Gebhart Ehinger von Konstanz d. d. 1405 nov. 5: Karlsruhe
(21/192*). 7245
— märz 19, Konstanz. Tränssummiert einen ihm d. d. 1390 marz 19 (sabbato Sitientes) von propst Ludwig
von Marchtal präsentierten brief b. Heinrichs d. d. 1368 aug. 10 (Regg. Const. 2 nr. 6065). — Abschr. 18. jh.
Rogensburg, nach notiz im material. 7240
— mirz 21, Konstanz. Verspricht in ansehung, daß die leutkirche zu Reutlingen vor vielen Jahren dem kloster
KOnigsbronn vom aposi stähle inkorporiert worden ist, ohne forderung der ersten fruchte oder quarten einen welt¬
lichen priester zu investieren, so oft dio legtkirche ledig wird; ein konventbrudor soll jedoch nur investiert werden,
wenn die von Reutlingen damit einverstanden sind. Geben zeCost. 1390 an dem nähsten mäntag vor dem palmtag.
— Or. Stuttgart, Staatsarch. (Reutlingen); ruckseits sparen eines riogsiegels. — erw. DiOzesanarchSchwaben
1896, 18; 1897, 60. — vgl. 1390 nov. 27 nr. 7288- — eriit.Würtb. Jb. 1856,2, 106note. 7247
— april 7, Konstanz. Und sein bruder Johann lierr zu Hewen, sein vetter Peter herr zu Howen, und ritter
Johann Traebseß von Diessenhofen, gen. Blumliglanz seßhaft zu Herblingen, versprechen dem bärger von Konstanz,
Heinrich dem Hartzer, bis nächsten Johannestag (iuni 24) die 750 pfd. holler zurückzuerstatten, die er vorgestreckt
bat, auf daß damit das leibgeding seines verfahren dos bischofs Nikolaus gezahlt worden könne. Zu bürgen werden
bestellt: domherr Albrecht von Bcutelsbach, Albrecht von Bußnang, Albrecht von Bürgeln (Burglon), Johann Truch¬
seß gen. Brakk ritter, Walther von Hohenklingen ob Stein, Ulrich Paigrer ritter, Kourad von Stöffeln, Hans zo
Burgtor, Egli von Randenburg, Konrad der Weber, Ulrich Tüwinger. Bischof Burkhard nimmt die schuld allein aut
sich, da die anderen ausstoller als angülton »mit uns hinder dis galt körnen sind«. Domdekan und dcmkapitel
stimmen zu; außer ihnen und dem bischof siegeln dio angülton und bürgen. Ze Cost geben 1390 an dem nähsten
durnstag nach ingendom aberellen. — Einger. in den rovers des Heinrich Hartzer bürgers zu Konst, d. d. 1390
apr. 22 (Geschriben zo Cost. an dom nähsten fritag vor s.'Ueorien tag 1390): Kopb. 500, 97^ Karlsruhe. 7248
— april 8, Konstanz. In großer gcldnot (komber) wegen des an bischof Nikolaus zu zahlenden leibgedingos,
bekundet, von dem ritter Ulrich von Ems (Emptz) 200 8 ^ Konst, heller als darlchcn erhalten zu haben. Um diese
summe erhöht er den pfandschilling der quart der kirche zu Bregenz, die bislang dem gen. ritter um 1 000 pfd.
heller versetzt war. Domdekan und domkapitel stimmen zu. Ze Cost. geben 1390 an dem nächsten fritag nach
ingendem abrellen. — Eingerückt in den revors des Ulrich von Ems d. d. 1390 apr. 16 (Geben 1390 an samtztag
vor s. Jorgien tag): Kopb. 500, 143^ Karlsruhe. 7249
— april 8, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix den ahlaßbrief verschiedener bischöfe für dio pfarrkirche in
Meersbarg [ablaßbrief nicht mehr am transßx] und erteilt selbst 40 tage ablaß. Dat. Const. 1390, 6 . id. apr., ind.
13. — Or. Karlsruhe (5 Meersburg); rücksoits spuren eines ringsiegcls. 7250
— april 11, Baden i. A. Der österreichische landvogt Reinhard von Wehingen präsentiert namens seiner her-
zögo dom bischof den priester Konrad von Amsoldingen auf das durch den tod des Heinrich von Schlatt erledigte
pfarrektorat Morschach. Feria 2 . post dominicam Quasimodo. — Or. Kirchenlado Morschach. Hier nach regest
Kälins. — vgl. 1391 märz 30. 7251
— april 18, Konstanz. Bestätigt das privileg dos siechenhauses bei Kreuzlingen, allein die dos aussatzes ver¬
dächtigen oder davon befallenen personen in der ganzen diözese untersuchon zu dürfen. Solche personen sollen von
den geistlichen des sprengels dorthin gesandt werden. Dat. Const 1390, 14. kal. maii. — Or. Konstanz, Spital-
arch. T-- ausz. Ruppert, Vereinigte Stiftungen 46. 7252
~ april 20 . Papst Bonifaz IX. bestätigt dem kloster Stein die d. d. 1386 Juli 11 vorgonommene Inkorporation
der Pfarrkirche Nagolt (12. kal. maii, a. l). — reg. nach dom Steiner Cartular nr. 39: Schaff hausen, Staatsarch.
— vgl. nr. 7037, 7253
— april 20. Begiebt sich der lehensherrlichkeit über zehnten und einen acker zu Altenburg, die das stifb Bischofs¬
zell von Johann Wildrich, bürger zu Arbon, käuflich an sich gebracht hat, doch behält er sich die zinse vor, die
etwä von jenen stücken dem hoebstift entrichtet werden müssen. Dat 1390 an der mitwachen vor Geory. — ausz.
Kopb, Bischofszell 76^ Frauenfeld, Kantonsarch. 7254
62 Burkhard yon Hewen, Bischof Ton Konstanz. 1390.
1390 apiil 22^ Konstanz. Bekeant dem bürgermeister nnd rat yon Konstanz 700 goldgnlden schaldig za sein.
UnyennOgend diese schuld zu tilgen, trifft er folgendes abkommon: jährlich an Mariae Lichtmeß (febr. 2) zahlt er
100 golden sowie den schaden »der des jars uff das hinderstellig hoptgut gangen ist und daz wir si also des vorgen.
hoptgnts der 700 guldin und des Schadens, der dar uff gan mag umb den 14. (pfg.) in den nechsten 7 jären gar
und gentzlich gewort habent«. Im ersten Jahre zahlt er 100 gülden und 50 golden »schadcuc, im zweiten wieder
100 gülden und den »schadenc von 600 gülden, nämlich 42, 86 gülden usw. Diese Zahlungen erfolgen ans den
pfaffensteuern, den sog. consolationes, unbeschadet aller älterer ansprdche auf teile derselben einkünfte. Domdekan
und domkapitel stimmen zu. Ze Cost. geben 1390 an s. Georjen abend in dem abereilen.— Eingerfickt in den re-
yers des bürgermeisters und rats yom gleichen tage: Kopb. 500, 266^ Karlsruhe. 7255
— inai 1, Konstanz. Verschreibt, gedrängt durch die Schuldenlast des hochstifts, dem Heinrich Zirger, z. z. im
Cisterzienserkloster Königsbronn, bischof yon Thermopylä und weihbischof yom Bamberg, für ein darlehon yon
200 goldgolden and 112 pfd. heller als leibgeding die quarten folgender kirchen im Eirchhoimer tal: die zuKirch-
heim (jährlich 15 pfd. heller), Göppingen (lO pfd. heller), Hürtingen pfd. heller) und Weilheim (6 pfd. heller).
Zn bürgen wurden bestellt: domherr Albrecht von Beutelsbach, bistumsvikar und domherr, der bmder des bischofs
Johann freihorr zu Hewen, Rudolf von Friodingen, Ulrich Tuwinger, burger zu Konstanz. Domdekan nnd domkapitel
stimmen zu; außer ihnen und dem bischof siegeln die bärgen. Zo Oosi geben 1390 an s.Walparg tag ze ingendera
maigen. — Entb. in dem reyers des Heinrich Zirger d. d. 1390 mal 16 (Geschriben ze Cost an mentag nach dem
hl. uffart tag 1390): Kopb. 500, 149^ Karlsruhe, 7256
— mal 3, Konstanz, Bestätigt einen hans- nnd hoftausch zwischen Ursula Blarrer, Heinrichs von Boggwil sei.
fran, deren kindor Heinrich, Hans nnd Ulrich yon B., Eglolf Blarrer als yater nnd yogt der Fran Ui^la, und Peter
Schanfigg als yogt der kinder einer- und Erhärt Holl, kaplan am s. Bartholomäus altar auf dem lettner im Konstanzer
mnnster, anderseits. Dieser kaplan gibt ihnen haus und hof am fischmarkt zwischen »der metzi und dem hns ze
den roten gatter« niid erhält daffir den hof gen. am bol ze Hngclshofen, der für die pfrdnde nützlicher ist Hein¬
reich Goldast domdekan nnd lehensherr des altars, sowie das domkapitel stimmen zo. Ze Cost geben 1390 an dem
nähsten zinstag nach s. Walpurg tag im mayen. — Or. Karlsruhe (5 Konst Häuserstand); rdekseits oben spuren
eines roten riugsiegels. 7257
— mai 7, Konstanz. Nimmt von Peter von Berg, Konrads sei. sohn, den halben zehnten zn Ittenhausen (Hitten-
husen) und zu Bunkhofen, leben des bistums, auf und belehnt damit den Konrad yon Hof, Johanns d. ä. sei. sohn,
bürger zn Konst Geben ze Cost 1390 an dem nechsten samtztag nach des hl. erdtzes tag ze maigen.—^Or. Karls-
mhe (5 Bunkhofen), rdekseits spuren eines ringsiegeis. 7258
— mai 22, Rom. Papst Bonifaz IX. an den abt yon Weingarten: »Ea que de bonis« — balle für kloster Weißenau.
Dat Rome apud s. Petrum 11 . kal. inuii, a. 1 (datum nachgetragen). — Or. Stuttgart Staatsarch. (Weißenan);
auf dem bng rechts: Jo, de Maguncia, Rdekseits oben rechts? 7259
— jnni 9^ Rom. Tnrribins, bischof yon Tuy (Tuden.), eröffnet als ezekntor dem bischof yon Konstanz und der äb-
tissin and dem konyent yon St Felix und Regula in Zürich die bulle Bonifaz IX. d. d. 1389 noy. 14 (Dat Rome
18. kal. dec., a. 1 .), worin dieser dem Johann Meitteller, chorherm yon St Felix und Regula in Zürich, ein benefi-
zinm — enm ca:a 25, sine cura 18 m. arg. — welches zur kollatur der abtei gehört yorleiht unbeschadet seines
besitzes der propsteipfrdnde. Acta fuerunt hoc Rome in domo habitacionis mee 1390, ind. 13., pont Bonifacii IX.
a. 1 ., die 9. mens, ionii, presentibus Rndolfo Naegclli Const et Johanne Geglinger, Spiron. dioc.— Gleichz. abschr.
Zürich Staatsarch. (CII 2 nr. 232). — Scheuchzers abschrifton bd. 19 nr. 1842^ Zürich, StadtbibL 7260
— juni 9, Rom. Papst Bonifaz IX. beauftragt den bischof yon Tny (Tuden.), den abt des Schottenklosters außer¬
halb der mauern yon Konst sowie den Konst domdekan, den Markos Huntpiß, chorherm yon St Stephan zn Konst,
in die pfarrei Ertingcn cinzuweisen. Die pfarrei ist dadurch yakant, daß Georg Marschall yon Pappenheim sich nicht
in yorgoschriobener zeit zum priestcr weihen ließ. Die einkünfte der pfarrei betragen nicht mehr als 20 m.s. Burk¬
hard Marschall von Pappenhoim, priestor, ist yon der pfarrei zu entfernen, unbeschadet dessen, daß der gen. Markus
kanonikat nnd pfrdnde von St Stephan mit 10 m.s. einkünften inno hat Dat Rome apnd s. Petrum 5. id. ionii,
a. 1 . — Or. Stuttgart Staatsarch,; auf dem bug links: aecultaia per me Nkolaum de Benecento (?) regeetratoro
litterarum apoetolicarum, concordai cum regietro,; unter dem bug: ifa. taxe 17. M. de Cherubinie. P, Petra,;
auf dem bog rechts: pro Nieolao: Jo, de Tremosnitz, Rdekseits beim bug links: S, de Aquüa, 7261
— jani 10, Urkundet: Rudolf graf zn Hohenberg hat angeordnet daß die pfarrkirche yon hl. Kreuz zn Horb, eine
tochterkirche zn Ihlingen, als kollegiatkirche errichtet werde mit einem propst and 11 Chorherren; als einkünfte wies
er ihnen zn die einkünfte der kirche zu Ihlingen, yior altäre in der hl. Kreuzkirche zu Horb und der kirche zn Eutingen
(Utingen) seines patrunats. Herzog Albrecht yon Ostern ich gab seine Zustimmung. Der bischof erhobt demnach die
kirche zum hl. Kreuz in Horb zn einer kollegiatkirche, bestimmt den Albert Uichlor, früher kirchherr zn Ihlingen
und dessen filial Horb, zum propst und investiert als Chorherren: Konrad von Rogsporg, Konrad von Tumliugou,
Burkhard von Hewen, Bischof von Konstanz. 1390.
G3
Heinrich Murer von Sulz, Friedrich Gut, Berthold Schfirer, Johann von Rusen, Johann Schulmeister, Kikolaus Ma¬
genbuch, Nikolaus Harder, Schwickher und Heinrich Piscatoris, inkorporiert dem stifte die pfarrkirchen von Ihlingen
und Eutingen samt den 4 altftren in der hl. Kreuzkirche und bestimmt die abgaben, welche der propst dom bi-
schof zu leisten hat (diese nicht klar, weil Urkunde löcherig). Dat... 1390, 4. id. iunii, ind. 13. — Eingerückt in
ein transsumpt d. d. 1476 april 8 : Stuttgart, Staatsarch. (Horber KL). — 1390 dez. 2 beauftragt Bonifaz IX.
den propst von St. Stephan zu Konsi, die erhebung der hl. Kreuzkirche zu einem kollegiatstift zu bes^tigcn. Dat.
Rome apud s. Petrum 4. non. dec., a. 2 . »Ad ea que«. — Or. ebenda; unter dem bug links: ilfar. taxe 40. P. de
Montelia O, Gregorii 9 / auf dem bug rechts: pro Fdice, P. de Ingelnhem jjjj. Rücksoits P. darin it.; beim bug
B(?), — Sp&ter (l406) wurde eine chorberrenpfründe zu einer lentpriesterei umgowandclt: Statuten für dieselbe
1421 jan. 31 (ebenda). 7262
1690 juni 28^ Konstanz« Und sein bruder freiherr Johann zu Hewen, ritter, Heinrich Blarer, sohn des weil. 6 er-
wig, Rudolf von Hartzer, bürger zu Konstanz, versprechen dem bürger zu Konstanz, Konrad Schwartz, sohn des
weil. Jakob, und seiner gemablin Ursula Huntpiß bis nächsten Johannestag (iuni 24) ein ihnen vorgestrecktos dar¬
iehen von 600 pfd. heller zurückzahlon. Zu bürgen werden bestellt: Hog Schmerlin, Konrad in der Bünd gen. der
Rüll, Heinrich der Hartzer, die brüder Ulrich und Heinrich d.j. Goldast, Hug Engellin, Ulrich Tüwinger, Rudolf der
Wyener, Johann von Tettikofen gen. die Swell, sohn des weil. Heinrich, Ulrich der Ammann gen. Manli, Johann
Bis der Metzger, alle bürger zu Konstanz. Bischof Burkhard und sein bruder versprochen, die übrigen angülton nö¬
tigenfalls zu entschädigen; der bischof erklärt^ daß diese schuld sein ist und sein bruder »durch seinen guten willen
mit uns hinder dis gult kommen ist«; er verspricht ihm, wenn nötig, Schadenersatz. Domdekan und domkapitel
stimmen zu; außer ihnen siegeln der bischof, die angülten und bürgen. ZeCost. geben 1390 an s. Peters und Pauls
abent der zwölfbotten. — Einger. in den revers des Konrad Schwarz und dessen gemahlin Ursula Huntpiß d. d.
1390 sepi 5 (Geschriben ze Cosi an mentag vor unser frowen tag ze herbst 139o): Kopb. 500, 126^ Karlsruhe.
— ZGOEh. NP. 13 (1898) 72. 7263
— Juli 85 Konstanz« Bekundet dem Heinrich dem Hartzer, sohn des weil. Ulrich, bürger von Konstanz, folgende
summen zu schulden: 1500 pfd. heller, die er verwandte, um die feste Gottlieben von denen von Konstanz auszu-
lüsen, an die sie bischof Nikolaus versetzt batte; 800 pfd. heller, verwandt zum abkauf des leibgedinges von bi¬
schof Nikolaus; 400 pfd. heller, gezahlt an Ulrich den Ammann gen. Mänly von Konstanz, die er schon zu Zeiten
des bischofs Nikolaus vorgestreckt hatte. Für die gesamtsumme von 2700 pfd. heller versetzt er ihm die feste Gott¬
lieben mit allem Zubehör an gutem und einkünften—jährlich soll er 16500 (sybentzehenthalb tusent) dürre »gank-
visch« erhalten —; die einkünfte der bischöflichen kammer aus den klöstera KreuzUngen, Petershansen und Mün-
sterlingen; die bischöflichen holizgerechtsame »disent dem wald« und zu Neuweilen (Nuwile) und Engwilen, soweit
sie nicht an weil. Steffan von Boggwil versetzt sind; die wein-.und komzehnten sowie die kleinen, und großen
zehnten der kirche zu Tägerwilen (Tegerwile), doch soll er davon dem dortigen leutpriester jährlich 8 malter sprou
(vesan) und 2 malter hafer verabfolgen; des weiteren die hälfte des heues zu Wäldi, die ihm der bischof nach
Gottlieben liefert; weiterhin jährlich 5 fuder wein aus den bischöflichen Weingärten zu Castel, Tägerwilen an der
'Hochstraße und dem Weingarten gen. der Bull; ferner 110 pfd. heller jährlich aus den ersten früchten im ganzen
histum, zahlbar in zwei raten an Si Martin (nov. ll) und am Walpurgistage (mai l), doch unbeschadet der an
erster stelle zu befriedigenden ansprüche des domdekans Heinrich Goldast auf 50 pfd. heller und des Konrad Hagen,
▼ogtes zu Konstanz, auf 100 pfd. heller aus der nämlichen einnahmequelle; endlich die leute des hochstifts zu Gott¬
lieben mit föilen, gelässen und hauptreebt Jeden mangel an den bezeichneten einkünften ist der bischof verpflichtet
zu ersetzen. Zu angülten werden bestellt der bruder des bischofs, Johann, herr zu Hewen, und sein vetter Petor,
. Herr zu Hewen; zu bürgen: herr Walther zu den Altenklingen, Albrecht von Beutelsbach vikar [des bistums], dom-
herr Eberhard Last, graf Albrecht von Werdenberg d. ä. herr zu Bludenz, freiherr Albrecht von Bußnang, Hermann
von Landenberg-Werdegg, söhn des weil. Hermann, Heinrich von Steinach, graf Albrecht von Werdenberg-Heiligon-
berg, Ulrich der Ammann gen. Mänly, Hans von Homburg von Staufen (Stouffen) d. ä., Egli von Randenburg, graf
: Heinrich von Werdenberg-Binegg, Rudolf au der Bragg schaltheiß zu Stein, Hans Schluph, Rudolf von Homburg,
. Heinrich von Neuhausen (Nüwahüson). Es folgen ausführliche bestimmungen über die pflicht der bürgen zum ein¬
lager, über zeit und art der pfandlöse. Domdekan und domkapitel willigen ein; außer ihnen und dem bischof sie¬
geln die angülten und bürgen. Ze Cost. geben 1390 an s. Ulrichs abend im höwet. — Einger. in den revers dos
' Heinrich Hartzer d.d. 1390 dez. 8 (Ze Cost. geschriben an dem nächsten donstag nach s.Niclaus tag (l390): Kopb.
500 104'^ Karlsruhe. 7264
Juli 19^ Konstanz« Schreibt an seinen oheim Albrecht von Bußnang ritter, landrichter im Thurgau, und alle,
' die daselbst des landgerichtes walten: wir lassen euch wissen, daß Hermann Gremlich »anlaite« genommen hat auf
die borg zu Liobeiifels und auf leut und gut, die dazu gehören, obwohl es lehen des bistums ist; wir bitten euch
deswegen, daß ihr den gen. GremUch uns weiset und darüber nicht richtet, da ihr wohl wißt, daß über unsere und
unseres gottesbauses iehenschaften niemand zu richten bat als wir. Geben ze Cost. 1390 an dem nechsten rinstag
(>l Burkhard von Hewen, Bischof yon Konstanz. 1390.
Tor s. Marien Magdalenen tag. — Or. Fraaenfeld, Eantonsarch. (Herdcm) mit anhängendem Siegel and rftekseits
der urkonde sparen eines ringsiegeis. 72fö
1390 Juli 21, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Burkhards bestätigt mittelst transfix die stiftang einer pfrftnde
aof den St Jobann-Baptist-, Jakobas-, Andreas-, Jodok- and Wendelinasaltar in der Liebfraaeukapcllo za Rott¬
weil durch weiland Verena von Landenberg, am welche die pfleger der gen. kapollo d. d. 1390 jali 18 (15. kal.
aog.) gebeten haben. Diese bitten gleichzeitig um die Investitur des Albert Lägeller, priesters von Ebingen, welcher
von Albert von Beutelsbacb, kirchherr zu Bottweil, präsentiert worden war. Dat Consi 1390, 12. kaL ang., ind.
13. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bottweil); röckseits oben sparen eines ringsiegeis. 7266
— jali 21, Konstanz. Vor dem offlzial zu Konst verkaufen die gebrüder Ital and Konrad KrOl, bfirger zn Bavens-
barg, ein widemgut, wozu das patronat der kirebe za Durnau (Dümen) gehört, an Heinrich gen. Bamer, bürger za
Saalgau (Saigon), um 150 heller. Dat et act Const (1390 feria5. ante festem b.Jacobi apostoli); zeugen: Konrad
Lasser kirchherr zu Hoßkireb, und Heinrich Lfllli von Saalgaa (Salgen) priester Konst bistoms. — Or. Stattgart,
Staatsarch. (Bachaa). Bäckseits sparen eines grdnen ringsiegeis, darunter: lia factum eat • 7267
— jnll 22, Konstanz. Verkauft wegen der vielen schulden, die auf dem bistom raben, die stadt Klingnaa samt
zabebdr an Johann von Bodman d. j. und dessen fraa Anastasia von Kdnigsogg am 4000 U heller aaf wioderkaaf.
Das domkapitel stimmt za. Der bischof entbindet die stadt von dem gehorsam and befiehlt ihnen, dem gen. v. Bod-
roan za schwören. Geben ze Cost 1390 an s. Marien Magdalenen tag. — Or. Klingnaa, Stadtarch. 7268
— Jnli 28, Konstanz. Gestattet dem kirchherm za Aolendorf, Heinrich von Königsegg, der von dem einkommen
unter leistangspflicht der iura episcopalia */| bezieht, während % za gleichen teilen nach bestimmang des letzten
Patrons Ulrich von Königsegg 3 helfem zufallen soll, diese helferstellen gomäO dem willen des Ulrich v. Königsegg
nach belieben zu besetzen und beschränkt für diese stellen sein dokret an das dekanat Saalgaa, welches den gennO
irgend eines beneficium ecclesiasticum vor der bestätigong inhibiert, da diese keine praebendae perpetaae sondern tem¬
porales sind. Dat. Consi 1390, 5. kal. aag., ind. 8. B. — reg. nach Or. Aolendorf (im material). — Diözesanarch
Schwaben 1897, 98. — Die indiktion stimmt nicht 7269
— ang* 9, Konstanz. Stellt der stadt Klingnaa wegen der Verpfändung an Johann von Bodman [vgl. 1390
joli 22] einen schadlosbrief aus bezüglich ihrer freiheiten. Ze Cost geben 1390 an s. Laoroncien abend im ögsten
— Or. Klingnaa, Stadtarch. — vgl. nr. 7268. 7270
— ang. 16. Heinrich, professe des klosters Königsbronn, bischof von Thermopylä, woihbischof des bischofs Bork-
hard, weiht einen altar in der kirche des klosters Steinen im tole Schwiz zu ehren der hl. Maria Magdalena, Kätha-
tharina usw. und erteilt a.a. aaf bedingong des predigtanhörens 40 tage bezw. 1 Jahr ablafi. Dat et act 1390, 16.
die mens, aag., ind. 13. — GFröOrte. 7,64 nach Or. Steina. 7271
—> arig. 16, Klingnaa. Johann von Bodman ritter, sohn Hans d. ä., and Anastasia v. Königsegg dessen frao be¬
urkunden, dafi ihnen die stadt Klingnaa gehuldigt und geschworen habe. Sie versprechen die stadt bei ihren frei¬
heiten za belassen vor allem bei denen, die ihr bischof Borkhard and das domkapitel von Konst gewährt haben.
Geben ze Clingnö an dem nechsten zinstag nach o. frowen tag ze ögsten 1390. — Or. Klingnaa, Stadtarch.—
vgL 1390 juU 22 nr. 7268. 7272
'— BUg. 26, Konstanz. Der offizial des Konstanzer hofes bearkundet, daß Johann von Friedingen edelknecht, sefihaft
auf der barg Hohenkrähen (Krägen), samt seiner fran Margareta von Hohenfels an Badolf Tettikover thesaurar und
Eberhard Insiegler kantor als Vertreter des domkapitels das dorf za Schlatt unter Krähen samt allem Zubehör, ausge¬
nommen den widern und zehnten, der zar kirche Mühlhausen gehört und das leben des hofes in Schlatt, von Hewen
lehen genannt, am 1600 heller verkauft hat Die auflassong vor dem stadtamman Berthold Ebinger za Konst*er¬
folgte 1390 aug. 24, vor abt Wernher und konvent derBeichenaa 1390 aug. 13. Dat Const (1390, feria 6. post
f. b. Bartholomei ap., ind. 13). Zeugen: Barkard von Singen priester kaplan der barg Hohenkrähen, Konrad Not¬
nagel, Stadteinwohner von Badolfzell, und Heinrich Utwiler gen. Bümelli mesner der Konstanzer domkirche. Or.
Karlsruhe (5 Schlatt a. K.); rückseits: Ita factum ect U. — Kopb. 509, 186. 182f, Karlsrahe. . / 7272
— aog. 28. Heinrich bischof von Thermopylä, generalvikar in pont bischof Burkhards, weiht einen altar im
kloster Engelberg zu ehren des hl. erzengels Michael. Es folgt eine aafzäblang der darin verwahrten reliquien. Das
weihefest soll zu Michaeli gefeiert werden. Den besochern wird 40 tage ablafi erteilt 1390, 5. kaL sept^ ibd. IS.
— Or. Stiftsarch. Engelberg. Das Siegelfeld zeigt einen aafi^ht stehenden bischof; in der rechten hält er den bi¬
schofstab, die linke erhebt er segnend,— GFrSOrte. 55, 192 nr. 402« 7274
— sept 13, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischof Barkhards bestätigt folgende angehängte urkunde:
1390 sept 7, Fraaenfeld. Johann, Hermann, Hugo und Beringor von der Hohen-Landenberg, gebrüder, bekennen,
daß ihre eitern Hugo und Ursula eine ewige mefipfrflnde auf den Marien- und Allerheiligenaltar in der kirche za
Turbenthal gestiftet haben, geben ihre zastimmung und bitten den bischof Barkhard um seine bestätigong, ihr prä-
Bnrkhard Von Hewen, Bischof toii Konstanz. 1390. 65
sentaiionsrecLt Vorbehalten. Za Frowenfeldt geben 1390 an anser froawen oobont ze herbst. Dat Consi 1390 id.
sopi., ind. 13. — Beglaubigte abschrift in Schcucbzers abscbriften bd. 19 nr. 1841® Stadtbibi. Zürich. — abschr.
Zürich, Staatsarch. (CY 4. nr. 102). 7275
1S90 sept. 23, Konstanz. Der generalvikar in spir.des b. Burkhard beauftragt den dekan desdekanatsBibers^ch, den
' priesier Konrad Koblenz von Ehingen, der von ritter Ludwig von Hornstein präsentiert wurde, in die Pfarrkirche
Seekirch oinzuweisen. Am 26. august hatte der prokurator dos genannten Konrad den- präsentationsbrief in Kon¬
stanz vorgelegi Dat Cohst. 1390, feria6. ante festum b. Ilichaelis archangeli, ind. 13. — Abschr. Seekirch, Pfarr-
registratur.—erw. FreibDiözesanarch. 2, 109. ' 7276
— Okt. 7. Heinrich bischof von Thermopylä, weihbischof des bischofs Burkhard, stellt einen weihobrief aus für die
kapeile SU Mittelberg. ~ r^. Jahresb. Vorarlberger Museum 1901,68 nr. 1652. 7277-
— okt. 14, Konstanz. Ritter Ulrich von Roggwil bekundet, daß er von seinem oheim (äni), weil. Stephan von
‘ Roggwil, die feste Castel mit dem kelnhof zu Tägerwilen (Tegerwil), dem kelnhof und vorschopi zu Stadelhofen
geerbt habe, die deraelbe von weil, bischof Heinrich gekauft habe. Zur i^itVon geldnot bedrängt, verkauft er auf
‘ wiederkauf an den bürger zu Konstanz, Heinrich von Tettikofen gen. derBundrich, um 408 pfd. heller an jährlichen
renten 16 mutt kernen, 25 mutt hafer, 14 sch. Konst pfg. aus dem kelnhof zu Stadelhofen und 2 mutt kernen aus
dem vorschopf daselbst Bischof Burkhard und das domkapitel stimmen zu, doch unter dem Vorbehalte, daß jener ver-
' kauf dem-rechte des hochstifts auf wiederkauf der feste Castel . und ihres Zubehörs keinen abbruch tue; ‘Ze Cost.
geben 1390 an dem nächsten fritag vor s. Gallen tag. — einger. in 1395 okt. 15 nr. 7280. 7278
— okt. 15, Konstanz. Heinrich von Tettikofen gen. der Bünderich, bürger zu Konstanz, bekundet, daß er mit
lustimmung des bischofs Burkhard und des domkapitels von dem ritter Ulrich von Roggwil d. d. 1390 okt 14
* um 408 heller folgende jährliche renten gekauft habe: 16 mutt kernen, 25 mutt hafer, 14 Konstanzer pfg. aus
dem kelnhof zu Stadelhofen, 2 mutt kernen aus dem vorschopf daselbst. Er verspricht den wiederkauf dieser zur
bürg Castel gehörigen renten dem hochstift nicht zu hindern,* sollte dieses die verpfändete borg von Ulrich von
Roggwil oder dessen rechtsnachfolger auslösen. Ze Cost geben 1390 an s. Gallen abent — Kopb. 500, 308*^
* Karlsruhe. — vgl. folgende nr. '. . . 7279
— okt. 15, Konstanz. Ritter Ulrich von Roggwil verpflichtet sich gegenüber bischof Burkhard, bei einem etwaigen
wioderkauf der feste Castel die an Heinrich von Tettikofen veräußerten gölten aus .dessen'besitz wieder an sich zu
*. bringen, oder es sollen von der kaufsumme die 408 pfd. heller abgezogen werden, uin welche jene gölten'verkauft
* sind und vom hochstift selbst wieder zurückerworben werden können. Ze Cost. geben 1390 ,an s. Gallen abendo.
— Kopb. 500, 311® Karlsruhe, vgl. nr. 7278.7279. ,7286
— okt. 21,' Konstanz. Obeiirägt mit einwilligung des domkapitels dem abt Wilhelm und der abtei Salem folgende
leben des bistums zu eigen: das patronatsrecht der pfarrkirche zu Bermatingen, den kelnhof und das widemj^t (pos¬
sessio dotalis que vulgariter appcUatur die widern) in Bermatingen sowie mehrere äcker, Weinberge, wiesen, Wälder,
felder, fischteiche, zehnten und andere einkünfte. Diese leben hatte der bisherige Inhaber, der ritter Ulrich von
Hömingen, mit seiner gemahlin Ursula Schenkin der abtei überwiesen, nachdem er ihr das dorf Bermatingen samt
•kirche und kirchensatz mit dem widum und dem kelnhof und Zubehör um 7000 U itsdischer heller verkauft batte.
Der bischof behält dem hoebstift von der pfarrkirche zu B. die ersten flüchte und die quart in dem bisher üblichen
• betrage (quota) vor, auch wenn die kirche inkorporiert würde, und ebenso die rechte des archidiakons. .Dat Const.
1390, 12. kal. nov., ind. iuxta stilum Romane curie 13. —Or. Karlsruhe (4/118) lai. und. deutsche ausfertigung.
—Kopb. AA, 309 Erzbisch. Arch., Freiborg i. B.—Kopb. 500, 147^ Karlsruhe. — aqsz. von Weech, Cod. Salem.
3, 411 nr. 1362 c. — vgl. Staiger, Meersbnrg 329. — Der verkauf des dorfes Bermatingen erfolgte 13*90 oki 14
* und oki 16 (Or. ebenda). Unter gleichem datum oki 14 bittet ritter Ulrich von Hömingen den bischof, die'not-
* wendigen urkunden für ^e abtei Salem auszustellen. —vgl. nr. 7285. 7286. * -
— ökt. 21, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischof Burkhards beauftrag^ den dekan des dekanats Biberach
mit der einweisung des priesters Berthold Meister von Bickelsberg (Dükkelsperg) in die pfarrkirche zu In^oldingen
(Ingeltingen). Die kirche war durch den tod des priesters Nikolaus Butz erledigt. Das patrotiatsrecht' besitzt der
abt (Heinrich) des klosters Si Georgen i.Bchw. Dat Const. 1390, 12. kal. nov., ind. 13. — Ort Karlsruhe (12/75);
rfickseits spuren eines roten siegeis.—1393 juni 18 urkundet Heinrich Rötzenberger, kaplim des Katharibenältars
zu Biberach, daß ihm Berthold Meister von lidingen z. zt. kirchherr zu Ingöldingen, die gen. kirche mit allen rechten
gegen, eine jährliche .ab^be vpn 18 rh. gülden an das kloster St Geq^en geliehen hat, (Or. ebenda). — Kopb.
■ 122^ 732 Karlsruhe.*^ erw. PreibDiözesanarch. 5,48. *; 7SÄ2
okt. 25, Konstanz.- Beurkundet, daß Heinrich Zirgger einst mönch im kl^r Kön1(^br6nii,'Äugsbütger Bis¬
tums, jetzt bischof von Thermopylä in der provinz Athen und weihbischof, am 20. august 139Ö auf bitten Rudolfs,
< dqs abtes des oberen .männerklosters, und der meisterin des unteren frauenklosters zu Engelberg im oberen kloster
der BiicbOfa Ttm Kotnatant. 111. 9
66 Burkhard von Hewen, Bischof tou Konstanz. 1S90.
24 Uosterfranen des unteren klosters geweiht hat Damit das andenken an diese weihe immer friseh erhalten werde,
erhob er das fest des hL Bernhard zn einem festnm semidoplex und erteilte fdr besuch der kirche und fv bestimmte
gebete an genannten tagen 40 tage bezw. 1 jahr und eine karene ablaß. Der bischof bestätigt diesen ablaß, nimmt
das kloster und dessen Wohltäter in seinen schütz und erteilt dem abt und dem prior die Vollmacht, die mOnche und
klosterfrauen eventuell von reservierten fällen absolvieren zu können. Dat. Const. [1390 ind. 13.] 25. die mens,
oct, pontif. Bonifacii pape IX. a. 2 (!). — Or. Engelberg, Stiftsarch. Es hängen zwei Siegel, beide von rotem wachs
auf schösse!, das bischof Burkhards an abgeblaßt roter, das bischof Heinrichs von Thermopylä an blauer seiden-
schnur. Das Siegel Heinrichs zeigt einen über einem rade stehenden bischof, der die rechte band segnend erhebt, in
der linken den bischofstab hält. Die Umschrift lautet aufgelöst: Sigillum Heinrici episcopi ecclesie Termopilensis.
— GFrbOrte. 55, 193 nr. 403; ebenda s. 190 nr. 401 [mit falschem datum I] ein von der abtei hergestellter anssag
aus dieser urkunde. Am Schlüsse eine auMhlung der dem kloster überhaupt verliehenen ablässe. 728S
1B90 HOT. 2, Rom. Papst Bonifaz IX. an den Offizial zu Konst Albert Meckmulin, Chorherr zu Denkendorf, trägt vor:
Die pfarrkiKhe zu Köngen war durch verzieht des Konrad Buß erledigt [1387 jan. 18]; propst und konvent prä¬
sentierten den bittsteiler darauf dem bischof Burkhard von Konst, der ihn investierte. Er fürchtet daß diese Über¬
tragung aus irgend welchen gründen nicht gültig ist Der papst beauftrag^ den adressaten, dem bittsteiler den besitz
der kirche zu bestätigen, verlangt jedoch aufgabe des priorats zu Denkendorf. Dat Borne apud. s. Petrum 4. non.
nov., a. 1 . »Dignum arbitramurc. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Denkendorf); unter dem bog links: taxe 22 9 /
auf dem bog rechts: gratis. Jo. de Lyns,j. Bückseits B darin n, beim bug links: Ja. depapia. 72M
— nOY« 89 Konstanz. Inkorporiert mit einwilligung des domkapitels dem abt und konvent des klosters Salem,
das infolge von kriegen von schulden bedrängt ist und in seinen einkünften schaden gelitten hat die pfarrkirche von
Bermatingen ihres patronäts unter Vorbehalt der kongrua für den vikar. Dat et act Const 1390t 6 . id. nov., ind.
13. — Or. Karlsruhe (4/113). — Kopb. AA, 31 Freibarg, Erzbisch. Arch. — Kopb. 500, 148^ Karlsruhe* —
ausz.: von Weech, Cod. ^em. 3, 414 nr. 1363.
Die Inkorporation durch Bonifaz IX. erfolgte 1391 april 1 : ausföhrungsbefehl an den propst von St Stephan.
Das kloster hatte vorgetragen, daß die einkünfte für seine 60 personen, mönche und konversen, nicht mehr aus-
reichten; die einkünfte der pfärrei betragen nicht mehr als 28, die des klosters nicht über 400 m. s. Dat Borne apud
s. Petrum kal. apr., a. 2 . — Or. Karlsruhe (4/113). Unter dem bog links; Apr. taxe 20 . P. de Montella. O. Qro^
gorii 9 ; auf dem bug rechts: T. Fabri.jg. Böckseits: an den siegelschnören aus hanf, unleserlich: Dann B darin Jae,
— Die ausführung dieses auftrages erfolgte durch Berengar Burg, propst von St Stephan zu Konst 1391 sept21,
der die angaben der bulle bestätigt und das einkommen des vikars festsetzt wie folgt: der vikar erhält den ganzen
kleinzehnten, die widumgüter (dotes) in Ahausen (Ahnsen), Ittendorf (Uttendorff) und Braitenbach, ebenso alle
' opfergaben (oblaciones) und anniversargebühren der pfarrkirche und 10 amen wein. — Or. ebenda. — vgL folgepde
nr. 7285
— nOT. 16, Konstanz. Bekundet daß der ritter Ulrich von Hömingen, seßhaft zu Beyenburg (Byenb^), und
seine gemein Ursula Sebeokin infolge von schulden an die abtei Salem das dorf Bermatingen samt kirchensats
kelnhof, widern und Weingarten verkauft haben. Er eignet den kirchensatz, der hochstiftisches leben und als solches
im besitze von frau Ursulas vater gewesen war, dem kloster samt zubehÖr, behält aber die ersten flüchte bei
. Wechsel eines kirchherm, oder im fall der Inkorporation beim Wechsel des ständigen vikars, sowie die quart und en-
priesterlichen rechte vor, alles um sich dankbar zu erweisen für das geschenk von 400 gülden, das ihm abt Wilhelm
von Salem und der konvent daselbst gegeben, großer wachsender schad uff das gotzhus ging«. Domdekan and
domkapitel stimmen zu. Ze Cost geben 1390 an s. Othmars tag des hL abtes. — Eluger. in den revers des kloster
d. d. 1390 nov. 18 (Geben ze Cost 1390 an s. Elisabethen abent): Or. Karisruhe (5 Bermatingen). — Kopb. 500,
43**; 502 Karlsruhe. — Kopb. AA, 455 Erzbisch. Arch. Freiburg i. B, — vgl. nr. 7281. 7285 und folgende nr.
7286
— nOT« 16, Salem. Abt Wilhelm und der konvent von Salem stellen dem bischof Burkhard wegen seiner ver*^
fügung^en von 1390 okt 21 und nov. 8 einen revers aus und verpflichten sich zur Zahlung der quart ersten
früchte und der übrigen bischöfl. rechte für den fall, daß die kirche zu Bermatingen dem kloster inkorporiert würde.
Dat in nostro monast 1390, 16. kal. dec., ind. 13. — Or. Karlsruhe (3 Bermatingen). — Kopb.AA, 309 Frei-
burg. Erzbisch. Arch. — Kopb. 500, 147**; 503, 297 Karlsruhe. — vgL vorhergehende nr. 7287
— nOT« 27, Born. Papst Bonifaz IX. beauftragt den propst von St Stephan zu Konst dem kloster Königsbronn,
Augsburger bistums, zu gestatten, die dem kloster bereits inkorporierte pfarrkirche zu Beutlingen durch konvent-
— brflder versehen zu lassen. Dat Rome apud s. Petrum 5 . kal. dec., a. 2 . »Dignä ezaudiliono«. — Or. Stuttgart,
Staatsarch. (Iteatlingen); unter dem bug links: apr. taxe 20 P. MotUeüa. O. Oregofii 9 ; auf dem bug: pro
T, de Nyem. Paridanus rückselts B darin Joe.; beim bug rechts: —vgl. nr. 7247. 7288
Burkhard von Hewon, Bischof von Konstanz. 1390—1391. G7
1S90 nOT. 21 f Boni. Derselbe an den propst ton 6i ßtepban za Konstanz: äbt and konreut des klosters Königs-
bronta haben vorgctragcn, daß die einkdnfte des klosters darch die fast drei jabre dauernden kriege sehr gescbw&cbt
sind. Er gestattet ihnen deswegen aai ihre.bitte, nach dem tode des ständigen vikars in Pfallendorf, gen. kirebe,
welche schon früher dem kloster inkorporiert wurde und nunmehr durch einen ständigen vikar versehen wird, in
Zukunft durch die eigenen mönche versehen zu lassen. Dat. Rome apud. s. Petrum 5. kal dec., a. 2. — Einger. in
die ausfährungsurkunde des propstes Beringar Burg von St Stephan von 1391 sopt 20 (Or. Karlsruhe 2/46). Als
zeugen sind genannt: Kicolaus de Sol, Markus: Huntpiß, priester und Chorherren zu St Stephan, und Heinrich
Blecher, priester Konst diOzese. — reg. ZGOBh. 31, 35. 7289
— nOT. 29^ dottlieben« Bekundet daß Stephan von Boggwil, böiger zu Konstanz, und dessen gemahlin Ursula
aus gütem zu Güttingen, die sie als bischöfliches lehen innehaben, 3 mutt nuß zu handen des domkapitols bestimmt
haben, damit vor dem Konradsaltar-im mnnster zu Konstanz unter der kanzel ein ewiges nachtli^t unterhalten
werde. Stephan von Boggwil siegelt Geben zu Gottlieben an dem nächsten zmstag vor s. Kicolaus tag 1390. —
Kopb. 493 nr. 112 Karlsruhe. 7290
— dez. 2« Terleiht den Frankenhof zu BoUingen an Clara von Bandegg geh. von Homburg, Heinrich von Bandegg
TOgt zu Schaff hausen, sowie den eohn beider, Heinrich Budolf, auf bitte des Johann von Homburg, der auf den hof
verzichtet batte. 1390 fritag nach Andreas. — reg.: Beimann, Arch. Mönsterlingenis documenta, Stiftsarch. Ein¬
siedeln.— Thurg. Beitr. 21,81 nr. 179. 7291
— dez. 5) Konstanz« Erhöht die pfandsumme für die fes^ Waldsberg, an welche der besitzer, ritter Pilgrim von
Hendorf (Ho-), »ain gemureten zwingolf gcmacbet und ain guten grabenc, um 100 pfd. heller. Bischof und kapitel
siegeln. Const 1390 s. Nycolaus abend. — Or. Donauesehingon. — ausz. Förstenberg. U-B. 6,113 nr. 60 note 1.
7292
— dez« 11^ Konstanz. Der offizial des Konst hofes beurkundet daß vor ihm Johann Wanner von Bermatingen, ein-
wohner von Überlingen, an das hrauenkloster Zofingen zu Konstanz einen Weinberg zu Bermatingen um 14 H
10 sch. verkauft hat' Der Weinberg ist mit einer jährlichen gölte von 2 sch. belastet welche an den abt von
Salem zu zahlen ist Dat Const 1390 (die domiuica ante fest b. Lucie), ind. 13. — Or. Freibarg, Erzb. Arch.;
ruckseits: Jto factum egt H’ec(?). 7298
— dez. 15« Eberhard von Börglen (Buiglon) ist Schiedsrichter zwischen bisebof Burkhard, dessen bruder Johann
und deren vettern Peter und Wolfram von Hewen einerseits und Stephan von Gundelfingen anderseits. Stephan erhält
für seine erbansprfiche 2500 goldgnlden, wofür ihm vier dOrfer, darunter das dorf Balten mit allem zubehOr ver-
pföndet werden. — Thommen, Urkk. zur SchweizGesch. aus Ost Archiven 2, 250 nr. 270 nach Or. Innsbruck (Par¬
teibriefe H). 7294
— dez« 24« Und sein bruder Hans von Hewen, und seine vettern die bröder Peter und Wolfram von Hewen bekennen,
ihrem »lieben oheimc Stephan von Gnndelfingen anf nächste ansgehendo osterwoche 80 gülden in der stadt Engen
oder auf 4 meilen im umkreis der stadt zahlen zu müssen und verpflichten sich bei versänmung der zahlfrist inner¬
halb acht tagen nach erfolgter mahnnng ein einlager in Geiaingen (Gysingen), Mö]heim*(Malhain) oder Meßkirch
zu halten, bezw. ihre leute und güter zur ptändung anszusetzen. Geben 1390 an dem balligen abend zo wihenehten.
— Or. (beschädigt) Innsbruck, Statthaltereiarch. (2,438). 7295
1891 jan« 9, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischof Burkhards bestätigt mittelst transfiz die Stiftung der
St Michaelskapelle zu Bemang, welche die bürgerschaft zu Bemang als pfarrzogehOrige der pfarrkirche zu Steck-
bom mit Zustimmung des abtes der Beichenau, des patrons der kirche zu Steckbom, d. d. 1359 juni 22 bewidmet
haben. Der aussteller verfügt: die pfarrechte sollen dadurch nicht beeinträchtigt werden, das patronatsrecht soll
dem abt der* Beichenau zusteben, das recht der Investitur dagegen dem bischof. Dat. Const 1391, 5. id. ianuarii,
ind. 14. B. — Or. Franenfeld, Kantonsarch. (Meereburg); rückseits sparen eines ringsiegeis. 7296
— jan« 28, Konstanz. Albert von Beutelsbach, generalvikar in spir. des b. Borkhard, spricht in einem pfründen-
atreit um die pfarrei Hochdorf diese pfarrei dem mag. Walther Gryenbach, rector scolarinm in Eßlingen zu, weldier
vom Kloster Lorch präsentiert worden war, während er die ansprnebe des Heinrich von Eschstetten auf die pfarrei
abweist. Der einsprach gegen die investitur des Walter Grienbach erfolgte 1390 juni 21. Dat et act. Const 1391,
feria 2. post fest s. Agnetis virg., ind. 14. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kl. Lorch); rückseits gut erhaltene spuron
eines xingsiegels. 7297
— Jan« 28« Papst Bonifaz IX. bestellt 3 konservatoren für die abtei Kappel. — Begg. Cappel nr. 270. 7298
febr« 1« Derselbe bestätigt der abtei Kappel alle freiheiton. — Begg. Cappel hr. 271. 7299
— febr. 14, Born. Derselbe urkundet Der konvent des klosters Ochsenhausen trog vor: bei der gründang des
klosters ^vardo bestimmt daß es in teroporalibus durch einen propst, in spiritualibas durch einen priur verwaltet
9 *
68 Bnrkhard von Hewen, Bischof von Konstanz. 1391
werden solle. Den propsi sollten sie frei ans der mitte der konventaalen wählen können, der prior jedoch soUto ans
den konventnalen des klosters St Blasien genommen werden. Da das kloster jedoch an einkönften mangel leidet,
. ist es onvemünftig, daß das kloster durch 2 prälaten regiert würde, die selten eins sind, so daß dem kloster daraus
schaden erwachse, zumal St Blasien dem gegenpapst anhange; sie bitten darum um exemtion von dem kloster
St Blasien und um freie abtswahl, deren bestätigung dem diözesanbischof zustehen solle. Der papst gewährt ihre
bitte. Dat Rome apud s. Petrum 16. kal. martii, a. 2. »Sacre religionis«. — Or. Stuttgart Staatsarch. (KL Ochsen¬
hausen) ; unter dem bug links: taxe 50 9 / rechts auf dem bug: W* gratis, B. de Pistorio v; rückseits R dai^ »./
oben links: M. de Pa. — erw. FreibDiözesanarch. 18,284. 7d00
1391 märz 1, Konstanz. Der generalvikar in spir.des bischofrBaxkhard beauftragt den dekän des dekanats St GaUen,
den kleiiker Heinrich gen. Snlzberg, der von edelknecht Hermann von Snlzberg präsentiert worden war, aal die
durch den tod des priesters Alexius von St. Gallen vakante pfiirrkirche zu Goldach einzuweisen. Dat Const 1391,
kaL marcii, ind. 14. Wartmann, U-B. St Gallen 4,409 nr. 2015 nach or. Süftsarch. — erw. Naef, Chronik you
S t Gallen 421. . .7301
t— märz 6 , Engen. Beurkundet: br. Friedrich, prior und provinzial der Karmeliter in Oberdeatschlamt hat alle
brüder der 3 konvente Bottenburg, Eßlingen und Ravensburg unter bischöfl. schütz gestellt und von jedem konvent
bestimmte brüder zur predigt und beichthören vorgeschlagen. Der aussteller bestätigt diese und befiehlt der geist-
lichkeit daß sie diese daran nicht hindern. Der gleichen Vergünstigung sollen sich die brüder aus andern bis-
• tümein erfreuen, die der Visitation wegen oder aus andern billigen gründen sich in den gen. konventen auf halten.
Für ihre predig^ erteilt er 40 tage ablaß. Dat in opido Engen 1391, 2 . non. marcii, ihd. 14. — Or. Stuttgart,
Staatsarch. (Ravensburg); rückseits oben spuren eines ringsiegeis; über Burkardus^ stßhi Uarquardus, die urkunde
diente also als vdrlage für eine ausfertigung des bischofr Marquard (vgl. 1399 nov. 10 ).~vgl. folgende nr. 7302
— märz 6 ^ Engen* Bestätigt laut urkunde des br. Friedrich, priors und provinzials von Oberdeutschland, die
bruderschaft der Karmoliten zu Ravensburg und erteilt 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat in opido nostro Engen
1391, 2 . non. marcii, ind. 14. (darüber steht von derselben band: Const 1399, 4. id. nov., ind. 7.) — Or. Stutt¬
gart, Staatsarch. (Bavenburg); rückseits oben spuren eines ringsiegeis. Die nrkundo wurde als Vorlage der ausfer-
tiguug des bischofs Marquard benützt, vgl. 1399 nov. 10 und vorhergehende nr. 7303
— märz 30^ Konstanz. Der generalvikar bischof Burkhards investiert den Konrad von Amsoldingen. — Or.
Kirchenlade Morschach. Hier nach regest Kälins. — vgl. 1390 april 12 . 7304
— april 5, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Burkhards bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung
• dos Erasmusr und Fidesaltaies in der pfarrkirehe St Paul zu Konst durch Wenzeslaus Engelli, bürger zu Konst.,
im auftrag seiner verstorbenen mutter Adelheid d. d. 1391 febr. 14 (16. kal. marcii). Konrad Blarer, börger zu
Konst; als prukurator des bischofs Nikolaus von Olmütz und administrators der Kpnstanzor
dompropstei (episcopi Olmucemet administratoris prepositure Const), welcher das kollaturrecht von St Paul zu-
steht batte seine Zustimmung gegeben, ebenso Johann Berger, domherr und kirchlicrr von St. PauL Dat Const 1391,
non. apr., ind. 14.—,0r. Konstanz, Stadtarch. (Spital II A. v.); rdekseits oben spuren eines ringsiegeis. — Absebr.
Zürich, Staatsarch. (A. 205, l). 7303
— april 8 , Konstanz. Der generalvikar in spir. dos bischofs Burkhard bestätigt mittelst transfix die Stiftung und
bewidmung des St Kathorinenaltars in der St Martinspfarrkirebe zu Kirchheim u. T. durch Johann Hut piiester«
kaplan des St Johannesaltars in dem kloster zu Kirchheim u. T., mit Zustimmung des grafen Eberh^ von Würb-
tembeig d. d. 1390 juli 23 (die sabati ante festem s. Jacobi ap.). Dat Const 1391, 6 . id. apr., ind. 14. ~ Or.
Stuttgart, Staatsarch. (Kirchheim u. T.); rückseits spuren eines ringsiegcls. 7300
:— april 18,. Konstanz. Übergibt dem domkapitel den zehnten des hofes zu Tattenwilor bei Arbon (Thatonwiller)
zu eigen, nachdem es ihm um 18 pfd. 3 sch. Konstanzer pfennig von dem bisherigen lehnsträger Heinrich Kappeller
von St Gallen gekauft hatte. Ze Cost geben 1391 an dem nähsten zinstag vor S..Georyen tag. — Or. Karlsruha
. (5 Arbon). — Kopb. Altnau Summer! s. 799 Kantonsarch. Frauenfeld. — ZGORh. 11 , 420 nr. 39. 7307
april 22. Verzichtet mit Zustimmung des domkapitels auf alle rechte, welche er oder das bistum an dem von
Heinrich von Tettikoven (gen. der Bündrich von Konstanz) an das kloster Salem verkauften ,Ürendorffer höfle^ zu
Deggenhausen (Teggenhusen) hatte. Zo Cost geben 1391 an s. Georjen abend im aberellon.—Or. Karlsruhe (4/149).
Kaufbrief des Heinrich von Tettikoven vom 21. apr. 1391 ebenda. — ausz. Codex Salomitanus 3,‘415. — reg.
Fflrstenboiger U-B. 6 # 183 nr. 110 note a. „ 730S
— mai 5. Heinrich, bischof zu Thermopylä, weiht die kapelle zu Blatten. — erw. GFrßOrte. 44,57. 7301ä
— niai 12, Rom. Papst Bonifaz IX. bestätigt dem kloster Kappel die Schenkung dos patroiiatsrechtes der kirche
von Mercnscliwand (Morisvvaudu), welche durch 4io J brüder Heinrich v. llüuonberg kirchherr zu M., üartiiiaim von
Burkhard Ton Hewen, Bischof Ton Konstanz. 1391
69
H. gon. Wolf ritter, n. Johann Ulrich von H. edelkn^ht in ansehnng der durch krieg .hervorgemfonen .bedrängte!)
läge des Klosters d. d. 1389 dcz. 17 erfolgt war. Dat Borne apnd s. Petriim 4. id. inaii, a. 2 . — Or. Luzern, Stifts-
arch. (E 30); unter dem bng links: matt.* taxe 40. P. de MonteUa. O, Gregorii 9 ; rechts: pro M, de Dulcinio
Franeiscus jjjj; rfickseits: confirmaHo ... faete per rectorem de Hunaberg de ecdesia in Meriewanden presentetur
domino ahbati in .../ links beim bug: Ja, depapia. B. darin n. — GFrSOrte. 23, 6. 7310
1391 mai 15. Papst Bonifaz IX. bestätigt dem kloster Pfäfcrs den besitz der pfarrkirche Männedorf. — Begg. Ein¬
siedeln nr. 515. 7311
— mai 20^ Konstanz« Schreibt an alle geistlichen und Öffentlichen notare der Stadt und diOzese: Konrad Gold-
asi, abt des Klosters Stein a. Bhein, dberbringt persönlich in gegenwai^ des Kapitels die päpst. emennung zum abt
von Si Blasien [1385 dez. 18 nr. 7001] mit der bitte, ihn als abt anznerkennen. Nach einsicht in die bulle be-
• schließt er mit seinem kapitel ihn als abt anznerkennen nnd befiehlt die verkfindignng des prozesses durch, die gobt-
lichen. — Thommen, Urkk. zur SchweizGesch. auä Osterr. Archiven II, 256 hr. 280 nach Or. Si Paul in Eämten.
— Der abt selbst teilt allen geistlichen und weltlichen behOrden derdiOzese seine emehnung am 18. mai 1391 an:
Dai et aci Consi in enria canonicali inhabitacionis ven. d. d. Hainrici Goldast, decani eccl. Const fratris nostri
dilecti (ebenda nr. 279). 7312
— mai 25, Baden i. A. Fänf Schiedsrichter entscheiden im streite des Friedrich und Eberhard, grafen von Nellen-
burg, brnder, Wilhelm von End, Wolfram von Brandis, Johann von Bodman litter zu Bodman, Johann Ulrich vom
Bus von Wittenhain ritter, Hermann Eremlich seßhaft zu Eattenhom, und Heinrich Von Haidegg, alle gläubiger
des Mangold sei. von Brandis, weiland bischof zu Konstanz, denen er das land Simmenthal verj)fändet hatte, gegen¬
über Walther von der Hohenklingen und Herrmann Münch von Münchenstaln ritter als erben des gen. bischofs nnd
gegenüber der stadt Bern, daß die eine hälfte des landes Simmenthal den gen. gläubigem, die andere den gen.
erben gehören, letztere jedoch den gläubigem noch 1200 fl. auszahlen sollten. Geg. am S. Urbknstag. — reg. SVG
Bodensee. 30 (1901) 604 nr. 1588. 7313
-— Jani 6, Eonstanz. Albrecht Blarrer, Chorherr zu Eonsi, sohn des Albrechts B. vonEonst, beurkundet: da ihn
das kapitel von Eonst an seines herren des Kardinals Poncelli de Ursinis statt zu der dompropstei io Eonst. und zur
pfmnde empfangen hat, schwürt er ihnen namens seines herren, sie bei ihren rechten zu belassen, der dekänei, der
Sängerei nnd s. KonradspMnde und den laien die laienpfründen mit allem nutzen jährlich auszufolgen; nnd damit
.sie dieser pfründen, die ihnen jährlich von der dompropstei ausgefolgt werden sollten, um so sicherer seien, übergibt
er dem kapitel in seinem nnd seines heim nameu folgende gütor der dompropstei: den hof zu Egnach (Egna)^ zu
Altnan, Wigoltingen, Pfin, Moersburg, Wald, Taiserdorf, Roggenbeuren nnd was dazu gehOrt nämlich Niedertal
(Nidertall), Biedheim, Spaltenstein, Bitzenhofen, Wattonberg, StadeVLeimbach, Ober-Ünter-Theuringen (Tümigen),
Hepbach, Homberg, Gehrenberg, Gundertweiler, Obertal, Päfendorff, Wiler, Letzi, und den kleinzohnten za Boggen-
benreu und Petersbausen sowie den hof zu Ckilmar mit dem zoll und allem Zubehör eingeschlossen die zinse zu Een-
zingen und Eiechlinsbergen, unter der bedingung, daß sie die güter nützen sollten wie ihre eigenen domkapitels-
guter. Geben ze Cost. 1391 an dem nächsten zinstag nach ingandem brachott. — Or. Karlsrahe (5 Gen. 57); es
hängt das Siegel des domherren Albrecht Blarrer. — vgL 1392 april 22. 7314
— jnnl 27, Konstanz. Beurkundet mit dem domkapitel, daß der widemhof zu Stafflangen samt dem dazugehö¬
rigen Kirchensatz dem Heinrich von Sulmingen gehört nnd nicht lehen des hochstifts ist, so daß einem kauf bezw.
yerkanf-nichts im wege steht. Ze Cost. geben 1391 an dem näbsten zinstag nach s. Johans tag des thoffers. —
Or. Stuttgart, Staatsareb. (Schnssenried). — vgl. 1388 april 27 nr. 7116. 7315
— jnli 13, Konstanz. Weist die geisüichkeit des dekanats St. Gallen an, die eingerückte konstitution des papstes
Bonifaz Yin. *Provide attendentes* über Verhängung des intordikts wegen geldschulden zu beachten. Dat. Gunst.
' 1391, 3. id. juL, ind. 14. — Stiftsäreb. St. Gallen, Bücherarch. 724, 1559. — erw. Wartmann, U-B. St. Gallen
4, 315. — vgl. 1385 apr. 14 nr. 6966. 7316
— ang. 16, Ulm. . Peter Ehingen bürger zu Ulm, präsentiert dem bischof Burkhard, be 2 w. dessen generalvikar in
spir. für den altar der' 4 kirchenlehrer nnd der bll. Antonius und Georg in der Predigerkirche zu Ülm den priester
Stephan Wagner von Ulm, da Eonrad Koler auf gon. pfründe verzichtet Dat. ct act. Ulme 1391, 17. kal sept —
Or. Ulm, Btadtarch.^ ‘ ’ 7317
— ökt. 3. Meister Hans Tanger, ih'si^ler des hofes, quittiert dem abt Heinrich, dem kapitel von Petershausen und
dom domherra Eberhard Last über lOO pfd. heller, die sie in diesem jahre als erste früchte der Kirche zu Herd-
wängen (Hedwang) dem bischof Burkhard schuldeten, nach anweisung aber des insieglers, des Heinrich von Eßlingen
und Hans des Rasters, an einen gläubiger des bischofs, Eonrad in der Bünd gen; Büll, entrichtet haben. Er siegelt
mit dem hofgerichtssiegel. Geben 1391 au dom uorhsten zinstag nach s. Micholstag in ainom horpst. — Or. Karls¬
ruhe (1/48)..— K(q[>b. 7 u 7, 39** Karlsruhe. 7318
70 Barkhard Ton He wen, Bischof yon Konstanz. 1391—1392.
1391 okt. 6^ Konstanz, ^breibt an die gesamte geistlicbkeit seines bistäms: die Stiftskirche zu Embrach ist in
in dem kämpfe des herzo^ von Österreich mit den Schwizem verbrannt worden and leidet gro6on mangel am dach,
den mauern, den glocken und andern kirchlichen gerätschaften, za deren wiederherstellang die einkfinfte des stifts
nicht aasreichen. Er weist sie daram an, die boten des klosters, welche almosen sammeln, gdtig aofzonehmen and
za nnterstdtzon und erteilt 40 tage bezw. 1 jahr abläß. Dat Const. 1391, 2.n6n oct, ind. 14. — Or. Zürich, Staats-
arch. (CII 7 nr. 60). 7319
— okt« 19. Trennt die filialkirche za Mittelberg im Walsertal auf ansnchen der ortsherren Eonrad, Pantaleon and
Johann von Himmenhofen von der matterkirche zu Fischen an der Hier. Berthold Fischer, kirchherr zn Fischen,
hatte seine zostimmang gegeben. 1391, 14. kal. nov., ind. 14. — reg. Jahresber. Vorarlberger Moseam 1901, 68 l
nr. 1653 zn 1390: — erw. FreibDiözesanarch. 5, 22; Banmann, AHgäa 2,450. 7330 i
1393. Heinrich Goldast, dekan der Konst kirche, als beschützer der rechte der abtei Zürich bringt gegen genannte i
von Lozem, özfeldcn, Silenen, Sisikon eine bolle Bonifaz IX. ,Militanti ecclesie* in anwendnng. — Mehrere ar- '
konden. ln einer d.d.mai 24 wird genannt Albert von Bentelsbacb, generalvikar bischof Barkhards and Franziskas >
Morer, offiziaL —. Or. Zürich, Stadtarch. (264—272). 7331 i
— Jan. 16. Nikolaas Schnell, domherr, stirbt and wird neben dem dreikünigsaltar im dorne za Konst begraben.
— MG. Necrol. 1,284. 7333 f
— Jan. 18, Baden i. A. Herzog Leopold von Österreich nimmt das domkapitel in seinen schirm auf and erläßt an s
seinen landvogt in Schwaben, Aargaa and Thargaa, Bernhard von Wehingen, sowie an allo baaptleate, vOgte, pfleger i
und amtlonte entsprechenden befehl. Geben ze Baden donerstag nach 1 Ahthonii tag 1392. — Or. Karlsrahn i
(5 Gen. 84). ' 7333 i
— Jan« 33, Born. Papst Bonifaz IX. bestätigt dem kloster St Alban za Basel den besitz der kirche zn Lürrach.
Dat Borne apnd s. Petram 10 . kal. febr., a. 3% ,Jastis petentiam*. — Or. Basel, Staatsarch. (St Alban 225). Unter
dein bng taze 2 : anf dom bog gratis, Ap, de Lyna; rückseits N, Ct-uger, Die inkorporation von Lürrach er- i
folgte dnrch bischof Gerhard von Konstanz 1317 sept 3. (St Alb. 273). 7334 i
— Jan« 33, Konstanz. Und Konrad, erwählter and providiertor abt von St Blasien, geben den prüpsten des
domes, von S. Stephan and 8 . Johann innerhalb der maaern von Konst sowie dem kleras der diüzese kand, daß
Konrad in des bischofs band anf die abtei durch Vermittlung graf Johannes von Habsbarg vicebalivas and anderer i
räte der. herzüge von Österreich verzichtet bat, worauf der bischof alle maOnaUmen gegen das kloster zarücknimmt. I
Dat 1392, 10. kal. febr., ind. 15. — Or. St Paal in Kärnten, Stiftsarch. 7336 I
- — f^br. 1, Konstanz. Der ofßzial von Konst, bearkandet, daß Friedrich Nagel, priester, als Sachwalter des dekana '
and domkapitels von Konstanz den mag. Barkhard Zimmermann von Aigeltiugen (Aigoltingen) mit der dem dom- '
kapitel gehörenden Niedermühle za Aach belehnt habe unter der bedingang der bezahlung eines jährlichen zinses ^
and nenherrichtong der räder, da die möhle durch fener zerstört wurde. Dat Const (1392, feria 5. ante festam
Parificacionis gloriose virg. Mario). — Or. Karlsroho (Konst Aach); rückseits: Ita factum eet 7336
— febr« 14, Konstanz« Bekundet, darch Konrad Egli, bürgor zu Konstanz, 500 pfd. heller empfangen za haben,
die der abt von Petershaosen, Johann Frig, von den nach seiner wähl und bestätigang fälligen ersten frücliten dem
bischof schuldete. Er sagt daher den abt von jeder Verpflichtung gegen ihn, den bischof, ledig. Zagegen sind: dom¬
herr Johann von Steinegg, Budolf von Friodingen, Johann von Bast insieglor. Ze Cost geben 1392 an s. Vallentina
tag des hl. martrers. — Kopb. 797, 394* Karlsruhe. 7337
— febr« 39, Born. Papst Bonifaz IX. bestätigt der äbtissin and dem konvent von Bachao, Aogostinerordens, die
Privilegien. Dat Borne apnd s. Petram 2 . kal. martii, a. 3. »Seiet annuere«. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Buchau);
unter dem bag links: Mar,; taxe 4. A, de Alexandria; aaf dem bag links: idem; rechts: Bemardue; rückseits:
N, Cruger; rechts B, links t 7338
— april 18, Konstanz. Johann Bast, kirchherr za Sasbach und insiegler des bischofs Barkhard, stellt dem propst
and kapitel von Zarzach anläßlich seiner an Weisung von kanonikat und pflründe dos Stiftes Zurzach, welche durch
den tod des Johann Schürer vakant geworden and ihm vom bischof übertragen worden, einen schadlosbrief aus. Der
offlzial des Konst hofes siegelt aaf bitten des aasstollers. Dat Const 1392, 14. kaLmaii, ind. 15.B. — Or. Aaran,
Staatsarch. (Zarzach 176); rückseits sparen eines ringsiegeis. —: erw. Haber, Gesch. Zanach 39. 7339
— april 19, Oebsenhaosen. Konrad Banz, Konrad Kröl, Ulrich Ströli, Johann Waise, Johann Yochenzer, Johann
Haber and Johann Pfeuder, priester and konventaalen za Ochsenhaason, teilen dem b. Barkhard mit, daß sie laue
arkande des papstes Bonifaz IX, d. d. 1391 febr. 14 (nr. 7300) nach dem tode des Heinrich Hödorf, konventoalen
von St Blasii ‘11 und prior za Ochseiihaaseu, der za St Blasien starb, und dem sie wegen der Parteinahme für den
gegeiipast zu gehorchen sich woigerteu, und nach der resignation (jles Nikolaus Schmid am 19. april den lotztge-
Burkhard Ton Heuren, Bischof yon Konstanz. 1392.
71
naimten tarn abt erwählt haben und bitten den bischof um bestätigong. Act et dai in monasterio a. Georgii in
OcbseBbnsen in sacristia 1392, ind. 15., pontif. Bonifacii pape IX. a. 3., mens, aprilis die 19.; zeugen: Johann
Schajtegg kirchberr zq Lanpheim, Johann Wißleder lenipriester zu Warthaosen nnd kammerer des dekanats Bi-
beracb, Konrad Büsch kaplan, alle 3 priester, nnd Johann von Altdorf doctor pneromm im kloster 0. — Notariats-
instr. des Johann Binder von Schaffhansen: Stnttgart, Staatsarch. (Kl. Ochsenhansen). — Gerbert, Historia silvae
nigrae 3, 819. — vgl. 1392 april 26 nr. 7332. 7330
1392 apiil 22, Konstanz. Albrecht Blarrer, dompropst nnd chorherr zn Eonsi, nrknndet: Papst Bonifaz IX. hat
ihm die dompropstei von Konst, verliehen; er hat dem kapitel die briefe darüber vorgewiesen, woranf ihn das kapitel
als dompropst annahm. Deswegen ist es billig, daß die domherren nnd die laien versichert seien, daß ihnen jährlich
die nntznngen, die sie nnd die laien an ihren pfründen von der dompropstei zn beanspmchen haben, ansgefolgt
werden. Er Übergibt ihnen dämm die nr. 7314 (1391 jnni 6) genannten güter, die sie selbst in verwaltnng nehmen
sollten. Sollte der dompropst die güter znrücklüsen, so sollte ihm dies gestattet sein, jedoch müsse der dompropst
den beteiligten alle pfründbezüge ansbezahlen, wie es herkommen ist nach statnt nnd ihrer tafel laut nnd sage. Ze
Cosi geben 1392 an s. Georien abent im abrellen. — Eingerückt in ein notariatsinstrament des Hermann Swell-
grübel d. d. 1393 febr. 26*. Karlsrahe (5 Gen. 72). 733t
— april 23, Engen. Bestätigt den vor ihm erschienenen nen gewählten abt Nikolans Schmid des klosters Ochsen¬
hansen nnd beanftragt das dekanat zn Biberach mit dessen einweisnng nnd schntz. Dat et aci in capeUa gloriose
virginls Mariein Engen 1392, feria 6. post dominicam Qnasimodogeniti, mens.aprilis 26., ind. 15.Or.Stuttgart,
Staatsarch. (Ochsenhansen). — Gerbert, Historia silvae nigrae 3,322; 2,153. — Lünig, Beiohsarch. 18, 369. —
— reg. GFr50rte. 4,203 nr. 246; FreibDiözesanarch. 18,284. — vgl. 1392 april 19 nr. 7330. 7332
— jnli 11, Konstanz« Verpfändet mit znstimmnng des domkapitels der abtei Engelberg für 400 rh. gnlden die
oonsolationes nnd zehntviertel der abtei Engelberg nnd der kirchen zn Stanz, Bnchs, Lungern nnd Küßnach. Bück-
kanf worbehalten. Geben ze Costenntz nach Cristns gepnrt 1392 an dem nechsten donstag vor st Margareten tag.
— Konstanz, Stadtarch. Kopb. C, 223. 7333
— sept. 11, Konstanz. Inkorporiert mit einwillignng des domdekans Heinrich Goldast nnd des domkapitels dem
verschnldeten und durch krieg, mißwachs und pestilenz geschädigten kloster Benthin (Bnti) f redigerordens bei
Wildberg die pfairkirche zn Sulz (Sültz) samt deren filiale in Wildberg, unter Vorbehalt der ersten früchte für das
bistnm. Als congraa für den vikar bestimmt er: je 10 malter roggen, speit nnd hafer Wildberger maasses, je ein
wagen hen nnd s^ob, den kleinzehnten im bezirk von Sulz nnd Wildberg, dazu die öpfergaben, seelgeräte, jahrzoiton
nnd Vermächtnisse. Dai Consi 1392, 3. id. sepi, ind. 15. — Eingerückt in den rovers der priorin Agnes nnd des
konventes des klosters d. d. 1392 sepi 16 (Dat. in nro. monast. Büti 16. kal. oci 1392, ind. 15.): Or. Frmburg,
Erzbisch. Arch. — Kopb. AA, 277 ebenda. — Kopb. 500,86^; 503, 297 Karlsrahe. 7334
— sept. 11, Konstanz. Gibt seine Zustimmung, daß Knno, abt, nnd Heinrich von Gnndelfingen, propst von
St. Gallen, ihren herrenhof zn Unter-Egringen mit allen rechten samt dem damit verbundenen patronatsrecht
. der Pfarrkirche daselbst an das armenspital zn Basel, vertreten durch den meister Heinrich Österreicher, für 500 fl.
verkaufen. — Dat. et aci Const. 1392, 3. id. sepi, ind. 15. — Kopie Basel, Staatsarch. (Sp. 253). 7335
—* sept. 11, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Burkhard bestätigt mittelst transfiz die Stiftung nnd bewid-
mnog des St. Katharinenaltars in der pfarrkirche zu Wendlingen a. Neckar durch Kiaft sei. von lichteneck, nm dessen
bestätigong Dlrich Schweiber, edelkne^cht nnd kastvogt der pfarrkirche zn W., nnd Eberhard Baiter, kirchherr da¬
selbst, d. d. 1390 april 23 gebeten haben. Dai Consi 1392, 3. id. sepi, ind. 15. — Abschr. (16 jh.) Stnttgari
Staatsarch. (Kirchheim GV.) * 7336
— okt 11. Konrad von Lnpfen, ritter, übernimmt an stelle des verstorbenen Goswin von Hohenfels mitbnrgschaft
für die 2500 gnlden, die bischof Burkhard von Konstanz, Hans, Peter und Wolfram von Hewen dem Stephan von
Gnndelfingen, freien, schuldig sind. Geben an dem naehsten fritag vor Si Gallen tag 1392. — Or, Innsbruck,
Siatthaltereiarch. (2, 1191). — vgl. 1390 dez. 24 nr. 7295. 7337
— okt. 17, Engen« Belehnt Bndolf nnd Hermann von Landenberg gen. v. Werdegg, brüder, seine lieben oheime
(6ban), mit dem bnrgsäß zn Tanegg, das sie von Walter von Bül, büiger zn Bapperswil, gekauft haben. Geben in
unser statt Engen 1392 an dem nähsten donrstag nach s. Gallen tag. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Fischingen
.138). ■ 7338
— nOT« 26, Peragia. Papst Bonifaz IX: beauftragt den offlziäl von Hasel den. abt Wilhelm nnd Konrad Schiller
kellerer zu Salem sorie mehrere genannte bürgermeister, Schultheißen nnd mitglieder des rats der städte Konstanz,
• Bavensbnrg, Buchhorn, Pfnllendorf, Wangen, lindan, Si Gallen [bund der Bodenseestädte] von der strafe der ez-
kommnnikation nnd des Interdiktes zn lösen, falls sie dem Johann Dnmbach (alias Tdnnibach), kirchherren zn
72 BarkhaM yon Hewen, Bischof yon Konstanz. 1392—1393.
' Hdndlingen [alias Blädiogen], Regensburger didzese, den sie ans t}berlingen, wo er gdter besitzt, Terbannten, den
entstandenen schaden ersetzen. Der prozeß war schon unter Urban VI. anhängig. Dat. Perusii 6 . kal. dec.^a. 4 . —
' Or. Karlsruhe (5 Konstanz, Bündnisse); unter dem bug links: taxo 300, rechts: A, de Portugr,; auf dem bug rechts:
gratis. Jo. de Lyna Eückseits R darin «. — Ausführung 1394 märz 22 durch den offizial von Basel:
auf Lindau und Pfullendorf soll sich die absolution nicht erstrecken. — 1396 juni 7 Konstanz,.Ravensburg, Lin-
dau. St. Gallen, Wangen, Buchhorn bestellen den Konrad, protonotar der stadt Konstanz, zum Sachwalter,; um mit
mag. Johann Tumbach wegen der zu zahlenden summe zu verhandeln.— 1397 (ohne datum) richtung: der Boden-
^ Seehund (Konstanz, Ravensburg, Lindau, St Gallen, Wangen, Buchhorn) zahlt dem meister Hans Tummbach jähr¬
lich 100 fl. leibgeding; der streit soll beendigt sein. — 1397 sept 2 : senden sie prokuratoren ab, um in Rom dio
angelegenheit und die kosten zu begleichen. — 1397 sept. 25 verspricht abt Jos und der konvent von Salem allen
streit ruhen zu lassen.— 1398 Jan. 17 bulle Bonifaz IX., worin er die prozesse als beendigt erklärt, die schuldigen
von allen strafen absolviert, jedoch bestimmt, daß der gen. kirchherr als Schadenersatz 400 kammerguldeh und eiiio
jährL Pension von 100 fl. zu beanspruchen habe. (Dat Rome apud s. Petrum 16. kal. febr., a. 9). Unter dem bug
rechts: P. de Rostro. ; auf dem bug rechts: Gratis de mandato d. n. pape Jo. de Lyns. Rdckseits: R darin n. —
Ausführung 1398 Jan. 23. — 1403 nov. 26 teilen die kardinäle Cosmatus und Rainaldus die päpstl Verfügung
dem bischof von Konst bezw. dessen generalvikar mit, und nachdem Johann Tunnibäch Jen Schadenersatz erhalten
und mit* der pension von 100 fl. sich einverstanden .erklärte, absolvieren die gen. kardinäle alle schuldigen, die durch
mag. Johann Schürpfer vertreten waren und legen ihnen als büße auf: eine feierliche prozession in der stadt Kon¬
stanz, feierliche hl. messen in den kirchen der stadt und die bekleidung von 25 armen, wovon Salem 5 , die übrigon
20 Konstanz und deren verbündete zu bekleiden haben. (2 Orr. mit dem rdckvermerk : liUera absolueionis et dispen-
saeionis in causa Const., presentetur magistro Johanni Schurffer). — Außerdem sind noch vorhanden qnittungen
und prukuratorienbestellnngen des Johann Dürnbach lic. in decr., der in Rom sich anfhält, über die empfangene
> Pension von 100 fl. d. d. 1406 jan. 13; 1407 jnli 4; 1408 okt 22; 1408 nov. 16. (Orr. ebenda). 7339
1393 dez. 19, Perugia. Papst Bonifaz IX. bestätigt dem abt und konvent von Wiblingen den besitz der pfhrrkirche
Kirchberg. Dat Perusii 14. kal. ianuarii,a.4. »Justis petentium«. — Or. Stuttgart, Staatsafdh. (Wiblingen); unter
dem bug links; de.; taze 3 . B. de Pistorio. M. de Novaria; auf dem bug rechts: Ä. de Barontbus. Rdckseits oben
> links: P. Vßtt/si Jo. Swaneko. Rechts: .. 7340
— dez* 20* Francisens Murer, Chorherr und ofßzial zu Konstanz, ,ain ainiger richter und schidmann des rechten
und der minne^ beurkundet: es erscheinen der abt von Weingarten und der konvent des Johanniterhauses zu Über¬
lingen. Beide parteien beanspruchen den nachlaß des Claus Brugger seL eines leibeigenen. Der ofßzial entscheidet,
daß jeder partei die hälfte des nachlasses zukomme. Geben ze Costenz 1392 an sant Thomans abent des hL zwelf-
botten. — Or. Karlsruhe (2/77). 7841
1393* Bewilligt die Verlegung der kirchweihe der kapelle am Linsebuhl in St. Gallen. — erw. Naef, Chron. von
St Gallen 314. : . . 734*
1393. Ueinrich, bischof zu Thermopylae (Tennopolen.X generalvikar b. Burkhards, weiht einen altar zu ehrender mutter-
g^ttes im kloster in der Au zu Luzern. -7 erw. G^sOrte. 3^ 166; 44,70. 7348
* 1393.. Yor dem ofßzial zu Konst, wird verhandelt in einer interessanten klagesache des Kohstanzer arztes Konrad Bölling
gegen Johann Burgauer, kirchherr der St Laurentiuskirche bei St Gallen. — Wartmann, U-B. St Gallen 4,1114
nr. 1393* 7344
— jan. 31^ Konstanz. Bestätigt mittelst transflz die Stiftung und bewidmung ejner altarpfrßnde zu ehren der
Muttergottes, der hÜ. Petrus und Paulus und Agatha neben dem Katharinenaltar in der kirche zu Überlingen durcU
priester Heinrich Ulmer von Überlingen d. d. 1389 april 18 (feria 5 . liost Ambrosii). Der komtur der Mainau gah
seine Zustimmung. Einkünfte und Verpflichtungen des kaplans sind angeführt. Dat Const 1393, 2. kal. febr., Ind.
l. ~ Of. Karlsruhe (2/163). 7343
febr. 5, Konstant Transsummiert die bulle des papates Bonifaz IX. für die Johanniter, bestätigung ihrer Pri¬
vilegien betr., d. d^ 1390 sept 22 (Dat Rome apud. s. Petrum 10 . kal. oct, a. l.). Dat Const 1393, non. febr.«
ind; 1 . — Or. Karlsruhe ( 20 / 21 ). . . 7348
— febr. 11, Konstanz. Verkündet der gesamten geistlichkeit das mandat bischof Heinrichs von BranÜis d. d«
' Klingnau 1379 sept 2 (4. nön. sept, ind. 2 ) [Regg. Konst 2 nr. 6555, es fehlt nur .'der. name: Nicolans Lan*
• dolt] gegen diejenigen, welche geistliche tüten oder verstümmeln, da dieses mandat nicht eingehalten wurde. Jeder
dekan soll davon eine abschrift anfertigen lassen und es zweimal im jahre verkünden. Dat Const 1393, S.Jd.febr.»
ind. 1 .—Or. Dekanatamt ZwiefEÜten z. Zt in Oberstetten. ‘ 7347
Barkhard Ton Heiden, Bischof yon Konstanz. 13dS. 73
139S febr. 26^ Konstanz. Der gonerahikar in spir. bestätigt mittelst transfix nachstehende erkunde: 1392 dez. 8 . Abt
Werner von ^benhansen, Borthold von Altingen ritter, dessen fran Elisabot von Märklingen, nnd die gemeinde von Al¬
tingen tragen vor: in der pfarrkirchc zu Altingen bestehen 2 pfründen, eine frühmeßpfründe za ehren der hl. Gertrud,
welche die gemeinde mit gütem bewidmet hat, nnd die St. Erhardspfründe, welche Berthold von Altingen und dessen
fran gestiftet haben. Durch kriege nnd mißwachs sind die einkünfte der beiden pfrunden so gering geworden, daß
kaum ein priester davon seinen unterhalt beziehen kann. Sie bitten um Vereinigung der einkünfte beider pfründon
für aufrocliterhaltung der fruhmesse. Dat. Consi 1393,4. kal. marcii, ind. 1 . —Or. Stuttgart, Staatsarch. (Beben-
hausen); rdekseits oben spuren eines ringsiegeis. 7348
— märz 4. Leiht an Hans Zalg, stadtammann zu Tettnang, 2 teile der zehnten zu Steinenbach (Stainibach), deren
dritter teil dem spital Lindau zugohört, welche dieser von Dietrich Raminger von Tettnang um 21 Konst, erkauft
hat, nach aufnaWe vom bisherigen träger mit allem zobehOr und unter verzieht des Verkäufers auf alle rechte.
Geben 1393 an zinstag n. sunnentag Beminiscere in der vasten.—Or. Lindau, Spitalarch. (notiz im material). 7349
— märz 10« Heinrich von Krenkingen, vikar des Konst bistnms, entscheidet in einem zehntstreit zwischen seinem
bmder Diethelm von Krenkingen einer- und Johanna von Grießheim, weiland Johanns Heggetzins frau, andererseits,
güter zu Stetten betr. Geben an dem nechsten mentag vor mitterfasten 1393. — Or. Karlsruhe (5 Stetten a. Walds¬
hat). 7350
— märz 19, Konstanz. Inkorporiert dem domkapitel von Basel, das durch Schuldenlast schwer gedrückt und
durch kriegsläulte mannigfach geschädigt ist, mit einwilligpang des domdekans Heinrich Goldast und des dom-
kapitels die pfarrkirche zu Kirchhofen (Kilchofen), unter Vorbehalt einer ausreichenden congrua für den vikar.
Heinrich Goldast domdekan und das kapitel stimmen zu. Dat et act. Const. 1393, 14. kal apr., ind. 1 . B. — Or.
Karlsruhe (l 9/133). — Eingerückt in den revers des dompropstes Konrad Münch (Monachij, domdekans Budolf
Münch (Monachi) und des domkapitels von Basel mit der beifügung: Fortan soll diese kirche zur Zahlung der quart,
nicht aber zur Zahlung der ersten früchte an das hochstift verpfiiehtet sein. Ebenso sollen die bischöfi. und archi-
diakonalen abgaben entrichtet werden. (Dat. Basilee 1393, 2 .kal.apr., que fuit ultima dies mens, mart., ind. 1 .) —
Or. Freiburg, Erzbisch. Arch.; am Band links: coUa[ciona]ta, Ein zweites Or. Karlsruhe (19/J3) mit dem gleichen
vermerk. — Kopb. AA, 471 Freiburg, Erzb. Archiv. — Kopb. 500,85®, 502; 503,305 Karlsruhe. — reg. AnzSchw
Gesch. NF. 1 (1870—73), 178. — Das gleiche versprechen: Budolf Münch domdekan, Johann von Kiburg archi-
diakon, Eberhard von Kiburg thesaurar, Heinrich von Masmünster scholaster, Franz Boll, Hartmann Münch, Hein¬
rich von Batzenhausen, Konrad von Munderkingen, Imer von Bamstein, domherren zu Basel, d. d. 1393 april 12
(Or. Karlsruhe 19/33). — Die besitzergreifimg der kirche auf grund der bischöfi. inkorporationsurkunde erfolgte
d. d. 1397 sept. 27. (Or. Karlsruhe 19/33). — Die päpstl. bestätigung vgl. 1401 april 5. 7351
— mSrz 26, Konstanz. Beglaubigt die bulle des papstes Urban IV. d. d. 1262 märz 12 (»Cum dilectis
filiis«) für die brüder und Schwestern des St. Lazarusordens in Seedorf Dai Const. 1393, 7. kaL apr., ind. 1. —
GFrßOrte. 42, 38 nr. 198 nach Or. Seedorf. — reg. GFr50rte. 12, 31 nr. 42. 7352
— mftrz 31, Perugia. Marinus, kardinaldiakon von Si Marianova, domini pape camerarius, quittiert dem abt
Friedrich von Kempten den empfang pro parte partis s. com. servicii 12 fior. de cam. 25 sol.; et pro parte 4 ser-
viciorum minutorum 4 fior., welche er durch mag. Petras Liebinger, litterarum apost. scriptor et abbreviator, zahlen
ließ. Prolongatio bis Weihnachten. Dat Perusii 1393, ind. l., ultima mens, martii, pontif. Bonifacii a. 4. — Or.
München, Beichsarch. (Kempten); kein vermerk, nur: Domino Friderieo abbati Campidonen, P. lAebinger, 7353
— april 18, Perugia. Papst Bonifaz IX. bestätigt das kloster St Alban zu Basel im besitze seiner pfarrkirche zu
Hauingen (Howingen). Dat. Perusii 14. kal. maii, a. 4. ,Justis petentium*. — Or. Basel Staatsarch. (St Alb. 232).
Unter dem bug: Ap. taxe 2 . P. de Eplo. Ja, de Fiügitteo; auf dem bog rechts: Bemardus, oben daran P. Bück-
seits N. Crieger —/ rechts P. C.; links unleserlich. 7354
— april 28, Konstanz. Inkorporiert mit einwilligung des domdekans Heinrich Goldast und des domkapitels
der kollegiatkirche zu Ehingen außerhalb Bottenburg am Neckar wegen ihrer geringen einkünfte und vielen schulden
die pfarrkirche zu Bietenhausen (Bjetenhusen) im dekanat Haigerloch, deren pfarrsatz bereits auf grand einer
Schenkung des herzogs Leopold von österielch und des grafen Budolf von Hohenberg dem stifte Ehingen zustand,
unter Vorbehalt einer ausreichenden congrua für den vikar. Heinrich Goldast domdekan und das domkapitel stimmen
zu. Dat. et act. Const. 1393, 4 . kal. mai, ind. l.;— Eingerückt in den revers des propstes und deshapitels von
Ehingen d. d. 1393 mai 8 ( 8 . id.maii 1393, ind. 1.) mit der Verpflichtung, fortan dem hochstift die primi fhictus
und die archidiakonalen rechte zu entrichten. — Or. Freiburg, Erzbisch. Arch. — Kopb. AA, 294 ebenda. — Kopb.
500,165^; 503, 308 Karlsruhe. — reg. Mitt.Hohenzollem, 14, 112 . — vgl. Schmid, Mon. Hohenberg. 650 nr. 667.
— Die Schenkung der kirche durch graf Budolf von Hohenberg erfolgte durch urkunde d. d. 1381 april 23. —
Kopb. AA, 296 Freiburg, Erzb. Arch. 7355
BeKMtms dar BisebSfe ron Koottant. 111.
10
74 Burkhard yon Hewen, Bischof yon Konstanz. 1393.
1393 mai 8^ Prag. König Wenzel belehnt den biachof Burkhard, der seinen schafflier Nikolaus Hilteprand von Ra¬
dolfzell zu ihm gesandt hat, mit den regalien unter der bedingung, daß der bischof den eid in die hände des Bor-
zywoy von Swinar, landvogt von Schwaben und im Elsaß, ablege. Geben zu Präge 1393, an s. Stanislaws tag, unser
reiche des Böhmischen in dem 30. und des Römischen in dem 17. jaren. — Or. Karlsruhe (5 Gen. nr. 433). Auf
dem bug: ad mandatum d. regis Johannes Camyn. Eies, cancell. Rnckseits: R^. Wenceslans de Olomutz. — Kopb.
503, 33; 514, 15^ Karlsruhe. — Winkolmann, Acta 2 , 654 nr. 996. — reg. ZGORh. NF. 3,427 nr. 433. 7356
— mai I2f Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Burkhard beauftragt den dekan des dekanats Kir¬
chen (Kilchain), den priester Johann Zefiner [alias Zvenen], der ihm von abt Burkhard von Wettingen für die fröh-
meßpfrönde des muttei^ttesaltars in der pfarrkirche Riehen [d. d. 1390 nov. 12] präsentiert worden war, zu in¬
vestieren. Die Pfründe war durch resignation des priesters Johann Grfininger erledigt Dat Const 1393, 4. id.
maii, ind. 1 . — Or. Aarau, Staatsarch. (Wett 740), rnckseits spuren eines roten siegeis; die piiksentationsurkunde
Dat et act in eodem nostro monasterio 1390 crastino fest! s. Martini ep. ebenda nr. 723. — reg. Linder, Geschichte
der kirchgemeinde Biehen-Bettingen 28. 7357
’— mai 22. Burcardus episcopns Ck)nst solvit pro parte partis sui communis servicii non facta divisione de minutis
florenum unnm. Fuit promotus anno 11 . domini Urbani, fuerunt cardinales in eins promocione 13. Capit clericns
collegii florenum nnum; restant floreni 99. Capit quilibet florenos 7 , solides 30, denarium unnm. — Mod. abschr.
(Obi. 51, 52^ Rom). 7358
— Jani 15; Biberach. Johann Bichter von Biberach, öffentL notar, tut kund: priester Johann Sitz, leutpriester an
der Pfarrkirche zu Biberach, erklärt daß er die pfarrei rechtmäßig erworben hat und appelliert an den apost stuhl
gegenüber den augriffen des Johann Stribel gen. Sachs, chorherm zu Zürich, im besitz seiner pfründe. Acta sunt
hec (1393, ind. ]., pontif. Bonifacii pape IX. a. 4., mens, iunii die 15.); zeugen: Johann Wißledrer leutpriester zn
Warthausen und dekan des dekanats Bibrach, Johann Schaitegg kirchherr zu Laupheim, Heinrich Gossold kirch-
herr zu Mettemberg, alle priester Konst bistums, u. a. — Or. Biberach, Spitalarch. 7359
— jnli 3; Konstanz. Bekundet daß er unlängst [1390 Juli 3] an weil Heinrich den Hartzer von Konstanz die
feste Gottlieben um 2700 pfd. heller versetzt habe. Entschlossen diese wieder an das hochstift zu bringen, trifft er
mit den söhnen Heinrichs, Rudolf und Ulrich, folgenden vergleich: für 2800 pfd. heller —100 pfd. heller hatte
Heinrich der Hartzer an der feste verbaut — verkauft er ihnen auf wiederkauf eine jährliche gülte von 7 fudem
wein aus den bischöflichen Weingärten und weinzehnten zu Castcl, Tägerwilen und anderwärts, 10 maltem spren
(vosen) und 5 maltem hafer ans dem kornzehnten zu Tägerwilen, endlich 100 pfd. heller aus den ersten früchten
im ganzen bistum, welch letztere jährlich in zwei raten, am Martins- (nov. ll) und Walpurgtage (mai l), verabfolg^
werden sollen. Zu angülten werden bestellt: der brnder des bischofs Johann, und sein vetter Peter, beide freiberren
zu Hewen; zu bürgen: domdekan Heinrich Goldast, g^af Albrecht zu Werdenberg-Heiligenberg d. j., dessen vetter
graf Rudolf von Werdenberg-Rinegg, vikar und domherr Albrecht von Beutelsbach, Albrecht von Bußnang ritter,
Heinrich von Steinach, Hans von Honburg von Staufen d. ä., Ludwig von Sinffeln ritter, domherr Eberhard Last,
Hermann von Landenherg-Werdegg, Johann zum Burger, Rudolf an der Brugg Schultheiß zu Stein, Konrad Weber,
Heinrich von Neuhansen (Nüwenhusen), Heinrich Cristan und Johann Schlupt Angülten und bürgen sind nötigen¬
falls zum einlager gehalten. Domdekan und domkapitel stimmen zn. Außer dem aussteller siegeln domkapitel an¬
gülten und bürgen. Ze Cost. geben 1393 an s. Ulrichs abent im höwat— Einger. in den revers der brüder Rudolf
und Ulrich Hartzer d. d. 1393 juli 4 (ze Cost. geben 1393 an s. Ulrichs tag im höwat): Kopb. 500, 29* Karls¬
ruhe. — vgl 1402 juli 13. 7360
— Jnli 28; Konstanz.' Bestätig^ aufs neue die vor 50 jahren erfolgte Stiftung und bewidmung der Si Niko-
lauskapelle bei der pfarrkirche Nürtingen durch weiland Ulrich Vogt in Neuffen (Nyffen) den blinden. Dat. Const.
1393, 5. kal aug., ind. 1 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Nürtingen); rückseits spuren eines ringsiegeis. 7361
—> ang. 13; Konstanz. Bewillig^ den einwohnem von nigau, welche der pfarrkirche zu Muottathal unterstellt
waren, einen eigenen leutpriester, da dieselben wegen der Schwierigkeit und weite der wege besonders bei ungün¬
stiger Witterung ihre religiösen pflichten nicht erfüllen können. Er trennt die pfarrgenossen von Illgau von dem
seitherigen pfarrverbande, bestimmt jedoch, daß sie wie seither verpflichtet sind, der mutterkirche die zehnten und
an den 3 banptfesten die opfer (oblationes) zn entrichten. Dat. Const. 1393, id. aug., ind. 1« — GFrSOrte. 6,138
nach Or. Kirchenlade Illgau. — Ebenda die bitte des Reinhard von Wohingen, landvogt, an den bischof d. d. 1393
märz 3. 7362
- — aug. 22; Überlingen. Bürgermeister und rat der stadt Überlingen versprechen dem propst, kustos, leutpriester
und Chorherren von St. Johann, falls sie sich ihrer appellation vom abt von Hiinmelspforte nach Rom wegen der
Margareta Gnyrsin anschließen wollten, sie schadlos zn halten. Gehen ze Überlingen 1393 an dom nühsten fritag
vor s. Bartholomens tag. — Or. Konst. Stadtarch. (nr. 2150). 7363
Burkhard von Hewen, Bischof von Konstanz. 1S93—1391. 75
1393 sept. 5^ Konstanz. Besi&tigt"die toh den bdrgern zo Franenfeld gestiftete ond bewidmoto frfibmeßpfrüudo
auf dem altar in der kapelle zaFraoenfold gen. des »pbrdndnersaltar«, einer tochterkircbeznLangenercbingoii [jetzt
Oberkircb] und investiert als ersten pfrundnießer den priester Johann Brysger mit znstimmnng des abtcs von Rei-
cbenan, der das pr&sentationsrecbt besitzt Dat Const 1393, non. sept. ind. 1. — Or. Franenfold, katbol. Pfarrei.
— vgl Denkschrift katholische pfarrci Franenfeld 1908 s. 13. — erw. Knhn, Thorg. sacra ], 130. 7364
— sept. 24, Konstanz. Unterstellt priorin und konvent der Schwestern zu Engen, Angnstinerordens, der secl-
sorge der Prediger von Konstanz, welche die erlanbnis erhalten, daselbst die Schwestern eiuzakleiden, sie beicht zu
hören und von den biscböfl. fällen zu absolvieren. Außerdem gestattet der bischof dem kloster freibeit von der be-
obachtung eines allgemein verhängten interdiktes; auch dürfen sie in ihrer kapelle, obwohl sie noch nicht geweiht
ist, auf einem tragaltar messe lesen lassen. Dat Const 1393, 8. kal. oct, ind. 1. — abschr. Donaueschingen (Klo¬
ster 8t Wolfgang). 7365
— okt. 15, Born. Papst Bonifaz IX. gestattet auf bitten des ritters Eikolaus Filibach [Erlibach?] den pfarr-
angebörigen der pfarrei St Martin zu Elrbacb, Konst, bistums, daß sie durch besuch der gen. pfarrkirche den von
Urban YI. für das jabr 1390 ausgeschriebenen jubiläumsablaß gewinnen können; die geldgaben sollen hälftig der
gen. Pfarrkirche, hälftig den römischen basiliken zufließen. Dat Rome apud s. Petrum id. oct, a. 4. — Kopb. 1491,
53^ Karlsruhe (Formelboch des Schultheiß). 7366
— nOT* 22, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Burkhard bestätigt mittelst transfix die Stiftung einer ewigen
messe mit 12 8^ heller auf den mutfergottesaltar in der kapelle zu Kiebingen, einem filial zu Sülchen, welche d. d.
1393 nov. 16 durch Wemher Märbeld, Schultheißen zu Rottenburg, und dessen sohn Konrad mit Zustimmung des
Konrad Stahler, kirchherren zu Sulchen, erfolgte, und beauftragt den dekan des dekanats in Wolfenhausen, den
priester Albert Tischer von Hirsau als ersten fruhmesser zu investieren. Dat Const 1393, 10. kaL dec , ind. 1.—
Or. Stuttgart, Staatsarch. (Ost Landesteile I); rfickseits spuren eines ringsiegeis, darunter Ulricus Märk. — Begl.
abschr. (l 7. jh.) Bottenburg, Ordinariatsarch. und Karlsruhe (5 Kiebingen). 7367
— nOT. 25, Konstanz. Der offizial des Konst hofes entläßt die leute von Merenschwand, die mit der ezkommuiü-
kation belegt worden waren, auf ansuchen des Hartmann von Hönenberg sonst Wolf, edelknecht, und des edlen
Rudolf von Arburg, richter des königl. hofes in Zürich, aus dieser strafe. — reg. Argovia 29 (1901), 93 nach
abschriftenbuch Gemeindearch. Merenschwand. 7368 .
— dez. 2, Ctottlieben. Bestätigt die aufgabe von 3 mutt nufgeld von benannten gütem zu Güttingen, eines
hochstiftischen lehens, durch den bürger von Konstanz, Stephan von Roggwil, und dessen gemahlin Ursula zu gun-
sten des domkapitels, das davon ein nachtlicht vor dem Konradsaltar im münster unterhalten soll. Geben zu Gott¬
lieben an dem nechsten zinstag vor s. Niclaustag 1393.— Kopb. 491 nr. 125 Karlsruhe. 7369
7 — dcz* 8, Konstanz. Bestätigt aufs neue die Stiftung und bewidmung des altars zu ehren der Muttergottes und der
Dreikönige in der pfarrkirche Wendlingen, da der frühere bestätigongsbrief durch feuer zerstört wurde. Dat. Const.
1393, 6. id. dec., ind. 1. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kircheim G. T.) 7370
— dez. 12, Oottlieben. Belehnt den Rudolf von Wolfurt, und dessen Schwester Ursula, weiland Konrads von
Homburg gen. Martertel frau, mit dem zehnten »zu Zimmerberg, zu dem hof und zu dem holze<, leben des bistums,
die sie von Peter zu Wachingen (vgl. 1385 nov. 5 nr. 6993) erkauft haben. Geben in unser vesti ze Gotlieben 1393
an dem nechsten fritag vor s. Lutzien tag. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Montfort). — erw. STGBodensee. 15, 202.
7371
1394 jaii. 8, Konstanz. Bekundet, daß Heinrich von Hettlingen und Verena (Fren) von Ebersperg seiner
frau ihm folgende bischöfliche leben aufgegeben haben: den Spatzenhof zu Ober-Goldach ond den hof zu Kuwen-
schwendi ob der Egg. Er gibt die höfe den brüdem, ritter Eberhard und Albrecht von Bürglen (kt Thurgau) zu
leben, die sie gekauft haben. Geben ze Cost. off unser pfalentz an donstag vor Hylarien 1394. — Altes Briefurbar
232*, Stadtarch. 8t Gallen. 7372
— jan. 13, Konstanz. Bekundet, daß sein Vorgänger, weil, bischof Heinrich das »rüffampt und der ersten ban-
brief ampt (oftas contumatzi aropt)« um 400 golden an Heinrich Sachs von Konstanz versetzt habe. Aus dessen be¬
sitz hat er beide ämter wieder ausgelöst unterstützt durch ein dariehen von 300 pfd. heller seitens der Schreiber
des bischöfl. hofes, Heinrich am Hof und Heinrich Walk. Diesen verpfändet er nun beide ämter um 300 pfd.
heller, erlaubt ihnen, sie selbst zu bekleiden oder andere Schreiber anzustellen, »doch daz si uns all weg die selben
schriber zögend, daß si uns oder unsem vicarien öch kommentklich und füglich sigind«. Auch soll von beiden
ämtem nicht mehr geld genommen werden als herkömlich. Domdekan und domkapitel stimmen zu. Ze Cost geben
1394 an s. Hylarientag. Einger. in den revers des Heinrich am Hof und Heinrich Walk, Schreiber des hofes d.
d. 1394 jan. 14 (Geben 1394 an der nächsten mitkhan nach s. Hylarien tag). Meister ]^nz Murer, offizial des
hofes, siegelt: Kopb. 500, 227* Karlsruhe. . 7373
10 *
76 Burkhard tou Hewen, Bischof yon Konstanz. 13dl.
1394 febr« 22, Ulm. Bürgermeister and rat der stadt Ulm präsentieren dem b. Barkhard bezw. dessen generalvikar in
spir. für den altar der 4 kirchenlebrer Ambrosius, Augastinas, Hieronimus und Gregorias in der Allerbeiligcnkapelle
außerhalb der mauern Yon Ulm, auf dem alten friedhof gelegen, den priester Heinrich Hutz, nachdem Paul Nid-
lioger, priester, auf gen. pfründe verzichtete. Dai Ulme 1394, 8 . kal. martii, ind. 2 . — Or. Ulm, Stadtarch. 7374
— febr. 24* Ulrich Sidenfadon, Budolf Sidenfaden, beide von Flümem ab dem berg, Johan Eüng ab dem Züricher-
berg, Heinrich Strohmeyer von Wibkingen und Heinrich Sidenfaden von Hottingen bearkunden, daß Rudolf
Sidenfaden, prokurator des Konst hofes, gegen vogt, rat und bürger von Rapperswil »etwas über vam und
miOthün hat«, weswegen er zu Konst, im gefängnis ligt; die stadt Rapperswil läßt ihn auf bitten des bischofs und
der genannten freunde frei; sie bestimmen näherhin die punkte der freilassnng; unter anderm soll Rudolf Sidenfaden
an die stadt Rapperswil 20 3^ heller zahlen. Geben an s. Mathyas tag des hl. zwelfbotten 1394; zeugen: Jacob
kaplan des St. Leodogaraltars der abtei Zürich, Nikolaus Hemerli, Peter Salibach und andere genannte bürger von
Zürich. — Or. Rapperswil, Stadtarch. (A. 32^ 2.7). 7375
— febr. 28^ Gottlieben. Tauscht mit dem abt Konrad von Stein a. Rh. eigenleute; er gibt Yerene Honloser von
Bohlingen, in den kelnhof zu Bohlingen gehörend, und Konrad Boschenstain, seßhaft zu Stein a. Rh., und erhält
Anna Lewrer und deren sohn Heini. Geben uff unser vesti ze Gotlieben 1394 an dem nocbsten samtztag nach s.
Mathies tag des hl. zwölf hotten. — Or. Schaffhausen (Staatsarch.); rückseits sparen eines ringsiegeis. — reg. Ur-
kundenregister für den kanton Schaffhausen nr. 1291. 7376
— märz 27, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung einer altarpfründe in der kirche.
zu Oberlingen zu ehren der muttergottes und besonders der hll. Johannes d. T. und d. £v. durch priester Ulrich Lurtz
von Oberlingen d. d. 1394 märz 12 (in die s. Gregorii). Einkünfte und verpfiichtungen des kaplans sind ange¬
geben. Der komtur der Mainau gab dazu seine Zustimmung. Dat. Const. 1394, 6. kal. apr., ind. 2. — Or. Karls¬
ruhe (2/163). 7377
— april 2. Heinrich Murer, propst von St. Johann zuKonsi, als subdelegierter richter dos'aposi Stuhles, entscheidet
einen streit über die ansprüche auf die pfarrei Mittelbiberach, welche von dem spital zn Biberach dem priester Hein¬
rich Bader (Balneator) verliehen worden war, während der priester Konrad Glich dieselbe auf grund einer an das
klostcr Buchau gerichteten päpstl. provisionsbulle beanspruchte, dahin, daß ersterem die pfarrei zu recht gebühre,
^ da dem spital von Biberach, nicht dem kloster Buchau das präsentationsrecht zustehe. Die pfarrei war durch tod
des Ulrich Fuchs von Markdorf erledigt Act et dat 1394, ind. 2 ., pontif. Bonifacii pape VL a. 5., mens, aprilis
die 2 .; zeugen: Franz Murer, domherr und offizial des Konst hofes, Nikolaus Glich kaplan am Konst, dom, and
Heinrich Kaiser kaplan zu St Johann in Konst, beide priester, und Ulrich Yeesenmaier scholar. —* 1393 märz 26
(Dat Porusii 7 kal. aprilis a. 4. »Sna nobis«) hatte Bonifaz IX. den propst von Schussenried mit der entscheidung
beauftragt (Or. Stuttgart Staatsarch.), der die Vollmacht dem propst von St Johann d. d. 1393 mai 4 übertrag
(Or. Biberach, Spitalarch.). Einreichung der klageschrift 1393 juni 11 ; erste zitation 1393 juni 14 (Or. Biberach,
Spiialarch.). 7378
— apr. 24, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Barkhard schreibt an den dekan, kämmerer und die
einzelnen confratres des dekanats Zürich, sie sollten die bevorstehende invostitur des Konrad MüUstein, welcher
nach dem tode des kirchrektors Heinrich gen. Bekk von Empfingen von dem abte von Pfävers als ständiger vikar
zu Mänuedorf (Menidorf) präsentiert worden war, verkünden. Dat Const 1394, 8 . kal. maii, ind. 2 . R. — Or.
Stiftsarch. Einsiedeln (0. D. 3). Oben in der mitte steht: proclamavi Walk, guia netiw comparuit, Rückseits
spuren eines roten ringsieg^ls. — vgl. Regg. Einsiedeln 527, 528. 7379
— april 30, Konstanz. Der generalvikar des bischofs Barkhard boanftragt den dekan in Zürich, den priester Kon¬
rad gen. Mülistain als ständigen vikar in die pfarrkirche zu Männedorf (Menidorf) einzuweisen. — Dat Const 1394,
2 . kaL maii, ind. 2 . B. — Or. Stiftsarch. Einsiedeln (0. D 4). — Regg. Einsiedeln nr. 529. — vgl. nr. 7379 zu
april 24. 7380
— mai 6 , Konstanz. Beurkundet: Ulrich der Paigrer sei. hat von seinen Vorfahren im bistum die stadt und
barg zu Arbon mit allem zubehOr gekauft unter der bedingung, daß er alle güter, welche vor dem kaufvertrag
bereits versetzt waren, aber ehemals zur stadt gehörten, an die stadt Zurückkäufen könne. Es erscheint nun vor dem
bischof und kapitel Hermann von Laudenberg als vogt Ulrichs und Konrads der Paigrer, söhne des gen. Ulrich,
und eröffnet, daß er näher benannte gölten und güter der höfe zu Horn, Lankwatt (Lankwart) und Egnach zurück-
gekauft hat nämlich 1 ., zwei renten von 3Vd hez. 1 m. s. jährlich aus den gefäUen der höfe zu Hom bei Arbon
und Lankwatt (Lankwart), au Heinrich von Steinach um 65 mark silb. verpfändet; 2 . eine rente von 3Va na. s. aus
dem hofo zu Horn, an Barkhard den Schenk von Castel um 50 mark silb. verpfändet; 3. eine rente von 4 pfd. Konst,
pfg. aus dom kelnhof zu Egnach, an den nämlichen Burkhard um 60 pfd. Konst pfg. Die aufgewandte pfandlöse-
summo von 115 mark silb. und 60 pfd. Konst pfg. schlägt er zu der summe, um dio einst barg and stadt Arbon
auf wiederkauf an weil. Ulrich den Paiger verkauft worden war, so daß auch jene renten vom hochstift zurückge-
Burkhard Ton Hewen, Bischof tob Konstanz. 1394.
77
kauft werden können. Domdekan mid domkapitel stimmen zu. Geben ze Cost. 1394 an der nächsten mittwochen
nach dez hl. cratzos tag ze maigen. — Or. Franenfeld, Kantonsarch. (Bischufszell). — Kopb. 600, 91^ und 244^
Karlsruhe. —ansz. Pupikofer, Thurgau heil. 1, 111 nr. 67.— reg. GFrSOrte. 4,203. — Eingorückt in den revers
des Hermann Yon Landenberg Ton der Breitenlandenberg, yogtos und pflegers von Ulrich und Konrad, söhnen aus
der ehe von Hermanns iochter mit dem ritter weil Ulrich dem Paiger, d. d. 1394 mai 6 (Geben 1394 an dem
nächsten zinstag yor dem hLuffart tag): Kopb. 500, 91^ 244^; 1766, 15Karlsruhe. — erw.Diener, Haus Lauden¬
berg 129. 7381
1394 mal 7^ Born. Papst Bonifaz IX. an den bischof yon Segoyia, den propst yon St. Stephan in Konstanz und den
scholasükus yon St. Peter in Straßburg: gebietet ihnen, den priester Jodock Weinvelder yon Bischofszell in den
besitz der pfarrkiche zu Niderhelfenswil zu setzen, die durch den tod des kirchherrn Albert Handelberg erledigt
ist Dai Borne apud s. Petrum non. maii, a.5. »Vite ac morum honestasc. — Einger. in 1395 okt 9. 7382
— mai 21 9 Konstanz. Heinrich Goldast, domdekan und generahikar in spir. des bischofs Burkhard, entscheidet
im auftrage des bischofs in einer Streitsache des Stiftes Zurzach gegen den priester Heinrich Soler, ständigen yikar
der dem stifte inkorporierten pfarrkirche zuKlingnau, daß der zins yon 30 sch. yom pfröndhaus des leutpriesters zu
Klingnau zur hälfte vom leutpriester, zur hälfte yom stifte an die stadt Klingnau zu zahlen sei. Act. Const. et dat
sub sig^llo nostri yicariatus 1394, 12. kal. iunii, ind. 2. B.—Or. Aarau, Staatsarch. (Zurzach 179); rdckseits spuren
eines ringsiegeis. — Bechtsquellcn des kantons Argau 13 s. 260 nr. 26. — reg. Huber, Zurzach 16, 6. 7383
— mal 23^ Konstanz. Heinrich Goldast, domdekan, und das kapitel zu Konst, gibt seine Zustimmung, daß Diet-
hold Schultheiß und bflrger zu Cannstadt dessen frau Hedwig und deren tochter Greta einen altar zu ehren der
muttergottes, der hll. Jakobus ap. und Barbara in der pfarrkirche Cannstadt d. d. 1394 april 23 (an s. Gerien tag
des hl. martrers) gestiftet und bewidmet haben. Dat. Const. 1394, 10 . kal. iunii, ind. 2 .B. — Or. Stuttgart, Staats¬
arch. (Cannstadt G. Y.). 7384
— mai 24^ Bom. Franz, kardinalpriester tii S. Susanne, päpstL pönitentiar, dispensiert die stadt Ulm fär die
etwaigen ausschreitongen im kriege zwischen den yornehmen und der gemeinde und beauftragt mit der ausfuhrung
den propst yon Marchtal, ,cum ordinarium suum certis de causis habeant in hac parte suspectum*. — Or. Ulm,
Stadiarch; unter dem bug links: Jo,deMdlo^vigitUi ccys; rechts auf dem bog: gratis pro B, de Caoalio. N, de
Vinea. Buckseits: K. Sälvis, pro civUate Ulmen, dispensatio. . 7385
— mal 30, Born. Papst Bonifaz IX. erteilt der stadt Ulm freiheit yom Interdikt, falls exkommunizierte nur yo-
rübcrgebend sich daselbst auf halten. Dat Borne apud s. Petrum 3 . kal. iunii, a. 5 . »Honestis ac humilibusc. —
Or. Stuttgart Staatsarch. (Ulm); unter dem bug links: tun, taxe 60. B, de Pistorio, Bernardino, 9 ; auf dem bug
rechts: P. de Inghelnheim V, Buckseits oben mitte: Jo, de Bebelnheim, R darin n.; beim bug rechts: Ja .
jun _— ygl. 1394 sept 22 nr. 7391. 7386
— jnni 2, Konstanz. Der ofßzial des Konst hofes beurkundet, daß Bodolf yon Bnstetten, Konst bistumskleriker,
der yon papst Bonifaz IX. mit der kirche zu Tengen proyidiert worden war, auf alle rechte an die gen. pfarrkirche
in die hände des Bndolf Harzer, patrons der kirche, yerzichtete. Dat Const 1394, feria 3 . ante festum Penthecosten.
— Or. Karlsruhe (5 Tengen). — ygl. 1395 märz 20 nr. 7406. 7387a
— juli 18, Konstanz. Der ofßzial des Konst hofes beurkundet daß yor ihm Elisabeth yon Hornstein, äbtissin,
und Elisabeth yon Heudorf, konyentualin zu Wald, erschienen sind und daß letztere einen yon ihrer mutter Bertha
yon Badwegen, gemahlin des Ortolf yon Heudorf (Hodorf), ererbten hof zu Mindersdorf (Münstorf) dem kloster Wald
zu eigen gegeben hat. Dat Const sub sigilio nostri officiolatus (l 394, feria 5. post fest. b. Margarete yirg). —
Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Hohenyels); rfickseits spuren eines kleinen Siegels. 7387
— avg. 4« Heinrich Goldast domdekan, stirbt — MG. Necrol. 1, 291. 7388
— aag. 14, Engen. Frau Klementia yon Toggenburg, witwe des freiherm Heinrich yon Hewen, und ihre söhne
Peter und Wolfhard yon Hewen bekunden, daß abt Kuno yon St. Gallen Bemhardzell, die kelnhöfe zu [Kieder]-
Helfenswil und zu Bickenbach sowie den zehnten zu Bickenbach um 2040 gülden yon ihnen gelöst habe. Bischof
Burkhard siegelt Engen an unser lieben frowen abent ze mitten ögsten 1394. — Wartmann, U-B. St Gallen 3,
457 nr. 2068. 7389
— sept. 7, Konstanz. Leiht dem Walther Lind yon Konstanz auf seine bitten nachfolgende lehen des hochstifts,
welche schon dessen yater zu lehen gehabt nämlich die yogtei zu Petershausen im Niederdorf mit dem fischgeld,
das yon den häusem und hofstätten zu Petershausen geht; die lehenschaft, zins und rechte, yon der säge daselbst,
sowie 10 yiertel kernen gült ab der klosterfrauen unteren mühle zu Bottighofen (Bottikofen). Geben zeCostentz 1394
an dem nechsten mentag yor des hailigen crutzes tag ze herbst. — Or. Karlsruhe (l/7l). Buckseits spuren eines
roten ringsiegeis; Siegel des bischofs gut erhalten. 7390
78 Burkhard Ton Heiden, Bischof Ton Konstanz. 1394.
1394 sept« 22, Konstanz. Franz [Murer], offizial des Konst hofes, erklärt auf ansnchen der stadt Ulm die stelle in
der bolle Bonifaz IX. [d. d. 1394 mal 30] »realiter expellantc dahin, daß das interdikt nicht nor aofgehoben sei,
wenn die stadt die mit geistlichen strafen belasteten »mit gewalt Tertreibec, sondern auch, wenn diese freiwillig
gehen. Ebenso verliert die bolle nicht ihre göltigkeit, wenn die stadt solche gezwnngen oder freiwillig in ihren
maoem zonächst dolde, wenn sie nachträglich dieselben fortschaffe. Dat. Const 1394, 10. kal oci, ind. 2. — Or.
Stottgart, Staatsarch. (Ülm); mit schön erhaltenem offizialssiegeL 7391
— okt« 6 ^ Konstanz. Gestattet der Irmelgard ond den klaosnerinnen der mit der kirche St. Johann d. T. zo
Inzigkofen (Vnzkofen) verbondenen klaose, daß sie von der 3. regel des hl. Franziskos zor regel des Aogostiner-
Ordens abergehen. Irmelgard hatte vorgetragen, daß sie mit anderen fraoen die gen. klaose aof eigenem grond nnd
boden von neoem errichtet, die kirche gleichsam von neoem erbaot ond mit einem daran sich anschließenden friedhof
habe versehen lassen, ln dieser klaose lebte die gen. Irmelgard mit 8 klaosnerinnen ond einigen anderen dienst-
fraoen nach der 3 . regel des hl Franziskos. Sie wollen jedoch zo einem strengeren orden übergehen. Der bischof
bestimmt aoßerdem, daß nicht mehr als 13 inklosen aofgenommen werden sollten, welche das recht haben, eine
priorin aas ihrer mitte zo wählen, ond onterstellt sie der leitong des klosters Beerenberg. Datom Const 1394, 2 .
non. oct, ind. 2 . — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Sigmaringen); rückseits sporen eines kleinen siegeis. — Ein-
gerfickt in die offizialatsorkonde d. d. 1394 okt 30: Zürich, Stadtarch. (Cll 16 nr. 200 ). Johann von Wangen,
konventaal von Beerenberg, hat gen. orkonde dorch den offizial transsommieren lassen. Bückseits ein überdecktes
ringsiegel. — vgl. Petras, Soevia eccl. 450; 7393
— okt. 9, Konstanz. In der wohnong des Franz Morer, domherm ond offizial des Konst hofes, erscheinen Albrecht
Blarrer, dompropst Albrecht von Beotelsbach dekan, Rodolf Tettikover thesaorar, Eberhard Insiegler kantor, Jo¬
hann Mönchwang alias de Sasbach, Franz Morer, Johann Bys, and Bartholomeos Borgtor domherren, welche das
domkapitel bilden. Der domdekan verspricht im namen aller übrigen dem dompropst Albrecht Blarrer, der ihnen
über die aosbezahlong der pfründbezüge besondere Vergünstigungen erwiesen hat (vgl. 1392 apr. 22), zor tilgong
seiner aasgaben im streite om die dompropstei an der röm. korie (onbeschadet der gen. briefe) 4 jahre lang an den
ihnen scholdigen pfründbezügen 5 mot weizen Konst, maßes and 3 Konst münze nachzolassen. Acta sont
hec (1394, ind. 2 .) pontif. Bonifacii IX. a. 5 ., mens, oct die 9.; zeogen: Johann Schanfigger, civis Const litteratos«
and Johann Fabri, notar des Konst hofes.—Notariatsinstioment des Leonhard Schönbentz: Karlsrahe (5 Geh. 57)
389. 7393
— nOT. 38. Stimmt zo, daß das gotteshaos Gnadenthal kt. Aargao, wie es von Konrad abt von Morimond ver¬
sitzendem des im jahre 1394 in Fonte Salotis Marie gefeierten generalkapitels des Cisterzienserordens verfügt worde,
dem Cistercienserorden angegliedert ond dem kloster Wettingen onterstellt wird. Anno 1394, 4. kal. dec., ind. 2.
— Or. Aarao, Staatsarch. (Gnadental 42).— reg. Argovia 1861, 199; die Schwestern nehmen den orden an 1396
febr. 2 im beisein des abtes Borkhard von Wettingen and des abtes Heinrich des Pfaoon von Kappel (ebenda nr. 64*);
die namen aller Schwestern (l 2) sind aofgezählt Erste äptissin ^st Hedwig von Masswanden. — erw. Mülinen,
Helvetia sacra 2,113. — Kurz, ^iträge zor geschichte ond litterator des kantons Aargao l, 597. 7394
— dez. 18, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischof Borkhards beorkondet: zwischen Heinrich Soler, leat-
priester von Klingnao, and dem stift Zoizach entstand eine meinongsverschiedenheit wer von beiden die konsola-
tionen an den bischof zo zahlen habe. Heinrich Soler vertritt seine sache dorch seinen vater Johann Soler, das
Stift dorch Nicolaos von Isny, Chorherren zo Zorzach. Nach anhörong beider parteien entscheidet der generalvikar im
aoftrage des bischofs, daß der genannte leotpriester von der dem stifte Zorzach inkorporierten pfarrkirche zo Klingnaa
bei seinen lebzeiten al^ährlich die konsolationen (ganz oder insoweit der dekan ond das kapitel des dekanats Höngg
dieselbe festsetzt) an den bischof zo entrichten habe. Dessen nachfolger wird an diese entscheidong nicht gebonden.
Dat Const 1394, fer. 6. ante fest b. Thome ap., ind. 2. — Or. Aarao, Staatsarch. (Zorzach 180); rückseits sparen
eines ringsiegeis. — Rechtsqoellen des- kantons Argao I, 3 s. 261 nr. 27. — reg. Haber, Kollatorpfarreien Znr-
zach 16. 7393
— dez. 20, Urspring. Beta, meisterin, ond der konvent von Urspring präsentierten dem bischof Borkhard bezw. dessen
generalvikar in spir. aof die pfarrei Haosen (Hosen), welche dorch resignation des Konrad Lüsner erledigt ist, den
Priester Konrad Bibrach sonst Lüsner von Ehingen. Dat et act in Urspringen in vigilia s. Thome apost 1394. —
Or. Stottgart, Staatsarch. (Urspring). 7396
— dez. 24, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Borkhard bestätigt mittelst transfiz, daß Wemher abt
ond konvent der Reichenao dem broder Sitzo die hofstatt Torrainhof samt einfang and 1 jochert acker übertragen,
welche die meisterin and der konvent der Sammlung zo »GartenS Konrad Mans, kaplan des Benediktasaltars im
inünster zu Reichenao, gen. bürger von Konstanz, Radolfzell, Engen, Allensbach und Kaltbronn in die hände des
abtes d. d. 1390 febr. 1 aofgelassen haben. Dat et act Const 1394, 9. kal. ianoarii, ind. 2 . — Or. Karlsruhe
(5 Torrainhof); rückseits oben spuren eines ringsiegeis. 7397
Burkhard Ton Hewen, Bischof Ton Konstanz. 1395. 79
1395 Jan. 18. Vidimns und transsnmpt des Terpfändnngsbriefs des aintes BoteDbnrg an Lnzern nm 4800 fl. durch
den bischof tod Konstanz. — Notiz im matorial nach Staatsarch. Luzern» Urk.-Fasc. 60» Abschrift im Amtsrecht 67.
7898
— Jan. 19} Konstanz. Der offizial des Konstanzer hofes bestimmt mit rücksicht auf die urkunde d. d. 1394 okt. 6»
daß die Schwestern in Inzigkofen» einem fllial der pfarrei Laiz» von der seelsorge des leutpriesters exemt sind und
der seelsorge der bruder vom Beerenberg unterstehen. Der leutpriester von Laiz hatte auf die seelsorge der Schwestern
ein unrecht geltend gemacht Dat et act Consi 1395» 14. kal. febr.» ind. 3.—Or.Zürich» Staatsarch. (CU 16 nr.
197); rückseits überdecktes ringsiegel. 7399
-Jan. 21^ Konstanz. Bekundet» daß er unlängst dem Johann von Bodman, seßhaft zu Möggingen (Mekkingen)»
und seiner gemahlin Anastasia von Königsegg» stadt und feste Klingnau nm 4000 pfd. heller verkaoft hat; da ihm
an jährlichem zinse eine mark fehlt» so weist er ihm dafür 4 stück kernen» und zwar 3 stück roggen und 1 stück
hafer» Klingnauer maßes aus dem zehnten zu Glattfelden an» die jährlich an Martini in Ksüserstuhl zu verabfolgen
sind. Domdekan und domkapitel stimmen zu. Ze Cost geben 1395 an s. Angnesen tag. — Einger. in den revers
des ritters Johann von Bodman und seiner gemahlin, vom gleichen tage: Or. Aarau, Staatsarch. (Konst Urkunden).
— Kopb. 501» 390*^ Karlsruhe. — reg. Geschichte der Freiherm von Bodman zu 1396 aug. 281 7400
— Jan. 22, Konstanz. Der offizial des Konst hofes gibt ein vidimus der urkunde 1395 jan. 21 (geben an s.
Angnesen tag 1395), worin propst und kapitel von St Johann zu Konst sich mit dem priester Hans Töb» kirch-
herm zu Lippenwil (Lüprechtswil), wegen des zehntbezuges dahin vergleichen» daß das Stift St. Johann letzterem»
solange er in Lipperswil wohnhaft ist Martini 4 mutt kernen und 12 sch. heller Konst, verabfolgen wolle.
Dat et act Gonst 1396» 11 . kal. febr.» ind. 3. — Or^ Freiburg, Erzb. Arch. 7401
— jan. 27« Papst Bonifaz IX. nimmt das kloster Wittichen in den schütz des hl. Petrus und beauftragt den bi¬
schof von Konstanz mit der ausführung. — BuUarium Franciscanum 7» 44 nr. 147 s. 45 anm. 1. — erw. Mono»
Quellens. 3» 645 (Jahrgesch. der Franziskaner) zu 13941 — Fürstenberger U-B. 6» 122 zu 13961 — vgl. 1395
juni 11 . 7402
— febr. 1, Born. Papst Bonifaz IX. gestattet auf bitten des bürgermeisters und rates der stadt Bottweil» daß
vorübergehender aufenthalt von exkommunizierten nicht die einhaltung der kirchl. strafen von ihnen verlange. Dat.
Borne apud s. Petrum kal. febr.» a. 6 . »Honestis et humilibus supplicum votisc. — Urkb. Bottweil nr. 578 nach
or. StuttgaH, Staatsarch. 7403
— febr. 18, Konstanz. Vor Ulrich Habch» stadtammann zu Konst.» kaufen Budolf von Tettikoven kustos» Eber¬
hard Insiegler Sänger» Bartholpmeus ze Burgtor und Hugo Eilend alle 4 domherren zu Konst im namen des dom-
kapitels von Budolf und Ulrich Harzer brüder, um 1300 ^ heller den kelnhof zu Tengen samt kirchensatz und Zu¬
behör [vgl. 1387 aug. 22]. Ze Cost geben 1395 an dem nächsten donstag vor s. Mathyas tag des hl. zwölf hotten.
— Or. Karlsruhe (5 Tengen). — vgl 1395 märz 20.—1387 märz 30 erwarb Heinrich Harzer» bürger zu Konst,
den gen. kelnhof gen. »fiau Elsengut* um 1300 von Lütfried im Turm» Heinrichs sei sohn» bürger zu Konst
und dessen Schwester Elsbeth. — Die Übergabe des patronatsrechts vor dem offizial erfolgte 1389 juni 22 (Or.
ebenda). — vgl nr. 7406. 7404
— mftrz 11, Konstanz. Albrecht Blarer dompropst ist mitschuldner (angülte) bei Stiftung und ausstattung eines
altars in der kapelle in der Unterstadt von Meersburg bei seinem bruder Konrad Blarer. Geben ze Cost 1395 an
8 . Gregorien abent in der vasten. — Kopb. 728 (1), 41 Karlsruhe. — vgl nr. 7411. 7405
— märz 20, Born. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem domkapitel zu Konst mit 500 m. einkünften zur erleich-
' temng seiner Schuldenlast die pfarrkirche zu Hohentengen mit 30 m. s. einkünften. Dat Borne apud s. Petrum
13. kal.apr.» a. 6 . »Sincere devotionisc. — Or. Karlsruhe (5 Tengen); unter dem bug links: üfar. taxe 40. FVan-
eiseu3. Ja, de Bonan.; unter dem bug rechts: Ja. de Boseo (?); auf dem bug rechts: pro G. Weert. Jo. de Lyns jjjj;
rückseits B darin n .— Kopb. 609» 188^ Karlsruhe. — vgl 1396 febr. 18 nr. 7404. 7406
.— märz 24, Konstanz. Belehnt den Konrad von Schienen seßhaft zu Schrotzburg mit dem zehnten zu Bank¬
holzen (Bankeltzhain) und zwei wiesen zu Weiler (WUer) und Moos. Geben ze Cost 1395» an u. frowen abent ze
der kundnng in der vasten. — Or. Karlsruhe (5 Bankholzen); rückseits spuren eines ringsiegeis. 7407
— März 25, Born. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem propst und konvent vom hl. grab zu Denkendorf mit nicht
über 70 m. 8 . einkünften die pfarrkirche zu Köngen mit 18 m.s. einkünften. Das kloster hatte vorgetragen» daß es
fküher eine große anzahl religiösen besaß und große gastfreundschaft ausüben konnte. Durch kriege und Unglück
ging die zahl der religiösen und die einkünfte zurück» bücher» kelche» paramente und kirchliche geräte wurden ge¬
raubt haus und gebäude sind schadhaft die äcker unbebaut und unfruchtbar. Dat Borne apud s. Petrum 8 . kal.
apr.» a. 6 . »Magne devocionis«. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Denkendorf): unter dem bug links: Mar. taxe 20 .
Franeiseus. Ja. de Bonon. rechts: P. de Boeco; auf dem bug rechts: pro Vedentino Gotfridus unten: prima.
80 Bnrkbard Ton Hewen, Bischof Ton Konstanz. 1395.
Bückseits £ darin n.— 1395 no?. 10 fibergibt Albert Mekmfill yon Besigheim (Basenkain), prior yon Denkendorf
. and ehemals kircbherr za Köngen, dem propst yon Denkendorf yor dem notar Albrecht Wirsing yon Beatlingen,
kleriker Konsi bistams, 2 instramente, worin Albert Mekmfill aaf die pfarrei Köngen in die bände des Konst, ge-
neralyikars yerzichtete and diese yerzichtleistang yom generalyikar angenommen warde. (Or. ebenda). 7408
1395 märz 25, Born. Papt Bonifaz IX. inkorporiert dem spital in Esslingen mit einkfinften nicht fiber 150 m. s. die
Pfarrkirche za Möhringen, deren einkfinfte die samme yon 12 m.s. nicht fibersteigea. Die spitalpfleger hatten yorge-
getragen, daß Mher gegen 200 kranke personen gepflegt worden and yiele andere almosen empfangen konnten.
Dorch die yielen kriege and anderes mißgeschick haben sich die einkfinfte yerringert. Dat Borne apad s. Petnim
8 . kal. apr., a. 6 . »Ad ea qaec. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Eßlingen); oben: computetw; anter dem bag links:
Mar. taxe 20 . Francisco; rechts P. de Bosco; aaf dem bog rechts: Jo. de Tremoenitz jj; rfickseits B darin n.
— gedr. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1735. 7409
— märz 26, Born. Franziskas kardinalpriester t^i s. Sosanne eröffnet als exekator dem bischof yon Konstanz and
der äbtissin sowie dem konyent der abtei Zfirich die ballen Bonifaz IX. d. d. 1390 jan. 12 (Dai Borne 2. id. ianaarii,
a. 1.), worin dieser dem gen. kardinal gestattet, daß 6 seiner familiären die frfichte ihrer benefizion aoch in ab-
wesenheit genießen dürfen, so lange sie im dienste des kardinals stehen. Dieser fall trifft za aaf Heinrich Loggii,
kirchherm in Bossen »necnon (rector) offlcii tharibnlic des Züricher klosters, den fönften in der zahl der gen.
6 familiären. Dat et act Borne apad s. Spiritom in Saxia in hospicio habitacionis nostre 1395, ind. 3:, die 26.
mens, marcii, pontif. Bonifacii IX. a. 6. — Gleichz. abschr. Zfirich, Staatsarch. (GII 2 nr. 242). 7410
— april 3, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix* nachfolgende stiftong: 1395 icärz 11 (Konstanz): Konrad
Blaref, Nikolaas and Hans die Freien, gebrfider, bfirger yon Konstanz, seine Schwäger bearkonden, daß sie
gemeinschaftlich in der neoen kapelle in der onterstadt yon Meersburg eine frfibmeßpfrönde gestiftet and aasge¬
stattet haben. Als mitscholdner für den yon ihm za entrichtenden anteil am einkommen des kaplans stellt Konrad
Blarer seine gemahlin Walbarg Frei, seine brfider den dompropst Albrecht Blarer and die brfider Ulrich and Hein¬
rich Blarrer. Auf bitten der aassteiler gibt das domkapitel seine einwilligong zur weihe des altars, am welche bir
schof Burkhard ersucht wird. Die aassteiler and mitscholdner — für Walpnrg ihr yetter Heinrich Blarer ^— siegeln.
Geben ze Cost 1395 an s. Gregorien abend in der fasten. — Dai Consi 1395, 3. non. apr., ind. 3. — Or. Karlsrahe
(5 Meersbarg, Kirchendienste); rfickseits sparen eines ringsiegeis. — Kopb. 728 (I), 41 ebenda.— 1395 märz 12
zostimmang der stadt Meersbttrg. Or. ebenda. 7411
— april 27, Konstanz. Nimmt yon Heinrich Illikoser gen. Knüttel and dessen frao Adelhaid Keller das bischöf¬
liche leben der borg Liebenfels samt leoten and zabehör auf and belehnt damit den Heinrich yon Tettikoyen gen.
Bfindrich, bfirger za Konsi, der dies yon ersterem am 900 ^ Konsi heller gekauft hai Ze Cosi geben 1395, an
dem nähsten zinstag nach s. Georyen tag. — Or. Fraaenfeld, Kantonsarch. (Herdem); schönes bischofssiegel, sitzende
madonna mit dem Jesuskind; omschrilt: S. Barkardi dei gratia episcopi Gonstanciensis. 7412
— april 28. Zahlt an der apostoL kammer in Born als teil seines commune seryieiam 33 fl. 1 4 sol. 7 den. and als
senriciam minatum 3 fl. 28 sol. 3 den., durch Erhard Naslos. — Mod. abschr. (Obi 51,78^; 59, 52^ Born). 7418
— mai 2, Konstanz. Verpfändet för ein dariehen yon 560 goldgalden, die er zom leibgeding des herm Johann
Ulrich yom Hos yerwandt hat, an Johann Meyer yon Knonao, bfirgermeister za Zfirich, die gefälle und zehnten des
hochstifts yon der kirche zu Mettmenstetten. Erfolgt die pfandlöse yor Johanni, so gehören die einkfinfte des Jahres
dem hochstift, sonst aber dem jeweiligen pfandinhaber. Innerhalb der nächsten 5 Jahre dürfen die einkfinfte nicht
aosgelösi noch in andere hände gebracht werden. Za bürgen, die nötigenfalls zam einlager gehalten sind, werden
bestellt: Heinrich Blarer, sohn des weil Gerwig Blarer znm Pflug, Heinrich Illikaser gen. der Knüttel, Konrad
Weber nnd Heinrich Tannegger, bfirger zu Konstanz. Außer ihnen and dem bischof siegeln domdekan and dom¬
kapitel zum Zeichen ihrer zustimmong. Geben ze Gost. 1395 an des hl kratz abend in dem meigen (so korr. aas
abinJ). — Kopb. 500,181** Korlsrahe. 7414
— mai 26, Beatlingen. Ludwig episcopos Abilonen. erteilt der kirche der klaase Wannental bei der Schalksbarg
an näher gen. tagen unter gen. bedingungen 40 tage bezw. 1 Jahr ablaß. Dat. in opido Bütlingen 1395, 7. kal.
iunii, pontif. Bonifacii pape IX. a. 6. — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Kl. Bearon). Der gen. bischof war weih-
bischof yon Speier. — ygl FreibDiözesanarch. 16,267. 7415
— juni 11, Konstanz. Bringt nachgenannte balle des papstes Bonifaz IX. zur aosffihrang. Er befiehlt allen
sich darnach za richten, ernennt za beyollmächtigten für die aosffihrang die offiziale von Basel und Straßborg sowie
den propst der kollegiatkirche za Ehingen bei Bottenbarg; der Wortlaut der bischöflichen aosffihrang soll an die
kirchentfiron yon Konstanz, Straßbarg and Basel angeheftet werden, ebenso an die yon Bottweil, Villingen, Wolfach,
Konstanzer diözese, und za Gengenbach und Haslach, Straßburger diözese.— 1395 Jan. 27 (Born). Papst Bonifaz IX.
beauftragt den bischof yon Konstanz das kloster Wittichen in seinen freiheiten za schützen. Meisterin and Schwe¬
stern yom 3. Orden des hl Franziskas nach der regel der hl Klara hatten yorgetragen, ihr kloster, das yor ungefähr
Bnrkliard Ton ttewen, Biscliof Ton Boustanz. l39&. 81
90 jahren in der einOde gegründet worden sei, wurde von adeligen und andern lenten ?iel beimgesncht, so daß sie
in ihrem gebet, botracbtnng nnd gottesdieust gestdrt würden. Der papst nimmt deswegen das kloster unter seinen
scbntz, bestätigt ihm seine freibeiten nnd yerbietet das betreten desselben durch laienspersonen. Dat. Borne apnd
s. Petrum 6 . kal. febr., a. 6 . »Etsi ex debitot. — Gr. Donanescbingen (Witticben A. 1 .4). Unter dem bng links;
Fe, taxe 32. Franeiscus, Ja, de Bonon, Unter dem bng rechts: Bosco. Auf dem bng: pro P, de Boseo. H, Bemghoe,
. Rückseits: B darin w. — Unter dem gleichen datom erging auch eine bnlle des gleichen Inhaltes an die meisterin
nnd die Schwestern von Witticben. Taxe 30, sonst die gleichen vermerke. — Or. ebenda (A. 1.6). — Dat et act.
. Consi in anla nostra episcopali 1395, ind. 3., pontif. Bonifacii pape noni a. 6 , mens, innii die 11 . — Notariats-
instmment des Eonrad Walker von Schaff bansen, Konst klerikers. Zengen: mag. Johann Tanger Chorherr von
St Stephan xn Konst, Johann Legbein Chorherr von St Johann, Wilhelm kirchherr von Beithaslacb, nnd Johann
Salmann kaplan der s. Leonhardskapelle außerhalb der manem zn Zürich. — Or. Donanescbingen (Witticben A. 1.5).
— vgl. nr. 7402. 7416
1395 Juni 17, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die Stiftung nnd bewidmnng einer meßpfründe zn ehren der
Ifntter gottes in der Pfarrkirche zn Nürtingen durch die gemeinde daselbst d. d. 1395 jnni 4 (feria 6. post Pen-
• tecosten). Konrad Zütelman kirchherr, nnd Konrad Bosch lentpriester der kirche in Nürtingen sowie graf Eber¬
hard von Württemberg gaben ihre znstimmniig. Dat Const. 1395, 15. kal. inlii, ind. 3 . — Or. Stuttgart, Staats-
. arch. (Nürtingen 6 . Y.). Bückseits oben spuren eines ringsiegeis. 7417
— juU 6, Bpm. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster Hirsan die pfarrkirche Deckenpfronn, Eonstanzer,
. nnd Nnßdorf, Speirer bistnms. — vgl. 1397 ang. 27. 7418
— Juli 14, Konstanz. Verkauft die qnarten der niederen kirche zn Waldshnt, die vordem dem herm Nikolaus
SAtteli seL zustand, nnd der kirche zn Sur bei Aarau um 1000 goldgolden auf wiederkant an den freiherm Rudolf
von Aarbnrg. Dieser hatte jene summe vorgestreckt damit der bischof die qnarten von dem ritter Ulrich vom Hns
von Wittenheim (vom Hnß von Winterhainer) znrfickkanfen künnte. Domdekan nnd doinkapitel stimmen zu. Ze Cost
geben 1395 an s. Margarethen abent in dem h5went — Einger. in den revers des Rudolf von Aarbnrg d. d. 1395
jnli 15 (Ze Cost geben 1395 an s. Margaretentag in dem hüwent): Kopb. 500, 265* Karlsruhe. 7419
— Juli 22, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt die Stiftung nnd bewidmnng einer pfiünde auf den Jo¬
hann Baptistaltar in der kapelle zn Qrosselfingen, welche durch die bürgerschaft daselbst unter mitwirknng des
grafen Friedrich von Hohenzollem nnd des kirchherrn voh Weilheim, Johann Hnming, d. d. 1395 jnni 23 erfolgt
war. Die kapelle war ein filial von Weilheim; das patronatsrecht soll deswegen dem kirchherrn daselbst znstehen.
Als gmnd der Stiftung wird der weite weg für die pfarrgenossen von Or. angegeben nnd die rasch angewachsenen
einkünfte der kapelle. — Dat Const 1395, 11 . kal. ang., ind. 3. — Einger. in ein vidimns von 1435 jnni 17:
. Sig^aringen, Domänenarch. 7420
— Juli 30* Peter von He wen, freier, beknndet, daß er inbezng auf die schuld von 36 golden, die Burkhard von
Hewen, bischof zn Konst, Johann von He wen, seine »vettern c, und sein verstorbener vater Heinrich von Hewen
den erben Hans des Malteres schuldig sind, an stelle seines vaters als ein »rechter geschwomer gölte« tritt Geben
an dem nechsten fritag nach sant Jacobs tage des hL zwölf boten 1395. — Or. Statthaltereiarch.. Innsbruck ( 2 ,
1209). 7421
— Juli 81, Born. Papst Bonifaz IX. wendet dem kloster Both zur Wiederherstellung des klosters den jnbelablaß zn.
Borne apnd s. Petmm 2. kal. ang., a. 6. — Or. Stuttgart, Staatsarch.; unter dem bng: ....!£ M, de Cheru-
bims [Joh, Vujlpis; rechts unter dem bng: P. de Bosco; auf dem bng: Jo. de Lyne. Bückseits E darin n; bei
den schnüren: großer Buchstabe ?; rechts: In eamera. — vgl. die abrechnnng 1396 jan. 4. nr. 7432. 7422
— UUg. 11, Zürich. Rudolf von Trostbnrg, dekan des stiftes Chur, erneuert vor notar nnd zeugen seine resignation
auf ^e Pfarrkirche in Nendorf zn gunsten des stiftes Beromünster nnd läßt eine urkunde darüber zn händen des bi-
schofs ausfertigen. — ausz. Estermann, Neudorf 27.— vgl. 1389 sept 6 nr. 6817 unter Heinrich Bayler. 7423
— aug. 16, Konstanz. Vereinbart mit den nonnen des klosters Mariahof zu Neidingen, daß sie fortan sein wie
seiner Vorgänger nnd nachfolger anniversar am Allerheiligentag de nocte seu post vesperas mit einer vigÜ nnd am
nächsten Ug mit einer totenmesse feiern sollen; dafür sollen sie von der Zahlung der ersten früchte der ihrem
— kloster inkorporierten Pfarrkirchen in Neidingen und Outmadingen (Ootmat-) befreit sein. Dai Const. 1395, 17.
kaL sept, ind. 3 . ~ Transsnmpt von 1580 Donanescbingen (Pfarrei Neidingen). — ausz. ZGOBh. 26, 10. —
ansz. Fürstenberger U-B. 6,251 nr. 160 anm. 5. 7424
— sept. 9, Konstanz. Beurkundet, daß sein bmder Johann Und seine vettern Peter nnd Wolfram gebrüder,
herren von Hewen, dem Johann Murer dem wirt, bürger zn Schaffhansen, ihren halben zehnten zn Ansel¬
fingen, leben des hochstifts, um 450 9> Konst. (2 Konst, heller auf einen pfennig gerechnet) verpfändet haben.
. Der bischof belehnt den neuen träger. Ze Cost geben 1395, an dem nächsten dnnstag nach nnser frowen tag ze
herbst — Or. Karlsruhe (8/8^). ausz. Fürstenbe^er U-B. 6,419 nr. 257 note la. 7425
Büfettes dar Biaoböla von KodsUos. IU.
82 Barkbärd yon Uewen, Bischof yon Konstanz. 1395—1396.
1395 sept. 13^ Rom. Papst Bonifaz IX. wiederholt gegenüber dem erzbischof von Mainz sowie den biscbOfen von
Straßbarg and Konstanz die verffigong des papstes Gregor XI. von 1373 jani l za gansten der Minoriten. Dat.
Rome apad S. Petram id. sepi, a. 6. — einger. in 1397 mai 11 nr. 7481.-^erw. Eabel, Oberdeatscbe Minoriten-
proyinz 246. — vgl. Ballariam Pranciscanam 7, 56 nr. 175. 742ft
— sept. 22^ Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster Marcbtal mit 200 m. s. einkünften die pfarrkircba
za Seekircb mit 30 m. s. einkünften. Dat Rome apad s. Petram 10. kal. oct, a. 6. »Sincere devotionisc. — Or.
Stuttgart, Staatsarcb. (Marcbtal); unter dem bag:. sep, taxe 40. M. de Cherubinis, Joh. Vulpis; rechts: P. da
Boseo; auf dem bng rechts: i>ro G, de At^go. Jo. de Lynsjjjj. Rückseits R darin ». — Abschr. ^ekirch, Pfarr-
arch. Das patronatsrecbt hatte das kloster von ritter Wolfo gen. vom Stein sonst vom Recbtenstein d. d. Konstanz
1395 märz 23 erhalten (ebenda). — reg. FreibDiÜzesanarch. 2, 108 f. 7427
^— okt« 9) Rom. Franziskas, biscbof von Segovia als vom papste bevollmächtigter, an den biscbof Borkbard, dessen
generalvikar in spir., den priester Johann im Gaessli und den laien des Konstanzer bistams Lütin Schenk. Unter
einrückong der bolle Bonifaz IX. d.d. 1394 mai 7 bekundet er, daß der papst die pfarrkircbe za Nidcr-Helfentswil
(Helfenswil) dem Jodokos Winvelder von Biscbofszell, priester Konstanzer bistams, übertragen bat, nachdem sie
durch den tod des rektors Albert Handelberg erledigt war. Er gebietet unter androbung von strafe, den Jodokos
Winvelder in den besitz der kirche einzuweisen, unter beseitigang des Johann im Gaessli, der sie widerrechtlich
innehat, und des Lütin Schenk. Zeugen: Heinrich Villici von Domheim, priester, und Nikolaus Giering von Rott-
— weil (Rotwil), clericos conjagatas des Konstanzer bistams. Dat et act. Rome apad s.Laarentiam in Damaso in domo
habitacionis nostre ibidem situata 1395, ind. 3., pont Bonifacii IX. a. 6., die vero sabb. 9. mens.octhora nonaram
vel quasi.—Notariatsinstrument des Dietrich Spetzhard, klerikers des Konstanzer bistams:Or.Stiftsarch. St Gallen.
— Wartmann, Ü-B. St Gallen 4,481 nr. 2090. — 1397 dez. 2 verständigt sich Jodokos Weinfelder kh*chherr zn
Nieder*Helfentswil mit janker Lütold Schenk von Landegg über die Verhältnisse seiner pfarrei, darunter auch über
Zahlung der ersten früchte an den biscbof (ebenda s. 542). 7428
— okt. 29^ Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmong einer pfründe auf den kreuzaltar
in der kapelle zu Gorheim, welche Konrad in der Ow mit Zustimmung des grafen Eberhard von Württemberg alz
Patrons und des Berthold Schultheiß von Sigmaringen, kustos zu Stuttgart und kirchherr zu Laiz, gestiftet hat und
beauftragt den dekan des dekanats Meßkirch, den ihm von graf Eberhard präsentierten priester Heinrich Röhlinger
in die gen. pfründe einzuweisen. Dat Const 1395, 4. kal. nov., ind. 3. — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Sig^
maringen); rückseits sparen eines kleinen Siegels. — erw. DiözesanarchSchwaben 1895 s. 9 zu 13931 7429
— dez« 11, Konstanz« Bestätigt mittelst transfix nachfolgende Stiftung: 1395 aug. 13, Fürstenberg; Heinrich
graf von Fürstenberg bringt die Stiftung einer pfründe auf dem Mattergottesaltar in der pfarrkircbe zu Pfohren,
welche der verstorbene Konrad graf von Wartenberg, geb. in der stadt Fürstenberg, gestiftet hat, zur ausführung.
: Das patronatsrecht behalten sich die grafen von Fürstenberg vor. Pflichten und einkünfte des kaplans sind ange-
; geben. Friedrich von ZoUero, Johanniterprior des priorats Deutschland, sowie die Johanniter zu Villingen, denen
gen. pfarrkircbe inkorporiert ist, stimmen zu. Dat. Const. 1395, 3. id. dec., ind. 3. — Or. Karlsruhe (20/127).—
— Monumenta Zollerana 1 nr. 439 nach abschr. Archiv Donauescbingen. *-r erw. Fürstenberger U-B. 2, 365
nr. 559 anm. 1. 7430
— dez. 17« Beringer Burg, Konstanzer domherr, stirbt — MG. Necrol. 1, 295 zu 1395 oder 1396 dez. 17. 7431
1396 jan« 4, Waldsee. Im kloster Waldsee erscheinen vor dem Unterzeichneten notar Johann, abt des klosters
, Roth, einer- und Johann Amann von Kirchberg, kirchherr in Veringen Augsburger bistams, als kommissär des
Eberhard, sohn weiland Wilhelms grafen von Kirchberg, domherren zu Straßbürg und kollektors der apost kammer
in den diOzesen Konstanz, Straßbarg und Basel, anderseits und zeigen alle einkünfte, welche das kloster Roth an¬
läßlich des vom papsie gewährten jubiläums [1395 juli 31] eingenommen hat, von denen die hälfte dem kloster
Roth zur restauration des klosters gehören, die andere hälfte jedoch nach Rom für die basiliken der stadt abgeliefert
werden sollte. Es finden sich nun nach abzug aller kosten für die beichtväter folgende dem kloster zugekommenen
jübiläumsgaben: 2302 ST heller, 146 10 ß Regensburger münze, und 328 floreni de Alemannia. Dieses geld
hinterlegen sie beim kloster Waldsee. Acta sunt hec (1396, ind. 4., pontif. Bonifacii IX. a. 7., die martis 4. mensis
. lanuarii.in opido Waise). — Notariatsinstrument des Sigfried Philipp! von Augsburg: Stuttgart, Staatsarcb.
(KLRoth). — Diese, abrechnuug ist ein wertvoller beitrag zu den jubiläumsablässen; vgl. dazu Jansen; Bonifatius IX.
s. 136ff. .7432
Jan« 5, Rom. Papst Bonifaz IX. gestattet der stadt Yillingen, daß sie von dem Interdikt nicht betroffen werden
* solle, wenn exkommunizierte in die stadt kommen, aber vom rat aasgewiesen werden. Dat Rome apud s. Petrum
non. ianuarii, a. 7. Mod. abschr. Freibuig, Stadtarch. (Ballen und Breven). — vgl. nr. 7444. 743S.
^ jnn« 22, Konstanz. Pfaff Johann von Rast, insiegler dos Konst hofes, und dessen bmder Peter geben ihre zu-
^ ‘ Stimmung, daß ihre muhme Margaret von Rast ihr haus zu Engen an Henslin von Binningen, seßhaft zu Engen,
Burkhard TOn Heuren, Bischof yon Konstanz. 1396. 83
um 32 KoDsi Terkanft hat Geben ze Cost 1396, an dem nächsten aamiztag nach s. Agnesen tag. — Gr. Karls-
rhhe (5 Engen). 7A34
lS96’Jail« Konstanz. Graf Friedrich Ton Zollern, gen.Hüli, herr zu Schalksbnrg (Schalcz-), trägt dem bischof Burk¬
hard sein dorfNeckar-Thailfingen(Talf-) zu lehen auf, nachdem er sein bisheriges mannlehen, die feste zu Brunnen
(Brunna) und die stadt Mühlheim an ritter Eonrad von Weitingen (Witingen) verkauft, und der biscbof diesen mit
jenem leben'belehnt batte. Geben ze Cost 1396, an dem nächsten mäntag nach s. Agnesen tag. — Kopb. 500, 58*;
503,237; 509,189*; 514,114^ Karlsruhe. reg. Monumenta Zollerana 8 nr. 123. 7435
— Jan* 28, Born. Nikolaus de Borellis, päpstl. auditor, tut dem bischof Burkhard und dem klerus von Konst kund,
daß er in der Streitsache zwischen Salem und dem bischof von papst Bonifaz IX. als richter bestellt worden sei.
Abt und konvent von Salem hatten am päpstl. stuhl vorgetragen: seit menscbengedenken besitzt das kloster das
pr&sentationsrecbt der ständigen vikare auf die pfarrkirche zu Pfullingen, während dem bischof das recht der Investitur
Zustände. So hätten es die früheren bischüfe gehalten, ohne die ersten früchte zu fordern. Dagegen fordere bischof
Burkhard, ehe er den neuen vikar einsetze, die ersten früchte oder wenigstens die Obligation zur Zahlung derselben.
Die Parteien einigten sich auf Schiedsrichter: der bischof auf Johann Tenger, das kloster Salem auf den abt von
BütL Gleichwohl ging der Offizial gegen Salem vor und forderte von allen kirchen die ersten früchte, so daß Salem
nach Born zu appellieren sich genötigt sah, um so mehr, da es aus der zeit bischof Heinrichs [vonBrandis] einen zu
* ihren gunsten sprechenden nrteilsspmch vorweisen könne. Am schlösse der supplik war von anderer hand ge¬
schrieben: ,De mandato domini nostri pape audiat magister Nicolaus de Borellis, eitet utpetitur et inhibeatacmandet
episcopo ut petitor et iostitiam faciat‘. Dat. et act. Borne in palacio cansarum apostolico 1396, ind. 4., die 28. mens,
ianuarii, Bonifacii a. 7.—Notariatsinstrument des Theoderich de Altomonte, kleriker Trierer diözese: Karlsruhe (4/400).
— 1397 oki 10 (Konstanz): Johann Mochenwang, propst von St. Felix und Begula in Zürich, von Nikolaus de Borellis
päpstl. auditor delegierter , richter zwischen dem kloster Salem und dem bischof Burkhard von Konsi, zitiert den bischof
auf 18. oki in das Franziskanerkloster zu Überlingen und lädt gleichzeitig als zeugen: Kuno abt von Si Gallen,
Werner abt der Beichenau, Ludwig abt von Einsiedeln, Konrad abt von Stein, Johann abt von Petershausen, Er¬
hard abt zu Kreuzlingen, Johann abt und heilerer zu Wettingen, den abt von Kappel, Gotfried abt von Büti; Eber¬
hard Insiegler kantqr, Johann Traber kaplan und Friedrich Nagel proknrator des Konstanzer domkapitels, und Kon¬
rad Talakrer leutpriester von Si Stephan in Konstanz. Dai Const. 1397, 6 . id. oci, ind. 5 . —Or. Karlsruhe (4/
400). Auf der rückseite die vermerke über die ausführung.—In einer zweiten urkunde desselben werden als zeugen
geladen: die äbte von Kempten, Blaubeuren, Ochsenhausen, Zwiefalten, der heilerer und bruder JohannBlarer kon-
ventual zu Weingarten, die äbte von Bebenhausen, Königsbronn, Both, die pröpste von Marchtal und Waldsee; der
herr von Schlejt, Philipp Hüter und der pleban zu Überlingen alle 3 des Deutschordens; der Herr von Hegi (Hegj),
Ulrich Kühler beide Johanniterordens; Heinrich von Birnau, Ulrich von Magenbuch priester; Heinrich in Tabens¬
weiler (Tabinswiler), Johann in Bnrgweiler, Johann von Bund leutpriester in Altdorf; die leutpriestor von Berg,
Eßlingen und Weildorf (Willdorff); Johann Schlegel prior, Konrad Schiller großkellerer, Johann Sengli subprior,
Hermann Krafft proknrator in Ulm; Dietrich Beinstetter refektionar, Johann Klinitz pitanzier, Heinrich Baltringer,
Johann Bavensburg und Heinrich Keller infirmar, konventualen zu Salem. Or. ebenda. — ausz. codez Salemitanus
3, 417. 7436
— febr* 1, Born. Papst Bonifaz IX. an den abt von Kreuzlingen. Jodocus, abt des klosters Salem, hatte vorge-
tragen: als die abtei durch den tod des abtes Wilhelm erledigt war, gaben sich die mitglieder des kunvents, bevor
sie zur wähl eines neuen abtes schritten, gegenseitig das versprechen, daß der zukünftige abt keine hl, messe mehr
mit mitra oder inful feiern dürfe. Darauf wurde Jodocus einstimmig gewählt und vom papst mit der abtei pro vidiert.
Da ans der einhaltung jenes Versprechens der gottesdienst im kloster abnehme und dem kloster daraus schaden
erwachse, bittet der abt um aufhebung der bestimmung. Der papst gestattet es, falls die äbte vorher wirklich inful
und mitra getragen haben. Dat. Borne apud s. Petrum kal febr., a. 7. ,Sincere devotionis affectus*. Or. Karls¬
ruhe (4/16). Unter dem bug links: Ma. taxe 20 . N, de Fregona, Jo, de Lyne, 9 ; auf dem bug rechts: pro A, de
Gaieta, C, Fabri. Bückseits: B darin n. Bulle an hanf. 7437
— febr. 5, Bom. Papst Bonifaz IX. an den abt und konvent von Salem. Dieselben hatten voigetragen, daß ihnen
die Pfarrkirchen in Leutldrch, Bermatingen, Pfullingen, Schemmerberg (Schamerberg), Sulmingen, Ostrach, Bach-
haupten (Bachhopten), Burgweiler (Burkwiller) und Stainbach, Frankenhofen und Herzogenweiler inkorporiert und
durch ständige vikare versehen worden seien. Da sie aber bei der Präsentation der vikare von dem diözesanbischof
manche beschwemisse auszuhalten hatten, bitten sie gen. pfarrkirchen durch mönche versehen zu können. Der papst
gestattet es unter Vorbehalt der Zahlung bischöfl. rechte. Dat Borne apud s. Petrum non. febr., a. 7. ,Sincere devo¬
tionis affectus*. — Or. Karlsruhe (4/49); unter dem bug links; No, taxe 200 . iS', de Aquüa, Jo, de Callel/ariis, 9 ;
auf dem bug rechts: Jo, Neger, y^, Bückseits B darin n. Beim umbug: C, .Fabri. — reg. Codex Salemitamus 3,
398 . _ vgl. nr. 7436. . . 7438
11 *
84
Burkhard Ton Hewen, Bischof Ton Konstanz. 1396.
9
1396 febr. 15^ BonL Päpst Bonifaz IX. an die dekane Ton Spdier and St Peter za Basel sowie an den scholaster
von St. Peter za Strafibarg: der Jobanniterprior in Deatschland trog Tor, daß die Johanniter aof alle kirchen ihres
patronates dem diözesanbischof jeweils geeignete personen präsentierten, der sie ohne widersprach investierte. Bi¬
schof Barkhard dagegen verlange das ganz nene and unerhörte, daß jeder zuerst die annaten za bezahlen habe and
bestehe darauf, obwohl der papst dem bischof jede unerlaubte bedröckung der Johanniter verboten habe. Die adres-
saten werden beanftragt, gegen den bischof nötigenfalls mit kirchlichen strafen einzoschreiten. Dat. Borne apod s.
Petnun 15. kal. martii, a. 7 . ,Jastis et honestis^ — Or. Karlsruhe (20/19). Unter dem bng links: Mar. taxe 50.
N. de Fregona, Jo. de Lgne; rechts unter dem bng: P.de Boeeo; auf dem bog: iVo Jo.deSidmona. Je.de Feren^
. tino ^ Rückseits R. darin n., dann scripta, weiterhin Baß, — vgL ZGORh. NP. 25 (1910) 163. — Kopb. 671,
112 * Karlsruhe. — vgL nr. 7436. 74M
— febr* 22* Bürgermeister und rat za Lentkirch auf der beide bitten bischof Barkhard bezw. dessen generalvikar
in spir. um bcstätigung der Stiftung einer ewigen messe auf den Mattergottesaltar in der Martinskirche za Leat-
kirch, welche durch den verstorbenen Eonrad Iter gestiftet wurde. Pflichten und einkommen des kaplans sind aof-
gefuhri Geben am nechsten zinstag vor s. Mathias tag des hL zwelfbotten 1396. — Abschr. von 1439 sept 21
Leutkircb, Stadtarch. — Abschr. (l 6 . jh«) Bottenboig, Ordinariat. — reg. Stuttgart, Staatsarch. nach Eopb. Stams
113. 7440
— febr. 22^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofi Barkhard beanftragt den dekan des dekanats Wil,
den priester Johann Schafifhoser, der ihm durch br. Ulrich von Tettingen, Johanniterkomtar von Tobel, präsentiert
war, in die ständige vikarie der phirrkirche in Wnppenaa (kt Thurgau) einzuweisen, welche durch den tod dos prie-
. sters Johann Ammann vakant war; die pfarrei ist zor Zahlung der ersten fruchte an den bischof verpflichtet Dat.
CoDSt 1396, 8 . kaL martii, ind. 4. — Or. Wuppenau, P&rrarch.; rückseits sparen eines roten ringsiegols. — aosz.
Kuhn, Thurgovia sacra 1,167. 7441
— febr. 26^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt nachfolgende Stiftung: 1396 jan. 29. Bürgermeister
und rat zu Lentkirch auf der beide bitten den bischof bezw. dessen generalvikar um bestätigung der Stiftung
einer ewigen messe auf den KiUansaltar in der St Martinspfarrkirche zu Lentkirch, welche durch die gemeinde da¬
selbst erfolgt war. Geben am nechsten sambstag vor u. L frowen tag zu der liechtmes 1396. — Dat Const 1396,
5. kaL marcii, ind. 4. — Abschr. Lentkirch, Stadtarch. — Abschr. der stiftungsarkande (l 6 - jh.) Bottenbarg, Or¬
dinariat — VgL nr. 7440. 7448
— mSrz 8 . Anna Kjferin und Margareta von Bechberg, Schwestern und töchter weiland Ulrich Schweiber ritters,
stiften und bewidmen eine pfründe in der St Martinspfarrkirche zu Oberlenningen (Oberlendingen) zu ehren der
Mattergottes mit Zustimmung des grafen Eberhard von Württemberg und des Johann von lugstetten, kirchherra za
O. , und bitten den bischof Burkhard um beslAtigang. Dat 1396, feria 6 . post festum s. Mathio ap. — Or. Stutt¬
gart, Staatsarch. (Kirchheim G. Y.). — Die bischöfliche bestätigung erfolgte 1414 jan. 20 . 744S
— märz 14, Konstanz. Bekundet daß er die eingeschaltete bulle des papstes Bonifaz’ lX.d.d.Rom. 1396 jan.
5 (apud. s. Petrum, non. ian., a. 7), betr. den aufenthalt exkommunizierter adeliger in Villingen, empfangen und ge¬
lesen habe. Dat Const 1396, 2 . id. roarc. — Or. Villingen, Stadtarch. — Die einger. bulle findet sich im ausznge,
doch mit falschem datum Fürstenberger U-B. 5,259 nr. 289. — vgL nr. 7433. 7444
— märz 20. Zahlt an der apost kammer durch Erhard Naslos als teil seines servicium communo 29 fl. 46 soL
3 den., und als servicium minutum 3 fl. 7 soL 6 den« — Mod. abschr. (Obi. 59,63 Born). 7445
— märz 27. Propst Gerung von Churwaldeo wird von abt Johann von Both, abt Gottfried von Büti, den prÖpsten
von Schussenried und Marchtal dem bischof Barkhard auf die abtei Weißenau zur weihe präsentiert Act. 6 . kaL
apr. 1396. — Hist Minor, p. 68 . — erw. Stadelhofer, Hist. ColL Both. 1,106 (notiz im material). 7446
— april 5, Born. Papst Bonifaz IX. ernennt die bischöfe von Konstanz, Basel und Straßburg zu konservatoren des
klosters Allerheiligen in Wittichen vom 3. Orden des hl. Franziskas de penitentia genannt Dat Borne apud s. Pe¬
trum non. apr., a. 7. «Militant! ecclesie*. — Or. Donaueschingen (Wittichen A. 1 . 3.); unter dem bng links: 9 ;
rechts auf dem bog: Gratis de mandato domini nostripape. Eckardua. Rückseits R darin n.; bei dom bug: /Ve-
sentetur domino Jacobo Twinger(?); rechts: T. Fabri. — ausz. Fürstenberger Ü-B. 6,121 nr. 68 note 3. 7447
— april 19, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Barkhard bestätigt mittelst transflx die Inkorpora¬
tion der Pfarrkirche Möhringen [1395 märz 25] an das spital zu Eßlingen und beauftragt den dekan [Konrad Y&a-
seler], den Heinrich Eßlinger, der ihm von den spitalmeistern nach dem am 14. märz erfolgten tode des seitherigen
kirchherm Eberliard [von Randeck] d.d. 1396 april 13 präsentiert worden war, als ständigen vikar von Möhringen
einzuweison. Dat. Const. 1396, 13. kal. maii. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Eßlingen); rückseits spuren eines ring-
Siegels. — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1745. 74&
Bnrkhard Ton Hewen, Bischof tob Konstanz. 1396.
85
1896 april 29^ Konstanz. Der generalTihar in spir. biscliof Barhhards bestätigt mittelst transflx, daß Walter RdDing,
Bchnlthdß, nnd mehrere gen. bürger za Plattenhardt eine meßpfrfinde in der kapelle za PI., za ehren der gottes¬
matter, der hl. Lakas, Markas asw. d. d. 1394 sept. 20 stifteten. Eberhard graf von Wärttemberg hatte daza seine
zastimmang gegeben. Dat Const 1396, 3. kal. maii, ind. 4. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Stattgart, Stift). 7449
— mai 24, Konstanz. Bekandet, daß Johann von Heidelberg darch arkanden nachgewiesen habe: 1. daß ihm
nnd seiner gemahlin Ursala, tochter des weil. Badolf Keßler, seit weil, bischof Heinrich die feste Schßnenberg am
1200 galden versetzt ist; 2 . bischof Nikolaas 227 galden von ihnen aaf jene pfandschaft aafgenommen hat;
3 . weil, bischof Heinrich wegen baolicher anlage aaf der feste die pfandsamme am 50 fl. erhöhte; 4. ebenderselbe dem
Johann wie seinem brader Albrecht wegen baolicher anlagen and ihrer dienste weitere 70 pfd. heller aaf denpfand-
schilling schlag. Johann von Heidelberg and seine gemahlin verzichten za gnnsten des hochstifts aaf alle aas den
verpfändangsverträgen rührende gerechtsame, erwirken aber die einiAamang der feste SchOnenberg samt zobehOr
za leibgeding, erst nach dem tode beider fällt sie an das bistam zarück. Aasgeschlossen bleibt die mahle im dorfe
SchOnenberg, die aach fürderhin vererbbares eigentam Johanns von Heidelberg and seiner gemahlin sein soll. Dom¬
dekan and domkapitel stimmen za. Ze Cost. geben 1396, an s. Urbans aabent im maigen. — Einger. in den revers
des Johann von Heidelberg and dessen fraa Ursala Keßler d. d. 1396 mai 25 (Ze Cost geben 1396 an s. Urbäns
tag im mayen): Kopb. 500, 283^ Karlsrahe. 7450
— jani 1. Mag. Franz Morer, Konstanzer domherr, sürbt nnd wird vor dem St. Jodokasaltar im dorne za Konst
begraben. — MG. Necrol. 1 , 289. 7451
— jnni 1« Johann Salman, kaplan von St Leonhard außerhalb der maaem von Zürich, proenrator inriam episcopa-
liam, commissarios bischof Barkhards, hebt die prozesse desselben gegen die concabinarii anter dem kleros von diO-
zese and stadt Konst, aaf and beauftragt das dekanat Zürich dies zu publizieren. Dat 1396, prima die mens, ionii,
ind. 4. — Or. Zürich, Stadtbibi.: lindiner 16°, (899) (notiz im material). 7452
— Juni 3, Beerenberg. Heinrich, bischof von Thermopylä (provinz Athen), generalvikar in pont des bischofs
Burkhard, weiht einen altar super cancellis des klosters Marienzell auf dem Beerenberg bei Winterthur za ehren des
hl. kreuzes and des hl. Michael; anter den eingeschlossenen reliquien befindet sich ein Stückchen vom hl. kreaz, ein
teil der ,palla corporalis saper quod casa stillaverat sacramentum sangainis Jhesu Christi in altari, de lapide altaris
qnod sanctus Michahel archangelos in monte Gargano met (so!) creditar consecrasse et de palla ipsius altaris in eo
inventa celitas allata^ Er setzt den weihetag aaf sonntag nach kreozerfindang fest and erteilt an gen. tagen für be¬
stimmte andachtsübungen darunter für beten des englischen großes beim morgen- and abendläuten 40 tage bezw.
1 jahr ablaß. Dat. et aci (1396, 3. die mens, junii), ind. 4. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 16 nr. 211 ); schün
erhaltenes Siegel des weihbischofs. 7458
— juni 13, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die Stiftung einer messe auf den Katharinenaltar in der Pfarr¬
kirche Gossau, welche durch den dortigen kirchherm Ulrich Burgauer, priester, d. d.l395 nov. 26 erfolgt war, und
um deren bestätigung der gen. kirchherr den bischof d. d. 1396 jan. 17 (nicht 27!) gebeten hatte. Dat. Const.
1396, id. ionii, ind. 4. — erw. Wartmann, U-B. St Gallen 4, 492. — reg. GFrßOrte. 4, 203. — übers. Buggle,
Geschichte der pfarrgemeinde Gossaa 82f. 7454
— Jnni 22, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Burkhard beauftragt den dekan des dekanats in Ger¬
tringen, den priester Albrecht Busch, der ihm vom abt Peter von Bebenhausen d. d. 1396 april 18 präsentiert
worden war, auf den Mattergottesaltar im chore der kapelle za Maaren, welcher durch tod des Konrad Ber von Holz¬
gerlingen erledigt ist, einzaweisen. Dat Const 1396, 10 . kaL iolii, ind. 4. — Abschr. Stuttgart, Staatsarch. (Hüb¬
lingen). — Bepertoiium Böbl. s. 47 ebenda. 7455
— jnni 26. Bestätigt mittelst transfix die stifkong einer pfründe and eines jahrtages im kloster Neidingen durch
den grafen Heinrich von Fürstenberg zam gedächtnis seiner verstorbenen gemahlin Adelheid von Hohenlohe d. d.
1396 april 4. — Fürstenberger U-B. 3,368 nach or. Donaaeschingen. — erw. ZGOBh. 26,11 anm. 1 . 7456
— Juli 4, Born. Papst Bonifaz IX. an den propst von Zürichberg, in Sachen der beschwerde des Badolf gen. Bruno
g^en die abtei Zürich. Dat Borne apad s. Petrum 4 . non. iulii, a. 7 . »Conquestus est nobisc. — Einger. in die
aosführangsballe des propstes d. d. 1396 okt 4 (4. non. oct) mit aosführongsvermerken auf der rückseite. — Or.
Zürich, Staatsarch. 7457
— Juli 10^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Burkhard bestätigt mittelst transfix die Stiftung und
bewidmung einer messe in der pfarrkirche za Ulm durch Fritz Sallwürcht, bürger daselbst, d. d. 1396 Juni 3. Der
Stifter verleiht den altar dem erbaren'»schüler« Jos Bitterbach, der versprochen hat, in Jahresfrist priester za wer¬
den. Das präsentationsrecht steht dem Stifter, nach dessen tod dem bürgermeister und rat der stadt Ulm zu. Dat
Const 1396, 6 . id. iulii, ind. 4. — Or. Ulm, Stadtarch.; rückseits oben sparen eines ringsiegeis. — reg. Bazing-
Yeesenmeyer nr- 69. — erw. ZGOBh. NF. 20 (l905) 589. 7458
80
Burkhard yon Uewen, Bischof yon Konstanz. 1396.
1396 a^. 3^ Konstanz« Bestätigt die ihm von den fabiikspflegerli der Pfarrkirche in Steinen Torgelegten nr-
knnden, worin Baphael ep. Archadien. tind 15 andere hischöfe d. d. Avignon 1361 mai 18 und bischof Heinrich
von Konstanz d. d. Konst. 1361 okt. 22 der pfarrkirche in Steinen ablaß erteilen. Der anssteller fdgt einen ablaß
von 4Ö tagen hinzu. Dai Const. 1396, 3. non. ang., ind. 4. — Or. Steinen, Kirchenarch. — erw. GFrSOrte. 30,
314note.l. 7459
— ang. Konstanz« Gibt den kirchherren, lentpriestem nnd vizeplebanen der kirche in Schwiz, Steinen, Art
nnd Mnotathal im interesse ihrer nntergebenen und znr nnterstätznng der kirchenfabrik von Steinen aof 1 jahr die
erlanbnis, ihre untergebenen, welche in dem vergangenen kriege geraubt haben oder im besitze ungerechten gutes
sind, zu absolvieren, mit der auf läge der restitution, sofern sie möglich ist; wenn nicht, der Schenkung an die kir¬
chenfabrik in Steinen. Dat. Const. 1396, 2. non. aug., ind. 4. — Or. Steinen, Kirchenarch. 7460
— ang« 8 , Konstanz« Gibt eine beglaubigte abschrift der beiden urkunden des kardinals Philipp von Aien^on
(de Alenconio), Patriarchen von Alexandria, d. d. 1387 sepi 21 und 29, armenspital zu Luzern betreffend. Dai
et aci Const. 1396, 6. id. aug., ind. 4. — Or. Stadtarch. Luzern. — vgl. nr. 7086. 7088. 7461
— ang« IO 9 Buchs. Br. Heinrich, bischof von Thermopylä, weihbischof des bischofs Burkhard, verleiht der kapelle
in Beggenried, tochterkirche zn Buchs, welche zu ehren des hL Heinrich geweiht ist, auf den kirchweihtag, den er
auf das fest des hL Heinrich (juli 13) verlegt, und auf andere gen. tage 40 tage bezw. 1 jähr ablaß. Außerdem be¬
stätigt er kraft Vollmacht des bischof Burkhard die ablässe, welche Mher bischof Rudolf der kapelle verliehen hat
Dat et act in Buchs 1396, 10. die mens, augusti, ind. 13. — GFrSOrte. 46, 145 nach Or. Kirchenarch. Beggen¬
ried. 7462
— ang. 25^ Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster Isny die pfarrkirche St Nikolaus in Isny nnd die
in Priesenhofen. Datum Rome 8. kal. sept, a. 7. — Kopie ans den Prozeßakten zwischen bistom Konstanz und
Reichsstadt Isny (Repertorium Reichsstadt Isny S. 112): Stuttgart Staatsarch. 7463
— sept. 6 , Konstanz. Der ofßzial des Konst hofes entscheidet in einer klagesache des stiftes Bischofszell, ver¬
treten durch Johann von Breisach, notar, gegen Hugo Bilgrim, edelknecht, wegen widerrechtlichen entzugs des zur
pfarrei Bischofszell gehörenden kleinzehnten dahin, daß der gen. Hugo den klägem allen schaden zu erstatten habe.
Lecta et lata est hec sententia diffinitiva Const 1396, feria 4. ante fest Nativitatis Marie, ind. 4. — Or. Frauen-
feld, Kantonsarch. (Bischofszell 82). * 7464
-r— okt« 27. Tauscht leibeigene mit dem spital zn Schaff hausen, welches vertreten ist durch den spitalmeister Hans
von Schlatt nnd die spitalpfleger Hans den Hun gen. von Beringen und Hans Link. Geben 1396, an s.Symons und
s. Judas anbent der hL zwölfbotten. — Or. Schaffhansen, Stadtarch. — reg. Urkundenregister fär den kanton
Schaffhansen nr. 1334. 7466
— nOY« 13« Johannes de Borsnitz, decr. dr., dekan der hl. Krenzkirche zn Breslau, päpstL kaplan und delegierter
auditor causamm, teilt dem bischof und dem gesamten klerns der diOzese Konstanz mit daß ihn Bonifaz IX. ln der
Streitsache zwischen dem kloster Salem und br. Johann Wiß, konventual zn Salem und Sachwalter^ der pfarrkirche
zn Lentkirch, einerseits nnd dem priester Konstanzer diö/.ese Eberhard Bißwarm anderseits als auditor bestellt habe.
Das kloster Salem hatte durch seinen Sachwalter Nikolaus Liibich eine bittschrift dem papste vorgelegt. Am Schluß
dieser ,supplicacionis cedula* war von anderer, der schrift nach ganz verschiedener hand geschrieben: ,de mandato
domini nostri pape audiat magister Johannes de Borsnitz, eitet ut petitur, et iustitiam faciat*. Dat. et act. Rome in
palatio causamm apostolico, ubi iura reddi solent 1396, ind. 4., 13. mens.nov. — Notariatsinstrument des Pader-
bomer klerikers Johannes Meiner: Karlsruhe (4/202). Zitation des Eberhard Bißwurm d. d. 1396 nov. 8 ebenda.
Der streit dreht sich wohl um die versehung der pfarrei Lentkirch durch einen mOnch oder weltpriester. — vgl.
nr. 7438. 7466
— nOT« 28, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischof Burkhards bestätigt mittelst transfiz die Stiftung nnd
bewidmung des St. Leonhardsaltares in der kapelle außerhalb der mauern von Biberach durch bürgermeister nnd
rat daselbst d. d. 1396 okt 13 (fer. 6. ante festum s. Galli) mit Zustimmung des Johann Sitze, vicarins incuratus
der pfarrkirche Biberach. Dai Const 1396, 4« kal. dec., ind. 4. — Or. Biberach, Kirchenpflege; die hanpturknnde
ist nur noch in einem notariatsinstr. d. d. 1453 jan. 18 erhalten. 7467
— dez« 10, Freibnrg. Leopold herzog von Österreich bittet auf grnnd der ersten bitten um anfbahme einer tochtor
des Walter von Munzingen, welche dieser wählen will, in das kloster GflnterstaL Geben ze Friburg in Brisgow an
. snntag nach s. Niclas tag 1396. — Or. Karlsruhe (23/5). Rückseite: Nes von Muntzingen pfhründ. 7468
— dez« 18« Hug Ströli, bflrger zn Konst, verkauft an Albrecht Blarer d. ältem, bdrgor zn Konstanz, um 300 i(
heller den komzehuten zn Bohlingen (Bollingen), ein lohen des bistums, nnd läßt das leben vor bischof Burkhard
auf. Geben 1396, an dem nächsten mäntag vor s. Thomas tag des zwelffbottou. — Or. Karlsruhe (6/34). 7469
Barkhard yon Hewen, Bischof yon Konstanz. 1B96—1397. 8Ü
li96 dez. 21^ Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster Alpirsbach die kirchen zu Domhan (Dorähain) näd
WaldmOssiDgen (Messingen) mit eink&nften nicht über 45 m.s., während die des klosters 80 ro. s. nicht übersteigen.
Dat Borne apnd s. Petrum 12 . kal. iannarii, a. 8 . »Exigit vestre devocionis«. — Or. Stuttgart, Staatweh. (Kl.
Alpirsbach); unter dem bug links: Ja. taze 40. Ja, de Papia. L, de Forlis, Rechts: P. de Bosco; auf dem bug
rechts: pro P. Praest (auf rasur) A. de Righa jjj.; rückseits B darin n. 7470
— des« 29^ Konstanz« Setzt, um für die Zukunft alle zweifei zu zerstören, als tag der wmhe der Si Jakobs-
kapeUe im domherrenhof nahe dem Schottentor, den zur zeit der bepfründete domherr Johann gen. Rjs bewohnt,
den tag der circumcisio Domini (jan. l) fest. Dat. Const. 1397, 4 . kal. ian., ind. 5 . — Or. Karlsruhe (5 Konst.
Kirchenordnung); rückseits oben spuren eines ringsiegeis. — Kopb. 491 (305) nr. 41 Karlsruhe. 7471
1S97 Jan« 4, Konstanz. Belehnt den ritter Eglolf Ton Rorschach und dessen gemahlin Klara ron Buchenstein
geh. Ton Sulzberg mit zwei höfen, gen. Ober- und Nieder-Buchberg, desgl. der hälfte der yogtei des hofes Hom bei
Arbon, wie diese und andere leben weil. Rudolf yon Sulzberg besessen hat Ausgenommen bleiben die halbe' yogtei
des hofes Hom und die leben, welche der Katharina yon Beifenberg (Riffenberg) und ihren kindera gehören. Geben
ze Cost. uf unser pfalletz an dem nächsten donstag yor dem zwölftag zu wienechten 1397. — Wartnuuin, U-B.
Si Gallen 4,521 nr. 2121 . 7472
— Jan. 19^ Konstanz. Rudolf Tettikover, thesanrar der Konstanzer kirche und archidiakon im Thurgau, bescheinigt,
yon Burkhard gen. Knobloch, kammerer des dekanats St. Gallen, an konsolationen und bannalia aus* jenem dekanat
for das jahr 1396 achtzehn U Konst. ^ erhalten zu haben. Dai Consi 1397, fer. 6 . post f. s. Hilarii ep., ind. 5.
— Wartmann, U-B. Si Gallon 4, 523 nr. 2123. 7478
— Jan« 30^ Konstanz. Dompropsi domdekan und domkapitel des domes geben dem . Buschmann Geiler, bürger zu
Colmar, yoUe gewalt .zum einzng der nutzen, die an den dompröpsteihof zu Colmar gehören. Ze Cosi geben IS97,
an dem nächsten zinstag yor u. frowen tag ze der liehtmisso. — Or. l^rlsruhe (5 Colmar); es hängt das sekret¬
siegel des domkapitels. 7474
— febr. 19, Konstanz. Gestattet der priorin und den Schwestern zu Oberadorf, unter der leitnng der Prediger¬
brüder, daß sie yon einem über die Stadt durch ihn, den yikar oder offizial yerhäng^n interdikt nicht betroffen sein
sollten. Dai Consi 1397, 11 . kal. marcii, ind. 6 .— Or. Stuttgart, Stäatsarch. (Oberndorf); rückseits oben spuren
eines ringsiegeis. . 7475
**— febr. 23. Zahlt an der apost. kammer einen teil seines senricium commune im betrag yon 21 fl. 38 sol. 6 den.
und einen obolus und als serricium minutum 2 fl. 14 sol. 6. den. und einen obolus. — Mod. abschr. (Obi. 51, 100 ^
Rom). , * 7476
— febr. 26, Konstanz. Der generalrikar in spir. des bischofs Burkhard beauftragt den dekan des dekanats Ewa-
ting^n (Egbotingen), den kleriker Johann Brümsi, sohn des Heinrich Brümsi, sonst Gebur von Schaf(haus‘en, edel-
knechts, den der gen. Heinrich präsentiert hatte, in die pfarrei Lausheim einzuweisen. Dieselbe ist durch yerzicht
des Johann Widler yon Kaiserstuhl erledigt. Dai Const. 1397, 4 . marcii, ind. 5. — Or. Karlsruhe .(Si; Bla¬
sien) ; rückseits oben spuren eines ringsiegeis. 7477
— april 80, Konstanz« Begibt sich mit Zustimmung des domkapitels und auf bitten der brüder Heinrich und
Heinrich Rudolf yon Randegg der lehnsherrlichkeit über den Frankenhof zu BoUingen und eignet ihn dem kloster
Münsterlingen, das den hof gekauft hai Consi 1397, in profesto s. Walpurgis. — reg. Reimann, Arch. Münster-
lingensis documenta, Stiftsarch. Einsiedeln. — Thurg. Beifr. 21,84 nr. 204 =nr. 207. 7478
^— mai 2, Konstanz« Gibt als lehensherr seine Zustimmung zu der yerpfändung der feste Güttingen gen. Moos-
bnrg, welche Eglolf von Breitenlandenberg ap Elisabeth geh. von Randegg, Heinrichs yon Randegg Schwester und
ehefran seines sohnes Albrecht von Landenberg, um 1000 fl. zugebrachtes heiratsgut und 400 fl. morgengabe yer-
setzt hai Der bischof belehnt damit die gen. Elisabeth yon Landenberg geb. yonRande^. ZeCosi geben 1-397, an
der nächsten mittwochen nach s. Walpurg tag ze ingandem maigen. — Or. Frauenfeld, Kantonsareb. (Meersbnrg).
Die ausfertigung der yerschreibung yor dem stadtammann zu Konsi erfolgte 1397 mai 1 (Ör. ebenda). — erw. ^pi-
kofer, Thurg..Urkk. I, 112 nr. 69; Rueger, Chrön. Schaffhausen 2 , 909 note 9 . —reg. GFfSOrte. 4, 20‘4.— ygl.
. Diener, Hans Landenbeig im mittelalter 124. 7479
mai 10, Konstanz. Der generalyikar in spir. bischof Burkhards bestätigt mittelst transflx die Stiftung und bewid-
hiung zweier meßpfründen zu ehren der Muttergottes, der hl. Dorothea, Barbara usw, in der kollegiatkirche zu Stutt¬
gart durch weil Elisabeth yon Hennebeig, zu .welcher graf Eberhard yon Württemberg d. d. 1397 april 10 8 (^e
. Zustimmung gab. Dai Consi 1397, 6 . id. maii, ind. 5 . — Or. Stuttgart, Staatsm-ch. (Stuttgart Stift); rückseits
ipuren eines ringsiegeis. 7480
Burkhard Ton Bewen, Bischof yon Konstanz,
1397 mai 11, Konstanz. Gibt den Minoriten eine beglaubigte abschrift der bolle des papstes Bonifaz IX. d. d.
1395 sepi 13> wodorcli die konstitation Johanns XXHI. >?as electionis« bestätigt wurde, und schärft ihre beobadi«
tung ein. Dat Consi 1397t 5. id. maii, ind. 5. — Or. Staatsarch. Luzern (Franz. IIL 95). . 7481
— mal 13^ Konstanz. Weist den anspruch des Hermann yon Breitenlandenberg und seiner tochter Ursula Paj-
erin auf das belehnungsrecht der von Rudolf von Solzberg im hofe Horn bei Arbon hinterlassenen guter zurück.
Das belehnungsrecht soll vielmehr, jeweils zu ihrem teil, dem ritter Eglolf von Rorschach und seiner gemahlin
Klara von Buchenstem wie der Katharina von Solzberg geb. von Reifenberg zustehen. Ze Cost geben 1397, an dem
nächsten sontag vor mittem maien. — Wartmann, Ü-B. St. Gallen 4, 526 nr. 2128, wo die bemerkcmg über das
datum zu vergleichen ist. — ygl. 1397 jan. 4 nr. 7472. 7482
— mai 30^ Konstanz. Der ofüzial des Konst hofes entscheidet in einer Streitsache zwischen Konrad Schmid kirch*
herr zn Kappeil bei Buchau, Nikolaus TroUer kirchherr in Blaobeoren, Burkhard Bill kirchherr in Schfinbeig*,
Heinrich Seiler frühmesser in Überlingen, Berchtold Rot priester als klSger einer-, und priester Johann von Lochen,
kirchherm von St Stephan zu Lindau, als beklagten anderseits dahin, daß letzterer den klägem allen schaden er*
setzen müsse,, den sie infolge des Vorgehens der röm. kammer gegen sie erlitten haben. Die kläger hatten sich
im mai 1391 auf bitten des Nikolaus Troller, ehemals Sachwalter des angeklagten, für den gen. kirchherrn gegen¬
über mag. Johann Bebelnheim, prokurator an der rOm. kurie, zur Zahlung von 55 goldgulden verpflichtet; da der
Zahltermin längst abgelaufen war, ließ mag. Johann Bebelnheim die kläger durch Franciscus de Martacello, decr«.
dr. päpstl. kaplan und kammerer und generalauditor in Sachen der apost. kammer, die kläger mit kirchlichen strafen
• belegen und die fruchte ihrer benefizien sequestrieren. Da der beklagte ihnen gegenüber sich zur schadloshaltimg
verpflichtete, verlangen sie nunmehr dieselbe, worauf der offizial zu ihren gunsten entschied. Lecta et lata est hec
sententia diffinitiva Const 1397, 3. kal. iunii, ind. 5. — Or. München, Reichsarch. (Lindau, Stadt); siege! des Of¬
fizials gut erhalten; rückseits oben spuren eines roten ringsiegeis. 748S
— Juni 5, Konstanz. Bestätigt mit einwillignng des domdekans und des domkapitels die Übertragung des phmd-
b^itzes an der quart der Mrche zu Steinmauer, die um 50 m. s. Konst, gew. dem ritter Johann von Bonstetten ver¬
pfändet und an dessen sohn Johann übergegangen war, durch letzteren an Ulrich von Landenberg von Greifensee.
Er bestimmt, daß die einkünfte des ganzen Jahres dem hochstift Zufällen, wenn dies vor St. Johannestag seine
schuld tigt, sonst aber dem pfandbesitzer. Geben ze Cosi 1397, an dem nächsten zinstag vor dem heiL pfingstag.
— Kopb. AA, 117 Erzbisch. Arch. Freiburg. 74M
— Juni 6^ Konstanz. Genehmigt mit einwilUgung des domdekans und des domkapitels, daß Ulrich von Landen¬
berg von Greifensee die ihm vom hochstift verpfändete quart der kirche zu Steinmauer für Ulrich Menidorff von
Zürich zu lebenslänglichem leibgedinge (in liptinges wyse uff einen aingen lib und nit furbas) bestellt hat Geben
ze Cost 1397, an der nächsten mittwochen vor dem hL pflngstag.— Eingerückt in den revers des Ulrich von Lin¬
denberg von Greifensee vom gleichen tage: Kopb. A A, 117 Erzbisch. Arch. Freiburg L B. 7485
— Juni 13^ Rom. Papst Bonifaz IX. beauftragt den bischof von Konstanz, den dekan von St Verena zn Zorzich
und den thesaurar von St Felix und Regula in Zürich, den Rudolf Hüsli von Zürich in dis pfarrei Tuggen einzn-
weisen, da sie dem gen. Rudolf nach entfemung (amotio) des Georg Keller päpstlicherseits zngespiochen wurde.
Dat Rome apud s. Petrum id. innii, a. 8.— Ausführung d d. 1397 aug. 18 durch Diethelm, thesaurar von Züriclu
— reg. Mohr, Schweiz.Regg. (v. Pfävers) 1, 11, 332; Huber, Urk. von Zurzach 428. — vgL Casutt, Tuggen 28.
7486
— Juni .16^ Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Burkhards bestätigt mittelst transflz die Stiftung und bewid-
mung einer meßpfründe in die Marienkapelle zu Tachenhausen innerhalb der pfarrgrenzen von Nürtingen gelegen»
durch Marquard und Otto Swelher d. d. 1397 (ohne monat), wozu Konrad Zütelniann, kirchherr zu Nürtingen, seine
Zustimmung gab, und beauftragt den dekan des dekanats Nürtingen, den priester Ulrich Runtzmann als ersten kaplan
in die kaplanei einzuweisen. Dat Const 1397, 17. kal. iulii, ind. 5. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Nürtingen Q.
V.). 7487
— jnni 18^ Konstanz. Vidimiert die urkunde des papstes Bonifaz IX. d. d. Rom 1395 febr. 1 (nr. 7403) für die
Stadt RottWeiL Dat Const 14. kaL iulii, ind. 5. — reg. Urkb. Rottweil nr. 593 nach or. Stadtarch. Bottweil. —
— reg. ZGORh. 30, 189 nr. 68 zu Juni 16. — Glatz, Regg. von Rottweil 57. 7488
— Juli 13, Konstanz« Verpfändet um 1350 pfd. heller das ammannamt zn Konstanz an Heinrich Ehinger, den
sohn Gebhards. Von bischof Heinrich war es um die nämliche summe an weil. Ulrich Habich versetzt worden.
Dieser aber hatte es noch bei seinen lebzeiten für seinen und seiner gemahlin Adelheid enkel, seiner tochter weil.
Katharina und des Gebhard Ehinger sohn, den genannten Heinrich Ehinger bestimmt Domdekan und domkapitel
willigen ein. — Geben zu Cost 1397 an dem nächsten fritag vor s. Margarethen tag. — Einger. in den revers des
Heinrich Ehinger d. d. 1397 jnli 19 (Geben ze Cost 1397, an dem nächsten donstag vor s. Jacobs tag des hU
zwölf betten): Kopb. 500, 119* Karlsruhe. 7jl89
Burkliard ton Hewen, Bisckof Ton Konstanz. 1307
89
1397 Jnli 14, Konstanz. Best&tigt mittelst transfix nachfolgende urkunde:
1397 jnli 11. Johann abt und der konvent des klosters 8t Georgen auf dom Schwarzwald tun dem b. Burkhard
- kund: Graf Friedrich von Zollern auf der Schalksburg hat dem br. Konrad und den übrigen brfidern die klause
Wannental geschenkt, die bruder eine kapelle errichtet und weihen lassen. Darauf befreite sie das kloster St Georgen^
dem das patronatsrecht zosteht, von der pfarrei Därrwangen mit Zustimmung des dortigen kirchherrn Berthold
unter der bedingung, daß sie jährlich Vs ^ wachs und den großzehntoh an die gen. pfarrkirche liefern. Dat in mo-
.nasterio supratacto 1397, ß. id. iulii, ind. 5. B. .
Dat Const 1397, 2. id. iulii, ind. 5. — Or. Sigmaringen^ Fürstl. Hausarch. (Sigmaringen). — Monumenta Zol-
lerana 1 nr. 445. — erw. Petrus, Suevia eccl. 856. 866; FreibDiözesanarch. 16, 267; GFrßOrte. 4, 204. —
Miehaele, Gollectio Scriptorum V, 2,288. — MVGHohenzollem 21, 12.. 7490
— Juli 18, Hirsau. Wighard abt und der konvent von Hirsau bekunden, daß ihnen durch den päpstl. stuhl die pfarr¬
kirche zu Deckenpfronn (Deckenphrün) inkorporiert und dies durch bischof Burkhard mit einwilligung des dom-
dekans und domkapitels bestätigt worden ist Sie verpflichten sich bei eintrotendervakatur zur jedesmaligen Zahlung
der ersten fruchte sowie der übrigen auflagen, wie consolationes, banales und andere bischöfl. und archidiakonalo
rechte. Dat in monasterio nostro 1397, fer. 4. proz. post divisionem apostolorum. — Or. Freiburg, Enb. Arch.—
Kopb. AA, 429; F, 36. ebenda. — vgl. 1395 jnli 6 und 1397 ang. 27. . 7491
— Jnli 20, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Burkhard bestätigt mittelst transfix die Stiftung einer ewigen
messe in der St Michaelskapelle auf dem beinhaus zu Lindau, in der St Stepbanspfarrci gelegen, welche d.d. 1396
febr. 24 (Geben ze lindow an sant Mathyas abent des hl. zwelfhotten 1396) durch Rudolf.Maiger und dessen ehe-
frau Anna zu ehren ihres verstorbenen sohnes Johann mit Zustimmung der äbtissin Klara des klosters von Lindau,
des Johann von Lochen, kirchherrn zu St Stephan daselbst, und des bürgermeisters und rates der stadt erfolgt ist
Die bestimmungen für den kaplan und das einkommen sind im Stiftungsbrief aufgeführt Dat Const 1397,13.kal.
ang., ind. 5. — Or. München, Beichsarch. (Lindau, Stadt). 7492
— Jnli 26, Johann von Steinegg, domherr zu Konst, stirbt und wird vor dem St. Annaaltar im dorne zu Konst
begraben. — MG. Necrol. 1, 290. 7499
— Juli 27, Konstanz. Beurkundet: Schultheiß und rat der stadt Diessenhofen stiften und bewidmen d. d. 1397
jnli 24 (feria 3. post fest b. Marie Magdalene) einen altar in der pfarrkirche daselbst nahe dem chor auf der
rechten Seite zu ehren der mutter gottes und des hl. Johannes d. T., wozu der herzog von Österreich als patron der
kirche, Engelhard von Weinsberg vogt des herzogs, und Konrad Spicher kirchherr von Diessenhofen, ihre Zustim¬
mung erteilt haben. Schultheiß und rat behalten sich das präsentationsrocht vor und präsentieren als kaplan den
priester Johann Traber, präbendar des s. Pelagienaltars im dorne zu Konst Der bischof investiert denselben, befreit
ihn aber von den pflichten zu Diessenhofen, da es notwendig ist, daß er die Pelagienpfründe versehe. Dat et äct.
Const in anla nostra episcopali 1397, feria 6. post fest b. Jacobi apost, ind. 5. — Or. Diesseuhbfen, Pfarrarch.;
rückseits links oben spuren eines sekretsiegeis. 7494
— ang. 27, Konstanz. Bestätigt dem kloster Hirsau die von papst Bonifaz IX. d. d. 1395 jnli 3 (Dat Borne
apud 8. Petrum 5. non. iulii, a. 6. »Magne devocionis«) verfug^ Inkorporation der pfarrkirche Deckenpfronn unter
Vorbehalt der bischöfl. und archidiakonalen rechte; so daß bei jeder vakatur die ersten flüchte zu zahlen sind, wie
wenn die kirche nicht inkorporiert wäre, sondern einen eigenen kirchherrn hätte; ebenso sind diekonsolationen und
bannales und alle anderen von papst oder bischof auferlegten abgaben zu entrichten. Die kongrua für den leut-
priester beträgt 12 malter speit, 12 malter siligo und 12 malter hafer, den kloinzehnten innerhalb den grenzen der
pfarrei und außerhalb mit heu und die hälfte der legumina, alle oblationen, legate, remedia und anniversarien und
anniversarzinsen. Der leutpriester soll jährlich die consolationen und bannales zahlen und die bischCfl. und päpstl.
subsidien nach seinem anteil, welche ihm jedoch das kloster aus den einkünfteu der kirche ersetzen müsse. Dat
Const 1397, 6. kal sept, ind. 5. —Or. Stuttgart, Staatsarch. (Hirsau); rückseits spuren eines ringsiegeis. — Die
bulle Bonifaz. IX., worin dieser dem kloster die kirchen zu Deckenpfronn, Konst, und Nnßdoff (Niesdorf), Speirer
bistums, mit 20 m. s. einkünfte, inkorporiert, ebenda; unter dem bug links: taxe 40; rechts: P,deBosco; auf dem
bug redits; gratis; H, Bemghos jjfj. Rückseits R darin n./ bei den schnüren: solvU michi A. de Fb...o. —
▼gl- 1397 jnli 18 nr. 7491. •— Vgl. Oberamtsheschreibung Vaihingen 206. 7495
— gept. 11. Albert prior, Konrad von Wiltperg, Walther Koch (coens), Johann von Bingingen, Johann Kdlber,
Johann von Aich {E), und Johann Schadlin, konventualen zu Denkendorf, bitten den generalprior Paul zu Jerusalem
um eiuennung des von ihnen vorgeschlagenen Johann von Bingingen, von ehelicher gebürt, 30 jahre alt, professe
des klosters, zum propste ihres klosters. Propst Friedrich, über 80 jahre alt hat alters halber resigniert Da das
kloster durch brand und krieg so arm geworden, daß es keinen prokurator absenden kann, hat es von einer selb-
sUndigen'wähl absehen müssen. Dat in loco capitulari in mon. nostro Denkendorf l i.die mens, sept l697,pontif.
Bonifadi pape IX. a. 8., ind. 5. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Denkendorf).
Bcfeiteii d«r Blicböfe tob KoBsUns. 111.
12
90 Bnrkhard yon Hewen, Bischof yon Konstanz. 1397.
1397 sept. 15^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Burkhard an das dekanat Winterthur: auf bitten
des priors des klostors auf dem Beerenbeig erklärt er, daß alle einkünfto und opfergaben der kirche zu Degemau
und deren filiale zu Wunderklingen (Wonderchingen) dem kloster zustehen, und gebietet, diese erkläruog den pfarr-
eingesessenen zu übermitteln, damit sie sich der ungesetzmäßigen eingriffe in die bezöge und rechte des klosters
enthalten, widrigenfalls sie zu exkommunizieren sind. Die pfarrgenossen erhoben vor allem anspruch auf die opfer¬
gaben, welche in letzter zeit in gen. kapolle hänfig gegeben werden, da daselbst ein fremder (quidam ciruigicus ad-
?ena) von räubern ermordet wurde, der yon manchen als heiliger verehrt wird. Dat. Const 1397, 17. kaL oct.,
ind. 5. — Or. Karlsruhe (6 Wonderklingen). — Kopb. Bd. 1, abt. 2, s. 24 im Pfarrarch. Degemau. — Abschr.
(1792) Zürich. Staatsarch. in den Monomenta veteris Thurgaugiae per Gregorium Moos Bd. I, s. 303. 7497
— sept. 27^ Uom. Papst Bonifaz IX. beauftragt die äbte von Salem und Amheim (ütrechter bistums) und den
dompropst von Konst., den Petras Koch, kirchhenm der kapelle zn Dindenhofen, welcher die gen. kapelle nach dem
tode Bertolds von Stetten durch den apost stuhl erhalten hat, im besitze derselben gegenüber Ulrich Habersetzer
zu beschützen und ihm die aaslagen von 10 kammeigoldgulden zu verschaffen, wie es ^e Verhandlungen vor dem
auditor causarum eigeben haben. Dat. Borne apud s. Petram 5. kal. oci, a. 8. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Si.
Gooigen-Bickolsberg); unter dem bog links: Äpri, taxe 18. Ä, de Baronihue, Ja. de Fulgineo. Bug rechts abge¬
rissen. Bückseits oben: Mundetur B., mitte P. Fabri, beim bog links: Bugis. — Die eingehenden prozeßverhand-
lungen vor dem auditor Brande de Castelliono ebenda. Der prozeß war schon 1391 juli anhängig, vollendet mit der
oben erwähnten taxation der ausgaben (lo fl.) 1397 jqli 4. 7498
— obt. 11, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Burkhard gebietet dem dekan zu Si Gallen, den Egli
von Borschach (Bosch-) d. j., kleriker, in den besitz des altars der hl. Peter und Paul in der pfarrkirche zu Bor¬
schach einzuweiseii. Er war durch seinen bruder, Budolf von Borschach, pfarrektor zu Borschach, präsentiert worden.
Dat Const 1397, 5. id. oci, ind. 5. — Wartmanu, Ü-B. St Gallon 4, 537 nr. 2137. 7499
— obt. 19, Born. Papst Bonifaz IX. befiehlt die klagsache des Johann Honow und Bertold Gebendorf, kleriker
Konst bistums, gegen priester Budolf Hewer, der sie auf antrag des Mathias Hoppier, kleriker Konst bistums, als
familiären und geschäftsträger des abtes und konventes von St Blasien, welche den kirchlichen strafen yerfallen
sind, exkommuniziert hat, zu untersuchen. Dat Borne apud s. Petrum 14. kal. nov., a. 8. »Sua nobis«.—^ Or.
Karlsruhe (St Blasien) ; unter dem bug links: no. taxe 4. T. Fabri. Ja. de Bononia; auf dem bug rechts: B^ pro
A. de Baean*^ Frederieue. Bückseits : mundetur. 7599
— obt. 20, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Burkhard beauftragt den dekan des dekanats Eßlingen,
den priester Johann gen. Rarer von Marbach, der ihm von Werner, Johann und Heinrich vonNeahansen (Nunhasen)
auf den Fildern auf die pfarrei Neuhausen, welche durch tod des Wolfram von Neahausen erledigt war, präsen¬
tiert worden, einzuweisen. Dat Const 1397, 13. kal. nov., ind. 5. — Or. Stuttgariv Staatsarch. (Adel); rückseits
sparen eines kleinen ringsiegeis. — orw. DiözesanarchSchwaben 4, 19. 7501
— obt. 20. Dekan und kapitel des domes zu Konst erklären, daß sie die quart des dem Züricher bürger Heinrich
Hösch gehörenden zehntens zu Opfikon, welche dem ritter Hans von Bonstetten verpfändet gewesen, von diesem
gekauft und geledigt haben mit der bestimmung, daß Hösch und dessen erben ihnen stets 40 mutt kernen für die
quart geben sollen. — Geben an samstag nach s. Gallentag 1397. — Beg. Zürich Staatsarch. nach or, Gemeinde-
arch. Opfikon. 7502
nOT. 6, Born. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster Schussenried mit 300 m. s. einkommen die pfarr-
kirchen von Stafflang^n und Winterstetton Schussenrieder patronats sowie die pfarrkirche in Baitnau, deren patro¬
natsrecht dem kloster Marchtal gehört. Das einkommen der gen. pfarrkirchen beträgt 46 m. s. Dat. Bomae apud s.
Petrum 8. id. nov., a. 8. »Sacre religionisc. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Schussenried); unter dom bug links:
taxe 100. Unter dem bug rechts: Ä. de Partugruario; auf dem bug: B^gratis. Jp. de Bortzow, tj. Rückseits:
B darin — Kopb. Schussenried, s. 464: Stuttgart, Staatsarch. — vgl. 1388 april 27 nr. 7116. 7503
— HOT. 29, Rom. Papst Bonifaz IX. beauftragt den domthesaurar von Konst, mit der Untersuchung der klago des
Burkhard Rülassinger, civis crucesignatus Const, gegen Johann von Hombuig d. ä. und Burkhard von Bandenburg
edelknechte sowie gegen Anna des gen. Burkhards mutter wegen unberechtigter geldforderangen der letzteren von
Burkhard Rülassinger. Dat Borne apud s.Petrom3.kal.dec.,a.9. »Conquestus est nobiä«. — Or. Karlsruhe (5 Konst.
Kirchenordnung) ; auf dem bug rechts : B^ Jo Jacozi, Bückseits : preeenteiur Burkardo Bülaeeinger et ante preeen-
iadonem aclvat 1 fl. duc. 7504
— dex. 16, Born. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster Bregenz Benediktinerordens die pfarrkirchen ln
Grünenbach, deren einkünfte nicht mehr als 15 m. s., und in Sigmaringen (-Dorf), deren einkünfte nicht mehr als
20 m. s. betragen, während die einkünfto des klosters 90 m. s. nicht übersteigen. Das kloster kann die pfarreien
durch weit- oder ordensprioster versehen lassen, welche jederzeit abberufen werden können. Dat Rome apud s.
Petrum 18. kal. ianuarü, a. 9. — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Gr. Sigmaringen); unter dem bog rechts: Ja.
Burkhard Yon Hewen, Bischof von Konstanz. 1397—1398. 9 l
de Botumia; aof dem bog: gratis ds mandato d, n. pape, J, de Bigha» Bäckseits R darin n., unten Ortienebach et
Sygmaringen, 7M5
1897 dez. 18^ Konstanz. Leiht an Konrad den Wirt, sohn des weil. Hermann Wirt, bfirg6r'‘zn Kaiserstahl, den
qoartpfliebtigen zehnten (»zebntchen€) zn Kaiserstahl and Herdem (Herdli), nachdem Kano WirtU, sohn des weil.
Klaas Wirt darauf verzichtet hat Geben ze Cosi 1397, an dem nechsten zinstag nach s. Lacientag. — Or. Stadt-
arch. Kaisorstahl (Herdem). 7506
— dez. 20^ Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster Blaobeoren die pfarrkirche za Laichingen mit 40
and za Soißen mit 30 m. s. einkanften, w&hrend die des klosters 130 m. nicht übersteigen. Dat Rome apad s. Pe-
tmm 13. kal. ianuarii, a. 9. »Sincere devocionisc. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kl. Blaabeuren); unter dom bog
rechts: A. dePortugruario; aof dem bog rechts: gratis de mandato d, n, pape, Ä, de Righa, Bäckseits R darin n.
— 1412 aog. 10 quittiert Erhard Naslos, Chorherr za St. Felix und Regula in Zürich, von Ulrich Bätsch, domherr
za Trient als päpstl. kollektor subdelegiert, dem abt Johann und konvent von Bl. den empfang der ersten früchto
der kirchen zu Seiüen and Laichingen, welche dem kloster von Gregor XI. inkorporiert worden. Dat Thuregi 1412,
ipsa die S. Laorencii martiris, ind. 5. — Or. Stuttgart, Staatsarch. 7507
— dez. 20^ Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster Blaabeuren die pfarrkirchen za Unter-Jesingen (Jo-
singen) mit 20 und Pfhffingen mit 20 m.s. einkünften, während die des klosters aaf 130 m. s. geschätzt sind. Dat.
Rome apad s. Petrum 13. kal. ianuarii, a. 9. »Sincere devocionis«. — Or. wie oben mit vermerken wie oben. 7507a
— dez. 27^ Konstanz. Bearkundet: Anna von Bettmaringen, Wilhelms des ammanns von Morlon wittib
und Fritz von Bettmaringen ihr lehenstrhger geben das bischüfl. Ichensgut gen. Gerot, welches in den kelnhof zu
Laufen gehört aof und bitten den bischof dieses gut den hof leaten za übertragen, welche in den gen. kelnhof ge¬
hören. Der bischof willfahrt ihrer bitte. Geben ze Cosi 1397, an s. Johans tag in den wichennechten. — Or.Laofen-
Uhwiesen, Stadtarch. 7508
— dez. 29, Konstanz* Urkandet: sein Vorgänger Dlrich ond das domkapitel haben 2 kaplaneien auf den hoch-
altar im dorne za Konsi gestiftet; in der folgezeit hat bischof Heinrich, da die präbenden nicht genügend dotiert
waren und heute noch nicht sind, dieselben dem Magdalenen-, Lazarus-, Martha- and Maximinaltar zor linken seite
inkorporiert und aoOerdem die pfarrkirche in Masnang den beiden pfründen einverleibt. Da die gen. pfarrkirche
jetzt erst darch resignation des kirchherrn Ludwig LOnberg, bezw. durch dessen heirat erledigt ist, bestätigt der
bischof die Inkorporation unter Vorbehalt der bischofl. and archidiakonalen rechte. Inhaber der beiden pfründen sind:
Johann Schmid und Johann Mollitor, beide priester. Diese sollen das anniversar des bischofs am tag vor oder nach
Martini begehen. Sollten sie das begehen der jahrzeit einmal vernachlässigen, so sollen für diesen fall die einkünfte
der pfarrkirche Masnang dem armenspital bei der Rhoinbrücke zufallen. Albrecht domdekan und das kapitel stimmen
zn. Dat. et aei Gonsi 1397, 4. kal. ianuarii, ind 5. — Or. Karlsrahe (5 Masnang); rückseits oben sparen eines
ringsiegeis. 7509
1898* Johann Truchseß von Waldbarg präsentiert dem bischof bezw. dessen generalvikar in spir. für die pfarrkirche
Merhartzhoven, welche infolge resignation des Jakob Fabri vakant ist, den [ungenannten] Überbringer diesos briefes.
Dat in Castro Waise 1398. — Kopialb. 1491, 30 Karlsruhe (formell). 7510
1898 Jan. 11, Konstanz. Der offizial bekundet, daß Konrad Eminger pleban, Heinrich Meringer kirchherr, und
Bodolf Eminger patron der pfarrkirche za Emmingen (ab Egg) im dekanate Engen, an mag. Johann Tenger and
Heinrich Käser, Chorherren and Vertreter von St. Stephan, für 48 pfd. Konst, pfg. eine jährliche gälte von 4 pfd.
p^. aus den einkünften des Katharinenaltars ihrer kirche im bann von Oberlingeu verkauft haben. Die Verkäufer
siegeln. Dat et act Const (1398, fer. 5. post f. Epiphanie Domini), ind. 6. — Bischof Barkhard stimmt zo. Dat
Const. 1398, 3. id. ian., ind. 6. — Kopb. 585, 25* Karlsruhe. — vgl. 1399 nov. 15. 7511
— JaB* 12, Konstanz. Nimmt von Ursula von Wolfart, weil. Konrads von Hombarg sei. frau, den zehnten gen.
zu dem Holz im Tettnanger bann auf und eignet ihn dem kloster Argenhart. Geben zo Cost uff unser phallentz
1398,. an dem nechsten samtztag vor s. Hilarien tag. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kl. Argenhart). — erw. SYG
Bodensee. 15, 202. 7512
— Jan. 28. Zahlt an der apost kammer durch Johann Boblein, scriptor litteraram apostolicaram, einen teil seines
serviciam commune im betrag von 28 fl. 25 soL, und als serviciam minatam 12 fl. — Mod. abschr. (Obi. 59, 83^;
55, 12 Rom). Der 2. soluüonseintrag hat das datum januar 26 statt 28. 7518
— febr. 6, Konstanz* Von gottes und des ap. Stuhles gnade bischof von Konst beurkundet, daß er als kom-
missar des päpstl. kämmerers von br. Jodocus Bachmann Predigerordens 40 Rh. fl. empfangen hat, die dieser na¬
mens des br. Wemher von Kaiserstuhl, der im bischöfl. gefängnis gefangen gehalten wurde, erhalten hat Dat.
Const 1398, feria 4. post purifleationem Marie, cum apponsione nostri sigilli secreti. — Or. Zürich Staatsarch.
(€11 10 nr. 157). Siegolumschrift: Burkardus dei gratia ecclesie Const episcopus. 7514
12 *
92 Bnrkhard ton Hewen, Bischof ton Konstanz. 1398.
13U8 febr» 14, Reiehenaa. Werner, abt der Reichenau, bittet den bischof ton Konst, bezw. dessen generalvikar um
inyestitar des priesters Johann Schwarz you Ulm, welcher dein aassteiler tou Peter Ehinger, barger zu Ulm, für die
pfrflnde der neuen kapolle zu Grimmelfingen, einem filial der pfarrkirche zu Ulm, präsentiert worden war. Die pfrflnde
war darch resignation des priesters Eonrad Koch erledigt Dat Augie 1398, 16. kal. martii, ind. 6. — Or. Ulm,
• Stadtarch. 751&
— mftrz 2, KOnstanx. Gestattet, daO Johann gen. Binder d. j., sohn des Johann Binder, notar des Konst hofes,
Konst kleriker und kaplan des Peter und Pauls- und Magdaleneoaltars in ambitn der Konst kircbe, dessen kollatur-
recht dem bischoft zusteht, und Johann Sartor von Diepnrg, kleriker Mainzer diözese und bepfrflndeter domherr za
Embrach, ihre pfrtlnden vertauschen. Dat ot act Const 1398, die sabbati post festum s. Matthie apost, que fuit
2. dies mensis martii, ind. 6. — Or. Zürich, Staatsarch. (C lY 2 Embrach). 7516
— mSrz 11, Saalgau. Die konventaalen dos dekanats Saulgau, welches durch verzieht des Heinrich Stfiff kirch-
heim zu Mieterkingeii (Mutrichingen) erledigt war, präsentieren dem bischof Burkhard bezw. dessen generalvikar
■ in spir. den von ihnen als dekan gewählten Johann Mil(?}, kirchhenm zu Fulgenstadt. Dat in opido Sulgen 1398,
feria 2. ante Grogorii papo. — Or. Mengen (Oa. Saulgau), Pfarrarch. 7517
— märz 15, Konstanz. Rudolf Tettikover, thosaurar der Konst kirche, sabkollektor der einkünfte der apost
kammer in stadt und bistum Konst., von Eberhard von l^chberg domdekan zu Strafiburg dem kollektor in der pro*
vinz Mainz und den diözesen Bamberg und Basel abgeordnet beurkundet dafi auf aufforderung der abt von Engel¬
berg vor ihm erschien und die quittangen für bezahlte census mitbrachte. Daraus ging hervor, dafi das kloster am
6. aug. d. j. 32 jahre mit der Zahlung des censas an die apost kammer rückständig sein wird. Aus päpsÜ. briefen
ging ferner hervor, daß das kloster jährlich 1 H^gold Züricher geldes an die apost kammer als censas zu entrichten
hatte. Da der sabkollektor über den wert dos geldes im unklaren ist erhält er vom kollektor den auftrag, statt des
einen pfd. goldes fortan ^4 ^ einzuziehen. Die schuld des klosters beträgt demnach 8 goldgulden, welche der abt
bezahlt wofür er quittung erhält Dat Const 1398, id. marcii, ind. 6. — GFrSOrte. 55, 210 nach Or. Engelberg,
Stiftsarch. 7518
— april 1, Rom. Papst Bonifaz IX. entscheidet auf bitten des abtes und konventos von Petershausen, dafi jeder
kapitelsbeschlaß geltung haben solle, der mit majorität gefaßt sei. Abt und konvent hatten vorgetragen: es sei im
kloster üblich gewesen, daß alle beschlüsse, die gültigkeit haben sollten, einstimmig erfolgt sein müßten, so daß
selbst einer oder eine kleine minderheit den beschloß vereiteln konnte. Dat Rome apad s. Petrum kaL apr., a. 9.
»Ad perpetuam rei memoriam. Ad ea per que status ecclesiamm«. — Or.Karlsruhe (1/23). Unter dem bog rechts:
A. de Portugruario. Auf dem bug rechts: GraHe de mandafo d, noetripape^ N.Hgnüjjj. Rückseiks: Registratur-
zeichen, darin n. (sonst kein Zeichen). Balle an Seide. 7519
— april 19, Rom. Papst Bonifaz IX. bestellt den bischof von Augsburg und die domdekane zu Konstanz und
Speier zu konservatoren des klosters Blaubenren. Dat Rome apud s. Petrum 13.kal maii a. 9. »Militant! ecclesiec.
— Eingerückt in die ausführung des bischofs Burkhard von Augsburg d. d. 1399 okt 4.: Stuttgart, Staatsarch.
(Kl. Blaubeuren). — Besold nr. VII. — Petrus, Suev. eccl. 183. 7529
— april 20, Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem propst kapitol und den ständigen Vikaren der HL Krenz*
kirche zu Stuttgart, deren einkünfte 115 m. s. nicht übersteigen, die pfarrkirche zu Aldingen ihres patronats mil
17 m. s. einkünften. Dat Rome apud s. Petrum 12 kal. maii, a. 9. »Sincere devotionis«. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Stuttgart, Stift); unter dom bag links: Apri. taxe 20. A. de Baronibue, Ja. de Fulgineo; auf dem bug rechts:
pro l. de Fxterho Ja.de Bononia j. Rückseits B darin n. — Zwei aasführungsurkanden d. d. 1399 april 11 ebenda.
Heinrich Büller hatte auf die kirche verzichtet Die einkünfte des ständigen viknrs, Petrus Renz, priesters, betragen
je 12 Scheffel siligo, speit und hafer, 1 scheffel erbsen, den kleinzehnten, die zinse von den anniversarion, obla*
tionen und faneralien. 7521
— april 20, Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster Denkendorf mit 90 m. s. einkünften die pfarrkirchon
zu Bompfiingen, Eonstanzer-, und Tdrkheim (Darokain), Augsburger blstums, mit zusammen 30 m. s. einkünften.
Dat Rome apud s. Petrum 12. kal maii, a. 9. »Sacre religionisc. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Donkendorf); unter
dem bag links: Apr. taxe 40. Ä. de Baronibue. Ja. de Fulgineo j; rechts: Jo. de Bononia; auf dem bug rechts:
pro d. de Ariano Jo. de Tremoenitz jj. Bück:teits R darin n. 7522
— april 22, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Burkhard beauftragt den dekan zu Nürtingen, den kle-
. riker Eberhard in den besitz d:r pfarrei Deizisau einzuwoisen. Derselbe war von seinem vator Marquard Bürgermolstor,
(bürger) von Eßlingen, nach dem verzichte dos Johann Kempf präsentiert worden. Dat Const 1398, 10. kal maii,
ind. 6. — Or. Eßlingen, Spitalarch. — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1770 mit datum april 27 (5. kal. maii). 7523
— april 24, Konstanz. Teilt der geistlichkeit des bislums mit Jsß des kloster Denkondorf durch brand und
krieg sehr gelitten hat Er empfiehlt ihnen die almosensammler, wolcho einmal im jahr in don eiuzelneu pfarreien
Burkhard Ton Hewen, Bischof von Konstanz. 1398. 93
sammeln dfirfen, nniersagt allen geistlichen von dem gesammelten geld fdr bauten oder sonst einen frommen zweck
etwas für sich zu fordern, erteilt 40 tage hezw. 1 jahr ablaO, gibt die Tergftnstigung, daß die von Uun oder vom
genendvikar interdizierten kirchen an dem tage der Sammlung geöffnet werden durften nnd Yerleiht hestimmto ab-
solntionsvollmachten. Dat. Gonst 1398, 8. kal. mai, ind. 6. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Denkendorf); anf dem
bog verblaßt: VI. kal. inlii ind VlU. Utznach. (Fedeiprobe?). Röckseits oben spuren eines ringsiegeis. 7524
1398 april 27, Rom. Jacobns, ep. Ifonopalitan., eröffnet als ezekntor dem bischof von Konstanz nnd den kapiteln
von St Felix nnd Regula nnd der abtei zn Zürich die bulle Bonifaz IX. d. d. 1398 jan. 26 (Dat Rome 7. kal. febr.,
a. 9), worin dieser dem Konrad Strubel, chorherm von St Felix und Regula in Zürich, ein kanonikat mit pfrundc
in der propstei, ein anderes in der ahtei verleiht nnheschadet daß er eine vikarie in der kirche Riffefswil nnd ein
kanonikat mit expektanz auf pMnde in St Johann in Konst infolge Verfügung Bonifaz IX. besitzt Dat. et act.
Rome ante domnm habitacionis nostre 1398, ind. 6., die 27. mens, apr., pontif. Bonifacii a. 9. Zeugen: Johannes
Tremosnitz, litteramm apost scriptor, nnd Johann de Ulsen, Romane cnrie procnrator. — Gleichz. abscfar. Zürich,
Staatsarch. (CII 2 nr. 246). 7525
— nach mai 9, Konstanz. Bestätigt samt Erhard, aht des klosters Krenzlingen, mittelst transfix die überein-
konft des Wengenklosters in Ulm mit der stadt Ulm d. d. 1398 mai 9, worin das kloster, das infolge der bela-
gemng der stadt durch Karl Y. nnd Wenzel großen schaden gelitten hat, von der stadt das patronatsrecht der
8t Barbarakirche in Holzkirch, Angsbnrger bistnms, erh< nnd an bargeld 500 fff heller; dagegen will das kloster
alle Prozesse gegen die stadt zurückzieheii nnd keinerlei weitere anfordemngen stellen. Dat et act Const 1398
(ohne tag nnd monat). — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kl. Wangen); rückseits oben spuren eines ringsiegeis.— 1398
april 20 hatte Bonifaz IX. dem kloster mit 50 m.s. einkünften die gen. kirche mit 10 m. s. einkünften inkorporiert
Dat. Rome apnd. s. Petrum 12. kal. maii, a. 9. Or. ebenda; unter dem bug links: ajpr, taie 20. Ä. Ae Baronibus.
Ja, de Ihdgineo; unter dem bug rechts: Jo, de Bononia; anf dem hug rechts: pro D,mde Ariano Jo, de Tremos¬
nitz j, Rückseits R. 7526
— mai 14. In Hermetschwil wird der franenchor samt dem altar zn ehren U. 1. Frau, der bL drei könige nsw. ge¬
weiht (von wem?). — erw. Argovia 26 (1895) 112. 7527
— mai 26. Bartholomäns znm Burgtor, domherr, stirbt nnd wird neben dem AUerheiJigenaltar im dorne zn Konst,
begraben. — MG. Necrol. 1, 288. 7528
— Juli 23, Konstanz. Bowidmet den altar der hl. Peter, Paul nnd Maria Magdalena im krenzgang des Münsters
zn Konstanz mit 10 pfd. Konst pfg. jährlichen zinses ans dem dorfe Hagnau nnd der quart der pfarrkirche zn Ber¬
matingen. Diese einkünfte hatte weil, bischof Heinrich an den domhorrn Heinrich Goldast, seinen generalvikar in
spir., sowie an Ulrich Goldast gen. Strübli nnd Heinrich Goldast d. j., brüdcr, bürger zu Konstanz, um 400 pfd.
heller versetzt, bischof Burkhard aber sie mit eigenen mittein wieder ausgelöst Von diesen bezögen soll der kaplan
des bezeichneten altars jährlich 6 pfd. an dompropst, domdekan nnd domkapitel, 4 pfd. an die kapläne der dom-
bmderschaft verabfolgen, wofür seine, seiner Vorgänger nnd Vorfahren jahrzeit begangen werden soll, wie es im
dorne fiblich ist Albrecht Blarer dompropst, Albrecht von Beutelsbach domdekan nnd das domkapitel stimmen zu.
Dat Const 1398, prox. fer. 3. a. f. b. Jacobi ap. — Einger. in 1398 juli 26 nr. 7530. 7529
— jnli 23, Konstanz. Albrecht Blarer dompropst gibt seine Zustimmung zur bewidmnng des Peter-, Pauls- und
Maria Magdalenenaltars im kreuzgang des münsters zn Konstanz durch bischof Burkhard. Dat Const 1398« prox.
fer. 3. a. 1 b. Jacobi ap. — Kopb. 500, 129'» Karlsruhe. — vgl. vorige nr. 7530
jnli 26, Konstanz. Gibt eine beglaubigte abschrift seiner urkunde von 1398 juli 23. Dat Const. (1398)
fer. 6. prox. post festum b. Jacobi ap. — Or. Karlsruhe (5 Bermatingen). — Abschr. 14. jhdts. Karlsruhe (5 Konst.
Kirchendienste). — Kopb. AA, 314 Erzhisch. Arch. Freiburg i. B. — Kopb. 500, 129'»; 502; 509, 195* Karls¬
ruhe. — Einger. in das notariatsinstmment des Leonhard gen. Schönbentz von Lindau d. d. 1399 mai 21 in loco
dicto Kiderbnrg sito, qni. vulgo zn dem lebhart appellatur: Or. Karlsruhe (5 Bermatingen).—Kopb. 512,40'» Karls¬
ruhe. . 7531
— ang. 1, Rom. Papst Bonifaz IX. gestattet dem propst nnd konvent von Marchtal die von Urban YI. inkorpo¬
rierte pfarrei Kirchen (Kilchan) und deren filial Munderkingen durch einen konventbruder versehen zu lassen. Dat.
Rome apud s. Petrum kal. ang., a. 9. >Sincere devotionisc. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Marchtal); unter dem bug
. links: Jb. de Bononia} anf dem bug rechts: gratis de mandaio d, n.pape, O, de Pala, Rückseits B darin n. 7532
— ang. 1, Rom. Papst Bonifaz IX. gestattet dem kloster Roth, zehnten in Haidgau (Haigaw) nnd Ehrensberg zu
. verkaufen, welche zur kirche in Heisterkirch gehören. Dai Rome apnd s. Petrum kal. aug.,a« 9. »Sacre religionisc.
— Abschr. Stuttgart, Staatsarch. (Kl. Roth). 7533
:— ang« 1, Rom. Papst Bonifaz IX. beauftragt den abt von Weingarten mit der errichtnng des koUegiatstiftes
• Bottenbmnn bei Heiligenberg. Albert graf von Werdenberg'Heiligenberg hatte vorgetragen, daß er die pfarrkirche
I
94 Burkhard Yon Hewen, Bischof Yon Konstanz. 1398.
za B. in ein koUegiatstift mit propst nnd 3 kanonikaten amgewandelt aPd die Statuten festgesetzt habe» ohne
daß die zostimmang des Ordinarius erfolgt sei; er bittet am päpstl. bestätigong. Dai Rome apad s. Petrum kaL aug.»
а. 9. »Fiis desideriis devotorom«. — Or.Earlsrahe (7/2). Unter dem bug links nichts; unter dem bog rechts: Jo.de
Bononia; auf dem bng: graiis de mandato domini nostri pape, Paridanus. Bückseits R darin n. — Die ausfuh-
rang durch abt Johann von Weingarten erfolgte 1399 april 7 durch mitteilung an den bischof und das kapitel von
Konstanz. Als propst bestimmt er Johann Simler von Oberndorf, als kanoniker Ulrich Edelmann, Heinrich Häckler
und Nikolaus Müller, alle priesten Die seelsorge soll der propst besorgen, die pfarrkirche fortan als kollegiatkirche
gelten, das recht den propst zu wählen besitzt das kapitel, Weingarten bestätigt ihn unter vorheriger Zustimmung
der grafen von Heiligenberg. Die Statuten sind angefügt samt Verpflichtungen nnd einküi^n der kanoniker (ebenda
7/2). — ausz. Ffirstejiberger U-B. 6, 303 nr. 126, — vgl. FreibDiözesanarch. NF. .5 (l904) 161. — erw. ebenda
22, 317. — vgl. Eubel, Gesch. der oberdeutschen Minoritenprovinz s. 10 anm. 107; Bullarium Franciscanum 6,
500 nr. 1260. 7534
1398 ang. 2, Konstanz. Schreibt an die leutpriester der kirchen von Zürich und die übrigen priester: es erscheint
vor ihm der prokurator der Anna von Bußnang, welche nach dem tode der Beatrix durch skrutinialverfahren zur äb-
tissin von St. Felix und Regula zu Zürich gewählt worden war, und bittet den bischof um bestätigung. Er beflehlt
dem adressaton die wähl von der kanzel zu verkünden und etwaige einsprach erhebende auf 8. august nach Konstanz
zu laden. Dat. Const. 1398, 4. non. ang., ind. 6. — Or. Zürich, Stadtarch. (nr. 282); rückseits oben sparen eines
roten ring^iegels. — v. Wyss, Gesch. der abtei Zürich heil. 408. — vgl. folgende nr. 7535
— ang. 8^ Konstanz. Beurkundet: es erschien vor ihm unlängst Franz Kloster, Sachwalter der Anna von Buß-
nang, damals konventaalin des klosters Si Felix und Regula in Zürich, nunmehr nach dem tode der Beatrix durch
skmtinialverfahren von Sigima von Rosnegg, Benignosa und Benedikta von Bechburg schwestem, Johanna von
Krenkingen, Klara von Auburg und Anastasia von Klingen, konventualinnen der gen. abtei einst* mmig zur äbtissin
gewählt, und bat um bestätigung derselben. Da auf dem auf 8. august anberaumton termin niemand gegen die wähl
einspruch erhoben hat, bestätigt der bischof die genannte, übergibt dem Johann von Breisach sonst Brüugger na¬
mens der gen. Anna den ring als Zeichen der investitur und betraut den mag. Johann von Stetfhrt, chorherm der
abtei Zürich, mit der körperlichen einweisung. Acta sunt hec in ambitu ecclesie nostre Const et datum 1398, ind.
б. , poutif. Bonifacii pape IX. a. 9., die jovis ante fostum b. Laurentii m., 8. mens, aug.; zeugen: Heinrich bischof
von Termopylä weihbischof, mag. Petras Liebinger und Hugo Eilend domherren von Konst., mag. Johann Tenger, Chor¬
herr von St. Stephan zu Konstanz und generalvikar in spir., Johann Raster propst von Zurzach und der Konstanzer
diOzese insiegler, und Heinrich Basserstorf, Johann Binder und Konrad Walker notare des Konst hofes. — Nota-
riatsinstmment des Ulrich Märk von Stein: Zürich, Stadtarch. (nr. 283); anhängendes sehr gut erhaltenes bischofs-
siegel, von dem 1389 märz 10 gebrauchten verschieden: sitzende madonna mit dem Jesuskind. Umschrift: S.Bur-
kardi dei gratia episcopi Constanciensis. — Neugart Episcopatus Const 2, 480. — reg. GFrSOrte. 4, 204; v. Wjß,
Geschichte der abtei Zürich heil. 410. — vgl. vorige nr. 7536
— ang. 12^ Zürichberg. Heinrich, bischof von Thermopylä, weihbischof des bischofs Burkhard von Konst, rekon-
ziliiert den ambitus des klosters zu Zürichberg 0. S. Ang., der durch blutvergießen profaniert worden war, und er¬
teilt an bestimmten tagen 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat et act 1398, 12. die mens, ang., ind. 6. — Or. Zürich,
Staatsarch. (CU 10 nr. 156). Schön erhaltenes sekretsiegel. Umschrift: Secretum Heinrici ep. Termopilensis. 7537
— aug. 25, Pfävers. Burkhard abt und konvent von Pflivers verpflichten sich dom dekan und kapitel von Konst an
stelle der dem domkapitel gehörigen quart der kirche in Männedorf (Menidorfl) alljährlich auf Martini 16 ff heller
Konst münze zu entrichten. Dat et act in dicto nostro monasterio 1398, 8. kal. sept, ind. 5. — Or. Karlsruhe
(5 Männedorf). — Kopb. 493 nr. 70 Karlsruhe. 7538
— sept. 5. Bürgermeister und rat zu Biberach bitten den b. Burkhard bezw. dessen generalvikar in spir. um bestätigung
der von ihnen gestifteten Dreikönigspfründe in der pfarrkirche zu Biberach, wozu Johann Sitz, vicarius incuratua
der pfarrkirche B., seine Zustimmung erteilt hat Dat et act 1398, non. sept, ind. 6. — Or. Biberach, Kircheu-
pflege; ans den Siegeleinschnitten gebt hervor, daß die bischöfl. bestätiguog mittelst transflx erteilt wurde. 7539
— sept. 10, Konstanz. Nimmt von Egli Rott die auflassung des halben teiles der vorderen festung Reinfelden
(Binsfeld) mit leut und gut und Zubehör entgegen, belehnt damit seinen oheim Rudolf von Blumenegg, ritter, nnd
übergibt ihm dasselbe als pfandscbilling mit einem aufschlag von 00 m. s., welche bei nblösung des lehens zuerst
an den belehnten zu zahlen sind. Geben 1398, an dem nächsten zinstag nach unser frowen tag ze herbest — Or.
Zürich, Staatsarch. (CI 2307). Rückseits oben spuren eines roten ringsiegeis. 7540
— sept. 17, Konstanz. Die städte des seebundes, Konstanz, Rottweil, Überlingen, Ravensburg, Lindau, St Gallen,
Wangen nnd Buchhorn nehmen mit einwilligung des bischofs Burkhard die stadt Meersbarg in ihr bündnis auf.
Die Stadt wird verpflichtet, jährlich 60 pfd. heller »für spieß, für kost und für anzall« an den band zu zahlen.
Ausgenommen werden das reich, die bereits bestehenden bände nnd der bischof und sein domkapitel. Konstanz,
Burkhard Ton Hewen, Bischof toh Konstanz. 1398.
95
Überlingen und Bavensburg siegeln. Geben zuCost. Iit98> an dem nächsten zinstag nach des hl. emtztag zu herbst.
— Lenihins Kopb. 397: Meershnrg, Stadtarch.— reg. ZGOBh. NF. 2 m84 nr. 1. — erw. Staiger, Meersburg 101.
7541
1S98 sept* 20. Berthold Griner, Schultheiß, und die richter zu Friodingen bitten den bischof Burkhard um bestäti-
gnng der kaplaneipfrunde zu {bedingen. — reg. Wärtt. Pflegerberichte Stuttgart nach abschr. Pfarregistratur
Friodingen. 7542
— sept« 22^ Konstanz. Bewidmet den altar (altare in ambitu ecclesie ex opposito loci consistorialis erectum) zu
zn ehren der hL Peter, Paul und Maria Magdalena, den er auf eigene kosten errichtet und ausgestattet hat, mit
folgenden gutem und einkänften: einem hofe (curia ruralis) in Buttelbronn (Büttelbrnnnen), dessen jährlicher er¬
trag sich auf je 4 malter roggen und speit, 6 malter hafer und 1 pfd. Konst, pfg. (letztere wurden aus der band
Heinrichs gen. Farer zurückgekauft) beläuft; mit einem wagen weißen und roten weines aus den Weinbergen im
banne von Allensbach (Alenspach); einem hause in der wehergasse zn Konstanz, stoßend einerseits an das haus
des Budolf gen. Lämhli, andrerseits an das dem Erasmusaltar im munster zugehdrende haus, zur zeit von Katharina
Ton Seefelden bewohnt; mit 10 pfd. Konsi pfg. aus den Bezügen des dorfes Hagoau; mit der qnart der pfarrkirche
zn Bermatingen, die einst durch weil bischof Heinrich um 400 pfd. heller an den domherren Heinrich Goldast und
dessen brüder Ulrich und Heinrich verpfändet waren, vom bischof Burkhard aber auf eigene kosten ausgelöst
worden sind. Vor allem von den letztgenannten einnahmen soll der kaplan des altars 10 pfd. pfg. holler jährlich
an das domkapitel und die dombruderschaft entrichten, die dafür des bischofs anniversar zu begehen gehalten sind.
Solange der aussteller lebt, behält er sich das verleihungsrecht vor und zwar kann er den altar einem wirklichen
Priester oder auch einem einfachen kleriker verleihen. Nach seinem, des ausstellers tode, übt der älteste dos ge-
schlechtes derer von Hewen das vorschlagsrecht für diesen altar ans; ist das geschlecht ausgestorben, so hat der
bischof das recht der Verleihung, aber beidemal nur an priester. Der kaplan ist zur residenz und zur anwohnung
des officinms wie die übrigen kapläne verpflichtet und soll keine weitere pftünde besitzen. Dai Const. 1398, 10.
kaL oct, ind. 6. — Abschr. 14. jhdts. Karlsruhe (5 Konst. Kirchendienste). — Kopb. 509 (322), 196* Karlsruhe.
— ausz. Kraus, Knnstdenkmäler Badens 1,115. — vgl. folgende nr. und nr. 7529. 7543
1387—1398. Hält eine diozesamsjnode und bestimmt n. a.: Die dekane sollen zweimal jährlich listen der beneflzien
einreichen, welche über die kanonische trist hinaus unbesetzt blieben und derer, die auf grund einer päpstL bulle be¬
setzt wurden; sie sollen von den verleihungsurknnden aller beneflziaten einsicht nehmen. Der dekan muß vom bi¬
schof bestätigt sein. In ehesachen ist nur der bischof kompetent. Alle entscheidungen des bischofs müssen besiegelt
sein, einfache Unterschrift des offizials genügt nicht. Die residenzpflicht wird eingeschärft, pfründenannahme ohne
bischöfl. Verleihung ist verboten. Der dekan kann vakante beneflzien auf 1 monat provisorisch besetzen. Jeder einmal
exkommunizierte muß seine absolution mit einer besiegelten urkunde beweisen können. — Die bestimmungen bei
Brehm (DiözesanarchSchwabeu 1904 s. 2l). 7544
1398 sept. 30. Stirbt auf seiner pfalz und wird im kreuzgange des münsters neben dem von ihm gestifteten [vgl.
1398 sept. 22] altar begraben. Zur abhaltung seines anuivorsars vermachte er dem domkapitel 3 von der
quart der pfarrkirche zu Bermatingen und den zum dorfe Hagnau gehörenden zinsen (vgl. 1398 juli 23). — Kon-
stanzer domanniversar (MG.Necrol 1,293). — Desgleichen die Chroniken: Konstanzer Chronik von St. Gallen. —
— Buppert, Konst. Chroniken 114. — Gregor Mangolt: »liegt begraben im kreuzgang ,vor dem consistori überic.
— Schultheiß, Bistumschronik (FreibDiözesanarch. 8,52) berichtet den todestag falsch zum 19. august. — Ohne
tag erwähnt seinen tod das bischofsverzeichnis bei Mone, Quellens. 1, 306. —Abbildung des noch erhaltenen grab-
mals: Bergmann, Merkwürdigkeiten des Großherzogtums Baden 1 Taf. 6. — Kraus, Kunstdenkmäler Badens 1,
185. — Beschreibung desselben Fürstenberger U-B. 2, 319 nr. 494 note 1. 7545
— oht. 10. Zehn tage nach seinem tod wird das opfer begangen. Der rat von Konstanz verordnet 40 frauen
tind männer zum opforgang. — Konstanzer Chronik von St. Gallen. — Manlius, Chronicon episcopatus Const. 681.
-Schultheiß, Bistumschronik (FreibDiözesanarch. 8, 62). — Seine jahrzeit wird im kloster Neidingen begangen
Oahrtagsstiftung in das kloster Neidingen 1395 aug. 16). — Über eine jahrzeit in Konstanz vgl. nr. 7509 und
7643. 7546
— okt. 12, Konstanz. Die brüder Peter und Wolfhard, herren zn Hewen, verzichten für den fall ihres todes für
sich und ihr geschlecht auf das vorschlagsrecht zu dem altar der hl. Peter, Paul und Maria Magdalene im kronz-
gange des münsters zu Konstanz, das ihr Vetter, weil, bischof Burkhard durch den ältesten derer von Hewen aus¬
geübt wissen wollte. Nach ihrem tode soll jenes recht fortan den bischöfen von Konstanz zustehen. Geben ze Cpst.
1398, an dem nächsten samtztag vor s. Gallen tag. — Kopie 16./17. jhdts. Karlsruhe (5 Konst. Kirchendienste).
— Kopb. 509 (322), 196^ Karlsruhe. — erw. Kraus, Kunstdenkmäler Badens 1,114. — vgL nr. 7543. 7547
Cüironikalische Überlieferung: Konst. Chronik von St. Gallen. — Darnach Manlius, Chronicon episcopatus
Oonsi 681. — Schultheiß, Bistumschronik (FreibDiözesanarch. 8, 51-52) geht auf dieselbe quelle zurück wie
96
Friedricli 1. ton Xellenbnrg.
die Konst Clironik yon St Gallen, hat eigen nnr den bfli^erbrief und das abwekhende todesdatnm« — Kurz be-
. richten: Dächer und bei Bnppert 111, 114. — Merck, Chronik des bistoms Konst 244. — Bncelin,
Constantia Bhenana 306. 307. — Brnschins, De omnibns Germaniae episcopatibos 47\ — Gallia christiana 5,
921-922. — Zur chronikalischen Überlieferung ygl. die bemerknng bei Lndwig, Konst Geschichtsschreibnng 170.
Zar Charakteristik des bischofs bieten die Chroniken nichts. — Über die ansprdche an seine hinterlassen-
schafb ygl. 1400 okt 4. 7548
Neuere Würdigung: Bnppert, Konst Chroniken 442. 7549
Siegel: Fr. y. Weech, Siegel yon Urknnden ans dem Großh. Badischen Generallandesarchiy zn Karlsrahe 32, 3 (1390
mal 3j; 32, 4 (1398 jnU 26); 32, 5 (1388 ang. 14). 7550
Friedrich L yon Nellenbur^.
Abstanunung;
Über sein geschlecht ygl.: Tnmbnlt, MIÖGErgzsbd. 3, 629.—Locher, Hohenzollersche Mitteilnngen 2-5; sep.
Sigmaringen 1872. — Seyler, Geschichte der Heraldik 235. — Zingeler, Das Wappen des fürstL Hanses
Hohenzollem 44.— Büeger,. Chronik yon Schaffhansen 1,228K; 2, 1097. — Barth, Gesch. yon Stockach 38.
— Ettmnller, Züricher Jahrbücher 68.
Nach der Stammtafel bei Bneger, Chronik yon Schaffhansen 1,233 anm. and Locher (5, 46) ist Friedrich der
sohn dos grafen Eberhard IIL d. j. yon Nellenbnrg ans dem hanse Yeringen (1339-69) f 1371 and dessen ge-
mahlin Irmengard yon Teck.
Brüder sind: Wolfram ü. (bezengt yon 1363-91), landyog^ im Hegan and im Madach, stirbt yor 1393;
Eberhard (1361-1422), domherr zn Basel; Konrad, domherr zn Trier (f 1422) nhd eine Schwester MargareU,
die mit Johann yon Tengen yerm&hlt war (ygl. das register znm 2. Bd. der Konstanzer Begesten). 7551
Torgesehiehte.
1357 Juli 16. Bischof Heinrich IIL yon Konstanz bittet den papst für seinen blntsyerwandten Friedrich, sohn dos
Eberhard yon Nellenbnrg, nm kanonikat and pfrnndanwartschaft zn Basel. — Desgleichen bittet er für Konrad,
sohn des gen. Eberhard, nm die gleiche gnade am dorne zn Straßbarg.—B6m.Qnellea znr Konst Bistnmsgeschichte
nr. 190, 189. 7558
1360 april 30. Friedrich herzog yon Teck, gnbemator et rector dominiomm, terramm et bonomm Bndolßi herzogs
yon Österreich, bittet den papst nm ein kanonikat in Straßbarg für seinen yerwandten Friedrich, sohn des Eberhard
yon Nellenbnrg (Fridericns Eberhard! de Nellenbnrg). — Lang, Acta Salzbnigo-Aqnilejensia 1 nr. 680. 7558
— april 30« Papst Innocenz YI. beanftragt den bischof yon Konstanz, dem Friedrich, sohn des grafen Eberhard
yon Nellenbnrg, kleriker Konst bistnms, kanonikat mit pfründanwartschaft zn Straßbnrg zn yerschaffen. — Böm.
Qnellen zur Konst. Bistnrnsgeschichte nr. 1441. 7554
1364. Friedrich yon Nellenbnrg als domherr zu Straßbnrg anfgeführt neben den anderen domberren: ZGCBluNF. 2,
101. — Als domherr yon Straßbnrg ist er ferner genannt StraßbnrgerÜ-B.5, 625 nr.799 nnd 1370dez. 17 neben
Konrad yon Nellenbnrg: ebenda 7,415. 7655
1390 okt. 12. Spricht mit Bndolf yon Montfort-Feldkirch recht zwischen den edeln yon Krenkingen nnd der
Stadt Thiengen. — MYGHohenzollem 4,18. — ygl. ZGOBh. 13, 360. 7666
1395 nOT. 24. Eberhard graf zn Nellenbnrg, landgraf im Hegan nnd in Madach, yerkanft mit znstimmnng seiner
brüder der grafen Friedrich nnd Konrad zn Nellenbnrg, landgrafen im Hegan and Madach, .an Nikolaas Bessrer,
büig^er zn Überlingen, den hof zn Lobegg. — reg. FreibDiüzesanarch. 27, 192. 7567
Friedrich I. Ton Nellenbarg, Bischof yon Konstanz.
1398 okt. 16-okt 25.
1398 okt« 16« Die domherren wählen einstimmig den gfrafen Friedrich yon Nellenbnrg; er wird nach löblichem
brauch an demselben tage anf den altar gesetzt im beisein seines bmders Konrad yon Nellenbnrg, domherrn zn
Stnhlerledigimg.
97
ßtraßbnrg. Rate und bürgen m&nner und franen haben an dieser wähl einen gefallen. — Belege Tgl folgende nr«
7558
1398 okt« 25. Zehn tage nach der wähl (Darnach aaf den 10. tag, Crispini und Crispiniani = okt 26) verzichtet
er auf das bistnm und fahrt von Konstanz wieder gen Nellenbnrg. Man sagt, er tat es wegen der schulden des bis*
tams (ist die sag, es bewegte in darzü verkombemng, versacznnge und geltschnld des bistnms), die ihm vorher un¬
bekannt war. — Konstanzer Chronik von St.Gallen 235*; darnach wörtlich Schultheiß, Bistumschronik (Freib.
DiÖzesanarch. 8,52), die bei Rapport, Konst. Chroniken 114 genannte Chronik und M a n 1 i u s, Chronicon episco-
patus Consi 682. — Gregor Mangolt bietet nichts neues. — Nicht genannt ist der bischof in den Kollektaneen
von Christoph Schultheiß. — Bruschius, De omnibus Germaniae episcopatibus 48 erzählt: »Fridericus...eli-
gitur ab universo capitulo in saccessorom Burcardi anno Domini 1398 in dies. Galli,moxqneinpraosentiaparentis(!)
comitis Conradi a Nellenburg insigni pompa consecratur. Cum audiret autem, opiscopatum adoo esse exhaustum
et aere alieno gravaturo, ut difficillimo ei cönsuli aut subveniri posset, resignavit eum decimo die, suis canonicis gra-
tias agons ingentes pro tali honoro sibi exhibitoc.— Gallia christiana 5, 922. — Nur mit dem namen ist Friedrich
aufgeführt im biscbofsverzeichnis bei Hone, Qucllensammlung 1,306. — Rueger, Clironik von Schaff hausen 1,
237. — Merck, Chronik des bistums Konst. 245-246. — Bucelin, Constantia Rhenana 307. — Ob eine
anzoige der wähl an den papst stattfand, ist nicht sicher zu sagen. — Vgl. Kummer, Die Bischofswählen in Deutsch¬
land s. 109. — vgl. auch ZGORb. 1,83 und hier nr. 7561, wodurch die nachricht der Chroniken bes^tigt wird.
7559
Neuere Würdigung: Ruppert, Konst Chroniken 442. 7560
Stahlerledigang.
1398 nach okt. 25. För die Vorgänge nach dem verzieht des Friedrich von Nellenburg ist nachstehendes
schreiben von großer Wichtigkeit: .
Ravensburg. Graf Friedrich zu öttingen schreibt an [den papst]: nach dem tode des bischofs Burkhard ist Fried¬
rich von Nellenburg, domherr zu Straßburg, einhellig zum bischof von Konst postuliert worden, um die zerrütteten
Verhältnisse des hochstifts in besseren stand zu bringen (sub spe, quod... collapsum statum eiusdem ecclesie refor-
maret). Er nahm die postulation an, als er aber sah, wie seh^ das bistnm vers^uldct und verarmt sei (gravi gran-
diqne mole debitornm oneratam esse), verzichtete er auf die postulation. Viele barone und reichsstädte wünschen
den Konstanzer dompropst Albrecht Blarer zum hirten und werden dem adressaten (dem papste) schriftlich
ihre bitten mitgeteilt haben. Der dompropst ist ein Konstanzer (filius civitatis Constant), beide eitern gehören den
reicheren und mächtigeren geschlechtem der stadt an, mit deren Unterstützung er dem stand des hochstifts wird
aufbelfen können. Der graf bittet, den dompropst an ^e spitze des Konstanzer bistums zu stellen, da dieses dem¬
selben nur zum nutzen gereichen wird. Scriptum in imperiali Castro Baüen[sburg]. —Kopb. 1491 (855), 11^
Karlsruhe (Formelbuch). — Der adressat ist unzweifelhaft der papst; das schreiben beginnt mit den werten: Feli-
cissimomm osculo pedum preoblato, beatissime pater. Nur der römische papst Bonifaz IX. kann in betracht kommen.
— Die datierung ergiebt sich daraus, daß 1. am 25. Oktober 1398 Friedrich resignierte; 2. der wähl Marquards
von Randeck keine erwähnung geschieht. — Auszug bei Ruppert, Konst. Chroniken 114 anm. 7561
— HOT. 20, Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem abt und konvent des klosters Wettingen die kirche in Manl-
burg (Mulberg), deren einkünfte 10 m. s. nicht übersteigen, und gestattet dem kloster für die Zukunft die freie
besetzong der ihm inkorporierten Pfarrkirchen mit weit- oder ordensgeistlichen, über die dom kloster das Straf¬
recht zustehen soll, ohne die Zustimmung des diözesanbischofs einzuholen. Abt und konvent hatten vorgetragen:
Bonifaz IX. haben ihnen bereits die Pfarrkirchen zu Wettingen, Höngg, Dietikon (Diettikon), Talwil? und
Riehen (Riechen), Konst, diözese, inkorporiert, das kloster habe dieselben in besitz genommen und durch ständige
vikarc versehen lassen, werde jedoch in der einsetzung der vikare vom diözesanbischof auf mannigfache weise be¬
lästigt Die einkünfte des klosters übersteigen nicht 100 m.s. Von etwaigen päpstl. revokationsbriefen der Unionen
solle Wettingen nicht betroffen werden. Dat Rome apud s. Petrum 12. kal. dec., a. 10. — Or. Basel, Staatsarch.
(st urk. 756). Unter dem bug rechts: A, de Porlugruaio; auf dem bug rechts: Qratis de mandaio domini ncstri
pape. Gerla^, Rückseits R darin n; eine andere größere bemerkung unleserlich. Bulle an Seide. 7562
— nov. 24, Rom Papst Bonifaz IX. an den kantor von St Felix und Regula in Zürich. >Ea que de bonis «-bulle für
Wettingen. Dat Rome apud s. Potrum 8. kal. dec., a. 10. — Or. Aarau. Staatsarch. (Wett 766); unter dom bug:
# 10 . taxe 2. M. de Pütorio, Jo, de Canevariia, Auf dem bug: Jo, de Canevariis; rückseits oben links: B,p,; mitte
P. Fabri; rechts:j#. fa,(f); quer: pro abbate et conventu mon, MariasteUe detur domino Erhardo Nctsloa ftoren, vel
aUae in ^, eint? 7568
B«gMtea der Ton KontUm. lil.
13
98
Marquard yon Bandeck, Geschlecht
1398 dez. 11^ Konstanz. Der generalvikar in spir. sede episcopali Tacante beauftragt den dekan des de- '
kanats Ewatingcn (Egboiingen), den priestor Nikolaas Hafner yon Schaffhaosen, der ihm Ton Johann Brdmsi sonst
Gpar von Schaffhaasen, kirchherrn zn Laasheim, präsentiert worden war, als yikar (leatpriester) gen. pfarrkirche
za investieren, da der gen. kirchherr zor zeit die pfarrei nicht persönlich versehen kann. Dat. Oonst 1398, 3. id.
dec., ind. 6. — Or. Karlsruhe (St Blasien); rnckseits oben sparen eines ringsiegeis. Umschrift des hängesiegeis:
Yicarios ecclesie Oonst sede vacante in spiritaalibos generalis. 7561
1399 febr. 2, Rom. Antonias ep. Concordien, eröffiiet als ezekator dem bischof von Konst, dessen generalvikar
bezw. Offizial and dem kapitel von St Felix and Begnla in Zürich die bolle Bonifaz IX. d. d. 1399 jan. 27 (Dat.
Rome 6 . kal. febr., a. 10 .), worin dieser dem Felix Letz, kleriker Konst, diözese, kanonikat, präbende and leatprie^rei
von St Felix and Eegnla verleiht, welche dnrch tod des Brano Bnmonis vakant ist iiQd deren früchte nicht über
32 ro. betrageü. Dat et act Rome in Pradibas apad basilicam s. Petri 1399, ind. 7., die 2. mens, febr., pontit
Bonifacii IX. a. 10 . Zeugen: Johannes .llsong, litteramm apost abbreviator, and Ulrich Sjfridi, Eichstädter, nnd
Stephan de Krembs, Passaner diözese. — Gieichz. abschr. Zürich, Staatsarch. (GII 2 nr. 247). — 1399 joni 28f
Rom, wird den bischöfen von Konstanz and Basel, dom gesamten aafgeführten konvent der abtei and vor allem dem
Rudolf Helwer, der die stelle des Bruno Bnmonis in besitz genommen, die gen. bulle erüfibet mit straCamdrohung
im falle der nichtbeachtung. Dat Rome ... 1399, ind. die 28. mens, iunii (ebenda nr. 248). 7565
— febr. IO 9 Konstanz. Die vikare in temporalibus der Konst kirche beurkunden, daß Johann Ehinger,
propst zu Embrach, dem Johann von Rast insiegler des Konst hofes, 10 äfheUer als konsolationen der kirche Em-
brach für das jahr 1398 bezahlt hat Dat Oonst 1399, feria 2 . ante fest b. Yalentini martiris, ind. 7. Darunter:
6 prepositure Bn. XIII [Benedictas XTIT ] C. Elye offie. prönd, Tettikover, — Or. Zürich, Staatsarch. (0 lY 2 Em¬
brach) ; rückseits spuren zweier Siegel 7566
— febr. 13^ Konstanz. Der generalvikar in spir. sede vacante bestätigt die Stiftung eines altares zu ehren
des hl. Johannes des T., des hl Georg und aller hll. in der pfarrkirche zu Hüfingen durch Töltzer von Schellenberg,
edelknecbt, mit zustimmong Konrads, Burkhards und Klaranna von Blomberg und des abtes Berthold von St Mär¬
gen, dem die kirche zu Hüfingen inkorporiert ist Dat Oonst 1399, id. febr. — Abschr. Donaueschingen: Fürsten¬
berger U-B. 6 , 51 f. 7567
— märz 11. Heinrich von Blumenegg, ritter, und dessen brüder Johann, Martin und Dietrich, edelknechte, stiften
aas den kleinodien ihrer verstorbenen großmatter Gysela von Tierstein für sich und die beiden mindeijährigen
brüdqr Rudolf und Otto von Blumenegg mit Zustimmung des bruders Johann von Owe, Stellvertreter des Hermann
von Owe, komtur des Johanniterordens zu Yillingen, eine frühmeßpfründo auf den St Katharinenaltar der kirche
zu Lenzkirch, welche den Johannitern zu Yillingen inkorporiert ist, und bitten den bischof bezw. dessen general-
vikar um genehmigung. PAichten und einkünfte des kaplans sind aufgeführt Dat et act 1399, 11 . die mens,
marcii, ind. 7. — Or. Karlsruhe (20/163). — ausz. Neugart, Ood. dipL Alem. 2 » 483 nr. 1163; Fürstenberger
U-B. 6 , 224 nr. 139 note 1 . 7568
Marqnard yon Bandeck.
Gesebleeht.
Bezüglich der familien von Randock sind drei verschiedene linien zu unterscheiden:
1 . das hegaoisehe geschlecht; stammbarg Randegg, Oa. Konstanz; wappen: im schild ein löwenkopf.—
Ygl über das hegauische geschlecht ZGORh. 2 , 350 ff. und Oberbadisches Geschlechterbach 3;
2 . das n e i d 1 i n g i s c h e geschlecht; stammbarg Randock bei Neidlingen und Ochsenwang, württombergisdies
Oberamt Kirchheim; wappen ^ im Schilde schildhaupt mit schräg-rechtsbalkeu. — Ygl darüber Alberti, Württem¬
berg. adols- und wappenbuch 2 , 541 f. und Oberbadisches geschlechterbuch 3 . (Die hier aus urkunde 1391 april 25
aafgeführten verwandtschafbsVerhältnisse sind nicht richtig wiedergegeben).
3. die neckargauisebe fiimilie bei Kelheim an der Donau »im Ries«.
^ Wie die eingehende nachprüfung und Vergleichung der wappen ergab, gehört bischof Marquard dom neid-
lingischen gcschlechto der von Randeck an, derselben familie wie der gleichnamige bischof von Augsburg and
Patriarch von Aquileja. — Ober das Siegel des Konstanzor bischofs vgl v. Weech, Siegel von Urkunden aus dom
Großh. Badischen Generallandesarchiv zu Karlsrahe tafel 32 nr. 6 und 7 und die erläuterung dazu im text — Der
spätere Konstanzor bischof Barkhard von Randegg dagegen gehört der hegauischen familie von Raudegg an, wie
. . 9dlo Wappen in! unterschied von unserem bischof klar beweist
Marquard Ton Bahdeck, Geschlecht.
99
Falsch ist danun, wenn als eitern unseres bischofs: Heinrich Ton Bandeck (ans dem Hegau) und Klara von
Homburg genannt werden, so Manlius, Chronicon episcopatus Consi 683; Bucelin, Constantia Bhenaua 307;
Qallia cbristiana 5 » 922. — Unrichtig ist auch, wenn Schultheiß, Bistumschronik und Kollektaueon, das bi-
schofsverzeichnis bei Mone, Qnellensammlung 1 , die Zimmersche Chronik 484 und Bueger, Chronik von
Schaff hausen 2, 916 den Eonstanzer bischof dem geschlechte der Bandeck »uss dem BieOc (Bandeck. bei Essing
an der Altmühl) zurechnen. — Dagegen zahlen ihn die Jahrgeschichten der Franziskaner (Mone, Quellensamin-
lung 3 , 638) richtig zur neidlingischen Linie der Bandeck und bezeichnen ihn als »Marquardus de Bandeck ex
Neidlingen«.
Bach verschiedenen Chroniken solider vater unseres bischofs: Marquard von Bandeck, bischof von Augsburg und
Patriarch von Aquileja, gewesen sein, wie ans folgenden belegen hervorgeht: Schultheiß, Bistumschronik (Freib
DiÖzesanarch. 8,52) nennt als vater (zusatz von fremder band: ,vatters bruder*) »den Patriarchen von Aquileja€,
ebenso in seinen Kollektaneen. — Desgleichen die chronik bei Buppert, Konst Chroniken 115: »er war des Pa¬
triarchen Sun von Aglai». — Das bischofsverzeichnis bei Mone, Quellens. 1 , 306: »Marqnardus de Bandeck ufl
dem Bieß tenuit opiscopatum annis JO, huius parens fertur fuisse patriarcha de Aglen; obiit a. d. 1407«. — Ett-
müller, Züricher Jahrbücher 68 . — In Übereinstimmung damit ist die bemerkung der Zimmerschen chronik (hrsg.
von Barack) ]’, 484: »Ich bab ain alte copie ainer missif gelesen, do schreib ain bischof von Costanz, genannt
Marquardt, ist ain edelmann von Bandeck gewest, graf Friederichen von Zollern ains pfaffen halb, hat pfaff Bitter,
gehaisen, mit denen worden: ,Unser frundtlich dienst vor (und nit zuvor). Edler, wolgebomer herr, sundor lieber
fründtS und in der übergcschrift des briefs: ,Dem edlen, wolgebomen herren, unserm besondern lieben fründ, grave
Friderichen graven zu Hohen-Zollem* etc. Man sagt, obgeherten bischof Marquards geschlecht sei uß dem Bieß
und sein vatter ein patriarch zu Aquileja gewesen«. — Bruschius, De omnibus Germaniae episcopatibus 48.
Allein diese nachricht der Chronisten ist unrichtig. »Derselbe ist bestimmt nicht ein unehelicher sOhn des
gleichnamigen bischofs von Augsburg (1348-65) und Patriarchen von Aquileja (1365-81). Dieser hatte aller¬
dings einen unehelichen sohn mit namen Marquard, welcher mit päpstlicher dispens im jahre 1370 priester wurde,
aber bereits am 7. VII. 1394 als dr. decret. und domherr zu Augsburg starb. (Monumenta boica 35 s. 176)«:
Mitteilung von Dr. Glasschröder, München. — Uber den Augsburger bischof und Patriarchen von Aquileja vgl. Fr.
Glasschröder, Markwart von Bandeck, Bischof von Augsburg und Patriarch von Aquileja (Zeitschr. des hist.
Vereins f. Schwaben und Neuburgl 5 [16SS^ Iff.; 2 u [1893] Iff.; 22 [1895]97ff.).— Braun, Geschichte der
Bischöfe von Augsburg 2 , 455. — Allg. Deutsche Biographie 27, 227. — Die notizen bei Knod, Deutsche Stu¬
denten in Bologna 429 f.
Der Konstanzer bischof ist vielmehr ein neffe des Patriarchen, der patriarch darum seines Täters bruder.
So bezeichnet ihn von den Chronisten richtig: Merck, Chronik des bistums Konst. 246, und die zweite band von
Schultheiß, Bistumschrouik. — Wenn darum die oben genannten Chronisten den patriareben als ,vater*.des
Konst, bischofs bezeichnen, so muß dies durch Schreibfehler ans ,vett6r‘ entstanden sein.
Der bischof von Augsburg und patriarch von Aquileja, geb. um 1296 als sohn des ritters Heinrich von Bandeck
und dessen gattin einer geborenen von Tumnau, hatte 2 brüder Eberhard und Heinrich und eine Schwester Agnes.
Der Eonstanzer bischof ist der sohn des Eberhard von Bandeck (Mitteilung von Dr. Glasschrödcr ln Mün¬
chen). — Hält man alle urkundlichen nachrichten zusammen (vgL besonders Urkb. Eßlingen 2, 57 f.), so scheint
sich folgender Stammbaum zu ergeben:
Eberhard
1363
1367
Heinrich
1365
Marquard
bischof V. Augsburg
patriarch v. Aquileja
Marquard Heinrich Friedrich
bisch. V. 1367.1371 1371
Konstanz |
Marquard Heinrich
Bitter 1402
1400. 1402 1413
Marquard
1334. t vor 1371
Konrad
1371. 1386
Marquard
can. August
11394
Agnes «v>:Waltcr
Hochschlitz
1365
»Von den beiden brudersöhnen des patriareben, die 1371 genannt werden, Heinrich und Friedrich, ist Heinrich
wohl identisch mit dem 1367 genannten Sohn Eberhards (Eßlinger U-B. 2 , 77, 30). Der Brudersohn Marquard
des bischofs von Konstanz dürfte identisch sein mit ritter Marquard, der zusammen mit seinem bruder Heinrich
1402 ein gut in Schlattstall an eine Kirchheimer klosterfrau verkauft. (Urk.hier, Kl. Eirchheim B. 30). Daß beide
die söhne von des Konstanzer bischofs bruder Heinrich sind (und nicht von Friedrich), ist urkundlich nicht zu be¬
legen, darf aber wohl aus Heinrichs namen geschlossen werden. Der jüngere Heinrich erhält 1413 das burglehen
13 *
100 Marqnard yon Eandeck, Bischof Ton Konstanz. 1398.
ZU Kirchheinit das 1363 dem ritter Eberhard yerliehen wird (Lehenbach Eberhards des Greiners, Wärti Viertel-
jahrsheite 1885, s. 121 and Orig.-Urk. hier, Leheuleate B. 391). Einen geistlichen Marqnard aaßer dem Patriarchen
(and seinem sohn) and dom bischof von Konstanz kennen die hier vorhandenen genealogischen Sammlangen von
Gabelkhover and E. Pfaff nicht. Heinrich der brader des Patriarchen erscheint noch 1365 in einem regest Gabel-
khovers, das anch die Schwester beider, Agnes, als fraa des Walther Hochschlitz nennte. (Mitteilang des kdnigl.
Staatsarchivs in Stattgart). — Aaßerdem nennt der Konstanzer bischof 1400 sept 27 and okt 25 (vgL regest
onten) einen Marqnard von Bandegg, kirchherm za Mari; als »fratraelisc. 7569
Yorgeschiciite.
1382 dez. 20^ Civitas Anstriae. Philipp von Alen^on (Je Alenconio), kardinal bischof tit. s. Sabine and patriarch
von Aqaileja, überträgt dem Urban gen. Frank, priester Agleior bistnms, die pfarrkirche za Patemim [Oberkämten,
nw. Villach], die durch den tod des priesters Heinrich erledigt ist. Er hat den Marqnard von Bandegg (ech),
pleban za Villach and archidiakon von Kärnten, als prokarator des gen. Urban mit der kirche inve¬
stiert and beauftragt genannte leatpriester, den Urban Frank oder seinen prokarator in don besitz jener kirche ein-
zaweisen. Dai in nro. pairiarchali palatio nrae. Civitatis Anstriae die 20. dec. 1382, ind. 5. — Hofschatzgewülbe-
bücher (l7. jhdt.) 4, 656 im Arch. des Geschichtsvereins für Kärnten in Klagen fort, mitgeteilt durch A. von Jaksch.
Ob damit der Konstanzer bischof gemeint ist, ist fraglich. 7570
1392 april 11 • Dr. decr. ist domherr za Eichstätt and Angsborg, rektor an der Universität Wien. — Ascbbach,
Geschichte der Wiener Universität 1, 580. Der anfang der regenz wird von Aschbach auf das Jahr 1372 verleg
7571
1392« Dr. decr., rektor der Wiener Universität, wird von dieser zum dooiherm der kollegiatkirche zum hl. Stephan
in Wien nominiert. — Zschokke, Wiener Metropolitankapitel 296. 7572
1395 Juni 26, Wien. Urkundet als: »decretomm doctor, Ejsteten. et Angasten. ecclesiamm canonicus, referen-
darius domini nostri pape [Bonifaz IX.], neenon in provincia Salzebargen. fmetuam proventaam et alioram redditaum
camere apostolice debitomm coUector generalist. Dai Wyenne, Patavien. dioc., 1395 die sabbati 26. mensis iuniL
-T- Notariatsinstrument des Gandaker Aspeck, klerikers des bistums Passau: Or. Arch. des Geschichtsvereins für
Kärnten in Klagenfart (Depositum des Bistums Gurk nr. 279), mitgeteilt durch A. von Jaksch. — Lang, Acta
Salzbargo-Aquilejensia 1 nr. 1033. — erw. Quellen zar Geschichte der Stadt Wien 2, 261 nr. 2082. 7573
1398 märz 20, Born. Wird von papst Bonifaz IX. znm bischof von Minden ernannt and ihm als »referendari.us
papet gestattet, daß er seine pfründeii (welche nicht näher benannt sind) beibehaltcn dürfe. Dat Borne apad s.
Petmm 13. kal. apr., a. 9. — Beg. Lat. 52, 74 Born.
Sein Vorgänger Otto von dem Berge war 1398 Januar 1 gestorben. (Eabel, Hierarchia 1 , 359). — Über die Pro¬
vision Marqaards mit dem bistam Minden vgl. Kammer, Die Biscliofswahlen in Deutschland zar Zeit des großen
Schismas s. 33. Das bistum wird ihm von dem vom domkapitel gewählten dompropst Wilhelm von dem Busche
streitig gemacht, der ihm aach im bistam nachfolgte (zam bischof providiort vor 1398 nov. 26; obligiert sich zar
Zahlung der servitien 1398 nov. 26). 7574
— märz 27, Born. Verpflichtet sich als erwählter von Minden persönlich an der kurie zur Zahlung des commune
sorvicium in der hübe von 400 fl. — Mod. abschr. (Obi. 52, 99 Born). 7575
— Juli 15. Hält seinen einzag in Minden. — Kammer, Die Bischofs wählen in Deutschland s. 33. 7576
Marquard von Bandeck, Bischof von Konstanz.
1398 noT.~-1406 dez. 28.
1398 okt. 25 — HOT. 26. Marquard von Bandeck, bischof za Minden, wird vom papst nach Konstanz transferiert
Zwischen 1398 okt 25 and nov. 26, offenbar nachdem die resignation des Friedrich von Nellenbarg (1398 okt 25)
in Born bekannt geworden war, erfolgte die translation Marqaards von Minden nach Konstanz durch den papst.
Das datum 1398 nov. 26 als letzter termin ergibt sich daraus, daß sich Wilhelm von dom Basch, der nachfolger
Marqaards auf dem bischofsstuhl von Minden, unter diesem datam zur servitienzahlung obligierte (Eubel, Hierarchia
2 , 359). — Die Chronik bei Rapport, Konstanzer Chroniken s. 115 berichtet deswegen wohl richtig »er ward von
dem stuol zu Rom erwelt«, während Christoph Schultheiß in seiner Bistumschronik and seinen Kollektaneeu
von einer einheitlichen wähl Marqaards [durch das domkapitel] spricht, was nicht recht wahrscheinlich ist Aas der
urkunde 1399 febr. 13 [nr. 7567] geht hervor, daß das kapitel den bischofsstuhl damals noch und zwar bis zum
eiiizug Marqaards in Konstanz als erledigt betrachtete.
Marqnard yon Bandeck, Bischof yon Konstanz. 1398—131K). 101
9BSBa5saaasBBBa9SBB^s^=^=Bsss9a=a9BBasaaaBSESBsaaBa^Ba^aa^aBBBBaa9B9Bns
Seine beförderang anf den Konstanzer bischofsstubl verdankt Marqnard der g^Bist der berzoge von Österreich —
»er was der herscbafl von östericb sanderlich lieb« — (Rnpert, Chroniken 115). Er hat viel zn dnlden.von seinen
feinden. »Das was och schinbar, wan er sprach, sj hottend im den tod angetan, das er bischoff wer worden* (ebenda).
Daraus gebt hervor, daß Marqnard mit widerstand bei seiner bischofsemennnng zn kämpfen batte, was nicht ver-
wnnderlich ist, da dompropst Albrecht Blarer von vielen als bischof gewünscht wnrde (vgl. nr. 7561). Im einzelnen
sind die Vorgänge noch dnnkel Die snpplikenbände des Vatikanischen Archivs könnten näheren anfscblnß bringen.
— Über seine Provision vgl. Kammer, Die Bischofswahlen in Dentschland s. 109. 7577
1898 nOT. 24, Rom. Papst Bonifaz .IX. nimmt das kloster Wettingen nnter seinen schntz. »Onm a nobis petitnr«.
Dat. Borne apnd s. Petmm 8 . kal. dec., a. 10 . — Or. Aaran, Staatsarch. (Wett 757); nnter dem bng links taxe 5 ;
anf dem bng rechts: gratis. Jo. de Canevariis. Bückseits oben mitten: P. Fabri; qner: pro ahbate et eonventu
tnon. Maristelle detur fioren. domino Erhardo Naslos. 7678
— dez« 6, Rom. Papst Bonifaz IX. beanftragt den bischof von Brizen and den episcopns Dimitricn. (?) dem b. Mar¬
qnard von Konst, ehemals erwählten von Minden, den er von Minden nach Konst transferierte, den treneid abzn-
nehmen, damit er nicht an den päpstl. hof zn kommen branche. Dat Rome apnd s. Petrnm 8. id. dec., a. 10. —
Mod. abschr. (Reg. Lat 71, 108^ Rom). 7579
— dez. 10. Erwählter von Konst, verpflichtet sich dnrch seine proknratoren, Albert Blarer propst zn Konst, Wen-
zeslans Tyen domherm zn Regensbarg, and Vasaldns kirchherm zn Gnttdorf im bistnm Aqnileja, znr zahlnng seines
commnne servicinm in der höhe von 2500 kammergnlden nnd der 5 servitia consneta. Ebenso versprach er als
rückständiges commnne servicinm für seinen Vorgänger 2272 fl. 7 soldi, 9 denare and 5 servitia (pro rata etiam
de 100 flor. solntis non facta divisione) zn zahlen. Ferner verpflichtete er sich znr Zahlung des commnne servicinm
für seinen Vorgänger Nikolaus von Riesenbnrg in der höhe von 2500 fl. und der servitia consneta.—Mod. abschr.
(Obi. 52, 107 Rom). 7580
1399 mSrz 24. Verläßt Minden nnd zieht nach Konstanz. — erw. Kammer, Die Bischofswahlen in Deutschland
8 . 33, 109. 7581
— april 1, Oottlieben. Von gottes nnd des apost Stahles gnaden erwählter nnd bestätigter von Konstanz (Dei
et apost sedis gratia electns et confirmatns eccl. Const) beschwört vor Albrecht Blarrer propst. Albert von BenUls-
bach dekan, Rudolf Tettikover thesanrar, Eberhard Insiegler kantor, Johann Berger, Eberhard Last, Konrad Elye,
Johann Bis, Petras Liebinger, Nikolaus Last, Konrad von MönchweUer, Hngo Eilend nnd Johann Ulrich Truchseß
von Diessenhofen, domherren zn Konst., seine wahlkapitnlation. Den inhalt derselben bei Bmnner (ZGORh. NF. 13
ml 0-13). Dat et act in Castro nostro Gotlieben 1399, die prima mens, apr., ind. 7. Zeugen: Heinrich von
Randegg, domherr zu Cur, Johann Tegginger alias cantor, Johann Winkler Chorherr zu Zurzach, Petrus Spöhli
kaplan der Konst kirche, Heinrich nnd Merko von Bandegg brüdcr* residierend anf bürg Ybach nnd Wernher von
Neidlingen (Nidlingen) edclknecht.*— Or. Karlsruhe (5 Gen. 26) mit schönem bischofssiegel; rechts anf dem bng:
uota debita. 7582
— april 7, Bettenbmnn. Johann, abt von Weingarten, eröffnet dem bischof nnd der gesamten geistlichkeit der
diuzese Konst die bulle Bonifaz IX. d. d. 1398 apr. 1 , wornach der papst anf bitten des grafen Albert von Werdenberg
der neu gegründeten kollegiatkirche zn Bettenbmnn, deren einknnfte 12 m. s. nicht übersteigen, die pfarrkirche
zu Deggenhansen (Teggenhusen), deren patronatsherr die grafdh von Werdenberg sind, mit oinknnften von 8 m. s.
inkorporiert und den abt von Weingarten mit der ausfnhrung beauftragt (Dat Rome apnd s. Petrnm kal. ang.,
a. 9). Der abt vollföbrt den päpstl. auftrag im beisein nachfolgender zeugen: der kirchherren bezw. lentpriester
Konrad gen. Schörpfysen in Pfullendorf, Johann Zemler in Sauldorf (Suldorff) und Ulrich in Bmensee. Acta in ec-
clesia Bettenbmnnen 1399, pontif. Bonifacii IX. a. 10 ., ind. 7., de mense apiili feria 2 .sen die Inne septimamens.
einsdem. — Notariatsinstrament des Petras Engelhardi, kleriker der Mainzer diözese: Karlsruhe (7/3). — Or. Do-
uaneschingen (f 6 Vol. 1 fase. H). — ansz. Fürstenberger U-B. 6 , 203 po. 126 note A, vgl befehl Bonifaz IX. d.
d. Rom 1398 aug. 1 .;— Nengart, Cod. dipL Alem. 2, 478 no. 1160. 7583
— apr« 9, Nennkirch« Bestätigt die hergebrachten ireiheiten nnd rechte der stadt Nennkirch. Geben in der
stat ze Nnnkilch 1399, an der näbsten mittwochen nach nssgender Osterwochen. — Or. Nennkirch, .Stadtarch. —
reg. Urknndenregister des kantons Schaffhansen nr. 1327. 7584
— april 10, Kaiserstuhl. ,Von gottes nnd des stuls ze Rome gnaden* bischof bestätigt der stadt Kaiserstahl
alle ihre rechte, besonders die von bischof Heinrich IIL gegebenen. Geben ze Keiserstül 1399, an dem näbsten
donstag nach nssgender osterwachen. — Rechtsqnellen des kantons Argan I, 3 s. 2 1 nr. 13 nach or. Stadtarch.
KaiserstnhL 7585
— april 15. Rndolf Helwer von Bregenz appelliert an den apost stahl, weil ihm von Felix Letz anf grand einer
•bulle des papstes Bonifaz JX. kanonikat, präbende and lentpriesterei der abtei Zürich, die er seit 10 Jahren besessen,
102 Marqaard von Bandeck, Bischof yon Konstanz. 1399.
stroitig gemacht wird. Sie war durch den tod des Bruno Brunonis einstens erledigt — Papier, Notaiiatsinstr. Zü¬
rich, Stadtarch. (nr. 285). — vgl. 7565. 7586
1399 april 20. Albrecht Blarer, dompropst zu Konst., wird bürger zu Bottweil zunächst auf 5 jahre und verpflichtet
sich, auf Martini jeweils 4 Bh. fl. als Steuer zu zahlen, alle Bottweil und dessen angehOrige — aber nur sie ~ be-
trefienden Streitsachen durch das Stadtgericht anstragen zu lassen und an den reisen und zögen der stadt sich zu
beteiligen. — reg. Urkh. Kottweil nr. 604 nach Or. Stadtarch. daselbst — reg. ZGORh. 30, 189. 7587
— april 24. Erhält von der apost kammer zur Zahlung des seiTicium in anbetracht der schulden des bistnms
aufschub bis kommende Weihnachten. — Mod. abschr. (Ohl. 55, 60^ Born). 7688
— april 25, Gottlieben« Als vom papst Bouifaz IX. bestätigter bischof (von andachtnuss u. h. vatters b. Bo-
nifacio zu dem bistum begeben und begnadet) verspricht der burgerschafb von Konstanz anfrechterhaltung und be-
obachtang ihrer hergebrachten freiheiten, kaiserlichen Privilegien und des herkommens zwischen bischof und ge¬
meinde. U. a. soll das bischöfl. gericht nur in äußersten notflillen von Konst, verlegt werden; das ammannamt soll
nur einem eingesessenen börger zu Konst verliehen werden; das mönzrecht soll unangetastet bleiben; das ver¬
fahren bei kompetenzstreitigkeiten über obige punkte zwischen geistlichen und weltlichem Stadtgericht wird geregelt
Zeugen: edler Egloff von Breitenlandenberg ritter, Heinrich von Bandegg propst zu Schönenwerd (Word), Johann
von Eberharts Weiler, zu Neuenburg ansässig, Ulrich von Roggwil. Geben ze Gottlieben 1399, an dem nächsten
freitag nach sant Georien tag in dem apperellen. — Or. Karlsruhe (5 Konst Gemeinden). — Kopb. Abgeschrifften
fol. 136^ Konstanz. — reg. Buppert Chroniken 327. — vgL 1384 Juni 14, hier wiederholt mit ausnahme der
letzten bestimmung über den Schwabenbond. 7689
— inai 6 . Die stadt Konstanz schwürt dem bischof, jedoch unter den bcdingungcn, wie sie der brief d. d. 1399
april.25 enthält — erw. Schultheiß, Chronik (Freiburger Diözesanarch. 8 , 53). — vgl. vorige nr. 7590
— mal 13, Konstanz« Belehnt die börger von Meersbnrg, Hans Cors gen. Böd und Burkhard, sohn des Hans
Held, mit dem zehnten zu Breitenbach und Stehlinsweiler. Geben ze Cost 1399, an dem nächsten zinstag vor dem
hl. tag ze Pfingsten. — reg. Leuthins Kopb. 442, Meersburg, Stadtarch. 7691
— mal 16, Konstanz« Belehnt den Teyman Kaiser, Anna Peters Kaisers sei. tochter, Hans öheim von Gott¬
lieben, Güschi Kajer gen. Yeser und Gerung Kaiser mit dem zug und der säge gen. zum »Vachlin« bei Griesegg,
. leben des bistnms; als zins sollen sie jährlich vor Mariä lichtmeß 4000 gangfische abliofem. Geben ze Cost 1399,
an dem nächsten frytag vor dem hailigentag ze Phinsten. — Or. Karlsruhe (5 Konstanzer Fischerei); rückseits
spuren eines ringsiegeis. 7692
— mai 23« Befreit die bürger von Meersburg vom geistlichen gerichte in Konstanz, außer bei ehesachen, moin-
eiden und ftllen der rechtsverweigernng. Geben 1399, an dem nächsten frytag vor s. Urbans tag. — Or. Meers¬
burg, Stadtarch. — Leuthins Kopb. Meersbnrg 74. — reg. ZGOBb. NF. 2 m82 nr. 3. — erw. Staiger, Meersbnrg
102 irrig zu mai 30. 7598
— Juni 16, Konstanz. Leiht dem Walter Lind von Konstanz die 1394 sept 7 [nr. 7390] genannten leben.
Geben ze Costentz 1399, an dem nechsten mentag nach s. Vits tag. — Or. Karlsruhe (l/7l); Siegel des bischofs
gut erhalten. — Abschr. ebenda (5 Petershansen). 7594
-Juli 3, Konstanz. Johann Tenger, generalvikar in spir. des bischofs Marqnard, beurkundet daß Marcus Hnntpiß,
Chorherr von St Stephan zu Konst, und kirchherr zu Ertingen, auf alle seine rechte an gen. kirche verzichtet bat
Er hat durch Verfügung des papstes Bonifaz IX. das anrecht auf die kirche erhalten, da weil. Georg Marscball von
Pappenheim sich innerhalb bestimmter zeit nicht zum priester weihen ließ. Darüber entstand ein prozeß am apost
Stuhle, den er bis zum tode des gen. Georg und nach dessen tode mit dessen bruder Burkhard Marschall von Pap¬
penheim, welcher ebenfalls auf grund einer päpstl. bulle [vgl. 1390 juni 9] auf die gen. pfarrei anspruch erhob,
in Born führte. Da die pfarrei nunmehr dem kloster Buchau inkorporiert wurde, verzichtet er auf seine rechte.
Zeugen: Eberhard Last Konst domherr, Johann von Bast propst von Zurzach, Nikolaus Brunner kirchherr in Saal¬
gau (Sulgen), und Johann Schörpfer kirchherr in Mengen. Dat. et act Const 1399, ind. 7...mens, iulii die 3...
— Notariatsinstr. des Heinrich Bassersdorf von Wintertnr: Stuttgart Staatsarch. (Buchau). 7595
— Juli 11« Papst Bonifaz IX. inkorporiert den\ kloster Hirsau die pfarrkirchen Hirsau, Ditzingen und Düfflngen.
— Or. Stuttgart, Staatsarch. (Hirsau). — vgl. 1410 märz 5. 7506
— Jall 14. Verpfändet der stadt Konstanz des hochstifts pfundzoU auf 4 jahre um 400 gülden und setzt als
einlager Albrecht von Beutelsbach (Büttelspach) domdekan, Heinrich Blarrer, Gerwigs sei. sohn, und Lütfried im
Turn von Konstanz. Geben 1399, an s. Margrethon aubond im howatt — Konstanz, Stadtarch.: Kopb. Yerträg^e
vor dem Bat 26 nr. 79. 7597
— jnli 23, Gottlieben. Belehnt den Bitter Egtolf von Borschach mit der hälfte des kelnhofes zu Hom zwischen
Arbon und Borscbach samt der dortigen vogtei. Sie waren an Eglolf von Katharina, tochter des weil. Heinrich Reif,
Marqaard Ton Bandeck, Bischof von Konstanz, 1^. 103
wittwe des Hermann von 8 nlzberg, Adelheid gemahlin des Hans Ton Wolfart and deren Schwester Elisabeth von
Salzberg verkanft worden. Geben ze Gottlieben 1399 and darnach an der nechsten mitwochen vor a. Jacobs des hl.
zwdlfpoten tag. — Wartmann, U-B. St. Gallen 4, 573 nr. 2173. 75G8
1899 Juli 24^ Gottlieben« Bestätigt dem amman, rat and bdrgem der stadtArbon in ansehang ihrer treuen dienstc
and eines durch fenersbronst erlittenen Schadens ihre rechte und freiheiten. Geben ze Gotlieben an s. Jacobs abent
1399. — Or. Arbon, Börgerarch. (nr. 18). 7599
— Juli 24, Konstanz. Badolf Tettikover thesanrar, Eberhard Insigler kantor, Johann Mochawang alias de Sas-
bach, Johann Berger, Walter von Straßbarg, Eonrad Elye für sich and fär den Konst, domdekan Albert von Beatels¬
bach (Butelspach), Eberhard Last für sich und seinen leiblichen brudor (germanns) Nikolaus Last, Johannes Bis,
Petras Liebinger, Konrad von Münchweiler (Münchwille), Hngo Eilend, Konrad Borg, Johann Ulrich Truchseß,
domherren zn Konstanz, zar zeit das domkapitel bildend, erwählen zu prokuratoren in ihrem streite mit dem dom-
propst Albrecht Blarrer and dem abt von Königsbronn als dessen päpstl. execator den Nikolaus Vener advokat,
Johann von Breisach and Petras Wolfram, notare des Konst, hofes. Acta sunt hoc (l399, ind. 7., pontif. Boni-
facii IX. a. 10., mens, ialii die 24.); zeugen: Johann Winkler, Chorherr zu Zumch, and Heinrich von Howingen,
priester Konst, bistums. — Notariatsinstrnment des Leonhard Schönbenz von Lindau : Karlsrahe (5 Gen. 57). —
vgl. folgende nr. und sepi 21 . 7600
— juli 31, Konstanz. Vor dem ofßzial des Konst, hofes erscheinen Badolf Tettikover thesaurar, Eberhard Insigler
kantor, Johann Mönchwang, Johann Berger, Johann Bis, Eberhard Last, Konrad von Münchweiler, Konrad Burg,
Johann Poling und Johann Ulrich Truchseß domherren. Im namen aller domherren weist Badolf Tettikover die
bolle Urbans V. d. d. 1364 märz 4 [Böm. Quellen nr. 1530] vor, deren sie an der röm. kurio bedürfen Und bittet
am ein vidimus, da die originalbulle schaden leiden könnte. Der Offizial läßt die bulle durch den notar Leonhard
Schönbentz abschreiben. Dat et act in civitate Consi et ibidem in sacristia superiori ecclesio Consi supradicte
choro ipsins ecclesie propingua 1399, ind. 7., pontif. Bonifacii pape IX. a. 10 ., mens, iulii die ultima. 2^agen:
Heinrich von Frauenfeld subkustos am Konst dorne, Heinrich von Howingen and Johann Isenhut, priester Konst
bistums. — Notariatsinstr. des Leonhard Schönbentz von Lindau: Karlsruhe (5 Gen. 33). 7601
— llllg. 16, Born. Papst Bonifaz IX. beauftragt den Marqaard erwählten von Konst, kollektor der einkünfte der
apost kammer in der provinz Salzburg, dem bischof Anton von Concordia (Goncordien.), Sekretär des papstes,
500 golddukaten von seinem gesammelten geld auszuzahlen, die der papst von dem gen. Sekretär geliehen hat Dat.
Borne apud s. Petrum 17^ kal. sept., a. 10. — Mod. abschr. (Beg. Yat 316, 227^ Born). 7602
— ang. 18, Luzern. Propst Hugo nnd die mönche Benediktinerordens in Luzern bevollmächtigen den mag. Johann
Schürpffer, vogt am hofe zu Konst., Heinrich Basserstorff, Lienhard Schönbentz, Johann Brisach and Friedrich von
Hochfelden konventaal und vizepropst von Luzern, ihre Streitsache gegen den nütkonventualen Nikolaus Bruder vor
dem rechten zu verfechten. Der anlaßbrief ist an bischof Marqaard und an propst nnd küster der kirche von Zürich
gerichtet Dat et act in mon. Lucem. 15. kal. sept, ind. 7. — GFr50rte. 20 , 203 nach Or. Luzern (Propstei).
Ober den späteren streit mit dem Luzernischen propst Nikolaus Bruder vgL GFroOrte. 11,109. 7608
— aug. 21, Konstanz« Belehnt den freiherren Wilhelm von End und dessen gemahlin Agnes von Bußnang mit
folgenden, durch erbschaft an sie gekommenen leben: den höfen zu Wigoltingen, Berg, Sulgen and Mühlebach
(Müli-), sowie der vogtei za Hohentannen (Hondanen). Geben auf ünser phallenz ze Cost 1399; darnach an dem
nechsten donstag vor s. Bartholomeus tag des hl. zwelfboten. — Wartmann, U-B. St Gallen 4 , 574 nr. 2174.
7604
— ang. 25, Konstanz« Betätigt durch transfix die Schenkung des kirchensatzes zu Möhringen an Badolf Amfeld,
bürger zu Konstanz, durch dessen mitbürger Heinrich Goldast d. d. 1399 aug. 21 (donstag nach u. frowen tag ze
mitten ögsten als si enphangen ward in den himel). Dat et act Const 1399, 8 . kaL sept, ind. 7 . — Or. Karlsruhe
(5 Möhringen). — reg. Fürstenberger U-B. 6 « 387 nr. 233 note 9a. 7605
— ang« 28, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marquards beauftragt den leutpriester von Yillingen, den prie¬
ster Johann Mntzrer von Haslach, der ihm von Johann Hainburg, bürger zu Yillingen, piAsentiert worden war, in
,den hl. Kreuzaltar in der St Johann Baptistkapelle innerhalb der Stadtmauern, welcher durch resignation des Jo¬
hann Bietmüller erledigt war, einzuweisen. Dat Const 1399, 5. kal. sept, ind. 7. — Or. Yillingen, Stadtarch.
(Lit A nr. 20 ); rückseits oben sparen eines ringsiegeis. 7606
— sept. 3, Gottlieben. Gibt der bischöflichen stadt Bischofszell Satzungen, welche betreffen: 1. den eid, den
jeder einwohner dem vogte zu schwören hat; 2 . rechtsstreitigkeiten der bürger und pfaffen; 3 . die abgaben von
den häusern, die zu marktrecht in B. liegen; 4. die abgaben eines jeden gewerbtreibenden zum gemeinen besten.
Außerdem soll die stadt von ihrer etwaigen Verpfändung verstiindigt werden. Geben in unser vesti Gotlieben 1399,
an der nähsten mitwochen vor unser frowen tag ze herbst als sy gebom ward. — Or. Bischofszell, Stadtarch.
(Ladel). - . 7607
104 Marqnard Ton Bandeck, Bischof yon Konstanz. 1^99:
1309 sept. 3, Gottlieben« Bestätigt der stadt Bischofszoll ihre gewohnheiten and rechte. Diese betreffen besonders
• die a^aben von den häusem, die za marktrecht liegen; die vererbong solcher häaser; totschlag and verwandang
von bürgern and gästen osw. Geben in anser vesti Gotlieben wie oben. — Or. ebenda. 7608
.— sept. 13, Rom. Papst Bonifaz IX. an die prüpste za Wimpfen L Tal, Konstanz and Speier: bewilligt der stadt
Eßlingen, daß sie gem&ß der bolle Bonifaz YIII. d. d. 1302 mai 31 (Pottbast II nr. 25055) nicht wegen geld-
schalden mit dem Interdikt belegt werden kann. Dat. Rome apad s. Petram id. sept, a. 10. »Jastis petentiamc.
— Or. Eßlingen, Stadtarch.; anter dem bog links: sep, taxe 24. Ä. de Chennhinie^ rechts nnter dem bag: A. de
Portugruaio; aaf dem bag; Pro Bertoldo P. de Neapolijj; rückseits R darin n. — reg.Urkb.Eßlingen 2 nr. 1382.
7609
— sept« 14. Heinrich Weber, stadtaromann za Ravensbarg, setzt termin an zar vemehmang von zeagen, ob die
darch die abtei Salem von Ulrich von Herrlingen (Hörningen) and dessen fraa Ursola erkaaften and durch graf
Albrecht von Heih’genberg bestrittenen gerechtigkeiten za Bermatingen samt kirche and kirchensatz leben des bis-
tams Konstanz seien oder nicht Geben an dez hailigen crntztag ze herbst 1399. — Or. Karlsrahe (Salem 43o).
7610
— sept« 21, Konstanz. Albrecht Blarrer, dompropst za Konst., urkundet: zwischen ihm einer- and dem dekan
and domkapitel andererseits waren mißhelligkeiten aasgebrochen. Bürgermeister und rat von Konstanz haben die
angelegenheit geschlichtet. Aller streit soll beigelegt sein. Insbesondere wurde bedangen: während er und seine
Vorfahren in der dompropstei den gen. doroherren und den dazu gehörenden pfründen jeder pfründe jährlich 13 mat
kernen, dVg malter haber, 8 fff Konst.200 gangüsche und 4 herbsthüner von der mensa (tavell) der dompropstei
entrichten maßten, soll er in Zukunft in anbetracht der großen kosten, die Albrecht wegen der dompropstei gehabt
hat, aas wohlwoUen der domherren nur mehr geben 6 ^ 11 mat kernen, 4^^ o^at haber, 200 fische und vier
herbsthüner; er setzt als Unterpfand ihnen die 1391 jani 6 gen. güter und gülten. Entsteht in zakanft meinungs-
verschiedenheit, so soll der ofßzial als gemeiner mann and je ein von den beiden parteien gewählter domherr die
angelegenheit schlichten. Konrad, Ulrich and Heinrich die Blarrer, des ausstellers brüder, sind zeagen. Ze Cost
geben 1399, an s. Matheus tag des apposteln und ewangelisten im herbesi — Yidimas des Offizials d. d. 1403 okt 4:
Karlsrahe (5 Gen. 34); rückseits facta est fideUe collacio, Leonh, etc,; oben sparen eines roten ringsiegeis. — vgL
• 1399 Juli 24 nr. 7600. 7611
—^ sept« 26« Rudolf, prior, und der konvent des klosters Beerenberg bei Wintertar beurkunden, daß sie eine jäbri.
rentd von 2 häosem zu Straßbarg mit Zustimmung des bischofs Marqaard and des priors Heinrich des klosters zu
der Obemsteige bei Zabem, des obersten des [Steigerjordens, an das stift St. Stephan zu Straßbarg verkauft haben.
An dem nehesten Mtage vor s. Michels tage des hl. ertzengels 1399. — reg. Straßburger U-B. 7, 863 nach Or.
Straßbarg, Bezirksarch. 7612
— sept 28, Gottlieben. Bekundet, daß er mit einwilligang des grafen Donatus von Toggenbarg, des derzeitigen
. Pfandinhabers der barg Tannegg, seine leibeigene in dem bezirk Tannegg, Anna, tochter des Johann gen. Suter
von Güntisperg (Gontersperg) und gattin des Johann Faber d.j. von Wald, der abtei Rüti überlassen und von dieser
den Ulrich Huntzenberg von Zezikon erhalten hat Dat. in Castro nostro Gotlieben in vigilia b. Michaelis archang.
1399, ind. 7. — Or. Zürich, Staatsarch. (CH 12 nr. 250). — Diplomatar Rüti 779 Zürich, Staatsarch. — Die
zostimmang des grafen Donat za diesem tausche d. d. 1399 okt 28 (s. Symonis und s. Judas abent) ebenda nr. 251.
7618
— okt 21, Konstanz. Von gottes and des apost Stahles gnaden bischof von Konst als erwählter Schiedsrichter
orkondet: Das Wengenkloster außerhalb der mauern von Ulm wurde bei den belagerangen der stadt verwüstet und
zerstört and dämm anbewohnt gelassen. Die stadt hat deswegen dem propst Petras Neiger (Käyger) einen pas¬
senden ort innerhalb der Stadtmauern zum neabaa angewiesen. Dadurch entstanden kompetenzstreitigkeiten mit
Ulrich Geßler, leatpriester der stadt Ulm, der die Verlegung als beeinträchtigang der pfarrkirche ansah. Die beiden
Parteien erwählen den bischof als Schiedsrichter über 8 [d. d. 1399 okt 10 gefaßte] strittige artikel, welche die
grenzstreitigkeiten regeln sollten. Diese betreffen begräbnisrecht, anfang der hl. messe, meßstiftangen, predigt,
sakramentenspendang, opfergaben a. a. Die stadt Ulm stimmt za. Que acta sunt Const 1399, 12. kal.no v., ind.. 7.
—Or. Stattgart, Staatsarch. (Kl. Wengen). — vgl. Brasch, ChronoL* 470; Petras Saevia eccl. 817; Moser, Staats¬
recht Konstanz 54. 7614
— okt. 21, Gottliebon« Schlägt in ausübang seines rechtes der primariae preces den priester Ulrich Gürtler
von Lenzbarg zor aafnahme als konventaalen dem propst and kapital von Luzern vor. Dat in Castro nostro Goi-
lieben 1399, 12. kal nov., ind. 7. — Or. Luzern, Stiftsarch. (D. 29). — GFr50rte. 20,203. 7618
— okt. 31, Konstanz« Bestätigt die Satzungen des landkapitels Winterthur. Dat et act. Const 1399, prid. kal.
• nov.,* ind. 7. — Kopb. 6, 62^-63^ Stadtarch. Winterthar nach or. Kapitelslade ebenda. 7616
Marqoard yon Bandeck, Bischof yon Konstanz. 1390. 105
185)9 nov« 3, (lottlleben. Bestätigt die stiftoiig einer priesterpfrönde in der pfarrkirche zu Eßlingen, welche d. d.
1394 april 13 dnrcb Konrad ton'Kenffen, ständigen vikar der Eßlinger pfarrkirche, erfolgt war. Die verwandten
des Stifters Nikolaus Wittwer, kaplan der Allerheiligenkapelle, nnd Ulrich von Petershansen d. j. worden mit der
aosfOhrong beauftragt. Erster kaplan soll der gen. Nikolaus Wittwer sein, darnach Ulrich von Petershausen, falls
er priester wird. Außerdem hatte der Stifter mfindlich bestimmt, daß im falle Eßlingen die pfrdnde nicht annimmt,
dieselbe im kloster Adelberg, in der kirche zu Boll, Neuffen oder anderswo gestiftet werden kdnnte. Dat in Castro
* nostro Gottlieben 1399, 3. non. nov., ind. 7.—reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1734 nach or. Spitalarch. daselbst 7617
— nOT. 8 , Born. Papst Bonifaz U. inkorporiert dem Benediktinerkloster Stein die Pfarrkirchen in Borg bei Ebingen^
Schwenningen bei Tennenbronn nnd in Batzfelden. Abt nnd konvent hatten vorgetragen, daß sie aus den einkfinften
des klostors die lasten und den unterhalt des Personals nicht mehr bestreiten können. Das kloster besitzt bei den
gen. kirchen, welche zusammen 21 m. 8 . tragen, das patronatsrecht. Die einkdnfto des klostefs betragen 60 m. 8 .
Dat. Borne apnd s. Petrum 6 . id. nov., a. 10 . — Or. Karlsruhe (l/l 16). >Ad perpetnam rei memoriam. Pastoralis
ofßcii debitumc. Auf dem bng rechts: Oratis de mandato domini nostn pape; unten daran: Jo.'de Tremosniez^
rnckseits: registratnrzeichen, weiter unten üj. Bolle an seide. 7618
— nov. 8 . Der ammann nnd die landleute von Schwiz empfehlen genannten den brnder Gottfried aus der Beichenao,
wohnhaft in Arth, der mit einwilligung des bischofs von Konstanz spenden für den bau einer kapelle der hl. Drei¬
faltigkeit nnd mutter Maria sammelt. Samstag nach Allerheiligen. — Or. Lade der Unterallmeindkorporation in
Arth. 7619
— nov. 8 , Born. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dom propst und konvent des Apgustinerklosters Ohningen, das
60 m. s. oinkünfte hat, aber damit seine ansgaben nicht bestreiten kann, die pfarrkirche Lottstetten mit 12 m. s.
einkünften. Dat Borne apud s. Petrum 6 . id. nov., a. 10 . — Or. Karlsruhe (5 Lottstetten); unter dem bng rechts:
Jo.; auf dem bug rechts: gratis de mandato d. n. pape. Jo, de Tremosniiz. Bückseits B, darin Jac,; unten rechts:
y* — Auf das patronatsrecht der kirche verzichtet d. d. 1399 märz 15 Johann von Lupfen, landgraf von Stfihlingen:
Or. ebenda. 7620
— nov. 10, Konstanz. Bestätigt wie sein vor^^ger Burkhard (vgl. 1391 märz 6 nr. 7303) die Karmeliter-
bmderschaft und erteilt 40 tage hezw. 1 jahr ablaß. Dat Const 1399, 4 . id. nov., ind. 7 . — Or. Stuttgart Staats-
arch. (Bavensbnrg). — Bestätigt ebenso die Verfügung Burkhards vom gleichen tage 1391 märz 6 nr. 7302. 7621
— nov. 12, Konstanz. Johann, bischof von Lausanne, erteilt allen, welche zum nenbau des durch feuer zerstörten
armenspitals in litore fori zu Konst beitragen, einen ablaß von 40 tagen bezw. 1 jahr. Dat Const 1399, pridie
id nov., ind. 7. — Or. Konstanz, Stadtarch. (Neues Spital 126). 7622
— nov. 15, Gottliobon. Der offizial bekundet daß Cuntzo gen. Schmid, sohn des weil. Konrad Fabor von Lip-
tiugon (Ln-), und Johann Snewli von Emmingen (aLEgg), beide pfleger der kirchenfabrik zu Emmingen, an Markus
Huntpiss und Heinrich Käser, Chorherren und Vertreter von St Stephan, für 1 2 pfd. Konst pfg. eine jährliche gülte
von 1 pfd. pfg. aus den einkünften des Katharinenaltars ihrer kirche im bann von Überlingen verkauft haben.
Konrad Eminger, pleban, und Heinrich Meringer, kirchherr zu Emmingen, stimmen zu. Dat. et act Const. (1399 ante
f. b. Martini ep.) ind. 7 [1399 nov. 7]. — Bischof Marquard stimmt zu. Dat in Castro nostro Gottlieben 1399,
17. kal. dec., ind. 7. — Kopb. 586 (340zz), 26*» Karlsruhe. — vgl. 1398 jan. 11 , nr. 7511. 7628
— nov. 2Ji, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix, falls die Zustimmung des kirchherm noch erfolge, die bewid-
mnng einer meßpfründe auf den altar des hl. Johannes d. T. und St Georg in der pfarrkirche zu Münsingen, welche
Dietrich gen. Beiß, notär des grafen Eberhard von Württemberg, zum Seelenheil des ritters Otto von Staufenberg
nnd seines vaters Dietzo gen. Beiß, vogt von Urach, d. d. 1399 nov. 16 gestiftet hat Graf Eberhard von Württem¬
berg hatte zugestimmt Dat Const 1399, 8 . kal. dec., ind. 7 . — Or. Stuttgart Staatsarch. (Münsingen G. V.).
7624
— nov. 27, Konstanz. Erteilt aUen, welche dem kloster Beerenberg beisteuern leisten, 40 tage bezw. 1 jahr
ablaß nnd bestätigt die von seinen Vorgängern oder andern bischüfen dem kloster erteilten ablässe. Dat Const 1399,
5. kal. dec., ind. 7. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 16 nr. 220 ). 7625
— nov. 29, St Gallen. Abt Kuno von St Gallen teilt dem bischof Marquard mit, daß Budolf von Borschach
(Bosch-), pfarrektor zu Borschach, und Eglolf von Borschach d. j., domherr von Cur und kaplan der Peterskapelle
in monte Septimo Curer bistnms, ihre pfründen mit einander vertauscht haben. Der abt als patron der pfarrkirche
zu Borschach hat den tausch genehmigt; er bittet den bischof, auch seinerseits ihn zu bestätigen und den Eglolf von
Borschach mit der pfarrkirche zu investieren. Dat et act in monasterio nostro predicto in vigilia b. Andree ap.
1399, ind. 7. — Or. Zürich, Staatsarch. (CH 2 l). — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 578 nr. 2179. 7626
dez. 17, Gottlieben. Bestätigt mittelst transfiz die Stiftung einer pfründe auf den St Jodokaltar in der
Mutteigottes- und St Johann Baptistkapelle in dfippingen durch Paul Boiler, bürger zu Ulm, und dessen Brau Agnes
Bes«s(ao der Biioböfe von Konetans. m.
106 Marqnard Tön Itandeck, Bischof ton Konstanz. 13^—1400.
. ans GOppingen d. d. 1387 jnli 25, um deren bestätignog die Stifter den bischof Burkhard mit znstimmnng des
grafen Eberhard von Württemberg und des kirchherm Lenderlin zu Göppingen unter angeführtem datum gebeten
haben. Dai in Castro nostro Gotlieben 1399,16. kaL ianuarii, ind. 7. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Göppingen St);
ruckseits spuren eines ringsiegeis. 7627
1369^ Gottlleben. Verleiht auf bitte der bürgerschaft Ton St Gallen allen denen, welche beim morgenläuten das
Ave Maria beten, 40 tage bezw. 1 jahr (40 dies criminalium de iniunctis sibi penitentiis et unum annnm venialium)
ablaO. Dat in Castro nostro Gotlieben 1399. — Wartmann, U-B. St Gallen 8,582 nr. 2183. — erw. Naef, Chron.
Ton St Gallen 314. 7628
1400 (?)• Papst Bonifaz IX. erteilt allen, welche das kloster Weingarten am kirchweihfeste des klosters und an 5
oder 3 darauf folgenden tagen zur Verehrung des hL blutes besuchen, das an diesen tagen vorgezeigt wird, einen
vollkommenen ablaß (indulgentia omni um peccatorum seu pene et culpe) und gestattet dem abte, daß erzumbcicbt-
hören 6 oder mehr weit- oder ordenspriester hiefur bestellen dürfe. Datum etc. — Kopb. 1491, 113 Karlsruhe
(Formelbuch). — Mod. Abschr. darnach Stuttgart, Staatsarch. Zu anfang wird in der bulle die geschichto des hl.
blutes genau erzählt Auf der kanzel hat nun jemand sich nicht gescheut zu sagen, daß vom hl. blut, das auf die
erde ßoß, nichts mehr übrig geblieben sei; dadurch wurde die andacht zum hl. blut gemindert Um sie zu heben,
erteilt der papst diesen ablaß. 7629
1400 jan. 1, Born. Derselbe erteilt allen, welche die muttergottespfarrkirche zu Ulm, die mit großen kosten der
Stadt neu gebaut aber noch nicht vollendet ist, von der ersten vesper des festes des hl. Johannes d. T. und drei
tage darauf besuchen und milde gaben spenden, jenen ablaß, der der kirche zu Einsiedeln am fest kreuzerhöhuog
verlieben ist Außerdem erteilt er dem ständigen vikar zu Ulm und 8 weiteren priestem für diese tage absolutions-
vollmacht Dat Borne apud s. Petrum kal. ianuarii, a. 11. »Licet is«. — Or. Ulm, Stadtarch.; unter dem bug
rechts: Bertoldus; auf dem bug: Gratis de mandato dommi nostri pape. Eckardus; rückseits R darin n. — reg.
Bazing-Veesenmeyer nr. 80. — vgl. 1400 mai 17 nr. 7655. Der bischof schränkt die absolutionsvoUmacht von
bischöfl. fällen auf 2 tage nach dem feste ein. 7630
— jan. 1^ Born. Derselbe an den abt und den konvent von Kappel, Cist Ordens. Die adressaten haben vorge¬
tragen, daß ihnen zur abtragung der schulden die kirchen in Baar, Beinwil und Merenschwand (Meriswanden) mit
ihren kapellcn durch den papst inkorporiert worden seien, aber bei einsetzung der vikare vom bischof belästigt
würden. Sie bitten um abhilfe und Inkorporation der pfarrkirchen von Bifferswil mit kapelle und zu Keuheim
(Nuhen). Der papst inkorporiert dem kloster, dessen einkünfte 100 m. s. betragen, die beiden kirchen mit einem
einkommen nicht über 50 m. s., und bestimmt, daß sie nach dem tode der kirchherren sowohl die kirche von Bif¬
ferswil und Neuheim wie Baar, Beinwil und Merenschwand, deren einkünfte ebenfalls nicht über 50 m. s. betragen,
durch Ordens- oder weltpriester versehen lassan dürfen, ohne die ersten früchte an den papst zu zahlen, jedoch unter
Vorbehalt der bischöfl. rechte. Dai Borne apud s. Petrum kL ianuarii, a. ll. — Or. Zürich, Staatsarch. (CIl 4
nr. 366); unter dem bug rechts: Jo, deBononia; auf dem bug: Gratis de mandato domini nostri pape, Eckardus,
Bückseits R darin Joe. — reg. Begesten Cappel nr. 274 fr. — 1406 dez. 19 beauftragt Gregor XII. den abt von
Büti, die gen. inkorporationen aoszuführen. Bonifaz IX. hatte 1402 dez. 22 alle Inkorporationen widerrufen, welche
noch nicht ausgeführt waren. Abt und konvent trugen deswegen dessen nacbfolger Innocenz YII. vor, daß sie be¬
reits vor diesem termin von den kirchen von Bifferswil, welche durch die resignation des Johann von Kempten, and
Neuheim, welche durch die resignation des Philipp von Zürich vakant geworden, besitz ergriffen und den papst um
bestätigung gebeten hätten. Innocenz gewährte die gnade d. d. 1406 jan. 23 (lO kal. febr. a. 2 .), starb jedoch,
* ohne daß die bulle darüber ausgefertigt worden wäre. Gregor XII. bestätigt nunmehr die Verfügung seiner Vorgänger
(ebenda nr. 398). — 1407 okt. i. führte abt Gotfried von Büti durch schlußarteil die inkorporation aus. Die ein-
. zelnen tcrmine sind in der urkunde angegeben (ebenda nr. 385 und 382). — Er bestimmt die kongrua des vikars
in Baar 1407 okt 11 mit genauer aufzeichnung der pflichten und lasten (ebenda nr. 486). — 1412 aug. 17 quit¬
tiert Erhard Naslos, Chorherr von St. Felix und Begula iu Zürich, subkollektor, von Ulrich Butsch, doinherro von
Trient und päpstl. kolloktor für die diözesen Trient Brixen und Konstanz abgeordnet dem Heinrich von Kappel für
27 Bh. goldgolden, die er als aonaten oder medii fructus der inkor^rierten kirchen Baar, Beinwil, M., N. und R.
erhalten hat (ebenda nr. 409). — zur Sache vgL GFröOrte. 24,191 f. 7631
— Jan« 1| Born. Derselbe inkorporiert dem kloster Engelberg, dessen einkünfte nicht mehr als 1 50 m. s. betragen,
aufs neue die pfarrkirchen zu Kerns und Küsnach, deren einkünfte 60 m. s. nicht übersteigen, und gestattet dem
kloster die weiteren inkorporierten pfarrkirchen zu Langem, Brienz, Stans und Buochs, mit einem gesämteinkommen
von 50 m. s., durch weit- oder ordenspriester versehen zu lassen; außerdem soll das kloster von der Zahlung der
ersten früchte, welche os seither bei einsetzung der ständigen vikare zahlen mußte, befreit sein. Das kloster hatte
vorgetragen, daß es bei einsetzung der ständigen vikare vom Ordinarius loci belästigt werde und vor allem eine an-
fechtung der inkorporationen der kirchen von Kerns und Küsnach fürchte. Dat Borne apud s. Petrum kal ian., a. 11 .
Marqnard von Baiideck, Bischof von Konstanz. 1400. 107
— 6Fr50ric. 55,219 nach Or. Engelberg, Sliftsarcb. — 1413 jnli 31 benrkondet Erhard Naslos, Chorherr yoo Si Felix
Qod Regula in Zärich, von Petras kardinallegat Yom titel des hl. Crysogonus als subkollekior der apost. kammer
für die diOzese Konstanz aufs neue bestätigt, daß er die abtei unter androhang von strafen zur Zahlung der annaten
ffir die inkorporierten kirchen Käsnach, Kerns, Stans, Buchs, Lungern und Brienz anfgefordert habe. Die äbtei
einigte sich daraufhin mit dem snbkollektor auf eine bestimmte summe, die auch bezahlt wurde. Dai et aci in am-
bitu ecclesie Tburicon. ultima die mens, inlii 1413 (ebenda 57 [1902] 165). 7632
1400 Jan. 2, Bremgarten. Vor Heinrich Burer von Brugg, notar, versprechen Schultheiß und rat von Bremgarten,
den priestor Heinrich Salmann von Sulgen auf den Kikolausaltar in Bremgarten zu präsentieren, falls er innerhalb
10 tagen von dem bischof von Konst, oder dessen generalvikar fdr die ihm vorgelegten artikel (articnli sibi per
notolam dati) bestätignng erhalte. (Es handelt sich um den verzieht auf die Marienpfründe zu Bremgarten, welche
dem Heinrich Salman d. d. 1398 nov. 22 von Johann von Baden, dekan des dekanats Birmenstorf, Kikolaus in¬
karat zu MeitmenStetten kammerer des gen. kapitels, Johann dekan zu Kiderwil und Johann von Rohrdorf pfarrer
in Mellingen abgesprochen worden war). Acta snnthec 1400, ind. 8 ., 2 .die iannarii in Bremgarten. Zeugen: Konrad
Gigenberg priester und vizepleban zu Bremgarten, Johann von Haneberg edelknecht und Jakob Helman, priester
Konst diözese. — Or. Bremgarten, Stadtareb. — reg. Argovia 8 , 106. 7633
— jan« 8 , Bettlern. König Wenzel belehnt bischof Marqnard von Konst, brieflich mit den regalien uhd da er
wegen armut und bekummemisse seines Stiftes nicht persönlich vor dem könig erscheinen kann, soll er den eid in
die hände des edlen Albrccht von Bürgeln (Bnrglon) ablegen. Geben znn Betlcm 1400, des donerstages nach dem
obristen tage unserr reiche des bebemischen in dem 37., und des römischen in dem 24. jaren. — Or. Karlsruhe
(K. 8 . 452). Auf dem bng rechts: p, d, BenescJ^ 77/ de Chussink Franeiscus canonicus Prägen, Rückseits: R. «7a-
cohtM de IS'oga, — Kopb. . 688 , 55 Karlsruhe. — Winkelmann, Acta 2 , 665 nr. 1003. — reg. ZGORh. KF. 3 ,
428 nr. 452. 7634.
— Jan« 16^ Rom. Papst Bonifaz IX. erteilt allen deüen, welche die Muttcrgottcskircho in Salem an Mariä Himmelfahrt
und den darauf folgenden 2 tagen besuchen und zur Unterhaltung der kirche etwas beitragen, denselben ablaß, den
diejenigen gewinnen, welche an Christi Himmelfahrt die Markuskirche zu Venedig besuchen. Der abt erhält die er-
laubnis au gen. tagen 6 priester als beichtväter bestellen zu können. Dai Rome apud s. Petrum 17. kal. fobr., a. 11 .
»Licet is«. — Or. Karlsruhe (4/l7). Oben: cor.m registro. Unter dem bug rechts: Bertholdus; anf dem bng rechts:
Gratis de mandato domini nostri pape. Jo. de Bononia. (Im Text der bulle ist nichts korr.). Röckseits: R darin
Jae. — Ein zweites gleichlautendes exemplar von jan. 17 ebenda. Unter dem bng rechts: Ä. de Portugriario dann
graiis. Auf dem bng rechts: Ch^aiis de mandcUo d. nostri pape. Echhardus. Röckseits: R darin n. Bulle an Seide.
— ausz. Codex Salemitanus 3, 419. 7635
— Jan. 21, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marqnards bestätigt mittelst transfix Stiftung und beWidmung einer
laut briefs d. d. 1400 jan. 13, ausgestellt von Clara äbtissin von Lindau, Ulrich von Wilberg, chorherm der mehreren
Pfründe daselbst und dem kapitel des klosters, durch Walther Yögelii börger zu Lindau zu seinem und seiner vordem
Seelenheil gestifteten ewigen messe in der St. Katharinenkapelle an dem Fraumönster zu Lindau. Dat.Const. 1400,
12 . kal. febr., ind. 8 . — Or. Reichsarch. München (notiz im material). 7636
— Jan. 30. Johann Mochuwang sonst von Sasbach, domherr, stirbt und wird vor dem altar von St. Felix und Re¬
gula im dorne zu Konst begraben. — MG. Necrol. 1,284. 7637
— febr. 8. Titularbischof Franeiscus ep. Sardiensis erteilt besuchem der St Martinskirche in Schwyz 40 tage bezw.
1 jahr ablaß. erw. Lang, Hist theol. Grundr. 1, 789. 7638
— febr. 10. Erhält von der apost kammer zur Zahlung des serviciums aufschub bis September 29. — Mod. abschr.
(Obi. 55, 90^ Rom). 7639
— febr. 14, Konstanz. Belehnt den Hug Ströli von Konstanz sowie dessen nichte Elisabeth, tochter seines bruders weil.
Johann Ströli, mit dem halben zehnten zu Immenstaad (die andere hälfte gehört dem Bartholomaeusdtar im Münster),
zwei dritteilen des zehnten zu Helmsdorf (Hermensdorf) (das dritte gehört der bruderschaft zu Konstanz) und dem
gute gen. der Buhoff zu Helmsdorf. Er gestattet zugleich, daß beide die gen. güter an die witwe des Johann Ströli,
Anna von Hoff, um 700 pfd. heller als heimstener, Widerlegung und morgengabe versetzen. Ze Cost geben uff unser
pfallentz 1400, an s. Valentins tag. — Or. Karlsruhe (5 Immenstaad); röckseits oben spuren eines ringsiegeis. —
reg. Förstenberger U-B. 6 , 257 nr. 164,3. 7640
— febr. 19, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Marqoard erteilt dem Sigfried Sältzli, kirchherm
von Riethaasen, auf ein jahr dispens von der residenzpfiichi Dai Const. 1400, 11 . kal. marcii, ind. 8 . — Kopb.
1491, 37 Karlsruhe (Formelbuch). 7641
— naeh febr. 23. Albert Blarrer, propst zu Konst., führt eine bulle Bonifaz IX. aus, woraach dem priester Burk¬
hard am Stad ein benefizium, das zur kollatur des klosters Wettiugen gehört, verliehen wurde. Der exekator*war
14 *
108 Harquard Ton Bandeck, Bischof yon Konstanz. 1400.
durch urkunde d. d. 1400 febr. 23 Yon Heinrich Livi, propst von St Johann, und Johann Landenberg, tbesaurar
zu Konst, subdelegiert worden. Dat etc. — Eopb. 1491, 86 ^ Karlsruhe (Formelbuch des Scholtheiß); ebenda
mehrere wichtige formein zur kenntnis des provisionswesens. 7642
1400 fehr. 24, Ensisheim. Leopold, herzog von Österreich, schreibt unter einrflckung nachgenannter päpstl. bulle an
das Stift Zofingen: 1399 juni 20, Rom. Bonifaz IX. an den henog Leopold. Dieser trog vor: es sei alte gewohn-
heit, daß die herzoge von Österreich bei ihrem regierungsantritt auf den titel der primarie preces hin in allen in
ihrem gebiet liegenden kathedral- and koUegiatkirchen auf die nächst freiwerdende präbende eine geeignete person
als chorherrn und ebenso bei Verleihung eines benefizioms (sub qoalibet collacione beneficium) auf ein beneficium
mit oder ohne seelsorge ernennen dürften, welche darauf durch den Ordinarius investiert würden. Da aber wegen
der vielen päpstlichen Provisionen dieses recht meist illusorisch wird, gestattet ihnen der papst daß die kandidaten
des herzogs allen anderen vergehen, es sei denn bei päpstlichen gnadenerweisen, welche den kardinälen oder päpstl.
familiären erwiesen werden. Dai Borne apod s. Petrum 12 . kal. iulii, a. 10 . — Auf grund dieser bulle ernennt er
den Yolmar Sack, chorherrn zu Werden (Verden.) licentiat im kanon. recht, zum chorherrn von Zofingen. Dat. in
Ensisheim 24. die mens, febr., 1400. — Or. Aarau, Staatsarch. (Zofingen 207). 7648
— mSrz 10* Bestätigt der Frau Elisabeth von Breitenlandenberg geb. von Randegg die 1397 mal 2 genannte
Verpfändung der feste Güttingen gen. Moosburg. Beschach 1400, an dem zehenden tag in dem mertzen. — Or.
Franenfeld, Kantonsarch. (Meersbarg). — Kopb. 1767, 95 Karlsruhe. —vgL Diener, Haus Landenborg im Mittel-
alter 124. 7644
— märz 25, Rom. Papst Bonifaz IX. bestätigt den Schwestern zu St Bernhard in Eßlingen alle Privilegien.
Dat Rome apud s. Petrum 8 . kaL apr., a. 11 . »Cum a nobis petiturc. — Or. Eßlingen, Spitalarch.; unter dem bog
links: mar, faxe 3. S, de Äquüa, N. de Roma; auf dem bug rechts: Re[gistra]ta, taxe 3. Unten dann piu A. da
Lavello; ruckseits: Jo. Curston; links: B. — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1792. 7648
— märz 26, Konstanz. Transsummiert einen ihm von br. Heinrich Tüter, konventual von Marchtal, vorgelegten
brief b. Heinrichs d. d. 1368 aug. 10 . Dat Const 1400, 7 . kal. apr., ind. 8 . — Abschr. (18. jh.) Regensbarg
(notiz im material). — vgL Regg. Const 1 nr. 2741. 7646
— april 5, Gottlieben. Bestätigt mittelst transfix die Marienpfründe auf dem altar zur rechten Seite in der
St Peterspfarrkirche zu Laupheim, welchen seiner zeit b. Nikolaus geweiht hat Die pfründo war von Johann Keller
* von Schaitegg, kirchherrn zu Laupheim, d. d. Biberach 1400 märz 13 (sabbato post Invocavit) gestiftet und be-
widmet worden. Herzog Leopold von Österreich hatte seine Zustimmung gegeben. Dat in Castro nostro Gotlieben
1400, non. apr., ind. 8 . -— Or. Stuttgart Staatsarch. (Ochsenhausen); rückseits oben spuren eines ringsiegels. —
Abschr. ebenda (Laupheim). 7647
— april 12, Baden. Erkennt an: l. daß die ersten fruchte der Pfarrkirchen in Baar und Beinwil dem kloster
Kappel gehören und von diesem auf kloster Muri übergegangen sind; 2. daß abt und konvent von Kappel ihm auf
jene pfarren eigene konventualen oder weltpriester zur einsetzung zu präsentieren haben. — ausz. StOcklin, Mise.
Mur. hs. 397. 7648
— april 18, Konstanz. Albert domdekan und päpstl. exekutor, teilt dem bischof Marqnard und dem stifte Bischots-
zell die urkunde des papstes Bonifaz IX. d. d. 1400 märz 4 (Dat Rome apud s. Petrum 4. non. marcii, a. 11 .)
mit worin dieser dem Jakob Appotheker, Kleriker Konst bistums, ein kanonikat im .stifte B. verleiht und eine
Pfründe reserviert und befiehlt dem stifte die aufiiahme des providierten. Dat et act Const in curia canonicali
nostre inliabitacionis sita in vilo dicto Bredigergassen.. 1400 ind. 8 ., pontif. (Bonifacii) pape a. 11 ., mens, aprilis
die 13.; zugegen sind: Fridericus Appotheker Konst kleriker, Johann Kdml^rU scolaris noster domesticus, und
Jodok Müller von Werdenberg Curer bistums Schreiber am Konst Uofe. — gleichz. Papierkopie Frauenfeld, Kantons¬
arch. (Bischofszell). 7649
— april 21, Konstanz. Der geucralvikar in spir. des b. Marqnard erteilt dem leutpriester in Ravensburg die orlaubnis,
den Johann Läbi von Ravensburg, der plötzlich starb, kirchlich zu beerdigen, obwohl nicht feststeht daß er die ver¬
gangenen 2 jahre gebeichtet habe; dagegen hat er den gottesdienst besucht Dat Const 1400, 11 . kal. maygi.
— Kopb. 1491, 37 Karlsruhe (Formelbuch). 7650
— mal 3, Rom. Papst Bonifaz IX. an den bischof Marqnard von Konst Der bischof trug vor, daß die bischöfe von
allen klöstem, prioraten, probsteien, ebenso von den prÖpsten und dekanen und andern prälaten, den bonefizien und
von den personen, deren bestätigung dem bischof zustebt so oft die genannten prälaturen frei wurden, die annateii
(annatam seu medios fructos primi anni sivo pannales consolaciones) seit altersher beziehen. Gleichwohl weigern sich
‘ manche auf grund der Inkorporation zur Zahlung der gen. abgabeu. Der papst bestätigt den seitherigen brauch. Dat
Rome apud s. Petrum 5. non. maii, a. 11. »Personain tuam«. — Or. Froiburg, Erzb. Arch.; unter .dom bug rechts:
P. de Zambecariis; auf dem bug: gratie de mafuhto d, n.pape^ Ja, de Bononia, H darin Jae.^ unten uj, 7651
Marquard yon Randeck, Bischof von Konstanz. 1400. 109
1400 mai 7^ Konstanz. Der generaWikar in spir. bischof Marqaards bestätigt mittelst transfix die Stiftung und be-
widmong einer meßpfrönde auf dem Dionysinsaltar in der pfarrkircbe zu Eßlingen, welche durch die testamontsToll-
streckor des yerstorbenen Johann Owelhart, früheren pfarrvikars zu £., nämlich Rudolf Bis und Johann Kühler,
beide priester, sowie Werner Märterlin, richters zu Eßlingen, d. d. 1400 april 3 erfolgt war. Erster kaplan soll
Rudolf Bis sein, der laut stiftungsbrief seine bestätignng bei bischof Marquard, päpstlichen referendar und doktor
des kan. rechts, einholen sollte. Yerpfiiehtung und einkfinfte sind im Stiftungsbrief angegeben. Dat et aci Oonst.
• 1400, non. maii, ind. 8 . — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1740 nach or. Spitalarch. daselbst — vgl. folgende nr. 7052
— mai 7, Konstanz. Beauftragt den dekan des dekanats Eßlingen mit der Investitur des priesters Rudolf Bis
in oben gen. pfründe. Dal Const 1400, non. maii, ind. 8 . — Or. ebenda. 7653
— mal 17, Gottlieben. Bestätigt auf bitten des Ulrich Geßler, ständigen vikars der pfarrkirche u. 1. frauen
zu Ulm, und des bürgermeisters, der räte und schüfen daselbst die der kirche 1355 okt 17 erteilten ablässe, ge¬
währt selbst ablaß und gestattet zum bau der kirche unrechtmäßig erworbenes oder herrenloses gut zu verwenden.
16. kal jun. — Or. Stadtarch. Ulm, angeheftet an die urk. von 1355 okt. 17. — erw. Ulmer U-B. U, 1 , 420
nr. 458; Bazing-Yeesenmejer, Urkunden der Pfarrkirche Ulm 5 nr. 12 . ' 7654
— mai 17, Gottlieben. Erteilt dem Ulrich Geßler, ständigen vikar der pfarrkirche u. 1. frau zu Ulm, und acht
oder mehr von ihm zu bestimmenden priestem die Vollmacht, die gläubigen, welche zur gewinnung der vom apost.
Stuhle verliehenen ablässe (vgl. 1400 jan. l) die pfarrkirche besuchen, von den bischüfl. reservierten fällen von der
ersten vesper von Johannes d. T. und 2 tage darauf absolvieren zu können, ausgenommen totschlag und namentliche
eikommnnikation. Dat in Castro nostro Gotlieben 1400, 16. kal. iunii, ind. 8 . — Or. Ulm, Stadtarch. — reg. Ba»
zing-Yeesenmejer nr. 821. 7655
— mai 17, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marquards (dei et ap. sedis gratia ep.) bestätigt mittelst transfix
die Stiftung und bewidmung einer meßpfründe auf den Muttorgottesaltar im chore des Stiftes Sindelfingen durch
weil. Johann Furdrer, chorherm daselbst, um deren bestätignng propst Ulrich und der konvent d. d. 1400 april 23
(in festo b. Georii mart.) gebeten haben. Erster kaplan soll nach der bestimmung des Stifters Johann Fürdrer, der
noch nicht priester ist, werden. Der aussteiler bestimmt ausdrücklich, daß das präsentationsrecht dem stifte, dagegen
die Investitur dem bischof zustohe, und beauftragt demgemäß den dekan des dekanats in Gärtringen mit der ein Wei¬
sung des Johann Fürdrer. Dat. Const. 1400, 16. kal. iunii, ind* 8 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Sindelfingen);
rückseits oben spuren eines ringsiegeis. 76M
— mai 27. Der bischof Heinrich von Thermopjlä, vikar des bischofs Marquard, weiht einen altar zu Appenzell. —
Eintrag im kalendarinm der pfarrbibliothek zu Appenzell, AnzSchweizGesch. HR 27 (1896), 330. 7657
— mai 28. Graf Friedrich von Zollern gen. Schwarzgraf und graf Ostortag gebrüder beurkunden: sie haben im
jahre 1400 die pfarrkirche zu Hechingen dem pfaffen Heinrich BoU geliehen und dom bischof von Konst, präsen¬
tiert. Mehr als drei monate nach der bestätignng kam dieser nun mit den übrigen pfaffen zu Hechingen und wies
eine papstbulle vor mit der bomerkung er wolle »die pfründe machen nach dem rechtenc. Die aussteller sind damit
einverstanden. Der kirchherr nimmt sie deswegen als kastvögto an und bestimmt sein einkommen. Geben an dem
fritag nach der uffart unsers herm 1400. — Or. Sigmaringen, Fnrstl. Hausarch. (Hechingen). — Mon. Zoll, l
nr. 456. 7658
— jiiiii 9, Konstanz. Beauftragt den priester Heinrich Mesner alias Koch, der von herzog Loopold für die pfarr¬
kircbe Bemmingsheim präsentiert wurde, zu proklamieren. Die kirche war durch tod des Johann Chnn erledigt.
Dat Const 1400, 5 . id. iunii, ind 8. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Rottonbnrg, Stift St Moriz); proclamavi
Wak; rückseits oben kleines ringsiegel, darunter großes bischofssiegel; Alberthm decanus in BoUringen,
oben daran spuren des aufgedruckten Siegels. — vgl. 1400 juni 23 nr. 7661. 7659
— juni 19, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischof Markwards beauftragt den dekan des dekanats Meßkirch,
den priester Heinrich Müller in die pfarrkirche zu Meßkirch einzuweisen. Derselbe wurde von Johann von Zimmern
edelknecht und Johann Q'mchseß von Rohrdorf d. d. 1400 april 29 präsentiert Die pfarrei war durch den tod
des kirchherm Eberhard Maigli erledigt. Dat Const 1400, 13. kal. iulii, ind. 8 . — Zimmersches Kopb. 1 , 41^
Donaneschingen. — Begl. abschr. ebenda (Pfarrei Meßkirch Fase. 1^). 7660
— Jnni 23, Konstanz. Beauftragt den dekan des dekanats Poltringen, den priester Heinrich Mesner sonst Koch
in die pfarrkirche Bemmingsheim, welche durch tod des Johann Chon erledigt ist oinzuweisen. Am 9. jnni [vgL
dieses] wies derselbe den präsentationsbrief von herzog Leopold von Österreich vor, worauf derselbe proklamiert
wurde. Dat Const. 1400, foria 4. ante f. Hativitatis b. Job. Bapt, ind. 8 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Botton-
bnrg, Stift St Moriz). —: Eingeiückt in das vidimus des Johannes Keller, decr. dr., Offizials des Konst hofes, d. d.
1410 okt 20 ebenda. 7661
110 Marqnard yon Baiideck, Bischof Yon Konstanz. 1K)0.
14€Q jiili 3^ Konstanz. Verkauft an Rüdiger Hartzer ?on Konstanz,^sohn weil. Ulrichs, der ihm 400 bühm. und
400 rbein. golden zur pfandlüse der quarten der kirchen zu Weiterdingen und Singen im Hegau aus der band des
freiherm Wilhelm ?on £nn d. ä. geliehen hat, die nämlichen quarten auf wiederkauf. Domdekan und domkapitel
stimmen zu. Ze Cost. geben 1400, an s. Ulrichs abend in dem h5wai — Einger. in den revers des Rüdiger (Rudolf)
Hartzer d. d. 1400 juli 4 (Ze Cosi geben an s. Ulrichs tag): Or. Karlsruhe (5 Singen). — Kopb. 500» 34 ^ Karls¬
ruhe. 7662
— juli 15^ Rom. Papst Bonifaz IX inkorporiert dem domkapitel zu Konst, dessen einkünfte 530 m. s. Silber
nicht übersteigen, die pfarrkirche zu Sommeri mit einkünften nicht hüher als 20 m. s. Dat Rome apud s. Petrum
id. iulii..a. 11 . — Or. Freiborg, Erzb. Arch.; unter dem bug rechts: Ä, de Portugruario; unten: gratis; auf dem
bog: Gratis de mandaio domini nostripape, Gerlaeus; rückseits: E darin Joe. — Eingeruckt in nachfolgende
urkunde: 1401 jan. 21 verzichtet Walter Widmer, kirchherr zu Sommeri, auf die pfarrei vor Eberhard Insiegler
kantor, Walther von St]:aßburg, Johann Berger, Eberhard Last, Petrus Liebinger, Johann Bölling und Hugo EUend,
alle domherren. Qoe acta sunt 1401, ind. 9., pontif. Bonifacii pape IX a. 12 , mens, iannarii die 21 , in ecclesia
Const Zeugen: Friedrich Nagel, prokurator des domkapitels, Heinrich, kirchherr in Haoingon, und Johann
Marner, kaplan der Konst kirche (ebenda nr. 140). — Kopb. 495 nr. 135 Karlsruhe.—Den hof zu Sommeri (Sumbri)
samt kirchensatz und widumgüter hatte das domkapitel (vertreten durch dompropst Albrecht den Blarer, Eberhard
Insiegler sänger, mag. Peter Liebinger und Hugo Eilend Chorherren) von Friedrich von Toggenburg um 1240 8
heUer d. d. 1400 aog. 3 gekauft (ebenda nr. 137, auch Kopb. Altnau-Summeri s. 697: Frauenfeld, Kantonsarch.).
— Unter gleichem datum bezeugt der offizial die Schenkung des gen. hofes an das kapitel mit der auf läge einer
jahrzeit für den gen. Friedrich (ebenda nr. 138 und 139). — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Meersburg). — Kopb.
509, 197^ ff. Karlsruhe. 766S
— Juli 27. Der generalvikar bestätigt die Stiftung einer meßpffünde in der obem pfarrkirche zu Waldshut durch
Johann Fabri daselbst Äbtissin und konvent von Künigsfelden, dem die gen. pfarrkirche inkorporiert ist, gabon
ihre Zustimmung. Feria 3. post fest s. Jacobi apostolL — reg. ZGORh. NF. 4 m98 nach or. Waldshnt, Gemeinde-
arch. — erw. FreibDiüzesanarch. 21, 176. 7664
— ang. 28^ Baden i. A« Bestätigt mittelst transfiz, daß die bürg Manegg zugleich mit der tochterkircho bezw.
der St Ägidiuskapelle in das eigentum der Elisabeth Schreiber äbtissin und des konvents des klosters Selnau (Sel-
dow) bei der stadt Zürich, Cist Ord., übergehe. Die bürg war im besitz des Ital Maneß, ging dann an den Juden
Viflli und von Hitzlin, der frau dieses Juden, an gen. kloster über. Sigillum nostmm segretum quo utimnr in hac
parte presentibus nostris litteris duzimus appendendnm. Dat et act in oppido Baden 1400, 5. kaL sept, ind. 8 . —
— Or. Zürich, Staatsarch. (CU 18 nr. 574). Transfiz und Siegel fehlt 7665
— sept« 3, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischof Marquards vidimiert auf geschehene bitte: l. eine bulle
papst Bonifaz IX d.d. 1400 märz 25, worin dieser den brüdem und Schwestern zu St Bernhard vom 3. ordon des
hL Franziskus in Eßlingen alle Privilegien bestätigt (Dat Rome apud s. Petrum 8 . kal. apr., a. 11 . »Cum a uobis
petiturc) und 2 . eine bulle desselben papstes, worin dieser d. d. 1400 märz 28 der kirche zuSt KonradundSt Bern¬
hard in Hainbach (Hainibachertal) ablaß verleiht (Dat Rome apud s. Petrum 5. kal. apr., a. 11 . »Licet is<). Dat.
Const. 1400, 3 . non. sept, ind. 8 . R. — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1792/3 nach or. Stadtarch. daselbst; rückseits
spuren eines roten siegeis, darunter: facta est coüaeio Leonhardus etc. 7666
— sept« 5^ Gottlieben« Stellt für Konrad Schmidor (?), bürger zu Konst, einen geleitsbrief aus. Dat in Castro
nostro Gotlleben sub sig^llo nostro 5 . die mens, sept 1400, ind. 8 . — Kopb. 1491, 38 Karlsruhe (Formelbuch
des Schultheiß). 7667
— sept« 25^ Gottlieben« Erüffiiet der äbtissin und dem kapitel des klosters St Feliz und Regula und dem dekan
und kamerer des dekanats Zürich die bulle Bonifaz IX d. d. 1399 Juni 21 (Dat. Rome 11 . kal iulii, a. 10 .), worin
ihm dieser die erlaubnis gegeben 6 kanonikate zu vergeben, ebenso 2 dignitäten und 2 bonefizien mit oder ohne
Seelsorge. Da die pfarrkirche in Muri seit 3 Jahren durch tod des mag. von Stetfurt erledigt ist und das kollatious-
recht der äbtissin von Zürich zusteht verleiht er die kirche dem Marquard von Randogg, kleriker Konst diözese
[seinem vatersbruder (patruelis) der gegenwärtig in Wien studiert]; die fruchte übersteigen nicht die summe von
25 m. s. Dat et act in Castro nostro Gotlieben 1400, 7. kal. oct, ind. 8 . — Gleichz. abschr. Zürich, Staatsarch.
(CII 2 nr« 277). — vgl. sept 27 nr. 7670. 7668
— sept« 25, Gottlieben« Eröffnet als ezekutor der äbtissin und dom kapitel des klosters St Feliz und Regula
in Zürich die bulle Bonifaz IX. d. d. 1399 Juni 21 (Dat Rome 11 . kal. iulii, a. lo), worin dieser ihm erlaubt,
6 kanonikate, 2 dignitäten und 2 sonstige benefizien zu verleihen. Da kanonikat und präbende des t mag* Johann
von Stetfurt in der abtei Zürich erledigt ist, ersucht er um aufnahmo des Johann gen. Kündigmann, kleriker Konst
diözese, an dessen stelle. Dat et act in Castro nostro Gotlieben 1400, 7. kal. oct, ind. 8 . — Gleichz. abschr. Zü¬
rich, Staatsarch. (CII 2 nr. 289). 7669
Marqiiard Ton l^ndeck, Bischof yon Konstanz. 1400. 111
1400 sepi. 27) Gottlieben« Bestellt als exekatoren zur darchführung seines anftrages d. d. 1400 sept. 25 (nr. 7668)
den Rudolf dekan des dekanats Zürich, Diethelm Yberger kaplan der propstei Zürich und Leonhard Schonbentz,
notar des Konst, hofes. Dai et act. in Castro nostro Gotlieben 1400, 5. kal. oct., ind. 8.—-Gleichz. ahschr. Zürich,
Staatsarch. (ClI 2 nr. 277). 7670
— sept. 28, Oottlieben. Belehnt den Johann Niettstain, bürger zu Winterthur, mit dem henzehnten auf den
kelnhöfen und auf andern gütern zu Wiesondangen, den dieser von Johann sei von Frauenfeld, ritter, erkauft hat.
Zc Gottlieben uff unser yesti geben 1400, an s. Michels abend. — Or. Zürich, Staatsarch. (ClI 16 nr. 226). 7671
— okt. 1, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marquards beurkundet durch transfix die gründung und dotiemng
eines altars, dessen Präsentation der äbtissin zu Zürich, dessen inyestitur dem bischof von Konst, znstehi Dat Const.
1400, kal oct., ind. 8 . — Abschr. (18. jh.) Zürich Stadtarch. (notiz im material). — Ein Zusatz besagt, daß es sich
um eine Stiftung der Mechtild Ostermannin und ihres gatten Steinmar von Sulzou, bürger von Zürich, mit Zustim¬
mung der äbtissin Beatrix und des konvents der abtei bei einer pfründe am Dreifaltigkeitsaltar handelt 7672
— okt« 4« Frau Meut, grafin yon Toggenbnrg, Heinrichs yon Hewen sei. Frau, und deren sühne Peter yon Hewen
ritter und Wolfram sprechen das kapitel yon Konst, sowie den bischof Marquard aller ansprüche ledig, die sie auf
die hinterlassenschaft bischofs Burkhard sei erhoben haben. Nach dem tode bischofs B. hatte das domkapitel die
hinterlassenschafb an sich gezogen, während die aussteller auf die güter anspmch erhoben, welche B. yon ihrem
yater und ihrem yettqr sei. inne hatte. Die parteien einigten sich auf Heinrich Blarrer yon Konst, als Schiedsrichter.
Geben 1400, an dem nähsten mäntag yor s. Fiden tag. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 109). 7673
— okt. 19^ Himmelspforte. Johann yon Somental, supprior des Premonstratenser klosters Bellelay, Basler bis-
tums, führt den nengewählten abt Andreas yon Zweibrücken in den besitz der abtei Himmelspforte ein unter Vor¬
behalt der inyestitur und abtweihe durch den bischof von Konstanz. Zeugen: mag. Konrad Helye decr. dr., bruder
Johann Büttel, der unmittelbaren Vorgänger im besitze der abtei, und Johann von Lüttelsdorf (Lütolzstorf) edel-
knecht, kämmerer der fürstin Katherina von Burgund, herzogin von östorreich. Actum 1400, ind. secundum stilum
enrie romane sumptam 8., sed regulariter 9., pont. Bonifacii IX. a. 11., die martis 19. mens. oct. — Notariats-
instmment des Konrad Auenstetter von Reutlingen: Karlsruhe (l7/2). — r^. ZGORh. 26, 365. 7674
— TOr nOT. 9, Rom. Petrus patriarch von Grado (Graden.) und 6 andere bischüfe erteilen allen, welche den
altar zu ehren der hl. Dreifaltigkeit, der muttergottes und der hl. Katharina in der pfarrkirche St Katharina im
dorfe «Uff dem Sattel« an näher bezeichneten tagen besuchen, gen. gute werke verrichten, und für den dies bestä¬
tigenden bischof, für Johann Rinauer kirchherm in Muotathal, Rudolf Reding u.a. beten 40 tage und 1 karene ablaß.
Dat. Rome 1400, pontif. Bonifacii IX. a. 11. — Or. Sattel, Kirchenarch. 7675
— nOT« 14^ Konstanz. Verleiht mit Zustimmung des domkapitels dem domdekan Albrecht von Beutelsbach in
anbetracht seiner Verdienste die quart von allen zehnten innerhalb der pfarrei der pfarrkirche'zu Rottweil (qne
quidem qnarta vulgo die zufart communiter nominatur) auf lebenszeit Dat. Consi 1400, 18. kal dec., ind. 8 . —
Einger. in den revers des empfängers vom gleichen tage: Or. Karlsruhe (5 Rottweil). — Kopb. 500, 307* Karls¬
ruhe. — reg. Urkb. Rottweil nr. 621. 7676
— nOT. 16, Rom. Papst Bonifaz IX. erteilt Ravensburg freiheit vom Interdikt Dat Rome apud s. Petrum 16. kal.
dec., a. 12. — Derselbe erteilt Ravensburg ff eibeit von auswärtigem gericht — Inseriert in transsumpt 1401 febr.
9: Stuttgart, Staatsarch. (Ravensbuig). 7677
— nOT« 19, Ensisheim. Herzog Leopold von Österreich gestattet als patron und kastvogt, daß die Mntteigottes-
kapelle zu Rottweil, welche seither zur pfarrkirche gehörte, davon getrennt werde. Die stadt Rottweil hatte die gen.
kapelle mit 4 altären und priesterpfründen ausgestattet. Das präsentationsrecht auf die gen. kaplaneien steht für¬
derhin der Stadt zu. Die sakramentenspendung und das begräbnisrecht bleibt jedoch der pfarrkirche Vorbehalten.
Der aussteller bittet seinen freund bischof Marquard um bestätigung. Geben zu Ensisheim an s. Eisbethen tag 1400.
— Urkb. Rottweil nr. 622 nach or. Stadtarch. daselbst. — Kopb. 1491, 102^ Karlsruhe (ohne datum). — vgl fol¬
gende nr. 7678
— nov. 22, Tillingen. Bestätigt die urkunde d. d. 1400 nov. 19 [nr. 7678] die frauenkapelle zu Bottweil betr.
Das domkapitel und Friedrich von Flednitz d. j., kirchherr zu Rottweil, stimmt zu. Geben und beschehen in der
statt Villingen 1400, 10 . kal. dec., ind. iuxta stilum romane curie 8 . — Eingerückt in die bestätigungsbulle papst
Bonifaz IX. d. d. 1401 april 20 ( 12 . kal maii (alias marcii!) a. 12 : begl. abschr. Rottenburg, Ordinariatsarch.
(Rep. 8 . 232). — 'Übersetzung Stuttgart, Staatsarch. (Rottweil). 7679
— noT. 24, Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem prior und konvent der Augustiner zu Konsi, dessen ein-
künfte sehr gering sind, die pfarrkirche zu Birwinken (Birbingen) mit 2 m. s. jährl. einkünften. Dat. Rome apud s.
Petrum 8 . kal dec., a. 12 . — Or. Konstanz, Stadtarch. (Spital I B. v. 225); unter dem bug rechts: A. de Portu-
prnarioy auf dem bug: gratis de mandato d. n.pape. Oerlaeus, Röckseits R. 7680
112 Marqnard yon Bandeek, Bischof yon Konstanz. 1400—1401.
1400 nOT» 24* Erhält von der aposi kammer zur zahlanK des serviciams anfschab bis nächste pfingsten. — Mod.
abschr. (ObL 55, 119 Born). 7681
— dez« 9^ Konstanz« ' Gestattet dem Eberhard Bärgermeister, kirchherr za Deizisau (Titzingen!) and dem patron
der ^dortigen kirche Marqaard Bürgermeister (von Eßlingen), anf der maaer des kirchhofs die alten eingestürzten
oder einstarzdrohenden gebäade sowie neae aafzabaaen, and die maner zar verbesserang des baaes einzoreißen,
Yoraosgesetzt, daß der kirchhof an den früher zom begräbnis benutzten teilen nicht profaniert werde. Dat Const.
1400, 5. id. dec., ind. 8 .— reg. ürkb. Eßlingen 2 nr. 1802 nach or. Spitalarch. daselbst; das bischüil. sieget rück-
seits aafgedrückt 7682
— dez. 21, Venedig. König Ruprecht richtet an den bischof von Konstanz eine erste bitte für Johann Schneider¬
sohn von Dyppoig, kleriker der diüzese Mainz. — reg. Ohmei, Begesta BaperÜ nr. 1062. 7683
— dez« 28, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Marqaard teilt dem kleras der diözese Konst mit, daß
die brüder and Schwestern vom 3. orden des hl. Franziskas nicht unter die extravagante Johannes XXIL »Sancta
Bomana« fallen, darum nicht als begharden oder beghinen anzusehen sind. Der aassteiler bestätigt außerdem die
dem orden von den päpsten erteilten Privilegien. Dat Const 1401, 5. kaL ianoarii, ind. 9. — Eingerückt in ein
vidimus d. d. 1401, 15. Januar: Freibarg, Erzb. Arch. — vgl. 1401 Jan. 5 nr. 7687. 7684
1400 dez«—1401 Jan. Wird genannt im Verzeichnis von reichsständen and auswärtigen mächten, welche za künig
Baprecht halten. — erw. Deutsche Beichstagsakten 4, 221. 7685
1401« Befiehlt den pfarrgenossen zu Markhard durch Sammlung von geldem, welchen der pfarrer Distel selbst
12 golden beilegen soll, eine angemessene pfarrwohnung bis Martini herzustellen. — erw. Kuhn, Thargovia Sama 1 ,
133. 7686
— Jan« 5, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marquards befiehlt allen geistlichen, die brüder and schwestem
vom 3. orden des hl. Franziskas nicht za belästigen, da sie nicht unter die extravagante Johannes XXLI. »Sancta
Bomanac fallen, da diese sich nor auf begharden und beghinen beziehe. Außerdem bestätigt der aassteiler gewisse
gewohnheiten derselben, u. a. das tragen von skapalieren and cingala und den gebrauch der schieier für die inklasen.
Dat Const 1401, non. ianoarii, ind. 9. — Eingerückt in das notariatsinstrament des Leonhard Schönbentz von
Lindau, welches Johann von Sanderstorf, Minoritenbrader za Konst et magister regale tertii ordinis s. Francisci de
penitentia per saos superiores deputatos, d. d. 1401 febr. 14 aasfertigen ließ: Karlsruhe (2/167). — vgl. 1400
dez. 28 nr. 7684. 7687
— Jan« 9« Br. Johann von Windsdorf, kustos der Franziskaner am See and visitator der provinz, erhält eine nr-
kande (bulle) zu gunsten der Tertiarschwestem zu Überlingen, mit dem anfang: »Cam ad ea quae ad laudem dei etc.«,
in welcher der bischof Marqaard von Bandegg aus Neidlingcn erklärt, daß diese schwestem wahre religiösen and
von der kirche approbiert seien. — Jahrgeschichten der Franziskaner (Mone, Quellens. 3, 638); zam Jahre 1396
erwähnen die Jahresgeschichten, daß die schwestem durch Konrad inqaisitor des b. Burkhard von He wen vieles zn
erdulden hatten, da dieser sie nicht als approbiert anerkennen wollte. — vgl. vorige nr. 7688
— febr« 2, Born. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster St Georgen aaf dem Schwarzwald mit 200 m. s. ein-
künften die kapelle za Dintenhofen mit 8 m. s. einkünften. Dat Borne apad s. Petram 4. non. febr., a. 12 . »Onn-
ctis orbis«. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (St Georgen-Bickelsberg); unter dem bog rechts: Jo, de Bononia; aaf
dem bng: Oratia de mandaio d, ir. pape, Eckardus, Bückseits B darin Joe. 7689
— febr« 3, Born. Derselbe nimmt die stadt Badolfzell auf bitten der bürger von der beobachtung des interdikts aas,
falls exkommunizierte sich dort nur vorübergehend auf halten. Dat Borne apad s. Petram 3. non. febr., a. 12 . »Ad
perp. rei memoriam. Homilibus et honestis«. — Or. Karlsruhe (6/73). Unter dem bog rechts: Bertoldus; aaf dom
bag: Oratie de mandato domini nostri pape. Jo, de T,,, Bückseits R darin Jac, 7690
— febr« 7, Nürnberg. Künig Baprecht stellt eine erste bitte für Friedrich, sohn des Fricko, künigl. chirargen von
Heidelberg, kleriker der diüzese Worms, an das kollegiatstift St Stephan za Konst am kanonikat und pfründe.
— reg. Chmel, Begesta Boperti nr. 136. 7691
— min Born. Papst Bonifaz IX. erteilt Konstanz das privileg der freiheit vom fremden gericht gemäß balle
Bonifaz VIII. »Provide«. Dat Borne apad s. Petram* kal. marcii, a. 12 . »Circumspecta apostolice sodis«. — Or.
Karlsruhe (5 Konst Gerichtsbarkeit); unter dem bog rechts: Jo, de Bononia; auf dem bog: gratie de mandato d,
n,pape, N, de JRugie, Bückseits B darin Jac, Quer: in causa conservatoris die aabbati 3. mens, aprilis, R, Spitzlin
produxit in iud,R,; and unten: Civitatis Conatancien, — Kopb. 1491,110 Karlsruhe (Formelbach des SchaltheiO).
— Derselbe ernennt die domdekane von Augsburg, Konstanz und Basel zu konservatoren dieser balle: Or. ebenda: anf
der schriftseite dieselben vermerke; rückseits: R darin Jac,; unten: Civitatis Conatancien, Quer: presentetur abso*
lute domino Volmaro plebano ecclesie a, Stephani; dann: in causa conservatoris die aabbati 3, mena, aprilis R,
Spitzlin produxit in iud, R, — Einen praktischen fall zur illaatration bietet die urkunde d. d. 1405 okt 15 (Or.
Marqnard toh Rändeck, Bischof Ton Ronstanz. 1401. llä
ebenda), worin der domdekan Albrecbt von Benielspach yerhindert, daß ein Eonsianzer bürger und seine fran vor
das Angsbnrger gericht zitiert werden. 7692
1401 milrz 28^ Scbnssenried; Hildebrand, propst von Scbnssenried, präsentiert dem b. Marqnard bezw. dessen ge¬
neral vikar in spir. aof die Icntpriesterei zo Stafflangen, welche durch tod des kirchherm Berihold erledigt ist, den
konventaalen Franz Schlaibcgg. Dai in dicto monasterio 1401, feria 2 . post dominicam Palmarom, ind. 9. — Or.
Stuttgart, Staatsarch. (Schnssonried).— 1401 märz 29 ( 4 .kal.apr.,ind. 9) erfolgte der anftrag znr investitor durch
den goneralvikar an den dekan za Biberach; die inyestitor erfolgte 1401 april 4 (Or. ebenda). 7693
— april 5, Born. Papst Bonifaz IX. bestätigt dem domkapitel zn Basel die durch b. Burkhard [d. d. 1393 märz
19 nr. 7351] yorgenommene Inkorporation der Pfarrkirche Kirchhofen mit dem zusatz, daß das domkapitel die bi-
schdfl. abgaben entrichten müsse. Die einkünfte der pfarrei betragen nicht mehr als 24 m. s., die des domkapitels
200 m. s. Dat. Borne apnd s. Petrum non. apr., a. 12. »Pastoralis ofüciic. — Or. Karlsruhe (19/33); unter dem
bog rechts: Bertoldua; auf dem bug rechts: Qraiis de mandaio d, n. pape. Jo, de Botumia. Bücksdts: E, darin
Jae. 7694
— april 7, Born. Derselbe inkorporiert dem stift Beiomünster, dessen einkünfte 200 m. s. nicht übersteigen, die
Pfarrkirche in Bickenbach mit einkünften von 15 m. s.; damit das stift von dem bischofe bei einsetzung der stän-
. digen vikare nicht belästigt würde, erhält es dio erlaubnis, diese auf die gen. pfarrei und auf die schon inkorpo¬
rierten pfarreien zu Sohr mit der kapelle Aarau, zu Hegglingen und Neudorf, mit einkünfton von zusammen 80 m.
8., ad nutum einzusetzen, jedoch unter Vorbehalt der bischdfl. rechte. Dat Borne apnd' s. Petrum 7. id. apr., a. 12.
— Or. Münster, Stiftsarch.; unter dem bug rechts: Berioldus; auf dem bug: gratis de mandaio de n, pape. Jo,de
Bononia; i'ückseits: mE. darin Jac, — ausz. Estermann, Bickenbach 16; Noudorf 28. — vgl. 1389 sept 6 unter
Heinrich v.Aletnr. 6817.— 1400jan.22 übergab Leopold herzog von Österreich dem stift Beromünster die lehenschaft
der pfarrei Suhr samt zngehör, wogegen das stift das recht, die propstei und die 21 Chorherrenpfründen zn besetzen
an das haus Österreich abtrat (Geben ze Ennzisheim an donrstag vor s. Panistag als er bekert ward 1400). Or.
Münster, Stiftsarch. (fase. 5). — 1411 aug. 13 verzichtet Rudolf Meyger von Hegglingen, kirchherr der Mauritius-
pfarrkirche zu Suhr auf diese pfarrei und ernennt zu Sachwaltern Johann Boßwil und Rudolf Bitterkrut, beide ka-
pläne zu Beromünster (Acta 1411 ind. 4. pontif. Johannis XXTTT . a. 2., mens. aug. die 13. in villa Beronen).—No-
tariatsinstr. des Heinr. Strnbe: Beromünster, Stiftsarch. fase. 38. — 1415 Juli 7 kommt das stift durch sententia
definitiva in den besitz der pfarrei Suhr mit der kapelle zn Aarau und den anderen gen. pfarreien (Notariatsinstru¬
ment des Johann Has von Bremgarten: ebenda fase. 33). 7695
— ftpril 9) Born. Papst Bonifaz IX. beauftragt den kantor von St Felix und Regula in Zürich, dem Walter
Bmnn[er] von Baden, laicus crucesignatus, gegen näher gen. bürger von Baden i. A. recht zn verschaffen. Dat
Borne apud s. Petrum 5. id. apr., a. 12 . »Conqnestus est nobis«. — Welti, TJrkb. Baden s. 203. 7696
— »pril 11. Papst Bonifaz IX. nimmt das kloster Einsiedeln unter seinen schütz. »Cum a nobis petitnr«. —
Begg. Einsiedeln 565; vgl. zum datum Bingholz, Geschichte von Einsiedeln 303. 7697
— april II 9 Konstanz. Bestätigt mit Zustimmung des domkapitels dem Cisterzienserinnenkloster Feldbach die
von bischof Heinrich [von Brandis] vorgenommene Inkorporation der pfarrkirche Hemmenhofen und befreit es in
anbetracht seiner geringen einkünfte von der Zahlung der ersten früchte, jedoch nur unter der bedingung, daß im
kloster jährlich ein anniversar mit placebo, vigilien und messe für seine Vorfahren, für ihn und seine nachkommen
gehalten werden, welches in das anniversarverzeichnis des klosters aufgenommen werden soll. Erweist sich durch
ein unanfechtbares Zeugnis, daß dies 3 jahre hintereinander versäumt wird, so ist die abtei wieder zur Zahlung der
ersten früchte verpflichtet. Dat Const 1401,'3. id. apr., ind. 9 . — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Feldbach).
Gut erhaltenes bischofssiegel: sitzende muttergottes mit dem Jesuskind. Umschrift: 8 . Marquardi Dei gratia episcopi
Constanciensis; rückseits der urkunde sparen eines kleinen ring^iegels. — Kopb. AA, 829 Erzbisch. Arch. FVeiburg
l B. — Kopb. 502 Karlsruhe. 7698
— ftpril 14, Konstanz. Bestätigt mittelst transfli die Stiftung und bewidmnng einer ewigen messe auf dem
fronaltar in der kapelle zuBürglen, einem filial znSulgen, welche d.d. 1401 (ohne tag) durch Albrecht vonBürglen
ritter und dessen verstorbenen bruder Eberhard erfolgt ist Konrad von Münchwile, domherr zu Konst und propst
des Stiftes BischofszeU, dem die kirche zu Sulgen gehört, gibt seine Zustimmung. Dat. Const 1401, 18. kal. maii,
ind. 9 . — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Bischofszell). — 1401 juli 15 stimmt das kapitel von Bischofszell zu mit
dem Zusatz der Wahrung der rechte der pfarrkirche zn Sulgen in zehnten und zinsen. (Ebenda). 7699
april 24, Cklttliebon. Urkundet: es erscheinen vor ihm die'pfleger des anssätzigenhanses außerhalb der
mauern von Konst, bei Krenzlingon und erkhtren, daß sie seit unvordenklichen Zeiten das recht besitzen alle aus-
Atzig scheinenden leute zu untersuchen; diesem rechte entziehen sich aber viele. Der bischof beflehlt der gesamten
. gtistlichkeit, daß sie alle aussätzigen und alle aussätzig scheinenden mahnen, daß sie sich der Untersuchung des
Bagatt«» dar WaekSf# tob Konitana. m. 15
114 Matqnard von Bandeck, Bischof von Konstanz. 1401.
aossätzigenhaases za nnterziehen haben; nur die armen and Inranken, sowie die von Konstanz weit entfernt woh¬
nenden sollten dorch eine stellvertretang sich ontersnchen lassen kOnnen. Aaf der äbertretang steht die exkom-
roanikation. Dai in Castro nostro GotUeben 1401, 8. kaL maii, ind. 9. — Eopb. 1491, 112 Earlsrahe (Formel-
bach des atadtschreibers Schaltheiß von Konstanz). — ZGOBh. 12, 149. — erw. Rapport, Vereinigte Stiftangen
46. — Schaltheiß, Chronik (Freibarger DiÖzesanarcL Sf 52). — vgl 1401 aog. 31 nr. 7715. 7700
1401 mai 1, Gottlieben. Entscheidet als erbetener Schiedsrichter einen streit Heinrich Tistels, kirchherm der
lentkirche Fraaenfeld (Fröwenfelt), mit vogt and antertanen daselbst, am kompetenzen des ersteren. Geben ze
Gotliebn anser Yesti an sant Philips and sant Jacobs tag d. hL zwelfbotten in dem mayen 1401. — Or. Eirehen¬
gemarch. Fraaenfeld. — erw. Kahn, Tharg. sacra 1, 133 (nach notiz im material). 7701
— mal Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem kloster Wittichen die pfarrkirchen in Rain (Reyn), Bdtzberg,
Magrethaosen, Homessingen, Wittingen and Hdningen, Basler and Konst, bistams. Dai Rome apad s. Petrum non.
maii, a. 12. — Enbel, Ballariam Franciscanam 7 nr. 377. 7702
— mai 15. Br. Heinrich [Zirger), Cisi Ordens, bischof yon Thormopylä, weihbischof, weiht die kapelle aaf barg
Baldegg samt dem altar z. e. der hl. Dreifaltigkeit asw. and verleiht für beisteaem and andachtsdbangen 40 tage
bezw. 1 jahr and l qaadragen ablaß. — aosz. Estermann, Hocbdorf 136. 7703
— mal 23. Erhält von der aposi kammer zur Zahlung des servicioms aofschab bis Weihnachten. — Mod. abschr.
(Obi. 55, 151 Rom). 7704
— jani 23^ Füssen. Herzog Leopold von Österreich nimmt in der arkonde, worin er den könig Raprecht aner¬
kennt, n. a. ans den bischof von Konstanz. — Deatsche Reichstagsakten 4, 417. 7703
— Jimi 27, Rom.' Papst Bonifaz IX. an Konrad Ulmer, edelknecht (armigef) Konsi bistams. Er trag vor: Hein¬
rich Ulmer, sein gproßvater (^vonculas) hat einen altar in der pfarrkirche Überlingen za ehren der hll. apostel Peter
and Paal and St Agatha errichtet mit der bestimmang, daß er, solange er lebe, kaplan bliebe, nach dessen tode
aber sein sohn Johann, sofern er priester wäre; wäre er das nicht, so sollten der gen. Johannes and dessen brader
Eönrad Ulmer das Präsentationsrecht aasüben. Nach deren tod soll das kollatarrocht an den kircliherrn der gen.
Pfarrkirche übergehen. Der bittsteiler bittet nun am Übertragung des rechtes der kollatar auf ihn an stelle des ver¬
storbenen Johannes, was der papst gewährt. Dat Rome apad s. Petröm 5. kal. ialii, a. 12. »Sincere devocionisc.
— Or. Überlingen, Stadtarch. (Lade 10 nr. 1514); unter dem bug rechts: Ä. de Portugruario; auf dem bog rechts:
Gratia de mandato d. n. pape, Ä, Creyenberch, Rückseite oben links: Bai. R. darin n. 7706
— jnli 3, Schaff hansenu Bestätigt mUtelst transfiz die Stiftung und beWidmung einer pMnde auf den Matter¬
gottesaltar in der Johanneskirche za Schaffhaosen, welche durch Margaret, fraa weil, ritters Johann [von Randen-
burg] Schaltheiß von Schaffhaasen, und deren sohn Gottfried d. d. 1397 jani 28 (1397, an dem nechsten danrstag
nach s. Johans tag ze süngechten) mit zostimmang des abtes Berthold des Allerheiligenklosters za Sch. erfolgt war.
Dai et aci in opido Scaffbasen in vigiUa b. Udalrici episcopi 1401, ind. 9. — Or. Schaffhaasen, Staatsarch. —
' reg. ürkandenregister für den kanten Schaffhaasen nr. 1345. — erw. Raeger, Chron. Schaffhaasen 2, 1106.
7707
— Juli 26, Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert mota proprio der propstei Nellingen, welche trotz ihrer abhängigp-
keit von St. Blasien während des Schismas dem rßm. stähle trea geblieben ist, die pfarrkirchen za Nellingen, Plo¬
chingen und Rait (Rati), deren einkünfte zusammen 35 m. s. nicht übersteigen, und deren patronatsrecht er von
dom kloster Si Bls^ien aaf die propstei Nellingen überträgt Dai Rome apad s. Petram 7. kal. aag., a. 12. »Sin¬
cere derotionis«. — Eingerückt in die ausführang der inkorporation durch Konrad Naslos, dekan des dekanats E߬
lingen and kirchherm zu Nellingen, 1402 jan. 9: Or. Karlsruhe (Si Blasien). — Abschr. Stuttgart, Staatsarch.
nach dem Nellinger Kopialb. in Si Paal, Kärnten. — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 816. — 1402 jan. 10 resigniert
Konrad Naslos auf die pfarrei Nellingen and wird als ständiger vikar investiert (Or. ebenda). — Unter gleichem
daiam verzichtet Heinrich Meder [Mader] auf die pfarrei Ruit and wird als ständiger vikar investitiori (Or. ebenda!.
7706
~ Juli 26, Rom. Derselbe inkorporiert mota proprio dem kloster Bebenhaosen die pfarrkirchen za Altorf, Kirchen-
.. tellinsfurt und Korawesthoim, deren einkünfte zusammen 36 m. s. nicht übersteigen; die kirchen kOnnon durch mOnche
' oder Weltpriester versehen werden, welche ad nutum abbatis ein- and abgesotzt werden können; auch brauchen sie
keine ,littere testimoniales*, vidimas gen., vom bischof Marqoard oder von einem anderen Konsi bischof [zur aas-
führang der bulle?]. Dai Rome apad s. Petram 7. kal aag., a. 12. »Pasteralis offlcii«. — Or. Stuttgart Staats-
. arch. (Bebenhaosen); unter dem bug rechts; Jo, de Botionia; weiter anten: gratis; auf dem bag rechts: E'rasmua.
Hücksmta oben rechts; Jae. mitte: R darin n. — 1402 jan. 21 verzichtet za Weil im Schönbach der kirchhorr
; za Altdorf, Heinrich Bartenschnider, auf seine pfarrei in die hände des abtes Petras von Gomeringen za Beben-
hausen, (Or. ebenda), worauf der abt besitz von der kirche ergreift d.d. 1402 jan. 21. (Or. ebenda). — 1402 jan.
Marqnard Ton Bandeck, Bischof von Konstanz. 1401. 115
27 verzichtet Ulrich Bogkenhofer ständiger vikar zn Eomwesihelm (Wesihain) auf die pfarrei. (Or. ebenda). Zeugen:
Ulrich Maiger von Wassenegg domherr zu Konst, Heinrich Renz frähmesser zu Komwesthoim n. a., worauf der abt
von der pfarrei besitz ergreift d. d. 1402 jan. 27. (Or. ebenda). 7709
1401 juli 26, Glatt Heinrich und Hans von Nenneck, bräder, bitten bischof Marquard um bostätignng des von ihnen
zum gedächlnis ihrer verstorbenen Schwester Katherina gestifteten 8t Katharinenaltars in der Pfarrkirche zu Glatt.
Geben zn Glath an dem nächsten zinstag nach s. Jacobs dag 1401, ind. 9. — Abschr. (16. jh.) Sigroaringon, Do-
mänenarch. (Glatt). — reg. MVGHohenzollem 12, 39. 7710
— äug. 4, Konstanz. Beurkundet, daß Hermann Wicli, priester und kirchherr der pfarrkircho Win torstetton,
sowie dessen sohn mag. Hermann von Ulrich von Humbrechtsried das patronatsrecht der pfarrkircho zn Attenwoilcr
erhalten haben mit der bestimmung, daß nach deren tode das patronatsrecht an das kloster Schnssenried übergoho.
Der aussteller bestätigt dies. Dat. Const 1401, 2. non. aug., ind. 9. — Or. Stuttgart 8taatsarcb. (Schnssenried);
rflekseits oben spuren eines ringsiegeis. — Kopb. Schnssenried s. 468 ebenda.— erw. Lünig, Beichsarch. 18, 563.
7711
— aug. 4. Albrccht von Beutelsbach, domdekan zu Kost, und kirchherr zu Rottweil, gelobt der stadt Rottwcil bei
etwaigen Streitigkeiten mit städtischen angehßrigen vor dem Schultheiß daselbst zum rechten zu kommen, ausge¬
nommen sind Streitigkeiten wegen auswärtiger zehnten. — reg. Urkb. Bottweil nach or. Stuttgart, Staatsarch. (Rott¬
weil). 7712
— aug. 26, Konstanz. Bestätigt die am 12. mai 1400 erfolgte Stiftung und ausstattung einer pfrunde auf dem
Ar.toniusaltar der kirchc zn Truchtelfingen durch Johannes Dahs von Mägerkingen, rektor der kirche, und dem
patron derselben grafen Eberhard von Werdenberg; letzterer behält sich das patronatsrecht vor und präsentiert dom
bischof den kleriker Johann Kopp. .Dai Const. 1401, 8. kal. sept, ind. 9. — Or. Truchtelfingen, Pfarrregistratur.
— erw. I'ürstenberger U-B. 6, 236 nr. 149, 4a. — begl. ausz. Donaueschingen (Kaplaneien Trochtolfingen). *7713
— ang. 29, Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert motu proprio dem kloster Schutteru, dessen einkunfte 170 m. s.
betragen, die Pfarrkirchen Wöplinsberg (Wepelinsbergen), Leutkirch und Ottenheim ihres patronats sowie die stän¬
digen vikarien der pfärrkirdien zu Sasbach, ]BYiesenheim, Wippertskirch (Wyprechteskirchen) und Köndringen
(Kunringen). Die 4 letztgen. Pfarrkirchen sind bereits dem kloster inkorporiert und tragen 60 m.s., die zn WOplins-
berg, Leutkirch und Ottenheim 9 m. s. Dat Rome apud s. Petrum 4. kal sept, a. 12. — Or. Karlsruhe (29/15);
unter dem bug links: Fe, taxe 100. M, de Scä.Agaiha, Ja, de Bononia; auf dem bug links: ascultataper me Ni-
edaum deBen[even]to,r^estratoremlitterarumapost, [concordat?] cum regestro; rechts: regestrata gratis de man-
dato doiitini nostri pape, Eekardus, Rfickseits kein registraturzeichen, aber mehrere ausradierte längere stellen, von
denen nur einzelne bachstaben zu entziffern sind. 7714
— ang. 31, Konstanz. Schreibt an die gesamte geistlichkeit: er hat einige ärzte mit der Untersuchung der aus¬
sätzigen beauftragt. Daraufhin machten die Verwalter des leprosenhauses beim kloster KrenzUngen außerhalb der
mauern von Konst geltend, daß diese Untersuchung ihnen seit unvordenklichen Zeiten zustfinde. Demgemäß bestätigt
er dem gen. leprosenhaus das Privileg. Dat Const 1401, 2. kal. sept, ind. 9. — Kopb. 1491, 114 Karlsruhe
(Formelbuch des Schultheiß). — Ebenda ein Zeugnis des leprosenhauses für Margarete Flach, gattiu des Konrad
Rach, daß sie vom aussatz nicht angesteckt sei, d. d. 1397 jan. 23 (10. kal. febr., ind. 5). — vgl. 1401 april 24
nr. 7700. 7715
— sept« 9, Gottlieben. Belehnt mit der feste Güttingen gen. Kachel Adelheid Häbchin und deren tochtersohn
Heinrich den Ehinger von Konst, bnrger daselbst, in der weise, daß nach dem tode des einen der andere teil das
lohen inne haben soUte; hinterläßt jedoch der gen. Heinrich Ehinger kinder, so soUen diese nach dessen tode in die
lehenschaft eintreten. Geben in unser vesti Gotlieb an fritag ze nehst nach unser fröwen tag ze herbst 1401. —
— Or. Frauenfeld, Kantunsarch. (Meersburg); sehr schönes Siegel Marquards. Umschrift: S. Marquardi dei gracia
episcopi Constanciensis ecclesie. — reg. GFrßOrte. 4, 205; Pupikofer, Geschichte des Thurgau heil. 1,118 nr. 75.
7716
— sept. 11, Augsburg. Ist. neben dem erzbischof von Köln, den bischöfen von Angsbuig und Spelor auf dem
tage von Augsburg zugegen. — erw. Deutsche Reichstagsakten 5, 257 anm. 7717
— sept«, Augsburg. Abgesandte von Mönchen bitten auf dem tage zn Augsburg, während könig Ruprecht sein
beer zur Romfahrt sammelte, vor dem herzog von Österreich und seinen räten: dem grafen Eberhard von Württem¬
berg, dem bischof von Augsburg und dem von Konstanz, diese um rucksprache mit dem könig, damit er die ange-
legenheit der herzoge Stephan und Ernst von Baiem entscheide. — Jörg Kazmaiers Denkschrift: Deutsche SIAdte-
chroniken 15,495. — vgl. Reichstagsakten 5,257 n. 1. 7718
— sept. 12« Johann Münch von Landskron bischof von Lausanne weiht 1401 aug. 19 mit Zustimmung dos bischofs
Marqnard und auf ansuchen des abtes und kouyentes von Trub und des edloo Burkhard von Snmiswald seines ver-
15 *
116 Marqaard Ton Bandeck, Bischof Von Konstanz. 1401—1402.
wandteo, dessen Torfabre Lfitold voti Snmiswald ritter, das kloster Trab erbaut hat, einen altar in der kapelle zu
Marbach za ehren der Mattergottes and des hl. Nikolads, legt das kirchweihfest aaf sonntag Tor Jacobi and erteilt
ablaß. Aaßerdem bestimmt er, daß die matter in gen. kapelle aasgesegnet and wachs and palmen daselbst feierlich
geweiht werden ddrfen. Unter den reliqaien werden aofgezählt: de camera, in qaa Christas patrem orando gattas
sangaineas sadayit, de lapide, nbi Marta dixit »Domine si faisses hic, frater meas etc.c; de loco in qao Adam for-
roatos foit, de rape Montis CaWarie, de teira nbi Christi crnx foit inventa, de lappide in qao s. Johannes baptista
decollatos foit, de tena abi angelas Christnm pastohbos natnm esse annantiavii Dai in Berno 1401, pontif. Bo*
nifacii IX, a. ind. 9., 12. die mensis sept. — GFrSOrte. 5, 274 nach or. Eirchenlade Marbach. — aosz.
GFrSOrte. 30, 198^9, daza die anmerkangen. 7719
1401 okt» 27^ Konstanz. Radolf Spitzli, decr. dr., offizial des Konst hofes, entscheidet nach eingeholter kaudschafb,
daß der kirchherr za Vaihingen a. F. [Emst von Gültlingen] keinen stier, eher and bock halten müsse, wie die ge¬
meinde Yerlangte. Dat et act Const 1401, 6. kal noT. — reg. ürkb. Eßlingen 2 nr. 1813 nach or. Spitalarch.
daselbst Rflckseits: Jo, Binder, daneben sparen eines kleinen Siegels. 7720
— okt. 29, Konstanz. Befiehlt dem propst and kapitel von Embrach onter androhang geistl. strafen, daß sie die
ihm alljährlich als konsolationen scholdigen 3 m. s. dem Diethelm Iberger, kaplan der propstei Zürich, in seinem
namen bis zam feste des hL Andreas [noy. 30] zahlen sollten. Dat Const 1401, 4. kaL noY., ind. 9. — Or. Zürich,
Staätsarch. (CIV 2 Embrach): rückseits sparen zweier sieget 7721
— nOT. 16, Konstanz. Der generalYikar in spir. b. Marqoards bestätigt mittelst transfiz die Stiftung and bewid-
mang einer pfründe aaf den St Antoniasaltar in der St Bemig^ospfarrkirche za Ehingen, am deren bestätigang
priorin and schwestem der klaase bei gen. pfarrkirche im aaftrago der f witwo Adelheid Weckler d.d. 1401 okt 31
(vigilia omniam sanctoram) mit zastimmang des proptes and kapitels Yon Ehingen gebeten haben. Dat Const 1401,
16. kal. decn ind. 9. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bottenbarg, Stift St Moriz); rückseits sparen eines ringsiegeis.
7722
— dez« 31. Gewährt den besachera des klostera Münsterlingen, die Yor einem daselbst Yon Johann Mamprat ge-
stiiteton Maiienbilde bestimmte gebete sprechen sowie kerzen anzünden, 40 tage bezw. 100 tage ablaß. 1402 in
die s. SÜYestri. — reg. Beimann, Arch. Münsterlingensis doc. Stifbsarch. Einsiedeln. — Thnrg, Beitr. 21, 85 nr.
217. 7728
1402 jan. 1, Born' . Bapst Bonifaz IX. erteilt der stadt Überlingen freiheit Yom Interdikt, falls mit kirchlichen
strafen belastete nor Yorübergehend sich daselbst anfhalten. Dat Borne apad s. Petram kaL ianaarii, a. 13. »Hn-
milibas ethonestis«. — Or.Überlingen,Stadtarch. (L. 10 nr. 1515) ; unter dem bog links: Ja, taxe 50. 3f. de No*
varia. Ja. deBononia, Rechts unter dem bog: Ä. de Portugruaio; aaf dem bag: A.de Änglono Gerlacm 3 V,
Rückseits R darin n. 7724
— jan. 19, Gottlieben. Bewilligt ans besonderer freandschaft dem grafen Albrecht dem jüngeren und Hag,
dessen Yetter, beide Yon Werdenberg, an das Heiliggeistspital za Überlingen and »an gemainebradorschaft daselbstc
unter den pflogem Niclaas Bessrer, bürgermeister, and Johans Gramer, bürger, und dem meister Johans Yon Reg-
notzhaseu, die Yon ihrem eigonman Tragpolt sei. Yon Frikingen an sie gefallenen zehnten and güter nach lehonsrecht
za Yerkaofen. Es sind: die zehnten za Eraatsreute, Bruckfelden, Baafnang, Berghof, Hippmansfeld, Gailhöfe,
Bärweiler bad. ba. Überlingen (Heraatzrutin, Braggfelt Bikkenbach, Baffnang, zu dem Berghof. za Hiltmarsfelt,
Gailnöw, Bemwiler), die alle you des bischofs gotteshaas Konst lehen sind. Vertreter der grafen ist Konrad Yom
Stain Yon Monsperg, ritter. Geben in unser Yesti Gotlieb an donstag Yor s. Agnesen tag 1402. — Or. Überlingen,
Spitalarch. lade 22. 7725
— Jan. 27, Konstanz. Verpfändet mit zastimmang des domkapitels den hof za Baitenhausen bei Meersbarg samt
einer gülte daselbst and za Riedetsweiler (Baterswile) um 280 rhein. goldgnlden an Johann Yon Schwarzach and
dessen gemahlin Margarete, nachdem die bezeichneton stücke einst von bischof Heinrich sei. an Konrad den Bader
sei. um 310 goldgnlden versetzt worden and in den besitz des Hermann des Grämlich za Kattenhorn übeigegangen
waren. Findet die pfandlöse vor Johanni statt, so gehören die einkünfte des jahres dem hochstift, sonst dem jewei¬
ligen pfandinhaber. Beschach und geben ze Cost. des nächsten fritags vor unser’ L frowen tag der lichtmiß 140*2.
— Einger. in den revers des Johann von Schwarzach and dessen gemahlin Margarete d. d. 1402 mai 27 (Geben
an samstag nach s. Urbans tag 1402): Or. Karlsruhe (5 Baitenhausen). — Kopb. 500, 62*; 501, 102*; 729, 9H
Karlsruhe.— vgl. 1444 jani 29. 7726
— Jan. 31, Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dom Allerheiligenkloster zu Schaffhausen die pfarrkirchen za
Gailingen, deren patronat es von herzog Leopold [d. d. 1400 febr. 24] erhalten, sodann in Wolienhausen und
Plietzhaasen (Blideltzhasen), deren früchte zusammen nicht mehr als 40 m. s. betragen, während die einkünfto
des klosters 200 m. s. nicht übersteigen. Dat Rome apud s. Petrum 2. kal. febr., a. 13. — Or. Schaffhausen,
Staatsarch., unter dem bug links: fe, taxe 150. de Bcä. Agatha, Ja. de Bomnia: rechts unter dem bog: Jo.
Marqnard von Bandeck, Bischof von Konstanz. 1402. 117
de Förtugruario; auf dem biig:pro Offitio. OerlacusXV, Bückseits: B darin n. Neben den schnüren unleserlich.
— Urkundenregister des kantons Schaff hausen nr. 1408 mit irrigem datum. 7727
14()2 Jan. 81^ Rom. Papst Bonifaz IX. inkorporiert auf bitten des komturs und der brüder des Johanniterhauses
Tobel dem gen. hause die pfarrkirche zu Wengen (Wengi), deren einkünfte nicht mehr als 14 m. s. betragen, w&hrend
die einkünfte des klosters 60 m. s. nicht übersteigen. Dat. Rome apud s. Petrum 2. hal. febr., a. 13. »Ad perpo-
tuam rei memoriam. Sincere devocionis affectus«. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Tobel); unter dem bug links:
/>. taxe 100. M.de Si, Agatha, Ja,de Bonania; unter dem bug rechts: A,de Poriugruario; auf dem bug rechts:
pro Ja, de Tlteramo, Gerlactis n, X, Rückseite: B darin ti. — y. Mohr, Regesten Tobel nr. 71; das Johannitor¬
baus hatte d. d. 1401 apr. 27 das patronatsrecht von bürgerinnen von Konst, um 960 fl. gekauft (Ebenda nr. 69.
70). — erw. Wartmann, U-£. 8t Gallen 4, 620. 7728
— febr. 6, Rom. Derselbe inkorporiert dem domkapitel von Konst mit 550 m. s. einkünflen die pfarrkirche
Mühlhausen (a. Engen) mit 20 m. s. einkommen. Dat. Rome apud s. Petrum 8. id. febr., a. 13. — Or. Karlsruhe
(5 Mühlhausen); unter dem bug rechts: A. de Poriugruario; auf dem bug rechts: GraUa de mandato d, n,pape.
T, Boghel, Rückseits B darin Jac, — Kopb. 492 nr. 101.; 509, 2005 f. ebenda. — Das widemgut samt patronats¬
recht der kirche erhielt das domkapitel 1402 april 6 [(vor dem Offizial vertreten durch: Albrecht Blarrer propst.
Albert von Beutelsbach dekan, Rudolf Tettikover thesaurar, Eberhard Last Petrus laebinger, Konrad von Münch-
wile^ Johann Bölling, Hugo EUond domherren) von Ulrich von Friedingen ritter, und Johann und Konrad von Frie¬
dingen edelknechte, 3 brüder, per formam donationis; vor dem stadtaroann Gebhard Ehinger zu Konst, dagegen
übergeben unter demselben datum Albrecht Blarer dompropst, Rudolf von Tettikofen küster, Eberhard Last Johann
der Ris, Hug Eilend und Konrad Burg domherren im namen des kapitels den gen. von Friedingen 1300 U Konst,
heller für das widemgut samt patronatsrecht — 1402 april 13 resigniert auf die pfarrei Johann von Friedingen,
kirchherr zu Mühlhausen, in die hände des domdekans Albrecht von Boutelsbach (Orr. ebenda). 7729
— febr. 25^ Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die ausführlichen Statuten des stiftes Bischofszeli betr. rei-
chung der pfründhezüge, welche von Konrad von Münchwile propst und kapitel von Bischofszell d.d. 1402 febr. 23
(Dat Consi 1402, 7.kal.marcii,ind. lo) beschlossen worden waren. U.a. wird bestimmt wer nicht wenigstens sub-
diakon ist, soll nur die hälfte der pfründhezüge erhalten; die zum Studium abwesenden sollen die ganze grossa er¬
halten. Das ganze gewährt einen lehrreichen einblick in die stiftverfassung. Dat Const 1402, 5. kal. marcii, ind. 10.
— Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Bischofszell 84). 7730
— febr. 25, Konstanz. Und Johann von Lupfen, landgraf zu Stühlingen, herr zu Hohenegg und landvogt der
herrschaft Österreich, sprechen recht in dem streite zwischen graf Wilhelm von Montfort-Bregenz namens seiner
geroahlin Kunigunde einerseits und andrerseits graf Friedrich (VII.) von Toggenburg wegen der ansprüche Kuni¬
gundens auf das erbe ihres vaters, Donat von Toggenburg. Die scMedsrichter und Wilhelm von Montfort Kuni¬
gunde und Friedrich von Toggenburg siegeln. Geben ze Cost. an dem nächsten samstag vor dem suntag als man
singet in der hl. cristenhait Oculi 1402. — Or. St Gallen, Stiftsarch. — Karlsruhe (6 Toggenburg). — Rettung
der Ehren und Rechten der fürstlichen stift St Gallen, heil. s. 81. — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 640 nr. 2440.
— ausz. MVGSt Gallen. 25 (1894), 123 nr. 14. — reg. GFr50rte. 4, 205 nr. 255. — Vanotti, Grafen Montfort
. 492 nr. 154. — ZGGFreiburg 3 (1873-74), 317 nr. 39. — erw. Wegelin, Geschichte der Landschaft Toggen-
bnrg 1,189. — Am 28. febr. 1402 genehmigte Kunigunde von Toggenburg den Schiedsspruch des bischofs und
Johanns von Lupfen, MVGSt Gallen 25,124 nr. 15. .7731
— mSrz 16, Zug. Ammann und rat von Zog schreiben an den bisebof. Abt und konvent von Kappel werden
beschuldigt Aeß sie sich in ihrem streite mit den kirchgenossen zu Baar und ab dem Berge an das weltliche gericht
zu Zug gewandt und* sie die gen. gemeinde vor ihr gericht geladen haben. Es handle sich um einen gülten und
zebntstreit, in welchem ammann und rat der gemeinde, die ihnen im weltlichen unterstünden, geboten haben, der
abtei das ihrige zu geben und recht zu nehmen an der slAtte, wohin die Sache gehüre. Weiteres hätten sie in dieser
Sache nicht getan. Geben Zuge 5. feria ante Gregorii 1402. — Or. Brief Zürich, Staatsarch. (A 112. l). Hieher
gehört noch ein brief des Leonhard SchÖnbentz notars (1402 oder 1401 dez. 3l) an den abt von Kappel: derdiener
des abtes kam heute und überbrachte grüße und vieles gute, wofür er dankt; dieser berichtete auch über den guten
fortgang im streite mit Baar. Er übersendet ihm die Streitakten, damit er davon ausgiebig gebrauch machen könne;
er hat die notare des [general]vikars und vor allem des bischofs entschädigt. Der abt möge ihm darum 1 fl. schicken.
Scriptum Consi ipsa die 1. Silvestri pape [1401 oder 14(i2?] — vgl. nr. 7743. 7#32
— april 12, Baden i. A. Beurkundet: zwischen ihm und dem abt und konvent von Kappel ist wegen der be-
zahlung der ersten früchte der pfarrkinhen zu Baar und Beinwil und wegen entrichtung der quarten meinungsver-
schiedenheit entstanden. Durch Vorweisung besiegelter briefe von seiten des abtes kommt der bisebof zur Über¬
zeugung, daß er kein rocht besitze die eisten früchte und die quarten zu verlangen, jedoch sollen abt und konvent
bei jeder vakatur die einzusetzenden ständigen vikare dem bisebof präsentieren, seien es nun weit- oder ordensprie-
118 Marquard von Bandeck, Bischof Ton Konstanz. If02,
Ster. Außerdem bestätigt der bischof die: seitherigen vikare im besitz ihrer kirchen. Dat. in opido Baden 1402,
2. id. apr., ind. 19. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII nr. 369). — Notariatsinstr. des Johann Fietz, klerikers Konst,
bistnms, d. d. 1429 okt. 13: Aarau, Staatsarch. (CU M. l). — Eopb. C 218 Konstanz, Stadtarch. — reg. Begesten
Cappel nr. 276. — vgl. 1400 jan. 1 nr. 7631. 7788
1402 april 14, Baden i. A. Snbdelegiert von Walther von Straßbarg, propsi zn Brixen nnd päpstl. kaplan, der
zugleich mit bischof Berthold von Freising nnd mag. Georg von Liechtenstein, propst von St Stephan zn Wien,
: päpstl. exekntor ist, tat dem klerns in stadt und bistnm kund: Johann, abt des klosters St. Blasien, wünscht für sich
nnd alle konventaalen in- nnd außerhalb des klosters, für alle priester nnd kleriker auf den dem kloster inkorpo¬
rierten kircheii nnd alle Untertanen auf betreiben und wnnsch des herzogs Leopold von Österreich in den schoß der
kirche znrückznkehren nnd hat in die hände des ansstellers papst Bonifaz IX. obedienz geleistet. Er spricht ihn des¬
wegen gemäß der bolle papst Bonifaz IX. an bischof Berthold von Freising, mag. Georg von Liechtenstein nnd Walter
?om Straßbnrg d. d. 1390 märz 19 (Borne apnd s.Fetmm 14. kal. april., a. 1.), von allen kirchlichen strafen los, die
er sich durchanhängerschaft an papst Klemens YU. zagezogen. In der gen. bulle war unter anderem bestimmt, daß die
commissäre ,anQm libmm sen registrnm confici et in eo nomina et cognomina personamm ecclesiasticamm et dies ab-
solntionam hninsmodi ac titulos beneficiornm, qne persone ipse aut earnm aliqne tenent,et ea qne circa premissa fecerit,
per aliqnem notarinm pnblicnm quem ad hoc depntaverit sen depntaverint conscribi faciat sen faciant ad cameram
uostram apostolicam postmodum destinandnm, penes ipsam vel ipsos eins copia rervata*. Die snbdelegation von Walther
von Straßbnrg für den bischof ist aosgestellt d. d. 1401 dez. 24 (Dat et act. Const in cnria habitacionis nostre 1401,
ind. 9., pontif. Bonifacii pape IX. a. 12., mens. dec. die 24). Dat. et act in oppido Baden in stnpa domns dicti
Klingelfüß hospitis 1402, ind. 10., pontif. Bonifacii pape IX. a. 13., die 14. mens, aprilis. Zeugen: Berthold abt
von Allerheiligen zn Schaffhansen, Gottfried abt von Büti, Hammann von Lupfen baro dckan der Beichenan, Albert
von Bentelsbach dekan nnd mag. Petras Liebinger domherr zn Konst., Volmar Sack licentiat in decretis lentpriester
von St Stephan zn Konst, Diethelm von Görwihl thesanrar der propstei Zürich nnd die edlen Johann graf von Habs¬
barg, Johann von Lupfen balivaa des herzogs Leopold von Österreich in Schwaben, nnd Hammann von Binach.
— Notariatsinstr. des Johann Binder von Schaffhansen Off. k. and des Konst hofes notar: Karlsruhe (St. Blasien).
77S4
— april 14, Baden I* A« Bestätigt, daß Margarete von Büttikon, jnnker Matthisen von Büttikon sei. fran, samt
ihren hindern Ulrich nnd Hans Hartmaun von Büttikon an das spital zu Baden den widemhof zn Fislisbach mitsamt
der kirche nnd den kirchensatz nm 300 fl. d. d. 1402 febr. 26 verkauft hat Das patronatsrecht der kirche zn Fis¬
lisbach soll in znknnft dem Schultheiß nnd rat der stadt Baden zngehüren. Dat in oppido Baden 1402, 18. kaL
maii, ind. 10. — Welti, Urkb. Baden s. 207, nach or. Baden, Stadtarch. — reg. ASchwGesch. 2, 72. 7735
— april 20, Born. Bartholomens Francisci propst von St Stephan zn Prato., Pistorien. diüc., sed. apost notarins n.
offleinm cancellarie regens, eröffnet als exekntor den bischöfen von Basel nnd Konstanz, dem kapitel von St Potor
in Basel nnd der abtei Zürich die bulle Bonifaz IX. d. d. 1402 april 13 (Dat Rome id. apr., a. 13.), worin dieser
dem Konrad Helye, decr. dr. thesanrar von St Peter in Basel, und dem Bndolf Helwer, Chorherr und lentpriester von
St Felix nnd Begnla in Zürich, gestattet ihre pfründen zu tanschen unbeschadet daß Konrad in Konstanz, Basel nnd
St Felix und Regula in Zürich mit der propstei providiert wurde nnd in Colmar kanonikat nnd präbende inne hat, deren
Mchte die snmme von 70 m.s. nicht übersteigen. Die thosanrie mit klosterlehen übersteigt nicht die snmmo von 15,
die der lentpriesterei nicht die snmme von 36 m. s. Dat et act Rome in domo habitacionis mee site in regione Pontis
1402, ind. 10., die 20. mens, apr., pontif.Bonifacii IX.a. 13. Zeugen: Walther von Kobentz archidiaconns Lnsacie
in ecclesiaMissenen. (Meißen) und Petras Nemo Chorherr von Felix und Regula in Zürich.—glelchz. abschr. Zürich,
Staatsarch. (CU 2 nr. 278). 7786
— april 28, Nennklreh. Exkommuniziert auf ansnehen des provinzials nnd der brüder der Eremiten vom orden
des hl. Paulus (Panli primi heremitae), da falsche brüder Begharden and Lollharden genannt, die weit betrügen
nnd sich der kleidnng der Eremiten bedienen, die genannten Begharden nnd Lollharden. Dat in oppido Nuenkilch
4. kal. maii, 1402. — reg. Reg. Boica 11. 234. (Or. extradiert von München nach Stuttgart, Staat^rch.). 7737
— mal 18, Schaffhausen. Beauftragt den dekan des dekanats [Neunkirch], den priester Johann gen. Gabels-
huser auf die ständige vikarie der pfarrkirche Lohningen, welche durch verzieht des priesters Ulrich von Leipfer¬
dingen vakant geworden war, einznweisen. Das präsentaiionsrecht übten meister nnd pfleger des spitals zn Schaff-
hameen aus. Dat Scanffnsen 1402, 15. kal. innii, ind. 10. — Or. Schaffhansen, Stadtarch. ~ reg. Urkundenregister
des kantons Schaffhansen nr. 1410. 7738
— . JuDi 2, Konstanz. Vor dem offlzial dos Konst, hofes bekennen Ulrich und Konrad Schmld, brüder, von Allens¬
bach (Alaspach), daß sie auf gmnd eines servitaten rechtes zur feste Güttingen gen. Kachel gehören, welche Adel¬
heid, witwe des Ulrich Hapch, und Heinrich Ehiuger, sohn des Gebhard Ehinger, inne haben. Diesen wollen sie
dienstbar sein and keine ehe außerhalb ihres Standes eingehen. Dat. et act Const 1402, feria 6. post fost b. Ni-
Marquard ton fiaiideck, Bischof yoii Konstaiiz. 1402. 119
■J*-
comodis. Zeuge: Job. Huser schreibet des Konst, stadtammanns, Ulrich Krug Konst, bürget u. a. — Or. Fraucn-
feld, Kantonsarch. (Meorsburg). 7730
1402 Juni 9, Biedern. Johann von Bonndorf, propst des klosters der reguliertea Augustinerchorherren zu Riedern,
terzichtet liegen kOrperschwäche in die händ von bischof Marquard auf die propstei and bittet seinen verzieht za
bestätigen. Dai et aci in Riedern 1402, 5. id. iunii. — Or. Karlsruhe (5 Riedern). 7740
— juni 10, Konstanz. Rudolf Spitzli, decr. dr., und Yolmar Sack, leutpriester von St Stephan za Konst licentiat
in decr., als bestellte richter urkunden: zwischen Johann Richlin, sohn des mag. Jodok Richlin arzt (phisicas) za
Konst., Konst kleriker, einer- und Georg Bösch, Passauer bistumskleriker and familiäre (cubicularias et familiaris
domesticus) des bisch. Marquard, anderseits ist wegen .kanonikat and pfründe von Bischofszell, welche einst Johann
Herr innehatte, streit entbrannt Johann Richlin verweist auf eine provisionsballe Bonifaz IX., Georg Bösch dagegen
beansprucht die gen. pfründe, weil sie ihm der bischof auf grund einer allgemeinen päpstl. Vollmacht verliehen hat.
Hach ladung der zeugen und prüfung der urkunden erhalten die aussteller das recht der entscheidung. Georg Bösch
ernennt den Konrad Besmer, priestcr und kaplan des bischofs, zu seinem Sachwalter; für Johann Richlin vertritt
dessen vater die Sache. Die aussteUer entscheiden, daß dem Johann Richlin das erste unrecht auf die stelle zostehe.
Lecta et lata est hec sententia ... Cönst. in ambitu ecclesie kathedralis Const.. 1402, ind. 10., pontif. Bonifacii
a. 13., mens, iunii die 10. Zeugen: mag. Johann Schürpfer, ofßzial des Konst hofes, Johann Mayenberg bacal. in
decr., mag. Konrad doctor puerorum Const., und Johann Binder, des Konst hofes notar. — gleicbz. abschr. Frauen-
, Kantonsarch. (Bischofszell). 7741
— Jnnl 13, St. Gallen. Abt Kuno von St. Gallen bittet den bischof Marquard um Investitur des Ulrich Bitter,
welchen der abt auf die Marien pfründe in der pfarrkirche Wangen präsentiert hat Dat 1402, foria 3. ante fesium
SS. Yiti et Modesti. — reg. Württemb. Pflegerberichte Stuttgart nach or. Stadtarch. Wangen. 7742
— Jnnl 13, Konstanz. Johann Tenger, generalvikar in spir. des bischofs Marquard, beauftragt die leutpriester von
Zug, Arth und Baar, daß sei unter androhung geistlicher strafen sämtliche Untertanen der pfarrei Baar männlichen
geschlechtes auf 5.jali nach Konstanz laden sollen auf antrag des abts und konvents von Kappel. Dat Const 1402,
id. iunii, ind. 10. — Or. Zürich, Staatsarch. (C lY 2); rückseits aufgedrückt das noch ziemlich gut erhaltene Siegel
des generalvikars. Rechts oben ringsiegel: vogel mit ausgebreiteten flügeln. — vgl. nr. 7732. 7743
— juni 15, Rom. Papst Bonifaz IX. an den bischof von Perugia (Perusin.), den dompropst zu Konst und den
domdekan von St. Peter in Straßburg. Kanonikat und pfründe von St Felix und Regula in Zürich, welche Beringer
Borg innehatte, ist durch dessen tod erledigt Der aussteller verleiht kanonikat und pfründe, die 16 m. s. nicht
übersteigt, dem Ulrich Yelllkel domherm von StMoriz zu Augsburg, unbeschadet, daß dieser kanonikat und pfründe
zu Augsburg innehatund eine altarpfründe ohne seelsorge in der Predigerkirche zu Ulm und eine andere in der kapelle
der bürg Baden, Speirer diözese, deren einkünfte zusammen 18 m. s. nicht übersteigen. Dat Rome apud s. Petrum 17.
kal. iolii, a. 13. — Or. Karlsruhe (5 Zürich); unter dem bug links: Jun. taxe 22. M. de St. Agatha. Ja. de Bo-
nonia ; unter dem bug rechts: F. de Montepoliciano. Auf dem bug: pro L. de VUerho, L. de Temperiis. j. Rückseits:
B. darin n. Bei den schnüren: soltUa est mihi n, de B. 7744
— Juni 22, Konstanz« Beurkundet: er kam mit rat und bürger zu Schaff hausen überein, daß für ihre geleisteten
dienste die feste Küssaberg und die schlösser zu Kaiserstahl und Neunkirch ihnen offene häuser sein sollen auf
10 jabre. Da aber Ulrich Thüring von Brandts freier im besitze der feste Küssaberg bleiben will, auch das schloß
Kaiserstuhl zur zeit nicht in bischofshänden ist, obwohl er hofft, daß es von der herrschaft Österreich wieder an das
bistum gebracht werde, so sollen die beiden schlösser Kaiserstuhl und Neunkirch auf 10 Jahre ihnen offen stehen,
soweit der bischof ihrer mächtig ist. Bei todesfall des bischofs sollen die von Schaffhausen dem domkapitel oder
dem nacbfolger im bistum nicht eher huldigen, als bis diese Vereinbarung erneuert wird. Das domkapitel stimmt
zu. Geben ze Cost. am nechsten donrstag vor s. Johans tag ze Sungichten 1402. — Or. Schaffhausen, Staatsarch.
— reg. Urkpndenregister des kantons Schaff hausen nr. 1412. — vgl. folgende nr. 7745
— Juni 22(0 Yersetzt der stadt Schaffhausen um 4562 fl. beide Hailau, die gefälle zu Neunkirch, Löhningen und
Kaiserstahl; das schloß Küssaberg, die feste Kaiserstahl und Neunkirch werden auf 10 Jahre offene häuser. — erw.
Rueger, Chronik, Schaffhausen 2, 1115 nach Or. und Kopb. Schaff hausen. — Kirchhofer, Neujahrsgeschenk Schaff-
hausen 12 (l832) 4. — vgl. vorige nr. 7746
— Juni 30, Konstanz. Bekundet, daß weil, bischof Burkhard für ein dariehen von 1600 pfd. heller an Rudolf
und Ulrich Hartzer von Konstanz eine Jährliche gülte von 100 pfd. heller aus den ersten früchten im bistum verkauft
habe. Auf bitte der genannten käufer hat nun Ital Egli, bürger von Konstanz, dem bischof 1600 pfd. heller vorge¬
streckt, der damit die foi derung der Hartzer tilgt und die gleiche gülte aus den nämlichen einkünften an Ital Egli
auf wiederkauf verkauft; Jährlich sollen diesem oder seinen erben am Martins- (nov. 11) und Walpurgentage (mai l)
Je 50 pfd. heller aasgezählt werden, doch unbeschadet der an erster stelle zu befriedigenden ansprüche des Konrad
^ Hagen, vogts zu Konstanz, auf die gleiche rente. Zu angülten werden bestellt: Eglolfzu Borschach d. älteste, Jakob
1^0 Mafqnard yon Bandeck, Bischof yon Konstanz. 1402.
Schwartz nnd- Ulricli Hartzer Yon Konstanz; zn bürgen: domherr Eberhard liast, Konrad Yon Münchwiler, domhenr
und propst zn Bischofszell, Pilgrim Yon Hendorf, Konrad von Steinach, Heinrich Goldast, Lntfrid im Tarn, sohn
des weil. Heinrich im Tom, Bqdolf Hartzer, sohn des weil. Heinrich Hartzer, Heinrich Cristan, Konrad Weber,
metzger, und Johann Hagen, Zunftmeister der metzger. Domdekan and domkapitel stimmen za; außer ihnen und
dem bischof siegeln die angälten and bärgen. Ze Cost geben 1402, an dem nächsten fntag nach s. Peters, and s.
Pauls tag der zwülfhotten. — Einger. in den revers des Ital Egli d. d. 1402-jali 1 (Ze Cost geben 1402 an dem
nächsten samstag nach s. Peters und s. Paals tag): Or. Überlingen, Stadtarch. (Lade 9 nr. 2310).— Kopb. 500,
263*^ Karlsrahe. 7747
1402 juli 5, Konstanz. Der generalvikar in spir b. Marquards bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmang
einer frähmeßpfrände mit 22 U heller jährl. einkönften auf dom altare der Mutter gottes und des hLkreuzes in der
kirche zu Beuren, einer tochterkirche zu Nürtingen, durch die gemeinde daselbst d. d. 1401 okt 25 mit Zustim¬
mung des grafen Eberhard von Würtemberg. Dat Const 1402, 3. non. iulii, ind. 10. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Neuffen); rückseits spuren eines ringsiegeis. 7748
— jnll 14, Konstanz. Die brüder Ulrich und Badolf die Hartzer von Konstanz bekunden, daß ihnen von den
2800 pfd. hellem, für die ihnen weiL bischof Burkhard eine jährliche gälte von 100 pfd. hellem aus den ersten
früchten im ganzen bistum, sowie 7 fadem wein, 10 maltem spreu und 5 maltem hafer aus den gütern zu Täger-
wilen, an der Hochstraß und zu Castel auf wiederkauf verkauft hatte, bischof Marquard 1600 pfd. heller zarück-
bezahlt hat Damit ist der jährliche zins aus den ersten früchten abgelüst; für den rest der forderung, 1200 pfd«
. heller, bleibt der zins an naturalien bis zu seiner ablüsang bestehen. Ze Cost geben 1402, an s. Margarethen abend
im hüwatt — Kopb. 500, Oß'» Karlsrahe. — vgl. nr. 7360. 7749
— vor Juli 20, Gottlieben* Belehnt auf bitte von 5 genannten brüdern von Bor schach die gemahlinnen Eglolls
des ältesten and Budolfs d. j., Adelheid und Klara, tüchter weil. Heinrich Harzers, mit der vogtei Horn als pfand
für eine heimsteuer, Widerlegung und morgengabe von 900 pfd. heller. Der bischof und die 5 brüder siegeln. Gott-
. lieben 1402. — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 656, wo die Urkunde vom 20. jali 1402 (4, 655 nr. 2254) und
die bemerkungen des heraasgebers zu vergleichen sind. 7760
— jali 22, Heidelberg. Künig Baprecht lädt n. a. auch den bischof von Konstanz auf aug. 27 zum tage nach
Nürnberg. — Deutsche Beichstagsakten 5, 381. 7751
— jali 24, Konstanz. Albrecht Blarrer dompropst, bearkundet von seinem brüder Heinrich Blarer, bürger zu
Konstanz, 100 Konst erhalten zu haben zur lüsung des kelbofes zu Weigoltingen (Wigoltingen) an die dom-
propstei, welche seine Vorfahren in der dompropstei an Johann von Tettikoven verpfändet hatten. Er verpfändet ihm
dafür 11 malter vesen und 5 malter haber von dem kelnhof zu Güttingen, sowie 4 U Konst zins, welche die 12
. gotteshausgüter in Güttingen als heapfennige entrichten. Wiederlüsung bleibt Vorbehalten. Dekan und kapitel
stimmen zu. Ze Cost geben 1402, an. s. Jacobs abend. — Or. Karlsruhe (5 Güttingen). — Bevers des Heinrich
: Blarer d. d. 1402 juli 25 (an s. Jacobs tag) ebenda. 7768
— jali 30, Gtottlieben* Gestattet dem abt von St Blasien, daß auf seinen reisen wie in seinen besitzungen auf
einem tragbaren altar ein weit- oder klosterpriester die gottesdienstlichen handlangen verrichte; diese gnade, soll
bis zum widerruf durch den bischof in kraft bleiben. Dat in Castro nro. GoÜ. 1402, 3. kal. aug., ind. lO. — Or.
Karlsruhe (St Blasien). 7763
— aag. 1, Born. Papst Bonifaz IX. inkorporiert dem Üoster Bebenhausen die St Olrichspfarrkirche zu Pflug¬
felden, deren einkünfte 5 m. s. nicht übersteigen, während die des klqsters 200 m.s. betragen, ferner die St. Bern-
hardskapelle im hofe des abtes zu Beutlingen gelegen ohne seelsorge mit 3 m. s. einkünften. Dat Borne apud s.
Petrum kaL aug., a. 13. »Cunctis orbis«. — Or.Stuttgart, Staatsarch.; unter dem bug rechts: BertMus; auf dem
bug rechts: gratis de mandato d. noatripape. Eckardue, Bückseits R darin n, 7754
— aag«. 8, Born. Derselbe an den abt Peter und den konvent von Bebonhausen. Diese tragen vor: als einst abt
Frahwin von Schünau das kloster Bebenhausen visitierte und den stand des klosters so gut fand, haben die münche
zam gedächtnis des abtes Konrad, der das kloster von vielen schulden befreite, und zar vergeltang der vielen mühe,
die der gen. abt 33 jahre lang gehabt hat, in der Mattergotteskapelle auf dem friedhof zu den dort gehaltenen S
täglichen messen noch eine vierte am samstag zu halten versprochen. Der gen. abt Konrad batte dafür dom kloster
die güter zu Altingeh mit dem fronhof geschenkt samt 6 ohm wein jährL mit der bestimmung, daß der
münch, welcher die gen. messe liest, außer seiner pfründe ein maß wein erhalten sollte. Für die einhaltung dieser
Verpflichtungen mußte jeder sich eidlich verpflichten und unter strafe der entlassung. Aus furcht, einige konnten
diese seit 48 jabren in Übung gewesene Verpflichtung nicht innegehalten haben, bitten sie den papst um outbindung
vom eide für die Zukunft Der papst gewährt ihre bitte. Dat Borne apud s. Petrum 6. id. aug., a. 13. »Sincere de-
vocionis«. Mod. Abschr. Stuttgart Staatsarch. (Bebenb.) nach Or. St Paul, Kärnthen. (Urk.aus St Blasien or.274).
7756
Marqnard Toh Bandeck, Bischof Ton Konstanz. 1402. 121
■ 1402 ang. 81, Konstanz« Bestätigt nacbstehende neue satznng des domkapitels: Da jeder der domberren zar
^ tilgoDg der scbnldeDlast schon einen großen abzag an seinen pfründbezägen leidet, der jedocb nicht hinreicht, am
dieselbe za tilgen, beschließen dekaii und kapitel, daß künftig jeder, der anf irgend welche weise eine domherren-
pMnde erlangt, bevor or deren genaß antritt, 60 rh. fl. entrichten müsse. Dat. Cousi 1402, 2. kal. sept, ind. 10.
Or. Karlsrahe (5 Gen. 34). fiückseits sparen eines roten ringsiegeis. 0\mLX Leonhardus hee. — Kopb. 509 (322).
213* Karlsrahe. ' 7756
— sept. 1, Konstanz« Bekandet, daß die bürger von Bischofszell ihm das erbe des Heinrich Lämbli von dort
im betrage von 3000 pfd. heller a^efolgt haben, and verspricht sie za schützen, falls von seiten der vügte der
herrschaft Österreich oder des abis von St Gallen ansprüche daraaf erhoben würden. Ze Cost geben 1402, an
St Yerenen tag. — Or. Bischofszell, Stadtarch. (Lade 1). — Eingerückt in den revers des rats and der bürger za
Bischofszell d. d. 1402 sept 5 (Ze Bischofszell geben 1402, an dem nechsten zinstag vor unser frowen tag ze
herbst): Or. Fraaenfeld, Kantonsarch. (Meersbarg). — vgl. folgende nr. 7757
— sept« 2, Konstanz« Bearkondet: die bürger von Bischofszell haben ihm das von Heinrich Lemli, bürgers za
Biscbofszell, hinterlassene erhgat im betrage von gegen 3000 8^ heller zar lüsang der stadt aasgefolgt, welche an
Konrad Bayser, bürger za Konst verpfändet war. Als gegenleistong gestattet ihnen der bischof a. a. ein angelt
anzasetzen and den erlös daraas zam nutzen der stadt zu verwenden, ausgenommen 5 tf Konst münze, welche sie
jährlich an den bischof abzuführen haben; andere pankte behandeln den weinausschank, die gewichtsfreiheit und
die zasichcrang der seitherigen freiheiten. Geben ze Const 1402, au dem nechsten sampstag vor nnser frowen tag
ze herpst—Eingerückt in den revers des rates und der bürger von Bischofszell vom gleichen tage: ahschr. Fraaen¬
feld, Kantonsarch. (Bischofszell).— vgl vorige nr. 7758
— sept. 4, Konstanz« Verspricht den bürgern von BischofszeU, ihre stadt, die er mit dem erbe des Heinrich
Lämhli von Konrad Baiser aasgelöst hat, niemals mehr za verpflinden. Außerdem soll der bischöfliche vogt allle
freiheiten der stadt beschwören. Das domkapitel stimmt za. 2a Cost geben 1402, an dem nächsten mantag vor
nnser frown tag ze herbest — Or. Bischofszell, Stadtarch. (Lade 1). — Eingerückt in den revers des rates and der
büiger za Bischofszell 1402 sept 5. (an dem nechsten zinstag vor unser frowen tag ze herbst): Or. Fraaenfeld,
Kantonsarch. (Meersbarg). — vgl. vorige nr. 7759
sept. 4, Konstanz« Gibt den bürgern von Bischofszell Satzungen gleich denen von 1361 mai 28 nr. 5664.
Geben wie oben. — Or. ebenda. 7760
— sept. 4« Erhält von der apost kammer zar Zahlung seines servicium aofschub bis Mariä Himmelfahrt ^ Mod.
ahschr, (Ohl. 56, 195 Born). 7761
— sept« 19, Konstanz« Bekandet, daß seine verfahren an Konrad Bayser, bürger za Konstanz, barg undatadt
Bischofszell um 3600 golden ong. verpfändet hatten. Von dieser summe habe er 1392 golden zarückbezahlt Für den
' rest von 2208 g^den verkauft er mit einwilligong des domkapitels auf wiederkauf an Konrad Bayser und seine
erben eine jährliche gülte von 138 golden aus den einnahmen des hochsüfts za Bischofszell; jährlich in zwei raten
am Gregorius- (märz 12) and Jacobostage (juli 25), soll sie aasbezahlt werden. Als angülten werden bestellt:
Heinrich von Bandeck von Ibach, bischöflicher hofmeister, seßhaft zu Stoffeln, und Pilgrim von Heudorf d. j. bi-
schöfl. rat; als bürgen werden bestellt: domprost Albrecht Blarer, domkastos Badolf von Tettikofen, ritter Ulrich
* von Fridingen, Heinrich Goldast, Gebhard Ehinger stadtammann zu Konstanz, Lapfried im Tarn, Johann Winter-
herg, Ulrich Bott, Jakob Yerre, Walther Ehinger von Ulm, Konrad Bavensbarg gen. Felix, Heinrich von Tettikofen
d. j., Johann Hagen, Johann Wietzingen d. j. Die angülten und bürgen sind nötigenfalls zum einlager verpflichtet
Außer dem aassteiler siegeln das domkapitel und angülten wie bürgen. Geben ze Cost an dem nechsten zinstag vor
a Matheas tag des hl. zwelffbotten und evangdisten 1402. — Einger. in den revers des Konrad Bayser d. d. 1402
sept 25 (Ze Cost geben 1402, an dem nächsten mäntag nach s. Matheas tag des zwelffbotten ze herbst): Kopb.
500, 5^ Karlsruhe.vgL sept 1. 2. 4. 7762
— sept. 25, Tübingen. Peter von Gomaringen (Qümeringen), abt zu Bebenhaosen, verleiht dem Werner Holzwart
von Tübingen, baccalar in decr. und Konst histamskleriker, die ständige vikarie der St Georgskirche za Tübingen,
nachdem letzterer die Verbindlichkeit anerkannt hat alljährlich an das kloster von den oblatiönen and andern
• ürüchten der pfarrei 40 tf 2a- zahlen, wie es der unionsbrief des bischofs Badolf von Konst bestimmte. Acta sant
in oppido .Tüwingen (1402, ind. 10^ vero 25. mens. sept).—Or. Stattgart Stäatsarcb. (Bebenhaosen). : 7768
SOpt. 28,'Born. Papst Bohifaz IX. erteilt dem abt Friedrich [graf von Zollern] der Beichenau die erlaabnis sich
Ton einem beliebigen bischof die abtsweihe erteilen zu lassen. Dat. Borne apud s.Petram 4. käl. oot., a. 13.' — Or.
Karlsrahe (5 Beichenau); unter dem bag links: sep. taie 20. F. de Montepelician, Ja. de Papia.'^; auf deni bag
rechts: D. de WeäpQlij.. Büokseits [munus benedictiöms Friderici abbatis monaslerii Äugiemaioria. and munua
. jbmedUiumia domini.mei a^baUa augiemaibma, Die prosisionsballe d. d. 1402 sept 15 (17; kal. oct, a. 13.) ein-
Btgutan der BifchMi rom Xonstaiii. lU. ^0
122 Marquard yon Randeck, Bischof yon Konstanz. 1402—1408.
gerückt in ein notariatsinstniment d. d. 1402 okt 2 ebenda. Die abtei war durch tod des abtes Wemher erledigt
7764
1402 okt 5, SchaUhauseii« Beauftragt die lentpriester zu Barnsen, Gailingen und Büßlingen näher gen. personen
• ihres kirchspiels zu ermahnen, dem St Agneskloster zu Scbafifhausen die schuldigen abg^ben zu entrichten, widrigen¬
falls sie mit kirchlichen strafen zu belegen. Dat Scauffnssen. 1402 (?), 2. non. oct, ind. 10. — Gr. Sehaffhausen,
Staatsarch.; Siegel rückseits anfgedrückt — reg. Urkundenregister des kantons Schaffhansen nr. 141$. 7766
— okt 9« Die bruder Hermann Truchseß Yon Diessenhofen, Hans gen. Bitterli und Hanß gen. Molli Yerkanfen an
Clans Dietrich, nntervogt zu Radolfzell, den halben teil der kleinzehnten zu Überlingen in dem Biet, leben des bis-
tnms, um 82 tf Konst Geben an s. Djonisinm tag und siner geselschaft der hl martier 1402. — Or. Earb-
ruhe (6/84). — Ygl. 1387 noY. 7. 7766
— nOT* 16^ Born. Papst Bonifaz IX. gebietet dem bischof Yon Konstanz, dem grafen Eberhard Yon Werdenberg
und der edelfran Anna Yon Zimmern für ihre ehe dispens Yon dem ehehindemis der consangpninitas im 4. grade
zu erteilen. Dat Borne apnd s. Petrum, 16. kal. dec., a. 14. »Oblate nobis«. — Zimm. Kopb. 1,102^ Donaa-
eschingen. 7767
— nOT* 20^ Konstanz. Der generalrikar in spir. des b. Marquard beauftragt den dekan des dekanats in Gr|nheim,
den priester Nikolaus Hofschnider, der ihm Yon dem spitalmeister Konrad Mäler präsentiert worden^ in die ^fur-
kirche zu Hundersingen, welche durch resignation des Walther Fel wer erledigt ist, einzuweisen. Dat Const 1402,
12. kat dec., ind. 10. — Or. Biberach, Spitalarch.; rückseits spuren eines ringsiegeis, darunter ülricm Märh,
— reg. WürttVjh.NF. 6 (1897) s. 66 nr. 107. 7768
dez. 31« Gibt auf bitten des Rudolf Yon Wolfnrt, edelkuechts, dessen fran Elisabeth yon Krenkingen
und dessen sohn Wolfo Yon Wolfnrt sowie des Schultheißen und des rates zu Bonndorf seine Zustimmung, daß die
Peter und Paulspfarrkirche zu Bonndorf L Schw., deren patronatsrecht Rudolf gehörte und die samt Zubehör an
rechten und einkünften dem prior, proYinzial und den brüdem Paulinerordens Yon den bittstellem geschenkt worden
war, zu einem Paulinerkloster umgewandelt werde. Genannte Schenkung erfolgte 1402 okt 30 (an dem mentag Yor
allen heiligen tag) unter der bedingung einer jahrzeit jeweils in der ersten adyentswoche für die st'fter. Der bischof
fügt der Stiftung noch folgende yergünstigungen bei: 1. das gen. kloster bezw. die kirebe zu Bonndorf soll yon der
Zahlung der ersten früchte und aller bischöfl. rechte befreit sein, dafür aber alljährlich für den jeweiligen bischof
und das domkapitel zu Konst am tage nach Epiphanie eine jahrzeit abhalten; 2. der prior oder dessen stellYertreler
soll die seelsoige ohne weitere erlaubnis des bischofe über die untergebenen des klosters oder der kirche ausüben
können; 3. das kloster soll Yon dem kapitelsyerband exemt sein und direkt dem bischof unterstehen; 4. der besiti
aller freiheiton und rechte soll unangetastet bleiben. Dat et act Const in aula nostra episcopali 1403, pridie kaL
ian., ind. 11. Es siegeln mit dem bischof Albert Yon Beutelsbach (Buttelbach), domdekan, und das kapiteL — Ein¬
gerückt in den reyers des priors Johann und des konyents der Paulinor d. d. 1403 jan. 20 (Dat in Bondorf 13» kmL
febr, 1403): Or. Freiburg, Erzb. Arch. — Kopb. AA, 507 ebenda. — Kopb. 315* Karlsruhe. — Eingerückt in
ein notariatsinstmment des Johannes Keller, das Johann Hasler, prior des Panlinerklosters zu Bonndorf, 1429
noy. 24 anfertigen ließ: FreibDiözesanarch. 14, 216. — ausz.: Petrus,Suey.eccL 195. — erw. Kürzel, Amtsbezirk
Bondorf 24. — Ygl. 1418 mai 11. Martin Y. (pont a. 1 Konstanz. 5. idns (welchen?) bestätigt diese Unordnungen
und nimmt das kloster in den besonderen schütz des päpstlichen stnhls. — FreibDiözesanarch. 14, 223. — erw.
Petrus a. a. 0 . 195. — erw. Kürzel, a. a. o. 25. 7769
1403 Jan. 10^ Ofterdingen. Friedrich, Jakob und Georg Herter edelknechte präsentieren dem bischof Marquard
bezw. dessen generalyikar für den Johannesaltar in der pfarrkirche zu Ofterdingen, welcher durch tod des Albrecht
Nauter yon Hechingen erledigt ist, den priester Johann Nerer als kaplan. Dat et act in YÜla Ofltertingen 1403,
4. id. ianuarL — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bebenhausen). 7770
— Jan. llf Zürich. Die boten you Zürich, Luzern, Zug und Schwiz machen eine richtung zwischen abt und kon-
Yent Yon Kappel einer- und den kirebgenossen ypn Baar andrerseits in betreff der kirche von Baar und ihrer filialen
zu Steinhansen, Hausen und Schönbrunnen; es wird bestimmt, daß der ungehorsame oder dem sprach Zuwiderhan¬
delnde teil 400 gl. büße zahlen soll, an jeden der schiedsorte 100 gl.; wenn diese ihren bnßanteil nicht beziehen,
so fällt er an den bischof von Konstanz. — reg. Eidgen. Abschiede 101 nr. 239. 7771
—<Jaiu 20, Konstanz. Verzichtet auf die quart des zehnten zu Talheim bei Tengen, den domdekan und dom¬
kapitel um 9 pfd. 10 Schilling Konst pfg. von Hans Hainburg von Yillingen gekauft haben, zu gunsten der kirche
. Yon Tongen« Ze Cost geben 1403, an s. Angnessen abend. — Or. Karlsruhe (5 Talheim); rückseits spnron eines
ringsiegeis. — Kopb. 492 (306) nr. 44 Karlsruhe. 7772
— Jan. 20, Bottenbnrg. Rudolf graf yon Hohenberg, hanptmann des herzogs Leopold von Österreich in der graf-
Schaft HoWbexg, und dessen fran Margaret yon Tierstein bitten den b. Marquard bezw. dessen generalvikar in
Marqaard Ton Randeck, Bischof yon Konstanz. 1403. 123
8pir. um bestfttigoDg der Stiftung einer altaipfrundo in der hl. Krenzkapelle la Bottenbnrg in der pfarrei Sfllcben
gelegen und um inrestitur des B. Holschaft, klerikers Konsi bistoms, mit dieser kaplanei. Konrad Stahler, kirchherr
zu Sälchen, gibt seine Zustimmung. Dat. et act in opido Rotemburg 13. kaL febr. 1403, ind. 11. — Entwurf auf
papier: Stuttgart, Staatsarch. (Freiborg U.); unten: rescriptom d. 1403, feria 2. posCLucie virg. (dez. 17) sub
roctoro ecclesic mag. Caspari Hohlin de Herrenberg. Jo. 8the...li. 7773
1403 Jan. 30, Gotilieben. Nimmt von Heinrich von First den heuzehnten Yon Wieseudangen auf und bsiehnt
damit den Johann von Zürich und dessen sohn Büdi. Vorheriger Inhaber war Johann Meistern [vgl. 1400 sepi 28].
Geben in unser vesti Gottlieb an cinstag vor u. frowen tag zer liechtmisse 1403. — Or. Zürich, Staatsarch. (CU
16 nr. 234); unter dem bog rechts: Jo. dm. ConsL not. per aUum. — Abschr. ebenda (FIl* nr. 411). 7774
— febr. 8, Oottlieben. Gestattet die niederlassong des Karth&userordens in Kleinbasel auf dem früheren bi-
schofshof [bei der pfarrkirche s. Theodor (s. Jodem)] daselbst, der in den besitz der stadt überging und nunmehr
Yon den Karth&osem gekauft wurde. Die niederlassong soll den namen Margaretental führen. Die Earth&oser sollen
daselbst kloster, kirche, glocken und friedhof haben. Dat. sob sigillo nostro episcopali 1403, 6 . id. febr., ind. lU
in Castro nostro Gotliebeu. — Or. Basel, Staatsarch. (Kari 59). Siegel des bischofs gut erhalten. Sitzende ma-
-donna mit dem Jesuskind, unten zwei Wappen. Umschrift: S.Marqoardi Dei gratia episcopi Constantiensis. Der text
der urkunde ist im schYrülstigsten latein abgefaßt und behandelt die einheit der kirche. — Der kauf Yon der stadt
Basel erfolgte 1401 dez. 12 um 600 Bh. golden mit Zustimmung des klosters St. Alban (Kst. 57). — Das dom¬
stift Basel erwirkte, da die Kartbüuser sich ohne Zustimmung des bischofs und des domstifies Basel niedergelassen
.hatten, eine bulle Bonifaz IX. d. d. 1402 april 18: darin trogen sie Yor: bei dem ehemaligen bischofshof in Klein¬
basel befinde sich die kirche St. Theodor, welche einst durch das erdbeben großen schaden erlitten habe, so daß sie
bis heute trotz freigebigkeit der leute nicht Yöllig restauriert werden konnte. Der platz sei für die Karthäuser Yüllig
ungeeignet, einerseits da gegenüber ,bostiludia tomamenta fistulationes coree et alia mundana exercicia* bisweilen
stattfönden, und anderseits super arena dicti [Bheni] fluminis sepe sepios diYerse coree et Yanitates per mulieres et
alias personas Yanas eserceantur. Die niederlassuug schädigt das hochstift und die anderen kirchen. Der papst be¬
auftragt den prior Yon St. Alban mit der Untersuchung. Dat. Borne apud s. Petrum 14. kal. maii, a. 13. — Or.
ebenda nr. 58; unter dem bug: Maii. taxe 40. M. de Sta Agatha 9 / oben rechts: iVo M. de Summa O. de
Pala. jjj. Bückseits oben: U. de Cappel. R, Bei den siegelschnüren: eolvit miehi Franc. Die Karthäuser
schrieben auf den bug: ,Falsa et mendosa serretor pro posteris, ut hec sciant. Ista buUa fuit impetrata contra
nos Carthusienses minoris Basilee et per eam impediti fuimus ad annum integrum, redempta cum 180 fior. datis
dominis de summa ecclesia Basil.* — Basler Ü-B. V, 314, 334. — Zur Sache vergL Hans Meyer, Qründnngs-
geschichte der Karthause St. Margaretental im mindern Basel (Basler Dissertation 1905) s. 54 f., wo jedoch die
bulle Bonifaz IX. falsch interpretiert wird.—Heinrich Arnolds Yon Ahlfeld Chronika fundationis Charthusiae, Basler
Chron. 1,260. 7776
—■ febr« 8, Konstanz. Yor dem offizial des hofes zu Konst. Yerpflichtet sich priester Johann Bonni Yon Sulgen
eidlich, die ihm Yon ritter Eglolf Yon Landenberg Yerliehene kirche zu Stammheim persönlich zu Yersehen, kein
bürgerrecht in einer stadt anzunehmen und das kirchengut nicht zu entfremden. Dat Const. (1403, fer. S.postPurif.
b. Marie Yirg.), ind. 11. — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 672 nach or. Stiftsarch. Bückseits: Ita factum eet,
a Walker reg. (?) 7776
— fl^r. 22, Schaffhausen« Belehnt den grafen Wilhelm Yon Montfort herm zu Bregenz, als lehenstiüger an
stelle dessen gemahlin Kunigunde von Tog^enburg mit der feste Spiegelberg. Geben ze Schafhusen an donrstag
Yor Mathie des hl. zwelfbotten 1403.— Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Fischingen 149). — ausz. Wartmann, U-B.
St Gallen 4,1127 nr. 311. 7777
— nirz 4, Konstanz. Der generalYikar in spir. bischof Marquards bestätigt mittelst transfix die Stiftung und be-
widmung der frübmeßpfründe auf dem Muttergottesaltar in dem chor der St. Leonhardskapelle außerhalb Yon Döf¬
fingen durch Burkhard BOblin und dessen frau Guta, um welche Friedrich erwählter abt zu Hirsau d. d. 1403
febr. 26 (feria 2 . post Mathie ap.) gebeten hatte. Als ersten kaplan präsentiert der abt den Konrad Bamser, Kle¬
riker Yon Döffingen. Dat Const 1403, 4. non. marcii, ind. 11 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Hirsau); rückseiis
spuren eines ringsiegeis. 7778
— mftrz 10, Konstanz« Bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung der St. Georgs- und St Leon¬
hardspfründe in der pfarrkirche zu Urach durch die gemeinde daselbst d. d. 1402 juni 28. Graf Eberhard Yon
Württemberg gab dazu seine Zustimmung. Dat Const 1403, 6. id. marcii, ind. 11. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Urach); auf dem bog: Jo. Dm. Const. not. 7779
— mirz 10« Schreibt an den papst: Am 4 . märz beklagte sich bei mir der rat der stadt Konstanz sehr darüber,
daß es in der bei der korie anhängenden Streitsache gegen mag. Joh. Dünnibach [Ygl. nr. 7339], letzterem gelungen
ist^ alle zu gunsten der stadt geföllten urteile zu nichte zu machen. Da daraus großes ärgemis entstünde, wenn
16 »
124 : Marqüard von Bandeck, Bischof Yon Konstanz. 1403.
Eure Heiligkeit nicht nnvorzdglich einschreitet, bitte ich die entscheidnng der kardin&le röckgängig za macheiiy
damit nicht der rnin vieler erfolge nnd in der diözese rohe werde. Denn nar mit großer mflhe gelingt es mir» die
verleamdnngen hint^znhalten» da man sagt, anch Ew. Heiligkeit trachte nach gold et mandam et presertim ipsos
Germanos et scilicet primos christianos et simplices Allamannos per varios exqoisitos modos ezaccionare.
Dai 10 . die mens, marcii 1403. — Eopb. 1491, 25^ Earlsrahe. — Der brief ist in seiner offenen spräche gegen¬
über dem papst einzigartig and in dieser hinsicht sehr wichtig. — Einen ähnlichen brief richtet der bischof an
einen ungenannten, reverende pater (kardinal?), der in naher beziehang zam papste stehi Ebenda bl 26^ —
— vgl. 1403 aag. 20. — Desgleichen schreibt die stadt Eonstanz und der band der bodenseestädte an den papst
(andatiert) ebenda bl. 20^ 7780
1403 märz 17, Konstanz« Bestätigt den taosch des patronatsrechtes der pfarrkirchen za Hachlingen and Ober-
iflingen (Dffingen) zwischen kloster Alpirsbach and Stein a. Bh.» so daß künftig dem kloster Alpirsbach das patro¬
natsrecht von Oberiflingen, dem kloster Stein das za Hachlingen gehören soll Dat et act Const. 1403, Ißi. kaL
apr., ind. 11. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (EL Alpirsbach). Bückseits oben sparen eines ringsiegeis. v^ fol¬
gende nr. . 7781
— mirz 17, Konstanz« Bestätigt den tausch der zur kirche Huchliogen und Oberiflingen gehörigen widums-
güter und einkünfte zwischen kloster Alpirsbach nnd Stein a. Bh. Da die einkunite der kirche Oberiflingen die von
Huchingen am 990 goldgulden. übersteigen, qaittiert das kloster Stein a. Bh.» das von schulden bedrängt ist, dem
kloster Alpirsbach den empfang dieser summe. Dat. wie oben. — Or. ebenda. 7783
— mSrz 28, Konstanz« Bekundet, daß weil bischof Burkhard für ein dariehen von 900 goldgulden dem Johann
Aescher d. ä., seinen vettern Johann und Eonrad Aescher» brüdem, zum leibgeding die feste Bötheln (B 6 tlj) bei
Eaiserstohl eingeräamt habe. Diese nimmt er jetzt wieder an sich und verschreibt den genannten dafür zu leibgo-
dinge die zehnten zu Vaschingen, Hohenthengen (Tengen), Bergeschingen (Oschinen), Günzgen (Guntzkon), Herdern»
(Hardern), Stetten, Ronach [Neerach?], Weiach (Winach), Oberfisibach, die widern zu Hohenthengen, IVaüschingen,
Hüntwangen, Weiler nnd Niederflsibach. Erst nach dem tode aller drei empfänger fallen die einkünfte wieder
an das hochstift zurück. Domdekan und domkapitel stimmen zu. Ze Cost geben 1403, an der nächsten mitwochen
vor ingendem aberellen. — Eioger, in den revers des Johann Aescher d. ä. nnd seiner vettern Johann and Eonrad
Aescher, brüder, von Eaiserstahl d. d. 1403 märz 28. Für Johann und Eonrad siegelt ihr oheim» Lntold Grebel (?)»
Schultheiß zu Eaiserstuhl (Ze Cost. geben 1403, an dem nächsten donrstag vor ingändem aberellen): Eopb. 500«
241^ Earlsrohe. 7788
— märz 30, Eonstanz. Der offlzial des Eonsi hofes beurkundet, daß sich Gebhard Longinger alias Maler and
sein bmder Hainzo dem abt Johann von Peiershausen zu eigen gegeben haben. — Dat et act Const 1403, feria
6 . post dominicam, qua dei in ecclesia cantabatur ,Letare JherusalemL — Or. Earlsruhe (l/l3). Das Siegel des of-
zials gut erhalten. Im Siegelfeld ein bischof mit mitra und stab, der die rechte hand zum schwur erhebt. Oben
daran III. Auf der rückseite der urkunde steht: Ita-factum est Leonardua. Begeatro C, Walk, 7784
— april 10, Gottlieben« . Führt nachgenannte bulle papst Bonifaz IX. ans, welche ihm von br. Johann von
Snnderstorf, konventualen der Minoriten zu Eonst, überreicht and deren inhalt durch Eonrad Elje decr. dr.» Eonat
domherrn and offlzial des Eonst hofes» antersacht worden war: 1402 aug. 31. Bonifaz IX. an den bischof von
Eonst Die Schwestern des klosters in Yalduna bei Feldkirch tragen vor, daß an ienem orte durch Schenkungen
frommer leute ein kloster erbaut wurde, in welchem sie in der zahl von 40 nonnen und einigen konversen und die¬
nenden schwestom nnd 3 »conversi« nach der 3 . regel des hL Franziskus lebten; sie bitten die regel der hl. Clara
annehmen nnd eine äbtiäsin wählen zu dürfen« Der papst beauftragt den adressaten mit der ausführung«, (Dat
Bbme apnd s. Potram 2 . kaL sept, a. 13). Dat et act in Castro nostro Gotlieben 1403» ind. 11 .» pontit Bonifäcii
pape IX. a. 14.» mens. apr. die 10 . — Notariatsinstr. des Leonhard Schönbenz: Wien, Staatsarch. (abschr. im ma¬
terial).'— vgL EabeL Bullarinm Franciscannm 7 nr. 419. 7786
— mai 1« Albrecht von Heidelberg beschwört die freiheiten der stadt Bischofszell als bischöflicher vogt dasdbst.
Geben ze Bysch. an dem nähsten zinstag nach St Marcis tag 1403. — Or. Stadtarch. Bischo&zell (Lade V). Äl¬
tester erhaltener vogtbrief daselbst Die übrigen sind hier nicht mehr verzeichnet worden. Vgl. aber 1411 aug. 4 .
7786
— mal 3, Nennkirch« Beglaubigt die bulle des papstes Urbans IV. d. d. 1262 märz 12 (»Cum dilectis filii 8 €)
für die brüder and Schwestern des St Lazarusordens in Seedorf und erläßt allen, welche diesen oder ihren boten al-
mosen spenden, 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat in oppido nro. Nünkilch 1403, S. non.maU» ind. 11 . — GFröOrte.
42,50 nr. 211 nach or. Elosterarch. Seedorf. — ausz. GFröOrte. 12 , 32 nr. 44. — vgL 1393 märz 26. 7787
— mal 5« Bobert, titularbiachof von Scopia Ord. Cist, [ein Engländer] verleibt dem kloster Au in Schwix 40 tage
bezw. 1 jahr ablaß. — GFröOrto..?, 23, ^ 77W
Marqnard Von Bandeck, Bischof Ton Konstanz. 1400. 125
1403 miii 18« Ofstattet^ daß Heinrich Irmense Ton Bchaffbansen dem pfaff Berchtold Keller von Sifihlingen, kirch-
beim zo Acbdorf, als »widergeltc für geleistete dienste die vogtei des dorfes Acbdorf flbertrage. Geben in unser
vesti Gotlieb an dem necbsten fritag vor sant Urbans tag 1408. — Or. Btiftsarcb. Si Paal in Kamten (notiz im
material).' 7789
— Juni 1) Konstanz. Der generahikar in spir. des biscbofs Marqnard gestattet, daß Koniad Watman, cborberr
Ton 8t Peter znEmbracb, nnd Leonbard Watman, ständiger rikar der pfarrkircbe Hagenan, ihre pfrdnden tauschen.
Der biscbof von Konstanz als kollator yon Hagenan sowie Johann Ebinger, propst von Embracb, gaben dazn ihre
znstimmnng. Dat Const 1403, kal. innii, ind. 11. — Or. Zürich, Staatsarch. (C lY 2 Embracb). 7790
^ Jnni 9^ Konstanz* Bestätigt nnter ansdrficklicber wabmng des biscbüfl. investitorrecbtes die stifinng einer
meßpfrdnde auf den marienaltar in der p&rrkircbe zn Singen. Die stiftnng nnter dem 8. mai 1403 erfolgte durch
Johann Thaß sei. nnd dessen gemahlin Anna zu Badolfzell, nnd die edlen Johann nnd Kaspar von Klingenberg
brflder, Agatha von Friedingen nnd deren sohn Johann von Friedingen edelknecht, Johann Hattinger znr zeit hel¬
lerer anf der bnrg Hohentwiel (Twiel), nnd die gemeinde BädolfzelL Der abt Friedrich von Beichenan gibt seine
znstimmnng nnd wahrt sich das patrouatsrecht. Einkünfte nnd Verpflichtungen des kaplans sind näher bestimmt.
Dat Const 1403, 5. id. innii, ind. 11. — Or. Karlsruhe (6/8). — erw. ZGOBh. 87,16. 7791
— Juni 11, Konstanz* Teilt der geisüichkeit in stadt nnd bistnm mit, das papst Bonifaz IX. das fronleich-
pamsfest den 4 hanptfesten gleichgestellt hat, so daß wie an jenen festen von der ersten bis znr 2. vesper auch znr
zeit des interdiktes gottesdienst gehalten werden kann. Er befiehlt dies zn beachten nnd das fest mit prozession
feierlich zn begehen, damit die gläubigen den ablaß von 100 tagen gewinnen. Dat Const 1403, 3. id. innii, ind.
11 . — Kopb. 1491, 55 Karlsruhe (Formelbnch des Schultheiß). 7792
— janl 13, Konstanz* Bestätigt mittelst transfiz die stiftnng nnd bewidmnng der St Leonhardspfründe in der
Pfarrkirche Sülchen bei Botteubnrg, welche durch Konrad Staheler, kirchherr zu Sülchen, d. d. 1403 april 3 (feria
3. ante Palmamm) erfolgt war. Dat Const. 1403, id* innii, ind. 11. — Gleichz. abschrift: Stuttgart, Staatsarch.
(Freibnrg ü.). 7798
— Jnni 18, Gottlieben. Bestötigt mittelst transfix, daß Nikolaus Brunner, priesterkaplan des St Konradsaltars
neben dem grabe des heiligen im dorne zh Konst, an Eberhard Konrad von Sindelfingen, Chorherren zn Sindelfingen nnd
kaplan des mnttergottesaltars in der pfarrkircbe zn Sipplingen, einen zehnten von 26 malter siligo Herrenberger maßes
von den laienzehnten imbanneNebringen, welchezndeneinküuftendergen.kaplanei gebürten, verkauft hat Derkänf
geschah vor dem offizial des Konst, hofes d. d. 1402 okt 30 mit znstimmnng des dompropstes Albrecht Blarrer ,
als Patrons des altars, nnd nnter der begründnng, daß der einzng der so weit entfernten einkünfte zn viele kosten
vemrsache. Zeugen waren: Konrad Bnrg, domherr nnd propst von St Johann zn Konst, Hermann Bitter, des
Konst hofes anwalt, nnd Bndplf Lembli, priester zn Konst Dat in Castro nostro Gotlieben 1403, 14 .kaLinlii, ind.
.11.—Or. Stuttgart, Staatsarch. (Sindelfingen); es hängt das gut erhaltene bischofssiegel nnd rückwärts oben anf-
gedrückt das kleine ringsiegel des biscbofs (gut erhalten) mitfamilienwappen. —Kopb. Sindelfingen bL 153^ Stutt¬
gart. . 7794
— Juni 18, Konstanz. Der generalvikar in spir. biscbof Marquards beauftragt den dekan des dekanats Engen den Burkhard
Blücbli, Scholaren Konst diüzose, den dessen vaterBnrkhard für die pfarrkircbe zn Yolkertshansen (Yolkhartzhnsen)
präsentiert hatte, in gen. pfiurkirche, welche durch tod des Johannes Blüchli erledigt ist, einznweisen. Dat Const.
.1403, 14. kal. inlii, ind. 11. — Or. Karlsruhe (4/342) ; rückseits spuren eines roten ringsiegeis. 7795
— Joli 7* Bndolf Meiger von Hegglingen, kirchherr von Snhr, nnd die stadt Aarau vergleichen sich in ihrem streit
wegen der lentpriesterei zn Aarau dahin: der kirchherr soll mit einer gesandtschaft der stadt znm biscbof von Konst,
gehen, um von demselben eine bestätignng der rechte der stadt an der lentpriesterei zn Aarau zn erlangen. Die
kosten für zehmng hat der kirchherr zn entrichten; wird die bestätignngsnrknnde nicht ansgestellt, so bezahlt die
Stadt die kosten, tut aber dann, was sie für recht findet. Der kirchherr ist pflichtig, den von der stadt gewählten
lentpriester dem biscbof zu präsentieren; ferner soll er sich mit meister Walther Fritag von Lenzbnrg wegen des
anspmches anf die lentpriesterei abfinden nnd die stadt bis znm 1. sept. darüber eine verzichtsnrknnde beschaffen.
Geben an samstag nach s. Ulrichs tag 1403. — Or. Aarau, Stadtarch. (nr. 243). —1404 april 14 bestätigt herzog
Leopold der stadt Aaran alle freiheiten, darunter auch das recht den lentpriester zn wählen. — Or. ebenda. 7796
— Juli 10, Konstanz* Nimmt von Johann Isenbach nnd Konrad Schreiber von Lindau den großzehnten zn. Lie-
beuhofen anf nnd belehnt damit Johann Erler, büiger zu Bavensbnrg, nnd dessen kinder. Geben ze Cosi uff ünser
pfallentze an zinstag vor s. Margreten tag 1403. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weißenau): anf dem bng: Jo. Stehi.
— reg. SVGBodensee. 24,173. 7797
— Juli 23* Der generalvikar von Konst genehmigt die stiftnng der frühmesse in Mellingen durch Johann Segenser
daselbst xL d.: 1403 jnli l. — reg. Argovia 14, 126 nach or. im privatbesitz. — vgl, Argovia 7,299. 7798
1 26 Marqnard yon Bandeck, Bischof TOn Konstanz. 1408.
1408 äug» 2. Der offlzial des Eonsi hofes orkondet: im jahre 1396 hat Heinrich LOnger, bdrger zu Wintertnr» der
Pfründe des Katharinenaltars daselbst 7 scheffel getreide yom banne in Hfinikon yermacht mit der bedingong, dafi
nach dem tode seiner Iran die 7 scheffel dem Eatharinenaltar und dessen kaplan gehören solle, wie es im jahrzeit*
buch der pfarrkirche in Winterthur geschrieben stehe; dennoch erheben die erben Anna Bödger von Winterthur,
wittib des Eonrad Huber von Konstanz, und deren kinder darauf anspruch« Der offizial entscheidet dahin: da dom
anniversarbuch von Winterthur gerichtL glaubwördigkeit zukomme, sollen die 7 scbeffel dem kaplan gehören. Ver¬
treter der Interessen der pfrunde war Heinrich Basserstorf, ezaminator causarum des Eonsi hofes, Vertreter der Ann«.
Büdger war Heinrich am Hoff. Lecta et lata est bec declaratio 1403, 4. non. aug., ind. 11 . — Or. Hdnikoo. BAck-
seits Jo. Binder. 7799
—t ang. 4, Schönenwerd. Johannes Trullerey, propst, und das kapitel von Si Leodegar za Schönenwerd berichten
an den bischof Marquard bezw. dessen Stellvertreter: Jakob Sigrisi bepfründeter Chorherr zu Schönenwerd, und
Walter von Halwil, kaplan des s. Ehtharinenaltars in gen. kirche, haben vor, ihre pfründen mit einander zu vertau¬
schen. Sie bitten um bestätigung. Dat. in ecclesia nostra Werdense pridie non. aug., 1403.—Or. Innsbruck, Statt-
haltereiarch. (2,1324). — Thommen, Urkk. zur SchweizGesch. aus österr. Archiven 2 , 388 nr. 518. 7800
— aug. 17^ Zürich. Vor dem notar Johannes de Ejl, verheiratetem kleriker Kölner bistums, übergibt Berthold von
Eschach (Aeschach), bischof von Sebastopol (Savascopalen.), dem Jakob Messerschmit, gpiardian der Minoriten zu
Zürich, einen weinl^rg zu Zollikon und haus und hof zu Zürich in testaments weise. Acta sunt hec (1403, pontit
Bonifacii IX. a. 14., mens. ang. die 17). — Or. Zürich, Staatsarch. (OH 10 nr. 166). 7801
—; ang. 20. Bürgermeister und rat von Konstanz schreiben an mag. Volkmar [leutpriester zu Si Stephan] (nach
Born ?): Wir haben euch schon oft geschrieben, daß ihr uns in der Streitsache gegen mag. Johann Tunnibach [vgL
nr. 7780] antwort zukommen lassei wie es mit ihr am röm. hofe stehi Ihr habt das aber nicht getan, worüber
wir uns sehr wundem. Dagegen schriebet ihr kürzlich an unsern herm den bischof, daß der papst in gegenwart
der kardinäle entschieden, daß für mag. Johann Tunnibach der erste Urteilsspruch maßgebend sein solle (?); sie
müßten darnach 40 flor. ducaten bei der röm. kurie zahlen und kaution leisten, daß sie dem gen. Johann jä^lich
100 flor. zeitlebens zahlen wollten. Es bliebe demnach nichts übrig, als das geld zu leihen und 50 oder 60 flor. an
die kurie zu senden pro expensis, notariis et pro sigillis. Dann stünde kein weiteres hindemis mehr im wege. Wir
senden demnach das geld mit einer gesandschaft vom domkapitel, um es dem gen. Johann T. einzuhändigen. Dat
Consi 2 . feria post festnm assumptionis Marie 1403. — Eopb. 1491, 10 ^ Karlsruhe (Formelbuch des Nikolaus
Schultheiß). — vgL nr. 7339. 7802
— ang« 27^ Salem. Abt Jodocus von Salem führt die bulle Bonifaz IX. d. d. 1399 juni 23 (Dat Borne apud. s; Petrum
9 .kal.iulii, a. 10 . »His que«) aus, woraach dieser dem kloster gestattet, güterbesitz gegen besser gelegenen urnzu-
tanschen. Dat et act in monasterio nostro in Salem 1403, ind. 11 ., pontif. a. 14., mens. ang. die 27. Zeugen:
br. Eberhard Schell prior, Ulrich Sattler granarius, Johann Bavensboig großkeller, Konrad Wintzüra bursarins gen.
Mann in Salem^ und Andreas von Tobel notar des Konst, hofes, und Johann Bingenberger laicus litteratüs Konst
bistums. — Or. Stuttgart, Staatsarch.; nach einem späteren rückvermerk handelt es sich um güter zu ,Haim 8 hain*.
7808
—^ ang. 29, Einsiedeln. Hugo, abt von Einsiedeln, präsentiert dem b. Marqnard bezw. dessen generalvikar in spir.
auf dio pfärrkirche zu Eschenz, welche durch resignation des Konrad erledigt ist den priester Johann Menger.
Dat in monasterio predicto a9 l[403], 4. kal. sept., ind. 11 . — Briefformelbuch, ^rlsmhe Hof- und LandesbibL
(Beichenan 106 bl 125). 7804
—: sept 30. Der woihbischof des bischofs Marqnard weiht die von graf Friedrich von Zollern gen. der öttinger
erbaute Heiligkrenzkapelle bei Hechingen. — Notiz: Sigmaringen, Domänenarch. (Hechingen XI. V). — reg. Mo-
numenta ZoUerana 8 nr. 131. • 7805
—^ okt 1, Born. Papst Bonifaz IX. benachrichtigt den rat der Stadt Bottweil von der bestätigung der wähl Bu-
prechts zum römischen könig und beflehlt gehorsam gegen ihn. Dat Borne apud s. Petrum kaL oct, a. 14. — Or.
Stuttgart, Staatsarch. (Bottweil); littera clausa. Unten: Adolpkus. Buckseits adresse, neben dem Verschluß: F. de
Montepoliciano. • 7806
— okt 7; Eberhard Insiegler, domkantor zu Konst, stirbt und wird vor dem St Katharinenaltar im dorne zu Konst
begraben. — MÖ.NecroL 1,293. 7807
— okt 23, Konstanz. Bestimmt zur feier seines an der oktave von Mariae Himmelfahrt (ang. 22 ) zu begehenden
anniversars durch domdekan und domkapitel einen jährlichen zins von 30 sch. Konst .4 aas dem hofe, den der jüngst
verstorbene domsänger Eberhard Insiegler (SigtlUferi) inne hatte. Er setzt fest, daß dieser hof — an das atrium
snperius und inferins des domes, an eine Straße und das blidenhaus der stadt stoßend — fortan ein domhercenhof
mit allen rechten eines solchen sein soll, den der jeweilige inhaber bezw. der bischof zu verleihen hat Er verleiht
Marqnärd yon Bandeck, Bischof yon Konstanz. 1403—1401. 12T
ihn gleicbzoitig an den bepirfindeien domberren Heinrich Ton Bandegg und trifft besümmnngen Aber die art, wie
die jabreeit begangen werden soll. Zn eingang wird erwähnt, daß die bischOfe das recht besitzen, den 100 . teil der
Zensus der kirchen für ihr anniversar zu verwenden. Da aber das bistnm mit schulden beladen bt, will er eine viel
geringere summe dafür verwenden. Dat. Consi in aub nostra episcopali 1403, 10 . kal. nov., ind. 11 . — Or. Karls¬
ruhe (5 Konst. Stiftungen). Bückseits: Leonh, h. Darunter spuren eines roten ringsiegeis. 7808
1403 obt. 80^ Oottlieben. Urkundet: das armenspital in foro littorb zu Konst ist samt kirche durch fenersbrunst
gänzlich zerstört worden; die kirche wurde neulich aufs neue aufgebaut und mit zwei prachtvollen altären (opere
mire sumptuosoj ansgestattet Der hochaltar wurde geweiht zu ehren der hl. Dreifaltigkeit des hl. krenzos, der
muttergottes, der hU. Johann Baptist und evang., Andreas, Sixtus, Erasmus, Leonhard, Jodokus und Elisabeth;
nnter den darin geborgenen reliquien werden auch solche von den haaren der gottesmutter und ihrem grab, von der
geiseläinle Christi u. a. erwähnt Der zweite altar wurde durch den weihbischof zu ehren des hl. kreuzes, der hll.
Andreas, Maria Magdalena, Ursula, Helena, Brigida geweiht Auf bitten der bürgerschaft von Konst erteilt der
aussteUer an näher gen. tagen 40 tage bezw. 1 jahr und eine karene ablaß. Dat in Castro nostro Gotlieben 1403,
3. kal. nov., ind. 11 . — Or. Konstanz, Stadtarch. (Neues Spital 133); rflckseib oben ^uren eines ringsiegeis.
7809
— obt. 8 I 5 OotUieben. Urkundet daß er mit Zustimmung des domkapitels dem Budolf Krebs, bürger zu Brei¬
sach, ab den quarten zu Ihringen, Botweil und Malterdingen im Breisgan 38 Bh. fl., mit 520 fl. wiedorkäuflieh,
verkauft hat Das domkapitel erhebt anspruch auf die quart zu Botweil a. Kaberstuhl, da diese ihm gehOre.* Der
aussteUer will diese quart lOsen oder dem kapitel eine andere gleichwertige dafür geben, falb dasselbe den beweb
erbringen kann, daß die gen. quart eigentum des kapiteb ist Geben in unser vesti Gottlieb an aUer hailigen abend
1403. — Or. Karlsruhe (6 Botweil). — vgl. 1403 nov. 25 nr. 7812. 7810
— nOT. 2, Gottlieben. ‘ Beauftragt den Konrad [Naslos], dekan des dekanats Eßlingen, auf gmnd der inkorpo-
rationsbuUe BonifazIX. [1401 juli 26], worin dieser der propstei NelUngen die Pfarrkirchen in Nellingen und Bnit
(Büti) inkorporierte, die einkünfte für die einzusetzenden vikare zu bestimmen und die ihm vom propst Johann
Voltzo präsentierten vikare zu investieren. Dat in Castro nostro Gotlieben 1403, 4. non. nov., ind. 11. — Or.
Karlsruhe (St Blasien). — Der gen. dekan führt diesen auftrag in bezug auf die kirche Buit aus und investiert
den priester Heinricli Mader. Desgleichen für die kirche Plochingen und investitiert den priester Friedrich Vogt.
Acta sunt hec 1403, pontif. Bonifadi IX. a. 15., die vero 16. mens. dec. Zeugen. — Notariatoinstmmente des Ul¬
rich von- Petershausen d. j.^ kleriker Konst bistoms: Orr. Karlsruhe (8t Blasien). 7811
— nOT« 26, Konstans. Verkauft an Budolf Kreps auf wiederkauf um 520 Bhein. goldgulden eine jährUche gülte
von 38 Bb fl., zahlbar auf Martini (nov. ll) in Breisach, aus folgenden quarten im Brmsgau: denen zu Ihringen
(Or-), Botweil (Botwil) und Malterdingen. Zu bürgen werden bestellt: markgraf Hesso herr zu Hachberg, ritter
Werner von Weisweil (Wißwilr), Dietrich von Blumegg, domdekan Albrecht von Bentelsbach, domkustos Budolf von
Tettikofen, meister Konrad Elje propst zu Zürich und domherr zu Konstanz, Konrad von Münchweiler domherr zu
Konstanz.und propst zu Bbchofszell, Gebhard Ehinger stadtammann, JoWn Winterberg und Johann Hagen,
bürger zu Konstanz. Domdekan und domkapitel stimmen zu; außer Urnen und dem bbchof siegeln die bürgen. Ze
Cost geben 1403 an s. Cunratz abent—Einger. in den revers des Budolf Kreps d. d. 1403 nov. 26 (Geben 1403
an 8 . Cunratz tag des hl.bbchoffs): Kopb. 500,152^ Karlsruhe.—Begg. Markgrafen von Baden I h 1154 b. *7812
— dei. 8 , Born. Papst Bonifaz IX. beflehlt dem offizial von Konstanz, er möge den Johann Meysen, kirchherren
zu Bulach (?), deren einkünfte 30 m. s. nicht übersteigen, in kanonikat und pMnde von St FeHz und Begnla zu
Zürich einweisen, die Johann Buschli zu resignieren vorhat und deren einkünfte 15 m. s. nicht übersteigen. Dat
Borne apud s. Petrum 6 . id. dec., a. 15. — Or. (sehr vergilbt) Zürich, Staatsarch. (Cn 1 nr. 454). taxe 26? S. de
'' Aquüa, M. de Novaria 9 . Unter dem bug rechts: taxe 14. F.de MontepoUeian, Auf dem bug: ^4. de Gotmehein.
Bückseits oben: doeuU per duae te[8tes] de eusp. inpe. et duabus dUi, Tadeh (9. 7813
1404» Löst Klingnau, Meersbuig und die quart zu Sulgen an das hochstitt zurück. — erw. Schultheiß, Chronik
(FreibDiüzesanarch. 8 , 53). 7814
1404. Abt Woifo von Zwiefalten kommt mit b. Marquard dahin überein, daß nach der inkorporation der kirchen Eme-
ringen, Zwiefalten und Tigerfeld an das kloster der abt jeweils im falle der erledigung einer kirche durch den tod
des Vikars 20 heller, im falle der resignation 15 flf heUer an den bischof entrichten wolle.,— erw. FreibDiüze¬
sanarch. 1 , 92 note 9^ 7616
Jan« 14, Konstanz« Gibt mne beglaubigte abschrifb der urkunde des bischofs Burkhard d. d. 1388 nov. 27
(nr. 7190). Dat et act Const et ibidem in aula nra. epali. 1404, ind. 12 ., mens. ian. die 14. etc. Zeugen: Jo¬
hann von Bast propst ünd Johann Stephani Chorherr von Zurzach, Johann Schmalenbach Chorherr von St Marien
zu Lindau. — Notar, ausfert. Or. Lindau, Spitalarch. 7816
9
128 Sarqnard yon Randeck, BiscKof yon Konstanz. 1401.
1404 Jan. 16, Konstanz. Teilt den geistlichen seines bistnms mit: in betreff der besetznng der pfortei Schneis¬
singen ist dnrcb den proknrator des klosters St. Blasien- nnd des dnrch den bischof investierten dortigen kircb-
berm Nikolaus Hemmerli au den apost. stahl appelliert worden. Auf die pfarrei machte Gdggenscbnabel auf
grund einer ihm von papst Honifaz IX. verliehenen Provision mit einem henefizium, das zur kollatur des klosters
Si Blasien oder des Stiftes St Johann in Konstanz gehörte, anspruch. Dat Const 1404, 17. kal. febr., ind. 12.
-Thommen, Urkk. zur SchweizGesch. aus Ost Archiven 2, 390 nr. 522 nach or. St Faul, Kärnten. — Gr. Aarau,
Staatsarch. — Kopb. KUognau, 59 ebenda. —: reg. Huber, Regg.. Klingnau s. 53. — vgL nr. 7824 nnd 1405
aug. 11. ... 7817
jan. 31, Konstanz. Bekundet, daß, da ihm abt und konvent von St Blasien 100 »guter guldin tuggaten gut
an goldc »empholhenc haben, er dafdr versprochen hat binnen jahresfnst bei papst Bonifsz die bestätigong aller Pri¬
vilegien zu erwirken, die die abtei nach ihrer notdurft vom widerpapst zu Avignon erworben hat. Fuhrt er sein ver¬
sprechen aus, so bleibt jene summe in seinem besitz, es müßte denn sein, daß die von Freiburg oder andere »die euch
dar zü gehaft sint an der kost die wir dar uff ligen müssen ichtzit ze stur geben«; dann sollen abt und konvent von
St Blasien einen teil jener summe zurflckerhalten; aber es . bleibt dem ermessen des bischofs ahheimgestelU, ob er
viel, wenig oder nichte zurflckg^bt Erwirkt er die päpstliche bestätigong nicht in der gesetzten firist so können ihn
abt und konvent nach verlauf von zwei monaten mahnen, die 100 dukaten zuruckzuzahlen. Zu bürgen werden bestellt:
dompropst Albrecht Blarer, domdekan Albrecht von Beatelsbach, domsänger Konrad von Münchwil und der ofßzial
Konrad Elye. Diese sind zu einlager verpflichtet während der bischof ihnen jedweden Schadenersatz zusichert
Neben dem aassteiler siegeln die bürgen. Geben ze Ck)st am nehsten donstag vor uns. L frowen tag ze liechtmisse
1404«—^ Qr. Karlsruhe (St Blasien). 7818
r—. febr. 16, Nennkireh. Belehnt den Konrad Baffter mit dem zehnten zu Kaiserstahl und Herdem, welchen
ihm Konrad Wirt von. Kaiserstohl aufg^lassen hat Geben ze Nünkilch an dem nehsten fritag vor der alten vasnacht
1404. — Or. Kaiserstuhl, Stadtarch. nach regest im Staatsarch. Aaran. 7819
— febr. 18, Konstanz. Nikolaus, abt von Ochsenhausen, einer- nnd Italfridiuger, konventaale des klosters
St Bluien, im namen des klosters anderseits, einigen sich auf b. Marquard als Schiedsrichter. St Blasien beansprucht
das recht, dem klostor Ochsenhausen einen prior setzen zu dürfen und ferner die strafgewalt und das aufsichtsrecht
, über die mönche daselbst während Ochsenhausen aufgrund einer bulle Bonifaz IX. [d. d.1391 febr. 14] die freie
abtswahl beansprucht und die Unabhängigkeit von St Blasien l^hauptat Acta sunt hec (in civitate Const et ibidem
in aula episcopali... 1404, ind. 12., pontif. Bonifacü pape IX. a. 15., mens.,febr. die 18.); zeugen: Petras Lie-
bing^r propst von Basel, Rudolf Tettikover thesaurar zu Konst, Konrad von Münchwil domkantor, Konrad Elje decr.
dr., und Eberhard Last'domherr zu Konst, und Johann von Rastr. propst zu Zurzach. Notariatsinstr. des Leon-
. hard Schönbenz: Stuttgart, Staatsarch. (Ochenhausen). — vgl. 1404 febr. 20 und 21 nr. 7822^’ 7823. 7820
— febr. 19, Gottlieben. Schreibt ap propst und kapitel von Embrach: Das.kapital ]i>pnachrichtigte den bischof,
daß sie auf g^nd der ersten bitten des könig^ den Johann Hagendorn, Sachwalter des iKonst hofes, als chorherm
angenommen haben (kanonikat und pfründe war durch den tod eines gevrissen Göggenschnabel, der kürzlich getötet
wurde, vakant). Da ihm ein anderer das kanonikat streitig macht, ersucht der bischof das kapitel, daß sie den Jo-
hapn znlfissen und ihn gütig aufnehmen. Scriptum in Castro nostro Gottlieb feria 3. post Invocayit 1404.—. Or.-
9rief Zürich, Staatsarch, (A. 119). — vgl nr. 7817 und nr. 7824. 7821
— febr. 20, Konstanz. Entscheidet die Streitsache zwischen dem kloster St. Blasien einer- und dem kloster
. Ochsenhausen anderseits (vgl 1404 febr. 18 nr. 782Ö). Die vom papste ausgesprochene exemtion des klosters
Ochsenhausen von Si Blasien soll zu recht bestehen. Die kircheh Reinstetten, Ringschnaii Foramoos, Thannheim
mit der kapeUo Arlach und in Winferreute (?) (Winterri^eh) sollen dem kloster Ochsenhausen gehören. Weitere
abinachungen.betreffen^die eigenlente und'die urkunden des'klosters. Die strafe der*Übertretung beträgt 500 fl. Rh.
Dai et aci in aula nostra episcopali Const 1404, ind. 12., pohtit Bonifacü pape IX. a. 15., mens. febr. die 20. Zeugen:
Petrus Liebing^r propst von Basel' Rudolf Tettikover thesaurar, Konrad Elye, Eberhard Last und Konrad von Münch-
* Wille: domherren zu Konst, sowie Johann von Rast propst zu Zurzach. Notariatsinstr. des Leonhard Schönbenz:
Karlsruhe (St Blasien); anhängend das bischofssiegel und rückseits aufgedrückt das kleine ring^iegel mit dem fa-
milienwäppen des bischofs, gut erhalten^ — vgl. folgende nr. .; 7822
—^ febr. 21, St Blasien. Johann aht, Diethelm Blarrer p^or, und der konvent des klosters St Blasien verzichten
auf grund des von bischof Marquard gefällten schiedsspracheö''[vgl 1404 febr. 18] auf alle ihre rechte, die sie
^ seither über kloster Ochsenhausen aasübten: das kloster soll laut bulle Bonifaz IX. [d. d‘. 1391 febr. ]4]'exemt
. sein, wie.wtnn die hülle mit zustimmong des klosters St Blasien erlangt worden wäre; sie verzichten vor allem aut
das ins advocatie und auf die pfarrkirchen Reinstetten, Ringschnait, Füramoos (Fülhimoos), Thannheim mit der ka-
pelle Arlach^ und Wint6rreate(?) (Winterrieden). Der bischof bestätigt alles. Dai et act in monasterio nostro pre-
dicto 1404, 9. kal marcil ind. 12. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kl,Ochsenhausen); rückseits oben spuren, eines
Marqnard Ton Raiideck/ BiHchof von Konstanz. 1404. 129
ringsiegeis.-T-Für den streit mit Si Blasien ist eine nrknnde Von 1388 noT. 18 (Or. ebenda) interessant, worin die
beiden klöster vor bdrgcrmoister und rat der stadt Ulm erscheinen, der die Unabhängigkeit des klosters Ochsen-
hausen von $t. Blasien.ansspriebt, solange St. Blasien dom gegeupapst anhange. 7828
1404 ‘ febr. 24, Erobrach. Vor dem notar Johann Nell von Solothnni erscheinen zn Embracb Johannes Ebinger
propst, Konrad Bülmejer, Johannes Binder, Johannes Wisso, Leonhard Watman und Felix Letz, Chorherren von
Embracb, welche das kapitel bilden nnd für die abwesenden stimme haben einerseits, und Matthias Hoppier, Chor¬
herr der propstei Zürich nnd proknrator des Rudolf von Trostperg dekans zu Cur, Johann von Siengen woiiand
• dekan nunmehr domherr zu Brixen und Jodocus Ries kaplan der propstoikirchc zu Zürich anderseits. Der propst von
Embrach eröffnet im namen des kapitels: Gen. Mathias versuchte als prokurator des Rudolf von Trostperg, dem auf
grund der ersten bitten von der gemahlin des herzogs von Österreich kanonikat und pfründe zn Embrach Verliehen
war, die durch tod des Franz Göggenschnabel erledigte Chorherrenpfründe anzunehmen. Propst nnd kapitel suchten
. dem zn entsprechen, wenn der gen. prokurator sowie Johann von Siengen und Jodokus Ris schwören könnten, daß
Rudolf von Trostperg Bonifaz IX. als papst anerkenne und daß or nachweisen könne von den von papst Bonifaz IX.
verhängten strafen wie alle übrigen familiären und kapläne des herzogs von Österreich absolviert zu sein. Die pro-
kuratoren beschwören dies. Darauf kommen sie überein, daß Rudolf den absolutionsbrief innerhalb eines monates
nach der pfründannahme dem kapitel vorweisen und zum bischof von Konst, bezw. dessen generalvikar sich persön¬
lich verfügen solle, um sich ausznweisen, ob er weitere absolution notwendig habe, und, wenn ja, sich dieselbe von
papst Bonifaz zu erbitten. Erfüllt Rudolf diese bedingungen nicht, so soll die aufnahme in das kapitel ungültig sein.
Darauf beriefen der propst und die Chorherren den Mathias als prokurator des Rudolf von Trostperg, den mag. Jo¬
hann Hagendorn, Konst, kleriker, der ebenfalls auf grund erster bitte von könig Rnpert auf gen. kanonikat und
pfründe ansprnch erheb^ sowie mag. Johann von Rietheim, Chorherr der propstei Zürich, der durch propst und ka¬
pitel zu gen. kanonikat und pfründe aufgeuommen war, zu sich und eröffneten ihnen, daß sie jeden der drei ohne
unterschied als Chorherren aniiehmen wollten, jedoch so, daß sie die Statuten nnd gewohnheiten des stiftes beobach¬
teten nnd beschwören. Darauf protestierte mag. Johann von Rietheim, daß er von seinem anspmch zur aufnahme in
die erledigte pfründe nicht abstehe. Darauf beschworen Mathias Hoppier und mag. Johann Hagendorn die Statuten
zu beobachten und das kapitel vor fällnng einer sententia definitiva in nichts zu belästigen. Darauf führte propst
und konvent die beiden, soweit ihnen ein recht darauf zustehe, in das erledigte kanonikat samt pfründe ein. Jo¬
hannes von Rietheim fühlte sich darüber beschwert, da er vor langer zeit als Chorherr mit pfründanwartschaft und
nunmehr unter dem 9. febr. für die erledigte pfründe angenommen war, und appellierte deswegen mit der bitte um
aushändigung der apostoli an papst Bonifaz; ebenso tat es Johann Hagendorn. Darauf führte der propst den Johann
Hagendorn und Mathias von dem kapitelsaal in den chor der kirche und wies ihnen daselbst im chore ihre plätze
an, wogegen Johannes Rietheim ebenfalls protestierte und an den apost. Stuhl appellierte und sich die apostoli erbat
Das gleiche tat mag. Johann Hagendorn wegen der aufnahme des Mathias. Die beteiligten ersuchen den notar um
auhiahme des Protokolls. Acta sunt hec 1404, ind. 12., poutif. Bcnifacii IX. a. 15., mens. febr. die 24. Zeugen :
Petrus Niemann der propstei und abtei zu Zürich Chorherr, und Konrad Hoidorf von Wal wies kaplan der kirche zn
Embrach, beide priester. — Notariatsinstrument des Johann Nell: Zürich, Staatsarch. (C II 7 nr. 82). — vgl.
nr. 7821. 7824
— febr« 28, Ensisheim. Katharina von Burgund, herzogin zu Österreich, ei^ucht das kloster Günterstal auf grund
der ersten bitten, deren recht den berzogen von Österreich kraft päpstl. bestätigung auf alle gotteshäuser ihres
landes znsteht die Verena ihres getreuen Berchtold des Zollers zu Frei bürg Stieftochter au&unehmen. Geben ze Enn-
sisheim an dem nechsten donstäg vor dem suntag Ocnli 1404. — Or.'Karlsrohe (23/6). Unter dem bug rechts:
d. d, per se. 7825
— niSrz 1, Konstanz. Der ofßzial entscheidet eine Streitsache zwischen dem kloster Weingarten und Petrus Keller
von Immenstaad wegen eines Weingartens im hofe zu Bermatingen dahin, daß letzterer denjährl. zins darob zn zahlen
habe und den hof nicht weiter belästigen dürfe. Lecta et lata in ambitu eccl. Const. et ibidem in loco consistoriali
publico 1404, ind. 12., pontif. Bonifacii pape IX. a. 15., die 1. mens, martii. Zeugen: Rudolf Spitzli, decr. dr., Jo¬
hann Keller, in docr. lizentiat, Johann Schürpfer, advokat, Heinrich am Hof und Johann Sidennäjger, notare des
Konst hofos. — Notariatsinstrument des notars Johann gen. Binder von Schafifhausen: Karlsruhe (7/1). 7826
märz 8. Die reichsstädte um den Bodensee und im Allgäu verbinden sich mit 11 schwäbischen Städten bis
zum 23. april 1406. — Wartmann, U-B. St. Gallen 4 , 699 nr. 2299. 7827
— mürz 13, Konstanz. Beurkundet von bürgermeister und rat der stadt Konstanz in gegenwart des meisters
HansTenger, bischöfl. [generaljvikars, und des HansWikk, Sachwalters des meisterVolmar leutpriesters zu St Ste¬
phan zn Konst, 60 golddukaten erhalten zn haben für die privilegienbnlle, so meister Yolmar dem bürgermeister
und rat der stadt in Rom erworben. Diese 60 golddukaten sendet er durch eine botschaft dem geh. meister Yolmar
nach Rom. Geben zo Cost au dem 13. tag des manodes mertzen 1404.—Or. Karlsruhe (5 Konst Dienste). 7828
BegMteD der Saehöfe von KooeUnt. IIL 17
IBO Marqnard Ton fiandeck, Bischof yon Konstanz. 1404.
1404 märz 23. Johaim Vogt (tou der Schaer), domherr za Konst., stirbt — MG. Necrol. 1,286. 7829
— april 7, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marqnards bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewid-
mung einer meßpfrdnde zu ehren der Mattergottes, der hU. Anna, Johannes d. T., Elisabeth usw. in der Mutter-
gotteskapolle zu Tachenhausen, einem filial zu Nürtingen, durch Ulrich ?on Sachsenheim d. d. 1402 mai 16. Graf
Eberhard yon Württemberg hatte hiezu die Zustimmung gegeben. Dat Const 1404, 7. id. apr., ind. 12. — Or.
Nürtingen, Hospitalpflege; rückseits oben spuren eines ringsiegeis. 7830
— april 19^ Konstanz« Gibt dem kloster Denkendorf einen sammelbrief wie 1398 april 24. Dat Const 1404,
13. kal. maii, ind. 12. — Eingerückt in ein transsumpt d. d. 1404, april 24: Stuttgart, Staatsarch. (Denkendorf).
7831
— april 24^ Konstanz. Der offizial beauftrag^ die leutpriester von Winterthur und Embrach, gegen Johann Ehinger
propst und Konrad Bülmanger hellerer des stiftes zu Emhrach mit geistl. strafen yorzugehen, da sie dem Johann
Binder, chorherm daselbst, seine präsenz nicht aasbezahlen wollen, obwohl er persönlich residenz gehalten hat
Dat C^nst 1404, 8. kal. maii, ind. 12. — Or. Zürich, Staatsarch. (CIY 2 Embrach); rückseits 2 aufgedrückte
Siegel 7832
— april 29) Konstanz. Bekundet^ daß der bürger yon Basel, Johann Waltenhain, fSr eine forderang yon
600 Bh. gülden ansprach habe auf 45 gülden jährlicher gülte. Da einer der yon ihm seinerzeit bestellten angülten,
Konrad Blarer von Konstanz, gestorben ist, so bestellt er für diesen den Heinrich yon Bandeck, seßhaft zu Stoffeln,
und yerspricht demselben, jeden ihm erwachsenden schaden zu ersetzen. Domdekan und domkapitel stimmen zu.
Ze Cost geben 1404, an dem nächsten zinstag yor (anstelle des überlieferten nach) Walpurgtag ze ingendem
malen. — Einger. in den reyers des Heinrich yon Bandeck d. d. 1404 mai 1 (Ze Cost geben 1404 ze s. Walpurg
tag ze ingendem maigen): Kopb. 500, 168^ Karlsruhe. — ZGOBh. NF. 13 (1898) 77. 7833
— mai 22, Born. Papst Bonifaz IX. »Ea que de bonisc für Embrach an den propst yon St Johann. Dat Borne
apud s. Petrum 11. kal iunii, a. 15. — Or. Zürich, Staatsarch. (CIV 2 Embrach); auf dem hug links: M.de,...;
rechts: proÄ.deAlexandt'ia. Jo,de Tremosnitz. Bückseits links :pro Ä,.a.; mitte: Jo. Gramkow; rechts: T,g.;
bei den schnüren: pro ecclesia ynibriaeen. — 1404 sept. 20 subdelegiert Konrad Burg, propst yon St Johann
zu Konst, den thesaurar yon St Felix und Begula in Z^ch zur ausfübrang der bulle. Dat Const. 1404, 4. id.
sept, ind. 12. — Or. ebenda. 7834
— mai 23. Gewährt den besuchern der kirche der hll. Bemigius, Walpurg und Agnes zu Münsterlingen, wenn sie
daselbst yor dem Marienbilde beten, ablaß. 10. kal iun.—reg. Beimann, Arch. MünsterUngensis documenta: Stifts-
arch. Einsiedeln. — Thurg. Beitr. 21, 86 nr. 221. 7835
— jani 4, Konstanz. Nikolaus Last^ propst yon St Stephan in Konstanz, eröffnet als exekutor dem bischof yon
Konstanz und der äbtissin sowie dem konyent yon St Felix und Begula in Zürich die bulle Bonifaz IX. d. d. 1404
..., (Dat Borne 15. kal. [?], a. 15.), worin dieser dem Burkhard Bill, chorherm yon St Felix und Begtda, das
nicht über 5 m. s. tragende benefizium ,tharibulum‘ gen. in der abtei Zürich, welches der yerstorbene Johann
— Liechtemberg inne hatte, verleiht unbeschadet daß der gen. in St Felix und Begula zu Zürich, in Brixen und
Zofingen kanonikat und präbende sowie die pfarrkirche' von Epfendorf, deren früchte in summa 50 m. s. nicht
übersteigen, inne hat und eipektanz auf dignität in Brixen und auf ein benefizium, das zur kollatur des domkapitels
von Konstanz gehOrt, besitzt Dat et act in nostre habitacionis curia Const in yico vnlgariter dicto Prediergasse
Sita 1404, ind. 12., pontif. Bonifacii IX.a. 15.,mens, iunii die 4. Zeugen: Andreas von Tobel, notar, und Berthold
Meiger, prokurator des Konst hofes. — Gleichz. abschr. Zürich, Staatsarch. (CII 3 nr. 283). 7836
— Juni 9, Konstanx. Bestätigt mittelst transfiz einen ablaßbrief auswärtiger bischOfe d. d. Avignon 1352
ji^ 17 für die nennen zu Zofingen ln Konstanz und fügt einen ablaß von 40 tagen hinzu. Dat Const 1404, 5. id.
iunii,ind. 12.—Or.Konst, Zofingen; auf der rückseite oben sparen eines ringsiegeis. — erw. ZGOBh.NF.4(1889)
m84; Martin, Zofingen 17. 7837
— jnni 20« Belehnt den Konrad von Schienen mit dem zehnten zu Bankholzen und zwei wiesen zu Weiler und im •
Moos. Gehen am nehsten fritag vor s. Johans tag ze sünwenden 1404. — Or. Karlsruhe (5 Bankholzen). — vgl.
1395 märz 24 nr. 7407. 7888
— Jnni 24, Stuttgart Gerirad subpriorin, Haila und Katharina gen. Yihlinen, Schwestern des klosters Beuthin
bei Wildberg Predigerordens, bitten den b. Marquard um bestätigung der Stiftung ein^s altars ln der Sakristei der
Pfarrkirche Herrenberg zu ehren der hll. Johannes und Unschuldiger kinder, zu dessen bewidmung Eberhard graf
von Württemberg als patron der pfarrkirche zu Herrenborg uud Konrad Lützin, klerlker und kirchherr daselbst, ihre
zuatimmung gegeben haben. Dat Stütgarten ipsa die Johannis bapt 1404. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Herreu¬
berg St); an der urkunde hängt das Siegel bischofb Albrecht, was wohl darauf hinweist, daß die bestätigung mit¬
telst transfix unter Albrecht erfolgte. 7839
Marquard yon Bandeck, Bischof yon Konstanz. 1404. 131
1404 Joni 28) Konstanz. Yerkatift an den bdrger tod Konstanz, Johann Boltzhoser, nnd dessen gemahlin Demut
ffir ein dariehen tod 105 pfd. Konst pfg. auf wiederkanf eine j&hrliche gdlte Ton 7 pfd. pfg. ans den gef&llen der
insiegel des hochstifts, die jeweils in zwei raten, an Martini (nov. 11) nnd am Walpnrgtage (mai ]), Terabfolgt
werden soll. Das geld wird Terwendet, um ein dariehen Ton den Schwarz heimznzahlen. Zn bürgen werden bestellt:
Heinrich Blarer znm Pflog, sohn des weil. Gerwig, Rudolf Hartzer, sohn des Heinrich, Johann Winterberg und Al-
brecht Kirchherr d. &., bürger von Konstanz. Domdekan and domkapitel stimmen zu; außer ihnen nnd dem bischof
siegeln die bürgen. Ze Gost geben 1404, an s. Peters nnd Panis abend. — Einger. in den revers des Johann Boltz- ‘
hnser nnd dessen fran Demnt d. d. 1404 jnli 3 (Ze Cost geben 1404 an s. Ulrichs abend): Kopb. 500, 135* Kon¬
stanz. 7840
— Juli 3) Konstanz. Der generaWikar in spir. b. Marqnards erteilt dem Johann Brümsi, kirchherm zn Lansheim,
anf 2 Ja^ absenz. Dat Const 1404, 5. non. inlii, ind. 12. — Or. Karlsmhe (St Blasien); Siegel des aosstellers
rückseits anfgedrückt nnd oben ringsiegel. 7841
— Jnli 18) Konstanz. Erteilt den besnchem des franenklosters Zofingen in Konstanz, welche daselbst beten
nnd almosen spenden 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat Const in anla nostra episcopali... 1404, 15.kalang.,ind.
12 . — Or. Konstanz, Zofingen. 7842
— Jnli 80) Konstanz. Bestätigt die Stiftung nnd bewidmnng eines altars in der plarrkirche zu Winterthur, zu
ehren der hll. Anna, Dorothea, Barbara, Elisabeth, Helena nnd Brigitta, welche d. d. 1404 joni 17 durch Johann
Ton Schär (Schaera), dekan des dekanats Winterthur, erfolgt war. Geben ze Cost 1404, am drifligten tag des hen-
monates. — Kopie Winterthur, Stadtarch. samt stiftnngsbrief in beschädigtem original. 7843
— ang.) Dangendorf. Heinrich bischof Ton Thermopylä, generalTikar in pontificalibns des b. Marquard, weiht
die Pfarrkirche Zell samt filialkirche zu Dangendorf nnd erteilt ablaß. Dat et act in Tagendorf .... aognsti, ind.
12. — Or. (sehr beschädigt) Stuttgart, Staatsarch. (Zwiefalten). 7844
— ang. 2) Schaffhansen. Herzog IMedrich von Österreich entscheidet in einer schadlosklage des grafen Fried¬
rich Yll. Ton Toggenbnrg gegen Ulrich von Brandis. Friedrich Ton Toggenbnrg hatte sich Terpflichtet dem Ulrich
Ton Brandis gegen den bischof [Kikolaus] Ton Konstanz zu helfen, wofür ihm dieser yersprach, ohne des Ton Tog¬
genbnrg rat keinen frieden mit dem bischof yon Konst, einzngehen. Gleichwohl schloß der Ton Brandis mit dem
Konstanzer bischof frieden, wodurch der von Toggonborg zu schaden kam. Der yon Brandis macht geltend, daß er
dem Toggenbnrg mitteilnngen yon den Verhandlungen gemacht nnd ihn zur teilnahme eingeladen habe, dieser aber
nicht erschienen sei, darum habe er die richtong mit dem bischof ohne den von Toggenbnrg eingegangen. Urteil;
der streit soll nidergeschlagen nnd beide gute freunde sein. 1404 freitag vor Bartolomäns. — Auszug aus der Ur¬
kunde (deren Original wohl in Chur) von der Hand Th. y. Moors in den papieren y. Mülinens, gegenwärtig im be¬
sitz des herrn Stadtbibliothekars y. Mülinen in Bern. (Näheres über diesen streit bisher unbekannt). Siehe anch
Kaiser, Gcsch. des Fürstentnms Liechtenstein (s. 212). — Mitteilung von Dr. Bütler, St Gallen. 7845
— aug. 26) Nennkirch. Bestätigt, daß Wilhelm Im Turm, ritter von Schaffhansen, den zehnten zn Yolkens-
weil (Yolkenswile), ein lehen des bistums, wie früher sein vater Eberhard verpfänden darf. Geben ze Nünkilch an
ment^ nehst nach s. Bartholomens tag 1404. — Or. Zürich, Staatsarch. (CH 18 nr. 593). 7846
— sept. 11) BottweiL Eglolf von Wartenberg gen. von Wildenstein, freiherr (ain fri), hofrichter zn Rottweil an
stelle des g^fen Rudolf von Snlz, weist die klage zurück, die dompropst Albrecht Blarer darüber erhoben hatte,
dafl die stadt St Gallen mit den geächteten Appenzellem verkehr unterhalten habe. Geben an dem nehston dunrstag
vor des hl. erüz tag ze herbste 1404. — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 726 nr. 2314 mit 3 weiteren urkunden
d. d. 1404 dez. 4; 1405 jan. 10; 1405 jan. 15 in derselben angelegenheit. 7847
— sept. 16) Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Marquard bestätigt mittelst transfix die Stiftung und be-
widmung eines altars in der Mattergotteskapelle oberhalb der altstadt bei Rottenbnrg (sopra veterem civitatem prope
Rottemburg) zu ehren der hll. Johannes Bapt, Erhard, Barbara, Agatha u.s.w. (die gen. kapelle ist filial zur Pfarr¬
kirche Ehingen) d. d. 1404 juni 22 (previgilia s. Johannis Bapt). Der aussteller beauftragt außerdem den dekan des
dekanats Boltringen mit der ein Weisung des priesters Johann Harter von Rottenbnrg als ersten kaplans. Dat Const
1404, 16. kal. oct, ind. 12. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Stift St Moriz); rückseits spuren eines ringsiegeis. —
Kopb. Rottenburg-Ehingen s. 17 ebenda. — vgl. Petrus, Suevia eccL 301. 7848
— sept. 20) Urach. Gestattet auf bitten des grafen Eberhard von Württemberg die einsetzung eines eigenen
Priesters in Plattenhardt einem filial zu Bemhansen, da die bewohner wegen der weiten entferaung von ihrer mut-
terkirche und wegen der nachlässigkeit des kirchherm von B. und dessen helfer schaden litten, indem kleine kinder
ohne taufe starben und alte leute unverseben blieben. Dat in oppido Urach 1404, 12. kal. oct, ind. 12. — Or.
Stuttgart Staatsarch. (Stuttgart Stift); die bittschrift des grafen d. d. 1404 sept 4 ^enda. 7849
17 *
132 Marqnard ton Bandfck, Bischof yon Konstanz.
1404 sept« 22, Heidelberg. Johann Noet nnd Nikolaus Burgmann decr. doctor, einsammler des vom papst dem könig
Ruprecht bewilligten zehntens, quittieren dem abt von Salem für sich, dessen konvent und untergebenen franen-
klöster für 300 fl. Dat. Heydelberg 1404, crastina die Mathey ewangeliste. — Gr. Karlsruhe (4/25).— ausz.
Codex Salemitamus 3, 421. 785Q
— sept. 27, Konstanz. Schreibt an die Predigerbrödor in stadt und bistum: Er hat vernommen, daß in der
diözese mehrere frauenspersonen bei den häusem nnd kirchen der Prediger als inklusen leben, welche seit über hun¬
dert Jahren unter der seelsorgerlichen leitung der Predigerbruder stehen und von ihnen in allem beschützt wurden.
Er gestattet diese Übung wie seine Vorfahren und bestimmt, daß sie von einem interdikte in sakramentenempfang
und begräbnis nicht betroffen werden sollen. Dat. Const. ] 404, 5. kal. oct., ind. 12. — Eingerückt in die bestä-
tigung des kardinallegateu Antonius d. d. 1409 febr. 3: Stuttgart, Staatsarch. (Binsdorf). 7851
— sept. 28, Schussenried. Hildebrand, propst von Sebussenried, präsentiert dem b. Marqnard bezw. dessen ge-
neralvikar in spir. auf die pfarrei Allmannsweiler dekanats Saulgau, welche durch tod des Johann Stryt erledigt ist,
den Priester Johann Ziegler, konventnalen des klosters. Dat. in monasterio nostro 1404, in vigilia b. Michaelis
arch., ind. 12. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Schussenried). 7852
— nOT. 1, Baden i. A. Beflehlt den leutpriestern der kirche zu Zürich zu verkünden, daß nach dem tode der
äbtissin Anna von Bußnang, Benedikta von Bechburg zur äbtissin der abtei Zürich gewählt worden sei, und beauf¬
tragt sie, diejenigen, welche einsprache erheben wollen, vorzuladen. Dat. in oppido Baden 1404, kal. nov., ind. 12.
— erw. in einer ausfuhrungsurkunde d. d. 1404 nov. 2, worin die Verkündigung in der kirche St Peter zu Zürich
beurkundet wird: Zürich, Stadtarch. (nr. 297). — vgL 1404 nov. 16 nr. 7855. — v. Wyss, Geschichte der abtei
Zürich beil. 411. 7853
— liOT. 13, Born. Papst Innocenz YIL verleiht dem Petrus Glückhaft chorlierm von St. Stephan zu Konst, dieses
kanonikat und reserviert ihm eine präbende und ein beneficium — cum cura 2 5 in. vel sine cura 18 m.—zur koUation des
klosters St Gallen gehörig, unbeschadet, daß er die altarpfründe cum cura des hl. Theobald in St Stephan inhe hat
wofür der papst auf 2 Jahre dlspeus erteilt zum gleichzeitigeu bositzo beider. Nach 2 Jahren soll er die altarpfründe
aufgeben. Dat Rome apud s. Petrum id. nov., a. 1. — Or. Karlsruhe (5 Konst. Kirchendienste); unter dem bug
links: taxe 13 9; rechts: regestrata gratis. Jo. Jacozi jj. Rückseits B darin Ä; bei den schnüren:
Solvit michi Francino pro ... .(?). Beim bug liuks: Jo Pempe .... 7854
— nov. 16, Zürich. Heinrich, bischof von Thermopylä, als kommissar des bischofs Marqnard, weiht au gen. tage
unter assistenz der äbti Hugo von Einsiodeln, Burkhard von Wottingen, Gottfried von Rüti nnd Heinrich von Kappel
' die äbtissin Benedikta [v. Bechburg] zu St Pelix und Regula in Zürich. Dat et actum 1404 die festo b. Othmari,
ind. 12. — Or. Zürich, Stadtarch. (nr. 298); Siegel des ausstellers gut erhalten. — vgl. 1404 nov. 1 nr. 7853.—
Neugart Episcopatus Const 2,488; v. Wyss, Geschichte der abtei Zürich beil. 412. 7855
— nov. 20, Rottenburg. Friedrich Herzog von Österreich teilt dem bischof von Konstanz mit, daß er den tausch,
welchon der pfarrektor von Baden, Rudolf von Howen, und der kaplan des Peter- nnd Panlsaltars zu Büren
(Pevvrren), Thüring von Arburg, mit ihren pfründen vollzogen haben, genehmigt habe, und bittet ihn um bostäti-
gung desselben. Dat Rotembnrg apud Nekkarum mens. nov. die 20, 1404. D. Dux in consilio.—(Gedr.) Arch. von
Wettingen 373 nr. 11. — reg. Argovia 1901, 105. 7856
— nov. 26, Rottenburg. Horzog Friedrich von Österreich gibt auf bitten des abtes und konventes des AUerhei-
ligenklostcrs zu Schaffhauseu dem gen. kloster das patronatsrocht der pfarrkirche Andelfingen und erliält dafür das
der Pfarrkirche Griesingen, da erstere kirche dom kloster näher und bequemer liegt. Dat Rotemburge apud Neckamm
26. die mens, nov., 1104. — Or. Schaff hausen, Staatsarch. — erw. Urkundenregister des kantons Schaffhauseu
nr. 1437. — vgl. 1415 aug. 14 und 1418 april 1. 7867
— nOT. 26, Konstanz. Der generalvikar in spir. investiert den konventnalen Peter FrüUeh aus dom kloster Beuron
als pfarrer zu Worndorf. Dat Const 11. kal. dec., ind. 13(1). — reg. MVGHohenzollem 21, 6. 7858
— HOT. 29, Konstanz« Schreibt an die geistlichkoit seines bistums: Es erscheint vor ihm br. Johann de Mona¬
sterio, konventual der Miiioriten zu Bern, und oröffnot daß Markus Aichenloch von Ulm, priester Konst bistums,
in dom unteren spital zu Bern boleidigoude artikel und Schmähungen gegen die Minoriten Öffentlich vor einer großen
menge leute ausgestoßeu hat Er sagte nämlich, daß Jodertnaun nur dom priester beichten dürfe, der ihm auch dio
anderen Sakramente spende; wer den Minoriten almosen gebe, sündige schwer. Der bischof ^äßt denselben, der
keinen bestimmten wohusitz hat, sondorn nur umherzieht, auf donnerstag nach Hilari [1405 Jan. 15] nach Kon¬
stanz zur Verantwortung laden. Dat et act in aula nostra episcopali 1404, ind. 12., . .. mens. nov. die peuultima.
— Bridfformelbttch Karlsruhe Hof- und Landesbibl. (Reichenau 106. bl. 57^).— 1404 okt 15 hatten Johann von
Sigriswil, guardiau, und Johann Hortrich, lektor der Minoriten zu Bern, den Johann von Sunderstorf pünitentiar
dos bischofs, Jobaim Schonbenz lektor der Minoriten zu Konst, uüd die Konst notare Leonhard SchOubenz und
Marqnard von Bandeck, Bischof ton Konstanz. [1401—1405. 133
Konrad Schopp, sowie den Johann de Monasterio, konventaalen des klostors za Bern, als Sachwalter in gen. aiige-
legcnheit beim bischöfl. gerichte bestimmt Dat. et act in dicta nostra domo 1404, id. oct.,ind. 12. (ebenda bl. 50).
7869
1404 dez. Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Marqnard bestätigt mittelst transfix die stiftang and bowid-
mang der St Georgspfründe in Bartenbach. Dat Const 1404, 7. id. dec., ind. 12. — Or. Stattgart, Staatsarch.
(Göppingen St); rückseits sparen eines ringsiegeis. Der dazagohörige Stiftungsbrief ist nicht mehr vorhanden. Die
vermerke aaf der rückseite des transfixes zeigen, daß es sich nm Bartenhach handelt 7800
— dcz. IS, Tübingen. Johann kämmerer in Lastnau, Barkhard kirchherr in Weilheim (Wilan), Hermann kirchborr
in Kilchberg (Kilpperg), Nikolaas kirchherr in Bühl, Heinrich kirchherr in Bemmingsheim, Bertbold* kirchherr in
Hailfingen, Johann frühmesser in Lastnan nnd Konrad frühmessor in Derendingen sowie die Tübinger kapläne:
Borthold Brünnig, Konrad Freitag, Berthold Wild, Johann Maisli und Johann Wall schließen sich za einer brudor-
Schaft zasammen, am a. a. nach dem tode eines mitgliedes durch 42 hl. messen einander za hilfe za kommen. Der
genaue hergang der abhaltung derselben ist angegeben. Die Statuten erhalten 1438 mai 2 die bestätigung darch
den generalvikar des b. Heinrich. Dat (1404 in die s. Lucie Virginia ... in opido Tuwingen). — Or. Stuttgart,
Staatsarch. (Tübingen G.Y.). 7861
— dez* 19. Budolf von Arbarg, baro, präsentiert dem bischof oder dessen generalvikar in spir. für den Peter- und
Paalsaltar in der pfarrkirche Büren seinen sohn Thüring von Arburg, kleriker. Die altarpfründe ist durch verzieht
des Friedrich Sartorius erledigt Dat 1404, 14. kal. ian., ind. 12. — reg. Argovia 1901, 105 nach or. Aarau
(Wettingen 781). — vgl. nr. 7856. 7862
— dez. 23^ Konstanz. Bescheint dem domkapitel von Speier, daß es die in den Schaltjahren fällige qaart der
Eßlinger kirche im betrag von 56 m. s. Konst gewichts dem Albert Blarrer, Konrad BlaiTers sei. sohn, bürgor zu
Konst, welchem sie angewiesen ist, für dieses jahr bezahlt hat. Dat Const. 1404, 10. kal. ian., ind. 12. B. — Or.
Stuttgart, Staatsarch. (Eßlingen B. 125). 7863
1406, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfii die Stiftung und bewidmung eines altares in der
Liebfrauenkapelle zu Horb durch Eggo, burger zu Horb, und seine ehefraa Lugga. Dat Const 1405. — Bepertoriam
Obervogteiamt Horb s. 216: Stuttgart Staatsarch. 7864
— jhn. 7, Konstanz. Gibt seine Zustimmung, daß Stubenberg von Stuben aaf die feste, den kirchensatz und das
dorf Otterswang, leben des bistums, 1200 Sf heller als morgengabo und heimsteoer seiner frau Agatha Wielin an¬
gewiesen hat Geben ze Cost an mittwoch nach dem zwölften tag 1405. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Schussen-
ried). 7865
— Jan. 10. Bürgermeister, rat und bürgerschaft von St Gallen beglaubigen bei Eglolf von Wartenberg gen. von
Wildenstein, hofrichter an stelle des grafen Budolf von Sulz, in der Streitsache wider den dompropst Albrecht Blarer
ihre ratsloutc Ulrich Spießer und Budolf WuUiweber. Geben an dem nähsten samstag nach dem zwelften tag nach
wihennäbt 1405. — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 728. — vgl. nr. 7847. 7866
— Jan. 11, Born. Papst Innocenz YII. bestätigt dem propst nnd konvent von Denkendorf alle freiheiten und ab-
lässe, ausgenommen die von papst Bonifaz IX. d. d. 1402 dez. 22 (ll. kal. iannarii, a. 14) widerrafenen. Dat
Borne apud s. Petrum 3. id. iannarii, a. 1. »Cum a nobisc. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Denkendorf); unter dem
bag links: taxe 3; auf dem bug rechts: gratis. Q. Stoter. Bückseits nichts. 7867
— Jan. 14, Konstanz. Bekundet, daß er mit einwilligung des dompropstes Albrecht Blarer und des domdekaus
Albrecht von Beutelsbach der kollegiatkirche St Leodegar zu Schönenwerd erlaubt habe, an stelle der quart von
den ihr inkorporierten pfarrkirchen za Loutwil (Lutwil) und Kirchberg jährlich an St Martin in Aarau dem hoch¬
stift je 5 Scheffel speit und hafer Züricher maßes zu entrichten. Dat Const 1405, 19. kal. febr., ind. 13. — Or.
Solothurn, Staatsarch. (Sebönenwerd); rückseits spuren eines rinsiegels; darunter: sigiUu; oben daran M.; expedit est, —
Kopb. AA, 612 Erzbisch. Arch. Freibarg i.B.—Kopb. 500, 187* Karlsruhe. — Soloth. Wochenblatt 1822, 422.—
— reg. GFr50rte. 4, 205. Bevers des Johann Trüllerej propst und des kapitels der kollegiatkirche St. Leodegar zu
Sebönenwerd d. d. 1405 jan. 21 (Dat in ecclesia Werdens! 1405, 12. kal. febr., ind. 13): Kopb. AA, 612, Erz¬
bisch. Arch. Freiburg i. ß. — Kopb. 500, 187®; 503, 277 Karlsruhe. — reg. AnzSchweizGesch. NF. l (1870-
73), 179. 7868
— Jan.. 14, Konstanz. Inkorporiert mit einwilligung des dompropstes Albrecht Blarer, des doradekans Albrecht
von Bentclsbach und des domkapitels der mit geringen einkünften ausgestatteten custodia sive thesauraria der kolle¬
giatkirche St Leodegar zu Sebönenwerd die pfarrkirche zu Seon, unter Vorbehalt der primi fructos für das hoch¬
stift und der anderen bischöflichen und archidiakonalen rechte sowie desjenigen einkommens für den kustos, das
bisher der leutpriester von Scon an getreide and anderen einkünften bezogen hat. Dat et act. Const. 1405, 19. kal.
febn,ind.l3.— 1405 jan. 21 stellen propst Johann Trüllerey und das kapitel von (Sebönenwerd) dem bischof Mar-
184 Marqnard ton Bandeck, Bischof yon Konstanz. 1405.
quard einen revers ans mit der terpflichtnnK znr zahlnng der ersten fnlchte. Daiin ecclesia nostra Werdensi 1405»
12. kal. febr.» ind. 13. — Eopb. AA, 614 Erzbisch. Arch. Freibarg L B. — Eopb. 500» 226*; 503» 306 Earia-
ruhe. — reg. AnzSchweizQesch. NF. 1 (1870-73), 179. 7M9
1405 jnn« 15^ Konstanz. Teilt dem dekan, kämmerer and den confratres des dekanats Sorsee mit» daO Thäring
von Arbarg, kaplan des Peter- and Paalsaltars in Bären, and Bndolf von Hewen, kirchherr za Baden» ihre pfründen
vertaaschen wollen. Da die beiden darch ihre bestellten Sachwalter auf ihre pfründen verzieht geleistet, beaoftragt
er den dekan, den gen. Radolf von Hewen in den besitz der pfrunde des Peter- and Paalsaltars za Baren einza-
weisen. — Desgleichen beaaftragt er den dekan des dekanats Zärich, den Thüring von Arbarg in den besitz der
Pfarrkirche za Baden L A. einzaweisen. Dai et act. Const. in aala nostra episcopali 1405» ind. 13., pontif. Inno-
cencii pape VII. a. 1., mens, ianaarii die 15.; zengen: mag. Radolf Spitzli decr. dr., anwalt des Eonst. hofes, Georg
Paschel, bischofl. kämmerer and Chorherr za Bischofszell a. a. — Notariatsinstroment des Johann Binder von Schaff-
haosen: Aarao, Staatsarch. (Wett. 784. 785). — (Oedr.) Archiv von Wettingen 371 nr. 10; 374 nr. 12. — erw.
Earz, Beitr. 1, 563. — reg. QPr50rte. 4, 205 nr. 257. — Znstimmang des herzogs Friedrich von Österreich
als patron der pfarrkirche za Baden d. d. Rottenbarg 1404 nov. 20. (Dat Rotembarge apad Nekkarom mens. noT.
die 20. a^’ 1404, ebenda nr. 780); zostimmong des freiherm Radolf von Arbarg als patron des Peter- and Panis-
altars d.d. Büren 1405 jan.5 (Dat. in Castro meo Bürren 1405, non.ian.» ind. 13., ebenda nr. 777). — Radolf von
Hewen propst von Beromünster and kirchherr za Baden teilt dem bischof den beabsichtigten tansch mit and be¬
stellt als Sachwalter zar entgegennahme der resignation den Jacob Horn, chorherm za Beromünster, and Heinrich
am Hof, notar des Eonst. hofes, d. d. Beromünster 1405 jan. 7 (Dat in Berona 1405,7. id. ianaarii, ind. 13.» ebenda
nr. 782). — Thüring von Arbarg tat desgl d. d. Büren 1405 jan. 5 (Dat in Bürren 1405» non. ianaarii» ind.
13) and bestellt als Sachwalter Diethelm Tberger, bischofl. kaplan, and Heinrich am Hof, notar des Eonst hofes
(ebenda nr. 783). — 1405 mai 29 bearknndet herzog Friedrich von Österreich, daß Heinrich, Albrecht and Hans
von Hombarg, brüder, ansprach erhoben, die kirche von Baden nach dem geschehenen tansch za verleihen. Radolf
von Arbarg einer- and Heinrich von Hombarg anderseits kommen deswegen dahin überein, daß der g^eschehene
tansch rückgängig gemacht wird and Radolf von Hewen nach wie vor kirchherr za Baden sein solL Geben ze
Schafhasen an frejtag nach dem aoffarttag 1405. — Or. ebenda, nr. 789. — reg. Argovia 29 (1901) 105 —
vgl. 1405 jan. 22 nr. 7875 and 1408 febr. 12. 7870
— Jan. 20^ Konstanz. Bestimmt, daß in den kirchen, klöstern and konventen des dekanates Winterthar nnd
vor allem in der pfarrkirche za Winterthar nanmehr regelmäßig za ehren der matter gottes morgens früh und
abends der Angelas geläatet werden solle, and gewährt allen, welche bei dem läaten der glocke beten» 40 tagebezw.
1 jahr ablaß. Dat Gonst 1405, 13. kal. febr., ind. 13. — Or. Wintherthar, Stadtarch. — Eopb. 5, 67 ebenda.
7871
— jan. 20. Von Gottes gn. bischof von Eonst als vom papste bestellter konservator der rechte der Minoriten in
Oberdentschland orkondet: Johann Schünbenz, lektor, and Johann Sanderstorf, konventaal des Minoritenhaoses in
Eonstanz and pCnitentiar des bischofs, sowie Johann von Münster, konventaal des Minoritenhaases in Bern, be¬
schweren sich, daß priester and laien gegen den 3. orden vom hl. Franziskas stellong nehmen and ihn anfeinden, vor
allem hat Markns Aicheloch von ülm, priester Eonst bistams, in Bern gepredigt, daß der 3. orden vom hL apost.
stahl nicht approbiert sei Der bischof tritt diesem entgegen and bearknndet, daß der 3. orden, wie ihn der hl.
Franz eingesetzt hat, vom papst approbiert sei and daß alle, welche nach dieser regel leben, sei es in kongregationen
oder in privathäasern, von den gläabigen geachtet and onterstützt werden sollten; jedoch sind damnter die beghinen
nicht inbegpiffen, welche in privathäasern wohnen oder amhei*schweifen, da sie wohl im schieier des 3. Ordens ein¬
hergehen, aber dessen regel nicht haben nnd nicht anter leitang (der Minoriten) stehen, die vom bischof bestellt ist
Das gleiche gilt von den begharden, welche eikommoniziert sind and dämm von allen gemieden werden sollen. Dat
1405, mens, ianaarii die 20. — Pap. gleichzeitiger entwarf Basel, Staatsarch. (Prediger). — vgL nr. 7859 and
1405 nov. 27. 7872
— Jan. 20, Heidelberg. Eünig Raprecht qaittiert der pfaffheit von Eonst über 1900 fl. aas dem zehnten, den
er vom papste znr erlangong der kaiserkrünnng bewilligt erhielt — Deatsche Reichstagsakten 5, 547 anm., wor-
iiach mindestens 2054 fl. eingingen. — In Innsbrack, Statthaltereiarch. (8009) beflndet sich ein heft mit einem
Verzeichnis der »pfaffenstnroc ans dem Breisgaa (abschr. 16. jh.). Gehört dies hieher, oder za 1418 sept 17 dem
zehnten Sigmands? 787$
— Jan. 20. Hugo Eilend, Eonstanzer domherr, stirbt and wird neben dem Allerhoiligenaltar im dorne za Eonst
begraben. — MG.Necrol. 1,284. 7874
— Jan. 22, Konstanz. Der generalvikar in spir. dos bischofs Marqnard beaaftragt den dekan des dekanats Sursee»
den kloriker Thüring von Arbarg, sohn dos Radolf von Arbarg, in die pfrdnde des Petor- and Paalsaltars dor Pfarr¬
kirche za Büron (Bürron), welche durch verzieht dos priestors Friedrich Sartor vakant geworden, einzaweisen. Dat
Marqnard Ton Randeck, Biscbof ton Konstanz. 1405. 135
e
CoDst 1405, 11. kal. febr., md. 13. — Or. Aaran, Staaisarch. (Wett. 786); rückseits sparen eines kleinen Siegels;
Siegel des generahikars hängt — Der gen. kleriker war dem bischof bezw. dessen generalvikar d. d. 1404 dez. 10
S Dai in Castro meo Dürren 1404,14. kal. iannarii, ind. 12.) von dem patron Budolf von Arbarg präsentiert worden
ebenda nr. 781). — reg. Argotia 29 (lOOl) 106. — vgl. 1406 jan. 16 nr. 7870. 7875
1405 jan. 30^ Konstanz* Beauftragt den dekan des dekanats Kirchheim (Kirchen), den von propst Johann von
Ringingen (zn Denkendorf) präsentierten Johann Schaidlin, konventaalen von Denkendorf, in die ständige vikario
der Pfarrkirche Küngen einznweisen. Dai Consi. 1406, 3. kaL febr., ind. 13. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Denken¬
dorf). 787C
— febr. 16^ Konstanz. Benrkandot: obwohl der generalvikar d. d. 1388 febr. 1 das klostor Beerenberg samt
seinen leaten von dem kirchspiel der pfarrei Wfilflingen getrennt hat, verlange der jetzige kirchherr gleichwohl die
pfarrechte, nämlich konsolationen and bannales (iura parroebialia, consolationes videlicet et bannales). Der bischof
bestätigt mit zastimmung des domkapitels die exemtion des klosters and bestimmt, daß es von allen pfarrrechten und
vor allem von der leistung der bischöfl. abgaben, den konsolationen and bannales, befreit sein solle. Dai Consi 1405,
14. kal. marti^ ind. 13. — Or. Zürich, Staatsarch. (CH 16 nr. 180); rückseits unter den sparen des ringsiegeis
M[arqaarda8] (?) sigille(tar) gratis. 7877
— febr. 23^ Zürich. Diethelm von Gürwihl (Gerwil), küstor und Chorherr der propstei Zürich, quittiert dem B[eini
Volkart von Niederglatt, leibeigener der kirche za l^rbas (Rorboß), für 6 U Züricher ^ welche dieser als baße
für seine wider die ,genossami‘ geschlossene ehe mit der tochter Konrad Blatters, müllers zu der obem mahle za
Neunkirch bei Bülach entrichten mußte. Der kirchensatz von R. samt zabehör gehört als leibgeding dem aassteiler
kraft eines briefes, dem er vom bischof and domkapitel za Eonsi erhalten hai Geben Zfirich an s. Mathyas abent
1406. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 2 nr. 27O). 7878
— märz 6. Die stadt Konstanz verbindet sich mit den heräögen Leopold and Friedrich von Österreich. — Wart¬
mann, Ü-B. St. Gallen 4, 744 nr. 2334. 787»
— mlrz 12^ Konstanz. Albrecht Blarer, dompropst zu Konst., belehnt den meister Heinrich Lös, »den armbroster«,
bürger za Meersbarg mit dem gute zu Ramsbach gen. das roggenlehen. Das domkapitel stimmt za. Ze Cost. geben
1405, an dem nächsten danstag vor mitten mertzen. — Or. Karlsruhe (5 Ramsbach). 7880
— märz 28, Konstanz. Johann Tenger, mag. in artibas, Chorherr von St. Stephan zu Konst and generalvikar in
spir. des bischofs Marqaard, beurkundet: abt und konvent von Allerheiligen za Schaff hausen haben vorgetragen,
daß alle pfarrangehörigen von Schaff hausen in den klostermühlen mahlen lassen müssen .und nirgends anderswo
mahlen dürfen (vgL Regg. Const 2 nr. 3366); gleichwohl gestattet ihnen dies Götzo Schulthaiß von Schaffhausen
edelknecht auf seiner mühle »in dem Werd«; der aassteiler beauftragt deswegen die leutpriester von Schaff bansen,
Rheinau, Lottstetten und Diessenhofen, gegen Götzo und dessen müller einzaschreiten,nötigenfalls unter androhong kirch¬
licher strafen. Dat Con:>t. 1405,6. kal. apr., ind. 13.—Or. Schaffhausen, Staatsarch.; rückseits das vikariatssiegel auf-
gedrückt, rechts oben ein klmnes sekretsiegeL—reg. Urkundenregister des kantons Schaffhausen nr. 1443.—erw.
Raeger, Chron. Schaff bansen 1,484 note 1. 7881
— äprll 12. König Ruprecht stellt eine erste bitte um kanonikat und pfründe an der kirche St. Johann zu Konst,
für Heinrich, sohn des Friedrich von Heidelberg, kleriker der diözese Worms. — reg. Chmel, Regesta Ruperti
nr. 1966. 7882
— aprU 15, Rom. Bartholomeus Francisd, propst der kirche Si Stephan zu Prato der diözese Pistoja, päpsÜ. notar
and regens der päpstl. kanzlei, tut dem eizbischof von Mainz, sowie den bischöfen von Straßburg, Basel and Kon¬
stanz kund: Bonifaz IX. hat auf ansuchen von rat und bürger der stadt Basel den bürgern die freie bestimmung des
begräbnisortes vor allem bei den Mendikanten in Groß- und Kleinbasel eingeräumt, ohne daß diese zuvor die zustim-
mung der zuständigen pfarrgeistlichkeit einzuholen oder an dieselben abgaben (die fimeralien) zu entrichten haben.
Inhocenz Tn. dagegen widerrief gen. bulle und verordneto deren tilgung aus den päpstl. registerbänden und die Ver¬
nichtung des Originals. Vom papste mit der ausführnng betraut, fordert er die gen. bischöfe auf, das original sich
zu beschaffen and ihm za übersenden und den konventen von St Leonhard und St Peter sowie der pfarrgeistlich¬
keit in Kleinbasel za ihrem früheren rechte zu verhelfen. Dat et act Rome ... 1405, ind. 13.,pontInnocentii VII.
a. 1., die vero mercurii 15. mens, aprilis. Zeugen: Johann Tremosnitz und Johann Sweyne, abbreviatoren. — No-
tariatsinstrument des Mainzer klerikers and notars Heinrich Kesemann: Basel, Staatsarch. (st ork. 480 c). — Das
original Bonifaz IX. ist noch erhalten (st. ork. 806) d. d. 1402 dez. 6 (Dat Rome apud s. Petrum 8.id. dec.,a. 14).
Unter dem bug rechts: BerioJdtis; auf dem bug: Ch'oiis de mandato domini nostripape, Eckardus, Rückseits:
darin Jae. — Die Verordnung Innocenz VII. erfolgte 1405 märz 16 (l7. kal. apr., a. l) auf ansuchen der
kirchen St Leonhard und St Peter und der übrigen pfarrgeistlichkeit von Kleinbasel, welche darlegten, es sei ur¬
alter brauch, daß, wenn ein pfarrkind anderwärts begraben werde, zuerst in der zuständigen Pfarrkirche als ,altimum
vale* die ezequien gehalten werden, wenn nicht, einigte man sich mit den kirchen über die abgaben (st ork. 840 ^).
136 Marqaard Ton tlandeck, Bischof fon Konstanz. 140&.
Unter dem bug links: Mar, taie 40. M. de Novaria, Jo, de Tremosnitz^; anf dem bog rechts: Gerlacus vf,
Rückseits R darin A; bei den siegelschnüren: aolvU mihi Francino beim bug: de Florentia, — Der auftrag
an den kanzleiregens ebenda (st. nrk. SdO'*): unter dem bug: taxe 42. 9 ; auf dem bug rechts: gratis, Gerlacus,
Rückseits: R darin Ä\ anderes unleserlich; beim bug: Jo. de Lyns(?) 7883
1405 mal Rom. Papst Innocenz VII. an den thesanrar von St Johann zu Konst: >Ea que de bonis« bolle für
das arroenspital zu Überlingen anf bitten des Burkhard Mesner spitalmeisters und der spitalbrüder daselbst Dat.
Rome apod s. Petrum kal. maii, a. 1. »Dilectorum filiorum«. — Or. Überlingen, Spitalarch. (Lad. 2 nr. 71); anf
dem bug rechts: pro B, de Lacapra, Jo, Jallzi(?); rückseits oben mitte: Dgtwinus; links: B. rechts Tg,.; mitte:
B. Mesner und Hospitale in Überlingen, —■ vgl. ZGORh. 13, 77. 7884
— mai 11, Konstanz. Der generalrikar in spir. b. Markwards verlegt das kirchweihfest der Pfarrkirche Ummen-
doif von Pfingstmontag auf sonntag vor Johann d. T. und erteilt 40 tage ablaß. Dat Const 1405, 5. id. inaii,
ind. 13. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (KL Ochsenhausen); rückseits oben spuren eines ringsiegels. 7885
— mai 18, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marquards bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewid-
mnng einer ständigen kaplanei auf dem St Michaelaaltar in der Stiftskirche zu Sindelfingen. durch priester Eber¬
hard von Sindelfingen, chorherm daselbst, d. d. 1405 april 23 (9. kal. maii), investiert nach dem willen des Stif¬
ters den Johann Rüß von Sindelfingen, äkolythen, und beauftragt den dekan des dekanats in Altdorf mit dessen
einweisung. Dat. Const 1405, 15. ki^ iunii, ind. 13. -— Or. Stuttgart, Staatsarch. (Sindelfingen). 7886
— mai 22, Basel. Johann von Hohenstein, dekan der domkirche zu Basel, präsentiert dem bischof Marqnard
bezw. dessen generalvikar in spir. anf die ständige vikarie der kirche zu Weil (Wile) dekanats Wiesenthal, welche
durch tod bezw. resignation des Johann Spiser von Rheinfelden erledigt ist, den priester Konrad Mesener von Blau-
benren. Das patronatsrecht steht dem domdekan zu. Dat. et act. BasUee 1405, feria 6 . ante fest b. Urbani pape.
— Or. Basel, Staatsarch. (Dornst V, 9). 7887
— jani 1, Konstanz. Heinrich [gen. Zirgger], bischof zu Thermopylä (Tennoppel) und weihbischof zu Konstanz, schenkt
den von Lutz Gäßler, bürger zu Ravensburg, 1404 jnni 1 um 68 ST Konst ^ gekauften Weingarten zu Bermatingen
dem kloster Konigsbronn (Künigsbrunnen)[, dem der schenkgeber als mdnch angehurte]. Geben zo Cost 1405, an
s. Nicodemis tag ze ingandem brachat. — Or. Karlsruhe ( 2 / 8 ). Siegel des ausstellers sehr gut erhalten: spitzoval;
in der mitte ein bischof in vollem omat; unten ein rad. Umschrift: Sigillum Heinrici episcopi ecclesie Termopi-
lensis. — Der kaufbrief d. d. 1403 jnni 1 ebenda. 78^
— jani 3, Kirchheim. Bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung der neuen kapelle zu Betzgenrieth
(Betchenrieth) einem filial zu Uhingen durch den Schultheißen von Betzgenrietli und Ulrich Bock d. d. 1405 mai 26
mit Zustimmung des propstes Heinrich und des konvents von Adelberg. Dat. in Kirchen 1405,3. non. iunii, ind. 13.
— Or. Stuttgart, Staatsarch. (KL Adelberg). 7889
— jnni 13. König Ruprecht verleiht dem bischof Marquard d^e regalien. — reg. Chmel, Regesta Rnperti nr. 1997.
7890
— Jali 3, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marquards bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewid¬
mung der St. Johann Baptist(frühmeß-)pfründe in der Muttergotteskapelle zu Ebingen, welche d. d. 1405 juni 24
durch die einwohner von Ebingen mit Zustimmung dos Konrad von Eningen, kirchherr und dekan zu Ebingen, erfolgt
war. Das patronatsrecht behält sich der kirchherr vor. DaL Const 1405, 5. non. iulii, ind. 13. — Or. Stuttgart,
Staatsarch. (Ebingen G. Y.); stiftungs- und bestätigungsurkunde sind von demselben Schreiber (in der b. kanzlei)
geschrieben; rückseits der bestätigungsurkunde spuren eines ringsiegels. 7891
— Juli 17. Johann, weihbischof von Konst, weiht eine kapelle zu Schönbrunnen zu ehren des hl. Bartholomäus.
— orw. GFrSOrte 24, 192. 7892
— Jali 25. Das münster zu Ulm wird im beisein vieler bischöfe und prälaten [vom bischof von Konst?] geweiht.
— erw. DiözesanarchSchwaben 7,61. 7898
— aag. 1, Konstanz« Leibt an Hans Lutze, ammann des spitals zu Lindau, die von Rudolf und Ulrich von Wol¬
fart gebruder, erkauften gen. bischöfl. lohensgüter als träger des spitals. Geben ze Cost 1405, an dem 1. tag des
manots in ougste. — Or. Lindau, Spitalarch. (Notiz im material). 7894
— ail^g« 7^ St Blasien. Abt Johann und der konvent von St Blasien bestellen den konventualen ihres klosters
• Nikolaus Stoker und den chorherm von St Stephan zu Konstanz, Heinrich Käser, zu ihren bevollmächtigten Ver¬
tretern, um alle Privilegien, die das kloster von den päpsteu Klemens VIL und Benedikt XIII. erhalten hat,, dem
bischof Marquard als päpstl. exekutor vorzulegen und deren aufhebung, änderung oder orneueruiigentgegenzunehmon.
Zeugen r Nikolaus Hämerli, pfarrektor zu Emmingen, Andreas von Tobel, notar* des Konstanzer hofes, Johann Bin-
uiuger, schalmeister (doctor puerorom) des klosters St Blasien. Acta sunt hec (l405, Ind. 13., pont Innocentii a.
Marqnard Ton Randeck, Bischof Yon Konstanz. 1405. 13?
1 ., iiifns. ang. die 7., hora fesperaram vel quasi etc.). — Notariatsinstniment des Leonhard gen. SchOnbenis von
Lindau: Or. Karlsruhe (8t Blasien). — ygl. 1404 jan. 31 nnd folgende nr. 7895
1M5 ang. 11, Konstanz« Decretomm doctor, gibt ein yidimus der balle Innocenz yn.d.d. 1405 mai 7 (Dat.Rome
* apnd s. Petmm non. maii, a. l), worin dieser dem biscbof ?on Konstanz und den prOpsten Ton Basel and Brixen die
Vollmacht erteilt, die anbänger des gegenpapstes Klemens VII. in dem gebiete weil, berzog 'Albrechts and Leopolds von
Österreich von den kirchlichen strafen losznsprcchen and den inbalt der von dem gegenpapst ansgestellten nrkanden
za bestätigen. Diese Vollmacht hat schon sein Vorgänger Bonifaz IX. den gen. exekntoren erteilt. Da aber immer
noch einige personen in klOstem benefizien durch vergunstigong des gegenpastes in besitz haben, auch aber die
anhänger derselben ln der Stadt Freibnrg aaf betreiben des priesters Eonrad Hasen nnd des laien Nikolaus Rorich
die exkommonikation verhängt wnrde nnd in deren gefolge acht und bann, and zu fürchten ist, daß diese nicht za-
rdckkehrcn, wenn ihnen nicht die lossprechnng in anssicht gestellt würde, gibt er ihnen aufs neue die Vollmacht zur
. absolntion and habilitation und znr auf hebnng der über Freibnrg verhängten strafen. Desgleichen sollen sie die vom
gegenpapst bestimmten klüstem verwilligten Unionen von kirchen bestätigen und die auswärtigen [weih]bischüfe
Hermann ep. Castorien. und Batzo biscbof einer anderen auswärtigen kirche, welche aas dem gebiete der herzüge von
Österreich stammen and infolge des schismas vielleicht snspendiert sind, habilitieren, falls sie dem gegenpapst ab-
schwGren. Dat et act. in aula nostra episcopali Const. sita 1405, ind. 13., pontiL Innocentii pape YIl. a. 1., mens,
ang. die 11. Zengen: Walter von Ulm domherr zn Konst., Johann von Bast propst zu Znrzach, Georg Poschei Chor¬
herr zu Bischofszell, Konrad Besmer bischOfl. kaplan, Andreas von Tobel and Johann Sjdeneger notare des Konst,
hofes. — Notariatsinstniment des Leonhard SchGnbenz: Or. Karlsrahe (Si Blasien). Rückseite: Leonhardus ex
fossu d. nostri tpiaeopi H.; unten daran ringsiegel. — Mit ,Batzo* ist wohl Heinrich Batz, bischof von Tiflis, ge¬
meint; vgl. nr. 7935. 7896
— ang« 11, Konstanz. Decretomm doctor, zugleich mit den domprüpsten von Basel und Brixen von papst Inno¬
cenz Yll. zum kommissar bestellt, bekondet, das ihm die Vertreter der abtei 8i Blasien: mag. Yolmar Sak, licentiat
in decr. nnd pleban von St Stephan, and hr. Nikolaus Stoker, konventaal von St Blasien, auf grnnd der ihm durch
Innocenz YIL d. d. 1405 mai 7 (D. Borne apnd St Petmm nommaii, pont nostri a. 1.) erteilten Vollmacht folgende
urkunden des sog. Klemens YIl. vorlegten: 1. Avignon 1391 juli 29 (Dat Avin. 4. kal. aug., a. 13. »PerSonam tnam«),
erteilnng der 4 niederen weihen betr. [nr. 6832], und 2. Avignon 1391 jnli 29 (Dat Avib. 4: kal. ang., a. 13.
»Personam taam»), weihe von kelchen nnd kirchl. geräten betr. [nr. 6833], beide für abt Johann von St Blasien
ausgestellt Kraft seiner Vollmacht kassiert Marquard die beiden arknnden, gewährt aber die in ihnen erlialtenen
Vergünstigungen dem aht von St Blasien namens des papstes Innocenz YII. aufs neue. Zeugen: Walther von Ulm
domherr za Konstanz, Johann von Bast propst von Zarzach, Georg Poschei Chorherr von Bischofszell, Konrad Besmer
bischüflieber kaplan, Andreas von Tobel nnd Johann Sjdenneger notare des Konstanzer hofes. Dat et act in aola
nostra episcopali Ck>nst sita 1405, ind. 13., pont Innocenti a. 1., mens. aug. die 11, hora vesperarom vel quasi.
—Notariatsinstroment des Leonhard gen. Schünbentz von lindaa: Or. Karlsrahe (St Blasien). — vgL 1404 jan. 31,
1405 ang. 7. 7897
— ang. 11, Konstanz. Derselbe bestätigt aufs neue die urkunde Klemens YII. für St Blasien d.d. 1391 jali 29
»Personam taamc, Verleihung von 20 benefizien betreffend [nr. 6830] und erklärt die etwa erfolgten beseteangen
* der benefizien für gültig. Zeugen und datum wie oben. — Or. ebenda. 7898
— ang« 11, Konstanz. Derselbe bestätigt aufs neue die urkunde Klemens YII. für St Blasien d. d. 1391 juli 29
(Dat Avin. 4. kal. aug., a. 13) »Exposcit tue'devocioni8€, gebrauch der iK)ntifikalien betreffend [nr. 6831]. Zeugen
und datum wie oben. — Or. eWda. 7899
— ang« 11, Konstanz. Derselbe bestätigt aufs neue die bnlle Klemens YH. d. d. 1392 mai 12 (Dat Avin. 4,
id. maii, a. 14. >Apostolice sedis«) [nr. 6836], worin dieser dem kloster St Blasien, das treu zu ihm hält, die
p&rrkirchen in Plochingen nnd Ruit (Büti) inkorporieü Dat und zeugen wie oben. — Notariatsinstrument des
Leonhard Schünbenz: Or. Karlsruhe (St Blasien). — Neue Abschr. Stuttgart nach dem Nellinger Kopialbnch in
St Paul in Kärnten. 7900
— ang. 11, Konstanz« Derselbe inkoiporiert dem kloster St Blasien, nadi annnllierung der betr. urkunden des
gegenpapstes bezw. des kardinals Wilhelm tit St. Stephani in Celiomonte, aufs neue die kirchen zu Plochingen, Ruit,
Ohereggenen, Botweil, Kirchdorf, Griessen (Grießheim), Stallikon und ferner die kirchen zu Schneisingen (Schnesang)
nnd Bettmaringen und bestätigt aufs neue die Urkunden des gegenpapstes über Provision von 20 personen mit
20 benefizien und des kardinals Wilhelm über die bestätignng einer schlnßsentenz des generalvikars in spir. b.
Heinrichs III. betr. streit zwischen Hermann Pfnng, kirchherm von Schneisingen einer- nnd abt und konvent von
St Blasien anderseits, betr. den bezog der hälfte der früchte der gen. kirche. Dat und zeugen wie oben. — No-
tariatsinstmment des Leonhard Schünbenz und Johann Stephani: Or. Karlsruhe (St Blasien); rückseits spuren
zweier ringsiegel; daneben M, traneeai eigUtäc gra. — erw. FreibDiüzesaimrck 4,.229 anm.^ \7901
Btfattu d«r BitchiSft tob KoatUas. UL
18
13d Marqnard ton Bandeck/Bischof TOn Konstanz. 1405.
1405 ang. 11 , Konstanz« Bestätigt im anftrage des papstes Innoceoz VH. das dem kloster St. Blasien yom rö¬
mischen Stuhle verliehene recht, den halben pfarrzehnten in Schneisingen (Sneisang) fär sich zu erheben. Eingerflcht
sind die urkunden des kardinallegaten Wilhelm tit. St Stephani in Celiomonte d.d. 1381 dez. 15 (Dat apud Fri-
hurgum 18. kal ianuarii pontif. [Clementis YIL] a. 4), worin dieser die entscheidung des generalvikars in ^[»ir.
b. Heinrichs von Konst d. d. 1370 aug. 2 (feria 6. post festum ad vincula s. Petri), betr. zehnten zu Schneisingen
bestätigt. Zeugen und datum wie oben. — Or. Karlsruhe (St Blasien). — Kopb. Klingnau 475 ebenda. — reg.
Huber, Begg. von Klingnau s. 54. 79M
— ang. II 5 Konstanz« Urkundet: Yolmar Sack, licentiat in decr. und leutpriester von St Stephan zu Konstanz,
und Nikolaus Stöcker, konventual von St Blasien, Vertreter des klosters St Blasien, legen mit hinweis auf die bnUe
Innocenz Yll. d. d. 1405 mai 7 (Dat Borne apud s. Petrum non. maii, a. 1.) ihm verschiedene bullen Klemens YIL
vor d. d. 1391 juli 29 (Dat Avin. 4. kal aug., a. 13.) und die urkunde eines gewissen Heinrich, bischofs von Alet
und ständigen administrators von Konstanz, vor, der als päpstl. exekutor die wähl des ahtes von St. Blasien d. d«
1391 mai 21 bestätigte (Dat Avin. in palacio apostolico die Inne 29. mens, maii 1391, ind. 14., pontif. Clementis
pape YIL a. 13.). Er kassiert die urkunden und bestätigt sie aufs neue. Zeugen und datum wie oben. — Notariats-
instmment des Leonhard Schönbenz von Lindau und des Johann Stephan von Zürich: Or. Karlsruhe (St Blasien).
> ' Bückseits neben spuren eines ringsiegeis M, transeat sigiUum gratis. Darunter spuren eines zweiten ringsiegeis.
790#
— aug« II 5 Konstanz« Decr. dr., päpstl. exekutor, bestätigt aufs neue die vom kardinallegaten Wilhelm tit St Stephani
in Celiomonte d. d. 1383 sept26 (apudFriburgum 6. kal oct, pontif. [Clementis YII.] a.5) dem kloster St Blasien
bewilligte Inkorporation der kirche zu Stallikon und bestimmt als kongrua des vikars 26 mut weizen und 6 malter
hafer Züricher maßes, jährlich auf Martini auszufolgen, sowie die oblationcs, anniversaria und legata. Die einkünfta
der kirche betragen nicht mehr als 12 m. s.; sie ist durch tod des Johann Metzger, kirchherm, erledigt Dat et
act in aula nostra episcöpali Const sita 1405, ind. 13., pontif. Innocentii YII. a. 1., mens. aug. 11. — Or.Karla-
ruhe (St Blasien). — Gleichz. ausz.: Zürich, Siaatsarch. (CII 6 nr. 772). 7904
— ang« II 9 Konstanz« Annulliert die urkunde Klemens YIL d. d.. Avignon 1392 mai 12 (Dat Avinione 4 «
id. mai, a. 14.. »Apostolice sedisc), worin dieser dem kloster St. Blasien die Pfarrkirchen von Plochingen und Bnit
einterleibte, und inkorporiert sie dem kloster aufs neue. Dat et act in aula nostra episcöpali Const 1405, ind. 13.,
pontif. Innocencii YII. a. 1., mens. ang. die 1 1.; zeugen wie oben. — Abschr. Stuttgart Staatsarch. nach dem Nel-
linger Kopialhuch in St Paul in Kärnten. 7905
— ang«. II 9 Konstanz. Als bevollmächtigter des papstes Innocenz YII. bestätigt auf grund einer bulle Inno¬
cenz*. YIL von 1405 mid 7, und eines erlasses Benedikts XUI. von 1401 jan. 10. neuerdings die durch kardinal-
priester Martin tit s. Lanrencii in Lucina d. d. 1400 nov. 16 vorgenommene Vereinigung der pfarrpfründe !E^h-
. dorf mit dem kloster St Blasien, das zur zeit des großen päpstlichen Schismas von den gegenpäpsten Urban YI. nnd
Bonifaz XL nichts wissen wollte, und bestimmt die gefälle des sanktblasianischen pfarrvikars in Kirchdorf. Zeugsn:
« Walther von Ulm chorhprr in Kon^nz, Johann von Bast propst in Zurzacb, Georg Poschei Chorherr, Konrad Besmer
kaplan, Andreas von Tobel und Johann Sydemajer notare. Siegler: Leonhard Schönbenz von Lindau, apostolisch¬
kaiserlicher notar. Constantie 1405, die 11. augustl — Or. ebenda (St Blasien). — Kopb. Klingnau 44: Aaran,
Staatsarch. — reg. Huber, Begg. von Klingnau s. 54. 7906
— ang« 11^ Konstanz. Annulliert die bulle Wilhelms, kardinalpriesters tit S. Stephani in Celiomonte, worin
dieser dem kloster St Blasien die pfarrkirche Griessen mit 15 m. s. einkünften d. d. Schaffhansen 1382 aug. 13
(id. aug. pontif. Clementis pape YIL, a. 4.) inkorporierte, bestätigt die Verfügung aufs neue und bestimmt die ein-
künfte des einzusetzenden vilmrs. Dat und zeugen wie oben. — Or. ebenda. 7907
— ang« 11^ Konstanz. Bestätigt dem kloster St Blasien aufs neue die durch Benedikt XUI. d. d. 1398 nun 23
(Dat Avin. 10. kal. innii, a. 4.) vorgenommene inborporation der kirche Obereggenen und bestimmt die einkünfie
dM Vikars. Zeugen nnd dat wie oben. — Or. ebenda. 7908
^— angi 11, Konstanz«. Bestätigt dem kloster St Blasien aufs neue die Verfügung Benedikts XUI. d. d. 1397 nov. 2
(Dat Avin. 4. non. nov., a. 4.), inkorporation der pfarrkirche Botweil betreffend, nnd bestimmt das einkommen des
ständigen vilurs. Zeugen wie oben. — Or. ebenda. 7909
• —■ ang« 13, Konstanz« Gestattet dem kloster St Blasien, daß seine jungen religiösen von jedem bischof gefinnt
■ werden können. Der abt hatte vorgetragen, daß es wegen der höhe der berge und der Schwierigkeit der wege
schwierig und gefährlich ist, die religiösen (iuvenes religiosos) zur flrmung zu ihm oder zum weihbischof zu senden.
' Dat Const 1405, id. aug., ind. 13. B. — Or. Karlsruhe (St Blasien). Bückseits: Leonh. ex iuasu d. n. epiacopi
■ H.; unten daran spuren eines.fingsLegels. 7910
Marqnard von Bandecic, Bischof Ton Konstanz. 1405. 139
1406 ang. 21, Schaffhaiiseil. Decr. dr., von papst Innocenz Yll. als kommissar bestellt zugleich mit dem propst
von Brixen nnd Basel, urkundet: er erhielt laut bulle des papstes Innocenz Vll., welche ihm vonYolmar Sack leut-
pricster von St. Stephan zu Konst vorgewiesen wurde, d. d. 1405 mai 7 (Rome apud s. Petrum non. maii,a. 1.) die
erlaubnis, alle anh&nger der gegcnphpste zu absolvieren nnd alle akte gut zu machen. Es erscheint deswegen vor
ihm abt Eonrad von Huri mit der urkunde d. d. 1400 nov. 16. Unter anfhebung dieser urkunde inkorporiert nun¬
mehr der bischof dem klostor die pfarrkirche von Snrsee unter Vorbehalt der kongrna für den vikar. Dat et act in
opido Scaffusen et ibidem in domo habitadonis Turingi de Sissach armigeri... 1405, ind. 13., pontif. Innocentii
pape Yll. a. 1., mens. aug.die ll; zeugen: Konrad Besmer, priester und bischdfl. kaplan, und Andreas von Tobel,
des Konst, bofes notar. — Notariatsinstmment des Leonhard Schdnbentz von Lindau: Aarau, Staatsarch. (CII 0 4).
— vgl. ZGORh. KF. 6) 309. — erw. Kurz, Beiträge zur Geschichte und Litteratnr des kantons Aargau 1, 295.
7911
— ftUg. 21, Schaffliaiiseii« Gibt auf bitten des abtes Konrad von Muri eine abschrift der urkunde Begg. Const
2, 6629. Dat et act in opido Scaffusen et ibidem in domo habitacionis discreti viri Turingi de Sissach armigeri
sita ex opposito pontis vulgo Bachbrugg, in qua tune fuimus personaliter constitnti 1405, ind. 13., pontif. Inno-
cendi YII. a. 1., mens. aug. die 21. zeugen: Konrad Besmer, priester und bischOfl. kaplan, und Andreas von Tobel,
des Konst bofes notar. — Notariatsinstmment des Leonhard Schdnbentz: Aarau, Staatsarch. (C UJ 3). 7912
— aug* 29, Konstanz« Decr. dr. als executor einer bulle Innocenz YII. beurkundet: es erscheinen mag. Yolmar
Sack, lizentiat in decr., lentpriester von St. Stephan in Konst., und Nikolaus Schilling als Sachwalter des abtes Ber^
thold vom Allerheiligenkloster zu Schaff hausen; ersterer weist eine bulle Innocenz YII. d. d. 1405 mai 7 (Dat Born,
apud s. Petram non maii, a. 1.) vor, worin dieser die Vollmacht erteilt, die Verfügungen des gegenpapstes Klemens Yll.
und seiner nachfolger zu annullieren nnd aufs neue zu bestätigeu. Daraufhin verweist Nikolaus Schilling auf eine
urkunde des kardinals Martin tit StLaurencii in Lucina. worin dieser im auftrage des papstes Benedikt XIII. dem
abt von Schaff hausen d. d. 1400 nov. 16 die Vergünstigung gewährt, sich der mitra und des ringes zu bedienen
nnd feierlich den segen zu spenden (Dat Avinion. die 16. mens. nov. 1400, ponÜf. Benedicti pape XIIL a. 7.).
Der bischof kassiert deswegen die letztgenannte bulle, g^bt aber dem abt aufs neue die gen. Vergünstigungen. Dat
et act Const in aula nostra episcopali 1405, ind. 13., pontif. Innocentii pape YILa. 1., mens. aug. die 29; gegen¬
wärtig Johann von Bast propst des Yerenenstiftes Zurzach und sigillifer des Konst, hofes, mag. Heinrich Andreas
von Geislingen (Gislingen) doctor phisice artis, und Konrad Besmer priester und bischüfl. kaplan. — Notariatsinstr.
des Job. Binder von Schaff hausen: Schaffhansen, Staatsarch.; rückseits oben rechts aufgedrückt das kleine sekret¬
siegel des bischofs gut erhalten, damnter M. sigeUetur gratis, — reg. Urkundenregister des kantons Schaff hausen
nr. 1449. 7918
— sept« 11, Konstanz. Domdekan Albrecht von Beutelsbach bekundet, daß in dem streite zwischen dem priester
Johann Glattis von Mengen (Mängan) und dem stifte Bischofszell von den parteien folgende schiedsleute ihm
beigegeben worden seien: ritter Johann von Hornstein von Schatzberg und meister Johann Schürpfer, Chorherr von
8t. Johann, meister Johann Tenger, vikar und Chorherr von Si Stephan, und meister Johann Maigenberg. Die
klage des Johann Glattis auf Zahlung von 60 pfd. Konst pfg. und 50 malter kom (6ischofs)zeller masses wird ab¬
gewiesen, da er die rechtmäßigkeit der fordemng nicht beweisen kann. Bitter Johann von Hornstein und Johann
Maigenberg siegeln. Geben ze Gost 1405, an s. Felix nnd s. Beglen tag im herbst — Kopb. Bischofszell 130*
Frauenfeld, Kantonsarch. 7614
— sept« 17, Konstanz. Albrecht Blarer, dompropst, beurkundet, daß Kunz Mangold von Daisersdorf (Daiderstorff),
leibeigener der dompropstei, sich losgekauft nnd zu den Johannitern in Überlingen übergegangen seL Geben ze Cost.
1405, an dem näbsten domstag vor s. Matheus tag. — Or. Karlsmhe (2/73). 7616
— sept« 26, Konstanz. Johann Buch, büiger zu Konstanz, bekundet an stelle des stadtammanns Heinrich Ehinger,
daß dompropst Albrecht Blarer, domherr Ulrich Blarer, sein bruder, die brüder Albrecht, Konrad und Ulrich Blarer,
sühne des weil Konrad, den burgstall zu Dettingen, gen. die alte bürg, mit zubehür nnd weiteren namentlich auf-
gefuhrten gutem und personen zu Dettingen um 743 pfd. Konst pfg. an Heinrich von Schlotten, landkomtur des
deutschen Ordens in der ballei Elsaß und Burgund, komtur der häuser Mainau und Altshausen, verkauft haben. Für
den dompropst, den domherren und ihren minderjährigen vetter Ulrich ist zum vogte ihr nächster vatermagen,
Heinrich Blarer zum Pflug, bestellt Es siegeln der stadtammann Heinrich Ehinger, der dompropst, der domherr,
ihr vetter Albrecht Blarer und Heinrich Blarer zum Pflug. Geben ze Cost nechsten fritags vor s. Michelstag 1405.
— Or. Karlsruhe. — Kopb. 727,160 Karlsruhe. — ausz. Both von Schreckenstein, Mainau 369 nr. 82. — erw.
Kraus, Kunstdenkmäler Badens 1,61. 7916
— okt« 13. Domdekan Johann von Hohenstein nnd das domkapitel von Basel bekunden, daß sie nach beilegnng
eines Streites mit komtur und den brüdem des Deutschordenshanses zu Freiburg i.B., die vom bischof von Konstanz
einen anspruch auf den getreide- und weinzehuten der dem domkapitel inkoiporierten pfarrkirche zu Kirchhofen zu
18 *
140 Marquard ton Bandeck, Bischof ton Eonstaiiz. 1405.
; haben erklärten, mit bischof Marquard folgendes vereinbart haben: das domkapitel zahlt sofort dem bistnm oder
solchen, denen dies einen anspmch gewährt, die qnart der getreide- and weinzehnten jener kirche, unter Vorbehalt
der hannalia, cathedralia and consolationes für das bistnrn, dem dafür die qninta, biennia, primi fractas and medii
fractas nicht gezahlt za werden brauchen. Bischof Marquard beurkundet mit einwilligung des domdekans Albrecht
von Beutelsbach und des domkapitels seine Zustimmung. Dat. et act. 1405, feria 3. proz. ante fest. s. Galli confes¬
soria, que fuit et est 13. dies mens. oct. — Or. Karlsruhe (5 Kirchhofen). — Kopb. AA, 475 Erzbisch. Arch. Frei¬
barg i. B. — Kopb. 502 Karlsruhe. — reg. AnzSchweizQesch. NP. 1 (1870-73), 179- 7918
1495 okt. 28. Zahlt an der apostol. kammer als einen teil seines servicium commune 15 fl. und als sennciam minu-
tum 2 fl. — Mod. abschr. (Obi. 54, 99^ ßom). 7919
— okt. 30) Konstanz. Bestätigt unter einrückung des Wahlprotokolls die wähl des Friedrich von Laubenberg
zum abt von Kempten. Es erscheinen vor ihm Friedrich von Laubenbeig und im namen des konventes Dietrich
von Beitnau. Abt Friedrich von Hirsdorf war am 25. Oktober 1405 (die dominica, que fuit beatorom Crispini et
Crispiniani) gestorben. Dietrich von Beitnau, Friedrich von Laubenberg, Erhard von Schwabelsborg, Heinrich von
Laupheim und Johann von Wiler, welche den konvent bildeten, wählten nach der beerdigung den gen. Friedrich
von Laubenberg. Acta sunt hec Const. in aula nostra episcopali 1405, ind. 13., pontif. Innocentii pape VII. a. 1.,
mens, octobris die penultima; gegenwärtig: Albrecht Blarer propst, Budolf Tettikover ■ thesaurar, mag. Johann
Schürpher anwalt des Konst, hofes. — Notariatsinstrument des Ulrich Märk, üff. kais. und des Konst hof^ notar:
Or. München, Beichsarch. (Kempten). — reg. Begesta Boica 11,370. — vgL 1406 jan. 8. 7920
nOY. 21, Konstanz. Bestätigt die Statuten des kapitels Herrenbeig d. d. 1404 okt 22, welche ihm von Hugo
Behling, leutpriester zu Deckenpfronn, vorgelegt worden waren. — Sie betreffen vor allem die abhaltung der exe-
quien und anniversarien der verstorbenen kapitularen. Dat Const in aula nostra episcopali 1405, 11. kaL dec.,
ind. 13. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Nagold); rückseits oben sparen eines ringsiegeis. 7921
— nOY. 21, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marquards beauftragt den dekan des dekanats Meßkircb, den
* br. Petras Frölich, konventualen zu Beuron, welchen propst Wemher daselbst präsentiert hat, auf die pfarrei Worn-
dorf (Wamdorf) einzuweisen, und reserviert sich die bischöfl. und archidiakonalen rechte. Dat. Const 1405, ll.kal.
dec., ind. 13. — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Kl. Beuron). — erw. MVGHohenzollem 21, 6. 7922
— nOY. 21. Johann Berger, Konstanzer domherr, stirbt und wird neben der taufkapelle im dorne zu Konst be-
' graben. — MG. NecroL 1, 294. * 792S
— nOY. 24, Beichenau. Abt Friedrich und der konvent der Beichenau bestätigen den verkant des burgstalls zu
Dettingen usw., den dompropst Albrecht Blarer usw. an Heinrich von Schlotten landkomtur usw. bewerkstelligt haben.
Die Blarer geben das leben dem abte auf^ der es darauf an den landkomtur und das haus Mainau gegen jährlichen
zins weiterverleiht Geben in der Bichenow an s. Kathrinen abend der 1. junkvrowen 1405. — Or. Karlsruhe. —
Kopb. 727,170 Karlsruhe. — ausz. Both von Schreckenstein, Mainau 372 nr. 85. — vgl. 1405 sept 25. 7924
— not. 27, Konstanz. Dei ot ap. sedis gratia episcopus Const erläOt an alle geistlichen eine scharfe Verfügung
gegen die Begharden, Lolharden und Swestrionen, deren treiben die urkunde genauer schildert Sie störon u. a. den-
gottesdienst der geistlichen, halten selbst predigten, legen die heil schrift häretisch aus usw. Die häretischen lehr-
sätze derselben (8) sind einzeln aufgezählt und worden verworfen. Dat Const. sub episcopalis maioris sigilli nostri
appensiono 1405, 5. kaL dec., ind. 13. — Entwurf Pap. Basel, StaätsarclL (Prediger); Inhalt sehr lehrreich. —
Ein zweiter entwurf gleichen betreff^ ist datiert: Dat Const sub episcopalis maioris sigilli appensione 1405,4.kal.
dec., ind. 13 (ebenda). — vgl. 1405 jan. 20. — Gegen die beginen und begharden in Basel und gegen die mit-
glieder des 3. ordens war vor allem ein prcdigerbruder Johann Mülherg aufgetreten, mit welchem sich mehrere ur¬
kunden beschäftigen. Der streit in Basel dauerte von 1405 nov. 14—1410 febr. 18. Die erste erhaltene urkunde
darüber besagt: 1405 nov. 14. Bischof Humbert von Basel boflehlt dem rat, Zünften und bürgern zu Basel, keine
• gemeinschaft mit den »begharden, lolharden, bechoti, beghinen alias swestriones pauperes puerli se nominantes* vom
dritten orden des hl. Franzikus und den Minoriten zu Basel: Johann Leonis provinzial, Heinrich Batz, Budolf Buchs¬
mann lektor, Scherrer guardian, Nikolaus von Offenburg, Johann von Staufen, Konrad von Wattwilr, Johann Egglin,
Heinrich von Halb gen. Messre und den übrigen brüdern des Basler konvents zu haben, da dieselben wegen unge¬
horsam gegen seine anordnungen exkommuniziert sind. — Über den prozeß in Born geben verschiedene urkunden
in demselben aktenfaszikel aufschluß. Die namen der beghinen und ihrer häuser sind aufgezählt in einer urkunde
von 1408 juni 15. (Or. ebenda.) — 1410 febr. 18 vergleichen sich bischof Humbert von Basel einer- und die Mi¬
noriten und Tertiarier von Basel anderseits. (Or. ebenda Prediger 804). — vgl. 1408 april 6. 7925
— dez« 16, Konstanz. Bestätigt mittelst transfii die Stiftung und bewidmung der Si Nikolaaspfründe in der
Muttergotteskirche zu Kirchhofen durrh Oitmann von Blumenegg als beauftragter der bruderschaft an der dortigen
Pfarrkirche d. d. 1405 april 7. Das domkapitel zu Basel gab seine Zustimmung. Die pflichten und einkünfte des
7917 bt «uifeAaiwi.
Mat'qnard Ton Randeck, Bischof Ton Konstanz. 1466. 141
• kaplans sind in dsr stiftungsiirkünde anfgefuhrt. Dai (üonst. 1405, 17.kal. ian., ind. 13. — Or. Karlsruhe (19/33).
7m
14(Nk Bestätigt dem kloster Renthe (b. Waldsee) die yon fr. Johann Schönbenz, lektor der theologie und custos am
See, gegebenen ordenssatznngen. — Chronik des Bernhard Müller (DiözesanarchSchwaben 6 , 89). 7927
hach 1406. Bestätigt das nengegröndete franenkloster zu Bächen (Bechin) nnd yerleiht ihm Statuten zasammen
mit dem Franziskanerprovinzial Johannes Leonis und dem broder Johann Schönbenz, kommissar des bischofs und
lektor zn Konstanz. — Müller, Chron. der oberdeutschen Franziskanerprovinz (Ms. der Würzburger Universitäts¬
bibliothek) in: Fürstenberger UB. 6,318 nr. 213 note 1 . — Im Zusammenhang damit steht vielleicht eine andere
urkunde, deren datum nicht zn ermitteln: Henricus dei et ap. sedis gratia ep. Consi (!) schreibt an die mutter und
Schwestern der klause Bächen von der 3. regel des hl. Franz. Die pfarrei Weildcrf ist soweit von Bächen entfernt,
daß sie nicht bequem die hl. messe hören oder die Sakramente empfangen können; sie dürfen sich darum einen welt-
oder Ordenspriester erwählen, der ihnen in der kapelle die hl. messe lesen nnd sie beicht hören dürfe, auch die hl.
kommunion reichen mit ausnahme der osterkommonion. Dai in aula nostra(!) 1408, die ll.apr.,ind. 6 . — abschr.
18. jh. Weildorf, Pfarrarch. (falsch I) — erw. Miti Bad. hisi Komm. nK 17 m 34 . 7928
— Jan. 8 , Viterbo. Innocenz YU. providiert Friedrich [von Laubenberg] zum abte von Kempten. Der papst hat
sich die besetzung der abtei Vorbehalten; sie vrar durch tod des abtes Friedrich [von Hirsdorf] erledigt; der konvent
wählte den gen. Friedrich mönch und priester, ebenso bestätigte und weihte ihn bischofMarquard von Konst., ohne
kenntnis der päpstl. reservation. Da man nachträglich um bestätigung nachsucht, gewährt der papst die bitte. Dai
Yiterbii 6 . id. ianuarii,a. 2 . — Or. München,Reichsarch.(Kempten); unter dem bug links: 18 9 , rechts: E*'* gratis.
Jo de Fimpduoirde 3 piij; rückseits E darin A. Provisio d. Friderici de Lohenberg abbatis mon. in Campidona
Conr, Schmid. Der papst empfiehlt den providierten dem bischof von Konstanz. Dai wie oben. — Or. ebenda; unter
dem bug links: Jan.; taze 18. de Montdla; redits auf dem bug: Ja. de Bononia. Rückseits E darin A ; so¬
dann: Domino Marguardo Constancien. Epieeopo Conradus Schmid. rechts: Loulenkem. Secunda. Lobenperg.
— Ebenso an die vasallen. Or.ebenda: Taxe 18. P* de JäofUdla. P,de MercateUo; auf dem bug rechts: pro Ber-
iMo: B, de Verceüie, Rückseits wie oben und vaeaüis monasterii in Campidona Conradus Schmid. Lobetiperg,
— Ebenso an den konvent: vermerke wie oben: rechts: pro P. de Juvenacio: Jo. de Pempeluorde, Rückseits:
Littera eonventui mon. in Campidona direeta pro Ä. Friderico de Lobenberg abbate eiuedem monasterii, Conradus
Schmid, — vgl. 1405 okt. 80.—^Der abt zahlt durch Konrad Schmid jeweils einen teil seines serviciums an papst
nnd kardinäle d. d. 1406 juli 28 nnd 1407 april 24: Or. ebenda. 7929
— Jan. 10. Katharina von Burgund schreibt an den bischof von Konstanz, weil er Freibnrg wegen anhängerschaft
an den gegenbischof Heinrich von Alet beschwerte. — vgl. nr. 6923 unter Heinrich von Alet. 7930
— Jan. 11, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix, daß graf Friedrich von Zollern gen. Schwarzgraf nnd graf
Ostertag von Zollern gebräder etliche güter zn Hard gelegen, welche der pfarrkirche zn Hechingen gehörten, gegen
bessere zu Hechingen gelegene austauschi Heinrich Boll, dekan des dekanats Hechingen und kirchherr zn H., gibt
d. d. 1406 febr. 26 (feria 6 . post f.Matthie ap.) seine Zustimmung. [Die verleihungsurkunde ist datiert vom 6 . febr.
1406 (samzstag n. u. 1. frowen tag ze der liechtmisse). Friedrich der Schwarzgraf und graf Ostertag von Zollern
brüder verleihen mit Zustimmung des bischofs Marquard der kirche zn Hechingen an stelle ungeeigneter güter zn
Hard solche zu Hechingen: Or. Stuttgart, Staatsarch. — Monnmenta Zollerana 8 nr. 136]. Dat. Const. 1406,
3 . id. ianuarii, ind. 14. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kirchberg); rückseits spuren eines ringsiegeis. Zn beachten
ist, daß die bestätigung vor der ausfühmng erfolgte. 7931
— Jan. 11/12. Wird erwähnt in der urkunde k. Ruprechts betr. den Marbacher bund und die ladung zum reichs-
tage in Msdnz. — vgL Deutsche Eeichstagsakten 6 , 30.41. 7932
— Jan. lo, Yiterbo. Papst Innocenz YU. verleiht dem kloster Weingarten, in welchem (nt asseritur) die bl. blut-
reliquien seit unvordenklicher zeit aufbewahrt und sehr verehrt werden, am feste der gehurt des hl. Johannes d. T.
3 Jahre und ebensoviel quadrägenen ablaß, Dai Yiterbii 18. kal. febr., a. 2 . »Splendor paterne«. — Or, Stuttgart,
Staatsarch. (Weingarten); unter dem bug links: febr. taxe 20. Jo, de Lyns, A, de Camporegali 9 ; auf dem bug
rechts: pro Justino: Oerlacusj, Rückseits E darin C, Bei den schnüren: SolvU michi Franeino; beim bug rechts:
TEeßf 7933
— Jan. 27, Yiterbo. Derselbe nimmt abt und konvent des klosters Weingarten unter seinen schütz nnd bestätigt
. alle freiheiten und ablässe außer der bulle Bonifaz IX. d. d. 1402 dez. 22 ( 11 . kal. ianuarii, a. 14.). Dat. Yiterbii
6 . kal. febr., a. 2 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weingarten); unter dem bug links: jan. taxe 5 . P. de Monteüa.
Jo, de MercateUo; auf dem bug rechts: Pe. D, Monichi. Rückseits oben links; A. P.; mitte: B. Cristani; rechts:
Tg, 7984
142 Marqnard yon Bandeck/Bischof Von Konstanz. 1406.
1406 Jan. 28. Heinrich episcopas Zefeliensis, weihbischof des bischofs Marqnard, benrknndet, daß er am 28. jaiinar
1406 den altar znr linken seile des hocbaltars in der kapelle der Predigerschwestem von Aaran zn ehren der hL
Dreifaltigkeit, der Mattergottes nnd der hl. Dorothea geweiht hat Allen, welche den altar am Dorotheentag, der
als weihetag gelten soll, besuchen, erteilt er ablaß. ln cnius rei testimonium prefatas episcopus dozit sigillom snnm
propriam presentibns appendendnm. Dat. [1406 in octava s. Agnetis rirg. et mart]. — Or. Aarau, Stadtarch.
(nr. 267). — Urkb. Aarau nr. 234. — Gemeint ist wohl das bistom Tiflis (Tefelicen.); ein Heinrich Ratz war 1382
yon Klemens Yll. als solcher ernannt worden. 79S6
— jan. 28. Nikolaus' [Schultheiß, protonotar zn Eonsi] schreibt an bischof Marqnard: Ich habe im kloster
St. Peter zu Konsi eine tochter, welche den schieier noch nicht genommen hat Mit rücksicht auf meine dienste
bitte ich euch, daß ihr der dortigen priorin schreibet, daß sie meine tochter auf 14 tage nach hause lasse. Dat
sezto quinta ante Pnriflcacionem. — Eopb. 1491, 28^ Earbmhe (Formelbnch des Nikolaus Schultheiß). 7936
— mflrz 12, Konstanz. Br. Johann SchOnbentz, lektor der Minoriten zu Konstanz, erläßt als kommissär des bi¬
schofs Marqnard für die brüder und Schwestern des 3. Ordens yom bl. Franziskus ein Statut, welches verschiedene
mißbräuche abstellt und ihre genaue kleidung und lebensweise regelt Dat Const 1406, 12 . die mens, martii, ind.
14. B. — Or. Staatsarch. Luzern (Franzisk.lY, 22 ). — Eubel, Bullarium Franciscanum 7 (1903), 189 anm. 7937
— mftrz 16, Konstanz. Nimmt von Johann Züricher [vgl. 1403 jan. 30j den zehnten zu Wiesendangen, den
man nennt ,Lochlis und Niedstains zehnte auf und belehnt damit dessen stie^chter Katherina Borbossin und deren
mann Hans Borbos von Winterthur. Geben ze Cost an mentag nach s. Gregorientag 1406. — Or. Zürich, Staats¬
arch. (CH 16 nr. 244). 7938
— april 10, Konstanz. Verpfändet für ein dariehen von 450 rhein. goldgulden dem Thüring von Sissach von
Schaff hausen die quart von Büßlingen (Buss-). Erfolgt die am tage Johannes d. Ev. (dez. 27^ anzukündigende
pfandlOse am tage Johannes d. T. (juni 24) oder 8 tage zuvor, so bleiben die einkünfto des nächsten Jahres noch
dem pfondbesitzer, erfolgt sie später, so gehören die einkünfte dem hochstift. Domdekan und domkapitel stimmen
zu. Geben ze Cost an dem hL abend ze ostran 1406. — Einger. in den revers Thürings von Sissach von Schaff-
hausen vom gleichen tage: Kopb. 500,264* Karlsruhe. 7939
— mai 7, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischof Marquards bestätigt mittelst transfiz die Stiftung nnd be-
widmung einer meßpfründe auf den St Johannesaltar in dem chörlein der Eßlinger pfarrkirche, welche durch die
testamentsvollstrecker des in fernem lande verstorbenen Albrecht Kurz d. d. 1406 april 28 eifolgt war, investiert
als ersten kaplan den priester Johann Maler und beauftragt den dekan des dekanats Eßlingen mit der einweisung.
Das präsentationsrecht soll der stadt Esslingen zustehen. Dat Const 1406, non. maii, ind. 14. — reg. Urkb. E߬
lingen 2 nr. 1867 nach or. Spitalarch. daselbst 7940
— mal 17, Born. Papst Innocenz VH. nimmt das kloster Wettingen unter seinen schütz und bestätigt ihm die
von seinen Vorgängern, vor allem von Bonifaz IX. d. d. 1402 dez. 22 (ll. kal. ianuarii, a. 14.) verliehenen Privi¬
legien. Dat Borne apud s. Petrum 1 6. kaL iunii, a. 2 . »Cum a nobis petitur«. — Or. Aarau, Staatsarch. (Wett
805); unter dem bog links: ma. taze 5 « P. de MonUUa, Jo. Usung; auf dem bug rechts: pe. P. de Ccuiro. zL
Bückseits mitte: Dytmnue; rechts: Jo. pro domino Oodff.; links: Tg.; quer: abbeu in Wettingen. 7941
— mai 18, Kaiserstuhl. Schultheiß, rat und bürger von Kaiserstahl huldigen dem bischof Marqnard, der mit
rittem und knechten, soviel er aufzubringen vermochte, vor die stadt gezogen war, nachdem sich das gerücht eines
von der stadt beabsichtigten abfalles verbreitet hatte; gewahrt bleiben die rechte Österreichs in der stadt Freiherr
Ulrich Thüring von Brandis und Johann von Tengen siegeln.. Geben ze Kaiserstül am nehsten cinstag vor der uffart
1406. — Or. Karlsruhe (5 Kaiserstuhl). — Kopb. 501, 305*, 373*»; 514, 361*> Karlsruhe. — ZGOBh. 7, 441
nr. 38. — reg. Kopb. 503, 704 Karlsruhe. — vgl. nr. 7946. 7948
— mai 26, Konstanz« Beurkundet: es sind zweifei entstanden, ob das kloster Allerheiligen zu Schaff hausen im
Bhein das flschereirecht besitze. Nach anhömng des rates seiner gelehrten Juristen, welche in die päpstl. nnd kai-
serl. freiheitsbriefe dos klosters oinsicht genommen haben, bezeugt der anssteiler, daß die vischenzen nicht allein
ein recht (ein ebafti), sondern ein fundament (ain pfuntment und ain grünt) sind, darauf das gottesbaus gestiftet
ist Geben ze Cost an dem 26. tag des manotz mayen 1406. — Or. Sebaffhausen, Staatsarch. — reg. Urkunden¬
register des kantons Schaffhansen nr. 1460. 7943
— mal 27, Born. Papst Innocenz VIL nimmt priorin und konvent von Zofingen zu Konstanz unter seinen schütz.
Dat Borne apud s. Petrum 6 . kal iunii, a. 2 . — Or. Zofingen Konst; unter dem bog links V,; auf dem bog rechts:
P'® gratis; oben darüber pe. — Jo. de Jacozi. 7944
— Juni 1, Konstanz« Verpfändet mit Zustimmung des domkapitols an Johann Maier von Knonau, bürgermeister
zu Zörich, um 500 Bh. fl. die quart zu Bohrdort Geben ze Cost. an dom ersten tig des manotz junii 1406. ^ Or,
Mafquard Von Bandeck, Bischof von Konstanz. 1406. 14d
Karlsrnhe (6 Bobrdori); rücksoits oben sparen eines ringsiegeis. — Eopb. 593» 273 Karlsrahe: revers des bdrger-
meisters Johann Maier von Knonan. 7945
1406 Juni 8^ KonstAnz« Yidimiert and bestätigt nach niederwerfang von onmhen die geschworenen satzangen der
Stadt Kaiserstahl. Geben and besiegelt ze Cosi am nehsten cinstag vor nnsers herren fronlichamen tag 1406. —
-Or. Staatsarch. Lnzern (Baden). — vgl. nr. 7942. 7946
— Juni 10, Schaff bansen. Friedrich henog von Österreich beorkandet: zwischen dem domkapitel einer- and
Konrad von Friedingen anderseits waren mißhelligkeiten entstanden. Die domherren hatten den gen. Konrad in
die Chorherrenpfründe des Eberhard Insiegler eingefübrt» während Konrad die pfründe, welche jetzt der Barg inne
hat» ansprach, die er aber» weil ein kardinal den Barg anterstützte, nicht erhalten konnte» weswegen Konrad das dom¬
kapitel »bekrieget» annuchet and beschedigeV. Der herzog als Schiedsrichter orteilt» daß Konrad des kapitels dorf
gen. Schlatt» das er an sich gezogen» ledig lassen and alle ansprüche äof die pfründe des Barg anfgoben» während
die domherren dem Konrad zn der pfründe des Eberhard Insiegler oder za einer anderen verhelfen sollen. Geben
za Schaffhaasen an Gotsleichnamstag 1406. — Or. Karlsrahe (5 Gen. 64). — Kopb. 492 nr. 105 Karlsrabe. —
vgL 1412 märz 7. 7947
— nach Juni 10. Leiht den hof and das gat za Schlatt, an die Vorfahren von Uli Hans Vit and Caspar die
Schiatter» gebrüder» za zinslehen. —erw. in einer nrk. von 1513 donnerstag vor s. Jürgen (=apr. 22): Kopb.
245,146^ Karlsrahe. Ohne Datam. 79^
— Juni 17, Born. Benedictas ep. Massilien. erOffliet als ezekator dem bischöf von Konstanz, dessen generalvikar
. b^w. Offizial and der äbtissin ond.konvent der abtei Zürich sowie den Chorherren von Embrach die bolle Inno-
cenz YII. d. d. 1404 nov. 13 (Dat. Borne id. nov.» a. 1.)» worin dieser dem Heinrich Strabe, chorherm von Embrach»
: ein kanonikat mit präbende in der abtei Zürich» ein anderes in Embrach reserviert. Dat. et aci Borne ... 1406»
ind. 14.» die 17. mens, ionii» pontif. Innocentii YH. a. 2. Zengen: Günther Stonffer» priester Straßbarger diüzese,
and Helwig Hopp» kleriker Mainzer diüzese. — Gleichz. abschr. Zürich» Staatsarch. (CII 2). 7949
— Juni 18, Zürich. Gottfried» abt des klosters Büti Prem. Ordens, eröffnet dem bischof von Konstanz and dem
propst and kapitel von Si Peter za Embrach sowie der äbtissin and dem konvent von St. Felix and Begala zo Zü-
. rieh die balle Innocenz YH. d. d. 1404 nov. 15 (Dai Borne 17. kal. dec.» a. 1.), worin dieser den Petras Fleisch
von Zürich, kleriker Konst diözese» baccalarios in artibas and zar zeit im stadiom za Wien» ein benefizinm zar kol-
lator des konventes von Embrach and der abtei Zürich reserviert. Dat et act in oppido Thoricen. ... 1406, ind.
14.» pontif. Innocentii YIL a. 2.» 18. die mens, ionii.—Gleichz. abschr. Zürich, Staatsarch. (CH 2 nr. 287). 7950
—- Juni 27, Born. Papst Innocenz YH. beaaftragt den bischof von Konstanz gegen alle anhänger Benedikts XIII.
in dem bistam Konst mit kirchlichen strafen vorzogehen. Dat Rome apad s. Petram 5. kaL ialii» a. 2. — Mod.
• absdir. (Reg. Yat 334,116 Born). 7951
— Juli 1, Konstanz. Albrecht Blarer» dompropst za Konstanz, beorkandet, daß Ulrich Lacher von Petersbaasen von den
klosterherren daselbst 3 U Konst erhalten habe gegen einen jährlichen zins von 3 sch.» welche er an deren »sell-
ampt za den jarziten* za entrichten habe. Ze Gostentz geben 1406 ze ingändem howait — Or. Karlsrahe (l/82).
Siegel des dompropstes: stehende mattergbttes mit dem Jesaskind, onten familienwappen: bahn. 7952
— Juli 2, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marqoards bestätigt mittelst transfix die stiftong and bewid-
mong zweier altäre» der eine bei den inklasen vom hl. Gallas bei der stadt Überlingen gelegen» der andere in der
Franziskaskapelle in der Wis innerhalb der pfarrei Überlingen darch bürgermeister, den pfleger der gen. St Gallns-
klaase and darch Gata Jöchin von Überlingen» professo von der 3. regel des hl Franz in der sammlang bei Über¬
lingen gen. der Wis» d. d. 1406 joni 2. Der komtor za Mainao gab daza seine zostimmang. Dat Const 1406» 6.
non. ialii» ind. 14. — Or. Karlsrahe (2/163); rückseits oben: Jo, Schür. 7953
— Juli 3, Konstanz. Johann» kostos bezw. thesaarar von St Johann za Konst» teilt dem bischof von Konst sowie
propst, lentpriester and kapitel von St. Stephan za Konst» als päpstl. exekator die balle Innocenz YII. d. d. 1404
nov. 13 (Dat Borne apad s. Petrum id.nov.» a. 1.) mit» worin dieser dem priester Potros Glückhaft ein kanonikat an
St Stephan za Konst verleiht and eine präbende daselbst, sowie eine pfründe — cam cara 25» sine enra 18 m. s.
— welche zar kollator des klosters St Gallen gehört» vorbehält, nnbeschadet daß derselbe den St Theobaldsaltar
zn St Stephan in.Konst innehat Dat et act. Const... 1406, ind. 14» pontif. Innocentii YII. a. 2» mens, ialii die
3.; zengen: Johann Bosch saccentor and Jakob Aff kaplan der Konst kirche. — Notariatsinstr. des Leonhard
gen. Schönbentz von landao: München, Beichsarch. (Lindan» Stadt). 7954
— Juli 10, Kaiserstuhl. Belehnt Heinrich zem Tor and Johann Stülinger d. ä. mit dem dorf and der vogtei
. Hindelwangen (Hnntwangen). Geben in onser statt Kaiserstül am nechsten samstag nach s. Ulrichs tag 1406. —
Or. Zürich».Staatsarch. (CI 2286). 7955
141 Marqnard Yon Bandeck, Bischof Yon Konstanz. 140d.
1406 jttli 10« Friedrich, heczog za Österreich, yergleicht die beiden strittigen parteien, das dorokapitel einer- and
Ulrich herr za Schwarzenberg anderseits, dahin, daß letzterer das domkapitel in seinen ansprdchen an die kirche
za Olotterthal nicht mehr irren soll. Aller streit soll heigelegt and die hriefe aasgewechselt werden. Geben an samstag
vor s. Margrethen tag 1406. — Or. Karlsruhe (21/192). — aosz. ZGOBh. 21, 104. 7956
— jnli 15, Konstanz. Entscheidet den langwierigen streit zwischen Heinrich Zipfel, rektor der kirche in
Schneisingen (Schnejsang), and dem konvente von St. Blasien aber den halben frachtzehnten in Schneisingen,
nachdem kOnig Raprecht ihm die erledignng desselben überwiesen hatte: die hälfte des pfarrzehnten in Schneisingen
soll fortan dem kloster, die andere dem jeweiligen pfarrektor zagehdren. Zeugen: Dr. Johann Keller, m. Yolmar
Sack, Johann Schürpfer bischdfl. generalvikar, Johann Tanger Chorherr za St. Stephan. Siegler Leonard Schdnbenz
von Lindau, apostolisch-kaiserlicher notar namens des bischofs. Dat et act Const 1406 in aala nostra episcopili
prope ecclesiam nostram Const siia die 15. mons. iolii, hora vesp. vel qoasL — Or. Stiftsarch. St Paul in Kärnten.
— Kopb. Klingnaa 480: Aarau, Staatsarch. — reg. Haber, Begg. von Klingnau 55.—vgL 1404 jan. 16. 7957
— Jnli 17. Papst Innocenz YII. beauftragt den b. von Konstanz das kloster Langnaa, welches von den Benedik¬
tinern verlassen warde, den Paolinem za abergeben, wie es die grafen Heinrich von Montfort sowie Badolf und
Wilhelm d. d. 1406 mai 23 erbeten haben. — reg. SVGBodensee. 1886,128. — Papst Gregor XII. beaoftragi den
. dompropst von Konstanz d. d. 1406 dez. 19 mit der bestStignng (ebenda). 7958
— Juli 18^ Konstanz« Gibt auf ansuchen des klosters Weingarten ein vidimos der bolle Innocenz YIL d. d.
1406 jan. 15 und erteilt seinerseits unter bestimmten bedingungen 40 tage bezw. 1 Jahr ablaß. Dat et act Const.
in aala nostra episcopali prope ecclesiam nostram Const sita 1406, ind. 14., pontif. Innocentii pape YII. a. 2.,
. mensis iolii die 18.; zeugen: Albrecht Blarrer dompropst und Johan Mor und Burkhard Hirt, beide priesterkapläne
. am dorne. — Or. notariatsinstr. des Leonhard Schönbentz: Stuttgart, Staatsarch. fWeingarten); rückseits oben:
Leonh. ex iussu domini nostri Epieeopi, H, and eingerückt in 1408 sept 7 (ebenda). 7959
— Jnli 28^ Rom. Henricus ep. Tosculan. cardinalis, coUegii cardinaliom camerarias, beorkandet daß Friedrich
abt von Kempten pro parte partis soi com. servicii 68 flor. aori de camera und 48 sol. monete Bomane, and
pro parte partis unios minati servicii 8 flor. 5 sol. et 9 den. per manus Conradi Smid, procoratoris sai,
solvi fecit Termin für restzahlung bis Pfingsten verlängert Dat Borne apud s. Petram 1406, ind. 14, die 28. mens,
ialii pontif. Innocentii, a. 2. — Or. München Reichsarch. (Kempten); unter dem tezt: Reeepium; unter dem bug:
fl, 2 g, 2;.a,uf dem bag: Stephanus de Prato clericus. Rückseits: Quüiancia d. eardinaUs, gut est eamerarius do*
minorutn cardinalium de eoüegio, quätavU de 76 dueat, in auro et 48 soUdi faciunt dueaium et qumque sotidi sunt
quinque bonon, et unum den. restat. Conr. Sehmid, 7960
^— jnli 28^ Born. Leonard, electas Firman., d. pape eamerarius, quittiert dem abt Friedrich von Kempten pro parte
partis soi com. servicii für 68 flor. aori de camera et 48 sol.; et pro parte suorom qoataor minatorum serviciorum
32 flor. et 23 soL, welche Conrados Smjd bezahlt hat Termin zur restzahlung bis Pfingsten verlängert Dat Borne
apud s. Petrum 1406, ind. 14., die 28. mens, iolii, pontif. Innocentii a. 2. — Or. München, Reichsarch. (Kempten);
unter dem bug: fl. 2 g. 2; auf dem bug links: G. Episcopus Tudertinus thes. etc. recepium; mitte: tnß. 7 ds
' Narniaf Rechts Ä, de Beate. Rückseits: Quittancia eamerarü d. n. pape sonans de 100 due. tu auro et circa
1 duc. in solidis nam iuxta taxam camere papalis aoUdus facit hononiensem sed extra cameram 49 bonon. fa*
ciunt ducatum. 7961
— ang« 1. Nikolaus Last, domherr za Konst und propst von St Stephan zu Konst stirbt and wird vor dem
St Georgsaltar im dorne zu Konst, begraben. — MG.NecroI. 1, 291. 7962
— TOr ang. 6 . Hartmann de [Babenberg?] etc., b. Marqoards generalvikar in partibaa Aigai and Bargand
und propst von Solothurn und Zovingen, erteilt dem Konrad, Idrchherr za ..., befireiong von der residenzpflicht anf
3 jahre. Dat in oppido nostro die etc. prozima ante festum etc. anno etc. — Briefformelbach, Karlsruhe Hof- and
LandesbibL (Reichenaa 106 Bl. 127^). (Ohne datum). Hartmann von Babenberg war ehemals der einzige domherr,
der noch auf seiten Heinrich Bajlers stimd. 796S
— aug. 6 , Schaffhausen. Nos Fridericus, dei gratis dax Aastrie, Sürie, Karinthie etc. notam facimos omnibos
prosencium inspectoribas, quod ex certa nostra sciencia dedimus in mandatis honorabili viro magistro Johanni Böl¬
ling, canonico Const, procuratori nostro ad presentandum rotalum nostram sanctissimo in Christo patri ac domino do-
mino Innoconcio pape YIT., quod ad prcdictum rotulum nostram posset ponere de nostris ac suis familiaribus et di-
loctis decem personas; intcr quas posuit dominum Conradum Schnetzer presbyterum Const dioc., de canonicata sah
exspoctacioiie prebende ecclesie s. Stephani Const neenon ad collacionem episcopi, prepositi, decani et capitali sin-
guloruroque canonicorum dicte Const ecclesie, et quendam Johannem Sculteti clericain Const de canonicatibas sob
oxspectacionibus prebendarum ecclesiarum s. Stephani et s. Johannis Const, predictaa vero personas prenominatas
K sie positas ratas et gratas per presentes habemas et pro dilectis nostris specialiter repatavimos et reputamos. In
Marquard von Randeck, Bischof toii Konstanz. 1406. 145
signnm ot testimoninm promissoraro presentem litteram sigillo nostro dnximns sigillandnm. Dat. in opido nostro
ScafTuscn 1406, in vigilia s. Afro martiris, ind. 14. — Or. Karlsrnlie (5 Konst Kirchendiensto). 790i
1400 aog« 13^ Konstanz. Beauftragt den br. Johann Schönbenz lektor der Franziskaner za Konstanz, den zastand
der schwcsternhhascr in Waldshat and Bremgarten za nntersachen and ersterem die dritte regel des hl. Franziskas
za bestätigen, letzteres zar annahmo derselben za Yerpflichton. Beide häaser lebten früher nach beginenari (ritas bo*
ginalis); Waldslint wnrdo bereits von dem beichtvater des klosters Königsfelden zar annahme der dritten regel ver¬
pflichtet, die aasdrückliche bestätignng des bischofs war jedoch nicht eingeholt worden. Dai Const. 1406, id. aag.,
ind. 14. — Welti, Urk. Baden s. 235 nach Or. Baden, Stadtarch. — reg. ASchweizGeschichto 2 ,75. '7905
— aug. 13^ Laafen. Konrad Keller von Laafen bearkandet als bischöflicher vogt vom gericht in Laufen im aaf-
trage des bischofs Marquard einen guterverkaaf za Uhwieseu. Geben an fntag vor n. frowen tag ze mittem oagsten
1406. — Or. Schaffhaasen, Stadtarch. — reg. Urkondenrogistor für den kanton Schaffhaasen nr. 1462. . 7900
— aug. 20 . Yerspridit mit zastimmnng des domkapitels in ansehang der hilfe, welche er von dem herzog
Friedrich von Österreich erfahren, dem banse Österreich 25 jahre lang das schloß Kaiserstahl offen zn halten.
Geben an dem nächsten fritag vor s. Bartholomens tag 1406. — Or. Staatsarch. Lnzem (Yogtei Baden fase. 53 ).
7907
— aug. 20, Neunkirch. Hebt für Johann Brümsi von Schaffhaasen, kirchherm in Lausheim, das für die kirch-
herm erlassene dekret der residenzpflicht auf und erteilt ihm absenz aaf ein jahr. Däi in Nünkilch 1406, 7. kal.
sept., ind. 14. — Or. Karlsruhe (Si Blasien); Siegel rückseits anfgedrückt. 7908
— ang. 29, Nennkirch. Bestätigt die Stiftung einer kaplanspMnde auf dem Si Georgsaltar in der kollegiat-
kirche Wiesensteig, durch Friedrich graf von Helfenstein d. d. 1406 märz 12 (in die s. Gregorii pape). Heinrich
von Hailfingen propst and der konvent von Wiesensteig hatten ihre zustimmaug g^eben. Dat. in oppido nostro
Nünkilch 4. kal. sepi 1406, ind. 14. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Wiesensteig). — Abschr. Bottenbarg, Ordi¬
nariat— xeg. Begesta Boica 11 , 388. 7909
— sept. 13, Konstanz. Yerkauft auf wiederkauf um 1800 rhein goldgulden, die er zur lösang der feste
Klingnau verwandt hat, an bürgermeister, rat und bürgerschaft von Konstanz den zoll gen. pfundzöU daselbst
mit all seinen gefallen and gerechtigkeiten, wie er bislier eigentum des'bistams gewesen war. Das domkapitel
stimmt zu. Geben ze Cosi an mentag nach unser frowen tag nativitatis ze herbst 1406.— Or. Karlsruhe (5 Kon¬
stanz Accisrecht); auf dem bug: per N, SeuUetum prothonotarium, — Kopb. Abgeschrifften fol. 101 ^ Konstanz. —
— erw. Schultheiß, Chronik (FreibDiözesanarch. S, 53). — ausz. Marmor, Urkk.-Ausz. ( 2 ) 45. — Bevers der stadt
Konstanz d. d. 1406 sept. 14 (Geben ze Cost. an zinstag nach unser frowen tag nativitatis ze herbst 1406): Or.
Karlsruhe (5 Konstanz, Accisrecht).— Kopb. 500, 45'*; 503, 494 Karlsruhe. — ausz. Kopb. 503, 328 Karlsruhe.
7970
— sept. 18, Konstanz. Heinrich Ehinger, stadtammann von Konstanz, beurkundet, daß vor ihm im öffentlichen
gericht bischof Marquard die an Johann von Bodman und dessen frau Anastasia von Königsegg verpffindete stadt
Klingnau [vgl. 1390 jnli 22 ] um 4000 fS heller wieder eingelöst hat. Dis beschach und ist der brief ze Cost. geben
1406, an dem nächsten samstag nach dez hl. erützes tag ze herbst — Or. Klingnau, Stadtarch. 7971
— sept. 20, Konstanz. Erteilt den schwestem der Sammlung za Aarau, welche unter der leitang der Prediger¬
brüder nach Augastinerregel leben, seither aber keinen schieier tragen, die erlaabnis, den schieier von den Predi¬
gern zu empfangen; außerdem sollten sie in abwesenheit ihres kaplans oder eines Predigerbruders in der kirche
bezw. filialkapelle zu Aarau dem gottesdienst und predigt beiwohnen und bei abwesenheit der Prediger dem kirch¬
herm [v. Sohr], dessen belfern oder auch ihrem eigenen -kaplan beichten unh von ihm die hl. Sakramente, auch das
der letzten ölong, empfangen dürfen. Die früheren vereinbarongen mit dem kirchherm von Sohr sollen jedoch be¬
stehen bleiben. Dat et act Const 1406, 12 . kal. oct, ind. 14. — Or. Aarau, Stadtarch. (nr. 274); auf der rück-
seite: «7. Binder; sparen eines Siegels, darunter Af. episeopus Const, apendüum est sigiUutn. — Urkb. Aaraa nr.
238. — reg. Aigovia 25, 45 nr. 39. 7972
— sept. 21, Konstanz. Befiehlt der gesamten geistlicbkeit, jedes jahr auf ansuchen den ablaß za verkünden,
welchen papst Innocenz YII. dem kloster Weingarten [d. d. 1406 jan. 15] verliehen hat, damit derselbe nicht in
Vergessenheit gerate. Dat. Const 1406, 11 . kal. oct, ind. 14. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weingarten); rückseits
presentetur dmnino dbbati in Wingarten, — reg. Heß, Prodr. Mon. Guelf. 155.—vgL 1406 jdi 18 nr. 7959. 7973
— sept. 24, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Marquards bestätigt mittelst transfiz die Stiftung und bewidmung
des Mutteigottesaltares in der pfarrkirche Oggelsbeuren durch Elisabet meisterin und ihre mitschwestem, inklasen
von der 3. regel des hl. Franz zu Oggelsbeuren, d. d. 1406 juni 12 (crastino b. Bamabae). Anna von Gnhdelfingen
ähtissin and der konvent des klosters Buchau als patron der pfarrkirche 0., und Ulrich von Königsegg, kirchherr
nagwteii der BiiobSfe Ton Xonetani. HI. ^9
146 Marqoard yon Bandeck, Bisckof yon Konstanz. 1406.
daselbst, hatten zagestimmt. Dai Gonsi 1406, 8 . kal. oci, ind. 14. — Abschr. (17. jh.) Stuttgart, Staatsarctu
(An^ehobene klöster). 7974
1406 sept« 38, Znrzach« Bestätigt die freiheiten der stadt Elingnao. Geben ze Zarzach am nehsten cinstag yor s.
Michelstag 1406. — Or. Elingnaa, Stadtarch. — reg. Bechtsquellen des kantons Argaa I, 3 s. 267 nr. 30. — reg.
Haber, Eollatorpfarreien 9. 7975
— okt. If Born. Papst Innocenz VH. beauftragt den abt des klosters Kappel, dem kloster Wettingen, in welchem
zur zeit etwa 40 mOnche sind und dessen einkdnfte durch krieg schwer geschädigt wurden, die Pfarrkirche zu Klo-
ten, deren patronatsrecht dem kloster yon herzog Friedrich yon Österreich geschenkt worden war, zu inkorporieren.
Die einkdnfte der pfarrkirche sind nicht hoher als 15, die des klosters nicht hoher als 150 m. s. Dai Borne apud
s. Petrum kaL oci, a. 2 . »Sacre religionisc. — Or. Aarau, Staatsarch. (Weti nr. 810); unter dem bug links:
taze 40 9 ; auf dem bug rechts: gratis. Adolphus iiij; rdckseits: R; bei den schnüren: solvU michi Fran-
eino; rechts beim bug: M. d$ Novaria. — Erste zitation 1406 noy. 11 .; ausfdhmng derselben 1406 noy. 22 ;
zweite zitation 1406 noy. 29; erster rezeß 1406 noy. 29; zweite zitation 1406 dez. 2, und ausfuhrung dez. 5,
dez. 6 ; zitation des Friedrich Tumb kirchherm in Eloten und zweiter rezeß 1406 dez. 7.; dritte zitation 1406
dez. 9, ausfuhrung 1406 dez. 12, dez. 16; dritter rezeß 1406 dez. 20; 4. zitation 1406 dez. 20; schlußsentenz
1407 jan. 10 (ebenda nr. 814—29. 835). — ygl. (Qedr.) Archiy Wettingen 312. 316. 325. 334. — ygL 1389
jnni 29 und 1412 jan. 30. 7976
— Okt 2« Beurkundet mit herzog Friedrich einen yertrag geschlossen zu haben, wonach der halbe ertrag der dem
bischof yom papste gestatteten koUekten yon der geistlichkeit des bistums, soweit diese kollekte die länder des her-
zogs betrifft, dem herzog Zufällen soU, wie dies die inserierte urkunde des herzogs d.d. Baden 1406 oki 1 enthalte.
— Thommen, Urkk. zur SchweizGesch. aus Üsi Archiven II, 460 nr. 630 nach or. Wien. — reg. Lichnowskj 5, 75
nr. 804. 7977
— okt 7, Sohaflflianseil. Bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung der Si Nikolauspfrdnde in
der Pfarrkirche zu Weilheim (Wilbain) durch die gemeinde daselbst d. d. 1394 dez. 6 (in die s. Nycolai), zu welcher
Johann, abt von St. Peter im Schwarzwald, und Eberhard, graf von Württemberg, ihre Zustimmung gegeben haben.
Albert Bajrmer, kirchherr zu Neidlingen (Njdlingen), hatte dem bischof im namen der gemeinde den stiftungsbrief
überbracht Dat Schaffhausen 1406, non. oct, ind. 14. — Or Stuttgart, Staatsarch. (Eirchheim G. Y.). 7978
— okt. 1^ Konstanz. Eröffnet der geistlichkeit in stadt und diözese und vor allem*den untergebenen der her-
zöge von Österreich die eingerückte Übereinkunft, die er betreff der gerichtsbarkeit mit herzog Friedrich von Öster¬
reich abgeschlossen hat: 1406 okt. 1 (Baden). Friedrich herzog von Österreich kommt wegen mannigfacher nach-
teile der geistLgerichte, die mit unnützen prokuratoren besetzt wären, davon seine untergebenen geschädigt würden,
und wegen der Streitigkeiten, welche zwischen seinen untergebenen und dem Eonsi hofe ausgebrochen waren, mit
bischof Marquard darin überein: 1. der bischof solle nach rat und wissen der öst. amtleute in Städten und überall
in den Öst. landen prokuratoren bestimmen und gerichtsboten, die ehrbar sind, das gericht bescheiden abhalten,
die leute nicht überfordem und sich mit dem begnügen, wie es von altersher rechtens ist Übertretungen sollen be¬
straft werden. 2. Das geistl. gericht soll in Städten und auf dem land, soweit das bistum Konstanz in die Öst lande
reicht abgehalten werden, ohne daß man die gerichtsboten oder das gericht darin hindern solle. 3. Wenn jemand
vor das geistL gericht geladen wird in erbe, eigen, geldschulden, zins n. dgl. angelegenheiten, die nicht vor das
forum des geistl. gerichtes gehören, so soll das verfahren nicht eingeleitet werden, sondern der betreffende an das
zuständige gericht verwiesen werden; dagegen soll 4. in allen geistlichen Sachen jedermann ungehindert vor dem
geistl gericht sein recht suchen. Geben ze Baden an fritag nach s. Michelstag 1406. — Diese Übereinkunft wird
allen weltlichen Untertanen des herzogs kundgetan 1406 okt 2 (Geben ze Baden an samstag nach s. Michelstag
1406). — Der bischof gebietet allen geistlichen diese‘Verordnung von der kanzel zu verlesen. Dat Const in aula
nostra episcopali foria 2 . post Galli 1406. — Or. Papier, Basel, Staatsarch. (Bistümer B. lY. l). Bückseits das
große bisch. Siegel in wachs aufgedrückt — Im Zusammenhang damit steht wohl nachstehende urkunde: (um 1406
okt 18). Del et ap. sedis gratia ep. Const, decr. dr., an alle Sachwalter, notare, prokuratoren und nuntien (nnntU
seu portatores litterarum iurati) des Konst hofes. Schon unter seinen Vorgängern wurden manche Schäden des Eon-
stanzer hofes in der rechtsprechung verbessert Um jedoch alle mißbräuche abzuschneiden, erläßt er eine ausführ¬
liche neue kanzlei -und Prozeßordnung (sehr wichtig für geschichte dos kanonischen Verfahrens am bischöfi.
gpericht). (Undatiert). — Eopb. 1491, 56-63^ ^rlsruhe. Dann die formein bl 68 ft. 7979
— nOT. 6, Konstanz. Der generalvikar in spir b. Marquards bestätigt den zum dekan des dekanats Granheim er¬
wählten Konrad Henis, kirchherm zu Zwiefalten. Das dekanat war durch tod des Budolf Lutran, kirchherm zu
Granheim, erledigt Dat Const 1406, 8. id. noy., ind. 14. — Or. Dekanatsamt Zwiefalten i. Zt in Oberstetten.
Bückseits oben: Johannes Stain sUctus in deeanum; anderseits: Jo. Schär. Daneben spuren eines ringsiegeis.
7980
Harqaard yon Randeck, Bischof von Konstanz. 1406—1407. 147
1406 BOT. 23. Quittiert dem Johann Ehinger, propst zo Embrach, fflr ] 5 Rh. 11., welche dieser als konsolationen des
jabres 1406 bezahlt hat Dat Const 1406, 9. kal. dec., ind. 14. snb sigillo nostro opiscopali teiigotenns appresso.
— Or. Zürich, Staatsarch. (CIV 2 Embrach). 7981
— dez. 5, Konstanz. Der generahikar in spir. bischof Marqnards beauftragt den dekan des dekanats Wiesental,
den kleriker Johann Klein, welchen ritter Arnold Ton Bärenfels, bürgermeister, und die stadt Basel präsentiert hatten,
in die Peter* und Pauls- und Konradskapelle zu 8challbach einzuweisen. Die kaplanei war durch die resignation des
Priesters Johann Hanowe erledigt. Dat. Const 1406, non. dec., ind. 14. Rückseits spuren eines roten ringsiegeis.
— Die präsentationsurkunde ist datiert Tom 19. okt 1406. Im jahre 1447 wurde dieselbe urkunde nach dem tode
. des Johann Klein aufs neue vorgelegt für Johann Sorg und entsprechend abgeändert — Or. Basel. Staatsarch. (st
urk. 855, 853). — Basler Ü-B. 5, 359. 363. 7982
— dez. 9, Schaffhausen. Konrad Keller von Laufen, welcher anstatt des bischofs Marquard zu Schaffbausen an
der Rheinbrücke zu gericht saß, beurkundet, daß Hermann Pfaff und dessen frau Anna an Peter Ziegler den krämer,
bürger zu Sch., 2 fl. jährlichen zinses ab einer wiese und Weingarten um 36 heller verkauft haben. Junker Her¬
mann am Stad siegelt Geben an donrstag nach s. Nycolaus tag 1406. — Or. Zürich, Staatsarch. (CIV 6 ). 7988
— dez. 19, Rom. Papst Gregor KII. an den abt von Kreuzlingen: Bonifaz IX. hat dem propst und konvent von
Schussenried die pfarrkirche Winterstetten inkorporiert Darauf d. d. 1402 dez. 22 (ll. kal. ianuarii, a. 14.) alle
Unionen revoziert, welche noch nicht zur ausführung gekommen waren. Darauf hatte sich das klostor, das 100 m. s.
einkünfte besitzt, an papst Innoceoz VII. gewandt, um bestätigung der inkorporation der gen. pfarrkirche, deren
einkfinfte 12 m. s. nicht übersteigen. Dieser inkorporierte die pfarrkirche dem kloster d. d. 1406 Jan. 30 ( 3 . kal.
febr., a. 2). Innocenz starb jedoch, ohne daß die bulle ausgefertigt wurde. Der aussteller bestätig die Verfügung
seines voigängers d. d. 1406 jan. 30. Dat Rome apud s. Petrum 14. kal. ianuarii, a. 1 . »Rationi congruitc. —
Or. Stuttgart, Staatsarch. (Schussenried); bug abgeschnitten. Rückseits R darin n. Vermerk: ineorporatio preposUi
et eapituU monaeterii in Sehussenriet pro eedesia Winterstetten per Conradutn Schmid canonicum man. in Buoehow.
und weiterer vermerk: Const. ...in Winterstetten ...16 dec. Joh. Eng. 7984
— dez. 19, Rom. Derselbe an den propst von Waldsee: Bonifaz IX. hat dem franenkloster Buchau die pfarr¬
kirche Ertingen inkorporiert Darauf widerrief Bonifaz IX. d. d. 1402 dez. 22 (ll.kal. ianuarii pont a. 14)
alle Unionen, welche noch nicht ausgeführt waren. Innocenz VII. bestätigte dem kloster, dessen einkünfte
100 m. 8 . nicht übersteigen, d. d. 1406 mai 13 (3. id. mal, a. 2.) die inkorporation, ungeachtet, daß bei der Ver¬
fügung Bonifaz IX. zwischen dem kirchherm Marcus Hun^iß und einem andern [vgL 1399 juli 3] ein streit
schwebte. Da infolge des todes Innocenz VII. die bulle nicht ansgefertigt werden konnte, bestätigt der anssteiler
die Verfügung seines Vorgängers vom 13. mai. Dat Rome apud s. Petrum 14. kal. ianuarii, a. 1 . »Rationi congmit«.
— Or.Stuttgart, Staatsarch. (Buchau); unter dem bug: taze 42 9 ; auf dem bug rechts: gratis. Eckardus iiij.
Rückseits B; bsi den schnüren: solvit michi ... Stelle über inhalt und bestimmnngen der bulle ansradiert — Aus-
fühmngsnrkunde des propstes Jakob von Waldsee d. d. 1407 juni 23 (ebenda). 7985
— dez. 19, Rom. Derselbe beurkundet: Urban VI. hat dem kloster Marchtal die pfarrkirche Kirchen und deren
fllial Mnnderkingen inkorporiert (d. d. 1398 juli 12 ); Bonifaz IX. hat gestattet, daß die pfarrei durch einen kon-
venibruder versehen werden darf (1398 ang. l); ^rauf wiederriet Bonifaz IX. d. d. 1402 dez. 22 (ll. kat ian.,
a. 14) alle Unionen seines voigängers und die seinigen unter gewissen bedingungen. Darauf ließ das kloster von
Innocenz VH. d.d. 1406 januar 30 ( 3 . kal. febr., a. 2 ) die inkorporation bestätigen. Die briefe wurden aber infolge
des todes des papstes nicht ausgefertigt. Gregor XU. bestätigt darum unter dem datum seines Vorgängers die bullen
Urbans VI. und Bonifaz IX. Dat Rome apud s. Petrum 14. kal. ianuarii, a. 1 . »Rationi congruitc. — Or. Stuttgart
Staatsarch. (Marchtal); unter dem bug links: 60 9 ; auf dem bug rechts: B^gratis. Jo. llsung q;. Rückseits: R.
darin F Bei den schnüren: Solvit michi B...; links beim bug: C. de Be... 7986
— dez. 19, Rom. Derselbe beauftragt den propst des klosters in Waldsee, die inkorporationen der St Nikolaus-
kirebe zu Isny und der kirche zu Friesenhofen in das kloster Isny zu bestätigen. Dat Romae 14. kal. ian., a. 1 .—
Aus den Prozeßakten zwischen dem bistum Konstanz und der Reichsstadt Isny Repertorium Reichsstadt Isny s. 112:
Stuttgart Staatsarch. — Bestätigung durch den propst Jacob 1407 juni 23 (ebenda). 7987
1406 naeh dez. 25. Benteli von Mandach, Schultheiß zu Kaiserstuhl, beurkundet im namen seines gnädigen
herm, des bischofs Marquard, daß Hans Salzmann mit Zustimmung seiner firau Margaret von Rümlang an Rudolf
Scherer von Küssaberg den zehnten zu Stetten und Hohentengen (Tengen), welche pfönder sind vom bischof von
Konstanz, um 150 fl. verkauft hat. Geben 1407, an dem nechsten (nichts weiter 1 ). — Or. Karlsruhe (5 Hohen¬
tengen). Ist infolge des inzwischen eingetretenen todes des bischofs nicht weiter datiert. ^ 7988
1407 Jan. 10. lAßt an der apostol. kammer als einen teü seines commune servicium 15 fl. 18 soL 9 den. und als
senicium minutum 2 fl. 2 9 ol. 6 den. zahlen. (Fnit promotus anno 9,domini Bonifacii [1397 nov. 9-1398 nov. 8 ],
19 *
148 Märqnard Ton Bandeck, Bischof Yon Konstanz. 1406,
faernnt in promotione eins cardinales lo). — Mod. abscbr.(Obl. 54, 132^ Born). Unmittelbar ?or seinem tode mafi
der zablnngsaoftrag anfgegeben worden sein. 7989
1398 — 1406. Hält eine diozesansynode. Die bestimmnngen sind eingehend hervorgehoben bei B r o h m (Diö-
zesanarcbSchwaben 1904 s. 2l). Sie betreffen n. a. leben and die Sitten des klems, verordnongen über pfränden-
erwerb and sakramentenspendang, taafe and ehe. Erstmals erscheint ein katalog von etwa 40 reservatfällen.
Begharden dürfen nicht predigen. Genaae verordnangen regeln das verhalten von mönchen and nonnen. Alle ablaB-
ond iukorporationsbnllen, Privilegien and dispense bedürfen des bischöfl. vidimas. Kein kleriker darf za einer onter-
nehmong gegen den bischof die hand bieten and ohne seine erlaabnis das bürgerrecht einer stadt erwerben. —
Si Gallen, Stiftsbibi- 767 .bl. 145-165- — Die stataten darnach gedruckt bei Brehm a. a. o. 1904 s. 44-48,
93-96; 140-144; 1905 s. 30-32; 44-45. Das ezemplar trägt am schlosse (bl. 165) das datum: »Con-
stitationes expliciani 6 - non. innii a^ 1407 indictione 3«. Die datierang bezieht sich auf die niedorschrift Das
datum ist aber unrichtig. Es stimmt weder indiktion, noch jahr oder monatsdatum. 7990
1406 dez« 28* Stirbt (1407, 5- kal. ian.) und wird inmitten des chores im münster za Konst, begraben (sab lapide
in medio chori). Zar feier seines anniversars erhält das domkapitel 30 — Eonstanzer domanoiversar: MG.
NecroL 1,296.—,Anno 1407 do starb bischoff Marquard von Bandeck an dem kindlintag in wihnechten [28- dez.]
za brimzeit*: Chronik (M^) bei Bappert, Konstanzer Chroniken 115- — Das gleiche datam bei ScholtheiO, Bistams-
chronik (FreibDidzesanarch. 8 , 53). — Ohne monat und tag, zam jahr 1406, berichten seinen tod: Dächer (bei
Bappert 115) ond Schultheiß, Kollektaneen. — Zorn jahr 1407 (falsch!): Bischofsverzeichnis bei Mone, Quellens.
1 , 306; zam jahr 1408: Gregor Mangolt, da er anfangs and endjahr der regierang mitrechnete, and Merck, Chronik
des bistams Konst 249. — Zum datam ygl. Both von Schreckenstein, ZGOBh. 27, 329 anm. 1 .
Der bischof sagte auf seinem todbett, daß seine feinde ihm den tod angetan hätten, weil er bischof geworden
war. (Bappert 115)- — Auf derselbe quelle fußt die nachricht von Schaltheiß, Bistamschronik: »er nams aff sein
end, seine frand (lies find!) hatten im mit gifft vergeben.c (FreibDiÖzesanarch. 8, 53). — Seine anniversarstiftung
im dorne za Konst, für die oktav von Mariä Himmelfahrt siehe 1403 okt 23 nr. 7808. — Im jahr 1411 verpflich¬
tete sich das metropolitankapitel zam hl. Stephan in Wien, für zwei von seinem mitbruder Marquard von Bandeck
vermachte bücher, das dekretale und das dekret, einen jahrtag za halten. — erw. Zschokke, Wiener Motropolitan-
kapitel 71, mit dem sinnstörenden drackfehler: Marienharz von Bandeck, der aber verbessert Ist (am schloß des
baches). 7991
Zur ehronikalisehen fiberliefernng: Für den bischof kommt in betracht in erster linie die chronik (MJ bei
Bappert, Konst Chroniken 115, welche auch für die Charakteristik das meiste bietet: »er was ain vast gelerter
her; er was och doctor der hl. geschrift and was viel jar zu Wien der obrist maister gewest Doramb was er der
* herrschaft von Osterrich sonderlich lieb. Der macht das stift wieder ledig ... er hett och vil kammers von sinen
Anden. Das was och schinbar, wan er sprach, sj bettend im den tod angetan, das er bischoff wer worden, das nam
er aff sin sei und aff den zarten fronlichnam unsers herren, do er sterben soltc. — Schaltheiß, Bistamschronik
(FreibDiÖzesanarch. 8 , 52-53). — Die Konstanzer Chronik von St Gallen erwähnt diesen bischof nicht. —
Gregor Mangolt bietet nichts besonderes. Erwähnt bloß, daß der bischof im jahr 1406 mit graf Badolf von Mont¬
fort wider die Appenzeller zog, so Bregenz belagert hatten, and schlag sie in die flacht — Die kollektaneen von Chri¬
stoph Schultheiß berichten ähnlich wie die bistamschronik; sie nennen den bischof »einen feinen, wol gelehrten
mann«. — Bacelin, Const Bhenana 309 nennt ihn »magnae virtatis et dignaüonis antistes«. — Manilas,
Chronicon episcopatos Const 683 berichtet von diesem bischof nar kurz wähl- and todestag; er ist nach ihm der
sohn Heinrichs von Bandeck and der Klara von Homburg. Manlios berichtet deswegen nichts, weil seine vorhige,
. die Konstanzer Chronik von St Gallen, nichts über diesen bischof überlieferte. — Merck, Chronik des bistams
. Konst 246-249. — Braschias, De omnibas Germaniae episcopatibas 48. — Gallia christiana 5, 922. 7992
Siegel: Fr. v. Weech, Siegel von Urkunden aas dem Großh. Badischen General-Landesarchiv za Karlsruhe 32, 6
(1399 apr. l); 32,7 (1399 mai 16); Siegel beschrieben: Urkb. Eßlingen 3 s. 16. 7993
Neuere wärdigung: Bappert, Konst Chronik 442-443. 7994
Albrecht Blarer.
Geschlecht,
Ober das geschleclit der Blarer (» Blarrer, von blärren =* schreien; redendes wappeii der familie ein hahii) vgl.
Kindlerv. Knobloch, Oberbadisches Geschlechterbach 1,96. Das geschlecht stammte aas St Gallon, und war
schon seit der ersten hälfte des 13. jahrhanderts in Konstanz ansässig. Im folgenden sind die im Oberbadischen
Geschlechterbach gegebenen namen ergänzt bezw. richtig gestellt 7995
Albrecht Blarer, Bischof Ton Konstanz. 1406—1407. 149
Abstammung.
Sem Tater war Albrecht Blarer (1395 april 3), eiugetragen im anniversar des Konstanzor domes nnior dem
29. uoT. (MG. Necrol. 1 , 295).
Seine mutter war: Anna geh. linntprat, 1435 febr. 14 (Karlsruhe, 5 Konst Stifkangeu) genannt als Alhrechi
Blarers sei. witwe, bürgerin zu Konstanz. Als ihre »basec erscheint Anna Tom Hof, Kourads TomHof fran, und als
ihr »sohn« Hans Blarer.
Ober die yerwandtschaft des yaters gibt nachfolgende nrkande näheren anfschlnO: 1400 sepi 1 , Konstanz. Al*
brecht Blarrer, Eglolfifs seligen sohn yon Konstanz, yerkanft an seinen Schwager Konrad Mnntprat, bürger zn Kon¬
stanz, das gut zn Hansen (Hnsen) mit allen rechten; löst davon jedoch das leibgeding ab, das seinen brädem: Ul¬
rich abt zn Wagenhansen (Wagenhnsen), Konrad klosterherr zn Krenzlingen, Diethclm, klosterherr zn St Blasien
nnd Bartholomä klosterherr zu Rheinan sowie seiner Schwester Anna klosterfran zn Diessenhofen davon znkam.
Der anssteiler siegelt Ze Ck>stentz geben 1400 an sant Yerenen tag. — Or. Karlsmhe (1/42). Das Siegel des ans-
stellers bängt gnt erhalten; im siegelield ein hahn. — Der kanfbrief ist datiert von 1400 jnni 14: Albrecht Bl.
nnd seine fran Anna verkanfen dem Konrad Mnniprat das gnt zn Hansen am Aichhom mit hans nnd znbehör
nm 700 tf h. — Or. ebenda.
Bruder waren: 1 . Konradr^Walpnrg Frey (l395 april 3). Dieser hatte 3 söhne: Albrecht, Konrad nnd Ulrich
(1405 sept 25 nnd 1408 nov. 24). 2 . Ulrich, Konstanzer domherr nnd später dompropst (1386 märz 11 ). 3. Hein¬
rich (1402 jnli 24). 4. Johann, abt des klosters Weingarten (f 1437) vgl. 1409 dez. 5. 5. Im oberbadischen
geschlechterbnch ik weiter noch genannt als bmder Diethelm, stirbt 1443 okt. 6 als domknstos zn Konst (MG.
Necrol. 1, 293) nnd eine Schwester Elisabeth, welche ich nicht zn belegen vermag. 7996
Torgesehichte.
1888 Juli 18. Ist domherr zn Konst., erstmals genannt hr. 7171. 7997
1391 Juni 6. Wird dompropst als nachfolger des Nikolaus von Biesenhnrg, nnd wird von Bouifaz IX. als solcher
bestätigt (vgl. 1392 april 22 nr. 7331 nnd 1394 okt 9 nr. 7493). 7998
1898 nach okt. 25. Graf Friedrich von Ottingen verwendet sich nach der resignation Friedrichs von Nellenhnig
für Albrecht Blarer beim papste, damit dieser bischof von Konstanz wird. — vgl. nr. 7561. 7999
1399 sept* 21* Beilegung der Streitigkeiten des dompropstes mit dem domkapitel; vgl. nr. 7611. 8000
Albrecht Blarer, Bischof tob Konstanz.
1407 Jan.—1410 dez.
1406 dez. 29—1407 Jan* 10. Wird rechtmäßig znm bischof von Konstanz gewählt
Ober die wähl znm bischof erwähnt die Bistnmschronik des Christoph Schultheiß (FreibDiözesanarch. 8, 53 )
»ward erwelt ze bischoff in dem 1408 [!] jar glich nach wyhenachtenc. — Man darf annehmen, daß die wähl ein¬
stimmig erfolgte.' »Weil das bistnm ganz nnd gar in abfall nnd armnt gekommen, haben die domherren es für gnt
erachtet, einen solchen znm bischof zn wählen, der durch seine geschicklichkeit nnd rechte hanshaltnng das stift
wiederum in einen alten löblichen stand bringen könnte«: Merck, Chronik des bistnms Konstanz 249. — Bn-
celin, Constantia Bhenana 310 nennt Albrecht »legitime electns«. — Seine erhebnng zum bischof verdankt er vor
allem dem betreiben herzogs Friedrichs von Österreich. (Vgl. unten nr. 8016). — Zur bischofswahl vgl. auch
Kummer, Die Bischofswahlen in Deutschland s. 110 . 8001
1407 Jan. 10. Erwählter, bestätigt den bürgern, räten nnd der stadt Bischofszell im Thnrgan alle ihre handfesten
nnd freiheiten, die sie von den bischöfen nnd dem domkapitel von Konstanz erhalten haben, sowie alle anderen
rechte nnd gewohnheiten, die sie gehabt nnd gebraucht haben, geschriebene nnd ungeschriebene. Geben am nächsten
mentag vor s. Hylarientag 1407. — Or. Bischofszell, Stadtarch. (L. I). 8002
— Jan* 14, Gottlieben* Yon gottes gnaden bischof zn Konst, verschreibt sich gegenüber büigermeister, rat,
Zunftmeister nnd bürgerschaft zn Konst., sie bei allen freiheiten nnd kaiserlichen Privilegien zn belassen wie sein
Vorgänger 1399 april 25. Zeugen: Ulrich von Friedingen nnd Heinrich von Boggwil, beide ritter, Burkhard von
Helmsdorf nnd Rudolf von der Breitenlandenberg gesessen zn Hagenwil. Beschach nnd geben ze Gotlieben des
nächsten fritags nach s. Hylarientag des hl. hyschofb 1407. — Or. Karlsmhe (5 Konst Gemeinden); auf dem bng:
per N. scnltetnm prothonotarinm; anhängendes bischofsiegel von den späteren verschieden. —r Kopb. Zollern bl.
174^: Stntigart, Staatsarch. 8003
150
Albrecht Blarer, Bischof Ton Konstanz. 1407.
1407 Jan. 14, Konstanz. Durch gottes gnade erwählter yon Konstanz, beschwert yor Ulrich Blarrer dompropst,
Albert von Beatelsbach dekan, Rudolf Tettikoyer thesaurar, Eberhard Last kantor, Eonrad Elye, Johann Bis,
Eonrad yon Münchweiler, Johann Polyng, Johann Ulrich Truchsed yon Diessenhofen und Walter yon Ulm dom-
herren zu Eonsi seine wahlkapitulation. Den näheren Inhalt siehe bei Brunner (ZGOBh. NF. 13 ml 4). Dat^et
act. Const. in curia habitationis nostre 1407, die 14. mens, isnuarii, ind. 15. Zeugen: Heinrich Blarrer und dessen
sohn Ulrich und Albert Blarrer, al^e burger yon Konstanz, des bisdiofis yerwandte. — Or. Karlsruhe (5 (len. 26).
8004
— jan. 14, Konstanz. Der generalyikar in spir. des erwählten Albrecht bestiltigt die Stiftung eines altars in der
Pfarrkirche zu PfäfBkon außerhalb der chorschranken zu ehren der Mutter gottes, des hl. Johann d. T. und Uhristo-
phorus durch Hermann yon Landenberg-Werdegg ritter, d. d. 1405 juni 23. Einkünfte und rerpflicbtungen des
kaplans sind genau angegeben. — Begl. abschr. Zürich, Staatsarch. (CT 4. 1 . nr. 13). 800S
— Jan. 22. Penteli yon Mandach, Schultheiß zu Kaiserstubl, beurkundet im namen des bischofs Albrecht, für den
er zu gericht sitzt, daß yor ihm Helena Alserin, Konrads Sachsen sei. fran, an Hans Bücheller yon Bekingen (Bek-
ken) 4 stück gälten ab ihrem zehnten zu Bekkingen (Bekken) um 40 yerkaufthai Wiederkauf innerhalb 3 Jahren
ist yorbehalten. Geben 1407, an samstag nach s. Sebastianus tag. — Or. Zürich, Staatsarch. (CU 17 nr. lll).
8006
— Jan. 24, Konstanz. Erwählter bischof zu Konst, bestätigt die freiheiten der stadt Klingnau. Geben ze Oost
an mentag nehst nach s. Agnesen tag 1407. — Or. Klingnau, Stadtarch. — reg. Bechtsquellen des kantons
Argau 1,3 s. 267 nr. 31. — reg. Huber, Kollaturp&rreien 9 . 8007
— Jan. 24, Konstanz. Bestätigt die pririlegien und freiheiten der stadt Neunkirch. Geben ze Cosi an mentag
nehst nach s. Agnesen tag 1407. —Or. Neunkirch, Stadtarch. — reg. Urkundenregister des kantons Schaff hausen
nr. 1468. 8006
— Jan. 24(0« Bestätigt die freiheiten der stadt Kaiserstuhl, besonders diejenigen bischofs Heinrichs, doch so,
daß der brief, den die stadt Kaiserstahl dem bischof Marquard gegeben (1406 mai 18) besiegelt mit dem Siegel
des Hans yon Tengen und Junker Ulrichs yon Brandis, in kraft bleiben soll (Ohne datum). — Bechtsquellen des
kantons Argau 1, 3 s. 31 nr. 17 nach or. Stadtarch. KaiserstuhL — Das datum ist aus den yorhergehenden ur¬
kunden erschlossen. 8000
— jan. 24, Konstanz. Ersucht den abt Kuno yon Si Gallen, er müge den priester Konrad Gerung yon Nan
(Näw) für die Nikolaaskapelle bei Albegg im Augsburger bistum [dem bischof yon Augsburg] präsentieren. Geben
ze Cosi ipsa die Timothei ap. (l4)07. — Wartmann, U-B. Si Gallen 4,810 nr. 2387. 8010
— Jan. 25, Schaff hausen. Herzog Friedrich yon Österreich yerbündet sich mit seinem »lieben freunde« bischof
Albrecht yon Eonsi Geben ze Schafhausen an sand Pauls tag conyersionis 1407. — Kopb. libr. fragm. 1 , 372^
Innsbruck, Statthaltereiarch. — reg. Licbnowsky 5 nr. 831 nach or. Wien, Staatsarch. 8011
— Jan. 25, Schaffhansen. Herzog Friedrich yon Österreich yereinbart sich mit bischof Albrecht wegen der geisU.
gerichte im bistom zur yermeidung der großen beschwerden, die damit getrieben werden. — Kopb. libr. fragm.
I, 373 Innsbruck, Statthaltereiarch. — reg. Lichnowsky 5 nr. 830 nach abschr. Wien, Staatsarch. 8012
— Jan. 26, Schaffhansen. Gelobt den yertrag, den herzog Friedrich yon Österreich mit seinem yorgäiiger, bischof
Marquard sei., geschlossen hat wegen des schlosses Kaiserstuhl mitsamt dem türm und der feste Bütteln (Botelin)
einznhalten und beide dem herzog offen zu halten. — Kopb. Libri fragmentorum 1,372 Innsbruck, Statthaltereiarch.
— reg. Thommen, Urkk. zur SchweizGesch. aus üsi Archiyen 2 , 469 nr. 640 nach or. Wien« — reg. Lichnowsky 5
nr. 832. — ygL 1406 aug. 20 nr. 7967. 8018
— Jan. 27, Born. Papst Gregor XU. nimmt das kloster Marchtal unter seinen schütz und bestätigt ihm alle frei¬
heiten und gnaden, ausgenommen die yon Bonifaz IX. d.d. 1402 dez. 22 widerrufenen. Dai Borne apud s. Petrum
6 . kal. febr., a. 1. »Cum a nobis«. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Marchtal); unter dem bug links: Jan. taxe 8.
A. de Camparegali, Rutgerue; auf dem bog rechts: Pe, F. de Madio. Bückseits oben links: A. P,; mitte: H. Bo^
ten,; rechts: Tg. Bei den schnüren rasur. 8014
— Jan. 29, Schaffhausen. Herzog Friedrich yon Österreich stimmt zu, daß sein »lieber freund« bischof Al¬
brecht yon Konst, gemäß einem päpstlichen priyileg die gesamte geistlichkeit des bistams bestouert, in der
weise, daß beide Je zwei leute setzen, welche die Steuer »mit guter kuntschaft... auffheben, inbringen und nns
(dem herzog) die yorraiten«, und daß der herzog die eine, der bischof die andere hälfte der auf kommenden
geldor erhält Geben ze Schafhausen 1407. — Kopb. Libr. fragm. 1 , 372^ Innsbruck, Statthaltereiarch. — reg.
Thommen, Urkk. zur SchweizGesch. aus Üst Archiven U, 469 nr. 642 nach or. Wien. — reg. Lichnowsky 5 nr. 8.34.
8015
Albrecht Blarer, Bischof von Konstanz. 1407
151
1407 Jan. 25—297, SchatThansen« Verpflichtet sich in anbetracht der hilfe, die ihm herzog Friedrich von Öster¬
reich zur erlangnng des bistams gewährt hat, diesem mit allen Städten, festen und schlOssem des bistams gehorsam
nnd gewärtig za sein gegen jedermann, ausgenommen stift und stadt Konst Geben ze Schaf hausen etc. 1407. —
Kopb. 15. jahrh. (li^ri fragm. 1 , 372) Innsbruck, Statthaltcreiarch. — erw. ZGORh. 27, 332; Lichnowsky 5 ,
nr. 977. 801«
— febr* 1, Konstanz« Belehnt die bnrger von Meersburg, Hans Cors gen. Rüd nnd Burkhard Held, mit dem
zehnten zu Breitenbach nnd Stehlinsweiler. Geben ze Cost 1407, am nächsten zinstag vor unser frowen tag zur
liechtmesse. — reg. Leuthins Kopb. 442 Meersburg, Stadtarch. 8017
— febr« 12, Konstanz« Von gottes gnaden erwählter bischof zu Konstanz bestätigt der stadt Arbon in an-
sehnng ihrer treuen dienste nnd mit röcksicht auf den schweren schaden, den sie in den letzten 4 oder 5 Jahren
durch krieg erlitten hat, alle hergebrachten freihoiten nnd rechte und belehnt die bnrger mit allen gutem, die sie
von den bischöfen Ton Konstanz zu leben tragen. Geben ze Cost. uff unser pfallentze am nächsten samstag vor der
Manvasnacht 1407..— Or. Arbon, Bürgerarch. (nr. 20 ). — erw. ZGORh. NF. 22 , 196/7. 8018
— febr« 16, Konstanz« Erwählter, ersucht alle gläubigen, besonders die priester, dem Johann Spengler, bnrger
von Konstanz, auf seiner beabsichtigten wallfahrt nach Köln und Aachen, jedwede förderung angedeihen zu lassen.
Derselbe war wegen einer geringfügigen Sache in einer stadt des Konstanzer bistums gefangen gesetzt gewesen und
hatte die wallfahrt gelobt, für den fall, daß er mit heilem leib aus dem gefängnis befreit würde. Dai in Const. in
aula nostra episcopali 1407, 14. kal. mari, ind. 15. — Kopb* 1491, 16* Karlsruhe (Fonnelbuch). 8019
— febr« 24, Konstanz« Erwählter von Konst., belehnt den Konrad von Steinach nnd dessen erben mit dem mar-
schallamt zu Konst Geben ze Cost uff unser pfallentz an s. Mathis tag 1407. — abschr. Zürich, Staatsarch. (W11
3 BL 36). 8020
— mErz 10, Konstanz. Rudolf Tettikover, domthesaurar und subkollektor der aposi kammer, von Johann von
Selheim, propst der Muttergotteskirche ad gradus zu Mainz, kollektor der apost. kammer in den bistümem Konstanz,
Straßburg, Basel und Mainz, abgeordnet beurkundet daß abt Johann des klosters Weingarten 9 fl. morabotina für
9 Jahre rückständigen census bezahlt hat Dat Const 1407, feria 5. ante dominicam Judica, ind. 15. — Or. Stutt-
gMi, Staatsarch. (Weingarten). Rückseits: Ego Burkardus Biü, eanonicus Thurieen., subcoüector eamere aposto^
liee, vidi ae regisirari procuravi hanc guUacionem, 8021
— mErz 11, Konstanz. Albrecht von Beutelsbach domdekan, Ulrich Blarrer propst das domkapitel und die ka-
pläne der bruderschaft am dorne zu Konst nehmen den Ulrich Fryge, sucoentor am dorne und präbendar der St Kon-
radspfrunde, deren kollaturrecht dem dompropst zusteht mitbruder in die dombruderschaft auf. Dat et act
Const 1407, 5. id. martii, ind. 15. — Or. Karlsruhe (5 Konst Kirchenordnung). 8022
— mfirz 18« Mathias Hoppli, Chorherr von St Felix nnd Regula in Zürich, tut kund: vor mehreren Jahren hat
ihm abt Johann von St Blasien das versprechen gegeben, ihn auf die pfarrei Lufßngen(?), sobald sie vakant würde,
zu präsentieren. Die pfarrkirche ist nunmehr durch die freie resignation des Rudolf Bilgri vakant geworden. Der
abt hat ihn auch dem bischof Albrecht von Konstanz bezw. dessen generalvikar präsentiert; Mathias spricht des¬
wegen den abt von allen weiteren Verpflichtungen gegen ihn los. — reg. Thommen, Urkk. zur SchweizGesch. aus
öst Archiven 11, 471 nr. 646 nach abschr. d. 16. Jh. in cod. Nüscheler (Stampfenbach) f. 204 in St Paul. 8023
— april 1. Bruder Eberhard, konventual zu Villingen, schreibt an den Konst, ofßzial: er bestelle in seiner
Streitsache mit Johann Stallikover, camifex von Schaffhausen, den Konrad Schapp notar den Konst hofes, den
Heinrich Stainer dessen notar, BurÜiard Keller nnd Johann Immendinger prokuratoren des Konst hofes, zu seinen
prokuratoren. Dat 1407, feria 6 . ante fest b. Ambrosii, ind. 15. — Or. Karlsruhe (20/14.3). 8024
— April 6, Zftrieh. Verleiht vogtei und kirchensatz zu Zogenweiler (oa. Ravensburg) dem Thomas von Rietheim
und dessen Schwester Margaretha, kinder des Hanns von Rietheim. — reg. Württ Pflegerberichte: Staatsarch.
Stuttgart nach Or. Pfarregistr. Zogenweiler. 8025
— vor April 18, KonstAnz« Erwählter, verzichtet mit einwilligung des domkapitels zu gunsten des frauen-
klosters Münsterlingen auf die lehnshoheit des hofes Heimlißfeld bei Güttingen, den Peter Rikenbach, bürger zu
Konstanz, an das kloster verkauft hatte. Ze Cost geben 1407 an (fehlt alles weitere). — GFrSOrte. 3, 261 nr. 38.
— reg. GFröOrte. 4,206 nr. 258. — Thurg. Beitr. 21,87 nr. 231. — Die urkunde über den verkauf selbst (zu
Cost geben 1407) steht Münsterlinger Kopb. 2 abt c, 17* Stiftsarch. Einsiedeln, ausgestellt von dem Verkäufer.
8026
— vor April 18« Wird von papst Gregor XII. zum bischof von Konstanz providiert. — erw. in 1408 Jan. 16. —
Das datum ergibt sich daraus, daß sich Albrecht seit april 18 »erwählter und bestätigter bischof nennte. Als
»electus« allein erscheint er Jedoch wieder 1407 dez. 24. — Vielleicht beziehlt sich die benennung »besUitigter«
auch auf die besUtigung durch den erzbischof von Mainz. 8027
152
Albrecht Blarer, Bischof yon Konstanz. 1407
1407 april 18^ Konstanz. Der generalrikar des bischofls Albrecht von Konst zeigt dem dekao von Stoekach
(Stocka) an, daß er den Wilhelm gen. Galler von Überlingen, der ihm ron Hälwig roh Essendorf nnd Johann tou
Stadion als Vertreter der Ursula von Stadion, gemablin des gen. Hälwig, and der Adelheid von Stadion, gemahlin
des Dietrich von Achstetten (Estetten) des längeren (longioris), welchen zwei flauen das patronatsrecht zastand,
d. d. 1407 april 13 präsentiert worden ist, auf die pfarrkirche in Walpertsweiler investiert habe, and er befiehlt
dem dekan, den gen. priester in den besitz and in die rechte der pfarrei persönlich einzaführen. Die pfarrei war
durch tod des Konrad gen. Härdli von Stoekach erledigt. Dat Const sab sigillo ofßcialis carie Const, qao atimar
ad presens, 1407, 14. kal. maii, ind. 15. — Or. Überlingen, Spitalarch. (lade 59). 8028
— april 18, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten bischofs Albrecht bestätigt mit anhängning
des Offizialatssiegels nachfolgende urkunde: Kaspar von Klingenberg stiftet mit zastimmung bischofs Albreohts ffir
sein und seines f bruders Hans von Klingenberg seeionheil eine meßpfrdnde aaf den vordem altar vor dem chor in
der kirche zu Blamenfeld, deren kastvogt der Stifter isi Der altar ist geweiht zur ehre der Matter gottes, des hl.
Georg märterers, der hll. Katharina und Barbara nnd der 11 000 mägde. Die einkünfte and verpfiiehtongen des
kaplans sind angegeben. Der Stifter behält sich das kollatorrecht der pfrfinda vor. Geben an dem nechsten gdtentag
vor Symonis et Jade 1406 (1406 okt. 24). Dat. Const 1407, 14. kaL maii, ind. 15. — Or. Karlsrahe (3/32). —
Kopb. 502 Karlsruhe. — Neuere abschr. Freibarg, Erzb. Arch. 8029
— april 24^ Born. Henricos ep. Toscolan. cardinalis, sacri collegii cardinaliom camerarios, quittiert dem abt
Friedrich von Kempten pro parte partis sai com.^ervic. für 17 fior. 30 sol. 11 den., et pro parto onios minati ffir
2 fior. 3 sol. 7 den. durch Conrad Schmid. Termin zar restzahlang Weihnachten. Dat ^me apud s. Petrum 1407,
ind. 15, die 24. mens, apr., pontif. Gregorii XILa. 1.—Or. Mönchen,Beichsarch. (Kempten); unter dem bag links:
Rereptum; rechts; fior, 2 g, 2; bei dem Siegel: Regisirata (?) Stephanus de Prato, dericus, Bückseits: Quüiancia
d. cardinalis ex parte collegii cardinalium pro dotnino abbate mon, in Campidona pro 46 duc, minus 4 groß, et
pro iüa liltera 2 duc. 2 groß. 8030
— april 24^ Bom. Leonhardas, electas Firman., d. n. pape camerarios, quittiert dem abt Friedrich von Kempten pro
parte partis sui com. servicii 17 fior. 30 soL 11 den. et pro parte partis quatuor minutorum 8 fior. auri de camera
14 sol. 6 den. Termin zur restzahlang Weihnachten. Dat Borne apud s. Petrnm 1407, ind. 15, die 24. mens. apr.
pontif. Gregorii pape UI. a. 1. — Or. Manchen, Beichsarch. (Kempten): auf dem bug links: O. Condehnario Re-
cept.; mitte: viß. F, d. duce; rechts: N. de Damiano^ unten: 2 fi. 2 gr. Bückseits: QuiÜacio camerarii pro do-
mim abbate mon. in Campidona pro 46 ducatis minus 4 gross, et pro UUera alia 2 duc. 2 gross. Summa umver-
salis tarn in pecuniis expositia quam pro lUteris 50 duc. et 1 ducat. notariis pro ceroisio (?) et bibalibus. 8031
— mäi 13. Ulrich Blarer, dompropst za Konst, wird burger zu Bottweil auf 5 jahre mit denselben verpfiiehtongen
wie nr..7587 (1399 april 20). — reg. ürkb. ^ttweil nr. 715 nach or. Stadtarch daselbst 80^
— jnni 1, Konstanz. Erwählter, bestätigter, beurkundet, daß Johann von Yalkenstein, edelknecht Basler diözese,
samt seiner fraa Sasanna von Eptingen in der kollegiatkircbe zu Schönenwerd einen altar zu ehren der hll. Erhard
and Anthon errichtet und diesem das ihnen znstehende patronatsrecht der pfarrkirche za Ürkheim (Vrtkon) geschenkt
haben. Sie bitten den bischof, dem so gestifteten altar die pfarrkirche zu Ürkheim zu inkorporieren. Der bischoi
bestätigt mit zastimmung des domkapitels die Stiftung und vereinigt die gen. pfarrkirche mit der gen. altarpfrönde.
Dat. et act. Const 1407, kaL ianii, ind. 15. — Or. Solotham, Staatsarch. (Schönenwerd). 8033
— Juni 6, Bom. Papst Gregor Xn. an den propst von-Bischofszell: Priorin and konvent von Simau (Sirmonow)
tragen vor, daß Adam von Cöln, Ord. Pred. professor, vorgeblich als provinzialprior von Oberdeatschland, sie visitiert
habe and dafür eine abgabe verlangte, die sie zu zahlen sich weigerten, weswegen sie der exkommouikation ver¬
fielen. Das kloster appellierte nach Bom. Der papst beauftragt deswegen den adressaten mit der untersachang and
entsebeidung. Dat Borne apad s. Petram non. ianii, a. 1. »Saa nobis«. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Eßlingen);
unter dem bug links: iun. taze 4. S.de Aquila; Gerlacus; rechts auf dem bag: A. de Damiano; rückseits:
C. de Ben.; links auf dem bog: Bortzow, — gedr. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1870. 8034
— Joni 1, Straßbarg. Petras von Epfiche, propst von St Peter za Straßbarg, inkorporiert als ezekntor unter ein-
rückang der bulle papst Gregors XII. d. d. Bom 1406 dez. 19 dem Kloster Alpirsbach die pfarrkirche zu Bleich¬
heim (Blaichach). Das kloster hatte bereits Innocenz YII. vorgetragen, daß Berthold Brenner, doroicellus, dem
kloster, dessen einkünfte 100 m.s. nicht übersteigen, das patronatsrecht der kirche za Bleichheim, deren einkünfte
nicht mehr als 16 m. s. betragen, geschenkt hat Daraufhin inkorporierte Innocenz YII. dem kloster gen. kirche
d. d. 1406 okt 4 (4. non. oct, a. 2.). Der brief war aber wegen des bald folgenden todes nicht aasgefertigt worden.
Dat et act Argentine . .. 1407, ind. 15, pont Gregorii XlLa. 1., die 7. mens, iunii. Zeugen: Nikolaus Has, dekan
des landkapitels Botweil, Johann Molitor, ständiger vikar in Domheim und kämmerer des gen. kapitels, Konrad
Baiser von Tettnang, Scholar des Konst bistams and Konrad gen. Flaigelsberg, Straßb. bistama kleriker. — Or.
Albrecht Blarer, Bischof von Konstanz. 1407. 153
Earlsrnhe (21/45).— 1407 okt 15 quittiert Barkart Bill, Chorherr za Zürich, als subkollektor dem klostor Alpirs-
bach wegen der Inkorporation za Bleichheim (Bezahlte samme nicht angegeben). ^35
1407 Juni 8^ Konstanz. Erwählter and bestätigter, gibt auf bitten dos propstos and kapitels von St. Felix and
Regala za Zürich seine zastimmung za nachfolgendem kapitelsstatat: Das kapitel ist mit großen schulden beschwert;
jeder Chorherr hat zar tilgang der schuld einen teil des erträgnisses seiner präbende schon abgegeben, allein das
reicht zar tilgang derselben nicht hin; sie beschließen deswegen: jeder der in zakonft zam genaß einer präbende
zagelassen wird, müsse vor dem genaß der pfrüudo 40 Kh. fl. zur abtragang jener schuld zahlen. Dat. Const. in
aula nostra episcopali 1407, 6. id. ionii, ind. 15.— Or. Zürich,Staatsarch. (Oll 1 nr. 464). Rückseits: Begostrata
folio CCIXL. — Stiftsarbar f. 216 Zürich, Staatsarch. — reg. Hottinger, Antiquitates Thur. 589. 8030
— Jlllli 9^ Konstanz. Gestattet gemäß dem zwischen den parteien getroffenen Übereinkommen, daß aaf klagen
des kleros von Zürich wegen beleidigang eines klerikers durch einen laion der rat nach stadtrecht sofort arteilen
soll; umgekehrt bei Verletzung eines laien 3 kloriker oder 2 kanoniker der propstei und 2 des klosters Zürich. Ge¬
stattet letzterem bestiufang schuldiger, welche auf ihr ersuchen auch die weltlichen richter vornehmen dürfen, er¬
laubt ferner, zeugen zum zengnis durch censur zu zwingen, alles bis aaf widerruf. Dat. Const. 1407, 5. id. ionii, ind.
15. — Stiftsarbar fol. 217 Zürich, Staatsarch. 8037
— Jlllli 23. Kaspar von Klingenberg beurkandet, daß bischof Albrecht und das dopkapitel die ihm um 600
Florentiner fl. verpfltndete qaart der kirche za Bodman aasgelüst haben und zwar um 500 fl., da er ihnen 100 fl.
schenkte. Geben an s. Johans abent baptisten 1407. — Or. Karlsruhe (5 Bodman). 8038
— Juli 4. Der kirchherr zu Sülchen, Oswald Vorster, präsentiert dem b. bezw. dessen generalvikar den priester
Johann Gabel für die durch resignation des B. Holdschaft erledigte hl. Kreazpfründe zu Sülchen. — reg. Stuttgart,
Staatsarch. (Univers. Freiburg, Lagerbuch 16.3^). M39
— Juli 5^ Klingnau. Gibt auf bitten des stiftes Zofingen seine Zustimmung zu folgendem kapitelsstatat: 1406
nov. 20. Hartmann propst und das kapitel von Zofingen beurkunden: sie haben bereits, da die kirche durch feindes-
hand und brand großen schaden gelitten hat, 5 jahre lang und weiterhin nochmals 2 jahre auf alle einkünfte za
gunsten der Wiederherstellung der kirche verzichtet. Sie beschließen nun, daß jeder, der in Zukunft als Chorherr an¬
genommen wird, ebenfalls 2 jahre lang auf alle einkünfte, die einkünfte des feodum ausgenommen, verzieht leisten
und außerdem dem heilerer 31 fl. entrichten müsse. Dai in Glingnow 1407, die martis post diem s. Udalrid conf.
— Or. Aarau, Staatsarch. (Zofingen 229). 8040
— Juli 17. Graf Hermann von Sulz, üsterreichischer landvogt, beurkandet: Zwischen priester Eberhard Widmar
einer- und Martin NegeUin anderseits sind späne ausgebrochen. Die stadt Schaffhaosen nahm sich des Negellin als
ihres bürgers an, während bischof Albrecht sich des gen. priesters annahm und im geistlichen gericht für ihn ein-
trat; die beiden parteien einigten sich auf den ausstoller und dessen räte: Hans von Habsburg, Walter von Klingen,
Diethelm von Krenkingen, Hans von Bodman, Hans Truchseß von Diessenhofen gen. Brack, Hammann von Reinach,
Albrecht von Homburg, Hermann von Landenberg und Hans von Bonstetten, deren urteilsspruch sie sich fügen
wollen. Diese bestimmen: die von Schaffhausen sollen den Eberhard Widman aus dem gefängnis entlassen, die
kirchlichen strafen sollen aufgehoben sein; Martin Negellin soll dem priester allen schaden ersetzen. Was Martin
Negellin an den priester anzuspreeben hat, soll vor dem bischof entschieden werden nach weltlichem aber nicht
nach geistlichem recht; umgekehrt sollen die ansprüche des priesters an Martin Negellin von dem vogt und rat
zu Schaff hausen entschieden werden. Geben an Sonnentag nach s. Margarethen tag 1407. — Or. Schaffhausen,
Staatsarch. — reg. Urkundenregister des kantons Schaffhaosen nr. 1476. 8041
— Juli 21^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Albrecht bestätigt mittelst transfix
die Stiftung und bewidmung einer ewigen messe auf dem St. Jakobsaltar in der pfarrkirche zu Blaubeuren, welche
durch Anna gräfin zu Helfenstein zur seelenrahe ihres gemahls Ulrich von Helfenstein des jüngem d. d. 1407 juli 15
(an s. Margarethen tag) erfolgte. Dat. Const. 1407, 6 . kal. aug., ind. 15. Der aussteller siegelt mit dem offizialats¬
siegel >quo utimur ad presens«. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Blaubeuren G. V.); rückseits: oben Jo, Schär, und
sparen eines ringsiegeis. 8042
— Jnli 26^ Konstanz. Erwählter und bestätigter schreibt an dekan, kammerer und brüder des dekanats I^aup-
heim: abt Nikolaus von Ochsenhausen trägt vor, daß ritter Friedrich von Freyberg, seßhaft in Steißlingen, dem
kloster das patronatsrecUt der pfarrkirche Hürbel geschenkt habe. Da deren einkünfte so gering sind, daß kein
kirchherr seit vielen jahren d^elbst residieren konnte, und anderseits die pfarrkirche nahe bei Reinstotten liegt,
bittet der abt um einverleibung der kirche in das kloster und Umwandlung derselben zu einem filial von Reinstetten.
Der bischof gewährt die bitte, behält sich aber bezw. dem archidiakon die konsolationen, bannalien und andere
rechte und abgaben vor, welche seither von der kirche H. entrichtet wurden. Dai et aci Const. 1407, feria 3.
post. fest. s. Jacobi ap., ind. 15. — Or. Stuttgari Staatsarch. (Kl/Qchsenhausen). 8043
SegMton d«r BifcbSf« tob KonsUni. lU.
20
154 Albrecht Blarer, Bischof yon Konstanz. 1407—1408.
1407 jnli 28, Konstanz. Der generalvikar Albrechts des erwählten nnd bestätigten erteilt dem Konrad Henis, dekan
des dekanats Granheim (vgl. 1406 nov. 6) folgende Vollmachten: er soll die mitbrdder zum tragen des geistlichen
gewandes anhalten können, diese mössen zu den kapitelsversammlangen erscheinen nnd den beschlftssen gehorchen;
in geringeren fällen soll er strafgewalt haben, die größeren fälle jedoch nach Konstanz weisen; er soll sie anhalten
zur wahmng der rechte des kapitels nnd der konventnalen nämlich in refectionibns confratmm, bei don pfründen,
remedieu nnd anniversarien; bei auf lagen an das kapital soll er sie znr zahlong anhalten mit snspensionsvollmacht
gegen die widerstrebenden. Dai Const. snb sigillo officiolatns cnrie Consi, qno ntimnr ad presens, 1407, 5. kal.
ang., ind. 15. S. — Or. Dekanatamt Zwiefalten z. Zi in Oberstetten. Rflckseits: Jo. Schür,; spnren eines ring-
Siegels, damnter: Ulricus Maerk. 8044
— ang. 16, Konstanz. Beknndet, daß der bdrger von Konstanz, Löw Schwartz, mit einwillignng von weil bi-
schof Heinrich seiner gemahlin Anna von Schaffhansen als heimstener, widerlegnng nnd morgengabe 300 pfd. Kons^
pfg. anf folgende leben des hochstifts verschrieben habe: den hof zn Dittenhansen (Tintenhns-), den kelnhof zn
Helmsdorf (Hermenstorfl^, die vogtei zn Fischbach, den kom- nnd weinzehnten zn Immenstaad, welche bistnmslehen
sind. Er getattet dem Löw. Schwartz, anf die bezeichneten göter weitere 400 pfd. pfg. seiner gemahlin zn verschrei¬
ben. Neben dem bischof siegelt Löw Schwartz (siegel gnt erhalten). Ze Cost geben 1407 ze mitten ogsten. — Or.
Karlsmhe (5 Immenstaad). — reg. Fürstenberger U-B. 6 , 256 nr. 164, la. — abschr. Zürich, Staatsarch. (W11
17). 8046
— okt. 27, Konstanz. Die hanptlente der schwäbischen ritterschaft, die ritterschaft selbst — an ihrer spitze
. bischof Eberhard von Angsbnrg nnd bischof Albrecht von Konstanz — verbünden sich bis znm 23. apr. 1409 mit
der Stadt Konstanz. Geben ze Cost an s. Simon nnd Jndas abend der zwaiger zwelfboten 1407. — Or. Karlsmhe.
— Zellweger, Gesch. Appenzell, Urkk. 1 , 2,128 nr. 195. — Wartmann, Ü-B. St Gallen 4, 823 nr. 2404. — reg.
ZGGFreibnrg 3 (1874), 330 nr. 79. Die begründnng hiefür lag in den politischen Verhältnissen, namentlich in
der bedrohnng der stadt Konstanz dnrch die Appenzeller; vgL darüber ^th von Schreckenstein in ZGORh. 27,
329 ff. — Ober den Appenzeller krieg vgl Zellweger, Geschichte des Appenzeller Volkes bd. 1 . — Wegelin, Nene
Beiträge zur Geschichte des sog. Appenzellerkrieges. — Mone, Qnellensammlnng 1 , 287; Tschndi 1,642. — vgL
nr. 8048 zn 1407 nov. 21. 8046
— nOT. 10, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten nnd bestätigten Albrecht bestätigt mittelst transflz
die Stiftung einer belfere! in der pfarrkirche zn Battenhausen (Buttenhusen), welche durch Agnes von Gundelfingen
geb. von Zollern und deren sohn Friedrich von G., ritter, mit Zustimmung des Albrecht Vok, kirchheim zu*B., d. d.
1384Juni 21 erfolgt war. Der aassteiler siegelt mit dem offizialatssiegel. Dat Const 1407, 4. id. nov., ind. 15.
K — Or. Stuttgart,Staatsarch.(Gatenstein); rückseits oben: Jo. Schür; damnter spuren eines ringsiegeis. 8047
— nOT. 21. Die hauptleute der schwäbischen ritterschaft und diese selbst, an ihrer spitze die bischöfe Eberhard
von Augsburg und Albrecht von Konstanz, verbünden sich gegen die Appenzeller. Bischof Albrecht siegelt Geben
t t07, des nechsten montags vor s. Catharinen tag der hl. Jungfrau. — Lünig, Beichsarchiv, pars spec. I, Cent 1 , an-
aore forts. 43 nr. 18. — Bürgermeister, Cod. dipL equestris s. 6 nr. 2 . — Zellweger, Gesch. Appenzell, Urkk. 1 ,
2 , 134 nr. 196. — Wartmann, Ü-B. St Gallen, 4, 826. — reg. ZGGFreibnrg 3 (1874) 331 nr. 83. — reg.QPr
50rte 4, 206. — MVGHohenzollero 4, 28. — vgl nr. 8046. 8048
— dei. 18, Konstanz. Belehnt den Johann Erler von Ravensburg (vgl. 1403 jnli lO) mit dem groß- und klein-
. zehnten zu Liebenhofen. Geben ze Cost an s. Lucien tag 1407. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weissenau); rück¬
seits oben: Jo. domini Const. not. 8049
— doz. 24, Konstanz. Dei gratia electns eccleste Const schreibt an abt und konvent von Wettingen: da dem
bischof von Konst seit unvordenklichen zelten das recht der primae preces auf eine pfründe zusteht deren kollatnr
dem kloster gehört empfiehlt er für eine pfründe mit oder ohne seelsorge den priester Johann Wetzel von Klingnau.
Dat Const 1407, 9. kal ian., ind. 16. — Or. Aarau, Staatsarch. (Wett 837). 80S0
1408. Der abt von St Peter kommt mit bischof Albrecht dahin überein, daß so oft die kirche in Weilheim vakant
würde, als erste früchte im todesfall 30 fl., im falle der resignation dagegen 20 fl. bezahlt werden müssen. — erw.
FreibDiÖzesanarch. 1 ,73 note 7. 8051
1408. Weihbischof Hermann von Castoria weiht die Johanneskapelle in Ulm, die von Wilhelm Umgelter gestiftet
war. — erw. DiözesanarchSchwaben 7,52. 8052
1408 Jan. 10, Konstanz. Verlegt das weihefest der kapelle im Grünwald bei Rapperswil, geweiht za ehren der
hl Dreifaltigkeit und der Mattergottes, das seither in der oktav des Dreifaltigkoitsfestes gefeiert worden war, auf
die oktav der hl Agnes, weil bei ersterem festtage wegen der Sommerszeit viele leute beiderlei geschlechtes zur
kirchweihe zusammenströmten und ein ausgelassenes leben führten. Ebenso erteilt er 40 tage ablafl. Dai Const.
Albrecht Blarer, Bischof TOn Konstanz. 1408. 155
1408, 4 . id. ian., ind. 1 . — Or. Bapperswil, Stadtarch. (C 2 * 4. l). Bdckseits: preaenUntur domino abhati Bü-
tifien. 8053
1408 Jan. 18. Der biscbof von Konst., graf Rudolf von der 8 cher von Moutfort und die ritterschaft [von St. JOrgen-
scbild] ziehen bei großer kälte gen Bregenz und schlagen die Appenzeller. — Klingenbeiger Chronik 164. — r^.
Fdrstenberger U-B. 3, 32; Glatz in ZGGFreiburg 3, 332. — vgl. Stälin, Württemb. Gesch. 1 , 58^; Huber, Osterr.
Geschichte 2,489. 8054
— Jan. 16^ Siena. Papst Gregor XII. an Albrecht, erwählten von Konst. Er hat den adressaten mit dem bistum
Konst, providiert. Derselbe trägt vor, daß das bistum durch die schuld seiner Vorgänger an gutem und rechten sehr
geschädigt nnd bürgen, städte und dOrfer verpfändet seien. Um diese wieder zu gewinnen, kdnne er innerhalb der
Yorgeschriebenen zeit die bischofsweihe nicht empfangen. Der papst gestattet ihm eine weitere frist von einem jahr.
Dat. Senis 17. kal. febr., a. 2 . — Mod. abschr. (Reg. Lat 131,16 Rom). ä)55
— febr. Franziskus, biscbof von Sarda (Sardensis), suffragan bischof Albrechts, verleiht der pfarrkirche St Martin
zu Schwiz 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat et act. 1408, die ... mens. febr. — Kopialb. Schwiz, Piarrarch. fol. 10 .
8056
— febr. 12^ Lucca. Papst Gregor Xll. beauftragt den abt des klosters Ruti, dem kloster Wettingen, dessen ein-
kflnfte nicht mehr als 160 m. s. betragen, die pfarrkirche zu Baden i. A., deren patronatsrecht dem kloster von
herzog Friedrich von Österreich geschenkt worden war nnd deren einkünfte 25 m. s. nicht dbersteigen, zu inkorpo¬
rieren. Das kloster ist durch kriege an seinem einkommen schwer geschädigt worden. Dat Luce 2. id. febr., a. 2.
>Sacre religionis«. — Or. Aarau, Staatsarch. (Wett 841); unter dem bng links: fe. taxe 40. Ja, Angelus, .
Ilaung 9 / rechts auf dem A. de Fuscis: Ja, de Bononia iiij; rßckseits B; bei den sdinuren: aolint mi hi
Franc.,,; rechts beim bug: Jo, Pernpelvord, — Die Schenkung der kirche samt zubehOr durch herzog Friedrich
erfolgte 1406 okt. 2; Albrecht von Homburg und dessen bruder Heinrich verkaufen ihre rechte an der kirche zu
Baden um 750 fl. unter der bedingung, daß das kloster an Rudolf vonHewen, propst zu Beromünster und domkustos
zu Straßburg, so lange dieser lebt, jährlich 112 fl. zahlen soll (ebenda nr. 811. 832). — Erste zitation zur aus-
fährung der papstbulle 1408 märz 16, märz 22; zweite zitation 1408 märz 28; april 1; zweiter rezeß 1408
april 7; dritte zitation 1408 april 7, april 19; vierte zitation 1408 april 27, mai 6, mai 11; fünfte zitation 1408
mai 13, mai 20, mai 21; protest des kirchherrn Turing von Arburg, propst zu Amsoldingen, Chorherr zu Bero¬
münster, daß die inkorporation Seinen rechten keinen ein trag tun dürfe 1408 mai 25; schlußsentenz 1408 mai 26;
1408 oki 18 leistet Rudolf von Hewen, kirchherr zu Baden, in gegen wart des abtes von Wettingen nnd des leut-
priesters zu Baden Rüdiger Spengler, verzieht auf die kirche, worauf der abt von dem leutpriester in den besitz der
kirche eingewiesen wird (ebenda nr. 842—860. 863). — 1416 sepi vergleicht sich das kloster mit Türing von
Arburg, domherrn von Straßburg und propst zu Beromünster, wegen seiner ansprüche an die kirche Baden. — vgl.
(Gedr.). Archiv Wettingen 381-423, 425. — reg. Ai^via 29,113. — vgl. 1412 jan. 30. — Im Zusammenhang
mit der inkorporation von Baden steht auch folgende urkunde: 1408 mai 3. Der subprior des klosters Wettingen
verhandelt im namen seines klosters mit der stadt Baden über das von ihr beanspruchte recht zur emennung des
len^riesters. — Welti, Urkb. Baden s. 247 nach or. Baden, Stadtarch. 8657
— febr. 20, Konstanz. Der offlzial beurkundet, daß Elisabeth Büninger von Überlingen den Schwestern im selhaus zu
Überlingen an dem Blintschenberg mehrere mobiliarstücke als betten, mOrser, kessel etc. geschenkt habe. Dat. Const.
1408, die lune ante festum s. Mathye aposi, ind. 1 . — Or. Karlsruhe (2/132). Auf der rückseite: Ita factum eat
Jo, Binder, 8058
— febr. 24, Lucca. Antonius, bischof von Bologna, päpstlicher kamerar, beurkundet von abt Johann von Wet¬
tingen pro parte partis sui communis servitii 40 kammergoldgulden und 8 den. Röm. münze und pro parte partis
snomm quatuor minutomm servitiorum für die päpstl. familiären 22 kammergulden 29 sol. 8 den. durch Konrad
Smid, dekan in Sulgen, erhalten zu haben. Dai Luce 1408, ind. 1 ., die 24. mens, febr., pontif. Grogorii pape XII.
a. 2 . — Or. Aarau, Staatsarch. (Weti 841); unter dem bng rechts: f, 1 gl, ij,; auf dem bug von links nach rechts:
G, Senenais Theaaur, Beeeptia; mitte: viß. do.; rechts: B. de Camino, Rückseits nichts. 8059
— febr. 24, Konstanz. Von gottes gnaden bischof bestätigt der stadt Klingnau ihre freiheiten, verspricht ihnen,
die stadt fürderhin nicht mehr zu verpfänden nnd gestattet ihnen ein umgelt. Albrecht von Bentelsbach dekan,
Ulrich Blarer propst und das kapitel geben ihre Zustimmung. Geben ze Gosi am fritag nehst vor s. Mathias tag
1408.—Rechtsquellen des kantons Aigau 1,3 s. 267 nr. 32 nach or. im privatbesitz. — Wiederh. Gründl. Inform.,
beiL nr. 19. — Lünig, RA. 17, 163. — ausz. Moser, Staatsrecht des Hochstifts Konstanz 136. — reg. GFr 5
Orte. 4, 206. — Huber, Kollaturpfarreien von Zurzach 9. 8060
— märz 23, Konstanz. Künig Ruprecht verleiht dem bischof Albrecht seine reichslehen nnd regalien. — reg.
Ohmei, Regesta Ruperti nr. 2512. — erw. ZGORh. 27, 335. 8061
20 *
156
Albrecht Blarer, Bischof Yon Konstanz. 1408.
1408 april 1^ Konstanz. Schreibt an den dekan, kammerer and die geistlichkeit des dekanats Wiesental and Tor
allem an den lentpriester zn Eleinbasel: Bischof Hnmbert von Basel batte vorgotragen, daß die bäcker and mdller
der Stadt Kleinbasel seinem weltlichen gericht seit altersher unterstünden und vor dem rom bischof bestimmten
brotmeister ihr recht nehmen, dessen sich gen. bäcker and maller weigerten. Der bisch. Ton Konst, befiehlt der
geistlichkeit die schuldigen zn mahnen und innerhalb 8 tagen vor das hischdfi. Konst gericht zur yerantwoHong zn
laden unter androhnng geiatl. strafen. Dat Const 1408, kal. apr., ind. 1 . — Or. Basel, Staatsarch. (st ork. 873).
Bückseits aufgedrücktes bisch, sieget — Basler U-B. 5,378 nr. 377. 8062
— april 3^ Konstanz. Leiht an Hans Latze, ammann des spitals za Lindau, die yon Rudolf und Ulrich yon Wolfart
gebrüder erkauften bischOfi. Konst lehngüter, nämlich 2 güter za Mekkenbeoren (Mekkenburren) a. a. yorbehaltlich
jeweiliger neabelehnung durch einen neuen bischof. (leben ze (k)st 1408, an dem 3. tag des manots aberelle. —
Or. Lindau, Spitalarch. (notiz im material). 806S
— april 4, Konstanz. Erwählter und bestätigter, inkorporiert dem domkapitel, dessen einkünfte darch nnter-
drücknngen und angriffe seitens der Appenzeller (rusticoram yalgariter Appenceller nominatornm) geschmälert
sind, die pfarrkirche zn Sipplingen, unter yorbehalt der kongrua für den yikar. Zeugen: priester Johann Lüpffer
und kleriker Johann Kümmerlin. Dat et act Const in curia canon. Alberti de Bütelspach decani 1408, in^ 1 .,
pont. Gregorii XII. a. 2 ., mens. apr. die 4. hora completorii tempore qoadragesimali yel qaasi. — Aosfertigang des
notars Leonhard gen. Schünbentz yon Lindaa: 2 Orr. Karlsrahe (5 Sipplingen). — Kopb. 507,3 nr. 161; 507, 5
nr. 162 Karlsruhe. 8064
— april 4, Konstanz. König Ruprecht yermittelt eine richtnng zwischen dem band ob dem See and der ritter-
schaft yon St Georgenschild: n. a. wird bestimmt, daß die bischöfe yon Augsburg und Konstanz die Appenzeller
aus dem über sie verhängten bann befreien and gegen die mit den Appenzellem verbundene geistlichkeit nicht ein-
schreiten sollen; bischof Albrecht verpflichtet sich darch eid und Siegel zur erfüllung der vom könige vereinbarten
friedensbestimmungen. Geben zn Cost uf dem mitwoche vor dem palmtage 1408, unser kunig Baprechts riche
in dem 8 . iare. — Or. Stiftsarch. St Gallen. — Kopb. Abgeschrifften f. 38^ Stadtarch. Konstanz. — Zellweger,
Gesch. Appenzell, ürkk. 1 , 2 , 154 nr. 201 zn apr. 11 . — Wartmann, Ü-B. St Gallen 4, 837 nr. 2411. — ansz.
Zellweger, a. a. o. 1 , 386. — Marmor, Urkk. ausz. ( 2 ) 46. — Eidgen. Abschiede 1 *, 468 nr. 406.— reg. (fiimel,
Begg. Raperti. 167 nr. 2538. — Lichnowsky, Gesch. Habsbarg. 5 , XCIII nr. 1003. — ZGGFreibarg 3 (1874),
333 nr. 86 . — erw. ZGOBh. 27, 335. — vgl. Höfler, Ruprecht 372. — Stälin, Gesch. Württemberg 1 , 392. —
Am 20 . jani 1421 stellte Heinrich Ehinger, stadtammann von Konstanz, ein vidimas dieser nrkande aas: or.Stifts-
aich. St Gallen; gedr. Neugart Cod. dipl. Alem. 2 , 489 nr. 1168. 8065
— nach april 4, Konstanz. Erwählter and bestätigter, teilt den dekanaten za Überlingen and Stockach sowie
dem pleban in Sipplingen mit daß er dem in seinen einkünften schwer geschädigten domkapitel die pfarrkirche zn
Sipplingen inkorporiert hat Er befiehlt die inkorporation aaszaführen und das domkapitel in den besitz der kirche
zn setzen, da sie nnnmehr durch den tod des kirchhorrn und priesters Nikolaas Hüter erledigt ist Dat et act in
aala nra. episcopali Const sita 1408. — Or. Karlsruhe (5 Sipplingen). — Kopb. 507, 7 nr. 163 Karlsruhe. —
vgl. nr. 8064. 8066
— april 6. Erwählter, bestätig^r schreibt an alle geistlichen des bistams und ersucht sie am Unterstützung der
lentpriester und pfarrer von Basel im streite gegen Minoriten, beghinen und begharden daselbst Dat 1408, feria
6 . ante dominicam Palmarum. —5 Gleichz. entwürfe: Basel, Staatsarch. (Prediger). — vgl. 1405 nov. 27. 8067
— april 16^ Neunkirch. Belehnt gleich seinen Vorgängern den Hans Stülinger von Regonsperg mit dem dorfe
Hindelwangen (Hnntwangen), dessen vogtei und Zubehör. Geben ze Nünlülch an men tag ze nehst nach dem hL
ostertag 1408. — Or. Staatorch. Zörich (CI 2287). 8068
— april 16. Hermann, bischof von Castoria (Castorien.) und weihbischof des erwählten und bestätigten bischofi
Albrecht von Konst, weiht am 16.april 1408 chor mit altar sowie den altar sab cancello in Überlingen; den einen
altar za ehren des herm, der allorseligsten jangfraa Maria und des hl. Nikolaus und aller heiligen, den andern (sab
cancello) zu ehren Marias, aller engel und erzengel, und erteilt 40 tage bezw. 1 Jahr ablaß. Dat 1408, feria 2 .
Pasee. — Or. Karlsruhe (2/125). 8068
— april 23. Abt Nikolaus und derkonvent von Ochsenhausen logen bischof Albrecht von Konstanz ihre neaekloster-
ordnung vor mit der bitte um bestätigung. In die sancti Georgii 1408. — Reg. aus Ochsenh. Hdschr. series, vitae
et acta abbatum 1 s. 23 tf. 8070
— april 24, Konstanz. Schreibt an den dekan und pfarrroktor zu Lnzera betr. klage des ratos daselbst über
schlimmes leben der geistlichen wie bischof Heinrich [1378 mai 6 ]. Dat Const, nostro sab sigillo presentibas sab
apponso 1408, 8 . kal. maii, ind. 1 . Beide urkunden stimmen fast wörtlich überein. Rückseits oben rechts: Jo.Sfe^
phimi. h, — Or. Luzern, Staatsarch. (Guistl. Freiheiten), — vgL 1412 Juli 15, 8071
Albrecht Blarer, Bischof yon Konstanz. 14B8.
167
1406 april 30, Konstanz. Der generaWikar in spir. des erw&hlten nnd bestätigten biscbofs Albrecht gestattet auf
bitten der piiestcr Heinrich Ton Weil (Wile) und Albert Bütnpell, sowie des Marqnard Bdrgermeistor, bürgers zu
Eßlingen, als testamentsvollstrecker des priesters Johann Kühler Ton Eßlingen, in der Katharinenkapelle zu E߬
lingen einen altar zu errichten, in die mauer der kapelle die notwendigen fenster zu brechen und einen andern altar
wegzorücken, sofern dies ohne yerletzung des (reliqaien)siegels geschehen könne. Dat snb sigillo officialis cnrie
Const, qno utimnr ad presens, 1408, 2 . kal. maii, ind. 1 . — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1884 nach or. Spitalarch.
daselbst. — vgl. 1410 aug. 3 . 8072
— mai 13. Diethelm Wild Ton Klingnau priestor, dem die äbtissin nnd der konvent von Königsfelden die lent-
priesterei zu Wohlenschwil (Woleswile) verliehen haben, verspricht unter anderm dem papste zu Rom gehorsam zu
sein, alle consolationen und bischöflichen steuern selbst zu bezahlen und sich mit dem seitherigen einkommen zu
begnügen; dasselbe besteht ans 15 stück kernen, 15 stück roggen, 15 malter haber und 5 stück an fafmis(?).
Geben uff dem nechsten snnnentag nach Pancracii 1408. — Or. Aarau, Staatsarch. (Königsfelden 481). 8093
— mai 18, Konstanz. Rudolf von Breitenlandenberg verkauft mit genehmignng des bischofs Albrecht den halben
teil des sogenannten großen weihnzehnten zu Markdorf, dessen anderer halber teil dem kloster Salem gehört, um
830 Rh. fl. an propst Jakob und den konvent des stiftes Waldsee. Geben ze Cosi an fritag vor s. Urban 1408.
— reg. WürttVjh. 1 (1892), 332 nr. 6 . — DiözesanarchSchwaben 8 , 94. 8074
— mai 22, Lucca. Papst Gregor XH. an den abt und konvent von Kappel. Die adressaten trugen vor, daß Johann von
Seen (Seo), ritter, in anbetracht der geringen einkünfte des klosters, welches durch kriege geschädigt worden war,
und ans Wohlwollen gegen dasselbe, in dem er sich seine grabstätte wählte, die kirche von Kirchberg seines patro-
nates zu schenken vorhatte, damit ^ese pfarrkirche samt den tochterkapellen in Rüschlikon (Ruslike) und Wollis-
hofen (Wellisbovc) dem kloster inkorporiert würde. Der papst beauftragte darauf den abt von Rüti, die inkorpora-
tion vorzunehmen. Die einkünfte des klosters waren zu 150m.s., die der kirche nnd fllialen zu 25 m. s. angegeben.
Da jedoch die einkünfte des letzteren über 40 m. s. betragen und die bulle deswegen ungültig sein könnte, bestätigt
der papst die inkorporation. Dat. Luce, 10 . kal. innii, a. 2 . — Or. Zürich, Staatsarch. (Cn 4 nr. 394): unter dem
bng links: Ju, taxe 30. Ja, Ängdus, Jo, Dsung, 9 ; auf dem bug links: Magio, rechts: Pro (Jae,Rodino durch¬
strichen) Eduardo. B, de Vtneio iij, Rückseits oben: tax, ad 2 jlor,, 1 aat. eai,,, dann B darin A. Beim bug
rechts: Anselmua. Bei den schnüren: aolvit ... Francino, 8075
— mai 24. Verkauft an dekan und domkapitel von Speier die quart im betrage von 56 m. s. mit allen rechten,
»welche sie seither von allen zehnten nnd gütem und ihrer kirch zu Eßlingen in jedem vierten jahr als annus bi-
sextilis auf s. Thomastag an das hochstift gezahlt habenc, um 2016 Rh. fl. Es wird bestimmt, daß nach der pfand¬
löse die abgabe von 56 m. s., zu je 6 fl. gerechnet, nicht erhöht werden soll. Das domkapitel stimmt zu. Außerdem
siegelt die stadt Eßlingen. Geben 1408, uff dunstag nach dem sunentag Yocem jocunditatis nach den ostran. —
Eingerückt in den revers des domkapitels von Speier vom gleichen datum: Or. Zürich, Staatsarch. (C11 22). —
— Kopb. AA, 771 Erzbisch. Arch. Freiburg i. B. — Kopb. 500, 257**; 503, 284 Karlsruhe. — abschr. Zürich,
Staatsarch. (WII 3 bl.46). — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1885. — vgl. Müller, Die Eßlinger Pfarrkirche im Mittel-
alter (WürttVjh. 1907 s. 237 ff.). 8076
— mai 31, Konstanz. Inkorporiert, dem ersuchen des grafen Friedrich (VII.) von Toggenburg entsprechend,
die Pfarrkirche zu Mogelsberg der abtei St. Johann im Thurthal. Friedrich von Toggenburg hatte dem kloster die
gen. kirche d. d. 1408 april 26 übertragen und dom bischof in einem nicht näher datierten briefe um inkorporation
gebeten. Dat. Const 1408, poni Gregorii XII. a. 2 ., mens, maii die ult. in aula nra. pontificali, hora vesperamm
vel quasi, ind. 1. — Hotariatsinstrument des Johann Bußnang, klerikers des bistums Konstanz, mit der zeugen-
schaft des Rudolf Spitzli, dr. decr. und domherren von Konstanz, und des Heinrich am Hof: Or. Stiftsarch. St Gallen.
•— Wartmann, Ü-B. St Gallen 4, 843 f. — reg. GFrSOrte. 4, 206. 8077
— jmii 8. Konrad von Scbellenbeig, ritter, bittet bischof Albrecht (electns et confirmatus) um bestätigung eines
von ihm gestifteten und ansgestatteten altars in der pfarrkirche zu Hüfingen (Huf-) zu ehren der jungfran Maria
und der hl. Barbara, Margareta, Chiistophorus und Leonhardus. 1408, feria 6 . ante fest. b. Bamabe ap. •— ausz.
Fürstenbeiger U-B. 6,52 note 9 nach Or. Donaueschingen. 8078
— jani 16, Waldsee. Die sieben hauptleute und die ritter von St Georgenschild, unter ihnen b. Albrecht von
Konst, vereinigen sich zum schütz gegen die Appenzeller, nachdem sie vor denselben gewarnt sind. Gegeben Waise
1408, am sambstag nach Veits tag. — Zollweger Ü-B. 1 , 2 , 165. — erw. ZGORh. 27, 305. 8079
— Juni 16. Hermann, bischof von Castoria, generalvikar in pont. des erwählten und beslAtigten Albrecht, be¬
urkundet, daß er 1408 juni 13 in der kapelle des St Katherinenspitals zu Esslingen einen altar zu ehren Christi,
Maria, der drei Weisen, der hl. Sebastian, Erhard, Jodocus, Dorothea nnd Barbara geweiht hat und erteilt 40 tage
bezw. 1 jahr ablaß. Dat [1408] 16. kal. iunii [I iuliil] ind. 1 . — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1884* nach or.
. spitalarch. daselbst 8080
158
Albrecht Blarer, Bischof yon Eoustanz. IfÖS.
1408 Juni 20^ Konstanz* Vereinbart mit dem edlen (baro = fryer berre) Badolf von Aarbnrg, daß dieser, der
seit längerer zeit die qnarten zn Snrsee and Altishofen besessen, aber unter des bischofs yorgängem »Yon laistnng
and ander sacbe wegen c großen schaden erlitten hat, die erstere dem hochstift zarückstellt, die letztere bis zn seinem
tode als leibgeding behält Das domkapitel stimmt za. Geben ze Cost. an mittwochen vor s. Johans tag Baptisten
1408. — Eingerückt in den revers des Badolf von Aarbnrg d. d. 1408 juni 27 (Geben ze Cost. 1408, an [der
nächsten mitwochen nach s. Johans tag Baptisten): Or. Karlsruhe (5 Altishofen). — Kopb. 500, 132*’ Karlsrahe.
—' Kopb. AA, 164 Erzbisch. Arch. Freibarg i. B. 8081
^— jani 20) Klingnan* Erwählter von Konst, bestätig^ auf bitten des propstes Badolf von He wen und des ka-
pitels von Beromünster das Statut d. d. 1408 joni 15, wonach jeder aafzonehmende Chorherr 2 karenzjahre halten
und dem stiftskellerer 40 goldgolden und für die cappa 10 goldgalden zahlen soll. Das stift hat durch krieg und
’ brand sehr gelitten. Dat in oppido nostro Clingnöw 1408, 12. kal. iulii, ind. 1. — Or. Beromünster, Stiftsarch.
8082
jnll 10) Konstanz* Erwählter und bestätigter, verlegt das kirchweihfest der kapeUe Si Peter beim kloster
St Gallen wieder auf den tag nach Mariae Himmelfahrt (aag. 16), an welchem tage es vor seiner ersten Verlegung
auf den sonntag nach Othmar gefeiert worden war, and bestätigt die früheren ablässe. Dat. Const sub secreto
nostro presentibus appenso 1408, 6. id. iulii, ind. 1. — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 860 nr. 2425. 808$
— Jnli 11) Konstanz. Bürgermeister uind rat von Konstanz bestimmen auf rat and bitte des leutpriesters und der
Chorherren von St. Stephan drei ratsherren: Hans Muntprat, Konrad Mangelt und Ital Egli za pflegem and helfem
des baaes an der St Stephanskirche ,die gräßlich gebresthaft and brüchig ist ze allen siten*. Mit zwei jährlich vom
stifte St Stephan zn wählenden Chorherren sollen sie die ausführang des baucs leiten, wenn nötig höfe and häuser
des Stifts »an der kirchen lengi« abbrechen, die aber »an komlichen stettenc mit den alten freiheiten »widerkert«
werden müssen; letzteres soll mit den einkünften der toten pfründen geschehen. Die aussteller behalten sich die er-
saizwahl für einen etwa aasscheidenden pfleger vor. Die pfleger sollen von den einkünften des hauses bücher,
glockenseile and anderes, das zur Zierde der kirche gehört; bessern, über einnahmen und aasgaben alljährlich za
Johanni (juni 24) dem stifte rechnung ablegen. Die Ordnung ist »beret« worden auf der bischöflichen pfalz vor
bischof Albrecht, der sie in einem besonderen briefe bestätigt hat. Geben ze Cost 1408, an der nähsten mitwochen
vor s. Margarethen tag. — Kopb. 585, 128* Karlsruhe. Ebenda bl 126* die gleichlautende urkunde des kapitels
St Stephan, ausgestellt von meister Volmar Sack leatpriester, Markas Hantpiß, Johann Bjschoff, meister Hans
Tanger, Heinrich Käser, Konrad Höflich, meister Nikolaus Naß, Petras Glückhaft, Jakobos Bart, Chorherren. 8084
— Jali 23) Küssaberg. Ulrich Thüring von Brandis, freiherr (frig), beurkandet seinem bruder Wolfhart von
Brandis 5000 alte rhein. galden schuldig za sein. Diese forderang ist an Wolfharts sohn, Wölfeliii von Brandis,
den Vetter des aasstellers übergegangen. An Wölfelin versetzt daher Ulrich Thüring von Brandis folgende stücke:
die feste Küssaberg samt zubehÖr, bislang vom hochstift Konstanz za pfand verschrieben; die fischenzen, bislang
von Ulrichs oheim, Diethelm von Krenkingen, freiherr, verschrieben; den anteil am kirchensatz und der kirche za
Pützen, 6 fader weingeld und 40 pfd. heller zins, bisher von dem abte und dem kloster der Beichenaa verschrieben,
für welche der weinzehnte and die Steuer zu Allensbach (Alaspach) Unterpfand sind. Es bleibt dem aussteller Vor¬
behalten, auf seine kosten zu Küssaberg za wohnen. Als Zeichen ihrer zastimmang siegelt Ulrich Thürings gemahlin,
Ite von Brandis geh. von Hewen; weiterhin Badolf von Aarbnrg und Hans von Tengen, freiherren. Geben ze Küs¬
senberg an dem nehsten mentag vor s. Jacobs tag dez hl. zwulfbotten 1408. — Or. Karlsruhe (10/63). — ausz.
Krieger, Topogr. Wörterbuch von Baden 1*, 1286. 808$
— Juli 24) Konstanz« Belehnt in anbetracht der vielen nutzbaren dienste, die ihm Heinrich von Tettikoven gen.
Bündrich, bürgor za Konst., getan hat, denselben mit der feste Liebenfels, mit der freien vogtoiza Neanforn (Nufron),
dem hof za Wil (Wila) mit leut und gut, and mit der freien vogtei und dom vogtrecht in Obersommeri (Obra Sambry)
im Thargan, alles leben des bistams. Ze Cost. uff unser pfallenz geben 1408, an dem nächsten (so!) an sant Ja¬
cobs abend des zwelffbotten. — Or. Fraaenfeld, Kantonsarch. (Herdem). — erw. Tharg. Beiträge 28 (1888) 48.
8086
— Juli 24. Die bürger der stadt Yeringen bitten den bischof Albrecht am bestätigang der von ihnen g<!stifteton
St. Johannes Ev.-pfründe in der Michaelskirche za Veringen-Dorf. Graf Eberhard von Württemberg überläßt den
bürgern das patronatsrecht and janker Haag von Hornstein, in dessen händen die gen. kirche steht, gibt seine za¬
stimmang. Geben an s. Jacob abend 1408. — Späte abschr. Sigmaringon, Domänenarch. 8087
Juli 30) Konstanz* Erwählter and bestätigter, verordnet auf die bitte der stadt Lindaa und des dortigen
hL Geistspitals, antor hinweis auf eine Verfügung seines Vorgängers Nikolaus, daß nach dom freiwilligen verzieht
des Priesters Nikolaus Solbach, die kaplanoipfründe des spitals fürderhin zusammen mit der kirche in Weissensborg
von einem ihm za präsontierenden priester vorsebeu werden soll. Dat. Const. 1408, 3. kaL aug., ind. 1. — Or.
. Albrecht Blarer, Bischof von Konstanz. 140$.
150
Lindau, Spitalarcb. Der bischof erläßt dem pfarrberm zu W. die ersten fräcbte. — Würdinger, Urkuodenausz.
B. 59. 8088
141^ aug. 12) Konstanz. Bestätigt die Statuten des kapitels Biberacb. Die Statuten enthalten vor allem eine auf-
zälilung der höbe der mortuarien, wie sie von jeder kircbe zu entrichten waren. Dat. Const. 1408, 2.(?) id. aug.,
iiid. 1. — Abschr. (17. jh.) Stuttgart, Staatsarch. (Kl. Ochsenhausen). 8089
— sept. 7, Konstanz. Gibt ein vidimus der urkunde b. Marquards d. d. 1406 juli 18 (ablaß für Weingarten)
und erteilt selbst för besuch der kircbe am feste der gebürt des bl. Johannes d.T. 40 tage bezw. 1 jabr ablaß. Dat.
et act Const. in aula nostra episcopali prope ecclesiara nostram Const. sital408, ind. ]., pontif. Gregorii pape XII.
a. 2., mens, sept die 7.; zeugen: Heinrich Bogwiller, kustus zu Biscbofszell, und Johann Fridbold, des Konst bofes
notar. — Kotariatsinstrument des Leonhard SchOnbenz von Lindau: Stuttgart, Staatsarch. (Weingarten). 8090
— sept.’ 7) Konstanz. ,Dei et apost sedis gratia electus ecclesie Const* tübrt nachfolgende urkunde des päpstl.
poenitentiars Landolf äus: 1407 märz 16. Antonius episcopus Penestrin., großpoenitentiar, erteilt dem bischof
von Konst bezw. dessen generalvikar in spir. die Vollmacht, abt, mönche und konversen zu Weingarten zu absol¬
vieren, da sie entgegen der bestimmung Urbans Y. »Ne in vinea dominic einige mßnebe und konversen simonistisch
aufgenommen haben, unter der bedingung, alles zum vorteil des klosters erhaltene gut zuräckzuerstatten. Auch
können die mönebe in andere klOster versetzt werden. Dat Rome apud s. Petrum 17. kal. apr., pontif. Gregorii
pape XIL, a. 1. (Or. Stuttgart Staatsarch. (Weingarten); unter dem bug links: N. de Peru-duodecimV-sio; auf
dem bug links: XIL; rechts: P. de Cancellariis. Bückseits oben: Wart,; mitte: ln causa Wingarten,), — Dar¬
nach absolviert und dispensiert der bischof die betreffenden von den strafen und nimmt die schuldigen mOnche neu
auf, da eine Versetzung in andere klöster schwierig wäre. Dat et act in aula nostra episcopali Const 1408, ind. 1.,
pontif. Gregorii pape Xll. a. 2., mens, sept die 7.; zeugen: Heinrich Boggwiller, kustos zu Biscbofszell, und Jo¬
hann Fridbold, des Konst.bofes notar. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weingarten); es bängt das biscbofssiegel (nicht
elektensiegel). — Worin die Simonie bestand, darüber gibt die ähnliche urkunde d. d. 1433 Juni 25 aufsebluß. —
reg. DiOzesanarebSebwaben 9 (1892) 47 f. 8091
— sept. 13. Bestätigt die Statuten des kapitels Sursee. — erw. Bölsterli, Die Einfuhrg. d. CbrisiOntums s. 89. 8092
— sept* 15) Konstanz. Befreit mit Zustimmung des domkapitels die der abtei Kappel inkorporierte kircbe
Kircbberg von der Zahlung der ersten fruchte vorbehaltlich der konsolationen und bannalen, nachdem er von Jo¬
hann von Seon 300 fl. empfangen bat Dat. Const. 1408, 17. kal. oct., ind. 1. — Regg. Cappel nr. 298. — vgl.
nr. 8075. 8093
— sept. 22. Der generalvikar in spir. b. Aibreebts gibt den auftrag, den Konrad Briner von Ergenzingen in die
St. Antoniuspfründe der pfarrkirebe Eutingen, welche durch resignation des Nikolaus Sartor von Altingen erledigt
ist, einzuweisen. Präsentationsreebt übte Heinrich Böcklin (von Bücklinsau) aus (ob inhalt so richtig?). — reg.
Württemberg. Pflegerberichte Stuttgart nach mir unzugängl. or. im Staufenbergpseben Rentamtsarch. lAUtlingen.
8094
—< okt. 2. Hermann, bischof von Castoria, suf^agan des bischofs Albrecht, erwählten und bestätigten, erteilt dem
alten und neuen kloster St. Blasien, den kapellen der mutter Gottes und der hll. Johannes d. T., Benedikt, Michael,
Nikolaus und der St. Stepbanskirebe daselbst 40 tage ablaß. Dat. et act ipsa die s. Leudagarii mart 1408, ind. 1.
— Gerbert, Historia silvae nigrae 3,327. 8095
^ okt. 13) Konstanz. Dekan und domkapitel zu Konst, schreiben an die stadt Eßlingen: ihr habt von Burkhard
von! Singen nnserm pfleger zu Eßlingen 2016 fl. empfangen, wir bitten ihm das geld wieder zuzustellen, dann
stellen wir euch darüber quittupg aus. Geben ze Cost. an samstag aller nebst vor s. Gallen tag l’408. — Or.
Eßlingen, Stadtareb. . . 8096
— okt. 19) Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Albrecht, enrählten und bestätigten, bestätigt mit¬
telst transfix die Stiftung und bewidmung einer pfründe auf dem Dreikünigsaltar in der rechten Seite der leutkirebe
zu Winterthur, welche d.d. 1408 april 24 durch Adelheid von Adorff bürgerin zu Winterthur, im namen ihres ver¬
storbenen Schwagers Heinrich Haldenmann und dessen frau Margareta erfolgt war. Dat. Const. 1408,14.kal.nov.,
ind. 1. — Or. Winterthur, Stadtareb.; der generalvikar benützt das Siegel des Offizialats des Konst, bofes.— Nach
dem tod der Adelheid Haldenmännin präsentieren Schultheiß und rat zu Winterthur den priester Konrad Schnabel,
leutpriester zur Winterthur, welcher sieb zu den Satzungen des Stiftungsbriefs verpflichten muß d. d. 1423 okt. 12.
(Or. ebenda). — Kopb. 5, 69 ebenda. 8097
— okt. 21) Nürnberg. Ist bei könig Ruprecht auf dem tage zu Nürnberg. Die stadt Nürnberg schenkt ihm
16 qr. — 2 9fl8ß 8 heller. ~ Deutsche Reiebstagsakten 6, 308 f. 8098
— nov. 6, Wien. . Leopold, berzog von Österreich bittet den bischof bezw. dessen generalvikar, zu der verziebt-
. leistung des Konrad Martin von Cosingen, herzogl. offlzials und eintreibers der Mcbte im Elsaß und Suntgau, auf
160
Albrecht Blarer, Bischof yon Konstanz. 1408.
. die Pfarrkirche Eriens (Erens), deren patronatsrecht dem herzog znsteht, seine znstimmang za geben. Dat Wienn
die 6 . mens. nov. 1408. — Or. Aaran, Stadtarch. (Zofingen237).— 1397 aag. 30 erhält der gen. Eonrad Martin,
kfichenmeisier der gemahlin des herzogs, die zosichernng der promotion anf die abtei Laders and 1400 märz 8 die
zosicherohg aaf die gen. abtei oder aof die propstei Mänster, welche von beiden zaerst vakant wird (ebenda 204.
209). — vgL 1409 jani 7 . 809»
1406 nOT. 9, Eonstanz. Johannes Bölling, decr. dr., domherr zn Eonsi als vom Eonst. offizial bevollmächtigter, teilt
dem elekten Albrecht, dem abt and konvent von Bheinaa and dem dekan in Bachberg die bolle Gregors EIL d. d.
. 1408 okt 10 (Dai Senis 6. id. oct, a. 2), welche an den Eonst. offizial gerichtet war, mit, worin der papst dem
Johann Trachseß, Eonsi domherr, die darch den tod des kirchherren Johann Schaff haaser erledigte pfarrkirche za
Erzingen verleiht, and beaaftragt den bischof mit der ein Weisung. Dai et aci Consi 1408, ind. l.,pontif. Gregorii
pape XU. a. 2., mens. nov. die 9. — Eotariatsarkande des Johann gen. Binder: Zürich, Staatsarch. (CII 17
nr. 116). — OriginalbaUe Gregors XII ebenda nr. 114; unter dem bog links: De,(?) taxe 26.F. de Madio. A,de
Fuecis. 9 ; rechts aaf dem bag: Pro G,deArzago, Jo, de (JoUie J, Bückseits E darin Ä. Bei den schnüren: eolvü
tnichi Francino, — 1403 nov. 19 bearkondet der offizial, daß er den Johann Trachseß geprüft habe and in aUem
außer in dem gesang far taugUch fand. Den gesang muß er darum innerhalb eines Jahres lernen. Er bevollmächtigt
zur weiteren aosführong den Johann Bölling (ebenda nr. 115). — reg. Thurgaoische Beiträge 1908 s. 23 anm.
8100
— nOT« 24^ Konstanz« Bekundet, daß Walpurg Frigin, wittwe seines braders weU. Eonrad Blarer, und deren
söhne Eonrad and Ulrich, »vettern € des bischofs, ihm die ihnen versetzte qaart za EßUngen zurückgegeben haben,
und er sie darauf an das domkapitel von Speier verschrieben hat. Dafür versetzt er ihnen nunmehr den zehnten za
Bodman, der von Jakob Schwartz aasgelöst worden war, und den hof zu Laufen, früher im besitze derer von Eber-
hartsweUer. Die bedingungen der Pfandbriefs über die qaart za Eßlingen gelten auch für den neuen vertrag. Dom¬
dekan und domkapitel stimmen za. Za bürgen werden bestellt: dumdekan Albrecht von Beutelsbacb, domkostos
Budolf von Tettikofen, domsänger Eonrad von Mönchweiler, domherr Heinrich von Bandeck, ritter Ulrich von
Friedingen, Hans von Homburg d. ä., Pilgrim von Headorf d. j., Märck von ScheUenberg gen. Büchti, Heinrich
Cristan, Eonrad Schallenberg, Hans Hagen vogt za Eonstanz. Geben ze Cost. 1408, an s. Eatherinen abende. —
Einger. in den revers der empfänger vom gleichen tage; ffir Ulrich Blarer siegelt Eonrad Mangold, bürger za Kon¬
stanz: Or. Earlsrahe (5 Bodman). — Eopb. 501, 5* Earlsrahe. 8101
— dez« I 9 Konstanz« Schreibt an dekan, kämmerer und kapitalere des dekanats Mari: Wir waren kürzlich bei
euch in Ufingen, am über angelegenheiten des bistams za verhandeln. Damals versprachen wir, so bald als möglich
nach Bern za kommen und zwar am sonntag nach Lacia [dez. 16], um daselbst za übernachten. Wir wünschen, daß
einer oder zwei von euch dahin kommen, damit wir mit ihnen über angelegenheiten des bistams beraten können.
Dat Consi sab sigiUo nostro presentibas tergotenos appressato anno domini etc. [1408] kal. dec., ind. 1 . — vgL
folgende nr. und nr. 8108. 8102
T— dez« 7« Schreibt in einem zweiten brief an dieselben, daß schwere hindemisse eingetreten seien; er venchieht
darum seine ankunft .auf das fest der Unschuldigen kinder [dez. 28]; sie sollten dort erscheinen. Dai Consi 1408,
7. id. dec., ind. 1. — Briefformelbach Earlsrahe, Hof- und Landesbibi. (Beichenaa 106 bl 56\) 8108
— dez« 11, Eonstanz. Landulpb, kardinaldiakon tit. s. Nicolai in carcere Talliano, der sich in Deatschland aafhält, am
die einheit der kirche wiederherzastellen, erteilt dem kloster Weingarten, für alle, welche die klosterkirche, um das hl
blut za verehren, an bestimmten tagen besachen, 100 tage bezw. in deren oktav 40 tage ablaß. Dai Consi sab
maioris sigilU nostri appensione die 11 . mens. dec. 1408, ind. 1 .—Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weingarten). 8104
— dez« 13, Heidelberg. Eönig Baprecht stellt eine erste bitte am kanonikat und pfninde am dorne za Eonsi fär
Eonrad, sohn des ritters Marquard von Schellenberg, aaf welche Heinrich von Haifingen resignierte. — reg. Chmel,
Begesta Baperti nr. 2700. 8105
— dez« 18« Mag. Walther von Manderkingen, domherr za Eonsi and propst za Brixen, stirbt und wird vor dem
kreazaltar im dorne zu Eonsi begraben. — MG. Necrol. 1,295. 8106
— dez« 20, Sarsee. Franz, bischof von Sarda and saffragan des bischofs Albrechi weiht den altar der bruder-
Schaft der bäckor (pistorum) in der pfarrkirche za Sarsee za ehren des hl Andreas and des hl. Kreuzes, legi das
kirchweihfest auf sonntag nach Andreas and gewährt ablaß. Acta sant hec in opido Sarsee 13. kal. ian. 1408. —
reg. GFrßOrte. 6,82 nach or. Sarsee, Stadtarch. 8107
— dez« 30, Bern« Bestätigt mittelst transfix eine urkunde. Dai Berne 1 409, 4 . kal ian., ind. 2 . — Or. Thon,
Stadtarch. (ohne s.). Die urkande selbst ist nicht mehr mit obiger verbunden und daher ihr inhalt nicht festza-
stellen (notiz im material). — vgl nr. 8102. 8106
Albrecht Blarer, Bischof Ton Konstanz. 1409.
161
1409 TOr Jan. 8. Der mbischof Johann von Mainz bemfl anf Jan. 8 seine saffragane zu einem prorinzialkontil.
' — erw. Binieiim, Oeschichte der deutschen Konzilien 7, 19. — Oh das konzil zustande kam, ist nicht sicher.
8109
— Jan. 25^ Konstans. Verkanft unter bestellung tod angdlten und bärgen um 800 pfd. hoUer auf wiederhanf
eine j&brliche gülte an Afra, Nesa, Greta und Wandelburg die Raiserinen, geschwister. Das domkapitel stimmt zu;
außer ihm und dem bischof siegeln angulten und bärgen. Geben ze Cost. 1409, an s. Pauls tag conversionis. —
Kinger. in den rezers der 4 genannten d. d. 1409 jan. 26. Pur sie siegeln ihre Tßgte, Gebhard Ebinger und Hein¬
rich Ehinger sein sobn, stadtammann zu Konstanz. (Geben 1409, an dem neebsten samstag nach s. Pauls tag con-
Tersionis): Kopb. 500, 210* Karlsruhe: nur in sp&rlichem reste. 8110
— jan. 28) Konstanz. Der generahihar in spir. des b. Albrecht bestätigt mitttelst transfiz die Stiftung und be-
widmung einer meßpfrflnde auf dem altar der hlL Johannes d. T., Erhard, Diepolt und Barbara in der pfarrkirebe
zu Dlm durch weil Dorothea des alten Hanns Schmidts sei hansfran d. d. 1409 jan. 16. Dat Consi 1.409, 5.
* kal. febr., ind. 2. — Abschr. Ulm, Stadtarch. — reg. Bazing-Yeesenmeyer nr. 95. 8111
— febr. 8, Heidelberg. Antonius» ep. Portuen. cardinalis Bononien., legat in Deutschland, bestätigt den Predi¬
gern die urkunde b. Marqnards d. d. 1404 sept. 27 (rgl. nr. 7851). Dat. Hejdelberge, Wormaden. dioc., sub si-
gilli nostri, quo nt camerarins utimnr, appensione 1409, ind. 2., die 3. febr., pontif. Gregorii XIL a. 3. — Or. Stutt¬
gart Staatsarch. (Binsdorf); unter dem bug rechts: If. de Pieis; auf dem bug: gratis, O. de Meghen, Bfickseits
nichts. 8112
— febr. Altdorf. Franziskus, bischof ron Sarda (Sardensis), weihbischof des Konstanzer erwählten und be¬
stätigten Albrecht, weiht in der holzkapelle zu Iscntal einen altar zu ehren des hL Theodnl und der 11 000 Jung¬
frauen, bestimmt als kirchweihfest den tag nach dem feste des hl. Blasius und erteilt 40 tage ablaß. Dal in Alt¬
dorf in Ure (1409, in die crastina post festum s. Blasii). — GFrßOrie. 42, 59 nach or. Kirchenlade Isental.
8118
— febr. if Altdorf. Derselbe erteilt den pfarrkindem zon Silenen an bestimmten tagen 40 tage ablaß. Dat in
Altdorf in terra Uranie [ohne datum]. — GFrSOrte. 42, 59 nach Or. Kirchenlade Silenen. 8114
— febr. 11. Ulrich Hartzer, bärger zu Konstanz, quittiert dem bischof und dem domkapitel äber 800 flT heller,
welche diese seinem zerstorbenen zater Heinrich Harzer schuldig waren. Die ganze schuld betrug 2800 heller,
dazon wurden bereits früher 1500 S bezahlt, so daß die restschuld noch 600 heller beträgt Geben an mentag
zor 8. Yalentins tag 1409. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 95). 8115
— febr. 18^ Petershausen. Abt Johann zon Petershansen präsentiert dem erwählten und bestätigten bischof
Albrecht für die erledigte pfarrkirebe zu Waltershofen den kleriker Thomas Fiestgang(?) zon Überlingen. Dat. in
monasterio nostro 1409, 12. kal. mart, ind. 2. — Kopb. 797, 192'» Karlsruhe.. 8116
febr. 28^ Konstanz. Ist als mitglied der riiterschaft zom St Georgenschild beteiliget an der Vereinigung der
Stadt Konstanz mit derselben zrider die Appenzeller und deren zerbündete. Geben ze Cost an donrstag zor dem
sunnentag Beminiscere in der zasten 1409. — Or. Karlsruhe (Konst Bündnisse). — Zellweger, U-B. 1, 2, 188.
— reg. ZGGFreiburg. 3, 334. — erw. ZGOBh. 27,336. 8117
— mSrz 6. Ulrich, abt zon Wagenhausen, beurkundet, daß er mit Zustimmung des bischofs Albrecht einen zins
zon */4 kernen und einem huhn samt dem zugehörenden gute, haus, äckem und wiesen zu Obenrinterthur an Ulrich
Eigendal, bärger zu Winterthur, um 8 heller zerkauft hat Der bischof siegelt samt dem abte. Geben an dem
— 6. tag mertzen 1409. — Or. Wintherthur, Stadtarch. 8118
^ mlrz 17. Beurkundet mit Johann zon Tengen, freiherm zu Eglisan, daß zwischen denen von Zürich einerseits
und mehreren gen. leuten aus dem amt Begensberg anderseits krieg und mißhellnng entstanden. Zur beilegping der
Streitigkeiten beorderte die rittersebaft zom St. Georgenschild die aussteller, welche zon jeder partei 2 schiedslente
zu sich nehmen sollten, und zwar zon seiten der Züricher die Züricher bürger Rudolf Kilcbmatter und Jos Kiel,
■ zon seiten der leute zon Begensberg Johann zon Münchwile und Johann Fridricb, Schultheiß zu Waldshut, um den
streit zu schlichten. Geben an dem 17. tag des manods merzen 1409. — Or. Zürich, Staatsarch. (CI 1497). —
reg. GFrßOrte. 4, 206. 8119
— mftTZ 17. En scheidet mit Johann zon Tengen, freiherm zu Eglisau, im anftrage des Si Georgenschildes
den streit zwischenZürich einer- und Heinrich zon Erzingen und dessen helfer anderseits unter beizug von schieds-
leuten dahin, daß aller streit beendet und schaden gegen schaden sein soll; diejenigen, welche in die Stadtbücher
• als zermfen eingetragen wurden, sollen daraus wieder getilgt werden. Geben an dem 17. tag des manods mertzen
1409. — Or. Zürich, Staatsarch. (CIY 6). . * 8120
—- mfirz 22, Koustaiiz. Schreibt an die geistlichkeit in stadt und bistnm. Da es zorgekommen, daß die eze-
kutoren päpstlicher bullen teils ihre macht überschritten, teils sich ohne auftrag in derartige angelegenheiten
UegeiteD dor Biicböfe Ton Koii«<»u. Hl.
162
Albrecht Blarer, Bischof yon Konstanz. 1409.
mischten oder reskripte zur dnrchfnhrang zn bringen sachten, welche ihre goltigkeit längst verloren hatten, während
. wieder andere sich wiederrechtlich Provisionsbriefe zur erlang^ng von benefizien za verschaffen woßten, hat er allen
prälaten verboten, päpstliche briefe, seien es Justiz- oder gratialbriefe, zor darchfahrang za bringen, wenn sie nicht
vorher ein bischöfliches vidimas hätten anfertigen lassen. Auf bitten der Deatschherren (der Mainaa) gibt er non
denselben ein vidimas einer bulle papst Johanns XXII. d. d. 1319 jali 13 (3. id. iulii, a. 3), worin der papst den
erzbischof von Mainz and die bischOfe von Straßbarg und Wärzburg als konsorvatoren bestellte. Verfagongen dieser
konservatoren aof grand päpstlicher ballen sollen demnach dieselbe goltigkeit haben, wie wenn sie vom Eonstanzer
hofe aasgegangen wären. Dai Const 1409, 11. kal. apr., ind. 2. — Or. Earlsraho (3/136) mit schönem Siegel des
bischofs. 8121
1409 april 18^ Konstanz. Verkauft auf wiederkauf an Johann Iberg, bdrger za Sarsee, am 800 Bh. fl. die qoart
der kirche za Sarsee mit 2 altären daselbst Domdekan and domkapitel hatten dazu ihre zastimmang gegeben. Ze
Cost geben 1409, an dem nehsten donstag vor s. Gören tag in dem abrellen. — Eingeröckt in den revers des Jo-
hann lberg d. d. 1409 april 25 (Geben 1409, am nehsten donstag nach s. Gören tage): Or. Earlsrohe (5 Sarsee).
8122
— april 18^ Konstanz. Abt Johann Kanzler von St Peter im Schwarzwald and der konvent orkanden: sie sind
lange zeit wegen der vom kloster zn entrichtenden konsolation, sowie wegen der qoart des dorfes St Dgen (Gjlgen)
and wegen der zehntquarten des hofes za Laufen, der nach Bettbarg gehört mit bischof Albrecht and dem dom¬
kapitel in streit gelegen and vor allem mit brnder Marqaard von Eönigsegg, Deatschordenskomtnr zu Freibarg, dem
die gen. konsolation und quarten aaf wiederkauf verpfändet waren. Mit zastimmang des bischofs einigen sich die
beiden Parteien auf meister Johann Keller von Stockach, dr. decr. and offizial za Konst, als gemeinen mann and
je 2 schiedsleute. Aaf einem tag, bei dem der gen. mag. Johann Keller, Johann Schörpfer, generalvikar za Konst,
and Chorherr za St Johann, Nikolaus Schultheis Stadtschreiber and meister Burkhard Nell, schalmeister za Villingen,
zagegen sind, wird die.klagsache dahin entschieden: das kloster soll dem bischof bezw. dem Deatschordenskomtor,
dem die gen. konsolation verpfändet ist, jährlich auf Martini als consolation 4 m.s. Freiburger Währung entrichten,
wie es in den alten registem za Konst, geschrieben steht Desgleichen auch die qoart des hofes St Ilgen and die
zehntqaart des dorfes Laufen. Geben ze Cost. an donstag vor s. Georjen tag 1409. — Or. Karlsrabe (5 St Peter).
812S
— april 2 O 9 Inzigkofen. Heinrich, bischof von Thermopjlä, generalvikar in pontif. des bischofs Albrecht, he-
arkundet, daß er am gen. tage den neaen kreazgang in Inzigkofen, welcher zum begräbnis der sehwestem bestimmt
ist, geweiht hat, transferiert den kirchweihtag aaf sonntag Jubilate and bestätigt die früher [1388 sept 14] er¬
teilten ablässe. Sigillam nostrum pontificale, qoo in talibas ntimar, presentibos doximas appendendnoi. Dat et act
(1409 die 20. aprilis). — Or. Sigmaringen,Domänenarcb. (Gr. Sigmaringen); gut erhaltenes Siegel mit rückseita
eingedrücktem sekretsiegel. 8124
— mal Villingen. Berthold von Falkenstein, ritter, and Erhard von Falkenstein, herr zu Ramstein, präsen¬
tieren dem b. Albrecht bezw. dessen generalvikar in spir. für die pfarrkirche Stetten im dekanat Haigerloch, welche
durch tod des priesters Berthold Wolf von Haigerloch erledigt ist, den kleriker Konrad Wigg von Trochtelüngen.
Dai in opido Vilingen ipsa die Philyppi et Jacobi 1409, ind. 2 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bosenfeld 6 . V.).
— vgl. mai 26. 8l2ft
— mai 2, Konstanz. Verschreibt den töchtern des weil. Heinrich Goldast, Anna and Ursula, klosterfrauen zn
Münsterlingen, für ein dariehen von 150 pfd. Konst, pfg. za leibgeding eine jährliche rente von 15 pfd. Konst pf{g.
ans den gefällen Hes bischöflichen siegeis, zahlbar auf Martini (nov. 11 ) and Johanni (jani 24). Stirbt eine der
Schwestern, so erhält die überlebende bis za ihrem tode noch 8 pfd. pfg., jeweils zur hälfte an den bezeichneten
terminen; stirbt aach sie, ist das leibgeding erledigt Za bürgen, die nötigenfalls za einlagem verpflichtet nnd,
werden bestellt: der domkastos Badolf Tettikofen, der domherr Konrad von Münchwille, Heinrich Tettikofen bürger
und Johann Hagen vogt zu Konstanz. Domdekan und domkapitel stimmen za; die bürgen siegeln. Ze Cost geben
. 1409^ an des hL crützes abend in dem mayen. — Einger. in den revers der gen. klosterfraaen d. d. 1409 mai 4,
welchen deren früherer vogt Heinrich Boggwiler, bürger za Konstanz, siegelt Geben ze Cost an samstag nehst
nach des hl. crützes tag ze mayen 1409: Kopb. 500, 94* Eaqsrohe. 8126
— mai 13, Baden i. A. Beauftragt den dekan und kammerer des dekanates Luzern, den ihm von herzog
Leopold von Österreich als pfarrer za Kriens präsentierten priester Johann Martini za proklamieren, da die pfhrrei
darch resignation des Konrad Martini erledigt ist, Dat in Baden 1409, 3 . id mail, ind. 2 . — Or. Staatsarch. La-
zera (Pfarrei Kriens fase. lll). — vgl. nr. 8099, 8132. 8127
— mal 14. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Albrecht bestätigt mittelst transflx die
Stiftung and bewidmang des Mattergottesaltares in der pfarrkirche Ehningen (Enuiugen) darch Eberhard Sölr, edeU
knecht, und Friedrich Sölr, kirchherr zu Ehningen, d. d. 1409 febr. 3 , and beauftragt den dekan des dekanati
Albrecht Blarer, Bischof TOii Konstanz. 140d.
163
Henrenberg, deo priester Heinrich Zaißlin als kaplan sn investieren. Der anssteiler siegelt mit dem offizialatssiegel»
»qno ad presens ntimur«. — Act. 1409, 2. id. maii, ind. 2. — Or. Stnttgart, Staatsarch. (Gäterstein). — Kopb.
Gäterstein s. 56 ebenda. — reg. Blätter für Württ. Kircbengesch. 1895, 82. 8128
1409 mai 15, Konstanz. Schreibt an ammann, landlente, richter nnd rechtsprecher des landes Unterwalden. Jo¬
hann Steiner, konventbroder von Engelberg, will seinen mntterbrnder Heinrich Hürwler, einen verstorbenen land¬
mann von Unterwalden, beerben, da er dessen nächster verwandter ist. Dagegen sagen die landiente von Unter¬
walden, Steiner dürfe als geistlicher nicht erben. Der bischof entscheidet lant gntachten der gelehrten Juristen nnd
pfaffen des hofes zu Konstanz auf gmnd des geschriebenen rechtes, daß Steiner, wenn er auch münch ist, erben
soll, er und au seiner stelle die abtei. Die landleute mögen trotz etwaiger gewohnheiten dem nicht zuwider handeln.
Geben ze Gost an dem Uffart abend 1409. — Or. Eugelberg, Stiftsarch. (E). Rückseits rechts oben: Jo. Steph .—
GFröOrte. 67 (1902) 147. 8129
— mal 16, Konstanz. Erwählter der Konst, kirche (electns ecclesie Consi) schreibt an die äbte, prioren und
Prälaten der verschiedenen ordenshäuser seines bistnms: er hat gehört, daß einige brüder der Mendikanten nnd an¬
derer Orden, priester, maioristen und professen ohne erlanbnis ihrer oberen ihre häuser verlassen nnd außerhalb ein
ausschweifendes leben führen oder mit rücksicht anf ihren verwandtenkreis in andere orden übertreten; er befiehlt
darum abstellnng dieses mißbranches unter strafe der ezkommunikation. Dat Const. 1409, 17. kaliunii, ind. 2.B.
Auf der rücksoite oben rechts: Leonardi de mandato domini nostriepiscopi. —Or. Luzern, Staatsarch. (Franziskaner
IV, 23). 8180
— mai 25, Schramberg. Egnolf, ritter von Falkenstein, berr zu Harnstein, präsentiert dem b. Albrecht bezw.
dessen generalvikar in spir. für die pfarrkirche Stetten im dekanat Haigerloch, welche durch tod des priesters Ber-
thold Wolf von Haigerloch erledigt ist, den Konrad 'Wigg von Trochtelfingen, priester Konst, bistums. Dat in Ham¬
berg ipsa die Urbani pape 1409, ind. 2. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bosonfeld G.V.). — vgl. 1409 mai 1. 8131
— Jani 7, Baden i. A. Beauftragt den dekan des dekanats Luzern, den kleriker Johann Martin anf die
pfarrei Kriens, welche durch rosignation des Konrad Martin [vgL 1408 nov. 6] vakant geworden und deren patro¬
natsrecht dem herzog Leopold von Österreich znsteht, zu investieren. Dat in Baden 1409 (feria 6. post festnm
corporis Christi). — Or. Aarau, Staatsarch. (Zofingen 239). — vgl. nr. 8127. 8182
— Xnni 11, Konstanz. Verkauft an Pilgrim von Heudorf und dessen gemahlin Ursula, bürger zu Konstanz, die
ihm 570 pfd. Konst pfg. zur lösnng der veste Tannegg vorgestreckt haben, um diese summe auf wiederkauf den
zehnten des dorfes Steißlingen im Hegau. Doch sollen sie jährlich vom zehnten an den leutpriester da.selbst 12 malter
spreu (väser), an den vogt 6 malter hafer Zeller maßes liefern. Erfolgt der rückkauf vor Johanni, so gehört der
zehnte des Jahres dem käufer, sonst verbleibt er dem Verkäufer. Domdekan und domkapitel stimmen zu. Zn Cost.
geben 1409, an s. Barnabas tag des apposteln. — Kopb. 497,325* Karlsruhe. 8133
— Juni 20, Konstanz. Vidimiert auf bitten des Johannitermeisters und der brüder die bulle Johanns XXII. d. d. 1319
okt 9 (Dat. Avin. 7. id. oct, a. 4. >Ad hoc nos Deus«), worin der propst von St Thomas zu Straßhurg und die
domdekane zu Konst und Basel zu konservatoren der Johanniter bestimmt werden. Der bischof kommt damit einer
von ihm erlassenen Verordnung nach [vgl. nr. 8121], womach sämtliche papstbuHen vor ihrer ausfühmng der bi-
schöfl. Vidimierung bedürfen, um dem mit den päpstl. bullen getriebenen mißbrauch zu begegnen. Dat Const 1409,
12. kal. iulii, ind. 2. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Tobel). — Reg. v. Mohr, Tohel nr. 75. 8134
jani 21, Konstanz. Leiht von Bilgri von Heudorf (Hodorf) d. J. von Langenstein nnd dessen frau Ursula
Sailer, bürger zu Konst, 800 ^ Konst die er zur einlösung der feste Küssaberg verwendet Das geld soll auf
.•L.Bämabastag über ein Jahr (l410) zurückbezahlt werden. Angülten sind: Junker Hans von Tengen freier, Hans
Bchwarz ritter, Heinrich Blarrer zu dem Pflüg und Konrad Blarrer bürger zu Konst; bürgen sind: Eberhard Last,
Konrad von Münchwile, domherren zu Konst, Ulrich von Friedingen, ritter, Hans Hag vogt, Hans in der Bünd,
Heinrich Tettikover, Gebhard Ehinger und Konrad Felix, bürger zu Konst. Das domkapitel stimmt zu. Ze Cost
geben 1409, am nehsten fritag nach mittem brahot. — Eingerückt in den revers der Bilgri von Heudorf und dessen
frau d. d. 1409 Juni 22 (samstag nach mittem brachot): Or. Konstanz, Stadtarch. (nr. 630). —reg. Marmor,
Urkundenausz. 47. 8185
— nach Juni 26. Die Barfüßer zu Basel sind erfreut über die wähl papst Alexanders V. (am 26. Juni).. Dagegen
fällt ihnen beschwerlich, daß auch der bischof von Konstanz prozesse wider die beghinen und begharden erlas.sen
hat,, wodurch die aus Basel vertriebenen, welche in der herrschaft Kötteln [von markgraf Rudolf von Hachberg nnd
. dessen gemahlin] 3Va Jahre geduldet wurden, wieder vertrieben wurden. — Wurstisen, Basler Chronik s. 213« —
Regg. Markgrafen V. Baden I h914. 8186
— jnlt 5, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Albrecht des erwählten und bestätigten bestätigt mittelst
. transflx die Stiftung einer eigenen kaplanei mit 20 S» heller Jährlicher einkünfte durch Rudolf von Friedingen d. ä.,
21 *
164
Übreclit Blarer, Bischof yon Itonstanz. 140d.
Johann Bo6 and die gemeinde za Daagendorf d. d. 1407 april 22 (?igilia b. Georii 1407), da die pfarrangehOrigen
wegen dberschwemmang der Donaa oft die matterkirche Zell nicht besachen können. Der abt von Zwiefalten ale
patron von Zell und Ulrich Stör, inkarat za Zell, gaben ihre zastimmang. Die Verbindlichkeiten des kaplans and
seine beziehong zar matterkirche sind ao^r^zählt Der aossteller siegelt mit dem Siegel des Offizials, »qao atimor
ad presensc. Dai Const. 1409, 3. non. ialii, ind. 2. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Zwiefalten); rfickseits oben:
Jo, Schür. — Dokamentensammlnng KL Zwiefalten U 19% 21^: ebenda. Abschr. 18. jh. Bottenbarg, Ordina¬
riat (Daagendorf). 8187
1409 Juli 13^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten and beslAtigten bischo& Albrecht gebietet dem
debm za Steckbom, den priester Jodokos Ligatoris gen. Matzinger von Meersbarg in den besitz der frfibmefipfründe
der Pfarrkirche Steckbom einzaweisen. Sie war dnrch den verzieht des Heinrich Matzinger erledigt; ffir sie hatte
dann al)t Friedrich von der Beichenaa jenen priester vorgeschlagen. Dat. Const sab sigillo officialatos carie Const.,
qao atimar ad presens, 1409, 4. id ialii, ind. 2. — Or. Karlsruhe (5 Steckbom). 8138
— Juli 18| Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten and bestätigten bischofs Albrecht investiert aaf
die Pfarrkirche za Kandem den priester Ulrich Kratzer, Basler diözese, der ihm am 17. joni den Präsentationsbrief
von Uhich von ByseL prior von St. Alban za Basel, aof genannte kirche voigewiesen hat Die kirche war durch
freie resignation des Johann Bjschoff von St Ursanne erledigt Dat Const. sab sigillo officialatos carie Const, quo
atimar ad presens, 1409, feria 5. post fest b. Bfargarethe virg., ind. 2. — Die von Ulrich von Bysel aasgestellto
präsentationsorkonde ist vom 22. mal datiert — Or. Basel, Staatsarch. (St Alb. 275/4). 8139
— 11, Konstanz. Dei et ap. sedis gratia electus ecclesie Const. schreibt an bdrgermeister
and rat za Freibarg seine lieben guten freunde and tat ihnen kond: ein gewisser br. Petras de Orliaco (licenciatos
in decretis et preceptor domas s. Antonii Camberriaci dioc. Gracionopolitan. neenon vicarias generalis a domino Ge-
rentano abbate mon. s. Antonii Ord. s. Augastini Yiennen. dioc. depatatas) hat prozesse erlassen und an kirchen in
der diözese Konst angeschlagen, welche nicht aatentisch besiegelt oder im original vorgezeigt worden, and zwar
gegen Jacobas Torculator, chorherm des Freiburger Antoniterklosters and präzeptor der Antoniter in stadt and diözese
Konstanz, am diesem das präzeptorat streitig za machen, ihn an den sammlangen za hindern und dafür den brader
Albert de Uro, der sich das gen. präzeptorat angemaßt hat ca anterstötzen. Br. Petras hängt dem gegenpapst
Benedikt XIII. an and hat sich, obwohl er sich in Konstanz aaf hielt geweigert ans rechenschaft za stehen. Sein
Vorgehen soll verhindert and seinen briefen ohne bischöfl. vidimas kein glauben geschenkt werden. Dat Const in
aola nostra episcopali 1409, 3. id. aug., ind. 2. — Or. Pap. Freibarg, Stadtarch. 8140
— ang. 16, Konstanz. Vor dem generalvikar in spir. des erwählten Albrecht (dei et apost sedis gracia electi)
verzichtet priester Albrecht Wirsing,' kaplan der St. Bernhardskapelle im hofe des abtes von Bebenbaasen za Beut-
lingen, aaf seine pfründe. Dat Const 1409, 17. kal sept, ind. 2. — Or. Stuttgart, Staatsarch, (Bebenhausen);
besiegelt mit dem offizialssiegel, »quo atimar ad presens«; rfickseits oben: Jo. Schür. — reg. DiÖzesanarchSchwaben
1896, 20; 1897, 42. 8141
— ang. 25, Konstanz. Dei et apost sedis ^tia electas ecclesie Const schreibt an die leatpriester von Beatlingen,
Tübingen, Hechingen, Bottenbarg and Thalbeira: Michael von Beischach trägt vor, daß einige seine eheliche gebart
bezweifeln, obwo.hl er als sohn des Konrad von Beiscbach and der Isabella, tochter des königs Jakob von Mqjorca, in
Frankreich geboren sei. Er läd deswegen den Jakob Herter (von DaOlingen) auf sept 11 (feria 4. post Nativitatem Marie)
vor das Konst gericht zar vernehmang über zeugen and orkanden, welche über die eheliche gebart aaskanft geben.
Dat Coost [1409], 8. kaL sept, ind. 2. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Adel); rfickseits die aasffihrangsvermorke.
— Zar Sache vgL MYGEohenzollera 35,11 ft — vgL 1409 febr. 14 nr. 6934. — Michael von Beischach ist also
inzwischen aaf seite Albrechts übeigetreten; oder hat er sich des gegenbischofa nar bedient, am die arkandliche
beglaubigong seiner legitimen gebart leichter zu erhalten? 8142
— nng. 31, Konstanz. Empfängt von Hans von Hombarg d. ä. gesessen za Stoffeln, der witwe Elisabeth von
Landenberg, Iran des verstorbenen Albrecht und deren brader Heinrich von Bandeg^ die feste Moosbarg zurück
and belehnt damit Heinrich Ehinger, stadtammann za Konst., der sie voq den gen. gekauft hat. Geben zn Cost
1409, des nächsten samstags nach s. Pelajen tag. — Or. Frauenfeld, Kautonsarch. (Meersbarg). — Der kaafbrief
darüber am 1860 Bh. fl. d. d. 1409 aug. 30 ebenda. 8143
—- sept. 25, Konstanz. Urkandet: da des bistams feste and barg Tannegg und die rechte des gotieshaoseo
Fischingen mit den kelnböfen und den loaten, die dazu gehören, lange zeit verpfändet waren, and deswegen die
leute viel bedrängnis und kammer aasgestanden, hat er das lehen wieder zarückgelöst wofür ihm die leate von
Tannegg 1400 af Konst, heller and das kloster Flschingen 600 af heller zagesteaert haben. Er gibt mit zastim¬
mang des domkapitels den leaten die Zusicherung, daß sie ohne ihre zastiminung nicht mehr verpfändet werden
sollen, and bestätigt ihnen alle freiheiten; auch sollen sie nicht eher einem bischof oder kapitel schwören, als bis sie
diese zosicherong aufs neue besiegelt erhalten haben. Ze Cost. geben 1409, an der nächsten mittwochen vor aant
Albrecht Blarer, Bischof yon Konstunz. 1400.
165
Michels tag in dem herbesi — Or. Fraoenfeld, KaDtonsarch. (Fischiogen 16l). — abschr. Stiftsarch. ßt Gallen
(Babr. OV 1). — Wartmann, U-B. ßt. Gallen 4, 895 nr. 2457. — vgl. 1425 mal 25. 8144
1409 sept. 28^ Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Albrechts bestätigt mittelst transfiz onter dem offizialats-
aiegel, >qao ntimar ad preseos«, die stifitang und bewidmnng einer meßpfrdnde in ilL fraaenkapellenhirche zn E߬
lingen, welche d. d. 1409 mai 16 durch pfaff Rndolf Ryse, bdrger zu Eßlingen, erfolgt ist. Das patronatsrecht
Übertrag der Stifter dem bürgermelster and rat der stadt und bestimmte sich selbst als ersten kaplan. Deswegen
beauftragt der aussteiler den dekan des dekanats Eßlingen mit der einweisung des Stifters. Dai Const. 1409, 4.
kal. oct., ind. 2. — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1900 nach or. ßpitalarch. daselbst; vermerk rfickseits oben: Jo.
SekürlpforJ. 8145
— okt. 26^ IConstanz« Gestattet dem kloster ßt. Blasien gleich seinem Vorgänger Budolf [von Montfort] die
Pfarrkirche zu HOllstein durch einen ihrer mOnche versehen zu lassen, der die bischOfl. rechte entrichte. Dai Const
1409, 7. kal. nov., ind. 2. B. — Or. Karlsrnhe (ßt Blasien); rückseits: inducietur uoque Martini Sig.; gegenüber
keta et exntninaia per deeanum in Wisental. , 8146
— okt. 30, Konstanz. Petras Idebinger, Chorherr von ßt. Felix und Regula in Zürich, quittiert dem propst und
kapitel da^lbst für empfangene 40 fl., die sie ihm als konsolationen des Jahres 1408 schuldeten, ßcriptum Const
die pennltima mens, oct 1409. — Or. Papier Zürich, ßtaatsarch. (CII 1 nr. 467). — vgl folgende nr. 8147
— okt. SO, Konstanz. Urkundet: bischof Burkhard hat mit Zustimmung des domkapitels die 40 fl. betragenden
konsolationen (zu deutsch ,bischoff stür*), die ihm propst und kapitel von ßt. Felix und Regula zu Zürich jährlich
auf ßt Andreastag zu zahlen haben, um 600 Rh. fl. au meister Petrus Liebinger, chorherrn der propstei Zürich und
Konrad ßachs selig, stadtschreiber zu Konstanz, versetzt Propst und kapitel bitten nunmehr den bischof, er müge
die 40 fl. von meister Petras Liebinger Zurückkäufen und an sie um 600 fl. verkaufen. Der bischof willfahrt ihrer
bitte unter Vorbehalt des Wiederkaufs. Das domkapitel stimmt zu und siegelt Geben ze Cost an wittwochen nehst
vor aller hailigen tag 1409. — Or. Zürich, ßtaatsarch. (CD 1 nr. 468). Rückseits: re[gestrata] est in fdio xxvii.
— vgl. vorige nr. 8148
— nov. 15. Walter Grienbach, pfarrer zu Eßlingen, beurkundet daß er die erledigte pfründe am 10 000 märtyrer-
altar im kloster ßimau an Berthold Grienbach von Wiosensteig verliehen hat, welchen der bischof investiert hat;
er verpflichtet sich zum ersatz etwa hiedurch entstehenden Schadens und bescheinigt dem kloster die erfuUung aller
seiner Verpflichtungen. Geben im nechsten fritag vor s. Othmars tag 1409. — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1903
nach or. ßpitalarch. daselbst 8149
— nov. 16, Pistoja. Jakobqs» ep. Adrien., eröffnet als exekutor dem bischof von Konstanz, dessen generalvikar
bezw. offlzial, dem kapitel Bt. Felix und Regula in Zürich und der äbtissin und dem konvent des klosters daselbst
die bulle Alexanders Y. d. d. 1409 Juli 8 (Dat Pisis 8. id. iulii, a. 1.), worin dieser dem Heinrich Stmbe, kleiiker
Konst diözese, chorherrn von St Felix und Regula in Zürich, familiären des kardinaldiakons Landolf tit s. Nicolai in
carcere Tulliano, ein kanonikat von ßt Felix und Regula in Zürich verleiht und eine präbende daselbst sowie ein
benefizium, das zur kollatur der dortigen abtei gehört, reserviert Dat. et act Pistorii... 1409, ind. 2., die 16.
mens, nov., pontif. Alexandri Y. a. l. — Gleichz. abschr. Zürich, ßtaatsarch. (CH 2 nr. 293); ebenda exekutoren-
bnlle und bestellnng von prokuratoren des Heinrich Stmbe. 8150
— nov« 18, Kllngnan. Bestätigt mittelst transflx einen [nicht mehr erhaltenen] hauptbrief, den ihm äbt Konrad
von Muri vorgelegt hat Dat in oppido nostro Clingnow 1409, 14. kal dec., ind. 2. — Or. Aarau, ßtaatsarch. (CH
J 3*). 8151
— nov« 19, Klingnon. Dei et aposi sedis gratia episcopus Const bestätigt auf bitten des propstes und des
kapitels von St. Felix und Regula in Zürich nachstehendes Statut: 1407 Jan. 25 beschließen propst Konrad Elye
decr. dr., und das kapitel von ßt Felix und Regula: die früchte des ersten gnadenjahres, welche bisher der kirchen-
fabrik zuflossen, sollen künftighin der präbende gehören, so daß jeder Chorherr durch testament frei darüber ver¬
fügen kann; stirbt einer ohne testament, so sollen seine etwaigen schulden davon beglichen und derrestzum Seelen¬
heil des verstorbenen verwandt werden; die früchte des 2. gnadenjahres dagegen sollen der kirchenfabrik zufließen.
Dat in oppido nostro Clingnow 1409, 13. kal dec., ind. 2. — Or. Zürich, ßtaatsarch. (CH 1 nr. 469). Rückseits:
Jo. Stephani. In der mitte: folio eexxxi. — ßtiftsurbar foL 231 f. Zürich, ßtaatsarch. 8152
— nov« 25, Konstanz« Überläßt dem Konrad von ßteinach gänzlich eine körn- und schmalzgült, die er wie
sein verstorbener vater Aeinz und dessen bmder Hans lange pfandweise innegehabt hatte, in anbetracht der von
den ßteinachem dem hochstift geleisteten dienste. Geben ze Cost am nechsten montag vor ßt Andreas tag 1409«
— Kopb. 1258, 125* Stiftsarch. ßt Gallen. — Wartmann, U-B. St Gallen 4, 897 nr. 2459. 8153
— nov« 29, Konstanz. Electus confirmatus Const befreit für sich und seine nachkommen den abt und konvent des
klosters St Trudpert von allen ersten fruchten, konsolationen, bannalien und den anderen bischöflichen rechten, die
166 Albrecht Blarer, Bischof von Konstanz» 1409—1410,
das kloster auf gnind. der im dekaoat Breisach gelegenen ihm nnierten oder patronatskirchen za entrichten hätte. Dat.
Const 1409, 3. kal dec., ind. 2. — Or. Karlsruhe (l5/l0); rückseits*/b. Stephi. — reg. ZGOBh. 30,385. —
Chron. von St. Trudpert 20^ Donaueschingen. 8154
1409 dez; 3^ Konstanz* Bestätigt, daß Konrad von Steinach das marschallamt an Heinrich Schilter von Konstanz,
des bischofo oheim, um eine nicht näher genannte summe verkauft, und belehnt den käufer* Geben za Cost. an
zinstag nechst nauch s. Andres tag 1409. — abschr. Zdrich, Staatsarch. (WII 3 bL 36^). vgL 1407 febr. 24.
8155
— dez. 5* Markgraf Budolf von Hachberg d. ä., herr zu Bötteln und Sansenberg, und Otto dessen sohn, domherr
zn Basel, bereden sich mit bischof Albrecht wegen abtretnng des bistnms dahin: l. Der markgraif und der
bischof sollen vom domkapitel zu Konst, die Zustimmung einholen, daß Albrecht auf das bistum verzichten und zeit
seines lebens ein leibgeding von 500 fl. Rh. zur hälfte auf Martini, zur hälfte auf Mariä Liecbtmeß erhalten soll, dazn
6 fhderwein, 60 mnt kernen und 20 malter haber von den gefällen und gälten des bistums. Darüber soll der bischof
eine mit des markgrafen und des domkapitels Siegel besiegelte urkunde erhalten. Dazu sollen nebst dem markgraf 4 an-
gälten gesetzt werden von den nachgenannten 6 personen: nämlich graf Eberhard zu Nellenburg, Walter von der Hohen-
klingen, Hans von Tengen, Johann von Zimmern, einem von Bosenegg und Kaspar von KlLngenberg. — 2. DaJauf
soll der markgraf und dessen sohn auf ihre kosten zu papst Alexander senden und ihn um bestätigungbittensowohl
betr. der resignation Albrechts als auch betrefEs des leibgedings. Den darüber erhaltenen konflrmationsbrief sollen
die markgrafen unvenüglich bischof Albrecht aushändigen und unter eid »inwendig niemer angesehene oder ge¬
brauch davon machen, ehe Albrecht den leibgedingsbrief zu banden hat mit oben genanntem Wortlaut und außerdem
mit 1000 fl.Bh., welche Albrecht zu dem bistum gebracht hat und andern 1000 fl., die er auf den b au der schlüsser
verwendet hat Diese letzteren sollen in dem ersten Jahre bezahlt werden, in welchem Otto die ge fälle des bistnms
bezieht, d. h. nach 4 Jahren. Sollte Otto vorher sterben, so soll der markgraf diese letzt genannten lÖOO fl. nicht
zu bezahlen gehalten sein. Dafür soll dann Albrecht dem gen. Otto das bistum abtreten und den päpstlichen bestä-
tigungsbrief aushändigen. — 3. In den nächsten 4 Jahren soll Jedoch b. Otto von den gefällen und nutzen des bis-
tums nichts erhalten, da diese zur tUgung der schulden des bistums verwendet werden sollen. In der Zwischenzeit
dieser 4 Jahre soll sich markgraf Otto außerhalb des bistum »zu schule oder anderswo und zwar auf eigene kosten
aufhalten. Darüber soll das kapitel urkunden erhalten. — 4. Im falle das kapital zu Konst, auf diesen handel ganz
oder teilweise nicht eingeht, sollen die markgrafen auf eigene kosten das vor den papst bringen; ebenso sollen sie
den papst um bestätigung bitten, wenn das kapitel zustimmt, und sich betreffs der bestätigungsballe verhalten, wie
obsteht. Bestätigt dies papst und kapitel nicht, so soll die beredung ungültig sein.—5. Der markgraf soll beim papst
und dem domkapitel zu Basel dafür sorgen, daß bischof Albrecht die domherrenpfründe Ottos einem anderen taug¬
lichen verleihen dürfe. — 6. Albrecht soll drei erste bitten haben auf 3 kldster des bistums, auf welche er wilL
— 7. Auch sollen wir b. Albrecht briefe geben, »so der vall käme von seines bruders, des abtes von Weingarten
wegen c, wie der bischof uns geschrieben hat. Der handel soll auf montag nach s. Nikolaus (dez. 9) vor das Konst,
domkapitel gebracht werden. Die beiden markgrafen beschweren diese beredung. Geben 1409, am nehsten domstag
■ nach s. Andres tag der zwölfbotten und ist an s. Nicolans aubent. — Or. (kassiert) Karlsruhe (Haus- und Staats¬
arch.); vermerk rückseits: ,der alt anlaß brief. — reg. Markgrafen v. Baden Ih92l. — vgL nr. 8188. 8156
— des« 13^ Konstanz. Erläßt der stadt Kaiserstuhl auf lebenszeit von der Jährlichen Steuer 10 fl., da sie einen
,ambloaff^ um die stadt bauen wollen. Geben ze Cost an s. Lucientag 1409. — Bechtsquellen des kantons Argau 1,
3 8. 32 nr. 18 nach or. Stadtarch. Kaiserstuhl. — reg. Aarau, Staatsarch. 8157
— dez. 18^ Konstanz. Erlaß der bischöfl. konstanzischen curie, die Verhältnisse, besetzung und patronatsrechte
der pfründe in Bregenz betr. — reg. Bechenschber. d. Yorarib. Mus. 1878, 47. — Hammel, Urkundenverzeichnis
des Stadtarchivs Bregenz (SYjGBodensee 14); 8158
1410. Von gottes gnaden erwählter bischof zu Konsi bestätigt eine ewige messe zu ehren der hll. Sigismund,
Sebastian, Christoforns, Katharina usw. in der Pfarrkirche zu Ulm. welche meister Jakob Engelin, testamentsvoll-
strecker des Heinrich Mann, priesters von Ulm, gestiftet und bewidmet bat. Verpflichtungen und einkünfte dez
kaplans sind angegeben. Dai zü Cost. 1410 otc. — abschr. Ulm, Stadtarch. 8158
1410 t Bestätigt den neugewählten abt Konrad von Mari(i^) — Notariatsinstr. (fast völlig unleserlich): Aaran,
Staatsarch. (A1 A). 8160
1410 Jan. 26y Konstanz. Bestätigt das Privileg des siechenhauses bei Kreuzlingen, allein in der ganzön diözese
die des aussatzes verdächtigen oder davon befallenen personen untersuchen zu dürfen. Dat. Const 1410, 7. kal. febr.
— Or. Konstanz, Spitalarch, — erw. Buppert, Vereinigte Stiftungen 46. 8161
— febriiar/märz. »Anno domini 1410 Jar ze ingendem merzen, do zugeht die von Zdrich geh Thrbental zü dem
kloster ze Fischingen und branten und namen ain (proßen röb. Das beschach dem bischof von CostenU ze laidc. —
andere fassnng: 1410 ze usgenddem rebmanot do ward uns [Zürich] abgestolen ein klein burgü bi dem Rin ge-
Albrecht Blarer, Bischof yon Konstanz. 1410.
167
legen ze end der Glat, biez KinTelden, und das ward yerbrent. Und das bescbacb von des biscbofs wegen yon
Costenz. Darnach ze ingenddem merzen do zngent die yon Znricb ns in das Tnrbental zd dem dosier Viscbingen
nnd branten nnd wosten da alles das da was, das des biscbofs yon Costenz was, nnd brauchten einen großen ronb
mit inen, dammb das er uns hatte das bns yerbrent. — Do man zalt 1410 jar, am andern tag merzen, zagend die
von Zürich nnd der Zürichsee in das Tnrbental für Tannegg zn dem closter and wüstent, was da dem bischof von
Costenz zugehort, nnd brantend im wol fünf dürfen nnd andere hüser. Wan er hat nns Rinfelden darvor bi acht
tagen ingenommen nnd yerbrent. Onch namend wir dem bischof einen großen ronb an allerlei vihes desselben zngsc.
Chronik der Stadt Zürich: QnellenSchweizGesch. 18,172. — Schnliheiß, Bistnmschronik (FreibDiüzesanarch. 8,54)
znm jahro 1411.—Bischof Albrecht hatte ende febrnar 1410 die von den Zürichern 1409 erworbene barg Rheins-
felden — nicht Bheinfelden, wie Bnppert, Chroniken 444^ — zerstören lassen, da er als lehensherr eines teiles der
feste mit ihrem Übergang an Zürich, wie es scheint, nicht einverstanden war. Hierauf verwüsteten die Zürcher auf
einem zage über Tnrbental nach Fischingen das bischöfl. konstanzische amt Tannegg. Die febde wurde am 9. mai
1410 (Abschiedel, 126) beigelegt — vgl.A. Wild, Am Zürcher Rhein. Taschenbnch für Rglisan und Umgebnng II
(1884), 100 . — Fnpikofer-Strickler, Geschichte Thargans I 731. 770. — H. Zeller-Werdmüller, Züricherische
bargen II, 19. 8162
1410 febr. 5, Bologna. Papst Alexander V. ernennt den bischof von Chor, den abt von Petershansen and den
dekan von St Moriz zn Angsbnrg zn konservatoren des klosters Kempten anf 10 jahre. Dat Bononie non. febr.,
a. 1 . »Militanti ecclesiec.—Or. München, Roichsarcb. (Kempten); nnter dem bng links: 50 9 ; anf dem bnglinks:
O, de Laparta; rechts: gratis Jtutgerus ij. Bückseits B ds^in S; bei den schnüren: SdhU michi Frandno, —
Conservatores pro abbaU et conventu motu in Campidona ad 10 annos Conradus Sehmid, — Ansföhmngsnrknnde
des abtes Johannes von Petershansen d. d. 1417 jnni 10 (4. id. innii, ind. 7.) ebenda. 8163
— febr. 6 , Bologna. Papst Alexander T., der nach der absetznng Benedikts XIIL nnd Gregors XII. anf dem
konzil zn Pisa den päpstl. stnhl bestiegen, inkorporiert durch anftrag an den propst von Schnssenried aufs neue
dem kloster Marchtal mit 150 m. s. einkünften die pfarrkirche Kirchen nnd deren filial Mnnderkingen mit 24 m.s.
«inkommen nnter erwähnnng der Verfügungen seiner Vorgänger (vgl. 1406 dez. 19). Dat Bononie non. febr., a. 1.
»Sacre religionisc. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Marchtal); unter dem bng links: 50 9 ; anf dem bng rechts:
B^ gratis. Jo, Bsung V, Bückseits: B, darin 8,; bei den schnüren; soUit michi Frandno; hei dem hng links:
A. Meglen. 8164
— febr. 7^ Konstanz. Der generalvikar des erwählten und bestätigten Albrecht schreibt an den dekan des de-
kanats Stühlingen, daß jeder priester die znr zeit vakante pfarrei Lansheim bis märz 12 (feria 4. post dominicam
Jndica) versehen könne. Dat Const snb sigillo ofßciolatns enrie Gonst, qno ntimnr ad presens, 1410, 7. id. febr.,
ind. 3 . — Or. Karlsruhe (St Blasien); Siegel rückseits anfgedrückt 8165
— febr. 11^ Bologna. Jakobns, ep. Adrien., eröfifhet dem bischof von Konstanz, seinem generalvikar bezw. ofÜzial,
der abtei Zürich nnd dem kloster Einsiedeln die bulle Alexanders V. d. d. 1409 jnli 10 (Dat Pisis 6 . id. inlii., a.
1 .), worin dieser dem Johann Bnitschart^ chorherm der abtei Zürich, ein känonikat an der abtei Zürich verleiht and
eine präbende daselbst, sowie ein benefizinm, das znr kollatnr des klosters Einsiedeln gehört, reserviert Dat. etact
Bononie ... 1410, ind. 3., die 11 . mens, febr., pontif. Alexandri Y. a. 1 . — Gleichz. abschr. Zürich, Staatsarch.
<Cn 2 nr. 294). 8166
— febr. 19^ Konstanz. Im bischöfl. palast zn Konst, erscheinen Leonhard Tmchseß kirchherr zn Wnrzach einer-
nnd Hengin Hnntpiß bürgermeister, Johann Züricher ammann und Konrad Murer Schöffe zu Bavensbarg im namen
der gemeinde Ravensburg anderseits und erklären : Leonhard Truchseß hat letztere beim apost stahl eingeklagt, sie
wollen sich aber nunmehr gütlich vertragen nnd wählen darum als Schiedsrichter den bischof Albrecht and als beisitzer
von seiten des Leonhard Tr. den meister Hermann Bitter, anwalt des Konst hofes, nnd Heinrich Zingg von Franenfeld,
von seiten der Bavensbnrger den Heinrich Schilter, bürger zn Konst., nnd Johann Grämlich, bürgermeister in Pfnl-
lendorf. Unter konventionalstrafe von 500 gold fl. wollen sie sich dem schiedsspmch fügen, der also lautet: aller
streit soll beigelegt nnd alle hierüber erworbenen Urkunden rechtlos sein. Die ^vensbnrger sollen dem Leonhard
Tr. als Schmerzensgeld 250 goldgnlden, von denen 50 innerhalb 8 tagen fällig sind, nnd die übrigen 200 bis znm
St Georgsfest zahlen. Acta sunt hec (1410, ind. 3 ., pontif. Alexandri pape Y. a. 1 ., die merenrii ante festnm ca-
thedrae s. Petri qne fnit mens, febmarii dies 19.... in civitate Const). — Notariatsinstr. des Leonhard Schönbenz:
Btnttgart Staatsarch. (Bavensbarg). 8167
— febr. 28, Konstanz. Beurkundet: in dem Appenzeller krieg wurden nacb dem rat der ritterschaft vom St
Georgenschüd in der bischöfl. stadt zn Bischofszell nnd zwar in der Vorstadt manche hänser abgebrochen, damit die
feinde daselbst nicht so leicht anfenthalt nehmen konnten, nnd in dem bereich der chorhöfe des stiftes Bischofszell
. wieder anfgebant; der bischof stellt dem stifte die beurkondong ans, daß damit den freiheiten des stiftes kein ein-
trag geschehen solle; bei abbrach der hänser sollen die höfe von einem nenban befreit sein. Die bürger von Bi-
168
Albrecht Blarer, Bischof von Konstanz. 1410.
' scbofszell sHmmen za, Geben ze Cost 1410, an dem nahsten frytag Tor mitter Tasten. — Or. Franenfeld, Kantons-
' arch. (Bischofszell 91). — Wartmann, U-B. St Gallen 4,899 nr. 2463. G168
1410 märz 5, Konstanz. Erwählter and bestätigter bestätigt dem kloster Hirsaa die von papst Bonifoz IX. d. d.
1399 jnli 11 verfügte inkorporation der pfarrkirchen von Ditzingon and Döffingen nnter Vorbehalt der bisehöfl.
and archidiakonalen rechte; vor allem sollen bei jeder vakatar der kirche Ditzingen die ersten frdchtebezahlt werden,
wie wenn die kirche nicht inkorporiert wäre, sondern einen eigenen kirchherrn hätte, auch die konsolaüones and
bannales and die anderen bisehöfl. and archidiakonalen rechte sind za entrichten, der einzasetzende vikar ist dem bi-
schof znr investitar zu präsentieren, anbeschadet der in der päpsÜ. balle gebraachten formel, daß der abt einen
weit- oder ordenspriester ad natam ein- oder absetzen könne; als kongma soU der leatpriester von Ditzingen er¬
halten : den kleinzehnten, wie ihn seither die kirchherren bezogen haben, 1 mannsmat wiese, 16 malter roggen (si-
ligo), 16 malter speit and 16 malter hafer; alle oblationen, legata, remedia and anniveisarieh mit den anniversar-
zinsen; davon soll der leatpriester alle Jahre die konsolationen and bannales zahlen, ebenso die päpstL and bisehöfl.
snbsidien nach dem ihn treffenden anteü, während das kloster ihn für die sabsidienleistaog entschädigen maß. Dat
Consi 1410, 3. non. marcii, ind. 3. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Hirsaa). Die papstballe »Pastoralis offieüc
d. d. 1399 joli 11 (Dat. Borne apad s. Petram 5. id ialii, a. 10.) gibt als einkünfte der pfarrkirchen Hirsaa, Ditzingen
and Döffingen nicht mehr als 30 m.s.an. (Or. ebenda); anter dem bag rechts: Ä, de Portugruario; aof dem bog:
gratie de mandato d, n, pape, A, de Righa. Bückseits R darin n. — vgL Obeiamtsbeschreibong Leonberg 110.
8169
— april 1. Bearkandet, daß zwischen ihm and seinen lenten einerseits and der stadt Zürich and deren leaten
anderseits Stöße and krieg entstanden. Darch vermittlang der von Konstanz einigen sich beide Parteien anf sohieds-
lente and versprechen sich deren schiedsspmch za nnterwerfen. Der aastrag soll bis april 13 geschehen. Gelten an
dem l. tag übereilen 1410. — Or. Zürich, Staatsarch. (CI 1056). — vgL 1410 mai 9 nr. 8172. 8170
— april 39, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Albrecht, erwählten and bestätigten, bestätigt mittelst
trahsfix die stiftang und bewidmang einer meßpfründe in der kirche aof dem kirchhof aaßerhalb der maaem Stutt¬
garts zu ehren der hlL Leonhard, Stephanns, Georg n.a. darch Friedrich von Lastnaa, kantor and scholastikos der
Stiftskirche za Stattgart, d. d. 1410 april 20. Graf Eberhard von Württemberg d. ä. hatte daza seine zostimmaDg
gegeben. Der aassteiler siegelt mit dem offizialatssiegeL Dat Const 1410, 10. kaL mail, ind. 3. — Or. Stattgart,
Staatsarch. (Stattgart, Stift). Bückseits oben: Jb. ScMr. 8171
— mal 9. Bearkandet, daß sich der bischof and die leate von Zürich aof Hermann von Breitenlandenberg als
gemeinen mann und je 2 schiedsleute geeinigt haben, deren schiedssprach sie sich anter näher angeführten be-
< dingungen fügen wollen. Unter den bedingongen ist n. a. anfgeführt: schaden soll gegen schaden gehen; die ge¬
hangenen sollen frei gelassen werden; der dekan von Zarzach and herr Hans Winkler, domherr an der propstei
Zürich, welche denen von Zürich geld versprochen haben für etwas vieb, das ihnen der von Bümlang weggenommen,
sollen dieses Versprechens ledig sein: der bischof und seine amtleate sollen dem Heinrich von Bümlang, dessent¬
wegen der streit zwischen beiden parfften aasgebrochen, keinen vorschab leisten mit schiffen noch sonstwie and ihn
nicht durch das schloß Kaiserstahl noch über die Bheinfäbrte reiten and fahren lassen, besonders nicht von dem
,Grie8graben‘ an bis an die feste Wasserstelz. Geben an dem 9. tag de? manods mayen 1410. — Or. Z^ch, Staats¬
arch. (CI 1498). — VgL 1410 april 1 nr. 8170. — Eidgen. Absch. 1*, 126 nr. 277. 8178
— mai 12, Ehingen. Albrecht Gondi, propst der koUegiatkirche Ehingen bei Bottenbarg, präsentiert dem b. Al¬
brecht bezw. dessen generalvikar anf die pfiünde des Silversteraltars in der koUegiatkirche daselbst, welche darch
tod des Priesters Konrad Frei von Binsdorf vakant geworden, den priester Nikolaus Murer von Hechingen. Dat et
act in Ebingen 1410, 4. id. magL ind. 3. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bottenbarg, Stift St Moriz). 8173
— mai 20, Konstanz. Befiehlt dem kirchherrn bezw. leatpriester von Lindau, die wähl der Ursula von Schelien-
berg zur äbtissin von Lindau za verkünden und etwaigen einsprach auf samstag nach Corporis Christi [mai 24} in
Konstanz vorznbringen. Die anzeige der wähl erfolgte d. d. 1410 mai 18 von seiten der Agnes Schenkin von
Landegg, Ursula Schenkin von Castel, Magdalena von Wolfart, Ursula von Wiler, Klara von Bamswag, Anna von
Helmsdorf (Helmenstorf), Elisa Vögtin, Anna von Borschach kanonissinnen, des Konrad vonMünchwile und Konrad
Kramer Chorherren. Dat Const 1410, 13. kaL iunii, ind. 3. B. — Or. München, Beichsarch. (Lindao. Stift);
' oben: proelamavi Binder die eabbaii post fesium corporis.Christi; rückseits verkündigongsvermerk des Johann
von Lochen, kirchherrn von Lindau. — vgL folgende nr. 8174
— mai 24, Konstanz« Bestätigt die wähl der Ursula von Schellenberg als äbtissin von Lindau and überträgt
ihr die leitung des klosters in spir. et temp. (vgl. vorige nr.). Dat et act Const. in ambita ecclesie Const 1410,
ind. 3., mens, mail die 24; zeugen: Johann Binder d. ä und d.j., Nikolaus Schott, Conrad Wiß, Andreas von Tobel
(alle) des Konst, hofos notare. — Notariatsinstrument des Leonhard Schönbenz von Lindaa: München, Beichsarch.
(Lindau, Stift). — reg. Regesta Boica 13,68. 8176
Albrecht Blarer, Bischof von Konstanz. 1410.
169
1410 mal 26^ Bologna. Papst Johann XXlll. an den abt Ton Isny: Alexander V. gestattete dem abt Friedrich von
Kempten d. d. 1410 febr. 5 (non. febr.» pontif« a. l) die errichtong einer grabkapelle so ehre der mnttergottes bei
seinem kloster. Er wollte darin 3 alt&re errichten, konnte sie jedoch ans seinen eigenen mittein nicht gendgend
dotieren. Da jedoch der kirchherr der St. Leonhardskapelle anßer den mauern Kemptens nur 4 m. s. von der gen.
kapelle einkfinfte bezieht, die fär seinen unterhalt nicht ausreichen und er darin nnr 1 bl. messe zu halten hat,
konnte er den dienst an der neu enichteten kapelle mit versehen, wenn die 4 m. einkdnfle so erhöht worden, daß
er genügend davon leben konnte! Der papst verfügte demgemäß, daß der gen. kirchherr anch die neoe kapelle mit
versehen dürfe. Die briefe darüber wurden aber nicht ausgefertigt. Der anssteiler beauftragt den adressaten nun¬
mehr mit der ausführung. Dat Bononie 8 . kal. innii, a. 1 . »Ration! congmit«. — Gr. München, Reichsarch.
(Kempten); unter dem bng links: fe, taxe 22 . O, Chrtgorii, Ämedeus 9 / auf dem bng links: Adolphus,; rechts:
Butgerua, Rückseits H darin S,; bei den schnüren: BecepL Stephanus R,; rechts: R. de Bossis, 6176
— mai 30, Konstanz. Belehnt den bürger zu Konstanz, Johann Bitterli gen. Schäffler, sohn des weil. Johann,
mit dem zehnten zu Kummertshausen (Kumbrechtzhnsen), wie ihn sein vater besessen hat, nachdem ihn früher
Diethelm Pfefferhard innegebabt batte. Uff uns. pfallentz ze Cost geben au dem nächsten fritag vor ingändem
brachot 1410. — Or. Konstanz, Stadtarch. (Spital IIIE v. 861 b). 8177
— mai 31. Papst Johann XKlIl. bestätigt dem kloster Einsiedeln seine Privilegien. — Begg. Einsiedeln 613.
8178
— jimi 6. Markgraf Otto, Markgraf Rudolfs sohn, verspricht bischof Albrecht, wenn das Konstanzer domkapitel
und ein von bischof Albrecht anerkannter papst oder bei Weigerung des domkapitels, wenn der papst allein sich
mit der abtretung des bistnms an den markgrafen einverstanden erklärt, ein leibgeding von 500 fl. jährlich von
— den gefällen des bistnms, es sei von den ersten nutzen, primos fructns gen., von dem insigel und von pfaffensturen
gen. consolaciones und von den andern nutzen, und zwar 250 fl. auf Johannes Ev., die andern 250 fl. auf Jo¬
hannes d. T., ferner 60 mut kernen und 30 malter haber auf Martini, ferner 6 fnder wein von dem besten zu
Meersburg. Auf lebenszeit soll Albrecht die borg Küssaberg bewohnen und benützon dürfen, zu rechtem burgsäß
soll er iährlicb erhalten 120 fl., die leute im tal sollen ihm dienen, jedoch soll die festung dem b. Otto und dem
domkapitel offen stehen. Das aUes beschwört Otto unter büße von 2000 fl. im falle der Übertretung. Zn rechten
gälten bestimmt er seinen vater Markgraf Rudolf von Hachberg, dazu Walter von Klingen, Hans von Rosenegg,
Hans von Tengen freier und Kaspar von Klingenberg. Bürgen sind Hans von Friedingen, Hans Heinrich Truch¬
seß, Hans Schwarz ritter, Hans von Reischach zu Neu-Hewen, Hans von Homburg d. ä., Rüdiger Harzer, Burkhard
Wiechser, Rudolf von Friedingen d. j., Eberlin Schwager und Heinrich von Ulm. Sobald die bestätigung vom papst
erfolgt ist, soll b. Otto die bestimmungen dieses leibgedingsbriefs in bischöflicher urkunde und mit dem Siegel des
domkapitels bestätigen und erneuern. Geben 1410, an dem nehsten fritag nach ingandom brachoi — Or. (kassiert)
Karlsruhe (Haus- und Staatsarch.); vermerk auf der rückseite: »der alt libding briefe. — reg. Regg. Markgrafen
V. Baden I h926. — vgl. die abmachungen 1409 dez. 5 nr. 8156. 8179
— Jimi 12, Konstanz. Bestätigt die aufbessemng der pfründbezüge der kanonissen zu Lindau um 1 M 5 sch.
1 malter weizen und 1 säum wein; ebenso soll der mindere Chorherr (der Chorherr der kleineren pfründe) 1 säum
wein in Zukunft mehr erhalten. Ursula von Schellenberg, äbtissin, und der konvent hatten den bischof d. d. 1410
juni 2 um bestätigung dieses konventsbeschlusses gebeten. Dat Const 1410, 2 . id. innii, ind. 3 . R. — Or. Mün¬
chen, Reichsarch. (lindan, Stift); rückseits oben: De tnandato demini nostri Const. Leonardus. 8180
— jnni 13. Papst Johann XXIII. nimmt das kloster Engelberg unter den apost schütz. »Cum a nobis petiturc.
— GFrSOrte. 57 (1902) 151. 8181
— Juni 16, . Bologna. Papst Johann XXllI. erteilt dem kapitel von St Felix und Regula in Zürich das privUeg
gleich den domherren der Marienkirche zu Aachen (Aquen.) beim gottesdienst sich der armneiae de.vario griseo zu
bedienen. Dat Bononie 16. kal.inlii,a. 1 . »Exposcit vestre devocionis«. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 1 nr.475);
unter dem bng links: 3for. taxe 40. Jo. de Prato. Jo. de Criveüis 9 ; auf dem bug rechts: Pro. T. Fabri. Jo.
Stalberg ijj. Rückseits R darin /*.; bei den schnüren: de pip.; daneben unleserlich; rechts: I^anciscus. 8182
— Juni 16, Bologna« Derselbe bestimmt auf bitten des kapitels von St Felix und Regula in Zürich, daß künftig
nnr eheliche söhne als Chorherren aufgenommen werden dürfen. Das kapitel hatte vorgetragen, daß entgegen der
hohen Stellung, die das von Karl dem Großen errichtete stift nächst dem domstift einuahm, einige uneheliche als
Chorherren angenommen wurden. Dat Bononie 16. kaL inlii, a. 1 . >Ex snpeme providentia«. — Or. Zürich,
Staatsarch. (CII 1 nr. 473^. Unter dem bng links: Mar. taxe 40. Jo. dt Prato. Jo. de CriveUis 9 ; rechts auf
dem bng auf lasnr; Pro B. de Pando. Q. Stoter jjjj. Rückseits R darin f.; bei den schnüren: de pip.; daneben
nicht leserlich; rechts: 8183
Regwlan d«r Blioböfe Ton KontUn». HI. 22
170 Albrecht Blarer, Bischof yon Konstanz. 1410.
.1410 Juni 20, Konstanz. Beauftragt die confratres des dekanats Egbetingen, den Badolf Wagner priester, der ihm
?on Heinrich Brümsi sonst Gpnr Ton Schaffhaosen, edelknecht, präsentiert worden, in die phirrei Lansheim einzn-
weisen. Däi Consi 1410, feria 6 . ante festnm s. Johannis Baptiste, iud. 3. —Or. Karlsruhe (St BlasienV 8184
' — jnll I 9 Konstanz. Ernennt unter hinweis auf die bulle des papstes Johann XXIL vom 26. april 1319 (Dat
Avin. 6 . kaL maii, pontit a. 3 .), den Eonrad von Mfinchwile, domherm zu Konstanz und propst des kollegiat&tiftes
des hl. Pelagius zu Bischofszell zum konservator der Minoriten. Dat. Const 1410, kal. inlii, ind. 3 . B. — Or.
Staatsarch. Luzern (Franzisk. IV, 24). 818S
— Juli 3^ Konstanz. Eignet den hof zu Daisendorf (Tais-), seither lehen des bistnms, der priorin und dem
konvent der Sammlung zu Meersbnrg, die den gen. hof von Claus Mfirand, bürger daselbst, um 100 ST erworben
haben. Das domkapitel stimmt zu. Ze Cost geben 1410, an s. Ulrichs abend in dem hdwat. — Or. Karlsruhe
(5 Daisendorf). 8186
*— jnli 9. Markgraf Budolf von Hachberg d. ä., herr zu Bdtteln und Sausenberg, und markgraf Otto beurkunden,
daß sie mit bischof Albrecht betr. abtretnng des bistnms dahin ubereingekommen sind: 1 . Wir sollen ihm
den leibgedingsbrief, den biief wegen der 1500 Bh. fl., sowie den brief, wie wir uns in den nächsten 4 Jahren ver*
halten sollen (<L h. daß wir die einkunfte des bistnms in den nächsten 4 Jahren nicht beanspruchen), von wort za
wort, wie die von bischof Albrecht auf 5 blättern papier übersandten abschriften lauten, ausfertigen und diese briefe
samt den abschriften nach Konstanz senden oder selbst mitkommen. Stimmen die briefe überein, so sollen sie bei
Hans vonTengen freiem hinterlegt werden.— 2 . Der markgraf will botschaft nach Born senden, der bischof soll die
dazu nötigen briefe mitgeben. Erhält er die bestätigung, so soll er die bulle inwendig nicht ausehen, sondern sie
unverzüglich b. Albrecht aushändigen. Dieser soll die bulle erst dann dem markgrafen Otto aushäudigen, wenn er
die 3 genannten briefe in händen hat Sobald Otto von dem kapitel anerkannt ist, soll er die 3 briefe bestätigen.
Darauf soll Albrecht das bistum abtreten. Auch soll Albrecht die durch beförderung Ottos erledigte domherren-
pfründe in Basel verleihen können. Falls der papst die resignation und den leibgedingsbrief nicht bestätige, soll
die beredung nichtig sein. Oeben 1410, an der nächsten mittwochen nach s. Ulrichs tag eins byschoKs. — Or.
(kassiert) Karlsruhe (Haus- und Staatsarch.) — Begg. Markgrafen v. Baden I h928. — vgl die abmachungen 1409
dez. 5 nr. 8156 und 8188. 8200. 8187
7 — Juli 11^ Konstanz. Beurkundet, daß er mit markgraf Budolf von Hachberg, herrn zu Bötteln and Saosenberg,
und dessen sohn Otto übereingekommen ist, daß, falls der papst das leibgeding bestätigt und den gen. Otto zum
bischof ernennt und ihm, Albrecht, laut der urkunde d. d. 1410 Juli 9 geschehen ist, er die bestätigungsballe an
den gen. Otto anshändigen, das bistum abtreten und die Schlösser eiuräumen, ausgenommen Küssaberg. Wenn
bischof Albrecht die drei [1410 Juli 9 ] genannten briefe in händen hat, soll Otto die päpstl. bestätigungsbulle dem
kapitel verkünden und wo es notwendig ist Es siegeln mit dem bischof Walter von der Hohenklingen und Badolf
von Fridingen. Geben ze Cost an fritag nehst vor s. Margarethen tag 1410. — Or. Karlsruhe (Haus- und Staats¬
arch.).— Begg. Markgrafen ▼. Baden I h929. 8188
— Juli 31, Küssaberg. Electus conflrmatus Const bestätigt mittelst transflz die gründung einer frühmesse in
der kirche Fischingen, einem flUal zu Egringen, durch die gemeinde von Fischingen d. d. 1410 Juni 26. Dat in
Castro nostro Küssenperg 1410, 2. kal. aug., inl 3. — Or. Basel, Staatsarch. (Spital 307). 8189
• — a^. 3, Konstanz. Bestätigt mittelst transflz die Stiftung und bewidmung eines altars zu ehren der Dret-
könige in der St Katharinenspitalkapelle zu Eßlingen, welche durch die testaraentsvollstrecker des priesters Johann
* Kühler, nämlich Heinrich von Weil (Wila) und Albrecht Bümpell, beide priester, sowie den Eßlinger bürger Mar^
qimrd Bürgermeister mit Zustimmung Johann Nallingers, bürgermeisters, und des rates von Eßlingen, sowie Walter
Grieubachs, inkurats der pfarrkirche zu Eßlingen, d. d. 1410 Juli 18 erfolgt war. Die ersten ka'pläne sollen die
l^n. priester Heinrich und Albert sein: Verpflichtungen und einkünfte sind angegeben. Dat Const 1410, 3..non.
; aug., ind. 3. —reg. Urkb. Esslingen 2 nr. 1910 nach or. Spitalarch. daselbst — vgl 1408 april 30. 8190
— aug. 10. Albrecht von Beatelsbach, domdekan und kirchherr zu Bottweil, erhält das bürgeirecht zu Bottweil
auf 5 Jahre und verpflichtet sich auf Martini Jeweils 3 Bh. fl. als Steuer zu entrichten, versichert sich des schützet
der Stadt, nimmt dabei Jedoch seinen herm graf Eberhard von Württemberg, dessen diener er ist, sowie den bischof
von Konst aus. — reg. Urkb. Bottweil nach or. Stadtarch. daselbst — reg. ZGOBh. 30, 193 nr. 90. — vgl.
1401 aug. 4. 8191
— aug. 16. Belehnt den Löw Schwarz, bürger zu Konst., dessen muhme Elisabeth vom Hoff, deren mann Konrad
Buch, und deren sohn Badolf Buch mit der vogtei zu Fiachbach, dem kelnhof zu Heluisdorf, den weinzehuten zu
Happenweilen (Happenwil), dem kornzehnten zu Immenstaad und 2 üT 4 ewiger gülte von den hölzern und wiesen
zu Immenstaad,: lehen des bistums. Geben ze mittem ogsten 1410. — Or. Karlsruhe (5 Fischbach). abschr. Zürich,
Staatsarch. (WII 17). — reg. Fürstenberger U-B. 6 , 256 nr. 164, 1 *. 8192
Albrecht Blarer, Bischof von Konstanz. 1410. 171
1410 ang. 22^ Konstanz. Der generahikar in spir. des erwählten und bestätigten Albrecht bestätigt mittelst transfix
. die Stiftung und bewidmnng eines altares zn ehren der hl. Dreifaltigkeit, des hl Kreuzes, Stephanus und Barbara
in der muttergottespfarrkirche zn Ravensburg durch Anna Wirt, witwe des Friedrich Holbein, und Johann Krieger,
bärger zu Bavensburg, d. d. 141.0 ang. 12. Abt Johann von Weingarten und Johann Aichenler, ständiger vikar
der oben gen. kirche, hatten ihre Zustimmung gegeben. Dat Const. 1410, 11. kal. sept,ind. 3. — Or. Stuttgart,
Btaatsareb. (Weingarten); rückseits oben: Jo, Tenger, . B193
— sept. 17, Bologna. Andreas, ep. Civitaten, eröffnet als exekutor dem bischof von Konstanz, dessen, generalvikar
in spir. et temp. bezw. dessen offizial sowie der äbtissin und dem kapitel von Zürich die bulle Johanns XXUl. d. d.
1410 mai 28 (Dat. Bononie S.kal. iunii, a. 1 .), worin dieser demKonrad Smid, kirchberm zuKapell, ein beneficium
cum cura vel sine enra verleiht, welches zur koUatur der äbtissin und des kapitels zn Zürich gehOrt;. unbeschadet
dafi er die pfarrkirche in Kapell und kanonikat und präbende in Buchau inne hat, über kanonikat und präbende von
St Felix und Regula am apost Stuhle streitet, als kanoniker von St. Stephan durch ordentliche gewalt aufgenommen,
und mit dem altar des hl. Bartholomeus ohne selsorge in der domkirche zn Konstanz providiert wurde. Dat
et act fuernnt hec Bononie in registro litteramm apost d. n. pape sub anno 1410, ind. 3 .. die 17.‘mens, sept,
pontif. Johannis XXUl. a. 1 . — Gleichz. abschr. Zürich, Staatsarch. (CII 2 nr. 295). 8194
— sept. 21, Rottweil. Heinrich, bischof von Thermopylä, weihbischof des bischofs Albrecht, weiht am 21 . sept
1410 besonders auf bitten der Adelheid, frau des Heinrich Kanzler, bffrgermeisters zu Rottweil, einen neuen altar
in der St Nikolauskapelle zu Rottweil zu ehren der hl. Johannes ev., Bartholomäus, Sigismund, Anna, Maria Mag¬
dalena und Martha; als reliqnien werden aufgenommen solche vom hl. Bartholomäus, des hl. Gallus, der 10 000 roär-
• tyrer und 11 000 Jungfrauen. Außerdem erteilt er 40 tage bezw. 1 Jahr ablaß. Dat et act. (1410 die 21. mens,
sept). — ürkb. Bottweil nr. 744. 8195
~ sept. 24, Castell S. Pietro. Papst Johann XXIII. an den generalvikar in spir. des Konst bischofe. Die
gemeinde Immenstaad trug vor, daß sie wegen der weiten entfemung von der mutterkirche in Bermatingen und
wegen des beschwerlichen weges vor allem bei regen und während der Winterszeit eine kapelle zu ehren der mutter-
gottes und des hl. Jodokus gebaut haben und zur versehung durch einen kaplan, der vom kirchberm abhängig, aber
bei der kapelle residieren sollte, zu bewidmen gedenken. Der aussteller beauftragt den adressaten mit Untersuchung
und bestätigung, vorbehaltlich der pfarrrechte und rechte dritter. Dat. apud castrum s. Petri, Bononien. dioc., 8 .
kal. oct, a. 1 . — Or. Immenstaad, Harrarch.; unter dem bug links: No. taxe 24. Gerlacuo. P. de Magio 9 / auf
dem bug links: Idem; rechts auf dem bug: pro Barioldo, Adolphusjj, Rückseits P darin Jo,; bei den schnüren:
Pinchon, SolvU michi Fron,,,; rechts beim bug: B, de Tybr, — reg. ZGOBh. NF. 22 (l907) ml30. — vgl.
1414 aug. 20 . 8198
sept« 26, Castell S. Pietro. Papst Johann XXUL befiehlt dem generalvikar in spir. den bewohnem von
Immenstaad zu gestatten, eine von ihnen gebaute kapelle zu ehren der hl. Jungfrau, Jodokus und allen heiligen für
einen gottesdienst haltenden kaplan auszostatten, dessen ein- und absetzungsreebt dem kirchberm in Bermatingen
(Bennatinghen) zustehen soll. 1410, 6 . kal. oct, apud castrum s. Petri Bononiensis dioec.—Or. Immenstaad, Pfarr-
arch. — ausz. Furstenberger U-B. 6 , 257 nr. 164 note 5. — vgl. FreiburgerDiözesanarch. 26,195. 8197
^ okt. 1. Der generalvikar [in pontificalibus?] verlegt das kirchweihfest der kirche zu Mellingen auf Sonntag
nach Martini. — erw. Argovia 26,44 nach anniversar Mellingen. 8198
— okt. 13, Bologna. Petms, bischof von Tusculum, der mit bischof Antonius von Porto (Portuen.) das amt eines
päpstl. pünitentiars versieht, gibt dem leutpriester von Appenzell die Vollmacht, seine pfarrkinder von mord, Plün¬
derung, raub und brand absolvieren zu kdnnen. Dat Bononie 3. id. oct, pontif. Johannis XXUL a. 1. — Wärt-
mann, U-B. St. Gallen 4,918 nr. 2479. - 8199
— noT. 4, Konstanz* Schenkt der stadt Klingnau für ihre treuen dienste, da er willens ist, zur fOrderung
des bistums die bischfifl. würde aufzngeben (von dem selben bistöm ze trätten), alle büchsen, büchsen-
gerüste und pfeile, die er zn Klingnau liegen hat, daß sie zur notdurft der stadt daselbst bleiben sollen. Geben ze
Cost an dnstag vor s. Martins tag 1410- — Or. Aarau, Staatsarch. (Konst Urkunden). — Kaiserstuhl, Stadtarch.
nach reg. im Staatsarch. Aarau. 8200
— nov* 4, Konstanz* Schenkt der stadt Bischofszell in anbeiracht ihrer treuen dienste alle büchsen, gerüste
und pfeile, die er dorthin gebracht hat, so daß sie zur notdurft der stadt daselbst bleiben sollen. Geben ze Cost an
cinstag nehst vor s. Martins tag 1410. — Or. Stadtarch. Bischofezelll (L. I).' 8201
— nov. 4, Konstanz* Beauftragt den notar des Basler hofes, Konrad Lingg, die von markgraf Rudolf von Hach-
berg-Bdtteln oder dessen prokurator gestellten zeugen über die hohe gerichtsbarkeit in den dörfero Eimeldingen,
Efiringen und Kirchen zn vernehmen. — Einger. in das Protokoll des notars vom 8.—10. dez. 1411: Or. Karlsruhe
(St Blasien). — reg. Fester, Regg. Baden I h938. 8202
22 *
172
Albrecht Blarer, Biscliof TOn Konstanz. 1410.
1410 nOT. 24) Kttssaberg. Erw&hlter, bestätigter, schreibt aa die prälaten und die geistlichkeit im Aargan and
arcbidiakonat Bargond and an die gesamte [geistlichkeit in stadt and bistnm Konstanz: da die Ton seinen vor-
. gängern Badolf and Heinrich erlassene bestimmang über gefangennebmang, totang oder verwondang ron geisUichen
Tielfach nicht beachtet wird, schärft er dieses statat aufs aene ein anter genaaer angabe der strafen, welche die
Übertreter treffen. Dat in Castro nostro Eüssenberg 1410, 9. kal. dec., ind. 3. — 6Fr50rte. 5, 278 nach or.Kam-
merer-Lade des kapitels Sarsee. 8203
— nOT. 28) Konstanz. Bestätigt mittelst transflx die neuen Satzungen für die klansen aaßerhalb der stadt
Bottweil, welche von Albert von Beatelsbach, domdekan za Konst, and kirchherr za Bottweil, im aaftrag des ge-
neralvikars von Konst, mit bilfe der stadt Bottweil d.d. 1410 sept 26 (fritag vor s. Michels tag) getroffen worden.
Dat. Const. 1410, 4. kal. dec., ind. 3. B. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bottweil). — reg. ürkb. Bottweil nr. 745
und 746. 8204
— TOr dez. 10. Albrecht als »erwählter c yerzlchtet am aposi stähle durch seioen Sachwalter Johann Schür-
pfer, leutpriester von Si Stephan in Konstanz, auf das bistum in die hände des kardinaldiakons Antonias tit
s. Mariae in via lata. — vgl. nr. 8216.
Als grnnd der resignation ist bei SchaltheiO, Bistumscbronik (FreibDidzesanarch. 8,53) angegeben: »Es
was za derselben ziten ain großer krieg zwüachent den von Costantz and ieren aydgenossen der siben stet umb den
see, ainem herr von s. Gallen und den von Appenzell, darin er sich gar ritterlich übet and zu sorgen was, das er
nit mdcht priester werden. Darumb gab er das bistomb nff, and gab im bischoff Ott ein groß libdingc. — Bace-
lin, Constantia Bhenana 310: »Albertos ... frustra Bomae confirmationem saam urget, pro irregalari habitas,
qaod iam .electas episcopus ipse manns in hostes strinzisset, et nt ferebatnr, sao gladio magnam stragem edidisset.
Fait nihilominns tanquam legitime electas summo in honore et pretio habitas, quod nemo nesciret, non levitatis
causa quae fecerat, sed inculpatae tatelae causa et iusto in iuratos hostes odio...«. Darauf zamjahre 1411: »Initio
anni haias [1411] Albertos episcopus noster, ne invito Born. Pont, episcopatum violenter retinere videretur, palcher-
rimo observantissimi filii exemplo, ultra et sponte maltis deprecantibus resignat, sammo consensa capitaU, Otthoni
marchioni ab Hochberg et Bottelen, servata tarnen sibi et qaidem mediocri annua pensione«. — Manilas, Chro-
nicon episcopatus Const. bei Pistorios-Strave 685 berichtet: episcopus electas »qoia Appenzellensiam lltibas se
naper involverat, noc confirmatos, noc cunsecratos est, qaare in tertio saae praesidentiae anno episcopiam Ottoni,
marchioni de Böttel vel Hochberg, com annaae pensionis ad vitam necessariae reservatioae, modis et formis qaibos
melias potait resignavit et ex eo tempore nonnisi presbjter Albertas nominatus, vulgo pfaff Albrecht«. — Bra¬
sch ins, De Omnibus Germaniae episcopatibas 48: »Designator episcopus propter insignem pnidentiam saam anno
1408. Non consecratur, qoia non erat sacerdos, praefuit laudabiliter et utiliter tribus annis, qaibos aliqaomodo
restitoit episcopatum pristinae dignitati, ftdeli videlicet et pradenti oeconomiae administratione ...« — Merck,
Chronik des bistnms Konst 249: Er hat sich im Appenzellerkrieg also seinen feinden gegenüber gehalten, daß er
»mannschlächtig worden«, deswegen er niemals zum priesterlichen stand gekommen ist Gleichwohl hat er das
bistnm 3 jahr in seiner Verwaltung and regiert treolich, nützlich and wohl. Weil aber aas gen. orsach solche re¬
gierang keinen bestand haben mochte, so resigniert er. — vgl. dazu Both von Schreckenstein: Die Besignation des
Albrecht ßlarer (ZGORh. 27, 326 ff.).
Hält man die urkundlichen und die nachrichten der Chronisten zusammen, so ergibt sich: bischof Albrecht war
bestätigt (als erwählter und bestätigter bezeichnet er sich mehrmals neben dem einfachen »erwählter«), aber er hat
die bischofsweihe nicht empfangen (aufschub 1408 jan. 16). Inzwischen wurde er durch toilnahme an der schiacht
bei Bregenz (1408 jan. 13) irregulär, was jedoch, falls dispens eingeholt worden wäre, den empfang der weihen
nicht gehindert hätte. Dieselbe hätte er aber bis 1409 jan. 16 empfangen müssen. Das wollte er allem anschein nach
nicht, er begann deswegen wegen resignation mit Otto zu verhandeln 1409 dez. 5, 1410 juni 6 and abschließend
1410jali 9 und 11. Bei der verzlchtleistung mag auch die sorge für die besserang der finantlage des bistnms eine
nicht geringe rolle gespielt haben. — Er urkundet zum letztenmal 1411 jan. 18 (vgl. nr. 8222). — Über die wei¬
teren Schicksale und seinen tod vgL die folgenden regesten. — Albrecht stirbt 1441 april 7 (7. id. aprilis); im
Konstanzer domanniversar eingetragen als »olim electas, confirmatos ecclesie Const.« —MG.Necrol. 1 , 286. 8206
Zar chronikalischen flberlieferang: Schultheiß, Bistumschronik (FreibDidzesanarch. 8 , 53) und gleich¬
lautend in seinen Kollektaneen ist am ausführlichsten. — Dächer bei Buppert s. 117-118: »Nach bischoff Mar-
quard ward erwelt zu bischoff her Albrecht Blarer von Costentz und was der ainuiidsechzigost an der zal und re¬
giert fünf jar und ain halb and gab das bistumb uff ainem roargrafen von Hachberg und Büteln, genant Otto, and
stand im ab, als man von der gepurt Christi zalt 1411 jar«. — Die Konstanzer Chronik von Si Gallen erwähnt
die regierong Alhrechts nicht — Gregor Mangolt (ganz kurz, nichts besonderes). — Bischofsverzeichnis bei Mono,
Qaellens. 1,306: »Albertas BlÜrer de Constantia regebat circiter quatuor annos et resignavit sponte episcopatam«.
— Oacelin, Constantia Bhenana 309.310, dessen nachrichten siehe oben (nr.8205); ebenso die vonBraschius,
Manlius und Merck. — Ettmüller, Züricher Jahrbücher 68 . — Gallia christiana 5, 923. 8206
Otto III. Ton Hachberg, Abstammung.
173
Zor charakteri8tik ist Terwendbar: 8cbaUheiB, Bistamschronik (FreibDiözesanarch. 8, 53): »Diser bischoff Al-
brecht was in geistlichen nnd weltlichen Sachen gar ain weiser herr, was oach fon leib ein zierer herr za schimpf
and ernst. Damm redt im menigklich übel, das er das bistomb nffgab«. Orad and schön in seiner gestalt wurde er
zwei jahre ?or seinem tode blind and jämerlich angestalt. — Chronik Ton Clans Schaltheiß (Rappert, Konst.
Chroniken 273): »derwasTon person ain lang grad man, ward zwai jar vor seinem todstarblind and so kram, das
im die knüw bis zam antlit giengent, also das im niemants onter das angesicht sehen möcht and yerzert also sin
leben, bis er weder reden, essen, noch trinken möchte. 8207
Neuere yrArdigung: Roppert, Konst Chroniken 443. — Roth ?. Bchreckenstein, Die Resignation des Albrecht
Blarer, Bischofs von Konstanz 1411 (in ZGORh. 27, 326-343). — Albrecht Blarer aof der barg Kässenberg; eine
Charakteristik bei Bader, Badenia 1 (1839), 40. 8206
Siegel: Fr. v. Weech: Siegel von Urkonden ans dem Oroßh. Badischen General-Landesarchiv za Karlsrahe 82, 8
(1407 Jan. 14); 32, 9 (1407 ang. 15). 8209
Otto III. TOB Hachberg.
Abstammung.
Otto entstammt dem geschlechte der markgrafen von Hachberg-Saasenberg (vgL darüber die Regesten der Mark¬
grafen von Baden, denen ich hier folge).
Sein vater war markgraf Radolf UL von Hachberg-Saasenberg f 1428 &br. 8 (Regg. Markgrafen 1 hl 134).
Dieser war vermählt in erster ehe mit Adelheid von LicKtenberg, in zweiter ehe mit Anna von Freibarg. Aas dieser
zweiten £he stammt Otto.
Er hatte 12 geschwister: 6 brdder and 6 Schwestern; dem namen nach sind bekannt 3 söhne Radolfs UL: Otto
Radolf, Wilhelm and 5 töchter: Verena, Agnes, Katharina, Anna, Margaret. Von den 1407 jan. 17 genannten
söhnen, welche noch am leben waren, war Otto der älteste. — R«gg- Markgrafen 1 h752. 8210
Yorgesehichte.
1888 mirz 0. Wird als der älteste sohn des markgrafen von Hachberg-Rötteln and der Anna von Freibarg ge¬
boren. — Bötteler Chronik bei Mone, Qaellensammlnng 1, 299 and Basler Chroniken 5,187. — Fester, Begg.
Baden 1 h760, vgl. h752. 8211
1404 Juni 8 , Heidelberg. »Dominos Otto, domini Rndolphi marchionis de Hochberch, domini in Ratln et in
Hosenberch (!), clericns Constanciensis, canoniens Coloniensis et Basiliensb ecclesiaramc wird in die Heidelberger
nniversitätsmatrikel eingetragen. — Toepke, Matrikel der Universität Heidelberg 1, 93. — Fester, Regg. Baden 1
hB74. — Otto bleibt in Heidelberg etwas über ein jahr and hört dort vorlesangen über dekretalien and gram-
matik; Cod. Ang. XXKIVf. Hof- nnd Landesbibliothek Karlsmbe, vgL ZQORh. NF. 12 (1897). — Seine Kölner
domherrenpfründe maß er aach nach seiner erhebong zam bischof beibehalten haben, denn erst 1434 dez. 24 folgte
ihm in seiner präbende Heinrich von Lapfen, (Kisky, die Domkapitel der geistL KarfÜrsten s. 5l). ’ 8212
1409 sept. 18. Domherr za Basel. Erwähnt als zenge in einer Urkunde seines vaters betr. ausstattong seiner
toebter Verena als »Otto marchio de Hochberg, natos legitimus et camalis d. Rudolfi marchionis, canonicos ecclesie
Basiliensis« : Or. Karlsrahe (Hans- nnd Staatsarch.). — reg. Fester, Regg. Baden 1 h916. 8218
— dez. 5. Begannen die Verhandlungen mit bischof Albrecht, dem domkapitel zu Konst, and dem papst wegen
resignaüon des bischofs Albrecht and übernähme des bistom durch Otto. In betracht kommen die nrkonden: 1410
joni 6 nr. 8179; 1410 Juli 9 nr. 8187; 1410 joli 11 nr. 8188. 8214
1410 febr. 4, Laufen a. Rheinfall. Konrad Keller von Laufen, der im namen «eines herm des bischofs Otto [name
vielleicht späterer zusatz] von Konstanz zu Laufen zu gericht sitzt, beurkundet einen gültenkanf. Geben 1410, an
6. Agthen abent. — Or. Schaff hansen, Staatsarch. — reg. Urkundenregister des Kantons Schaff bansen nr. 1508.
— Falls der name nicht späterer zusatz ist, zeigt die urkunde, daß man schon während der schwebenden Verhand¬
lungen mit bischof Albrecht, Otto bereits als bischof ansah. 8215
174 Otto IlL Ton Hachberg, Bischof von Konstanz. 1410—141L
Otto III. von Hachberg, Bischof von Konstanz.
1410 dez. 10.—(1433 nor. 16) 1434 sepl. 6.
1410 des. 10p Bologna. Papst Johann XXIII. an Otto von Hachberg, erzählten von Konst Das bistnm ist da-
dnrch‘ erlodi^^ daß Albrecbt damals erwählter, durch Johann Schdrpfer, lentpriester von St Stephan za Konst, in
* die hände des kardinaldiakons Antonias tit s. Marie in via lata am apost stähle resignierte. Der papst providiiert
demgemäß Otto, domherm zu Kdln, noch in den niederen weihen stehend. Dat Bononie* 4 . id. dec., a. 1 . »Aposto-
. lata 3 : 0 fßciam<.:—\Or. Karlsruhe (Hans- and Staatsarch.); unter dem bng links: taxe 20 9 ; auf dem. bog rechts:
gratis, P. de Pistorio Rflckseits R darin S; bei den schnüren:. solvit michi Franeinopro ista
provisione; links: Loggius, Adresse: proeisio ecclesie Const, — An den kleius von Stadt and bistnm (Or. ebenda;
unter dem bug de, taxe 20. Symon de Ptato, Jo. de Ptato; auf dem bug links: Sy. de Prato; rechts: pro P. de
Gualfred: G. de Sanetacruce, Bückseits R darin S; bei den schnüren: Baronilms. Adresse: clero civitatis et dio»
cesis Const.) — An das domkapitel von Konst (Or. ebenda; unter dem bng links wie oben; auf dem bog links:
Diethelmus; aaf dem bog rechts: Dietkdmus. Bückseits R darin S. Boi den schnüren: Bol... Adresse: capitulo
ecclesie Const.). — An die Vasallen der Konst kirche (Or. ebenda; unter dem bug links: dec. taxe 20. Synum de
Prato; Jo,de Prato; auf dem bug rechts: B. Labroa, Bückseits: R darin S; bei den schnüren: T.Fabr, Adresse:
vasaUis ecclesie Const.).—‘TAs acta consist Miscell. 1 Yat Arch. Born haben den eintrag: »Die mercurii 10 .mensia
, ..decembris dominus noster providit ecclesie Const. in Alamania vacanti per renunciacionem Ultimi episcopi de per¬
sona domini Ottonis de Hoechpergh, subdiaconic. — reg. Begg. Baden 1 h939. 8216
— dez« 13p Bologna. Papst Johann XXIIL nimmt das kloster Marchtal unter seinen.•schütz und bestätigt ihm
den besitt der pfarrkirchen und güter. Dat Bononie id. dec., a. 1 . »Cum a nobis«. — Or. Stuttgart Staatsarch.
(Marchtal); onthr dem bug links: de. taxe 5. Symon de P. , Jo. de Prato; auf dem bog rechts: pro T, Fahrt:
\ Jo.,de TremosmtzV. Bückseits oben links: pro d. F. Sy. de Prato; mitte: Wurt(?); rechts: Tg(^) 8217
— dez« 19p Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Albrecht (so!) bestätigt die Stiftung und bewid-
mung einer priesterpfründe in die hl. Krenzkapelle unter der bnrg Hohenzollem, welche durch graf Friedrich d. ä.
von 2^11 em d. d. 1408 sept. 10 eriolgte. Das patronatsrecht behielt sich der Stifter vor, die einkünfte des kaplana
. sind .^gegeben. Als erpten kaplan präsentiert der aussteller den prioster Wemher Schenk von Staufenberg. Dat
Const 1410, 14. kai. ianuarii, ind. 3. — Or. Hechingen, Pfarrarch. — Die stiftnngsurk. gedr. Monnmenta Zol*
lerana 8 nr. 142. — In Konstanz konnte man die am 10 . dez. erfolgte Provision des bischofs Otto noch nicht
wissen, darum erscheint der gen. generalvikar noch mit recht in amtlicher tätigkeit 8218
— .dez« 21p Bologpsa. Papst Johann XXIII. erteilt Otto dem erwählten von Konst, in minoribus ordinibus consti-
tntus; die. eiianbnis,> sich die höheren weihen von einem beliebigen bischof erteilen zu lassen. Dat. Bononie 12. kal.
■ ianuarii, a. 1 . »<him nos pridem«. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 23); unter dem bng links: De. taxe 20 . Oerlaeue.
‘ P. de Magio'^; auf dem bng: Jo. Mercatello(?); rechts: Poggius j. Bückseits R darin a; bei den schnüren: Ba-
vorhz. solvit michi Froncino. Rechts beim bog: Jo. de Tremosnitz. 8219
1411 Jan« 9« Verpflichtet sich durch seinen proknrator, der apostol. karnmer als servicium 2500 fl. zu zahlen und
5 servicia minuta, die eine hälfte innerhalb eines halben Jahres, die andere innerhalb eines weiteren halben Jahres.
— Mod. abschr. (Obi. 56,41^ Born). 8220
—. Jan. 10p Bologna. Papi Johann XXlll. erteilt Otto, dem erwählten von Konsi, die Vollmacht, in der dom-
: kirche 2 und in 3 andern kollegiatkirchen seines bistums 3 weiteren personen dom- und chorherrstellen, sowie 12
beneflzien mit oder ohne seelsorge, die zu seiner kollatur gehören, zu verleihen. Die aposi karnmer oder der kollektor
, soll darüber benachrichtigt werden. Dai Bononie 4. id. ianuarii, a. 1. — Mod. abschr. (Reg. Lai 145, 2 Bom).
8221
— Jan«^ 18, Konstanz. Bischof Albrecht bekundet, daß Burkhard von Helmsdorf dem spital zu St. Gallen
um 94 pfd. Konsi pfg. das Helmsdorfgut zu Ober-Goldach, leben des hochstifts, das Jährlich 8 malter kom
. Si Qaller maOes und 1 pfd. Konst, pfg. trägt, verkauft bat, nimmt die aufsage entgegen und gibt es dem känfer zu
eigen. Geben ze Cosi uff ünser pfalents an mentag nach s. Hylarientag 1411. — Altes Briefurbar 231 Stadtarch.
Si Gallen. 8222
— Jan« 21« Bestätigter bestimmt auf grund einer Weisung des papstes das leibgeding für seinen Vorgänger Al¬
brecht Dlarer. Dieser habe das bistum infolge der ,hinlässigkeit und liederlichkeit* seiner Vorgänger an besitzungen
und einkünften sehr geschmälert und mit schulden überladen gefunden; etliche verpfändete schlösser, güter und
Otto m. Ton Hachberg, Bischof von Konstanz. 1411. 1)5
’ leate habe er unter Verwendung eines betriUshtlichen ieiles seines väterlichen erbes wieder ausgelöst; ,von redlicher
sach wegen, die sin hertz, gemugt und gewissuug darzu bewegt und geraitz haut*, habe er ,willenklich und be¬
denklich* auf das bistutn verzichtet Damit er aber nicht ,ze schmächet pfäffliches stätes* not leide, setzt bischoi
Otto folgendes leibgeding für ihn fest: 500 rhein. goldgulden, 60 mutt kernen, 36 malter hafer, 6 fnder wein, die
feste Eüssaberg und dazu 120 rhein. goldgulden ,zu burgsäß*. Das leibgeding wird aus sämtlichen einkünften des
hochstifts bestritten und zwar die 500 gülden ans den ersten frdchten, den geBillen der Siegel und den pfaffen-
stenem, gen. consolationes, doch ohne beeinträchtigong derer, die bereits auf bezüge aus diesen einnahmequellen
ansprflehe haben. Die 500 fl. werden in zwei raten verabfolgt, am tage Johannes d. T. (jnni 24) und Johannes
d. £v. (doz. 27); fehlt es an goldgulden, so erfolgt die Zahlung in der zur zeit umlaufenden Konstanzer Pfennigen.
Kernen und hafer sind auf Martini (nov. ll) fällig; der wein soll von Meeräburg, zur hälfte von derVogthalde, zur
hälfte von der gemeinde daselbst geliefert werden. Ton der zeit der Weinlese wird Albrecht benachrichtigt, damit
er zu ihr.seine boten sende; etwaiger mangel an Meersburger wein wird aus anderen Weinbergen des hochstifts er¬
setzt odef Albrecht für ihn entschädigt und zwar mit 7 ^ KonH. für das luder. Zur barg Küssäberg endlich ge¬
hört die vorbarg; je nach bedarf haben die schiffleute in Bheinheim (Rinhain) mit ihrer fähro dem inhaber der
bürg und den seinigen zu dienen und ilim jährlich ,za rechtem burgsäß* 120 gülden zu verabreichen. Auch die
leute im tal sind dem Albrecht Blarer gegenüber zu diensten mit reisen, steuern, zögen und zinsen verpflichtet. Wie
einst denen von Brandts; sie dürfen ihn und die seinen nicht am betreten und verlassen der barg hindern. Andrer¬
seits sind sie nicht pföndbar, sollte Albrecht um sein leibgeding das bistum und die bürgen angreifen. Nach seinem
tode fällt die barg wiederum an das hochstift, inzwischen aber soll sie dem bischof und dem domkapitel offen stehen.
Der eid der bewohner im tale zu gunsten eines neuen bischofs oder deren Verpfändung soll den i^phten Albrechts
keinen abbrach tun. Von keiner seite wollen bischof Otto und seine nachfolger rechte erwirken, die denen Albrechts
zuwider sind: tun sie es dennoch, so verfallen sie in eine strafe von 2000 goldgulden. Zu ,rechten c^ten und
weren* werden bestellt: der vater des bischofs markgraf Rudolf von Hachberg herr zu Rötteln und Saasenberg,
die edlen Walther von Klingen, Hans von ^senegg, Hans von Thengen froiherr und Kaspar von Klingenberg; zu
bürgen: Hans von Friedingen, Hans Heinrich Truchseß, Hans Schwartz, ritter, Hans von ^ischach zu Neu-Hewen,
Hans Von Homburg d. ä., Rüdiger Hartzer, Burkhard Wechsler, Hans Truchseß gen.'Molli, Wemli Swäger und
Heinrich von ülm. Sie alle verpflichten sich zum einlager in Konstanz oder Schaffhausen, je nachdem sie Albr^ht
Blarer dazu mahnt Vergeht ein monat oder mehr nach seiner mahnung, ohne daß er befriedigt würde, so kann er
ungehindert zur pfändung des bistums schreiten. Die gültigkeit der urkunde soll unabhängig dävon sein, ob das
eine oder andere Siegel abfalle oder nicht daran komme, ,ald 'die wil ain insigel oder mer dar an ist*^ Domdekan
und domkapitel stimmen zu; außer ihnen und dem bischof siegeln die galten und bürgen. Geben 1‘411, an s. Ag-
nesentag. — Ringer, in den revers des pfaffen Albrecht Blarer d. d. 14 M märz 4. (Geben ze Cost an dem vielten
tag des manods mertzen 1411): Kopb. 500, 221* Karlsruhe. — ausz. ZGORh. 27, 338. — erw. Kraus, Kunst¬
denkmäler Badens 3,137. 8223
Idll febr. 2. Übernimmt die regierung des bistums. »Sublectus in locum Albeiü 4. non. febr.« (öhnejahr):
Gallia christiana 5,922 (woher das genaue datum?); vgL Kummer, Die bischofswahlen'in Deutschland 111 anm.
. — Wird bischof »umb die liechtmeß«: Konstanzer Chronik von 8t. Gallen 237* ; ebenso Ettmuller, Züricher
Jahrbücher 68. — Bischofsvorz. bei Mone, Quellens. 1,306. 304. — Zum jahr 1411 ohne monat und tag berichtet
die resignation Albrechts und die Übernahme des bistums durch Otto: Schultheiß, Bistumschronik (FreibDiÖ-
zesanarch 8, 53). — Die Übergabe hatte erst ihre volle geltung durch den leibgedingsbrief 1411 jan. 21 erhalten,
darum urkundet Albrecht noch 1411 jan. 18 nr, 8222. -> 8224
— febr. 9, Stein a. Bh. Erwählter und bestätigter, richtet in sue sublimatiönis exordio nach altem herkommen
eine erste bitte an das kloster Fetershausen, nämlich für Ulrich gen. Vest, in der bestimmten erwartung, daß ihr
folge geleistet werde. Dat. in Stain 1411, 5. id. febr., ind. 4. — Kopb. 797 (456), 305* Kailsrohe. 8225
— febr. 18; Zürich. Benedikta, äbtissin der abtei Zürich, präsentiert dem bischof Otto auf die ständige vikarie
der Pfarrkirche Silenen (Sillinon) in Uri, welche durch den tod des Konrad Ferr vakaUt ist, den Walter von Arburg,
akoljten. Dat Thuregi id. febr. 1411, ind. 4. — Or. Zürich, Stadtai^ch. (nr. 321); rückseits : in Im-
cerna .,. prodamaL sexta ante palmarum. tenetur VIII ß/^. — GFr50rte. 8, 86 nr. 75.—reg. Argovia 29,115.
— VgL 1412 juni 10. 8226
— febr. 17, Konstanz. Bestätigter, verleiht seinem vorg^ger Albrecht Blarer das recht, für die zeit seines lebens
die bischöfliche pfalz in Konstanz zu bewohnen. WUl bischof Otto oder einer seiner nachfolger dorii Wo^enf, so
muß Albrecht so lange weichen, kann aber wieder einziehen, sobald der bischof nicht anwesend* ist. Feinör erhält
Albrecht das recht, je nach bedarf aus den wäldem des hochstifts holz zu beziehen, mag er die Konst: pfalz be¬
wohnen oder nicht Domdekan oder domkapitel stomen zu. Ze Cost geben 1411, an dem sechsten cinstäg nach
' 8. Valentinstag.— Ringer, in den revers des pfaffen Albrecht Blarer d. d. 1411 hiärz 4 (Geben ze Cost an dem
no Otto tll. Ton Hachbergr, Bischof von S^onstanz. 1411.
Vierden tag des manods merzen 1411): Kopb. 500, 172* Karlsruhe. — erw. ZGOBh. 27, 342. — reg. Begg. Baden 1
h943. 8227
1411 febr« 17^ Konstanz. Stephanus, bischof von Yolterra, Joannis papae XXllI. cubicularins, weiht die gottes-
ackerhapelle lu Immenstaad, die zu einer kirche umgebaut worden, und 2 alt&re darin zu ehren der Mnttergottes und
des hl. evangelisten Johannes. — Or. Immenstaad Pfarrei (1910 nicht gefunden). — reg. ZQOBh. NF. 22 ml31.
— Datom fraglich, da Stephan erst 1411 august bischof wurde. 8228
— febr« 17, .Konstanz. Dekan und kapitel des hocbstifts halten sich schadlos gegenflber einem Schuldbrief, den
bischof Otto samt seinem vater markgraf Budolf von Hachberg und etlichen andern bdrgem der Walbarg Fryginen,
Konrad Blarrers sei. frau, um 900 heller ausgestellt hat, von denen jetzt noch 800 9^ zu zahlen sind. Geht
bischof Otto mit tod ab, so soll das hochstift, aber nicht das kapitel für den schaden der bürgen aufkommen. Ze
Cost. geben 1411, ah dem nächsten zinstag nach s. Valentins tag des hl. martrersB. — Or. Karlsruhe (5 Gen.95).
Bdckseits gleichzeitig: Dis ist vmh die viii hundert lib, haüer von pfaff Älbreehtz Blarrer seligen br^der toih, —
— reg. Begg. Baden 1 h943. 8229
— fobr. 19, Schaffhaiiseiu Bestätigt dem vogt, rat und der bdrgerschaft von Neunkirch alle von bischdfen
, oder dem domkapitel von Konstanz erhaltenen Privilegien. Geben ze Sch. an dem nächsten donstag nach s. Yalen-
tinustag 1411.—Or. Neunkirch, Stadtarch.—reg. Urkundenregister des kantons Schaffhausen nr. 1513. 8230
— febr. 20, Kaiserstahl» Bestätig^ die freiheiten der stadt EaiserstuhL Geben ze KaiserstAl 1411, am nehsten
fritag vor s. Mathis tag eins zwdlfbotten. — Or. Klingnao, Stadtarch. — reg. Bechtsqnellen des kantons Argan I,
3a. 272 nr. 34« 8231
— febr« 20, KaiserstnhL Verpflichtet sich, vogt, rat und bdrgerschaft von Kling^iau bei ihren hergebrachten
freiheiten zu erhalten. Geben ze K 1411, am nächsten fritag vor s. Mathistag eins zwdlfbotten. — Or. Klingnao,
Stadtarch. 8232
— febr* 22, Bologna. Papst Johann XXIII. bestätigt der äbtissin und dem konvent von Buchau die freiheiten
und vor allem den besitz der kirchen zu Mengen, Saalgau und Ertingen. Dat. Bononie 8. kal. marcii, a. 1. »Cum
a nobis«.—Or. Stuttgart, Staatsarch. (Buchau); unter dom bog links: fe, taze 5. Rutgerus. Jo, de Mora; rechte
auf dem bug: Jo, SegmetiP- Bdckseits: A, Cruger; links beim bog: pro l. la; links: Tg(?); bei den schnüren:
A. Cruger, Stelle aasradiert. 8233
febr, 24, Konstanz, Bestätiger bischof; bestätigt der bischüfl. stadt Bischofszell, alle ihre von bischüfen
und dem domkapitel erhaltenen handfesten und freiheiten. Geben ze Cost. an dem nächsten zinstag vor ingändem
mertzen 1411. — Or. Bischofszell, Stadtarch. (Lade I). 8234
— febr. 27, Konstanz. Der generalvikar in splr. des erwählten und bestätigen bischofs Otto beauftragt den
dekan zu Meßkirch mit der einweisung des Eberhard Bjßwurm in den besitz der frübmeflpftünde des altars der hL
Maria in der pfarrldrche St Martin zu M., für welche denselben ritter und freiherr Johann von Zimmern nach dem
verzieht des Narcissus Norssinger präsentiert und mit welcher er, der generalvikar, ihn investiere hat Dat Cost sub
sig^o officialatns curie Const, quo utimur ad praesens, 1411, 3 . kal. marcii, ind. 4. — Zimm. Kopb. 1 , 334*
Donaueschingen. 8233
— febr, 28, Schultheiß und rat von Bremgarten bitten den bischof Otto oder dessen generalvikar um bestätigung
der von Heinrich Landammann gestifteten Liebfrauenpfründe in der pfarrkirche und der von Kon^ Eichibeig ge¬
stifteten spitalpfründe zu Bremgarten. Dat. sabbato ante Invocavit 1411, ind. 4 . — Or. Bremgarten, Stadtarch.
nr. 167. — reg. Argovia 8 , 100 . 8236
— märz 2, Johann Bys, domherr zu Konst, stirbt und wird vor dem Barbaraaltar im dorne zu Konst begraben.
— MG. Necrol. 1,285. 8287
— mirz 10, Bologna. Papst Johann XXIII. nimmt das spital von Überlingen in seinen schütz und bestätigt alle
freiheiten. Dat Bononie 6 . id. marcii, a. 1 . — Or. Überlingen, Spitalarcb. (Lade 2 nr. 72); unter dem bog links:
äfar. taie 3« Rutgerus, P,de Pdstorio; auf dem bog rechts: C,de Salma^, Bückseits oben links: domino Jo,
«Tb./mitte: P; rechts:-7^. 8238
— inärz 10, Bologna. Derselbe nimmt das kioster Wettingen unter seinen schütz und bestätigt ihm den besitz
der Pfarrkirchen zu Baden, Kloten, Hüngg, Talwil und Mülberg, Konst und Basler bistums. Dat Bononie 6 . id.
marcii,a. 1 . »Cum a nobis petitur«. —Or. Aarau,Staatsarch.(Wett 869); unter dem bug links: mar, taze 5. Rut^
gerus, P.dePistorio : auf dem bug rechts: C,de Salma^; rückseits oben links: pro domino Jo, Jo,; mitte: Wuri,
rechts: Tg(f) 8289
^ m&rz 10, Bologna. Derselbe nimmt das kioster Muri unter seinen schätz, bestätigt dessen freiheiten und den
besitz der pfsrrkirchen zu Muri, Lunkhofen, Sursee, von St Stephan in Wolen, und in Bünzen. Dat. Bononie 6, id.
Otto Ul. Ton Uachberg) Bischof Ton Konstanz. 1411. 177
diarcii, a. 1. Or. Aaraa, Staatsarcb. (CI U); unter dem bug links: Mar[ci^, taxe 5. Rutgerus, P, de Pistorio ;
anf dem bug rechts: P, de Salma^-/ ruckseits mitte: VmU.; links: j>n> domitio Jo, p,] rechts: Tg, — generalis
eanfirmaeio, 8240
1411 mfirz 10^ Stein a. Bh. Dei et aposi sedis gratia electns et confirmatns episcopus Const. beschwdrt vor
Rudolf Tettikover tbesaurar, Eberhard Last kantor, Eonrad Elye decr. dr., Konrad von Mfincbweiler, und Heinrich
von Bandegg domberren von Konst, seine wablkapitnlation. Den näheren inhalt siehe hei Brunner (ZGORb. KF. 13
ml5). Dai et act. in opido Staiu «.., uhi tune fuimus personaliter constituti, 1411» die 16.men8.marcii,ind.4. R.
— Or. Karlsruhe (5 Oen. 20). 8241
— mftrz 19^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten h. Otto bestätigt unter ein-
rfickung der urkunde bischofs Heinrichs d. d. 1371 nov. 24 [Regg. Const. 2 nr. 6163] die Stiftung der Silvester-
pfründe in der kullegiatkirche zu Ebingen und gibt seine Zustimmung zum verkauf einiger pfrondgüter, um die das
kapitel einen bof zu Ergenzingen gekauft hat. Der aussteller siegelt mit dem offizialatssiegel. Dat. Oonsi 1411,
14. kal. apr., ind..4. — Or. Stuttgart, Staatsarcb. (Rottenburg, Stift Si Moriz); oben ruckseits: Jo, Schür, 8242
— mfirz 23« Freiherr Wilhelm von Enn d. j., ritter, stellt dem pfaffen Albrecht Blarer, weil, bisebof von Kon¬
stanz, für 200 fl., die er -ihm schuldet, den Rndolf von Breitenlandenborg zum mitbürgen und verspricht, diesen
schadlos zu halten. Montag nach Letare. — Wegelins Chronol. Reperi, Stiftsareb. St Gallen. 8248
— mfirz 26^ Bologna. Papst Johann XXllI. gewährt Otto dem erwählten von Konstanz, der subdiakon ist und
im 25. lebensjahre steht, zum empfang der bischofsweibe eine frist von Jahren [bis 1416]. Dat Bononie 7. kal.
apr., a. 1. »Sinccre devotionis affectus«. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 23). Anf dem bug rechts: gratis ubique de ntan-
dato d, n, pape. Diethehnus. Ruckseits R darin s. Gleichzeitig: Inducie mn recipiendi munus eonsecratimis,
8244
— mfirz 26, Bologna. Derselbe erteilt demselben das recht n&ch der Verfügung des papstes Benedikt XII. ein
subsidinm caritativnm von der ganzen weit- und ordensgeistlicbkeit zn erheben, welche zebntpflichtige beneflzien
besitzen. Das bistnm ist durch die schuld einiger verfahren stark verschuldet und dessen besitz verpfändet Dat
Bononie 7. kal. apr.,a. 1. »Ezigit tue devocionis«. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 23). Anf dem bug rechts: gratis ubique
de mandato d, n, pape, DieiJtelmus, Rückseits R darin s; dann gleichzeitig: Oraeiosa subsidii earitativi, — Mit
der ausfnhmng der bulle werden die bischOfe von Augsburg und Lausanne sowie der abt von Büti beauftragt —
Or. ebenda, unter dem bug rechts: Ä, de Reate; anf dem bog rechts: gratis ubique de n%andato d. n,pape. Diel-
hdmus, Rückseits: R darin s, 8245
— mfirz 27, Konstanz« Von gottes gnaden bestätigter bisebof von Konst nimmt mit Zustimmung des dom-
kapitels von Ulrich Blarrer, Heinrich Bl. sohn zum Pflug, bürger zn Konst, und von dessen fran Afra zur einlösnng
von gülten, welche das bistum zu bezahlen hatte, 930 flf Konst heller auf mit 58 U heller jährlich zn verzinsen
ans dem erträgnis des siegeis. Er setzt als mitgülten den Hans Konrad von Bodman ritter, Jakob Schwarz gesessen
zu der Egg, und Rüdiger Hartzer und als bürgen Heinrich Schilter, Heinrich von Tettikoven, Konrad Roh, Johann
Hag, vogt zn Konst, und Rudolf von Friedingen d.j. Ze Cost geben an dem nähsten fritag vor ingendem apperellen
1411. — Eingerückt in den revers des Ulrich Blarrer d. d. 1411 april 22: Karlsruhe (5 Gen. 95). 8246
— april 17. Johann gen. Üringer, kirchherr zu Herdern, der wegen lähmnng und krankheit nicht erscheinen
kann, bestellt als seine proknratoren vor Konrad Unckilch von Bnrgheim, notar, in dem streite um die Pfarrkirche
zu Herdern den mag. Heinrich von Grüningen, Egidius von Sultzberg, kirchherr zn Sasbach, Johann Helling, Hein¬
rich Bellern proknratoren der rüm. kurie und Johann leutpriester von Zähringen. Acta sunt hec (1411, ind. 4.,
pontif. Johannis XXIII. a. 1., die 17. mens. apr.). Zeugen: Rühlin Dürrer kirchherr zn Heuweiler (Heinwiler), Jo¬
hann Dringen kaplan des mnttergottesaltars der Freiburger pfarrkirche, und Nikolaus Tnigasser Konst, bistoms
kleriker. — Notariatsinstrument Karlsruhe (21/225). — vgl. 1411 sept 17. 8247
.— april 24. Albrecht Blarrer, weil, bischof von Konstanz, bestätigt dem abt von Petershansen: es lasse sich
nicht nachweisen, daß irgend einer seiner verfahren auf dem bischofsstuhle vom kloster eine pfründe der ersten
bitten (preces primariae) wegen erhalten habe. Um keine neuerung in gen. kloster einzuführen, verzichtet er darum
anf das recht der ersten bitten, von dem er bei seinem regierungsantritt glaubte, daß es ihm als bisebof znkomme,
und dessen ausübungsrecht der jetzige bischof Otto ihm auch nach seinem rücktritt noch zngesichert hat. Geben
1411, am nächsten fritag nach Georien tag. B. — Or. Karlsruhe (l/24). — Kopb. 797, 304^ Karlsruhe. —vgl.
Ullfebr. 9. 8248
— april 80, bnrg Botteln« Teilt dem klems des dekanats Aargau und archidiakonats Bnignnd mit, daß er
die von seinen Vorgängern, den bischüfen Rndolf und Heinrich, zn gunsten des klerns erlassenen Verordnungen er¬
neuere. — Kämmererlade des kapitels Snrsee. — vgl. zn 1410 nov. 24 nr. 8203. 8249
der Biicbefe von Konetans. 111.
28
178 Otto ni. Ton Hacbbei^, Bischof yon Konstanz. 1411.
1411 mai 4* Yerspricht der stadt Meersbiirg anfrechterbaltaiig nod beobachtung ihrer hergebrachieo freihMten
und rechte. Besehach 1411, an dem nahsten montag nach s. Walbnrg tag in dem majgen. — Eopb. 511, 62^;
422,5 Karlsmhe. — Z60BL 27,34. — erw. Staiger, Meersbnrg 102. 8250
— mai 4. Beurkundet: die grafen Eonrad ond Eberhard von Nellenbarg haben die feste Eonzenberg als pfond
inne samt einem teil des dorfes FrittUngen. Diesen teil haben sie ?or Zeiten an Konrad Ton Beischach nm 60 m. s.
and 240 Bh. fl. weiter yerpflndet and soll nanmehr am dieselbe samme an das kloster Bottenmünster bei Bottweii
kanfsweise übergehen, da das gen. kloster bereits den andern teil des dorfes besitzt Der bischof gibt die zastim-
mong za diesem verkaaf onter Vorbehalt der wiederlösong, welche jedoch nar gleichzeitig mit der lüsong der p&nd-
schaft Eonzenberg erfolgen solL Geben an dem nächsten gütemtag nach des hl. erütztag als es fanden ward 1411.
— Eingerückt in den revers des klosters d. d. 1411 mai 6 (geben an der nächsten wittwochen nach des hL erütztag
als es fanden ward): Eopb. 500, 177'^ Earlsrahe. — Or. Stattgart (Bottenmünster). — vgl folgende nr. 8251
— mfti 7* Die brüder Eonrad and Eberhard grafen za Nellenbarg beorkonden, daß äbtissin and konvent za
Bottenmünster den teil des dorfes FrittUngen von Eonrad von Beischach gekaaft haben, der zur pfandschaft der
feste Eonzenberg gehürt Sie quittieren deswegen dem bischof 60 m. s. and 240 Bh. fl. an dem haaptgat, falls die
pfandlOse erfolgen sollte. Geben am nehsten danrstag nach dem meygen tag 1411. — Eopb. 500, 295 Earlsrohe.
— vgL vorige nr. 8252
— mai 8, Boiteln« Schreibt an Johann Billong von Burgberg and bestätigt den verkaaf des paironatsrechtes
der Pfarrkirche Schabenhaasen mit allem zabehür an Berthold Lidringer, kaplan des Petrasaltares in der Heilig-
kreozkirche za Bottweil. Die einkünfte der gen. Pfarrkirche, die dorch feaer zerstürt worde, reichen zam onterhalt
eines priesters nicht mehr hin; die leute verließen die anfrachtbare gegend, so daß kein pfarrontertan mehr daselbst
wohnt Dat in Castro Bütelien die veneris 8. mens, maii, ind. 4. — reg. Urkb. Bottweil nr. 755 nach or. Eirchen-
pflegearch. daselbst; vgl. ebenda nr. 738 die verkaafsarkande am 80 9» heUer. — reg. ZGOBh. 30, 193 nr. 91
825S
.— mai 8, BütL Gottfried, abt des klosters Büti Ord. Praem., eröffnet dem bischof von Konst and der äbtissin und
konvent des klosters St Felix and Begola in Zürich die balle Johanns XXIII. d. d. 1410 mai 30 (Dat Bononie
3. kaL ianii,a. l.L worin dieser den Johann Mägerlin, diakon Eonst diözese, vom makel der gebart (de presbjtero
et soluta genitos) dispensiert, za den höheren weihen zoläßt and ihm ein beneflziam zor kollatar der abiei Zürich
gehörend verleiht Dat et act in domo habitacionis nostre ... monasterii Batinen. 1411, ind. 4., pontif. Jo¬
hannis IXIII. a. 1., 8. die mens, mail Zeogen: Eberhard Kapferschmid kirchherr in Jona, Heinrich Eolb kaplan
des s. Lanrentiasaltars in Bappcrswil, und Jobannos Walk der stadt Bapperswil paeroram doctor. — Gleichz. abschr.
Zürich, Staatsarch. (CII 2 nr. 297). 8254
— mai 19, Konstanz. Der offlzial des Eonst hofes bearkundet: es erscheint vor ihm Johann abt von Wettingen und
erklärt: es ist zwischen dem kloster einer- and dem edelknecht Hainrich von Bümlang anderseits als weltlichem Sach¬
walter der kapelle za Niderhasle (Nidemhasla) wegen der versehang der gen. kapolle streit entstanden. Der gen. odel-
knecht behaaptet, die kapelle müsse darch einen eigenen priester versehen werden, der abt dagegen erklärt, die gen.
kapelle anterstehe der pfarrkirebe za Höngg and sei stets von dem leatpriester oder dessen holfer versehen worden.
Die Parteien einigten sich dahin, daß sie den sprach des offlzials für gültig erachten wollen. Aaf dem fSr mal 19
angesetzten teimin erscheint jedoch kein Vertreter des Heinrich von Bümlang, was der offlzial hiermit bearknudet.
Dat et act. Const 1411, feria 3. ante fest. Ascensionis domini. — Or. Aaraa, Staatsarch. (Wett 880); rückseits
oben: de manibue domini officialie Jo, NeU. h,; mitten sparen eines kreisranden Siegels. — Der streit zog sich
lange hin; es sind noch folgende nrkanden vorhanden: 1416 fobr. 29 teilt Eberhard Last, kantor der Eonst kirche
vom apost stöhle delegiert, dem dekan ond der geistlichkeit dos dekanats Winningen mit, daß Heinrich Seholzer,
leutpnester za Höngg, zam geladenen termin nicht erschien, deswegen contamax ist and im falle des ferneren nicht-
erscheinens den kirchl. strafen verfällt Dat Const.. 1416, 2.kal.marcii, ind. 9. (Or.ebenda nr.899*); rückseits:
Leonhardos ex missn domini Jadicis. H. - execata per me C. plebanam in Winningen dominica, qaa cantatur Invo-
cavit bP 1416. ind. 9. — Schiaßsentenz des aaditors Johann d. d. Konst 1417 febr. 1 (ebenda nr. 900), in wel¬
cher das recht dem kloster zagesprochen wird, ebenso 1417 juU 30 and sept 3 (nr. 904*). — Desgleichen arteilt der
generalvikar in spir. des bischofs Otto, daß Niederhasle and Begonsdorf fllialen von Höngg seien and darum durch
den leatpriester von Höngg versehen werden müssen: d. d. 1417 okt 23 (Acta sunt hec 1417 ind. 10., sedeapost
vacante tempore sacrosancte et generalis sinodi Const 23. mens. oct). Or. ebenda nr. 906: rückseits: Jo, Sekür,
— vgl. (Gedr.) Archiv. Wettingen 301H — vgl. 1419 mai 24. 8255
~ mal 21» Hainrich, bischof von Termopjrlä, generalvikar in spir. des erwählten and bestätigten bischofs Otto, weiht
am angeführten tage den neuen chor and den hochaltar der St. Nikolaaskapelle in Waldau auf dem Schwarzwald,
tochterkirche za der Neustadt (Ntiwen kirch&pi), deren kollatarrecht dom abt von St. Peter zasteht, za ehren der Hotter-
Otto III. Ton Uachberg, Bischof yoii Konstanz. 1411. 179
gottoSy der hl. Petrns and Paalus und aller apostel, des hl. Nikolaas, St. Wondelins, der hl. Katharina and Margaret
und erteilt 40 tage ablaß. Actam 1411, die mensis maii 21., ind. 4. — Or. Karlsrahe (14/42). 8256
1411 Juni 4, Konstanz. Der offizial des Konst, hofes nimmt eine klage der Anna Ziegler gegen ihren ehemann
Konrad Möller von Biberach, mit dem sie seit 20 Jahren vorbeiratet ist, wegen ehebrach, dessen derselbe sich seit
7 Jahren mit Katharina von Ulm schnldig gemacht, za Protokoll. Die klägerin bittet am scheidang von bett and
tisch. Dat. Const 1411, 2. non. ianii, ind. 4. Böckseits sparen des randen Offizialssiegels and folgende vermerke.
rteipt a qmlihri parle i ß propter libeüum. Jo. Binder, — Aafstellang der Sachwalter 1411 Jani 4. Jo. Binden
Schiaßsentenz Joni 8 (mir nicht dentlich lesbar). 8257
— Jnni 9, Bottein« Ernennt mit hin weis anf die eingeröckte balle des papstes Johann XXII. (d. Avin. 6 . kal.
maii, pontif. a. 3, »Dilectos filios«) die äbte von Petarshaosen and dem Schüttenkloster vor Konstanz and die pröpste
von s. Verena za Zörich and zn Bischofszell za konservatoren der Franziskaner. Dai in Castro Böttelen 1411, die
marüs nona mens, ianii, ind. 4. — Or. Staatsarch. Lazem (Franziskaner III 98). — erw. flaber, Geschichte Zar¬
zach 38 anm. 2. — vgl. Ball. Franciscanam 5,1G7 nr. 315. 8258
— jnni 16, ROtteln. Gibt dem Konrad von Monzingen dekan, Heinrich von Kapell kämmerer des dekanats and
Johann Farnower, protonotar za Freiburg, die Vollmacht, diejenigen kapläne der pfarrkirche und der Si Nikolaas¬
kapelle za Freibarg, welche die von bischof Heinrich von Alet [1400 aag. 6j erlassenen Statuten nicht einhalten, durch
kirchliche strafen oder Sequestration der pfröndeinköiifte zur einhaltang derselben anzuhalten. Einige der kapläne
haben zum schaden des gottesdienstes sich über die getroffenen verfagongen hinwegggesetzi Dai in Castro Rö¬
tellen 1411, 16. kal. ialii, ind. 4. sub sigillo presentibus appresso. — Or. Freibarg, Mönsterarch.; röckseits sparen
eines randen aafgedrückton Siegels. — erw. Freiburger Mönsterblätter 2j 35. 8259
— Juni 18. Gibt den Minoriten (Franziskanern) Vollmacht, bcicht za hören and za predigen. — erw. FreibDiÖ-
zesanarch. NF. 1, 328 nr. 18. 8260
— Juli 14, Engen. Heinrich von Bandegg, domprost zu Konsi, schließt mit Konrad von Schellenberg, ritter,
seßhaft zu Höfingen, einen vergleich wegen des vogteirechts za Behla, betr. die besetzten und unbesetzten schup-
posen daselbst. Bechtsprecher waren Marquard von Königsegg, landkomtardesDeatschordens, Ulrich Truchseß, Chor¬
herr za Konst., Marquard von Schellenberg, ritter, und Thuring von Halwil. Das domkapitel stimmt zu. Geben ze
Engen an s. Margreten abend 1411. — Or. Karlsruhe (5 Behla). 8261
— Juli 24, Botteln« Verpflichtet sich gegenüber den Städten Kaiserstahl und Nennkirch zur abzahlung der
3000 galden, die er zur tilgang der vorhandenen großen schulden bei ihnen aufgenommen hat, bis Weihnachten
1413, dazu der 1300 galden, die sein Vorgänger bei den Städten Klingnaa und Kaiserstahl anfgenommen hat
Das domkapitel stimmt za. Geben ze Bütteln an s. Jacobs abend des zwölfbotten 1411. — Or. Stadtarch. Kaiser¬
stahl nach reg. im Staatsarch. Aaraa. 8262
— Mg« 4, Bischofszell. Benz von Hödorf d. J., sohn Heinrichs selig, bischöfl. vogt zu Bischofszell, bekundet, daß die bischöfe
von Konstanz der stadt B. die gnade erwiesen haben, einen Jeden vogt auf deren freiheiten za verpflichten. Er selbst
beschwört die freiheiten der stadt Geben in Bisch, off den nähsten zinstag vor St Laorentis tag 1411. — Or. Bi¬
schofszell, Stadtarch. (Lade V). — vgl. 1403 mai 1. 8263
— ang. 5, Helfenstein. Johann, graf zu Helfenstein, bittet den bischof von Konstanz um bestätigong der fiflh-
meßpfründe in der pfarrkirche za Asch, welche durch weil. Heinrich Marner, edelknecht, dotiert worden war. Ver-
pflichtangen und einkünfte des vikars sind angegeben. Dat in Castro nostro Helfenstain 1411, ind. 4., die b. Os¬
wald! martiris gloriosi. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Blaabearen G.V.). 8264
— ang. 17, Schaffhaasen. Friedrich, herzog von Österreich, nimmt den dompropst, den dekan und das dom¬
kapitel von Konst in seinen schätz und schirm and betraut damit den Burkhard von Mannsperg, seinen landvogt.
Geben ze Schafhusen an mantag nach u. frowen tag assumpcionis 1411. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 84). 8265
— sept. 2, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Otto beauftragt den dekan des
dekanats Haigerloch, den priester Johann Weilheimer, der ihm von herzog Friedrich von Österreich d. d. Schaff-
haasen 1411 aug. 17 präsentiert worden war, in die pfarrkirche Weildorf (Wildorf), welche infolge resignation des
Heinrich Lindower, klerikers Augsburger bistoms, erledigt ist einzuweisen. Dat Const. sub sigillo officiolatas curie
Const, quo ntimur ad presens, 1411, 4. non. sept, ind. 4. — Or. Stuttgart Staatsarch. (österr. Landesteile I);
oben röckseits: Jo. schür. 82M
— sept. 4, Bötteln. Erwählter und bestätigter zu Konst, schreibt an den dekan des dekanats Luzern und an
den kirchherm daselbst: schaltheiß und rat der stadt Lazem tragen vor, daß einige priester grobe Übergriffe ver¬
üben, die strafbar seien. Er beauftragt die adressaten alle diejenigen priester, welche des diebstahls, rauhes, brandes,
der Unzucht usw. schuldig befanden würden, vor allem, wenn sie vom rat der stadt Lazem darum ersucht würden,
gefangen zu nehmen und dem Konst gericht zu überantworten. Geben in unsers vatters bürg zeBoettelen 1411, an
23 *
180 Otto III. Yon Hachbei^, Bischof Ton Konstanz. 1411.
dem nechsten fritag vor o. L frowen tag als si geborn ward, daz was der ?ierd tag des ersten herbstmanodes, in
dem yierden der kejser zins jare. — Or. Lnzem, Stadtarcb. — GFrSOrte. 25, 324. — erw« GFrSOrte. 24, 13
anm. 1. 8267
1411 sept. 5. Ulrich von Friedingen ritter, vogt bischofs Otto, leiht an Frick von Paygern den halben groß- nnd
kleinzehnten zn Theoringen (Tn<) und Bietheim (Riethain), von denen die andere hälfte dem Konst dompropste ge¬
hört, das zehnUein za Bermatingen and etwas zins, was alles des Baders sei. von Konstanz gewesen ist, als leben
vom bistnme. Geben off den nehsten samstag vor unser frowen tag, als sie goborn ward 1411. — Or. Überlingen,
Stadtarcb. — reg. Förstenberger U-B. 6, 429 nr. 269, note 1. 8268
— sept. 5. Stellt seinem vater markgrafen Rudolf von Hachberg als mitschuldner wegen der zahlnng des jährl.
leibgedings an pfaff Albrecht Biarrer, zu dessen Zahlung sich außerdem als mitgnlten Walter von Klingen, Hans
von Tengen, Hans von Rosnegg freier, und Kaspar von Klingenberg verpflichtet haben, einen schadlosbrief ans.
Geben an samstag nach s. Yerenen tag 1411. — Or. Karlsruhe (5 Gon. 3). — Kopb. 133, 227 Karlsruhe. — reg.
Regg. Markgrafen von Baden 1 h946. 82C^
— sept. 18, Breisach. Burkhard Lup, edelknecht von Freibarg, patron der pfarrkirche zu Herdem, präsentiert
dem generalvikar in spir. des bischofs Otto auf gen. kirche, die durch den tod des Johann Unkilch von Ihringen
(Üringen) erledigt ist, seinen leiblichen bruder Franz Ldp, kleriker. Dat et act in Brisako fer. 6. post exalta-
donem s. Crucis 1411. — Or. Karlsruhe (21/225). — vgl. 1417 okt 29. 8270
— sept. 22. Ulrich v. Friedingen, ritter, vogt des bischofs Otto, belehnt im anftrage seines herm den Heinrich
Schilter, bflrger zu Konst, mit dem marschallamt das dieser von Konrad von Steinach erkauft hat [vgl. 1409 dez. 3].
Geben uff zinstag vor s. Michels tag 1411. — abschr. Zürich, Staatsarch. (WII 3 bl. 37). 8271
— sept. 28» Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Ottos erteilt 40 tage ablaß für alle, welche dazu beitragen,
das haus der Wellin in der Vorstadt vor dem Mettinger tor zu Eßlingen, welches priester Konrad Besmer zu einer
herberge für arme und fremde erworben hat mit betten, hausgerät, holz und sonstigen bedarfnissen auszustatten.
Dat Gonst sub sigillo offldalatus curie Const, quo utimur ad presens, 1411, 4. kal. oct, ind. 4. — Or. Eßlingen,
Spitalarch.; rdckseits mitten oben: Jo. Binder. Gratis pro socio [Konrad Besmer war bischöfl. kaplanj. — rog.
Urkb. Eßlingen 2 nr. 1919. 8272
— sept. 28» Rom. Antonias, bischof von Porto, päpstl. pönitentiar, zugleich mit Petrus, bischof von Tuskulum, gibt
dem propst von Denkendorf die Vollmacht den priester Heinrich Grienbach [kaplan zu Eßlingen] von päpstl. fällen
nötigenfalls zu absolvieren. Die fäUo sind aufgefflhrt Dat Rome apud s. Petrum 4. kal. oct, (pontif. Johannis
pape XXIII.) a. 2. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Eßlingen). — gedr. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1920. 827S
— okt« 1» Rom. Papst Johann XXIII. bestätigt die Privilegien des klosters Engelsberg. Dat. Rome apud s. Petrum
kal. oct, a. 2. »Cum a nobis petiturc. — GFr50rte. 57 (l902) 156; ebenda die bulle gegen die l^dränger des
klosters d. d. 1411 okt 4. 8274
— okt. 22» Rom. Papst Johann XXIII. bestätigt dem spital zu Eßlingen das patronatsrecht der kirche zu Dei¬
zisau, welches Eberhard Bürgermeister, einwohner von Eßlingen, dem spital geschenkt hatte. Dat Rome apud s.
Petrum 11. kal nov., a. 2. »Jis quec. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Eßlingen); unter dem bog links: oct. taxe 30.
P. ds PaueiXUons. Gsrlacus 9/ auf dem bug rechts: A. de Viierbio iij; rückseits R darin 0 ?; bei den schnüren:
Basns; rechts: Jo.... — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1921. 8275
— okt. 30» Kllngnan« Belehnt den bischöflichen vogt zu Steißlingen, Burkhard Swainer, mit dem zehnten zn
Steißlingen und Wiechs als erblehen, mit der bedingung jährlich auf Martini nach Gottlieben oder auf die bischöf¬
liche Pfalz zu Konstanz 40 malter spreu, 40 malter roggen und 50 malter hafer abzuliefem. Domdekan und dom-
kapitel stimmen zu. Geben zu Clingnow an fritag aller nächst vor aller halligen tag 1411. — Kopb. 497, 337^
Karlsruhe. — vgl folgende nr.. 8276
— okt. 31. Burkhard Swainer, vogt zu Steißlingen, stellt dem bischof Otto einen revers aus wegen belehnung mit
den zehnten zu Steißlingen und Wiechs. Für den aussteller siegelt Johann Ulrich Truchseß von Diessenhofen, dom-
herr zu Konstanz. Geben an samstag allernächst vor aller halligen tag 1411. — Kopb. 497, 327^ Karlsruhe. —
vgl vorige nr. 8277
— okt. 31» Ravensbuig. Konrad, bischof von Hebron (Ebronen.), generalvikar in pontif. des b. Otto, weiht die
kapelle im »ölschwang« außerhalb der mauern von Ravensburg und den darin beflndlichen altar zu ehren des hl.
. Leonhard und der Dreikönige und erteilt den besuchen! 40 tage bezw. 1 jahr ablaß, ebenso für das beten des eng¬
lischen grußes am abend. Dat et act die sabbati proz« post festum ss. Sjmonis et Jude app^ 1411. — Begl abschr.
(15. jh.) Ravensburg (Franz. Kaplanei fase. 7). 8278
— nOT. 26» Breisach. Graf Wilhelm von Montfort einer- und Dietrich von Ratzenhausen vom Stein d. J. ander¬
seits vergleichen sich u. a. wegen der kirche zu Breisach dahin, daß der gen. Dietrich bei seiner kirche bleiben und
Otto ni. von Hachberg, Bischof Ton Konstanz. 1411—1412. 181
daß der gen. graf Wilhelm dafür sorgen solle, daß der gen. Dietrich Yom bischof von Konsi investiert würde. Geben
ze Brisach an dem nehsten domstag vor s. Andres tag des hl. xwülfbotten 1411. — Kopb. 124, 69-73 Karlsruhe.
8279
1411 des. 10« Ulrich von Friedingen ritter belehnt im namen des biscbofsOtto den bfliger von Meersbnrg, Burkhard
Hold, mit dem sehnten zu Breitenbach und Stehlinsweiler. Am nechsten dorastag nach uns. frowen tag als sie em¬
pfangen ward 1411. — reg. Lenthins Kopb. 442 Meersborg, Stadtarch. 8280
— dez« 16« Ulrich von Friedingen vogt des bischofs Otto von Konst, belehnt den Konrad Buch, bflrger zu Konst,
dessen fran Elisabeth vom Hof, den Lüw Schwarz, und Budolf Bob im auftrag des bischofs mit der vogtei zu Fiscb-
bacb, dem kelnhof zu Helmsdorf, dem weinzehnten zu Happenweilen (Happenwil) und dem korazehnten zu Immen¬
staad, leben des bistums. Geben off mitwoch vor s. Thomas tag 1411. — Or. Karlsruhe (5 lischbach). — abschr.
Zürich, Staatsarch. (WIl 17}. — vgL nr. 8192 und 8295. 8281
1412. Abt Georg von Muri präsentiert dem bischof von Konst, im verein mit der meisterin des klosters Hermetschwil
den Budolf Koch auf die St Nikolauskaplanei zu Hermetschwil—erw. Meng, Mellingen 67.—Aigovia 26 (1895)
40. — Kiem, Geschichte von Muri 1 ,256. 8282
— jan* 69 St Gallen. Die stadt St Gallen schreibt an papst Johann XXIII.: Das kloster St Gallen ist durch
den Appenzeller krieg so sehr geschädigt worden, daß kaum die beiden konventualen, welche im kloster leben, ihren
unterhalt haben. Der eine dieser beiden, Heinrich [von Gondel fingen] ist nach dem tode Conos zum abte gewählt
worden, er ist bei klerus und volk angesehen, sehr erfahren, ans adeligem geschlechte, so daß alle glauben, daß er
dem schlimmen zustande des klosters aufhelfen kOnne. Sie bitten darum um bestätigung der wähl. Dat in oppido
nostro apud s. Gallom 6 . die mens, iannarii, 1412. — U-B. St Gallen 5,1 nr. 2511; die dortige notiz belehrt
uns, daß der andere konventual Georg vonEnn war; bei der inthronisation war der weihbischof von Konst .zugegen.
8283
— Jan. 12^ Born. Papst Johann XXIII. an den bischof von Lucera (Lucerin.), an Budolf Spitzli, domherrn zu
Konst, und an den offizial daselbst Die pfarrei Thaldorf; welche kircbherr Bartholomens inne hatte, ist durch den
tod dieses kirchherrn erledigt. Deren einkünfte betragen nicht über 8 m. s. Er verleiht sie dem Ulrich Segelbach,
rektor des Fabian- und Sebastiansaltars in der pfarrkirche zu Bavensburg, unbeschadet, daß er diese pfründe, welche
3 m. s. nicht übersteigt inne hat Dat Borne apud s. Petrum 2. id. ianuarii, a. 2. »Vite ac morum honestas«. —
Or. Stuttgart Staatsarch. (Weissenau); oben: ad eameran; unter dem bug links: de. taze 10 . residuum pro deo,
F. de Boseis, A, Meyleti 9 ; auf dem bog links: N, Orunendi(?); auf dem bug rechts: graiispro deo, pro me^
residuum pro A, de (?), Jo, Jlsung. Bückseits R darin f; bei den schnüren: Beripc vermerk(?), neben daran; xxi
ülriei Segalbach; rechts beim bog: Bruno, non debet, — Mitteilung der buUe an den bischof von Konst, dessen
generalvikar in spir. und an den kollator der pfarrei und ausführung durch bischof Nikolaus von Lucera d. d.
1413 febr. 3. (ebenda): Notariatsinstrument des Konrad Schnetzer alias Herzog, priester Konst bistums, üff. k. notar.
— Einweisong 1413 juni 6 durch den dekan Konrad Büchler von Eriskirch. — reg. SVGBodensee 24, 158.
8284
— Jan« 289 Nennklrch* Schreibt an bürgermeister und rat der stadt Freiburg: Die briefe, den Hans von Seon
ritter und andere euerer bürger und hintersassen betreffend, haben wir wohl verstanden und sind bereit nach müg-
lichkeit euch zu willfahren; allein zu beginn unseres amtes haben wir unserem offizial und richtern zo Konst be¬
fohlen, alle weltlichen Sachen dem weltlichen gerichte zu übergeben. So wollen wir dem offizial schreiben, damit
wenn die euren vor seinem gerichte erscheinen, er tue was rechtens ist Geben ze Nünkilch sabbato post Agnetem
1412. — Or. Freiburg, Stadtarch. (Kirchensachen). 8285
— jan. 30, Zürich. Erhard Naslos, Chorherr von St Felix und Begula in Zürich und suhkoUektor der apost
kammer in den diözesen Chur und Konst., ahgeordnet von mag. Johann von Seinheim, beurkundet von abt Johann
von Wettingen und den leutpriestern Büdger Spengler in Baden und Johann Nüdger in Kloten als erste früchte
der Pfarrkirchen zu Baden und Kloten 25 Bhein. goldgulden erhalten zo haben. Acta in opido Thuricen. ... pen-
ultima mens, ianuarii, pontif. Job. XXIII. a. 2 ., 1412, ind. 5. — Or. Aarau, Staatsarch. (Wett. 883); rückseits:
camerv pape xxxi gtdd, — erw. Kurz, Beiträge zur Geschichte und Litteratur des Kantons Aargan 1,564. 8286
— febr« 6 « Ulrich von Friedingen ritter, vogt markgraf Ottos, b. von Konstanz, leiht an Lienhart Schünbentz,
gen. Burg, notar und hofschreiber'des geistl. gerichtk und hofs zu Konst statt Jakob Mntolffs pfleger des spitals zu
Lindau 2 güter zo Meckenbeuren n. a. Geben uff s. Dorotheen tag 1412. — Or. Lindau, Spitalarch. (notiz im ma¬
terial). 8287
— märz 6 (oder febr. 29), Stein a. Bh. Konrad, abt von Stein a. Bh., präsentiert dem bischof Otto bezw. dessen
generalvikar auf die dem kloster inkorporierte pfarrei Hilzingen, welche durch verzieht des priesters Johann Teufel
von Pfullendorf erledigt ist, den Konrad Gehör von Aach (Ah). Dat in dicto monasterio 1412, pridie non. (oder
182 Otto in. Yon Hachbei^, Bischof yon- Konstanz. 1412.
kaL?) marcii, ind. 5. — Or. Schaff bansen, Staaisarch.—reg. ürknndenregister dos kantons Schaffhaosen nr. 1530.
8288
1412 mSrz 7, Nennkirch. Konrad ?on Friedingen von Krähen bearkondet: das domkapitel bat ihn vor langer
zeit [vgl. 1406 jnni lO] als an Wärter (warter) der nächsten ledig werdenden chorhermpfründe angenommen. Die
nächst ledig werdende pfrdnde bat jedoch Konrad Egghart von Konstanz angesprochen, mit dem er dämm in krieg
und stöß kam; dieser Egghart übergab nnnmehr alle seine rechte an meister Hans Schürpfer, weswegen der aas¬
steiler abermals mit dem kapitel in streit geriet Bischof Otto vermittelt die sache dahin: der aassteiler entsagt
allen rechten, welche ihm das kapitel durch die anwartschaft erteilt hat and will weder das kapitel noch den Hans
Schürpfer deswegen bekümmern. Geben ze Nonkilch an dem nehsten mäntag vor mitter vasten 1412. Es siegeln
der bischof, der aossieller and dessen brader Ulrich von Friedingen, ritter. — Or. Karlsrahe (5 Gen. 64). — Kopb.
492 nr. 106 Karlsruhe. 8289
— märz 14^ Born. Papst Johann XXIII. an den abt von Tennenbach. Konrad von Ulm, bürger von Konstanz, crace-
signatas, beklagt sich, daß Anna Selnhoverin ihn an besitztam, haas und geld. beschwert, so daß er sein gelübde
nicht aasfahren kann. Der abt wird mit der antersochnng beauftragt Dat Borne apad s. Petrum 2. id. marcii, a. 2.
»Conquestos est nobis«. — Or. Karlsruhe (l/63); kein tax vermerk; auf dem bag rechts: Diethelmua^ oben daran
Bückseits in der mitte: Jo, Former(?), ganz links ,,, d, f. Sjf, depto,; ganz rechts ein anleserliches Zeichen.
Bolle au hanl 8290
— märz 28^ Born. Papst Johann XXIII. bestellt den bischof von Augsburg, den kantor der kirche St Felix and
Begola in Zürich, sowie den offizial von Basel za konservatoren des klosters St Gallen. Dat Borne apad s. Petrum
5. kal. apr., a. 2. U-B. St Gallen 5, 5 nr. 2519. 8291
— apiil 6« Ulrich von Friedingen ritter, vogt des b. Otto, belehnt den Klaus Fryg, bürger zu Konst, mit einem
weiher samt zogehürenden häosern zu Stadelhofen beim Emmishofor tor, leben des bistoms. Geben uff mitwochen
ze nagenden ostervirtagen 1412. — Or. Konstanz, Stadtarch. (nr. 245). 8292
— april 9, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto (erwählten and bestätigten) bestätigt mittelst
transfix die ewige messe auf dem St Andreasaltar in der pfarrkirche a. 1. fraa za Ulm, welche Heinrich Bierbriw
and dessen frau, bürger za Ulm, d. d. 1412 jan. 18 (gütemtag nach s. Anthonien tag) gestiftet und bewidmet haben.
Der erste pfründnießer ist Ulrich der Zittel von Ulm, priester. Dat Const 1412, 5. id. aprilis, ind. 5. — Or. Ulm,
Stadtarch. — ausz. Bazing-Yeesenmejer nr. 101. 829S
— april 14, Konstanz. Dompropst Ulrich Blarer bestätigt die pfandlüse eines klosterlehens zu Bohlingen aus der
hand des Werner Ehinger, bürgers von Konstanz, durch domdekan and domkapitel. Er inkorporiert es dem tische
der domherrn and bittet den erwählten und bestätigten bischof, diese anordnung zu bestätigen. Dat Const 1412,
18. kal. maü, ind. ioxta stilam Bomane cuiie 5. R. — Or. Karlsruhe (5 Bohlingen). — Kopb. 493 nr. 91 Karla-
rohe. — Erwählter und bestätigter, bestätigt durch transfix die vorangehende urkunde und inkorporiert seinerseits
von neuem das klosterlehen zu Bohlingen dem tisch der domherren. Datum (alles weitere fehlt). — Or. Karlsruhe
(5 Bohlingen). — Kopb. 493 nr. 92 Karlsruhe. — 1406 okt 7 entscheidet pfalzgraf Ludwig herzog in Bayern
und Ulrich bischof zu Werden einen streit zwischen dem domkapitel und Werner Ehinger betr. das gen. klosterlehen
und die ansprüche daran (Or. ebenda). 8294
— mai 24, Oottlieben« Belehnt den Konrad Buch, bürger von Konstanz, dessen gemahlin Elisabeth von Hoff,
ihrer beider sohn Budolf, endlich Lüw Schwarz bürger zu Konstanz, zusammen und in rechter gemeind mit der
vogtei Fischbach, dem kelnhof zu Helmsdorf (Hermenst-), dem weinzehnten zu Happenweilen (-wile) und dem kora-
zehnten zu Immenstaad, alles leben des bistums. Geben ze Gotlieben an zinstag in den pfingstvirren 1412. — Or.
Karlsruhe (5 Immenstaad); es hängt das kleine Siegel. — reg. Fürstenberger U-B. 6,258 nr. 164,6. — abschr. Zü¬
rich, Staatsarch. (WII 17). — vgl. nr. 8281. 8295
— mai 24, Gottliebeiu Belehnt den Heinrich Ehinger, stadtammann zu Konst, mit der feste Güttingen
und der feste Moosbarg, wie er sie seither zu leben gehabt hat Geben zu Gotlieben in unser vesti an dnstag vor
s. Urbans tag 1412. — Or. Frauenfold, Kantonsarch. (Meersbarg). — vgl. 1409 aug. 31. 8296
— mai 26, Gottliebeiu Bestätigt der stadt Arbon alle freiheiten und rechte, die sie von den bischüfen von
Konstanz erhalten haben, nimmt die auflassung der leben durch Konrad Essersweiler, ammann zu Arbon, und den
bürger Lienhart Wider entgegen und belehnt sie wieder mit den bischüflicheh leben. Geben ze Gotlieb an donstag
in den pfingsten 1412. — Or. Arbon, Bürgerareb. (nr. 23). — erw. ZGOBh. NF. 22,197. 8297
— mai 26, Rom. Petrus, bischof von Tusculum, erteilt als päpstl. pünitentiar der Schwester Agnes von Hornstein im
kloster Heiligkreuztal die Vollmacht einen beichtvater zu wählen auf 5 jahre mit bestimmten Vollmachten. Dat
Rome apud s. Petrum 7. kal. iunii, pontif. Johannis pape XXIII. a. 3. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Heiligkreuzt);
unter dem bug: Permio,; auf dem bog rechts: ß, de Montich, Bückseits oben: Wurt,(f) Confeee, pro Agnete de
Otto in. von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1412. 183
Homsiain eomenimli in Hailigkrützstal ord, CUd,, niehil dedü. presentetur dotnino (kmradoBünd; rechts: Conrad
Schnetzer. 8298
1412 juni 10^ Klingnail« Teilt dem dekanat zu Luzern mit, daß er auf bitten des abts und konrents von Engel¬
berg das über ammann und landlente von Eidwaiden sowie über die talleute Ton Engelberg verhängte verbot des
gottesdienstes bis zom kreuztag im Herbst [sept. 14] aufgehoben habe, in der erwartnng, daß mittlerweile eine
friedliche auseinandersetzung erzielt werden kOnne. Dat. Clingnow 1412, 4. id. iunii, ind. 5. — Gr. Luzern, Staats-
arcb. (Unterwalden fase. 33); auf der rückseite besiegelt — GFrßOrte. 12, 235. — ausz. Eidgen.Abscbiede 1 S
43 nr. 97 anb., l^ 134 nr. 300 anb. — reg. GFrßOrte. 57 (1902) 162. 8299
— Juni 10| Zürich. Benedikta von Beebburg, äbtissin von St Felix und Regula in Zürich, präsentiert dem
bisebof Otto auf die vikarie der pfarrkirebe in Silenen den priester Konrad Jud und bittet den bisebof, denselben
mit der seelsorge zu betrauen, zunächst bis zum feste Johannes d. T. und von dort 1 jahr, da der kirebberr Walter
von Arburg dieselbe wegen anderweitiger gesebäfte nicht persönlich versehen kann. Dat. in mon. (Thuricensi) 4.
id. iunii, 1412, ind. 6. — Or. Zürich, Stadtarch. (nr. 323 papier). — GFrüOrte. 8, 87 nr. 76. — reg. Argovia
29, 116. — vgl. 1411 febr. 13. 8800
— Juni 11^ Rom: Papst Johann XXIII. an den«abt von Rüti. »Ea que de bonisc-bnlle für kloster Muri. Dat Rome
apud 8. Petrum 3. id. iunii, a. 3.—Or. Aarau, Staatsarch. (CIN 2); unter dem bug: taxe 2; auf dem bug rechts:
J?* gratis. Bonannus rückseits oben in der mitte: B. Hegnd; bei der schnür: p. Wenginer. 8301
— juni 14, Freibuig. Ulrich Butsch, domherr von Trient und kollektor der einkünfte der apostoL kammer in
den diözesen Brixen, Chur und Konstanz, beurkundet, daß das kloster St Trudpert mit ihm über alle rückständigen
census auf 12 Rh. fl. übereingekommen sei, über deren Zahlung er dem kloster quittnng ansstellt Gegenwärtig:
mag. Heinrich Seldenhom und Ulrich Eesler, Schreiber des herzogs Friedrich von Österreich. Dat. Friburgi 18.kal.
iulii 1412, ind. 5. — Kopb. 300, 59^ Karlsruhe. — reg. ZGRh. 30, 386 nr. 212. 8302
— Juni 18, Konstanz. Der generalvikar in spir. beauftragt den dekan des dekanats Kirchheim, den Andreas
Nallinger, früher frühmesser am hochaltar und kaplan am Heiliggeistaltar im spital zu Eßlingen, in die pfarrkirche
zu Deizisau einznweisen. Früherer kirchherr war Johann Scherer, der mit Andreas Nallinger getauscht hat. Dat
Const 1412, 14. kaL iulii, ind. 5. — Or. Eßlingen, Spitalarch.; rückseits oben: Jo. Schür. — reg. Urkb. Eßlingen
2 nr. 1931. 8303
— Juni 24, Rom. Papst Johann XXIII. beauftragt den bisebof von Konstanz, das Vorhaben des markgrafen
Bernhard von Baden, die pfarrkirche zu Baden zu einem kollegiatstift mit 12 Chorherren und ebensoviel pfründen
zu erheben und der gen. kirche mehrere pfarrkirchen markgräfiiehen patronats zu inkorporieren, auszuführen. Dat.
Rome apud s. Petrum 8. kal. iunii, a.3. — Or. Karlsruhe (37/24); auf dem bug rechts; gratis de mandato dotnini
nostri pape. Amoldus. Rückseits oben: pro domino marchione Baden.; R darin f.; dann Uttere de coüegio fiendo
in Baden, fiat supplicatio pro coüegio _/ beim bug rechts: Baden. — reg. ZGORh. 24, 435 nr. 52 zu 1413,
vgl a. a. 0 . NP. 6,222 anm. 2. — Fester, Regg. Baden 1 nr. 2718. 8304
— Jaul 24, Gottlieben. Bekundet, daß ihm Konrad von Reischach 9800 rhein. golden laut ausweis der darüber
gefertigten urkunde zur auslösung der feste Gaienhofen geliehen hat Er verspricht non dem domkapitel bei seiner
fürstlichen treue, diese summe allein zur auslösung der feste Gaienhofen und zu nichts anderm zu verwenden, den
etwaigen rest aber dem darleiher zurückgeben zu wollen. Geben ze GotUeben an s. Johans tag ze sünwenden 1412.
— Or. Karlsruhe (5 Gaienhofen). — Kopb. 501, 191^ Karlsruhe. — MVGHohenzoUem 35, 15. — erw. Schultheiß,
Bistomschronik (fYeibDiÖzesanarch. 8, 54). 8305
— joni 27, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Ottos beauftragt den delutn, kämmerer und confratres des kapi-
tels Eßlingen, den priester Johann Herne [Heine?], welchen der propst von Denkendorf für die durch tod des Wolfram
Heggbacher erledigte pfarrkirche zu Kemnath präsentiert hat, zu proklamieren; wer etwas einzuwenden hat, soll
auf 20. Juli in Konstanz erscheinen; zom Zeichen des Vollzugs ist die urkunde zu besiegeln. Dat Const 1412,
5. kal. iulii, ind. 5. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Denkendorf); unten proclamavi Fridericus; rückseits oben: Jo.
Tenger; mitte: exeeutio facta est dominica proxima post festum b. Udalriei[juU 10], insignumexecutionissigUlum
deeanatus presentibus tergotenus appressum est. —reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1931. — vgL 1412 Juli 21. 8306
— Joli 15, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto erlaubt dem dekan und kämmerer des dekanates
Luzern gegen kleriker, welche sich schwere vergehen zu schulden kommen lassen, mit strafen vorzugehen. Dat.
Const 1412, id. iulii, ind. 5. — Gleichzeitige abschr. Luzern, Staatsarch. (Geistl. Freiheiten fase. 104). — vgL
nr. 8071 zu 1408 apr. 24 und zu 1435 juli 8. 8307
^ Jali 16, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Otto bestätigt die von dekan,
kämmerer und mitbrüdem des landdekanats Luzern herausgegebenen Statuten. Die Statuten behandeln mit großem
sittlichen ernst die au&ahme in das kapitel und die annahme von pfründen daselbst, die kapitelsVersammlungen,
184 Otto IIL Ton Hachbei^, Bischof von Konstanz. 1412.
abgaben an das kapital, feier der exeqnien, bestimmong über den nachlaß and die wähl der kapitelvorstande. Dat
Ckinsi (l412, 17. kaL ang., ind. 5). — Or. Luzern, Yierwaldstatter Kapitelsarch. — GFrSOrte. 24,59. 8308
141^ Juli 17, SchafiThausen« Bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmong einer meßpfründe in der
St Johanneskapelle des klosters Allerheiligen zu Schaff bansen, welche durch abt Berthold in seinem und seines
▼erstorbeneu bmders Thürings von Sjssach namen, der in gen. kapelle begraben liegt, d.d. 1412 jnli 16 (samstag
nach s. Margarethen tag) erfolgt ist, und gestattet dem abt und dessen nachfolgem die kapläne mit bischöflicher
‘ Vollmacht selbst zu inYestieren. Dat in dicto monasterio omninm SS. Scauffnsen. 1412, 16. kaL ang., ind. 5. —
Or. Schaffhansen, Staatsarch. — reg. ürkundenregister des kantons Schaff hausen nr. 1535. 8300
^— jnli 2L Der generalvikar in spir. beauftragt den dekan des dekanats Eßlingen mit der einweisung des Johann
Herne [Heine?] in die pfarrei Eemuath [vgl. 1412 jnni 27]. Dat Const '1412, 12. kaL aog., ind. 5. — Or. Stutt¬
gart (Denkendorf). — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1931. 8310
T— Juli 24, Konstanz. Der generahikar in spir. bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmnng einer
ewigen messe auf dem St Johannesaltar in der Pfarrkirche zu Heiningen (Hüningen), welche durch die gemeinde
daselbst mit Zustimmung des propstes Heinrich von Adelberg d. d. 1412 juli 19 erfolgt war. Dat Const 1412,
. 9. kaL aug., ind. 5. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (KL Adelbeig). ‘ 8311
— Ulig. 1. Konrad, bischof von Hebron (Ebronen.), generalvikar ia pontii des bischofs Otto, verleiht der Mar¬
tinskirche zu Schwiz 40 tage bezw. 1 ja^ und eine karene ablaß. Dat et act 1412, ipsa die Petri apostoU ad
vincula.Kopialbuch der Pfarrkirche Schwiz foL 13. — erw. Lang, Hist theoL Grundr. 1, 789 zu febr. 22.
83M
— aug. 8« Hans Mangne, bischöfiicher vogt zu Bischofszell, schwört den bürgern zu Bischofszell, sie bei ihren
freiheiten zu belassen, da bischof Otto ihnen diese Vergünstigung erteilt bat Geben an dem nächsten mäntag vor s.
Laurencins tag 1412. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Meersbnrg). 8313
•— aug« 9, Freiburg« Beseitigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmnng einer meßpfründe auf den
Dreikönigsaltar im Münster zu Freiburg, welche Henni Schwarz bürger zu Freiburg d. d. 1373 dez. 1 gestiftet hat.
Das patronatsrecht sollen der börgermeister, der zunftiheister der kanfleute und der oberste Zunftmeister besitzen,
welche nach dem tode des Stifters dessen bruder Heinrich Schwarz, priester, präsentieren sollen. Nach dem tode des
Stifters bitten Albert von Kippenheim bürgermeister, Johann Schnewlin spitalmeister und Heinrich Geben-Müns-
meister, fabrikmeister der pfarrkirche, d. d. 1412 ang. 20 den bischof Otto um bestätignng der pfründe und prä¬
sentieren als kaplan den priester Heinrich Gutheinrich. Die einkunftw desselben sind angefügt (Dai 1412, die
‘ 20. mens, ang.) Dai Fribnrgi 1412, 5. id. aug., ind. 5. — Or. Freiburg, Stadtarch. — Zn beachten ist, daß das
datum des transfixes später ist als die bestätignng. — reg. Freiburger Münsterblätter 7, 58 nr. 389. 391. — vgl.
FreibDiÖzesanarch. 22, 260. 8314
— aug. 25, Konstanz. Der generalvikar in ßpir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und be-
widmung einer frfihmesse in der pfarrkirche zu'Laichingen durch die gemeinde daselbst d. d. 1412 aug. 17. Eber¬
hard graf von Württemberg und abt Johann von Blaubeuren hatten ihre Zustimmung zu der Stiftung gegeben. Dai
Const 1412, 8. kal. sepi, ind. 5. — Eingerückt in ein notariatsinstmment d. d. 1464 märz 15 : Stuttgart, Staats¬
arch. (Urach G. V.). 8313
^— aug. 25, Straßburg. Konrad Pfaffenlap zum Bust, der meister, und der rat zu Straßburg schreiben an bürger¬
meister und rat zu Freiburg: Hans Sicke, priester und bürger zu Straßburg, hat vorgebracht, daß die pfieger der
Sickenpfründe die Vorladung des gen. vor den bischof von Konstanz zur Verantwortung innerhalb 30 tagen bewirkt
haben. Sie bitten den rat zu Freiburg beim bischof um eine fristverlängemng auf febr. 2 einzukommen, inzwischen
will Johann Sick nach Freiburg kommen und sehen, wie er sich mit den pflegern seiner pfründe wegen gütlich
vertragen könne. Datum post diem s. Bartholomei apost. 1412. — Or. Freiburg, Stadtarch. 8316
— aug. 26, Klingnau. Erwählter und bestätigter von Konstanz schärft der gesamten kloster- und weltgeisi-
lichkeit aufs neue das Statut b. Heinrichs UI. d. d. 1.379 sept 28 [Begg. Const 2 nr. 6555 zu dez. 21], wonach
jeder der einen kleriker bezw, priester tötet oder verwundet, exkommuniziert und der ort dem interdikt verfallen sein
soll, ein. Da Budolf Tettikover domkustos und dessen mithelfer Konrad Felix gen. Schüch, Künzlin des domkustos
diener und andere den kleriker Hugo Johannis von Ekkendorf, der nach Born reisen wollte, gefangen genommen
• haben, sollten sie gemäß des gen. statuta gegen diese vergehen. Dat in oppido nostro Clingnow 1412,7. kal. sept,
ind. 5 . — Or. Karlsruhe (5 Gen. 40). 8317
— sept. 5. Der rat von Bern schreibt an den von Basel: der suffragan von Konstanz habe letzthin, als er bei
ihnen war, den Karthäusem zu Torberg in der kirche zu Koppigen den gottesdienst untersagt. Sie wollen deswegen
an den markgrafen zu Bütteln einen boten senden, damit dieser bei seinem sohne, dem bischof von Konstanz, für
* sie eintrete. Sie ersuchen die Stadt Basel ebenfalls um einen empfehlungsbrief an den markgrafen, da es ein gutes
F. Böhmer Begesta Imprii ^ ^
Die Regesten des Kdserreichs unter den Herrschern aus dem Sächsischen Hause 9l9'r-H)24b
Nach Joh« Friedr. Söbnaer neu bearbeitet von Emil iron Otte&tlmL
■’ . " \ 1. liefemiig. 1898. M 9.24 . : \
. J. F^Böhmer Rögösk Impeni y, >;
me Eegesten des 'Zaiseireichs der späteren Stanüschen Periode 1189—1^2.1';
Ans dem Nachlasse Joh. Friedr. BOhmers neu heraasgegeben und erg&nzt von Jul, Ficker nl Ed. WinkelnuBii. .
i.Ahtbeilungen. : 1881-^1901. M 10230. ' - /
f* Böhmer Eegesta lmperir ^ ^ ^
Die llegesten des'Kaiserreichs unter Kudolf» Ädol^ -Alhrecht, Heüi-' ■
rieh-m ;;,1278-^13ia.'-W .
Nach der Neubearbeitung und dem Nachlaase J« F* BShmer’s heräusgegeben und ergänzt ^
' Yon Osn^aU &edlioli. T''
- . " * I, Abteilung^ 1898. M 22.—r . ■ - V
^ J. F, Böhmer Blegesta Imperii A^L •
- Die Regesten des Kaiserrrichs unter Kart iu. . 1346—1378. l
Ans dem Nachlasse Üofi, Fried. Böhmers berausgegeben n. erg&nzt von Dr. Alf. Hubeir. 18^7.. M 30.--
Ädditamentum primujai: ad Rt^esta Mperii VIIl. . ^
Erstes Ergähgungsheft sa den llegesten des Xaiseireiolis unter Sjaiser Efürl IT.
■ V I84e^i378,-:. :' r;''\ V'-;
. - . ' . Von Alfons,Tluber. 1889. "M . ^
> Bogota Imperii XI.
Die ÜTkunden JEäiser Sigmund s {1410—1437).
Terzeichnet von Wilhelin Altmatin. 2 Bände.
18öe---190Ö.
M €1.40
Additamehtum tertium ad Regesta Imperii 1314-^,1847.:
Drittes Erg&ngiiiigslieft su den Bösesten Kaiser ImdwiM des Daiern W
. ■■ seiner'sZeit 1814—18i4Tt',-•
- Von loh. Friedr. Böhmer. .'Herausgegeben aus.seinem Nachlasse.^-
J. Fi Böhmer Regestä Archiepiscoporum Maguntmensiuiii
Regesten zur Geschichte der Mainzer Erzbischöfe von Bonlfatius bis
Aniold von Selehofen 742?--1514. . /i ^ ^
:]Gt Be&fitznng des Nadilasses .von Ooh.''Friedr. Böhmer bearbeitet nnd berausgegeben von Com. Will.
. : ^ . L und, II. Band. ^1877, 1886. TI 53.W ' ; • '
RegesiA Epigeoporum Consta^tiehsiuni.
Regesten zur Geschichte der Bischöfe von Constanz Von Bubülcus bis
/ Thomas Berlower iSiT—1496, • > > : .' ’
- ■ ^ransgegeb^ von der Badischen blstpiiscbw-Cominisßion. ^ '
I.Bi^d,hearbeitetv<)nPsu1Ladewignnd-TheodorMl)|^ir..l89ä.K22.—
n. Ban4, h<^eitet von Alexander Cartellieri und Karl Rjedeer.' 1896—1908;: K'34.—
0;v/.
.' 'I •■
- ^ ■ A
V Ffegö^ön dör Mäirkgraf^^ v^ und l^ohberg: •
:: :; Ödrausg^e Tön det Badischen historisclien Commission^
‘ ,L Band, bevbeitet von Richard Falter^ 1892—1900. M 42.80 '
\ ^ ; IL Bahdi, beaarheitei von Heinrich Witte. K n. 2. L%. ^19üi: M 8.—
" ' Wi. Bandi bearbeitet von Heinrich Witte» 1. n. 2. Lfg. '1902. M B/—
; v Ili Band, böarbeifc^ Witte. 3; u. 4^ Lfg. 1904 M 8.^
: ^ ' :;:1 ^ ’ C V ^ ^ M 6.—
: ’ J ^ Krteg^ iVn; 2.L%, ' 1912.. ^ ;
J'.,.','. V*. >/•-; V,-.''■' y: -;'7: i ' v -iy.-'jj- ^ ,^',v ^v r '■-/ .»t <.■ ' ■ ' -.’i
aäri Bhein; -
v, tori^ l€SO ‘^.';^-'. ‘'v'
.; / iHers^l^geben vcmrdet Bs^clMn' bistorisehaii (%mmis4oi>. unto Leitoag tm» Ed WInkelmanli,. -
^ beutmiirt ton Ad. Kook ü. Jak, WIU«. X Band., 1214—1400^ iS94;; M 30r—. IX Band, unter der Prenaoi
edidU Reinhdid RSkriclik 189S; M 13;00
AdditamentuirL ad:
1904: M 450::;
, V Reliiliold RShridit lÖOl. M 6.;^ , ^
st u d i e n z u r Gie s c h I c h t e des f ö n f t e n> K r e ü z z u g ö s
, ■ , ' von EeinhöW Eöiurieht. 1891.. i!f B.60'. ,-. ' ?
Die Deutschen im heiKgen ^
welcM al3 Jecasaiempn^r udd B^os^
- sicher pachgewieseix, oder wtOirschernHcb MzusehM sipd (c. 66 Ö-r"I 291 X^.‘:
;:: ■ ;; 7 Von Reinhold.Rohricht. 1894.: M 3.-^^ ; ' . 7 - "
Gdsohiöhie des Köni gr e iche J er u Sa lern;
■'■;-:^".(noo—129t)' v..-.. "
/' voii Beiiilkold Röhrieht 1898. M'30 .t~ V
TOD Beinhold Böhriehk; 19Q0. M 9.-
: < - 7 Usärrta Ibri Munkld “
■ .. ; Memoiren eines ayriöcheff ^iis antf der Zeit der, penzztlge.,
;. . Au dem.Aräbisph^flbersetet.yon^ReOitl ^ ,;r'
'.; IJr^den-llegesteiL^^ den, ebemali^n, d^Mven von Zai^ Joseph IL
: : > ; - ; aufgehobenen möster Böhmens'
. .- ^Ton Dr, Aaton Schubert. .103. M 1660.. '
Regesten. det- BlsctiÖfe von Strassburg
' . YerOffenOioht iron der Eommissiott- zur Herausgabe Elsäasischer Qescbichtsquellen.
BaudL EntdrTeü: Die elahssischen Annalen der Stanferzeit»
Eine qudlenkrttische Bmleitang von Hermann Block. 1908. 'M14.-^: :
Band It ZweiterT^: Begeston der Blsehofe von Straßbarg bl» mm Jahre 1302
. bearbeitet m faul Wentick». 1908.. M 14.—.
' r>ruck der Wrgne(*schcn-k. k. tJiuvcnitac».Buchdnicherei in Innsbruck.
, BEGESTA
JJPlSCOjPORUM CONSTANTEENSIIJM.
• ^ ZÖE : .
VON BpÜLCÜS WS THOMAS PBLOVEE ;'
H££AtSa£6£BEt7
BADISCHEN fflSTÖRISCflEN <50MMm0N.
DRITTER^ BAN-D.
:' 1384—1436. ' .
3. U^:p 4. LIBFEEtJNG.
>■ beabbeitbt; •
^BL EtEDEB.
• INNSBRUCK. ; .
VERLAG DER WAGNER’SGHBN .IL ÜNTVEESffiTS-BUCBHANDLUBG,
vHi^YorwofK
xy.. :.■
^-: y;‘‘]_.:,i)[ja tjjiden torü^enden Liefehingett'bi 8 acbließeh'deii.:Teit.de 3 . 3 . Bandes. Für die Konstaiuer Bis-^
- itnmsgescliichle ist damit ein reichhaltiges Material zuim erstenmal erschlossen. In ganz neuer Beleuch-
‘ {■ffang ersche^^ hier Tor. allem die ;Regi«ang 3 zeife Ottos von Hachbei^ mit ihren vielfechen Wirmisssen
-I' dein Kampf zwischen Bischof und Döinkapitct.' KraftvoU tritt im Gegensatz dazu Friedrich von
' ZoU^ .auf, mit dem energiMhen -Willen, eine aÜseitige Besserung der BiStumaveriiältnmsp anzubahnen.
- ^ Leid^ hht der frflhe Tod dieser sympathischen Gestalt auf dem Eonstanzer Bischofsstnhlo' ein nnerwar-
totes Ende bereifet.; ..,
VScMußlieferuhg'iSon ehr Wort-jJudSaciregistor bringen wie der zweite^Band. Außerdem
. S ’'wäre - ea wtmschenswerlt . wenn etwaige Naditi^e. und yerbMsorungen von-Freunden der Sache Unterzeichr.
neteiu; der daför schön im voraus dünkt, nöl|;eteilt-würden. ' ”
' ' \ iUen Ärchivra; und Bibliotheken,? welche bei BoscFaffiing des Materials behilfliclr waren und nicht
•' j., W pf T.mfir -lTBiTn Pater lk G: Etfbei ia^^ der unermüdlich an der Lesung der Konekturen
- jich-beteiligte, sei hier nochmäis der geäepjende_Dank-ausgesprochen.' ^
Bonndörf IvSckwÄTzwaldi'im '
Dr, E&rl lii^ßT, stadtp&rrer.
Verlag der WAGN ER**^*^ K. k. Üniversitäts-Buchhandlxing in Innsbruck.
■ Der Grottesfreund Yom Oberland.
Eine Eifindnng des Straßbni^et Johianniterbniders Nikolaus von Löwen.
Mit 12 Schrifttafeln in . Lichtdruck vom KÄl Bieder. 19 P 5 . M 24 .—
«Werke:
Regeste Habsburgica.
der Brefen von .Habsburg und der Herzoge uun Österreich
^ ^ /'- aus dem.-Hauseflabsburg.^
:j.? / ' Heisosgegeben vom Institnt.fOr österreichisclie QMchichtsforschnng.jintor Leitung^ von Oswnld.Eedlicli.
L Abteüimg; Diß Grafen;von Habsbnrg bis 1281
-v ^ ; bearbd^ von Hato^ ” ' '
J. F. Böhmer Begesta Imperii L
Die Regesten, des Kaiserreichs unter den Karolingern 751 — 918 .
Nach Job« Frledr« Bölunor^ nea baarbeitef voa ZSncelbort Mülilbaolior«
n. Auflaga. 1 . Band.'l. Abteilung. 1900 . M 18.40 '
2 . Abteilung* 1904 % M 13.40
3 . Abteüung* 1908 * M ' 13 B 0
Portittzanf dee Renftttnwerkea t«f dtr drHtta oad viertes Umeobleiieltt» ■
Ä ' .y -
BEOESTA
EPISCOPORUM COXSTANTIENSIUM.
REGESTEN
ZUR
GESCHICHTE DER BISCHÖFE VON CONSTANZ
VON BUBÜLCÜS BIS THOMAS BERLOWER
517—1496.
fiERAÜSGEOEBEN
VON DEE
BADISCHEN HISTORISCHEN COMMISSION.
DRITTER BAND.
1384 - 1436 .
INNSBRUCK.
VERUa DER W.U>NER‘4CHGN K. K. D.VIVERSITXl'S-BUCHH.VNDI.imil
1913.
BEGESTA
EPISCOPORUM CONSTANTIENSIUM
REGESTEN
ZUR
GESCHICHTE DER BISCHÖFE VON CONSTANZ
VON BUBULCUS BIS THOMAS BERLOWER
517 — 1496 .
HERAOSGEGEBEN
VON DEB
BADISCHEN HISTORISCHEN COMMISSION.
DRITTER BAND.
1384—1436.
3. UND 4. LIEFERUNG.
BEABBEITET
VON
KARL RIEDER.
INNSBRUCK.
VERLAG DER WAGNEB’SCHEN K. K. UNIVERSlTiTS-BüCHHANDLUNG.
1913.
DBUCK DER WAONEB^CHEN K. K. UNIVERSITATS-BUCHDRUCKEREI IN INNSBRUCK.
III
Die Bischöfe
Mangold von Brandis
bis
Friedlich II. von Zollern.
1384 - 1436 .
Otto III. von Hachbei^, Bischof von Konstanz. 1412. 185
werk sei, die Karthhoser iu Torberg in ihrem neuen anfang und strengen leben zu unterstützen. Dat. 5. dio mens.
sepL, a. 1412. — Basel, Staatsarch. (Politisches A 2 nr. 5l). 8318
1412 sept* IO 9 Konstanz. Verkauft um 8500 rhein. goldgulden, die er Yon Konrad von Reischach, gesessen zu
JuDgnau, aufgenommen hat, mit einwilligung des domkapitels an den darleiher auf wiederkauf die feste Gaienhofen,
die YOgtei öhningen, den hof zu Hom und den dortigen Weingarten gen. das Erb, die Weingärten zu Gundholzen
(Gundeltzban) und die Yor der bürg Gaienhofen, den hof zu Bohlingen samt dem dortigen walde, das Mos genannt,
mit ansnahmo des zinsweines in der Höri. Beschach und ze Consi gehen 1412, am nächsten samstag nach unser
frowen tag ze herbst. — Einger. in den reYers Eonrads von Reischach, Yom gleichen tage, den Pilgrim Yon Hou-
dorf d. i., seßhaft zu Laugenstein, und Eonrad Blarer, hurger Yon Eonstanz, mithesiegelQ: Eoph. 500, 39* Karls¬
ruhe. — Ygl. nr. 8305. 8819
— sopt« 24, Konstanz. Der generalvikar in spir. des hisebofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Mellingen,
den ihm von abt Georg Yon Muri im einverständnis mit der meisterin des klosters Hermetswil d. d. 1412 aug. 1.
pi^ntierten priester Rudolf Koch in die pfründe des St. Nikolausaltars in der klosterkirche Hermetswil einzu-
weison. Dat. Consi 8. kal. oci, ind. 5. — Aarau, Staatsarch. (Eopialbuch Muri HIV B 1.2). 8320
— sept. 80. Der ofßzial des Konst, hofes beurkundet: Konrad Borg, propst Yon Si Johann zu Konst, hat das dor
Dietershofen mit dem patronatsrecht der Pfarrkirche daselbst um 210 heller an das kloster Wald Yerkauft;
dagegen hat priester Leonhard Opp Yon Pfollendorf, der sich als kirchherr Yon D. ausgab, einsprache eingelegt
und das kloster Wald belästigt Der propst Yon St Johann und Ulrich Winterberg, Konst bürger, als mitscbnldner
Ycrsprechen, das kloster dagegen zu schützen, widrigenfalls der kauf rückgängig gemacht wird. Dat et act (1412,
feria 6. post fest. s. Michaelis). — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Kl. Wald); unten: Ulr, Sulzberg not, 8321
— okt. 3, Klingnan. Schreibt an bürgermeister und rat der stadt Freiburg: Das schreiben Yon Hans Stroben
[Scriben?] wegen haben wir wohl Yerstanden, würden auch gerne euch zu gefallen sein; allein es war unbillig, daß
der gen. pfaff ohne bischöfliche Zustimmung sein recht Yor dem weltlichen gericht suchte, obwohl darauf schwere
strafen gesetzt sind und ihm seines erbgutes wegen das recht weder vor dem Yikar noch dem ofßzial verweigert
wnrde. Aber er kehrte sich nicht an den durch den dekan Yon Freiburg Yerkündeten prozoß und hat messe gelesen,
so daß er nur durch den papst absolviert werden kann. Geben ze Clingnow feria 2. post. Michaelis 1412. — Or.
Freiburg, Stadtarch. (geistl. Ämter). — vgl. nr. 8285. 8822
— okt. 6 , Konstanz. Nimmt von Nikolaus dem Schultheiß, altstadtschreiber zu Konst., 800 Rh. fl. auf, mit
50 fl. jährlich zu verzinsen, und versetzt ihm dafür die pfaffenstener gen. consolaciones. Er verwendet das geld zur
einlösnng des hofes von Laufen bei Schaffhausen, welcher an Konrad und Ulrich die Biarrer gebrüder verpfändet
war. Er hat das bistum leider in großen gülten und in schweren zins on, dio er jährlich zu zahlen hat, gefunden
(wan das ist, das wir dasselb unser bistum ... laider in großer gülte und in schwären zinsen, die wir järklichen
davon gebunden sigen ze geben, funden haben). Bürgen sind: pfaff Albrecht Blarer unser vorfabr, Ulrich von Frie¬
dingen ritter, Bilgrim von Heudorf von Langenstein, Rüdiger Hartzer, Heinrich Schilter, Heinrich Blarer zum
Pflog, Konrad Blarer und Hans Hag vogt zu Konst. Das domkapitel stimmt zu. Geben ze Cost. am donrstag nach
s. Michelstag 1412. — Or. Überlingen, Stadtarch. (Lad. 4 nr. 2183). 8323
— okt. 11, Balingen. Bestätigt die Stiftung und bewidmung einer ewigen messe auf dem Si Sebastiansaltar
in der St. Nikolanskapelle zu Balingen durch graf Eberhard von Württemberg unter Zustimmung des dortigen
kirchherm mag. Werner Gnaister. Dai in oppido Balingen 1412, 5. id. oci, ind. 5. — Eingerückt in ein vidimus
des Heinrich Harz, Schulmeister zu Balingen und öff. notar, d. d. 1437 aug. 28: Stuttgart, Staatsarch. (Balingen
G. V.). 8324
— okt« 13. Herzog Friedrich von Österreich nebst seiner Schwägerin Katharina von Bnrg^d schließt einen
6jährigen Schutzbund mit den Baslern und nimmt u. a. den bischof von Konstanz und den markgrafen von Hach-
berg aus. — erw. Ochs, Geschichte von Basel 3, 98. 8326
— okt. 27, Klingnan. Beglaubigt die bulle des papstes Urbans IV. d. d. 1262 märz 12 (»Cum dilectis flliisc)
für die brflder und Schwestern der Lazariten in Seedorf und erteilt allen, welche diesen oder ihren boten almosen
spenden, 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dai in oppido nro. Clingnow 1412, 6. kal. nov., ind. 5. — GFr50rte. 42,
65 nach Or. Klosterarch. Seedorf. — ausz. GFröOrte. 12, 36 Uf. 47. 8326
— nOY. 12, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt dem kloster Inzigkofen die ihm von graf Eberhard
von Württemberg d. d. 1412 mai 31 gewährte befreinng der kapelle zu Inzigkofen von der Pfarrkirche zu Laiz, so
daß die Schwestern in ihrer kapelle singen, lesen und das gotteswort predigen lassen, die Sakramente empfangen
und einen beichtvater wählen können. Dai Consi 1412, 2. id. nov., ind. 5. — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Sig¬
maringen). Rückseits in der mitte: Jo. Binder; in der ecke: Jo. Schür. — Abschr. 17. jh. Fteibnrg, Erzbischöfl.
Archiv. 8327
B«gest«a d«r Biscliöfo von KosiUai. UI.
84
186 Otto ni. von Haehberg, Bischof YOn Konstanz. 1412—1413.
1412 llOY« 15, Bischofszell. Katharina von Salzberg schenkt ihrem lieben freund Barkhard von Helnisdorf (Keimest-
dorf) die jährlichen zinse und gülten, die sie von Biesenhofen (Büsenhofcn) seither bezogen hat und bischofgült
heißt. Sie bittet ihren oheim Fritz von Anwil (Ainwille) zu siegeln. Geben ze Bischofszell am nähsten zinstag nach
s. Martis tag 1412. — Or. Donaueschingen (Äppishausen). 8328
— nOY. 2 O 9 Klingnan. Erwählter, bestätigter, verlegt den weihetag der kirche bezw. kapelle zu Urberg von
Sonntag nach St Lorenz auf den tag des hl Cjriacas (ang. 8 ). Dat Clingnow 1412, 12. kal. dec., ind. 5. — Or.
Karlsruhe (St Blasien). — ausz. ZGORh. 6 , 382. — vgl. Regg. Konst 2 nr. 3795. 8329
r— dez. 31, Klingiiaa« Schreibt an den dekan, kämmerer and die mitglieder des dekanats und vor allem an
die leutpriester von St Felix und Regala and von St. Peter in Zürich: es erscheint vor ihm Johann Walwiser,
Priester, Sachwalter der Anastasia von Klingen, welche nach dem tode der Benedikta von Bechbuig zar äbtissin
von St. Felix and Regala gewählt worden war, and bittet am bischöfliche bestätigung. Der bischof lädt alle, welche
gegen die wähl einspruch erheben wollen, innerhalb 9 tagen nach Klingnau. Die adressaten werden mit der Yer-
kündigong beauftragt Dat Clingnow 1413, 2 . kal. ian., ind. 6 . — Or. Zürich, Stadtarch. (nr. 331). — v. Wyß,
Geschichte der abtei Zürich heil 415. 8330
1413 jan. 11, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung einer
frühmesse auf den St Nikolausaltar in der pfarrkirche za Neckar-Thailfingen (Taulfingen) durch die gemeinde da¬
selbst mit Zustimmung des grafen Eberhard von Württemberg d. d. 1411 Juni 4. Dat Const 1413, 3. id. ianaarii,
ind. 6 . — Or. Stuttgart, Staatsarcb. (Nürtingen G. V.); rückseits: Jo. Schür. 8331
— Jan. 23, Klingnau. Beauftragt die dckanate und das archidiakonat Breisach auf geschehenen bericht, daß
5 Priester getütet verstümmelt oder sonst verletzt worden seien, infolge eines Statuts (synodalprozeß) bischof Hein¬
richs (III. von Brandis) und in weiterer auslegang desselben, daß das Interdikt in solchem falle über alle gebiete,
in welchem die Übeltäter iarisdiction oder besitz haben, verhängt werden solle, andernfalls über die pfarrei, welche
Schauplatz des Verbrechens war, bis aaf 3 tage nach Weggang des täters. Dat Clingnow 1413, 10. kal. febr., ind.
6. — Or. Bleichheim, Kapitclsarch. 8332
— febr. 1, Klingnau. Beurkundet daß ihm sein vater markgraf Rudolf von Hachberg, herr zu Rütteln and,
Sansenberg, 5782 galden aasgelegt hat die größtenteils dem papst Johann XXIII. and um ballen und briefe be¬
zahlt wurden. Damit sein vater nicht zu schaden komme, befiehlt er dem Albrecht Blarrer, seinem verfahren, and
dem insiegler des Konst hofes, daß sie alle zinse, nutzen and kollekten und alle anderen gefälle des bistams von
den bischüfi. amtleaten einnehmen sollten und wenn sie davon die schuldigen zinsen und abgaben des bistams und
besonders die 3000 fl., am die des bistams Städte verpfändet sind, sowie die botschaften, botenlühne, ,ehebafte
nute and infelle*, sowie die kost, wie sie jetzt aufgestellt ist und das zergeld, das der gen. Albrecht dem bischof
geben soll, bezahlt haben, so sollen sie den rest zur abzahlong der gen. schuld Verwenden und zwar von nächsten
Weihnachten innerhalb zweier jahre; gleicherweise sollen sie den zins aus gen. summe zahlen and vor allem die
1500 fl., die Walter von Klingen gehüren und in jener samme einbegrififen sind. Zeugen sind Albrecht Blarrer,
meister Konrad Ely propst zu Zürich, Rudolf von Friedingen and Konrad Auenstetter, insiegler des Konst hofes.
Geben ze Klingnow an u. frowen abcnt zer lichtmeß 1413. —Or. Karlsruhe (5 Gen. 95). — reg. Regg. Markgrafen
von Baden 1 h964. 8333
— febr. 3, Uri. Das Schiedsgericht zwischen der abtei Engelberg auf der einen and den landleaten zu Unter¬
walden nid dem Kemwald sowie den talleaten zu Engelberg auf der anderen seite bestimmt u. a.: da die talloute
den von Nidwalden mit dem recht abgesprochen wurden, so sollen sie sich selbst aus dem banne lüsen, in welchen
sie wegen eines Streites mit der abtei Engelberg gekommen sind, es sei denn, daß sie vor dem bischof von Konstanz
die unrechtmäßigkeit des bannes beweisen. Uri 1413, frytag nach u. 1. frowen tag ze lichtmeß. — Archive zu Nid¬
walden und Engelberg. — GFr50rte. 12 , 236. — ausz. Eidgen. Abschiede ] 43 nr. 97 ; 1 *, 134 nr. 300. 8334
— febr. 5, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Otto bestätigt mittelst transfix die stiftang und bewidmung
einer meßpfrfinde in der St. Leonhardskapelle im ölswang außerhalb der mauern von Ravensburg durch weil. Johann
Erler als Sachwalter des Henggin Huntpiß und der Ursula Erler, bürger von Ravensburg, d. d. 1412 sept. 2 (4. non.
sept) mit Zustimmung des abtes Johann von Weingarten und des ständigen vikars zu Ravensburg Johann Aicheller.
Dat Const 1413, non. febr., ind. 6. — Or. Ravensburg (Franz. Kaplanei fase. 3); rückseits: Joh. Schür. 8335
— febr. 14, Rom. Petrus bischof von Tusculum beauftragt den bischof von Konst bezw. dessen generalvikar, nach
vorheriger Untersuchung dem br. Heinrich Sigrist gen. Lasser von Fägschweil (Faggschwil), professen des klosters
Rüti Prem. Ord., die erlaubnis zu erteilen, in einen anderen orden einzutreten. Dat Rome apud s. Petrum 17.(l) kal.
marcii, pontif. Johannis XXIII. a. 3. — Or. Rapperswil, Stadtarch. (C. 2^ 2. 1.). Unter dem bog links: Neope^
tresch; auf dem bog rechts: N. de FaesarelL Rückseits oben in der mitte: Iluinatele; bei den schnüren: Sygeriei.
Auf der Vorderseite zu beginn der urkunde: B...? Schünes Siegel des großpünitentiars. 8330
Otto III. Toii Haclibei^, Bincliof von Konstanz. 1413. 187
1413 febr. Ib, Graz. Friedrich, berzog von Österreich, bestätigt dem BClmltheiO, rat and bfirger zu Lenzbarg ihre
froibeitcD und vor allem das recht der [vorjwahl eines leatpriesters, den sie dem kirchherrn zn präsentieren haben,
daß dieser ihm die stelle verleihe and der bischof darauf investiere, desgleichen die freie anstellung des mosners.
Geben ze Gretz an sontag vor s. Matthiae tag 1413. — Bcchtsquellen des kantons Aargaul. Stadtrechte lY.s. 220.
8337
— nihrz 12, Konstanz. Gibt dem grafen Friedrich (VII.) von Toggenburg die Elsbeth Briden, eheliche tochtor
des Hans von Masnang, leibeigene des bistums, die sich mit Konrad, dem sohn des Üli Kolb von Ganterswil, einem
leibeigenen des grafen verehelicht hat, in tausch gegen Ursula, ehel. tochtor des Konrad Bitter von Holfetswil.
Geben ze Cost. 1413, an s. Gregorien tag in der vasten. — U-B. St Gallen 5, 26 nr. 2556 nach or. Stiftsarch.
8338
— mSrz 17. Erhard Naslos, Chorherr von St. Felix und Begula in Zürich, subkollektor der aposi kammer in der
diözese Konstanz, quittiert dem abt nnd konvent von Engelberg den empfang von 6 sch. Konst pfennig, welche
die abtei als census für 8 jahre zu entrichten hatte; derselbe war zu 1 golddenar jäbrl. eingeschätzt, der 2 ß 4
gleichkommt. Harum testimonio litterarum, quibus sigillum, quo in preseuti succollectoratus officio ntimnr, appensnni
ezistit 16. kal. apr. 1413, ind. 6. — Or. Engelberg, Stiftsareb. — vgl. GFr50rte. 57 (1902) 164f. 8339
— mSrz 21. Als erwählter bischof bestätigt dem bürgermeister und rat, den Zunftmeistern nnd bürgern zu
Konstanz in ausführlicher urkunde ihre hergebrachten freiheiten, kaiserlichen Privilegien wie seine Vorfahren [vgl.
1407 märz 4] mit bestimmungen über die bischöflichen leben, das ammannamt nnd geistliche gericht, die bischöf¬
liche münze, entscheidung von Streitigkeiten zwischen gemeinde und bischof, sowie die rechtskraft von briefen nnd
forderangen um schuld, gülten, ämtern und pfändern. Zeugen: Heinrich graf von Fürstenberg, Schwager des bi-
schofs, Albrecht Blarer »unser uechster vorvahrt, Pilgrim von Heudorf der ältere von Langenstein und Rudolf
von Friedingen. Beschach und geben 1413, des nehsten zinstags nauch dem saunentag Beminiscere in der vasten.
— Or. Karlsruhe (5 Konst Gemeinden); auf dem bug: per Jo, Hün. prothonotarium, — Kopb. Abgeschrifiten fol.
41* Konstanz. — ausz. Marmor. Urkk.-ausz. (2) 49. — reg. Ruppeit, Chroniken 327. — erw. Schultheiß, Chronik
(Freiburger Diözesanarch. 8, 54). 8340
— niärz 23, Dillingen. Eberhard, bischof von Augsburg, teilt dem bischof von Konstanz bezw. dessen gcncral-
vikar die bulle papst Johann XXIII. d. d. Rom 1411 nov. 8 (Dat. Rome apud s. Petrum 6. id. nov., a. 2. »Hiis
que«) mit, worin dieser gestattet, daß Heinrich Neithart, bürger und kaiserlicher notar zu Ulm, einmal einen seiner
söhne, der geistlicher werden will, auf die pfarrei Lanpheim, deren patronatsrecht den herzögen von Österreich zu-
stand, präsentieren dürfe. Diese Vergünstigung hatte weil. Leopold herzog von Österreich a*’ 1397 dem Heinrich
Neithart in ansehuug seiner treuen dienste gegeben und herzog Friedrich d. d. Baden i. A. 1411 juli 1 bestätigt
Acta sunt hec in Castro nostro Dilingen ... die 23. mens, marcii 1413. — Kotariatsinstr. des Marquard Winckler,
kleriker Regensburger bistums: Stuttgart, Staatsarch. (Ochsonhausen). — Die originalballe trägt folgende vermerke:
unter dem bug links; tax, mutata. taxe 20. G, Steter. M. de Guardagnis; rechts: A. de Lusehis; auf dem bug
rechts: gratis (durchstrichen). A, Fidelis jj. Rückseits: R darin f; bei den schnüren: oben donatum est ius
patronatus in eceksia parochiali, petitur confirtnacio donacionis, — Da das patronatsrecht an Ochsenhausen über¬
ging [vgl. 1413 aug. 26], vergleicht sich das kloster vor bürgermeister und rat zu Ulm d. d. 1414 Juni 2 mit
Heinrich Ndthart und dessen sohn Ludwig, dem ersterer die kirche verliehen hatte. (Or. ebenda). 8341
— ni9rz 24, Bebenhansen. Heinrich von Halfingeu, abt zn Bebenhausen, teilt dem bischof von Konstanz und
dem dekan des dekanats Reutlingen die bulle des papstes Johann XXIII. d. d. 1413 jan. 27 (Dat. Rome apud s.
Petrum 6. kal. febr., a. 3. »Sacre religionis«) mit, worin dieser der äbtissin und dem konvent von Pfullingen mit
54 m. s. einkünften, in dem sich mit der äbtissin 54 klosterfranen aufhalten, die pfarrkirche zu Mittelstadt mit
nicht über 10 m. s. einkünften inkorporiert Que acta sunt in monasterio nostro Bebenhusen... 1413, pontif.(Jo¬
hannis pape XXIII.) a. 3, ind. 6 ., mens, marcii die 24; zeugen mag. Heinrich Togen dr. iuris canonici artlumque
magister, Heinrich prior, Gottfried kustos nnd Johann bursariüs des klosters Bebenhausen u. a. — Notariatsinstru-
ment des Heinrich Zengier von Eßlingen, priester Konst bistums: Stuttgart, Staatsarch. (Pfullingen).— 1413
märz 26 resigniert Theoderich Bältz, kirchherr zu Mittelstadt, seine kirche (ebenda). 8342
— märz 24, Schaffhansen. Bürgermeister und rat von Schafi'hansen empfehlen allgemein die boten, welche für
das kloster Paradies oberhalb Schaffhansen am Rheine gelegen. St Klarenordens, almoson sammeln. Das kloster
ist mit schulden überladen, da die klosterfranen, deren es gegen 60 sind, wegen ihrer strengen klausur nicht selbst
zu ihren Sachen sehen konnten und ihre amtleute schalten lassen maßten. Sie bedürfen deswegen des almosens,
damit die frauen alle beisammen bleiben können. Wer almosen spendet, wird des ablasses teilhaftig, wie es näher
in der vom Konst, bischof ausgestellten urkunde ausgeführt ist. Wer unrecht gut besitzt bis zum betrag von
100 mark und den rechtmäßigen eigentümer oder die erben nicht kennt, kann auf diese weise restitution leisten,
24 *
188 Otto III. Yon Uachbei^j Bischof Yon Konstanz. 1413.
wie die p&pstLichen ballen dies enthalten. Geben an o. frowen anbend in der Tasten 1413. — Or. Schaff hansen
(Hist Verein). — reg. Urkondenregister des kantons Schaffhaasen nr. 1544. 834S
1413 märz 25, Konstanz. Wilhelm Ton Landspeig, profeß des Johanniterordens and prokurator dos grafen Hugo
von Montfort Johannitermeisters in Deatschland, appelliert in seiner klagsache gegen den bischof Otto von Kon¬
stanz, welcher trotz exemtion von den Johanniterkirchen 6 sch. and 6 von den einkänften als sabsidiam carita-
tivam gefordert hatte, an Johann XXIII. Acta sant hec (1413 ... 25. mens, marcii in civitate Const.). — Nota-
riatsinstrament (beschädigt) des Konrad Spengler von Pfollendorf: Aarao, Staatsarch. (Leaggem 202). — zar sache
vgL ZGOBh. NF. 25 (1910) 163. 8344
— april 1, Konstanz. Bestätigt die nachgenannte verfdgong seines generalvikars mit dem zosatz, dieselbe
solle nach ihrem ganzen inhalt bis zar oktav von ostem gütig sein. 1413 märz 25: der generalvikar in spir.
schreibt an alle geistlichen: das kloster Ufhof za Neidingen bei der barg Fdrstenberg, Aagostinerordens anter der
leitong der Prediger, in welchem bisher die priorin and 28 Schwestern wohnten, ist darch fenersbranst, verwöstoog
and krieg verarmt; er befiehlt deswegen der geisÜichkeit die almosensammler wohlwollend aafzanehmen and das
Volk dazn von der kanzel aas za ermahnen. Er erteilt 40 tage ablaß. Der brief soll ein jahr gelten. Dat Const
1413, 8. kaL apr., ind. 6. Bfickseits Jo. Schürf. —Datnm nostro sab secreto sabbato ante dominicam Letare 1413.
— Or. Papier Donaaeschingen (t 13. Vol. I fase. III). — Fdrstenberger U-B. 6, 251 nr. 160. 8345
— april 1, Born. Papst Johann XXUI. erteilt dem abt von St Blasien das privüeg, sich der mitra, des ringes
and der pontifikalien zn bedienen. Dat Borne apnd s. Petram kal. apr., a. 3. »Ezposcit vestre devocionis«. — Or.
Karlsruhe (St Blasien); unter dem bag links: Mar. taxe 50. Jo. de Prato. Jo. de CrioeUie.; unter dem bog
rechts: N. de Malpigflia] pro L. de aräio; auf dem bag: Adolphus V. Bfickseits oben große stelle aasradiert
Mitte vermerk über inhalt, R darin f .; bei den schnfiren: solvU mihi A. Lorber.
Derselbe erteüt demselben die erlaabnis kelche, gewänder und andere kirchliche geräte za weihen, sowie die
niederen weihen zu spenden. Dat wie oben. »Exigit vestre devotionisc. — Or. ebenda; unter dem bag links:
Mar. 50. Jo. de Prato. Jo. de Crioellis; unter dem bag rechts: N. de Malpiglis pro L. de aretio; auf dem
bag rechts: Pro. T. Fahrt Adolphus V, Bfickseits zwei aasradierte vermerke. R darin f; bei den schnfiren: solmi
mihi A. Lorb. 8346
— april 6, Born. Papst Johann XXIII. gibt dem abt Friedrich von Kempten die vergfinstigang eines altare por-
taüle. Dat Borne apad s. Petrum 8. id. apr., a. 3. »Sincere devotionis«. — Or. Mfinchen, Beichsarch. (Kempten);
unter dem bag: Apr. taxe 10. Jo. de Prato. Jo, de Crioellis; rechts unter dem bag: A. de Malpiglis; auf dem
bog: pro Dietheltno Jo. Orasseti j. Bfickseits R darin f. 8347
— april 13« Heinrich Ehinger, stadtammann za Konstanz, bekandet daß ihm and seinen erben bischof Otto und
das domkapitel die vogtei za Langsehlaeht za eigen fiberlassen haben, wofür er die vogtei za Güttingen, za seiner
feste Moosbarg gehörig, dem bistam za leben aufträgt Ulrich Stainstraß bfirgermeister and Johann Hfin stadt-
schreiber za Konstanz siegeln. Geben 1413, des nechsten domstags vor dem palmtag.—Kopb. 495 nr. 59 Karls*
rahe. 8348
— april 25* Bestätigt den Schwestern des Ursnlaklosters za Aarau Uire Privilegien, vor allem die von bischof
Marqoard [d. d. 1406 sept 20] verliehenen, and gewährt 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat Const sab episco-
palis sigUU nostri appensione 1413, 7. kal. maii, ind. 6. — Or. Aaraa, Stadtarch. (nr. 305).—Urkb.Aaraa nr. 262.
— vgl. nr. 7972. 8349
— april 27, Konstanz. Belehnt den Hans Borbos von Winterthur [vgL 1406 märz 15] mit dem zehnten, gen.
Lochlis and Niedstains zehnt, za Winterthur. Geben an donstag in den ostren 1413. — Derselbe gestattet dem
Hans Borbos, ab dem gen. zehnten an den Nietten von Bapporswü eine gfilte von 5 stfick kernen und ein matter
haber zu versetzen. Geben ze Cost an donstag nach dem hl. ostertag 1413. — Or. Zürich, Staatsarch. (ClI 16
nr. 269.27 o); an der einen urkunde hängt das kleinere, an der andern das größere bischOfl. sieget 8350
— mai 3, Konstanz. Gestattet dem abt Heinrich von Bebenhaasen, daß er an stelle der ersten frfichte von
allen dem kloster einverleibten kirchen, mOgen sie darch tod oder verzieht vakant werden, mOgen sie viel oder
wenig einkfinfte besitzen, jeweils 40 Bh. fl. zahle. Dat Const. 1413, 5. non. maii, ind. 6. — Or. Stuttgart, Staats*
arch. (Bebenhaasen); rfickseits oben: Jo. Stephani, 8351
— mal 3, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Otto (electi et confirmati) beauftragt den dekan des de-
kanats Böblingen, za verkünden, daß Konrad Zehender von Haigerloch, priester, von abt Heinrich zn Bebenhaasen
für die ständige vikarie in Weil im SchOnbach, welche durch resignation des priesters Ulrich Ditzinger erledigt ist,
präsentiert worden ist. Einspruchsfrist ist auf mai 19 angesetzt Die Präsentation erfolgte durch urkunde vom
l. mai 1413. Dat Const 1413, 5. non. maii, ind. 6. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Bebenhaasen); outen: proda*
maviFrid.; rfickseits oben: Joh. Schür; daneben ein mit papier überklebtes Siegel, das eine bischofsflgar erkennen
Otto III. von Haclibcrg» Bischof von Konstanz. 1413. 189
l&6t; weiter imien das aufgedrSckte siege! des goDeralvikars. Aasführungsvermerk: in signum execntionis Heinricas
decanas decanatas in Altdorf. 8352
1413 mal 16, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto, erw&hlten and bestätigten, bestätigt mittelst
transftz die stiftaug and bowidmang einer priesterpfrfinde auf den St. Erhardsaltar in der Erhardskapelle neben
dem mönster za Noaenbarg, welche durch Badolf Schneider, bäiger za Naaenbarg, d.d. 1412 sept. 13 (zinstag vor
des bl. crutzes tag ze herbste 1412) erfolgt ist Die kapelle hat der Stifter ganz nea gebaut Dat Const 1413,
1 7. kal. innii, ind. 6. — Or. Neuenburg, Pfarrarch.; rückseits oben: Joh. Schür. 8353
— mai 19, Konrad Fridbolt gen. Moser beurkundet, daß or im namen des bischofs Otto zu Eaiserstahl za
gericht gesessen und vor ihm Hans Scherer samt fraa and hindern von Ulrich Alt, gen. Mägeltzhoter, seßhaft za
Küssaburg, HO Rh. fl. aufgenommen und dafür 2 güt-er za Lienheim (Lienhain) versetzt haben. Geben an fritag
vOr 8. Urbans tag 1413. — Or. Aarau, Staatsarch. (Zarzach 210). — reg. Huber, Urkk. Zarzach 34. 8354
— jnni 7. Bestätigt die anstellang eines eigenen kaplans in der Fridolinskapelle za Käfeis.— erw. JbHYOlarus.
26 (1891) XXV. 8355
— Juni 19, Ravensburg. Br. Johannes, b. von Cäsarea (Cessarien.) O.S.B., generalvikar in pontif. des bischofs
Otto, erteilt der St. Leonhardskapelle im öischwang zu Ravensbarg, die er am 19. jani von neaem geweiht hat,
40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat in Ravensbarg 19. die mens, innii 1413, ind. 8(!) — Begl. abschr. (l5. jh.) Ra¬
vensburg (Franz. Eaplanei fase. 7). 8356
— Juni 27. Abt Wilhelm von Marbach schreibt an bischof Otto von Eonstanz, er sei bereit mit ihm und denen
von Lazem des Nikolaas Bruders wegen, der zur zeit in Eonstanz in haft gehalten werde, tag za nehmen in Basel in
der erwartang, daß der bischof rechte und freiheiten der abtei Marbach wahren werde. Dat 1413, feria 3. ante
fest. Petri und Paali apost — Abschr. Stadtareb. Luzern, (fase. Propstei). — vgl. Segesser, Eleino Schriften 2,
294. 8357
— Juli 14, Eonstanz. Ulrich Blarer propst, Albrecht von Beatelsbach dekan, Rudolf Tetükover thesaurar, Eber¬
hard Last kantor und das domkapitel za Eonst verkaufen der dombraderschafbzuEonst die jährlichen zinse von 33 ß
4 Eonst ab dem hause za >dem Gyljenc in Eonst, zwischen dem haas zum Verbronnen hof und za dem Bodmer ge¬
legen, und 1 2 ß 2 von dem hause zam Bodmer um 55 8^ Eonst /^. Dat et act Const. et ibidem in sacristia
saperiori dicte ecclesio Const, choro ipsias ecclesie contigae seu propingue, qae quidem sacristia ipsios ecclesie Const
locus capitularis solitus et consuetus ezistit 1413, ind. 6., pontif. Johannis XXIII. a. 4., die veneris 14. mens.ialii;
zeugen: Eonrad Martin kaplan und mesner der Eonst. kirche, Walter Wydmer leatpriester von Sommeri (Sombri),
beide priester, and Johann Naßbaum, mesner der Eonst. kirche laicos litteratas.—Notariatsinstrament des Leonhard
Schünbontz: Earlsrahe (5 Gen. 12). 8358
— Juli 20. Abt Heinrich von Bregenz teilt dem bischof von Eonst die provisionsballe papst Johanns XXIII.
d. d. 1413 mai 4 (Rome ap. St Petnim 4. non. maii, a. 3.) für priester Heinrich Wröman gegen Petras Stedelin
mönch von Weißenau aaf die pfarrpfründe za Bregenz, welche durch tod des Jakob de Porta erledigt ist, als päpst¬
licher kommissar mit, unter androhong des Interdikts. Dat et act. 1413, ind. 6., mens, inlii die vero 20. Zeugen
notar Berthold Märklin v. Wisenstaig. — Or. Bregenz (notiz im material). 8^9
— Juli 26, Eonstanz. Johann Eeller, decr. dr., des Eonstanzer hofes ofßzial, transsumiert auf bitten des abts von
Salem eine nrkonde Earls IV. d.d. Ulm 1388 jan. 27. Act et dat Const in curia canonicali Alberti decani 1413,
ialii 26. — Notariatsinstrament des Leonhard Schönbentz von Lindau: Earlsrahe (4/50). 8360
— Juli 28. Eonrad Bindinsholz kustos, Friedrich von Lustnaa kantor, Eonrad Glahammer zellerar and das ka-
pitel der kollegiatkirche za Stuttgart postulieren auf bitten des grafen von Württemberg den mag. Heinrich Tetzen
(virnm litteratam, doctorem in iure canonico, sciencia rutilantem, in ordine dyaconatus et in etate legitima. consti-
tatum) zu ihrem propst und bitten den b. Otto, erwählten and bestätigten, um bestätigung. Dat 28. die mens, iulii
1413. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Stattgart Stift). 8361
— aug. 8, Konstanz. Hebt bezüglich der begharden und beghinen oder den schwestem in Baden i. A. die
strafen.auf, welche b. Marquard gegen begharden und beghinen in der diüzese verhängt hat, und zwar solange, bis
andere Weisung vom apost stähle oder von ihm komme. Dat Const sab secreto nostro presentibus appresso 1413,
6. id. aog., ind. 6. — Welti, Urk. Baden s. 273 nach or. Baden, Stadtarch. — reg. ASchweizGesch. 2, 81. 8362
— aug. 13, Konstanz. Gestattet dem Hans Roß, kirebherm zu Wintorthnr, eine hofraite mit zabehür um eine
samme geldes za verkaufen, da sie der kirche keinen nutzen einbringt Geben ze Cost 1413, id. aug., ind. 6. —
1414 jali 30 weist der gen. kirchherr diesen brief vor und eröffnet vor Schultheiß und rat zu Winterthur, daß er
die gen. hofraite um 30 U heller verkauft und auf das hans geschlagen habe, das er von Heini Obermüller für die
leatkirche gekauft bat Geben 1414, an dem nechsten mentag nach s. Jacobs tag. — Or. Winterthur, Stadtarch.
8363
190 Otto 111. Yon Hachbei^, Bischof you Konstanz. 1413.
1413 aog. 16, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Otto bestätigt mittelst transfiz
die stifbnng und bewidmung einer meßpfründe zu ehren des bl. Nikolaus in der St Nikolauskapelle zu Beuren unter
Neuffen, einem filial zu Nürtingen, durch Schultheiß und richter zu Beuren d. d. 1413 mai 22 mit Zustimmung dos
grafen Eberhard von Württemberg. Dat Gonst 1413, 17. kal sept, ind. 6. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Neuffen
G. V.); rückseits oben: Jo, Schiir, 8364
— äug. 18, Konstanz. Der generahikar in spir. des b. Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung einer ewigen
messe zu ehren der Muttergottes und der hlL Johannes Ev. und d. T., Barbara und Ottilia in der pfarrkirche u. 1.
frau zu Ulm durch weil Berthold Nördlinger und dessen frau Mechtild, um deren bestätigung bürgermeister und
der rat der stadt Ulm den bischof d. d. 1413 jnli 28 gebeten hatten. Dat Gonst 1413, 15. kal. sept, ind. 6. —
— Or. Ulm, Stadtarch.; rückseits Jo, Schür, — ausz. Bazing-Yeesenmeyer nr. 103. 836o
— ang. 26, Florenz. Papst Johann XXm. beauftragt den propst von Waldsee, dem kloster Oebsenbausen, in
welchem sich mit der dienerschaft 25 personen befinden und dessen einkünfte 200 m. s. nicht übersteigen, diepfiiiT-
kirche zu Laupheim mit 24 m. s. einkünften, deren patronatsrecht dem kloster von herzog Friedrich von Österreich
übergeben worden war, zu inkorporieren. Dat apud s. Antonium extra muros Florentin. 7. kaL sept, a. 4. »Sacre
religionisc. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kl.Ochsenhausen); unter dem hug links; mutata, taxe 34. Jo,de Prato;
rechts: B, de 3fö2.; auf dem bug rechts: Diethelmua iijj; ol^n; ad eameram, Bückseits: B darin S; beim bug links:
,,,,? — Abschr. ebenda (Laupheim). — Ausführungsurkunde durch propst Jakob von Waldsee unter einrücknng
der Schenkungsurkunde des herzogs Friedrich d.d. 1413 märz 20 und Yerzicht auf die lehenschaft der kirche durch
ritter Heinrich Yon Elrbach d. d. 1414 jan. 17 (dunstag Yor s. Vincens tag) u. d. d. 1414 febr. 1 (2?): ebenda.
8366
— sept. 7, Konstanz. Ammann, rat und bürger yoü Markdorf Yorkaufen auf wiederkauf an den bürger zu
Konstanz, Konrad Muntprat, und dessen sohn Ludwig um 1520rhein. goldgulden eine jährliche gülto Yon SOrhein.
gddgulden aus sämtl. bezügen der stadt, zahlbar je zur hälfte am Gregoriustag (märz 12) und am tage der Kreuz-
erhühung (sept 14). Zu mitgülten werden bestellt: Johann Huntpiß bürgermeister von Bavensburg, Klaus Stoß,
Hdnggin Huntpiß d. j., Bäntellin Gundel, bürger zu Bavensburg, Johann Bjser, bürger zu Buchhorn; zu bürgen
werden gesetzt: Lutz Gäßler, Klaus Sunthain der Schmid, bürger zu Bavensburg, Klaus Slerf, Georg Suter, Hans
Ammann, Hans Wanner, Peter Buschellin, Hans Ammann gen. Bochlin, bürger zu Markdorf. Bischof Otto, domdekan
und domkapitel stimmen zu und siegeln. Geben ze Gost an donrstag vor des hl. emtztag ze herbst als es erhücht
ward 1413. — Einger. in den revers Konrads Muntprat und seines sohnes Ludwig, für den sein vetter Ulrich von
Boggwil siegelt^ vom gleichen tage: Kopb. 501, 31* Karlsruhe. 8367
— sept. 14, Konstanz. Siegelt beim verkaufe der feste und grafschaft Heiligenberg durch Albrecht graf von
Werdenborg an Friedrich herzog von Österreich. Gostencz 1413, hl. kreucz tag als es erhocht ist worden. — Or.
Wien, Hof- und Staatsarch. — reg. Fürstenberger Ü-B. 6, 234 nr. 145 note 5. 8368
— sept. 27, Konstanz. Der generalvikar in spir. dos b. Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewid-
midmung einer messe in die Ulmer pfarrkirche, für deren bewidmung der Stifter Heinrich Kaib zu Ulm von Konrad
von Stadion (Stadgen) und dessen frau Anna Fleck das dorf Bühel bei Mütingen um 650 U heller d. d. 1387
april 10 gekauft hat. Dat Gonst 1413, 5. kal. oct, ind. 6. — Or. Ulm, Stadtarch.; rückseits: Jo, Schür, — reg.
BaziDg-Yeosenmejer nr. 46. 8369
— okt. 3, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Otto bestätigt die Stiftung einer ewigen messe zu ehren
der hl Dreifaltigkeit, u. L frau, der hl. Markus, Bartholomeus und Alexius in der pfarrkirche zu Ulm durch Hans
Otto, bürger zu Ulm, d. d. 1413 aug. 31 (donrstag nach s. Bartholomeus tag). Dat Gonst 1413, 5. non oct,
ind. 6. — Eingerückt in ein vidimus der stadt Memmingen d. d. 1544 sept 10: Ulm, St^^tarch. — reg. Bazing-
Yeesenmeyer nr. 104. 8370
— okt. 11, Baden. Teilt dem dekanat zu Luzern mit, daß der über Nidwalden veihängte bann veranlaßt ge¬
wesen sei durch die gefangennahmo des konventherrn bruder Budolf von Engelberg durch Arnold am Stein, Walter
von Büren, Ulrich Buchholzer und Johann von Füglisau (Fuglisow); da der konventherr wieder in froiheit gesetzt
und entschädigt worden sei, so hebe er, der bischof, die durch seine amtsleuto und vorweser verhängten strafen
des bannes und andere wieder auf; jene vier aber müßten erst vom päpstlichen Stuhle die lossprechung erwirken.
Dat Baden 1413, 5. id. oct, ind. 6. — Or. Luzern, Staatsarch. (Unterwalden fase. 33). — GFrSOrte. 12, 239.
— reg. ebenda 57 (1902) 172. — ausz. Eidgen.Abschiede 1S 43 nr. 97 anh.; 1*, 134 nr. 300 aiih.— Im jahre
1414 juU 5 (3. non. inl, poiit Johannis XXIII. a. 5) ermächtigt Petrus kardinalpriester vom titel St Grisogoni,
Gameracensis (bischof von Gambrai) vulgariter nuncupatus und päpstlicher legat in Deutschland, den kirchherm
in Stans, die vier genannten nach abgeuommener beicht namens des päpstlichen stuhle.s vom bann loszusprechen.
GFrSOrte. 12, 241; 52,173 nach or. Nidwalden, Staatsarch. 8371
Otto III. Yon Haclibcrg, Bischof YOii Konstanz. 1413. 191
1413 okt. 12« Bekundet, daß das stift St. Felix und Regula zu Zürich, um ihm 2000 Kh. il zum kauf des Schlosses
Thiengen (Tungon) vorstrockon zu können, folgende besitzungen verkauft hat: das cigengut zu llungriutjen^
Goldbach; die höfc zu Niederflachs (Nidren Flach), Toggwil, Eirchberg uudWiudlach; den zins zu Kloten (Clöten),
Madetswil (Madoltswile), Aesch, Rümlikon, Nerrach, Oberwoningen und Fluntorn. Dafür verkauft er ihm auf wieder¬
kauf einen jährlichen, auf Martini fälligen zins von 200 stück körn, zu zwei dritteln ans kemon, zu einem drittel
ans hafer bestehend, ans den gefällen des hochstifts zu Kaiserstuhl und der nahen bürg Rütteln. Zu bürgen werden
bestellt: Johann Hagen vogt, Ulrich Schilter, Heinrich von Tettikofen, Burkhard Rülasinger, bürger zu Konstanz,
Cläwin Wis und Hans Pflüger von Schaff hausen, Heinz Winmann und Hermann Sumerow von Neunkirch. Dom¬
dekan und domkapitel stimmen zu; außer ihnen und dem bischof siegeln die bürgen. Geben des nächsten donrstags
vor s. Gallen tag 1413. — Eingor. in den revers des Konrad Elyo von Laufen (lK»ffen) propst und des kapitels von
Si Felix und Regula in Zürich d.d. 1413 nov. 8: Karlsruhe (5 Gen. 95). — Kopb. 601,359* Karlsruhe. — ausz.
ZGORb. 13 (1861), 370, — vgl. folgende nr. 8372
— okt. 15. Bekundet, daß die bedingung seines Vertrags von 1413 okt. 12 mit dem stifte St. Felix und Regula
zu Zürich, jährlich an Martini 200 stück körn nach Zürich zu liefern, »uns und unsem nachkommen ettwas zu
köstlich und ze kumberlich ward«. An stelle der dort vereinbarten gülte räumt er nunmehr bis zur tilgung seiner
schuld dem genannten stift die quart zu Hinan und Stallikon ein, desgleichen den nutzen des zehnten zu Rorbas.
Domdekau und domkapitel stimmen zu; dieselben bärgen wie 1413 okt. 12 werden auch hier bestellt. Geben an
8. Gallen aubendt 1413. — Or. Zürich, Staatsarch. (ClI nr. 484); auf der rückseite: non esi regestrata, — reg.
Kopb. 503,289 Karlsruhe. — Einger. wüe die urkunde 1413 okt. 12 io 1413 nov. 8. — erw. ZGORh. 13 (l86l),
371. 8373
— okt. 17^ Florenz. Friedrich Deys, dekan der Paderbomer kirche, eröffnet dem bischof von Konstanz, dessen
generalvikar in spir. bezw. offlzial und dem kapitel der propstei sowie der abtei von St. Felix und Regula in Zürich
die holle papst Johanns XXIII. d. d. 1410 mai 25 (Dat. Bononie 8. kal. innii,a. l), worin dieser dem Johann Stüri,
chorherrn der propstei Zürich, ein kanonikat in der propstei, ein anderes an der abtei Zürich verleiht mit reservatiou
der präbeude. Dat. et aci Florencie 1413, ind 6., ... 17. mens.oct,pontif. Johannis XXUI.a. 4. Zeugen: Konrad
Egghardi litteramm aposi ac penitenciarie scriptor und Konrad Abenberg sacri palacii apost. causarum notarius
causarum, Const. et Verden, dioc. — Gleichz. abschr. Zürich, Staatsarch. (CII nr. 304). 8374
— okt. 20. Diethelm von Krenkingen freiherr, übergibt dom bischof Otto das schloß zu Thiengen mit allen
rechten, die zu dem kirchensatz zu Thiengen und Schworzen gehören, zurück, welche er seither als bischOfl. leben
besessen hat, da nach dem lehensvertrag bei anssterben des geschlechtes das leben an das bistum zurückfallen soll.
Geben an freytag n. s. Gallen tag 1413. — Or. Thiengen, Stadtarch. — Kopb. 601, 322* Karlsruhe. — ausz.
ZGORh. 13, 371. — reg. ZGORh. NF. 2, ml 18. — vgl. Regg. Konst 1 nr. 2051. — ausz. Rüger, Chron. 2, 831
note 4. 8375
— okt. 26; Florenz. Papst Johann XXIU. beauftragt den abt von Wettingen, dem spital zu Baden, dessen ein-
künfte 200 golddnkaten nicht übersteigen, die pfarrkirche zu Rphrdorf, deren einkünfte nicht mehr als
100 golddnkaten betragen, einzuverleiben. Dat apud Sanetnm Antonium extra muros Florentinos 7. kal. nov.
a. 4. »Piis votis fldelinm«. Unter dem bug rechts: B. de möt; auf dem bug rechts: gratis de mandato d, n. pape
Jo. Creyt. Rückseits neben anderm: Incorporatio concepmens dopninum Johannem Molitoris de Warwag. — Welti,
Urk. Baden s.277.— 1413 sept 21: Herzog Friedrich von Österreich hatte dem spital zu Baden, in das wegen der
dortigen warmen bäder viele kranke aufgenommen werden, die kirche zu Rohrdorf samt widern und zubehOr um
2200 Rh. fl. abgetreten [in der papsturkande finden wir den ausdruck donare] (Ebenda s. 273f.).— 1414 febr. 3
quittiert der päpstl. thesaurar Antonias bischof von Siena dem spital für empfang von 50 kammergulden, welche
durch Antonius de Balduinocti, legum doctor, de Pistorio bezahlt worden waren (ebenda S. 278). Rückseits: do¬
minus Conradus Höflich vidit quittacionem presentem de quinquaginta florenis camere narrantem, io cuius testimo-
nium signetum suum hic a tergo impressit; de quibus tarnen non contentus, quod obligacio de totali annata utputa
de centum florenis sonat Dat Const 27. febr. 1419 (vgl. s. 328 nr. 370).— 1414 juli 19 quittiert Johann Mo¬
litor dem Schultheißen, rat und spitalmeister für alle kosten, die er für auswirkung der bulle in Rom gehabt hat
[summe nicht angegeben] (ebenda s. 279). — 1414 sept 22 eröffnet Johann abt von Wettingen den prozeß über
die inkoTporation ebenda s. 279 und die folgenden urkunden nr. 331, 332, 333, 334. Schlußurteil d. d. 1414
okt. 19 (nr. 336). 8376
— DOT. 9; Neunkirch. Erwählter und bestätigter beauftragt den abt von Wettingen, seinen lieben freund, den
Schwestern Anna und Ursula Spetzin, welche seither konventaalen des klosters Zofingen zu Konst waren und unter
leitung der Prediger standen, jetzt aber kraft päpstlicher Vergünstigung in einen andern orden übergehen wollen,
in dem Cisterzienserkloster Selnan profeß abzunehmen, da er bezw. sein generalvikar dies wegen der weite des weges
192 Otto ni. Yon Hachbei^, Bischof Yon Konstanz. 141S—1414.
and andern guten gründen nicht selbst tan könne. Dai Nunkilch 1413, 5. id. uov., ind. 6. — Or. Aarau, Staats-
arch. (Wett. 894^): rückseits rechts oben: Jo, Stephi per alium, 8377
1413 nOT* 22* Franz Ludewig, Jörg sein sohn und Qerhuse seine tochter, Bart Geilers seL witwo, bdrger zu Colmar,
stellen dem dompropst und domkapitel zu Konst für die ferleihnng des Niedemhofes zu Colmar auf 9 jahre einen
re?ers ans. Der zins betrögt 100 fl. Geben uf witwuche vor s. Katherinen tag der hl. jungfrowen 1413. — Or. Karls¬
ruhe (5 Colmar). 8378
— nOT* 29. Bat und bflrger zu Bischofszell urkunden, daß b. Otto auf bitten des domkapitels den TOgt ron
Bischofszell, Magnus, abgesetzt hat und daß der gemeinde kein recht zukommt, den yogt zu setzen. Geben an s.
Andres abent des zwelfbotten 1413. — Or. Karlsruhe (5 Bischofszell). 8379
— dez. 18^ Bologna. Johann Naso, utr. iur. dr., dekan der St Moritzkirche in Kremsier (Cremesyer) im Olmfltzer
bistum, päpstlicher kaplan und auditor, teilt dem bischof yon Konstanz und dessen yertreter, sodann dem Heinrich
Wisman und dem abte Heinrich (yon Mehrerau) in Bregenz mit, daß er in dem streite der letztgenannten mit der
abtei Weißenau um die pfarrkirche in Bregenz yon papst Johann XXIU. beauftragt worden sei, den tatbestand
festzustellen, und yerbietet ihnen jedes eigenmächtige yorgehen. Dai et aci Bononie in eccl. S. Patronii pro
audiencia causarum aposi specialiter deputata etc. 1413, ind. 6., die lune 18. mens. dec. etc. Zeugen. — Nota¬
rielle ausfertigung: Or. Museumsarch. Bregenz nr 98. 8380
— dez. 19, Lodi. Papst Johann jXXUI. bestätigt auf bitten des kaisers Sigmund und heizogs Friedrich yon
Österreich, daß der gen. herzog den Amoldshof samt dem patronat der kirche zu Bottweil d. d. 1406 dez. 26 und
27 der stadt Bottweil zu mannlehen yerliehen hat — (reg. nach Abschr.) ürkb. Bottweil ur. 793. 8381
— dez* 20. Dompropst Ulrich Blarer bekundei daß ihm sein bruder, der pfaffe Albrecht Blarer weil, bischof
und seine yettem Konrad nnd Ulrich Blarer lebenslängliche mitbenntzung ihres sog. »yerbrunnenhofesc yor dem
roflnster eingeräumt haben. Nach seinem tode geht diese mitbenntzung nicht auf den nachfolger im besitze seines
domherrenhofes über, yielmehr muß dieser auf seine kosten oder die Blarers auf die kosten des säumigen die thüre
wieder yerschliefien, die Ulrich Blarer in den »yerbmnnen hof< gemacht hat Domdekan und domkapitel stimmen
zu. Geben an s. Domans(!) abend yor wihenechten 1413. — Einger. in den reyers des pfaffen Albrecht Blarer weil,
bischof d. d. 1414* jan. 2 (Geben an dem andern tag des manods genner 1414): Or. Karlsruhe (5 Konst Häuser-
stand). 8382
— dez. 29. Konrad bischof yon Hebron, generalyikar in pontif. b. Ottos, yerlegt auf bitten der klosterfrauen
und anderer zu Baindt die kirchweih der kapelle yon Lippach yon S. Primus und Felician auf sonntag nach Peter
undPauL Dat 1413 in die s. Thomae Cantuar. episcopi, ind. 4(1).—Kopb. Baindt 226, Baindt (notiz im material).
— erw. DiözesanarchSchwaben 9,71. 8383
1413/14. Baut die bischöfl. pfalz in Konst schöner. — So datiert yon Wingenroth (Schauinslaud 1909, 24). 8384
1414, Schaff hausen. Diethelm yon Krenkingen bekundet sich einem Schiedsgericht unterwerfen zu wollen, das
u. a. Aber das yon herzog Friedrich yon Österreich beanspruchte öffnung^recht der stadt Thiengen befinden soll,
die Diethelm yon bischof Otto gekauft hät Geben ze Sch. 1414. — Gleichzeitige abschrift Karlsruhe (Klettgan,
Correspondenzen und Kompromisse). — ygl. 1413 okt 20. 8385
1414* Vermehrt dem ritter Bilgry yon Heudorf für bauten an der ihm yom bistum yersetzten barg Waldaberg die
pfandsumme um 400 fl. — Or. Donaueschingen. — reg. Füratenberger U-B. 6,113 nr. 61 note l^ 8386
1414. Stellt mit Zustimmung des domdekans und domkapitels yon Konst seinen schwägem Heinrich und Egon yon
Fürstenberg, die für ihn und sein gotteshaus gebürgt haben, einen schadlosbrief aus und yerspricht dasselbe zn
tun, wenn die grafen noch ferner bürge sein sollten. Geben 1414. — reg. Fürstenberger U-B. 3, 82 nach or. Do-
naueschingen. 8387
1414 Jan. 13, Augsburg. Die stadt Augsburg schreibt an den bischof yon Konst: eine Augsburger bürgerin, die
»Ungerin«, wird nach Konst kommen, da sie etwas ihrer tochter wegen beim bischöfl. gericht zu schaffen hat wie
dieselbe näher mündlich auseinander setzen wird. Die stadt bittet den bischof sich ihrer anzunehmen. Dat in oct
epiphanie [14] 14. — Augsburg, Stadtarch. (MissWenbuch 1^ op. 184). — Desgleichen wendet sich die stadt an
Johannsen den Keller, offlzial nnd chorrichter zu Konst., mit derselben bitte. 8388
— Jan. 17, Cremona. König Sigmund ernennt den [ehemaligen bischof] Albert Blarer aus Konstanz zu seinem
kaplan und erteilt ihm geleit — Altmann, Begg. Sigmund nr. 888a mit der notiz »non translvit«. 8389
— Jan. 20, Konstanz. Der generalyikar in spir. des erwählten und bestätigten Otto bestätigt mittelst transflx die
meßstiftung zu Oberlenningen (Oberlendingen) d. d. 1396 märz 3 (nr. 7443). Dat Const 1414, 13. kal. febr.,ind.
7. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kirchheim G. V.); rückseits: Jo, Schür, ^90
Otto in. von Haclibcrg, Bischof Ton Konstanz. 1414. 193
1414 jan. 29, Konstanz. auf bitten des Heinrich Schiltor, bürgers za Konst., das marscballamt von diesem
auf and belehnt damit dessen sobn Ulrich Schiltor. Geben za Cost. an montag vor anser lieben frowen tag zer liecht-
meß 1414. — absebr. Zfirich, Staatsarch. (Wll 3 bl. 37^); ebenda bl. 41 sind die pflichten des marschallamts
aafgefäbrt. — vgl. 1411 sept. 22. 8391
— febr« 1, Mantaa. Papst Johann XXIII. gibt dem abt von St. Blasien die erlanbnis, ihm nntergebene kirchon
ond fHedhOfe zn rekonzilieren, da er besonders bei Winterszeit den bischof von Konstanz daram nicht bitten kann.
Dat Mantae kal.febr.,a. 4. »Vestre devocionis«. — Or. Karlsrahe (St.Bla.sien); unter dem bug rechts: B. de möt;
aof dem bag: gnUis de mandato d, n, pape. Dietliehnus. Bäckseite oben: guod abb<is poesü reconcUiare eimeleria
poUuta ... atbi et mofiaaterio suo eubiecta, Creyt, R darin f.; qaer: Kaeser. 8392
— febr* 19, Ferrara. Papt Johann XXIII. inkorporiert dem kloster Mari mit einkänften von nicht über 150 m. s.
die Pfarrkirche Lankhofen, deren patronat dem kloster von herzog Friedrich von Österreich [d. d. 1403 febr. 2]
geschenkt worden war. Dat Ferrarie 11. kal. martii, a. 4. »Sacre roligionisc. — Or. Aaran, Staatsarch. (CII £ ^);
links unter dem bog: 3far. taxe 30. Jo. de Prato; rechts: L. T.de Verona. Tha.; auf dem bag rechte: Jo.Creytiij;
rückseits oben in der mitte: Ca..,; links umgekehrt: Confirmatio danacionie iurispatronatus.,.; R darin S.;
bei den schnüren: Lunckhofen Fridericus duxAusirie, ddiuu Incorporacio ahhatis in Mure Const. dioe. lAmgkhofen;
ganz bei den schnüren: bemerkong nnloserlich. Auf der Vorderseite oben: €ui cameram. —vgl. 1414 dez. 24. 8393
— vor febr. 26, Konstanz. Erteilt der stadt Markdorf, die zur pfandlöse der an die herren von Homburg ver¬
setzten borg Markdorf beigesteaert hat, ein stadtrecht. Domdekan and domkapitel stimmen zn. Geben zeCosi 1414.
— einger. in den revers der stadt d. d. 1414 febr. 26 (mentag nach s. Mathias tag): Or. Karlsruhe (5 Mark¬
dorf). — Kopb. 501, lOS'»; 502, 580; 504, 310*; 727, 77 Karlsruhe. — vgl. Wctzel, Markdorfs. 27 ; ZGORh.
18,83. 8394
— febr. 27, Wil. Heinrich abt und der konvent von St. Gallen bitten samt dem rate and dem leatpriester von
Wil den bischof bezw. dessen generalvikar am bestätigung der Stiftung der St. Johannospfründe in der kirche
St. Peter zu Wil, außer dem tor gelegen, and am bestätigung der hiefür genau vorgeschriebenen Ordnung für den
pfründinhaber. Wil, zinstag nach s. Mathjas des hl. zwelfbotten tag 1414. — U-B. St. Gallen 5,48nr. 2597 nach
Or. Stadtarch. Wil. 8395
— niSrz 1. Hans von Tengen, freiherr zu Eglisau, bekundet von weil, bischof Marquard mit einwilligung des
domkapitels das recht dreimaliger Verleihung der kirche zu Laufen (Louffen), lehen des hochstifts, erhalten zu haben.
Nach dem tode des kirchherm Rudolf von Tengen leiht er die kirche dem priester Heinrich Tachs. Geben an donrstag
nach s. Mathyas tag des hl. zwelffhotten 1414. — Or. Karlsruhe (5 Laufen). 8396
— märz 2, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Otto bestätigt die Stiftung und bewidmung des Si Lau¬
rentiusaltars auf der linken Seite in der St. Nikolaaspfarrkirche zu Überlingen, einem filial zur St. Michaelskirche
in Aufkirch, durch Engla Baderin von Überlingen, welche nach deren tod bürgermeister, Schöffen und rat der stadt
d. d. 1414 febr. 14 ausgeführt haben. Dat. Const 1414, 6. non. marcii, ind. 7. — Or. Karlsruhe (2/163); rück-
Seite oben: Jo. S^tlr. 8397
— märz 7. Beurkundet, daß er von Wilhelm, Albrecht und Burkhard von Homburg, brüder, und ihrem vetier
Heinrich von Homburg die zwei festen Markdorf und die stadt mit Zubehör eingelöst hat Bei dieser pfandlöse sollen
näher benannte güter und pfandschaften, welche die von Markdorf an die von Homburg verpßindet hatten, ehe sie
die festen und stadt Markdorf als pfand erhielten, ihnen unangetastet bleiben. Das domkapitel stimmt zu. Besebah
und ward dieser brief gehen 1414, an der nehsten mitwochen vor dem snntag als man in der hailigen kilchen singet
Oculi in der vasten. — Or. Konstanz, Stadtarch. (nr. 2222); schönes bischofsiegel.— reg. Marmor, Urkunden-^
ausz. 50. — erw. Rueger, Chronik von Schaff hausen 2, 775 note 1. — vgL folgende nr. 8398
— märz 11, Konstanz. Ammann, rat und bürgerschaft von Markdorf bekunden, daß das domkapitel und die
Städte Kaiserstuhl, E[lingnau und Neunkirch mit bischof Otto mitechuldner (angülten) geworden sind, als er in
Basel und anderswo zur pfandlöse Markdorfs 10.000 rhein. giüden aufnahm. Die aussteller versprechen, den jähr¬
lichen zins für dieses dariehen zu entrichten. Als bürgen werden folgende bürger von Markdorf bestellt: Ital Ruf,
Klaus Schlerff, Georg Suter, Klaus Loyg, Heinz Rudolf, Heinz Ayling, Kunz Gattmann, Benutz Mayger, Heinz Fuchs,
Kunz Brendlin, Klaus Molbrecht, Hans Brottbeck, Jäcken Herbart, Haus Brändlin, Ruf Langen, Hans Ayling,
Hans der alte Hensel, Kunz Herbart, Hans Obsser, Hans Pfister, Klaus Bicklin, Martin Witzig, Heinz Kunbolt. Für
die büigen siegeln; Junker Hans von Rossneg freiherr, Junker Rudolf von Friedingen d. j., Konrad Mangolt und Jo¬
hann von Tettikoven von Konstanz. Geben ze Cost. an s. Gregoryen abend des hl. babstz 1414. — Or. Karlsruhe
(5 Markdorf). — Kopb. 501, 16O'^; 726,17 Karlsruhe. — erw. Schultheiß, Bistumschronik (Freib. DiÖzesanarch.
8, 54). — vgl. 1414 dez. 29. 8399
Baewten dar BiaehOfa Ton Koutans. UI.
25
194 Otto ilt. Von Hachberg, Bischof von- Konstanz. 1414.
1414 man 11^ Konstanz. Bekundet, daß die stadt Markdorf sich bei dem domkapitel and den städten Kaiser-
stnhl, Klingnan and Nennkirch für den bischof verbürgte, als er mit diesen als mitschaldnern 10 000 galden zor
pfandlöse Markdorfs entlieh, daß sie die Zahlung desjährlichenzinses für diese schuld anfsich nahm und endlich selbst
mit 923 gülden zur pfandlöse beitrag. Mit einwilligung des domkapitels, seines Vorgängers Albrecht Blarer und des
insieglers Konrad Auenstetter, »denen unser und unsers gottshus Sachen zu diesen zithen insonderheit em-
; pfohlen sind«, bestimmt er, daß alle einkünfte in Markdorf an wein, kom, Pfennigen, steuern, fällen, gel&ssen
und Unzuchten erstlich zur Verzinsung, sodann zur allmählichen abtragung jener schuld von 10 923 galden verwandt
werden sollen. Einen ihr obliegenden zins von jährlich 1000 pfd. heller soll die stadt 2 jahre hindurch aus jenen
einkünften docken dürfen. Hiefür verbürgen sich: graf Heinrich von Fürstenberg und graf Egon sein bmder,
Walther von der Hohenklingen, Johann von Rosenegg freiherr, Friedrich zu Rhyn domherr zu Basel, die beiden
ritter Ulrich von Friedingen and Johann von Stoben, Johann von Homburg d. ä., Rudolf von Friedingen d. j., Pilgrim
von Heudorf von Langenstein. Außer den bürgen siegeln der bischof, Albrecht Blarer weiL bischof, das domkapitelt
Konrad Auenstetter insiegler. Geben zu Cost an s. Gregorii abendt des hl. pabsts 1414. — Or. Markdorf, Stadt-
arch.—Kopb. 726,26 Karlsruhe. — reg. ZGORh. NP. 3, m33 nr. 5 ; Fürstenberger Ü-B. 7, 435 nr. 305. — erw.
Wetzel, Markdorf s. 27. 8400
— mSrz 20. Abt Berthold und der konvent von Schaffhausen geben dem Heinrich von Randegg, domherm za
Konst, der auf die pfarrei Andelfingen resignierte, ein jährliches leibgeding von 80 mut kernen, 12 malter haber,
10 fi. Rh. und 14 säum wein. Schaffhauser maßes und setzen däfür näher bezeichnete bürgen. Geben 1414, an
dem neehsten zinstag vor u. frowen tag ze mitvasten. — Or. Schaffhausen, Staatsarch. — reg. Urkundenregister
des kantons Schaffhausen nr. 1558. — vgl. 1414 april 30 und 1415 aug. 14. 8401
— m&rz 21| Zofingen. Johann Reinhart, diener bischofs Otto, beurkundet von propst, kapitel und kaplänen des
Stiftes Zofingen 31 ST und 18 sch. stebler von dos subsidiums (subsiduges) wegen emp^gen zu haben. Geben ze
Zovingen uff mittwochen nach Letare 1414. — Or. Papier Aarau, Staatsarch. (Zofingen 256). 8402
— mSrz 29^ Konätanz. Nimmt mit zuslimmuDg des domkapitels von Anna von Tettikoven, Felix Regens¬
burgers sei. Frau, bürgerin zu Konst, gen. Felixin, 1730 Rh. fl. auf mit 100 Rh. fl. und ein fuder weißwein jährlich
zu verzinsen. Die 100 fl. gehen ab dem erträgnis des Siegels und der wein von dem bischöfi. Weingarten an der
Hochstraß. Als mitgülten setzte er den Johann von Rosnegg freien, Rudolf von Friedingen d. j. und Pilgrim von
Heudorf d.j. von Langenstein und als bürgen Heinrich von Randegg, Ulrich Truchseß von Diessenhofen, beide dom-
herren, Ulrich Schilter und Konrad Blarrer von Konstanz. Geben ze Cost an domstag vor dem balmtag 1414. —
Or. Karlsruhe (5 Gen. 95). 8403
— mftrz 30) Bologna. Papst Johann XXIII. bestätigt dem abt von St Trudpert die privilegienbulle Coelestins UI.
d.d. 1192 juni 7 und besonders die darin enthaltene bestimmung, daß er an den bittagen den leib des hL Trudpert
herumtragen und kraft päpstlicher Vollmacht die büßenden nach dem rate der leutpriester absolvieren und in die
kirche wieder aufnehmen dürfe. Die ausübung letztgenannter bewilligung war von einigen, angefochten worden. —
Dat Bononie 3. kal. apr., a. 4. »Ad futuram rei memoriam. Dccet Romanum pontificem«.—Or. Karlsruhe (15/10);
unter dem bug rechts: L, T,de Verona; auf dem bug: gratie de mandato d, n.pape. Amoldue, Rückseits: R darin
/*./ oben: eonfirmatio privilegiorum Celeeiini pape. — reg. ZGORh. 30,387; vgl. ebenda s. 92. 8405
— min 30^ Bologna. Papst Johann XXIU. inkorporiert dem kloster St Trudpert die St. Johanneskirche zu
Laufen (Louffen)), deren früchte die summe von 8 m. s. nicht überteigen, während die früchte des klosters 80 m. s
betragen. Das kloster soll nach seinem befinden der kirche weit- oder ordensgeistliche vorsetzen dürfen. Abt und
konvent hatten vorgetragen, das kloster liege an einem sehr einsamen platze und die einkünfte seien durch be-
lästigung der adeligen und böser menschen sehr geschmälert worden. Dat. Bononie 3. kal. apr., a. 4. »Sacre vestro
religionis«. — Or. Karlsruhe (l5/4); unter dem bug rechts: L, T. de Verona; auf dem bug: gridie de mandato d,
noetripape, Arnolde, Rückseits: R darin oben: incorporatio parrochialie eccleeie valorum viti marcharum
moneisterio eutue SO. — reg. ZGORh. 30, 387. — vgl. 1415 fobr. 5. 8406
— min 31, Konstanz. Bekundet, daß sein Vorgänger Albrecht Blarer von Johann von Bonstetten ritter und
dessen gemahlin Anna um 255 rhein. gülden eine jährliche gülte von 25 mutt kernen aus dem amt zu Tannegg
gekauft, diese aber an ihn, den aussteiler, überlassen habe. Dafür verschreibt er ihm und seinen vettern, Konrad
und Ulrich, söhnen des weil. Konrad Blarer, zu leibgeding eine jährliche gülte von 23 mutt kernen Konstanzer
maßes ans den mühlen zu Meersbarg und den quarten um Meersbarg. Nach dom tode der drei Blarer fällt die jähr¬
liche gülte an das hochstift zurück, doch kann sie vordem um 250 galden abgelöst werden. Zu bürgen werden be¬
stellt: Eberhard Last, domsänger, Heinrich von Randegg domherr, Pilgrim von Heudorf von Langenstein d.j., Konrad
Felix von Ravensbuig, Heinrich von Tettikofen. Domdekan und domkapitel stimmen zu; außer ihnen und dem bischof
siegeln die bürgen. Geben zeCost ampalmabend 1414.*—Einger. in den revers des Albrecht Blarer, weil, bischofs,
S404 1*1 aufgellillM.
Otto IlL von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1414. 195
und Konrad Blarers, bfirgcrs zo Konst., d. d. 1414 apr. 3 (Geben ze Cost. am cinstag nechst vor dem hl. cstortag
]4I4): Kopb. 500,297* Karlsruhe. — erw. ZGORh. 27,343. 8407
1414 apr. 17. Werner Winikover, waibel za Frauenfeld, der an stelle des Hans Paiger von Hattbuty vogtes von
Francnfeld, za gericht sitzt, bekundet, daß Anna von Bonstetten geb. von Landenberg and ihr gemahl, ritter Haus
von Bonstetten, ihr »burgsäß« zu Tannegg mit einer gfllte daraas von 25 matt kernen um 240 gülden und 10 sch.
Konst, pfg.an bischof Otto verkauft haben, den vor gericht Hans Hainhart vertritt. Der vogt Hans Paiger, die Ver¬
käufer und der vogt der frau, Hans Hoffmaister, siegeln. Geben an zinstag vor s. Georien tag 1414. — Kopb. 500,
312^ Karlsruhe. 8408
— april 28, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Otto bestätigt mittelst transfix
die Stiftung nnd bewidmung einer meßpfründe auf dem altar zu ehren Johannes d. T., Stephanus und Ägidius in
der St. Leonhardskapelle vor der stadt Reutlingen durch pfaff Konrad Bilgri von Reutlingen, kirchherru zu Tollins-
fart nnd dekan des kapitels Reutlingen, d. d. 1414 april 16 (gütemtag vor s. Gerientag) mit Zustimmung des abtes
Nikolaus von KOnigsbronn und des Konrad Brögel, pfarrers zu Reutlingen. Dat Const. 1414, 4. kal. maii, ind. 7.
— Or. Stuttgart, Staatsarch. (Reutlingen); ruckseits oben: Jo, Schür, — reg. DidzesanarchSchwaben 1896, 69.
8400
— april 30, Konstanz. Heinrich von Bandegg, domherr zu Konst, nnd kirchherr zu Andelfingen, verzichtet auf
die pfarrei Andelfingen in die hände des abtes Berthold von Schaff hausen. Quo acta sunt (1414, ind. 7.... mens,
aprilis die ultima in civitato Const); gegenwärtig Nikolaus Schilling Konst kleriker, Lntzo Griesinger nnd Heini¬
mann Tettikofer, beide bnrger zu Konst — Notariatsinstrument des Johann Binder von Schaff bansen: Schaff hausen,
Staatsarch. — reg. Urkundenregister des kantons Schaffhanson nr. 1561. 8410
— mal 11, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Ottos bestätigt mittelst transfix die Stiftung nnd bewidmung
des Mnttergottes-, St Nikolaus-, Margaret- und Barbaraaltars in der pfarrkirche zu Überlingen, einem filial zu Auf-
kirch, durch Elisabet witwe des Rudolf Salzmann von Überlingen, d.d. 1414 april 17-23 (Dat et act 1414, ante
fest b. Georii martiris, ind. 7). Der komtur zu Mainau gab seine Zustimmung. Dat Const 1414, 5. id. maii, ind. 7.
— Or. Karlsruhe (2/163). 8411
— Juni 6, Konstanz. Schreibt an den propst, das kapitel und die chorhorren der propstei St Felix und Regula
von Zürich: Anastasia, äbtissin der abtei St Felix und Regula, trug vor, daß der propst und das kapitel der propstei
an den exeqnien der zur abtei gehörenden personen, an der kirchweihe der abtei und am St. Fidesfeste teilnehmen
und bei der prozession mit den personen des kapitels der abtei gehen sollten; gleichwohl haben dies Konrad Elye
decr. dr. propst, kustos, kantor, scholaster Johann Witlikon, Johann Winkler, Johann Meyß, Rudolf Schultheiß,
Heinrich Strub, Petrus Niemand nnd gen. Bill, Chorherren der propstei, nicht getan. Der bischof befiehlt ihnen,
sich an das Mhere horkommen unter androhuiig von strafen zu halten. Dat Const 1414, 8. id. iunii, ind. 7. —
— Or. Zürich, Stadtarch. (nr. 329). 8412
— jnni 6, Lindau. Konrad, bischof von Hebron (Ebron.), generalvikar in pontit des bischofs Otto, weiht eine
kapelle nnd einen altar außerhalb der stadt Lindau zu ehren Allerheiligeu und erteilt den besuchem an näher gen.
festen 40 tage bezw. 1 jahr und 1 kareno ablaß. Dat (1414, feria 4. post dominicam S. Trinitatis) ind. 7.—
Or. München, Reichsarch. (Lindau, Stadt). — reg. Regesta Boica 12,165. 8418
— Juni 10, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto, erwählten nnd bestätigten von Konst, bestätigt
durch transfix die Schenkung eines hofes zu Luthem gen. im Schwarzenbach mit dem dazugehörenden patronatsrecht
der St. Ulrichpfarrkirche zu Luthem durch Götzo von Hünenberg, edelknecht, an das kloster Trub d. d. 1413
dez. 28 (Geben an der kindlinen tag zü winachten des jares 1414). Das kloster Trub war verbrannt; die Schenkung
erfolgte zur wiederanfrichtung des gottesdienstes im Moster. Dat Const 1414, 16. kal. inlii, ind. 7. — Or. Bern,
Staatsarch. (Signau). Rückseits: frider,; oben: Jo, Schür,; schönes Siegel des generalvikars. — GFrfiOrte. 16,40.
8414
— Juni 80. In gegenwart und in der wohnung des Johann Schürpfer, generalvikars in. spir. des erwählten und
betätigten Otto, resigniert Johann Strub, kirchherr von Laufen, auf diese kirche. Gegenwärtig Hartmann von Be-
rona, Sachwalter des Konst, hofes, nnd Konrad Vorster, kleriker der Konst diözese. Dat 1414, ind. 7., pontif.
Joh. XXIII. a. 5., iunii 30. — Notariatsinstrument des Heinrich Reutlinger von Rottenbuig: Kopb. 300,42 Karls¬
ruhe. — Fragm. Chron. S. Trutperti fol. 29, Donaneschingen. — vgl. 1414 märz 30. 8415
— Jnli 2, Koustanz. Nimmt von. Heinrich Schwarz zu Konst den banhof zu Bollingen, leben des bistnms,
auf nnd eignet dieses leben den klosterfrauen Margaret Knöllin nnd Elisabeth Sattler zu Feldbach, welche es von
dem gen. Heinrich S. um 330 U heller gekauft haben. Die bitte lautete auf Übereignung dieses lehens an die beiden
klosterfrauen, da sie »der manlehen nit gevähig waren die zü leben vor jemant zü haben<. Der bischof hört den
rat des kapitels, »da solche nenerungen nicht gut sind anznheben« ; das kapitel stimmt nach einigem sträuben in
2ö*
190 Otto 111. Ton Hachber^, Bischof von Konstanz. 1414.
anbeiracht der geringen einkönfte des klosters za. Der gen. hof za Bollingen soll nach dem tode der beiden kloster-
fhtoen an das kloster fallen. Das dorokapitel bestätigt, daß sich alles so zagetragen, wie der bischof orkande, and
daß sie ihre zastimmang »sonder von des aigenens wegen« gegeben haben. Geben ze Cost. an dem nächsten mentag
Tor s. Uliichstag des hL bischofs 1414. — Or. Fraaenfeld, Kantonsarch. (Feldbach). — Begg. Feldbach nr. 134.
8416
1414 Juli 9 oder 10^ Basel. König Sigmnnd verleiht dem bischof Otto die regalien, lohen and gerichte. Geben za
Basel 1414 (ohne monat and tag). — Or. Earlsrahe (K. S. 557) aof dem bog: Ad mandatam d. regis llichael ca-
nonicos Wratislavien. Böckseits K — erw. ZGOBh. NF. 3, 436 nr. 557. — reg. Altmann, Begg. Sigmnnd nr. 1009.
8417
— Juli 12* Hermann von Landenberg von Werdegg, ritter, verkauft an abt Gottfried and den konvent za Bfiti
den kirchensatz and das kirchenlehen von Gossaa mit zabehör, 8. Galler leben, ausgenommen die ihm von dem bi-
scbof und dem bistam Konst verpfändete qoart Geben an dem nächsten donstag vor s. Margrethentag 1414. —
Or. Zörich, Staatsarch. (notiz im material). 8418
— Juli 18) Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt die Stiftung and bewidmong einer pfrönde
aof den Dreikönigsaltar in der pfarrkirche Winterthar, welche mit zastimmang des kirchherm Hans Boß durch
Priester Peter Yischer von Haigerloch im namen seines verstorbenen braders pfaff Johann Yischer von Haigerloch
d. d. 1414 joli 13 erfolgt war. Dat Const 1414, 15. kal. aog., ind. 7. — Kopialbncb 5,163 Winterthar, Stadt-
arch. 8419
— Juli 24^ Konstanz. Bearkundet, daß er von Heinrich von Bandegg, za Stoffeln ansässig, zar lösang der feste
Markdorf 1050 goldgolden rhein. empfangen habe; am diese samme verpfändet er ihm mit einwilligang des dom-
dekans and des domkapitels die qoarten der kircheii za Singen und Weitertingen, nachdem dieselben aas der hand
Büdigers Hartzer and seiner geschwister gelöst worden sind; findet die pfandlöse vor Johanni oder an diesem tage
statt, so fallen die einkünfte des ganzen Jahres dem hochstift za, sonst aber dem pfandinhaber. Geben ze Cost an
s. Jacobs abent des hl. zwölfbotten 1414.—Eingerückt in den revers des Heinrich von Bandegg d«d. 1414 okt 4
(geben an dem nächsten domstag nach s. Michels tag): Or. Karlsruhe (5 Singen). — Kopb. AA, 706 Freibarg,
Erzbisch. Arch.—Kopb. 502; 503, 280 Karlsrahe.—reg. ZGOBh. 38 m4,137 nr. 36 nach or. Binningen (Horn-
steinsches Arch.). 8420
— Juli 27^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die grfindong und
bewidmang eines altares za ehren der hll. Ulrich and Eberhard za [?]. Dat Const 1414, 6. kal. aogasti, ind. 7.
Or. Nürnberg, Germ. Maseam; unter dem bag: Frider,; rückseits: Jo. Schür. Der hauptbrief ist nicht erhalten,
der ort deswegen nicht fostznstellen. 8421
— aug. 20^ Immenstaad. Weraher Trütli ammann and die gemeinde von Immenstaad präsentieren als patrone
dem bischof bezw. dessen generalvikar für die von ihm neagebante und bewidmete Mattergottes- und St Jodoks¬
kapelle za Immenstaad, einem filial zu Bermatingen, den priester Johann Brasperg mit der bitte, ihn za investieren.
Dat in predicta villa Imenstad 1414, 13. kaL sept, ind. 7. — 1414 aag. 23 erläßt der generalvikar daraaf dio
Proklamation and zitation zar oinsprachsfrist auf 6. sept (feria 5. ante Nativitatem B. M. Y.) nach Konst (Dat
Const 1414, 10. kal. sept, ind. 7.).—Dagegen erheben einsprach Konrad Sattoris, ständiger vikar in Bermaringen,
und abt and konvent von Salem, welche für sich das patronatsrecht beansprachen, während die gemeinde Immen¬
staad die päpstl. bestätigong [vgl. 1410 sept 24] vorweist Yor dem bischöfi. geriebt entscheidet der generalvikar
am 17. jali 1415 die sache dahin, daß Johann Brasperg zu investieren sei und die beklagten (Salem and der kirchherr
von Bermatingen) die kosten za tragen haben. Leonhard Schönbenz appelliert im namen von Salem und des kirch-
herrn gegen dieses schlußarteil nach Mainz. (Dat et act Const 1415, ind. 8., ... die mercarii 17. mensis ialii).
— Über die verhandlongen in Mainz sind keine urkunden vorhanden. — Darauf wurde die Sache vor das Konst
Konzil gebracht Badolf Spitzli decr. dr., Konstanzer domherr, ist anwalt des Johann Brasperg; mag. Johann
Engelhardi Sachwalter des klosters Salem. Aof ihr ansachen entscheidet Johann bischof von Ostia, Vizekanzler, der
die ontersuchang dem aaditor mag. Johann Naso übertragen hat, d. d. 1416 mai 25: das arteil des generalvikars
ist richtig; Salem hat die kosten za tragen.—1416 dez. 23 zweites gleichlautendes urteil vor dem aaditor Thomas
de Berengeriis. — 1417 Jan. 17 einigen sich die Parteien auf den aaditor Friedrich Deys unter konventionalslrafe
von 500 goldgulden als Schiedsrichter (Acta sunt hec Const 1417, ind. 10., die dominica 17> mens, ianuarii). —
1417 april 3 schiedsrichterliches urteil des auditors: so oft die genannte kapelle in Immenstaad vakant ist, nominiert
die gemeinde oder in ihrem namen Wilhelm graf von Montfort innerhalb eines monats dem abt von Salem einen
tauglichen priester und der abt präsentiert ihn innerhalb eines weiteren monats dem bischof oder generalvikar zur
investitar. In strittigem falle zwischen dem grafen und der gemeinde bezüglich des aas mehreren zu wählenden
Priesters ernennt der abt den ihm geeignet erscheinenden. Nimmt der abt den präsentierten priester (ohne grund)
nicht an, so bestimmt der bischof oder generalvikar für dieses mal. Die gemeinde Immenstaad darf bei der kapelle
Otto III. von Haclibcrg, Bischof von Konstanz. 1414. 197
einen kircbhof (cimiterinm) haben, und ihre leicben darin bestatten nnd der kaplan der kapelle darf den bewohnern
des dorfes die encbaristie, die letzte dlnng nnd die übrigen Sakramente reichen, jedoch nur im notfalle, wenn die
gemeinde ihre leicben nicht bequem (commode) zur mutterkircbe verbringen oder sie selbst nicht dahin gehen
könnten. Der kaplan darf die täglichen oblationen in der kirche für sich verwenden. Die kapelle und hewohner der
gemeinde (Immenstaad) gehören zur pfarrei Bermatingen und müssen ihr den großen nnd kleinen zehnten entrichten.
Die pfarrei darf in ihren sonstigen rechten nicht geschädigt werden. Welcher teil hiergegen handelt, zahlt die im
kompromiß festgestellte strafe. Nach der verkündung dieses Spruchs erklären der proknrator Rudolf Spitzli nnd Jo¬
hann Prasperg, daß sie ihm nicht beistimmen. — 1417 jnni 5 drittes nrteil des auditors Bertold von Wildnngen,
welches das des anditors Thomas de Berengoriis bestötigi —1417 jnli 5 erklärt Bertold von Wildnngen das schieds¬
richterliche nrteil des anditors Friedrich Deys für nichtig nnd bestimmt die von Salem zu zahlenden kosten anf
120 kammergoldgulden. — 1417 jnli 6 bestätigt die syoode von Konstanz das von den drei anditoren mag. Jo¬
hann Naso, mag. Thomas de Berengeriis sowie mag. Berthold von Wildnngen gefällte nrteil samt der tazation der
kosten zn 50 kammergoldgulden. (Dat. Consi 2. non inlii 1417, apost. sede vacante; unter dem bng taxe 35; anf
dem bng rechts: gratis. Jo, Langhe. Rückseits: Mundeiur.) Exekntoren sind Lazarus bischof von Jesi (ep.
Esinen.), und die pröpste von Si Johann zn Konst, und Zürich. — 1417 sept. 10 teilt Lazams bischof von Jesi
die bnlle dem bischof von Konst., dessen generalvikar bezw. offizial, dem kloster Salem n. a. mit nnd befiehlt, daß
Salem innerhalb 30 tagen dem Johann Brasperg seine kosten im betrage von 50 goldgulden nnd 12 weiteren gold-
gulden für die exekutionsbnlle (pro dictis litteris executoriis et presenti nostro processn) ansbezahlen solle. Da er
mit anderen schwierigen geschäften der knrie in ansprach genommen ist, soll der bischof unter androhnng der
nötigen strafen über den vollzog wachen. (Dat. et act. Const.... in domo habitacionis nostre 1417, ind. 10., die
vero veneris 10. mens. sept. apost. sede vacante; zengen n. a.: mag. Johann Ilsnng litterarnm apost. scriptor et
abbreviator.) — 1417 sept. 17. Bischof Lazarus investiert den kaplan Johann von Praßberg mit der kaplanei Immen¬
staad. — 1418 jnni 10 brachte Salem den streit vor Überlingen. (Or. 1910 nicht gefunden.) — Orr. Immenstaad,
Pfarrarch. — reg. ZGORh. NF. 22 ml30 ff. — erw. Staiger, Meersbarg 219. — vgl. FreibDiözesanarch. 26,195 ff.
— vgl. 1415 jnli 17. 8422
1414 ang. 27, Konstanz. Inkorporiert dem armenspital zn Basel mit znstimmnng des domkapitels die pfairkirche
in Unter-Egringen unter Vorbehalt der kongroa für den vikar, dessen präsentationsrocht dem bürgermeister nnd
dem rat von Basel znstehen soll. Bürgermeister nnd rat hatten vorgetragen, daß das spital mangel leide nnd die
. kranken nicht mehr genügend unterhalten könne. Albert *von Beutelsbach (Butelspach) dekan, nnd das kapitel von
Konstanz stimmen zn. Dat et aci Konst 1414, 6. kal. sept, ind. 7. — Or. Basel, Staatsarch. (Sp. 334). Unter
dem bug rechts; Fridericus ex iussu domini. — ausz. Basler U-B. 6,88 nr. 84. 842B
— sept. 2, Weingarten. Johann, abt zn Weingarten, bittet den bischof Otto bezw. dessen generalvikar in spir. zn
genehmigen, daß mag. Johann von Gossan, kaplan des fronleichnams- nnd allerheiligenaltars anf der empöre der
Pfarrkirche zn Ravensburg und Johann Badersmid, kirchherr zn Fnlgenstadt, ihre pfründen tauschen. Dat. in dicto
nostro monasterio 1414, 4. non. sept — Or. Stuttgart Staatsarch. (Weingarten). 8424
— okt. 1. Tauscht mit den brüdern Wilhelm, Albrecht nnd Bnrkhard von Homhnrg zwei leibeigene zn Stei߬
lingen. — reg. ZGORh. NF. 25 (l910) ml40 nr. 251 nach Or. Steißlingen, von Stotzingen'sches Arch. 8425.
— okt. 5. Thomas, kantor von St. Felix und Regula in Zürich, als exekntor für die Inkorporation der kirche
in Dümten an das kloster Rüti bestellt, zitiert, nachdem die erste zitation an der domkirche angeschlagen nnd durch
Albert kirchherm von D., ansgefubrt worden ist, die als zengen berufenen anf okt 11 zur Zeugenaussage und
nimmt die aussage des abtes von Rüti entgegen: das patronatsrecht hat vormals henog Rudolf von Österreich ge¬
schenkt; die einkünfte des klosters betragen nicht mehr als 120 m. s. Wegen kriege sind die einkünfte so znrück-
gegangen, daß die 15 Chorherren und die übrigen personen nicht mehr davon leben können; die einkünfte der kirche
betragen 8 m. s. — Or. Zürich, Staatsarch. (CU 12 nr. 299). —Zengenanssage d. d. 11. okt. ebenda nr. 301.—
Zitation des kirchherm fr. Albertus d. d. 12. okt nnd der anderen anf okt 18 (ebenda nr. 300 nnd 302). 8426
— okt. 12. Konrad Blarer gibt dem Konrad von Reischach im namen des bischofs 50 fl. — erw. MGYHohen-
zoll. 35, 15 nach Erzb. Arch. Freibnrg. 8427
— okt. 25, Konstanz. Gewährt dem bürgermeister nnd rat der stadt Schaffhansen die Vergünstigung, daß sie
durch vorübergehenden aufenthalt von exkommunizierten zur einhaltnng des interdiktes nicht verpflichtet seien
nnd daß sie vom weltlichen richtor znm tode verurteilte beerdigen dürfen, sofern dieselben reumütig gestorben sind.
Dat Const 1414, 8. kal. nov., ind. 7. — Or. Schaff hausen (Hist Antiqn. Verein); rückseits; InduUum de inter-
dicto et malefaetorum sepuüura Otto äc. [vielleicht eigenhändig?]. — reg. Urknndenregister für den kanton Schaff-
hansen nr. 1567. 8428
— okt« 27, Kreuzungen. Papst Johann XXUI. erteilt dem abt Erhard von Krenzlingen, in dessen kloster er
mit begleitnng anf seiner reise znm konzil nach Konstanz anfgenommen wurde, die erlanbnis, alle heiligen gefaße
198 Otto III. Ton Haclibei^y Bischof yon Konstanz. 1414.
za weihen, sowie den Chorherren die 4 niederen weihen za erteilen. Dat. in monasterio Craczelingen 0. kal. no?., a.
5. >Meritis yestre devotionis«.—Or. Fraaenfeld, Eantonsarch. (Kreozlingen); unter dem bag rechts: F, de Monte^
polician.; auf dem bag: G, CaUio; räckseits: R darin S., dann Bxdla proconsecraeioneealiam vaaorum et orfiatne»^
torumpro toto ordine et qfAoiuor minoribus ordinibtiS, frih, Thargäaer Beiträge 32 (1892) 60. — Begg. Ereozlingen
nr. 283.
Derselbe erteilt demselben die erlaabnis, sich der mitra and der pontifikalien za bedienen. Dat at sapra. »Ex-
poscit vestre devocionisc.—Or.Fraaenfeld, Eantonsarch. (Ereozlingen); kanzleivermerke wie oben. Rdckseits oben:
IfiduUa pro dbheUe Cruzelitigen ut ulatur mitra annuUo etc. item benedictio vestium .weiter unten: buUa pro
infula pontificali et baetäo paetorali deferendis, Reüx? — Thorgaaische Beiträge 32(1892) 60. — Hegg. Ereaz-
lingen nr. 282. 8429
Konzil zn Konstanz.
1414 okt. 28—1418 mai 1«.
1414 okt. 28. Papst Johann IXIII. kommt mit aller feierlichkeit ?on Ereozlingen nach Eonstanz und wohnt im
bischofspalast Am 3. norember sollte zar einleitang des konzils prozession and feierliche messe sein. Die
Prozession war schon geordnet, als der papst erkrankte; die prozession wird aaf 5. november verschoben. — Nach
dem tagehach des kardinals Fillastre bei Finke, Forschangen und Qaellen zur Geschichte des Eonstanzer Eonzils (Pa¬
derborn 1889) s. 163. — vgl. Eliugenberger Chronik s. 174. Als das konzil nach Eonstanz gelegt war, war bischof
»biscboKOtto, ain geborner herr, ain marggraf vonBitelonc. Domherren waren: mag. JohannSchürpfer domdekan;
mag. Petras Liebinger, Ulrich Plarer dompropst »et mortaos est tempore concilii« ; Eonrad von Münchwil, Heinrich
von Bandegg »prepositus et canonicus ecclesie Const. et saccessit ülricam Blarer« (H. v. R. als propst auch aafge-
ffihrt s. 180); Albert von Rechberg, Rudolf von Tettikofen castos, Johann von Rast, Ulrich Trachseß von Diessen-
hofen kantor, mag. Eonrad Hely offizial, Walter von Ulm, mag. Johann Heilung domherr and procarator carie Ro¬
mane, Albert Blarer »olim episcopos«, Diethelm Blarer, Johann Läti saccessit illam de Fridingen, Eberhard Last,
Eonrad Dransborg, mag. Johann Erayenberg, mag. Johann Bollin, Friedrich von Hewen, Gergo de Fridingen re-
signavit, Eonrad Ekkart. Es folgen die Chorherren von St Stephan, daronter mag. Ludwig Nitbart leatpriester da¬
selbst, mag. Johann Tenger, mag. Johann Roß asw. —^ Ulrich von Richentpl, Chronik des Eonst Eonzils 178/179.
8430
— nOT« 6. Haß kommt nach Eonstanz und wohnt in der Pflstrinen haus an St Paalsg^se. »Do sy nan ain tag
oder zwen gerdwet hattend, do nam der Haß und hett in dem has in der kammer neben der staben meß. Und
körnen vil der nacbgebaren and hortend by im meß, das des lofens vil ward. Doch hatt er* dozemal meß als anßer
pfaffen. Do nan das vernam anßer herr der bischoff, bischof Ott ze Costentz, do sendet er zd im sin vicary, maister
Hansen Tenger and sin official, maister Conraten Helye. Die zwen körnen zd im und rettend mit im, waramb er
meß hett Non wißt! er doch wol, das er lange zit in des baupstcs bann wär und sonder jetzo in des hailgen concili.
Do antwort er, er hielte kain bann and wOlt messe haben, als dick er sin gnad hett Do verbot der bischof dem volk,
das sy sin meß nit hertend. — Ulrich von Richental, Chronik des Eonst Eonzils (Bibi, des Lit Vereins Stuttgart
bd. 158, 76). — vgL Schultheiß, Eollektaneen 1, 51^ Sonst erwähnt Ulrich Richeutal den bischof von Eonstanz
nar noch bei der aafzählang der anteilnehmer an dem konzil bei der deutschen nation (ebenda s. 162) and später:
hym bischof von Costentz [waren von weltlichen herren auf dem konzil 5 leate]: Hainrich, Haintz von Bandegg,
Bilgri von Hßdorff, Hanns von Haidegg, Fridrich ze Rin (ebenda s. 211). — vgL Schultheiß, Eollektaneen 1,81^.
8431
1415 nach män 30. Nach der ächtang herzogs Friedrich von Österreich durch den kaiser, sagt ihm a. a. auch der
bischof von Eonstanz ab. — Schultheiß, Eollektaneen 1, 55^ 8432
1417 jnni 24. Der rat der stadt Eonstanz berät, welche gnaden man für die stadt von papst und kaiser erbeten
sollte. — Rapport, Eonst Chroniken 122 anm. 8433
1418 mai 16« Papst Martin V. zieht von Konstanz weg, der kaiser am 19. mai.
Über die anteilnahme des bischofe von Konstanz an dem konzil ist z. zt nichts überliefert Die forschangen von
Finke werden vielleicht darüber näheres bringen. — Der einfluß des papstes aaf das bistum ist durch die in Kon¬
stanz ausgestellten bullen aasgedrückt welche hier, soweit in Or. vorhanden, aofgenommen sind. 8434
Otto III. von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1414. 199
1414 nov* 11. Siegelt in der schuld verschrei billig seiner inuitor Anna von Kutteln geh. von Frciliurg für graf
Heinrich von Fürstenherg und ihre tochter Verena. Geben uff s. Martis tag 1414. — reg. Fürstc-nberger U-B. 3, 80
nach or. Donaueschingen. 8435
— nOT. 15, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Otto beauftragt den dekan des
dekanats Winterthur, den Johann Möller von Winterthur in die St. Othmarspfrönde der pfarrkircho Neftenbacb,
welche infolge todes des Dietrich von Haigerloch erledigt ist, einzuweisen. Das präsentatiousrecht übte Hermann
von Landenberg sonst Schöch mit Zustimmung des Job. Truchseß gen. Mail! von Diessenbofen ans. Dat. Const 1414,
17. kal. dec., ind. 7. — Or. Schaff bansen (Hist Antiqn. Verein); röckseits: Jo, SMr, — reg. Urkundenregister für
den kanton Sebaifhansen nr. 1569. — erw. Rueger, Chron. Sebaffhausen 2,696; Thnrg. Beiträge 1908, s. 16.
8436
— nOY. 27, Konstanz. Papst Johann XXllI. beauftragt den kantor von 8t. Felix und Regula in Zürich, dem
kloster Rüti, dessen einkünfte 120 m.s. nicht übersteigen, die kirche zuGossau beiGröningen mit 15 m. einkünften
zu inkorporieren. Das patrouatsreebt wurde dem kloster von Hermann von Laudenberg geschenkt. Die einkünfte
des klosters reichen zum unterhalt der 15 Chorherren und der vielen anderen personen nicht aus. Die seelsorge
sollen die Chorherren besorgen, welche der abt ,pro solo eins nutu* ein- und absetzen kOnne. Die bischöflichen
rechte sollen jedoch entrichtet werden. Dat. Consi 5. kaL dec., a. 5. — Or. Zürich, Staatsarch. (CU 12 nr. 303).
Unter dem bug rechts: A, de Beate; auf dem hug; Gratis de mandato d, n. pape. Goswinus, Bückseits: B darin
S; dann pro ahhate et eonventu monasterii in Buthin. — 1414 juli 12 verkauft Hermann von Landenberg-Werdegg
den kirchensatz samt Zubehör, ausgenommen die quart, die er von dem bischof als pfand besitzt, an das kloster um
1000 Bb. fl. und erhält dafür ein leibgeding. Seine frau Fya geb.von Homburg, sowie Rudolf, dekan und kirchherr
vonGossau, geben ihre Zustimmung (Or. ebenda nr. 207). Der kirchensatz ging von dem kloster 8i Gallen zu leben.
Das kloster gibt seine Zustimmung 1414 sept. 17 (Or. nr. 298: U-B. St Gallen 5, 62). — 1414 dez. 16 zitiert
Tliomas kantor von St Felix und Regula als exekntor diejenigen, welche ihre rechte geltend machen wollen (Or.
nr. 305). — Dez. 26 zitation des kirebherm von Gossau durch Johann Schürpfer (Or. nr. 306). —Dez. 31 weitere
zitation (Or. nr. 307). — 1414 dez. 17 quittiert Nikolaus bischof von Luca, päpstl. thesaurar in abwesenheit des
thesaurars Antonius dem kloster Rüti für 90 kammergoldgulden, welche das kloster durch Vermittlung der Floren-
tinischen kauflente Hilarion de Bardis und genossen an die apost kammer als annate (pro annata primi anni) der
Pfarrkirche zu Gossau bezahlt hat Dat Const. 17.mens. dec. 1414 (Or. ebenda nr. 304. Auf dem bug rechts: N,de
Luca. Bückseits: B*^.) —1414 dez. 21 zitation des kirchherrn (ebd.nr. 313). — 1415 jan. 7 zeugenaufnahme (Or.
nr. 309); jan. 8 prodoctio testium und citatio testiom (Or. nr. 310/1); jan. 9 ausföhrungsurkunde (ebd. nr. 312).
— 1416 jan. 8 bestimmt der exekutor die kongrua des vikars: dieser erhält die oblaciones, cottidianosque questus
integre neenon omnes proventus lihri aniversariorum dicte ecclesie; die dos [widamgöter] mit Zubehör, die auf dem.
berge daselbst und an die kirche stößt, so jedoch, daß der vikar jährlich von diesen früchten 8 scheffel getreide und
2 malter hafer an das kloster entrichtet; die lasten der kirche soll das kloster tragen mit ausnahme der eventuellen
auf läge eines päpstlichen oder anderen söbsidium caritativum; in diesem falle soll der vikar seinen änteil entrichten.
(Or. ebenda nr. 316). — 1416 nov. 7 verzichtet Rudolf [v. Werdegg], dekan des dekanats Gossau, auf alle seine
rechte an der pfarrkirebe zuGossau, nachdem ihm das kloster als prekarie auf lebenszeit 45 frustra in wein und ge¬
treide zugesagt hat. (Or. ebenda nr. 318). — nov. 9 verzichtet Rudolf, kirchherr in Gossau, wegen seiner insuffleien-
ciam non modicam ac propter populi duriciam, und da er ein ruhigeres leben führen will, auf die rectorie dieser
kirche und gibt zum Zeichen hiefür seinen präseutations- und investiturbrief zurück. Zeugen: Rudolf Windegger
dekan des dekanats Zürich, Heinrich Eichhorn kirchherr in Rapperswil, und Heinrich Kolb kaplau des Laurentins-
altars in der kirche zu R. (Or. ebenda nr. 319). — vgl. 1418 juni 11. 8437
— nOT. 28, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Wiesental, den
Priester Johann Petri, den Burkhard zum Rhein, bürgermeister, und die stadt Basel präsentiert hatten, in die Pfarr¬
kirche zu Unter-Egringen einzuweisen. Das präsentationsrecht steht der stadt namens des armenspitals zu Basel zu.
Dat Const. 1414, 4. kal. dec., ind. 7. Bückseits: Friderßeus] der Schreiber der urkunde, dann Joh. Schi'tr/pJier].
Siegel des generalvikars gut erhalten. — Or. Basel, Staatsarch. (st. urk. 927). — reg. Basler U-B. 6, 90. 8438
— dez. 5, Konstanz. Papst Johann XXllI. nimmt das kloster St. Gallen unter seinen schütz. Dat. Const. non. dec.,
a. 5. >Cnm a nobis petitur«. — U-B. Si Gallen 5, 68 nr. 2627 nach or. Stiftsarch. 8439
— dez. 8, Konstanz. Papst Johann XXUI. an den erwählten Otto von Konst Der bischof trug vor, daß die bi-
schöfe seit alter zeit die ersten früchte oder annaten von allen pfarrkirchen und ständigen vikarien bezogen, welche
die quart nicht vollständig entrichten; sie besaßen auch die Vollmacht, den kirchherren und ständigen vikaren
den investiturbrief zu verweigern, wenn sie sich zur Zahlung der ersten früchte nicht verpflichteten. Gleichwohl
setzen einige klöster, denen vom röm. Stuhl pfarrkirchen inkorporiert wurden, angeblich auf grund päpstlicher Privi¬
legien die kirchherrn und vikare selbst ein, ohne sie dem bischof zu präsentieren; andere geben vor, sie besitzen die
200 Otto III. von Hachbei^, Bischof yon Konstanz. 1414.
yergünstiguDg, die kircbherren bezw. vikare selbst einzasetzeo, wenn der biscbof die investitar ohne vorherige ver-
pfüchtang zur zahlang der anoateii verweigere; wieder andere weisen den Vikaren ein so geringes einkommen zu,
daß sie die bischöflichen abgaben nicht entrichten können und das erscheinen auf den znsammenkönften des kapitels
oder der synode verweigern. Der papst bestimmt, daß der bischof das recht der annaten habe and die genannten
kirchherm oder vikare za den sjnoden berafen dürfe. Dat Consi 6. id. dec., a. 5. »Preces tnas«. — Or. Freibarg,
' Erzb. Arch.; anter dem bag links: de, taze 100. H,de döpnaperia; rechts anter dem bog: A.de Lüschis; aaf dem
bag rechts: A. Fidelis, ßfickseits R darin S; bei den schnüren ...? — Mod. abschr. (Reg. Lat. 175,74 Rom).
8440
1414 dez« 15, Konstanz. Papst Johann XXUI. bestätigt den mönchen des klosters Si Gallen das recht, in 8 kapellen
ihres klosters öffentlichen gottesdienst halten za dürfen, aach wenn vom bischof von Konstanz das Interdikt ver¬
hängt würde, und gibt ihnen aoßerdem noch die vergünstigang, daß der gottesdienst in diesem falle aach durch
Weltpriester versehen werden dürfe. Dat. Const. 18. kal. ianoarii, a. 5. >Cam per personas«. — U-B. St Gallen 5,
69 nr. 2629 nach or. Stiftsarcb.—Einen praktischen fall za dieser vergünstigang gibt die interessante orkonde d.
d. 1415 jan. 9 (ebenda nr. 2631), die zengenaafnahme d. d. 1415 jan. 16 (ebenda nr. 2632) und die nichtigkeits-
erklärong des vom Konst generalvikar Johann Schnrpfer verhängten interdiktes über den propst von St. Gallen,
Georg von End, d. d. 1415 jan. 24 (ebenda nr. 2633). — vgl. 1417 märz 14. 8441
—' dez« lOy Salem. Engelmar, bischof von Kiemsee, bearkondet: da die Marienkirche za Salem durch neubauten
verschönert und nun im beisein und mit Unterstützung des bischof Eberhard von Salzburg mit erlaubnis des diö-
zesanbischofis eingeweiht wurde, erteilt er allen, welche die kirche an genannten tagen (darunter am feste des hl.
Rupert und Yiigilius) besuchen, 40 tage ablaß. Dat in Salem 16. mens. dec. 1414. — Desgleichen erteilt unter
23. dez. 1414 (Dat in Salem dominica ante fest Nativitatis domini, que fait 23. mens. dec. 1414) der erzbischof
Eberhard von Salzburg, apost. legat, 40 tage ablaß; er tut dies mit hinweis darauf, daß sein vor^nger Eberhard
das kloster gegründet habe. — Orr. Karlsruhe (4/17). — ausz. Codex Salemitanus 3, 422/3. 8442
— dez. 18^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto gibt ein vidimus der papstbolle d. d. 1414
febr. 19, inkorporation der p&rrkirche Lunkhofen an Muri betr. Dat et act Const in curia habitacionis nostre ci-
meterio et ecclesie s. Johannis Const contigua 1414, ind. 7., pontif. Johannis pape XXUI. a. 5., mens. dec. 18.—
Notariatsinstmment des Johann Stephani von Zürich: Aarau, Staatsarch. (CII E ‘). Rückseits: Jo.Schur, Jo,Ste^
phani, 8448
— dez. 19^ Konstanz. Papst Johann XXUI. inkorporiert dem in wald und bergen abgelegenen kloster St Bla¬
sien mit 850 m. s. einkünften zum unterhalt seiner 70 mönche die pfarrkirche zu Betmaringen mit 7 m. einkünften.
Das kloster besitzt darüber das patronatsrecht, während die einkonfte der kirche bisher zur hälfte dem kloster, zur
hälfte dem kirchherm gehörten. Außerdem gestattet ihnen der aassteiler, die pfarrei durch einen mönch versehen zu
lassen. Dat Const 14. kal. ianaarii, a. 5. cApostolice servitutiac. — Or. Karlsruhe (St Blasien); unter dem bog
links: de, taxe 40. H. de Döpnaperia., rechts: B, de Pistorio; aaf dem bag rechts: IVo Regnerio pro huüa
et registro de mandato d. n. E. Lupi iiij. Rückseits oben: unio. R darin S. — Hierher gehören noch folgende ur¬
kunden: 1412 okt 27 Zürich. Johann Sailer, heilerer der propstei in Stamphibach nahe bei Zürich, kommt mit
Erhard Naslos, chorherra von St Felix and Regula in Zürich, der zur erledigong verschiedener angelegenheiten an
die korie nach Rom reist, im namen der abtei St Blasien dahin überein, daß er zur besorgnng der inkorporation
der kirchen Schnesang und Betmaringen 200 fl. für alle aaslagen erhalten soll, wovon er 80 fl. sofort bar erhält;
dio übrigen 120, wenn die bulle expediert ist Erhält er keine bulle, muß er die erhaltenen 80 Rh. fl. wieder zurück-
zahlen. Dat et act (1412, ind. 5., pontif. Johannis pape XXUI. a. 3., vigilia b. Symonis et Judo ap., qae fait 27.
dies mensis oct): Or. Karlsruhe (St Blasien). — 1414 dez. 23 resigniert Heinrich von Randegg, domherr zu
Konst, und kirchherr zu Betmaringen, aaf seine pfarrei (Or. ebenda).—1415 dez. 27 besitzergreifang von der kirche
durch abt Johann (Or. ebenda). Zengen: Rudolf Wagner leutpriester von Lausheim kammerer des dekanats Stüh-
lingen [dekan ist Johann Biberstein, kirchherr zu Schleitheim], Nikolaus Eoler, leutpriester zu Betmaringen und
gen. edelknechte. 8444
— dez. 19) Konstanz. Papst Johann XXUI. inkorporiert dem kloster St Blasien mit 850 m. s. einkünften die pfarr¬
kirche zu Brombach mit 7 m. s. und gestattet, daß die pfarrei durch einen ihrer mönche versehen werden dürfe. Das
kloster hatte vorgetragen, daß es nur mit großen Schwierigkeiten seine einkünfte sammeln könnte. Wörde die pfarr¬
kirche dem kloster inkorporiert, so könnte es dort seine pferde untorbringen, was für den einzag der früchte von
großem nutzen sei. Dat Const 14. kal. ianuarii,a. 5. »Sacre roligiouis«.—Or. Karlsruhe (St Blasien) beschädigt;
unter dem bug links: De, taxe 40. H.de depnayeria; auf dem bag rechts: Gratis pro buUa et pro registro d. n,p,
E.,, iiij. Rückseits R darin S, — 1414 dez. 23 resigniert Georg von Friedingen, domherr za Konst und kirch¬
herr zu Brombach auf diese pfarrei (Or. ebenda). — 1415 dez. 2 7 erfolgte die besitzergreifang vor Johann Wagner,
leutpriester zu Herthen und dekan des dekanats Wiesental (Or. ebenda). Zeugen: Johann Krebs Johanniterordens,
Otto in. Ton Haclibei^, Bischof toh Konstanz. 1414—1415. 201
Heinrich Müller kirchherr zu Bintzen und kammerer des gen. dekanats, Johann Sigrist kirchherr zu Rütteln, Egidius
Okers kirchherr zn Inzlingen, Petrus lentpriester zu Maulburg, Johann Fuchs leutpriester zu Steinen (Steina), Hein¬
rich Beringer, leutpriester zu Brombach. 8445
1414 dez* 22, Ravensburg. Johann Züricher, Johann W&rker und Johann Koch, spitalmeister zu Ravensburg, prä¬
sentieren dem bischof Otto von Konsi auf die dem spital inkorporierte kircbe zu Riethausen als ständigen vikar
Johann Fritz. Dat et act. in oppido Ravensburg 1414, die satnrni, que fuit 22. mens, dec., ind. 7. — Or. Aulen¬
dorf (notiz im material). 8446
— dez. 24, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beauftragt den dekan und kammerer des dekanats
Bremgarten, den priester Burkhard vom Lunkhofen als ständigen vikar in die Marienpfarrkirche zu Lunkhofen,
welche dem kloster Muri inkorporiert wurde, einzuweisen. Der frühere kirchherr [Johann von Snr] hatte resigniert.
Dat. Consi sub sigillo vicariatns ... 1414, 9. kal. ianuarii, ind. 7. — Or. Aarau, Staatsarch. (QIV 0 ^); rückseits
rechts oben: Jo, Schür,,, links: Frider, — Die anweisnng eines leibgedings für den früheren kirchherm d. d. 1414
nov. 3 ebenda (QIV 0 3). — erw. Kurz, Beiträge zur Geschichte und Literatur des kantons Aargau 1,447. — vgl.
1414fehr. 19. 8447
— dez. 29. Verpfändet dem domdekan und domkapitel von Konstanz, die zur pfandlöse von Markdorf behfllflich ge¬
wesen sind, die jährlich fälligen consolationes des ganzen sprengels mit der bedingnng jährlicher rechenschaftsablage
über die Verwendung der einkünfte; diese Vereinbarung soll bestehen, bis die zinse, die bei der anfnahme der lösesumme
für Markdorf verkauft werden mußten, zurückgekauft und die hauptschuld zuruckgeznhlt ist Geben 1415, an dem nech-
sten samstag nach dem hl. wihnacht tage. — Or. Karlsruhe (5 Markdorf). — Kopb. 501, 162^; 726, 38 Karls¬
ruhe.— vgl. 1414 märz 11. 8448
— dez. 29, Zürich. Bürgermeister, rat, Zunftmeister und der große rat von Zürich lehnen mit rücksicht auf den
mit den herzögen von Österreich bestehenden frieden es ab, das anerbieten des bischofs Otto wegen bündnisses und
' burgrecbtes vorab anzunebmen. Act. sabb. ante circumcisicnis anno [I4]l 5. — Staatsarch. Zürich, Stadtbuch 3,12^
— Eidgen. Abschiede 1^ 142 nr. 319. — ausz. Eidgen. Abschiede 1', 46 nr. 104 note 3. 8449
1415. Agnes^ äbtissin, und das kapitel von Buchau bittet den bischof Otto bezw. dessen generalvikar um bestä-
tignng der Stiftung einer frahmesse in die St Nikolauskapelle zn Marbach, einem filial von Ertingon, durch die
gemeinde Marbach. — abschr. 16. jh. undatiert, auf der rückseito 1415: Stuttgart, Staatsarch. (Buchau). 8450
— jao. 12, Konstanz. Schlichtet die Streitigkeiten zwischen propst Konrad und dem konvent von öhningen
einerseits und der gemeinde daselbst andrerseits betreffend strittige gerechtsame. Geben ze Cost am samstag nach
dem zwölften tag allemähst uff den tag (in gegenwart beider Parteien) 1415. — Or. Karlsruhe (5 öhningen). —
— Kopb. 504,462* Karlsruhe. ^51
— jan« 15, Konstanz. Papst Johann XXin. bestätigt den loskauf der Glarner von dem .stifte Säckingen. —
Jahrb. des kantons Glarus 7,477 nach Or. Kantonsarch. Glarus. 8452
— jan« 18, Konstanz. Papst Johann XXIIL an priorin und konvent von Zofingen in Konstanz: er nimmt das
kloster unter seinen schütz. Dat. Consi 15. kal. febr., a. 5. »Cum a nobis petiturc. — Or. Zofingen Konsi; unter
dem bug links: Jan, taxo 3. Ja. de üoolinis, Amedeua,; auf dem bug: pro Justim, B, de Bossis, Rückseits:
pro d, Ar. Jo. Ku8t(?) 8453
— jan. 20, Konstanz. Jordanus, bischof von Albano, päpstl. pönitentiar, beauftragt den bischof von Konsi, der
äbtissin Agnes von Hornstein des klosters Heiligkrenztal, welche von schwächlicher gesundheit ist, in der fastenzeit
und an den andern fasttagen dispens zn erteilen und ihr den genuß von fieisch und butter zu gestatten. Dai Consi
13. kal. febr., pontif. Johannis pape XXIII. a. 5. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Heiligkreuzi); oben B. hü.\ unter
• dem bug: H, de Fra,.,.ires...; auf dem bug rechts: Jo. de Sancto Senerio; rückseits oben: O, Westersteter,
8454
— «jan. 21, Konstanz. Philipp, erzbischof von Capua, und die bischöfe Heinrich von Feltre, Flamingus von Nola,
Franziskus von Todi (Tudertin.), Blasius von Chiusi (Clusinus), Franziskus von Arezzo und Donadens von Kami
erteilen allen, welche die kirche des klosters Salem, die an die abtswohnung angrenzende [Marienjkapelle (zu ehren
der allerseligsten jungfran und aller hll. geweiht) und die [Leonhards]kapelle am oberen tor (in porta superiori) des
klosters (zu ehren des hl. Leonhard und aller hll. geweiht), an gen. tagen besuchen, 40 tage ablaß. Dai Consi
12. kal. febr., pontit Johannis XXIIL a. 5. — Or. Karlsruhe (4/17); unter dem bug rechts: Goswinus, Die Siegel
der auswärtigen bischöfe gut erhalten. — ausz. Codex Salemitanus 3,423 mit beschreibung der Siegel. 8455
— jan* 24, Konstanz. Angelus de Balionibus von Perugia, decr. dr., päpstl. kaplan und auditor, hebt die exr
kommunikation auf, welche Johann Schurpfer, [generaljvikar des Konsi bischofs, über Georg von End, propst des
klosters St. Gallen [wegen nichtbeobachtung des Interdikts] verhängt hatte, da das kloster exemt und dem diö^sfm-
bischof nicht unterworfen sei. Dai et aci Consi in domo habitacionis nostre site prope s. Stephanum 1415, ind.
B«g«t«n dar BlacbOfa von KonaUnt. UI. 26
202 Otto in. TOn Hachberg, Bischof von Konstanz. 1415.
8., die 24. mens, iannarii, pontif, Johannis pape XXIII. a. 5. — U-B. St. Gallen 5, 72 nr. 2633. — fgl 1414
dez. 15. 84^
1415 febr. 5, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto vidimiert anf bitten des abtes Eonrad Ton
St. Tmdpert die bnlle d. d. 1414 märz 30 nr. 8405. Dai Gonst. 1415,non.f6br., ind. 8.—Or. Karlsruhe (15/23);
rückseits links: Jo, Stephani,; rechts: Jo, schür. — Fragm. Chron. St Trutperi fol. 30^ abschr. in Donaneschingen.
8457
■ — febr. 8, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Otto von Konst gibt anf bitte des
Heinrich Göndel, konventualen und kellerers des klosters St. Blasien, für letzteres ein vidimos der bnlle papst Jo¬
hanns XXIII. d. d. 1414 dez. 19, inkorporation von Betmaringen betr. Dat Const 1415, 6. id. febr., ind. 8. —
Or.Karlsrnhe (St Blasien); schon erhaltenes sieget Bdckseits oben links: Jo, Stephani; rechts: Jo.Schür, 8458
— febr« 8f Konstanz. Derselbe gibt auf bitten desselben eine abschrift der nrknnde papst Johanns XXm. d. d
1414 dez. 19, inkorporation von Brombach betr. Dat Const 1415, 6. id. febr., ind. 8. — Or. Karlsmhe (St Bla¬
sien) ; schön erhaltenes sieget Rückseits oben: Jo. Stephani, 8459
— mSrz 1^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten b. Otto bestätigt mittelst transfiz
die Stiftung und bewidmung der meßpfründe auf dem St Andreas- nnd Onofriusaltar in der pfarrkirche zu Bcnt-
lingen durch Geri Balmer, bürger zu Reutlingen, d.d. 1415 jan. 3 (dumstag nach dem hl. Ewi tag ze wihenähten)
mit Zustimmung des abtes Nikolaus von Königsbronn, des Konrad Brügel, lentpriesters zu Reutlingen, nnd des
bürgermeisters und rates daselbst Dat Const 1415, kat marcii, ind. 8. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Reutlingen);
rückseits: Ftid. .und Jo, Schür, 8400
— märz 11^ Konstanz. Papst Johann XXÜI. ad futuram rei memoriam. Er hat erfahren, daß die stadt Frei¬
burg mehr als 2 tagereisen von Konstanz entfernt sei; wollten sie deswegen an den Konstanzer hof, um recht zn
suchen, so haben sie wegen der weite, Schwierigkeit und Unsicherheit der wege viele ansgaben, manche Streitsachen
bleiben unerledigt, ehesachen unentschieden und verbrechen ungestraft, das alles wegen mangels eines officialb fo-
rensis. Der papst bestimmt deswegen: jeder bischof von Konstanz und sede vacante das domkapitel muß auf ver¬
langen der Stadt Freiburg innerhalb eines monats einen vicarius forensis entsenden, der seinen ständigen sitz in
Freiburg habe und auf kosten der stadt, aller geistlichen und laienspersonen innerhalb der grenzen des archidia-
konats Breisgan und der kapitel von Villingen und Ewattingen (Ebectingen) unterhalten werde; derselbe soll die
Vollmacht eines generalvikars in spir. et temp. für das gen. gebiet haben. Kommt der bischof bezw. das domkapitel
der anforderung der stadt nicht nach, so haben der kirchherr von Freiburg, der rector der schulen daselbst nnd der
älteste kaplan der pfarrkirche das recht, einen solchen vikar zu ernennen. Erste appellationsinstanz soll der bischof
bezw. der bischöfl. generalvikar von Konst sein. Die einkünfte des »siegeis c sollen dem bischof gehören. Dat Consi
5. id. martii, a. 5. — Or. Freiburg, Stadtarch.; unter dem bug rechts: F, de Montepulieian,; auf dem bog: dupU»
cata gratis de mandato d, n, pape, Erasmns, — erw. FreibDiÖzosanarch. 14,246. — vgl 1406 ang. 6 nr. 6926.
8461
— märz 2 ly Saulgau. Nikolaus kämmerer und das kapitel des dekanats Sanlgau (Sulgen) beurkunden als mor-
tuarium des verstorbenen Konrad Schmid, kirchherm zu i^ppel und dekan, 24 U heller empfangen zu haben, wofür
sie die exequien halten werden. Dai et act in ecdesia Sulgen 1415, feria 5« angarie marcii, ind. 8. — Or. Bi-
berach, SpiüilarclL 8462
— april 7y Argenhari Johann, erzbischof von Korinth (Choriuthien.), weiht unter berufung anf den 11. artikol im Pri¬
vileg »Mare magnumc (womach die klosterleute ihre kirchen von jedem bischof weihen lassen können), die kircho,
2 altäre nnd den kirchhof (cimiterinm sen poleandrum novum) zn Argenhart nnd erteilt 40 tage ablaß. Dai et aci in
predicto monasterio in octava pasche, qne fhit 7. dies mensis aprilis 1415, ind. 8. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kl.
Algenhart). — vgl SVGBodensee 15, 204. 846S
— mal Freiburg. Papst Johann XXllI. bestätigt den Karthäusera zn Freibnig die durch papst Klemens ¥11.
(vgl. 1386 nov. 26) ausgesprochene inkorporation der pfarrkirche Si Georgen (Hartkilich). Dai Friburgi 6. non.
maii, a. 5. — Or. Karlsmhe (20|l29); unter dem bug rechts: F, de Montep6tkian\ auf dem bug: Gratis de man^
dato domini nostri pape, R, ^ Bos^is, Rückseits: R darin s, 8464
— mai 2. Vogt Johann von Büren zn Willisau zeigt dem bischof Otto an, daß infolge resignation des Konrad
Algos der priester Johann Vischer von Sursee mit der S. Niklanspfründe in Willisau belehnt worden sei. — Lnzera,
Staatsarch. (Urk. Fase. 112) nach mitgeteiltem regesi 8465
— mai 3y Konstanz. Jordan, bischof von Albano, schreibt an den abt von Muri: priester Heinrich Walbensperg,
mönch des klosters, Überbringer dieses Schreibens, hat, obwohl vom bischof von Konstanz als contumax exkommuni¬
ziert, ohne die absolution vorher zu erhalten, die hl. messe gelesen. Der abt wird beauftragt, ihn von der irregula-
rität loszusprechen unter anf legnng einer passenden baße. Dat Const. 5. non. maii, pontit Johannis pape XXllL a. 6.
Otto III. von Hacliberg, Bischof von Konstanz. 1415. 203
— Or. Aarau, Siaatsarch. (QIV A 6); unter dem bug links: A, Marci^guatuortef'-necti; auf dem bug links: spuren
eines wacbssiegels; rechts: Jo* de CapUaneis. Rücksoits oben in der mitte: B, Augeraro, 8406
1415 mal 18, Konstanz« Gestattet, daO Johann Stephani, kirchherr der pfarrkirche zu Oberwinterthur, deren patronats¬
recht dom abt von Petershausen zusteht, und Engelhardt Lochner, ständiger vikar der pfarrkirche zu Hagnau, deren
kollaturrecht dem bischof zusteht, ihre pfrfinden tauschen. Dai et act. Const. in aula nostra epbcopali in cenaculo eius-
dem superiori... 1415, ind. 8., pontif. Johann XXIII.a. 5., mens, maii die 18. Zeugen: Ulrich Blarer dompropstzu
Konst, mag. Heinrich Auenstetter Chorherr der propstei Zürich, und Johann Konrad ?on Heidegg edelknecht —
Notariatsinstrument des Konrad Auenstetter von Bütlingen: Zürich,Staatsarch (GII 16 nr. 272); rückseits: Jura
faeient.; dann: iura faeieh, pro obernwintertur. 8467
— jnni 20, Konstanz. Nimmt von Albrecht Blarer, Heinrich Blarrers zum Pflug ehel. sohn, burger zu Konst,
416 Rh. fl. auf zum nutzen des hochstifts, mit 26 Rh. fl. jährlich zu verzinsen ans dem erträgnis des siegele und
der ersten nutzen, die man nennt primi fructns; er setzt als mitgülten Johann von Rosnegg, freier, und Pilgrim von
Heudorf von Langenstein d. j. und als bürgen Heinrich von Randegg und Ulrich Truchseß von. Diessenhofen, beide
domherren, Ulrich Schilter und Hans Hag, vogt von Konst Das domkapitel stimmt zu. Geben ze Cosi an dem
necbsten domstag vor s. Johanns tag ze 8unnwenden 1415. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 95). 8468
— jnni 22, Konstanz. König Sigmund erneuert und bestätigt auf bitten des bischofs Otto die bischöflichen und
königlichen Privilegien der stadt Bischofszell. Geben zu Cost. des nechsten sambtztags vor s. Johanns Baptisten tag,
uns. reiche des ungr. etc. in dem 29., des röm. in dem 5. jaren. — Einger. einer beglaubigung durch Ulrich von
Klingen von der Hohenklingen, freilandrichter im Thurgau, d. d. 1433 märz 24: Or. Bischofszell, Stadtarch. —
reg. Altmann, Regg. Sigmund nr. 1775. 8469
— jnni 22, Konstanz. König Sigmund bestätigt der stadt Kaiserstuhl auf bitten des bischofs Otto alle ihre rechte,
die sie von früheren römischen königen und den bischöfen von Konstanz erhalten hat Geben zu Cost 1415, des
nehsten samptztags vor s. Johans tag, uns. r. des ungr. in dem 29., des rom. in dem 5. jaren. — Or. Kmsorstuhl.
— Rechtsquellen des kantons Argau 1,3, s. 33 nr. 19. — Wiederholte g^ndl. Information, Beil. nr. 38. — rog.
Altmann, Regg. Sigmund nr. 1773. 8470
— jnni 22, Konstanz. König Sigmund bestätigt auf bitten des bischofs Otto die Privilegien der stadt Klingnau.
Geben zu Cost. 1415 des nechsten samstags vor s. Johans tag bapt, uns. r. des ungr. in dem 29«, des röm. in
dem 5. jaren. — Or. Klingnau, Stadtarch. Auf dem bug: ad mandatum d. regte Michad, canonieue Wratielapien.
— Bechtsquellen des kantons Argau 1,3 s. 275 nr. 36.—Lünig, RA. 17,165. — ansz. Huber, KoUaturpfarreien
Zurzach 13. — reg. Altmann, Regg. Sigmund nr. 1774. — erw. Moser, Staatsrecht des Hochstifts Konstanz 136.
— jlini 22, Konstanz. König Sigmund bestätigt auf bitten des bischofs Otto die Privilegien der stadt Markdorf.
— reg. Altmann, Regg. Sigmund nr. 1776. 8471
— jnni 22, Konstanz. König Sigmund gibt auf Veranlassung des bischofs Otto den bürgern von Markdorf das
recht, daß sie nur vor dem richter daselbst zu recht stehen brauchen und nur im falle der rechtsverweigenmg vor
fremde gerichte geladen werden können. Sabbat, ante Johannis bapt. — reg. Altmann, Regg. Sigmund nr. 1778.
8472
— jnni 22, Konstanz. König Sigmund bestätigt auf bitten des bischofs Otto der bischöflichen stadt Markdorf
das Privileg Karls lY., betr. befreiung'der gemeinde von auswärtigen gerichten. Geben zue Cosi 1415, des nechsten
sambstags vor s. Johanms baptiste tag, uns. r. des ung. in dem 29., der röm. in dem 5. — Or. Markdorf, Stadtarch.
— Kopb. 727, 15. Karlsruhe. — erw. ZGORh. NP. 3, m31. 8478
— jnni 22, Konstanz. König Sigmund bestätigt auf ansuchen des bischofs Otto der stadt Neunkirch ihre frei-
heiten. Geben zu Cosi des nechsten sampstages vor s. Johann baptisten tag, uns. r. des ung. in dem 29., des röm.
in dem 5. jaren. — reg. Urkundenregister des kantons Scbaffhausen nr. 1583 nach Or. Neunkirch, Gemeindearch.
— erw. Rueger, Chron. Schaffh. 1,455 anm. 4. 8474
— jnni 22, Konstanz. König Sigmund bestätigt auf bitten des bischofs Otto die Privilegien der stadt Thiengen.
— reg. Altmann, Regg. Sigmund nr. 1777. 8475
— jnni 28, Konstanz. König Sigmund bestätigt auf bitten des bischofs Otto alle Privilegien und freiheiten des
hochstifts Konstanz. Geben zu Cosi, an s. Johanns Baptiste abend, uns. riche des ungr. in dem 29., und des rom.
in dem 5. jaren.—Or. Karlsruhe (K.S. 584); auf dem bug: Ad mandatum domini regle Michad^ eanonicue Wra-
tielavien. Rückseits R. — Kopb. 688 Karlsruhe. — erw. ZGORh. NP. 3, 438 nr. 584, irrig zu juni 22. — erw.
Aschbach, König Sigmund 2,468; die urkunde fehlt bei Altmann, Regg. Sigmund. 8476
— jani 28, Konstanz. König Sigmund befreit die angehörlgen des hochstifts Konstanz von fremden gerichten,
auch vom Rottweiler hofgerichi und verleiht dem bischof Otto und seinen nachfolgem den blutbann. Geben zu
Cosi 1415, an s. Johanns Baptiste abend, uns. riche des ungr. in dem 29. und des röm. in dem 5. jaren. — Or.
26 *
204 Otto in. Ton Hachbergr, Bischof Yon Konstanz. 1415.
Karlsruhe (K. S. 586); auf dem bug: Ad mandatmn d. r$gis Michael, canonkue Wratislavien, Bückseits B. —
Eopb. 503, 35; 514,16*; 688 , 57 Karlsrahe. — reg. Altmann, Begg. Sigmund nr. 1782. ~erw. ZGK)Bh. NF. 3 ,
438 nr. 586. 8477
1415 jnni 24^ Konstanz. König Sigmund verleiht dem bischof Otto und seinen nachfolgem den blutbann, den sie
je nach bedurfhis weiter verleihen dürfen, jeder bischof aber vom könig damit belieben werden muß. Er verbietet,
den bischof io der ausübung des blutbanues zu hindern; jede Übertretung soll mit dreißig mark gold gebüßt werden,
in die sich die kammer dos königs und der bischof toilen sollen. Geben zu Cost 1415, an s. Johanns Baptiste tag,
uns^ r. des ungr. in dem 29. und des rom. in dem 5. jaren. — Or. Karlsruhe (K. S. 585); auf dem bug: Ad moii-
datum (f. regia Michael de Priest. Bückseits B. — Kopb. 503, 38; 514, 17*»; 688 , 56 Karlsruhe. — reg. Alt¬
mann, Begg. Sigmund nr. 1785* = nr. 1781; alloin das datum von nr. 1785* ist richtig. — erw. ZGOBh. NF. 3,
438 nr. 585, irrig zu juni 22 . — vgL Gothein, Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwalds 1,81. 8478
— jnni 24^ Konstanz. König Sigmund befreit auf bitten des bischofs Otto die angehörigen des hochstifts von
fremden gerichten, auch vom hofgericht zu Bottweil und verbietet bei einer strafe von 30 mark gold, von denen die
hälfte dem reich, die hälfte dem bischof verfallen sein soll, jeden eingriff in diese freiheit Geben zu Cost 1415, an
s. Johans Baptiste tag, uns. riche des ungr. in dem 29. und des rom. in dem 5 . jaren.—Or.Karlsruhe(K. S. 587);
auf dem bug: Ad mandatum d, regia Miehad de Priest. Bückseits B. — Kopb. 503,40; 514,18^; 688,60 Karls¬
ruhe. — reg. Altmann, Begg. Sigmund nr. 1785. — erw. ZGOBh. NF. 3,438. — reg. ürkundenregister des kan-
' tons Schaffhausen nr. 1585. 8479
— juni 25, Konstanz. Dekan und kapitel der Konst kirche übertragen dem priester Johann Lös die erst kürzlich
bewidmete und von bischof Otto bestätigte altarpfründe des hl. Gallus in der Pfarrkirche zu If eersburg, mit welchem
die frühmesse verbunden ist, und beauftragen den leutpriester von Meersborg mit der ein Weisung. Dat.Const 1415,
7. kal. inlii, ind. 8 . — Or. Karlsruhe (5 Meersburg). — Kopb. 421 (1) 80 ebenda. 8480
— jnli 69 Beichenau. Notar Heinrich Bütlinger von Bottenburg beurkundet: es erscheinen vor ihm in gegen-
wart der zeugen Johann Bessrer priester, Johann Kleblatt kirchherr in Fischbach, und der des laien Hugo Stark, abt
Friedrich von Beichenau und Ullrich Bill d. j. laie, vertreten durch den Konst anwalt Johann Bus. letzterer trilgt
vor: zwischen den priestem Johann Bessrer und Konrad Schindellin sei wegen der kirche zu Trossingeu streit ent¬
standen, da der gen. abt den Konrad Schindellin, der vater des Ulrich Bill, Berthold, dagegen den Johann Bessrer
' präsentiert habe. Der abt gibt zu, daß er wohl wußte, daß nicht ihm, sondern Berthold Bill das präsentationsrecht
zustehe; auch habe er gewußt, daß Johann Bessrer dem bischof Otto, erwählten und bestätigten, präsentiert worden
* sei; allein er habe auf königlichen befehl hin den Konrad Schindellin präsentiert und habe deswegen nicht mehr
gewagt, die Präsentation rückgängig zu machen. Diese antwort wird zu Protokoll gebracht Acta sunt hec 1415,
mens inlii die 6 ., ind. 8 . — Or. Donaneschingen (Beichenau II. 3). — ausz. ZGOBh. 28, 60. 8481
— jnli 89 Konstanz. Der päpstL auditor Jacobus de Camplo entscheidet auf gmnd eines auftrages, den ehemals
Johann XXIII. dem auditor Germanns de Prato erteilt hatte, nachfolgende Streitsache. Der Johanniterordensmeister
trug vor: sein orden ist von jedem diözesanbischof exemt Gleichwohl hat b. Otto (electus confirmatus ecclesie Const)
im jahre 1413 den Johannitern ein subsidium caritativum auferlegt und die kirchen interdiziert, obwohl Hugo
von Montfort, Johanniterprior in Deutschland, an den ap. stahl appellierte und der auditor Germanus de Prato mit
der entscheidung betraut war. Die einzelnen abschnitte des prozesses sind ausführlich geschildert und die Pfarr¬
kirchen, welche das subsidium zahlen sollten, sind einzeln aufgezählt. Der aussteller entscheidet: der bischof hat
die Johanniter zu unrecht mit kirchlichen strafen belegt, da der Johanniterprior rechtzeitig an den ap. stahl ap¬
pellierte. Die strafen sind deswegen aufgehoben. Lecta lata et in scriptis promulgata fuit hec presens nostra diffi-
. nitiva sententia per nos Jacobum de Camplo auditorem Consi in ecclesia s. Stephani pro audientia causarum apo-
stolicarum spedaliter deputata 1415, ind. 8 ., die vero lunae 8 . mens, inlii, sede apostolica vacanto. — Kopb. 673,
15 Karlsruhe. — Zur Sache vgl. ZGOBh. NF. 25 (l 910) 163 ff. 8482
— Juli 9, Konstanz. Leiht den bürgern zu Bischofszell Hans Twingger und Hans am Veld als trägem des spitals
daselbst den zehnten zu Hauptwil, den Ital Winterberg, bürger zu Konstanz, als träger seiner gattin Elsbeth Nider-
wilerin dem spital verkauft und dem bischof aufgesagt hat Geben ze Cost. an cinstag nach s. Uolrichs tag 1415.
. — Or. Bischofszell, Stadtarch. (L. V). 848S
— jnli 17, Konstanz. Der generalvikar in spir. dos erwählten bischofs Otto entscheidet einen streit zwischen
priester Johann Brasperg als kläger und kloster Salem und Konrad Suttoris ständigem vikar zu Bermatingen als
angeklagte; die laudgemeinde zu Immenstaad (minister et nniversitas villae ruralis in Imonstad) hatte den pfarr-
satz der neu zu Immenstaad errichteten kapelle [vgl. 1410 sept 26] beansprucht, die angeklagten hatten dies be¬
stritten. Es wird verfügt, daß der kläger in den besitz der kapelle einzuweisen sei, und die gegenportei zu den
kosten, verurteilt. Leonard Schönbentz appelliert als anwalt der angeklagten an den erzbischöflichen stahl zu Mainz
Otto III. von Hacliberg, Bischof von Konstanz. 1415. 205
und TerdiTcntlicht dies bei dem öffentlichen notar Johann Stephani von Zürich, der der Verhandlung beiwohnt und
über sie ein Instrument aufnimmt. Zugegen sind die priester Johann Bessrer und Konrad Schindelli und die notare
des Konstanzer bofes Heinrich Eülling und Johann Sidemeyer. Der vikar siegelt. 1415, 17. mens, iulii hora pri-
marum Const. in loco nunc solito consistorio curiae Constantiensis. — Or. Immenstaad, Pfarrarch. — ausz. Fürsten¬
berger UB. 6 , 256 nr. 164, 7. Über den streit und dessen entscheidung vor dem Konst konzil ebenda note a. —
vgl. 1414 ang. 20 . 8484
1416 aug. 14y Konstanz. Bestätigt den [1404 nov. 26] zwischen herzog Friedrich von Österreich und dem kloster
Allerheiligen zu Schaffhauson abgeschlossenen tausch über die pfarreien Andelfingen und Griesingen, so daß in Zu¬
kunft Andelfingen dem kloster, Griesingen der österreichischen herrschaft gehört Dat Const 1415, 14. die mens,
ang., ind. 8 . — Or. Schaffhausen, Staatsarch.—reg. Urkundenregister des kantons Schaff hausen nr. 1588.—erw.
Bneger, Obren. Schaffh. 1,300 note 6 . vgl. 2,1103. 8485
— ang. 17^ Konstanz. Die synode zu Konst gibt dem abt Johann des klosters Petershansen und dessen nach-
folgem das recht bei prozessionen infnl und mitra zu tragen nach der gewohnheit seines heimatlandes. Das recht
war ihm schon von Balthasar, damals papst Johann XXIIL, d. d. 1414 märz 27 ( 6 . kal. apr., a. 4.) bewiHigt worden,
die bulle wurde aber nicht ausgefertigt Dat Const. 16. kal. sept 1415, apostoUca sede vacante. — Or. Karlsruhe
(l/24). »Bationi congruitc. Unter dem bng ganz links: Oeto, taie 32. P.de Magio, Jo,€ha8seti, 9 Auf dem bog
rechts: Pro Salvato A, Fidelis iij. Bückseits: R darin A, Boi den schnüren der bulle: Jo. Rasne? Ganz rechts
beim umbug: Jo, de Mercatel, Bolle an seide. 8486
— ang. 17, Konstanz. Die synode von Konst beurkundet: in einer meinungsverschiedenheit der klöster Krenz-
lingen und Petershansen betr. rangordnung uod vortritt, entschied papst Johann XXIII. d. d. 1414 nov. 27
( 5 . kal. dec., a. 5.), daß der abt und die mönche von Kreuzlingen die präzedenz vor dem abt von Petershausen und
dessen mönchen haben sollten sowohl während des konzils wie bei allen sonstigen öffentlichen feierlichkeiten. Da die
urkunde hierüber nicht ausgefertigt wurde, bestätigt die synode diese Verfügung mit Wirkung des gen. datnrns.
Dat Const 16. kal. sept 1415, apost. sede vacante. »Bationi congruitc. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Kreuz¬
ungen): unter dem bng links: taze 32 9; auf dem bug rechts; R^^ gratis J. StaJbergjfj; rfickseits R darin A,
darunter Cofir. Schmid etc. — Thurg. BeitiAge 32 (1892) 64. — Begg. Kreuzlingen nr. 284. 8487
— ang. 19. Konrad, bischof von Hebron und weihbischof d^s bischofs Otto zu Konst, und pfaff Ulrich Koznor,
kirchherr zu Mühlheim (Mulhain) und dekan des gleichen kapitels, entscheiden einen streit zwischen Heinrich Gott¬
fried, kirchherr zu Spaichingen, einer- und den richtem und der gemeinde des dorfes Spaichingen anderseits wegen
der kapelle auf dem berg dahin: 1. die kapelle, die der gen. weihbischof am ausstellungstage zu ehren der hl. Drei¬
faltigkeit geweiht hat, soll den rechten der pfarrkirche Sp. keinen eintrag tun; das opier, das auf den altar gelegt
wird, soll demkirchherm gehören; das opfer, das in den stock der kirche fällt soll zur hälfte an den kirchherm, zur
hälfte an den bau fallen; dazu sollen 2 Schlüssel angefertigt werden; zeugen: priester Konrad Graf von Balingen,
Heinrich Fink frühmesser zu Spaichingen, Wilhelm Schriber kirchherr zu Denkingen, Burkhard Wemher leutpriester
zu Aldingen, Burkhard Grosse kirchherr zu.Böttingen n. a. Geben des nechsten montags nach u. fr. tag als sy ze
himel empfangen ward 1415. — Begl. abschr. 17 jh.: Stuttgart Staatsarch. (Rottenburg, Stift St Moriz). 8488
— sept. 15, Konstanz. Ludwig, pfalzgraf bei Bhein und herzog von Baiern, schlichtet einen streit zwischen
Konrad von Münchwilen, domherm zu Konstanz, einer- und Eberhart von Bamswag anderseits. Es handelt sich um
eine schuld des gen. domherm an Heinrich Walter von Bamswag sei., des gen. Eberharts brader. Im verlauf der
fehde hatte Eberhart den bischof Otto, das domstift und das stift zu Bischofszell angegriffen. Alle feindsebaft
soll beigelegt und die gefangenen entlassen werden, das unbezahlte geld für brandschaden soll unbezahlt bleiben, nur
der domherr Konrad von Münchwilen soll 20 fl. für 2 getötete arme knechte erhalten. Weitere entscheidung behält
sich der pfalzgraf vor. Geben und geschehen zu Cost. uff den nehsten sondag nach des hl.cmtzs tag, als es erhaben
ward 1415. — U-B. St. Gallen 5,92 nr. 2656 nach or. Stiftsarch. 8489
— sept. 28, Konstanz. Gibt auf bitten des bruders Sitzo von örengow eine beglaubigte abschrift der urkunde
könig Sigmunds, worin dieser dem gen. broder die hofstatt Türrainhof samt kapelle und die von der Beichenau und
dem bischof erhaltenen urkunden und Privilegien d. d. 1415 Juli 11 bestätigt (Geben zu Cost 1415 des nechsten
donerstages vor s. Margarethen tag, des ung. im 29. und des röm. im 5.). Dat et act Const in aula nostra epis-
copali 1415, apost sede pastore carente, tempore sacrosancti generalis concilii Const. die Jovis 28. mens, sept —
Notariatsinstmment des Johann von Erkingen sonst Sydeneger, kleriker Straßburger bistums: Karlsruhe (5 Tür¬
rainhof). Das Or. der königsorkunde ebenda Kaiserselekt nr. 589; auf dem bng: ad mandatum d, regis. MieJtael,
canonieus Wratislavien, ß490
— Okt. 1, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Frauenfeld, den priester
Johann Schildknecht von Altdorf in die pfründe des Allerheiligenaltars zu Turbental, welche durch resigpiiation des
Heinrich Keller vakant geworden ist, einzuweisen. • Patronatsherr ist Hermann von Hohenlandenberg, edelknecht —
206 Otto IIL Yon Hachbergr» Bischof yon Konstanz. 1415—1416.
Dat. Const. 1415, kal. oct., ind. 8. — Or. Zöricb, Staatsarch. (CY 4.1 nr. 18). Bdckseits: Frider, and
— YgL Simmler, Antiqoitates Thnricen. 2 nr. 20. 8491
1415 okt. 3; Konstanz. Der generaWikar in spir. bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung einer priester-
pfrdnde am altar der blL Konrad, Felix und Begula und Exaperantius in der Marienkapelle zu Eßlingen, welche
d. d. 1415 juli 17 von den testamentsyollstreckem des priesters Eonrad Besmer, kaplans am Si Erhardsaltar in
der Pfarrkirche zu Eßlingen, erfolgt war, und beauftragt den dekan des dekanats Eßlingen mit der einfährung des
priesters Bfidger Buprecht, welcher bis zur fertigstellung des neuen altars die hl. messe auf dem Georgs- und Mar¬
garetenaltar in der gen. Marienkapelle lesen darf. Dat Const 1415, 5. non. oct, ind. 8. — Or. Eßlingen, Stadt-
arch.; auf dem bug: FHder.; rdckseits: Jo. Schur; daneben: unum flor. pro oeriptura,; auf der haupturkunde der
vermerk: eonfirmaüo 5 flor. in signo, investitura 1 libra haü. in oigno, 2 $6Udo$ haHL pro etra. — ürkb. Eßlingen
2 nr. 1956. 8498
— okt. 4, Konstanz. Yerkauft mit einwUligung des domdekans und domkapitels dem kloster Munsterlingen
auf wiederkauf um 1029 pfd. Konst, pfg. die zehnten zu Taisersdorf (Tajserstorff), Seelfingen (Selfingen), Bam¬
bergen (Bamberen), Schwende (Schwendi), Hohenbodmann (Hohenbodman), zu den Häfen Gailhöfe] (ze den
Höfen), Hödertsweiler (Hädratzwiler), Wäldehöfe (Weldi), Unterbach (Underbach), den groß- und kleinzehnten zu
Pfaffenhofen (Pfaffenhoffen), sowie ein malter vesen järlicher gälte aus dem »buwhoff« zu Hohenbodman. Geben ze
Cost an fritag nach s. Michelstag 1415. — Eingeröckt in den revers der meisterin und des konventes vonMünster-
lingen d. d. 1415 okt 4: Or. Karlsruhe (5 Taisendorf). — Kopb. 502 Karlsruhe. — Koph. AA, 760 Erzbisch.
Arch. Freiburg l B. — reg. Kopb. 503,271 Karlsruhe. 8493
— okt. 14. Märklin Lotter, der wegen drohworten in der stadt Eßlingen gefängnis kam, schwört, daß er seine
anspruche an. Margaret Leger wegen einer ehe in bestimmter zeit vor den ofßzial zu Konst bringen und sich mit
dessen sprach begnügen will (1415 gutemtag vor s. Gallen tag). — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1805m nach or.
Eßlingen, Stadtarch. 8494
— okt. 17^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Otto bestätigt mittelst transfix eine ewige messe auf den Peter-
und Paulsaltar in der pfarrkirche zu Ulm, welche Ulrich Gäßler, leutpriester zu Ulm, d. d. 1415 nov. 13 (feria 4 .
post Martini) gestiftet und bewidmet hat Dat Const 1415, 16. kal. nov., ind. 8. — Or. Ulm, Stadtarch.; räck-
seits: Jo. Stephani nomine fr. R. 1 flor. — ausz. Bazing-Yeesenmejer nr. 106. 8495
— okt. 31. Heinrich von Bandegg d. ä., domherr zu Konst, und Heinrich von Bandegg dessen vetter, ritter,
seßhaft zu Bandegg, einigen sich mit den pflegem der kapelle zu Bandegg über das Verhältnis der gen. kapelle zu
der Pfarrkirche Gailingen bezüglich der opfergaben. Gehen 1415, an dem nehsten donstag vor aller halligen tag.
— Or. Sebaffhausen, Staatsarch. 8496
— nOT. 9. Der rat zu Konst sendet botschaft an das konzil zur aufhebung des wegen Goldast verhängten Inter¬
dikts. — Buppert, Chroniken s. 387, notiz im Konstanzer ratsbneh. 8497
— nOT. 11, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt die Stiftung und bewidmung einer altarpfründe
im münster zu Freiburg auf dem altar hei dem hL grab, der in St Martins ehre geweiht ist, gen. unser fhmen
altar, welche durch Hans von Tjgeshein edelknecht d. d. 1415 okt 25 (fritag vor s. Sjmon u. s. Judas tag 1415)
erfolgi war. Der Stifter präsentierte als ersten kaplan den priester Peter Hermann von Büren und bat den bischof
um bestätigung. Dat Const 141^, 3. id. nov., ind. 8. — Or. Freibarg, Stadtarch.; rückseits: Jo. Stephani nomine
Frid., weiter: Jo. Schür. — reg. Freiburger Münsterblätter 7, 62 nr. 406. — vgl. FreibDlözesanarch. 22, 268.
8498
— nOY. 14. Ulrich der Blarer, dompropst zu Konst, beurkundet, daß vor etlichen Jahren einer seiner Vorfahren in
der dompropstei der dompropstei haus mit hofraite zu Konst, hinter dem münster am ,Schülerstad* gelegen, an die
fhtuen von Münsterlingen mit Zustimmung des domkapitels um 115 Konst, auf wiederkauf verkauft liat Das
geld wurde verwandt, um den freien zehnten zu Güttingen und den dinghof zu Wigoltingen von den alten Zapfen
um 200 an die dompropstei zu lösen. Da das domkapitel gen. haus für seine zwecke bedarf, gestattet der dom¬
propst den rückkauf desselben von den frauen von Münsterlingen. Bischof Otto gibt dazu seine Zustimmung und
siegelt mit dem dompropst Geben an donstag nach s. Martins tag 1415. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 52); Siegel des
dompropstes gut erhalten: stehende Madonna mit dem Jesuskind. Umschrift: S. Ulrici Blarer prepositi ecclesie
Const — vgl. nr. 8501. 8499
1416. Schenkt dem kloster Mariabof zu Neidingen auf bitten der grafen von Fürstenbeig die ersten frdchte der
Pfarrkirche zu Neidingen, auf welche Friedrich Amelrich investiert ist; desgleichen die ersten früchte der Pfarr¬
kirche Gutmatingen, auf welche Johann Bitter investiert ist — Begl. auszug aus dem über primorum fructuum der
bisch. Konst kanzle!: Donaueschingen (Pfarrei Neidingen Fase. K. nr. 11.12). 8600
Otto III. von Hacliber^, Bischof von Konstanz. 1416. 207
1416 Jan. 8 , Konstanz. Donipropst und domkapiiol za Konst, uebmoii von doindokan Albredit von Bentelsbach
115 4 auf, welche sic zom ankaof eines hanses hinter dem mänster am Scliülerstad gelegen von den franen von
Mdnsterlingen verwenden. Sie verzinsen diese summe mit 6 U die sie an den inhaber des St. Michaelsaltars im
mönster abzuliefem haben. Albrecht von Bentelsbach, domdekan, stellt ihnen hierüber einen revers aus. Geben ze
Cosi 14]6ian s. Erhartz tag nach den wihennähten. — Or. Karlsruhe (5 Konst Kirchen vermögen).—vgl. nr. 8499.
8501
— jan. 16^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmnng eines
altares zu ehren der Mnttergottes, der hll. Nikolaus, der mutter Anna und Maria Magdalena in der kirche zu Über¬
lingen durch Katharina Schreiber von Überlingen, witwe des Peter Knpferschmid, d. d. 1416 jan. 14 (l9.kal. febr.).
Der komtur der Mainau gab seine Zustimmung. Dat Ck)nst 1416, 17. kal. fobr., ind. 9.—Or. Karlsruhe (2/163);
rückseits: Jo, Si, noinino Fr,, dann: Jo, Seht'tr, 85(te
— jan. 20^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt die bewidmnng eines altares der 10 000 ritter in der
St Johaiinespfarrkirche zu Schaff hausen, welchen der verstorbene Rüdiger im Thum am Salzmarkt d. d. 1415
nov. 27 gestiftet bat Abt Berthold des Allerheiligenklosters zu Schaff hausen gab seine Zustimmung. Dat Const.
1416, 13. kal. febr., ind. 9. — Or. Schaff hausen, Staatsnreh. — reg. Urknndenregister des kantons Schaff hausen
nr. 1594. 8503
— jan. 24, Konstanz. Die sjnode von Konst gibt dem kloster St Gallen die bisebOfe von Basel und Lausanne
sowie den abt des Schottenklosters außerhalb der mauern von Konstanz zu konservatoren. Dat Const 9. kal. febr.
1416, apost sede vacante. »Ad compescendosc. — U-B. St Gallen 5,426 mit ansfühmngsbullen und anwendnng
gegen die Appenzeller d. d. 1426 febr. 4 (s. 431), 1426 april 10 (s. 441); aug. 21 (s. 463) usw. — Kopb. 491
nr. 4 Karlsruhe. 8504
— jan. 30, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfix eine ewige messe zu ehren der hl. Drei¬
faltigkeit der muttergottes und der hll. Johannes ev., Thomas mart, Barbara und Katharina in der Ulmer Pfarr¬
kirche, welche Heinrich Bayser sei. gestiftet und mit 700 fl. Rh. bewidmet hat Nach dem tode des Stifters über¬
gaben bürgermeister und rat der stadt Ulm die gen. 700 fl. dem Yitus von Hohenrechberg gegen 35 Rh. fl. jährl.
Zinses auf wiederkauf und baten den bischof d. d. 1415 nov. 7 um bestätigung. Der anssteiler bestimmt u. a., daß
bei der einlösung 1 fl. zins mit 20 fl. eingelöst werden soll, aber nicht teurer, sondern eher niederer; daß die stadt
beim wiederkauf das geld für die ständigen einkünfte verwenden soll usw. Dat Const 1416i 3. kal. febr., ind. 9.
— Or. Ulm, Stadtarch.; rückseits: Jo, St, nomine Fr,, dann Jo, Schür, — reg. Bazing-Yeesenmejer nr. 105.
8505
— febr. 11, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Otto (dei gratia electi confirmati ecclesie Const) be¬
auftragt den dekan des dekanats Tübingen, den priester Nikolaus Herter in die pfründe des Silvesteraltars in der
kollegiatkirche zu Ehingen, welche durch resignation des priesters Nikolaus Murer vakant geworden, einzuweisen.
Heinrich Fös propst, Albert Gundi und Johann Gut, Chorherren, hatten denselben d. d. febr. 10 (feria 2. ante Ya-
lentini) dem bischof präsentiert. Dat Const 1416, 3 . id. febr., ind. 9. — Or. Stuttgart, Staatstfch. (Rottenburg,
Stift St. Moriz): rückseits: Jo, St, nomine Fr,, dann: Jo, Schür, 8506
— märz 3], Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beauftragt den dekan und kammerer des dekanats
Zürich, den priester Johann Meier, der ihm von Johann Blum, spitalmeister zu Baden, präsentiert worden war, in
die dem spital zu Baden inkorponerte kirche [vgl. 1413 okt 26] zu Rohrdorf als ständigen vikar einzuweisen, und
setzt die kongrua desselben genau fest Dat Const 1416, 2 . kal. apr., ind. 9. — Welti, Urk. Baden s. 303 nach
or. Baden, Stadtarch.; rückseits in der oberen ecke links: Mich, nomine Fr,, rechts: Jo, Schür[pf]er, — r^.
ASchweizGesch. 2 , 86 ; Argovia 14,131. 8507
— April 11. Konrad, bischof von Hebron (Ebronen.), generalvikar in pontif. des b. Otto, weiht den hochaltar in
der Marienkapelle zu Tachenhausen, zur pfarrei Nürtingen gehörend, zu ehren der Muttergottes, der hll. Anna,
Johannes d. T., Yalontin, Sebastian, Yitus, Sigismund und Leonhard und erteilt den besuchem der kapelle an be¬
stimmten tagen 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat et act 1416, sabbato sancto in vigilia Palmarum., ind. 9. — Or.
Stuttgart, Staatsarch. (Nürtingen (G. Y.); Siegel gut erhalten. 8508
— april 26. Konrad, bischof von Hebron (Ebronen.), generalvikar in pont des erwählten und bestätigten b. Otto,
weiht im Karthäuserkloster zu Kleinbasel die kirche zu ehren der hl Margareth mit drei altären und den friedhof
und erteilt an bezeichneten tagen unter angeführten bedingnngen 40 tage bezw. 1 janr und 1 karene ablaß. Dat
et act. 1416, dominica Quasimodogeniti, ind. 9. — Or. Basel, Staatsarch. (Käst 82), angenäht eine notiz von 1433
april 11 über die namen der hll., zu deren ehre die 4 altäre neu geweiht wurden und Verzeichnis der darin einge¬
schlossenen reliquien. Es sind der hochaltar, kl. kreuz-, Marien- und Dreifaltigkeitsaltar. Bei den reliquien ist auch
aufgezählt eine reliquie ,de porta, per quam dominus asinavitl Die neuweihe nahm bischof Sweder von Utrecht vor
208 Otto Ton m. Hachberg, Bischof Ton Konstanz. 1416.
im anftrag des Basler konzils. Siegel des Konst, weihbischofs gut erhalten. — Chronik des Heinrich Arnold Ton
Ahlfeld: Basler Chron. 1 , 281. — erw. FreibDiözesanarch. 7 (1873), 220. 8o09
1416 april 27. Albrecht Blarer, weiL bischof von Konstanz, besiegelt die nrknnde des bmders Ulrich Gutleb, Bene¬
diktiners, durch welche dieser auf ein vom kloster Mariahof bei Neidingen zu zahlendes leibgeding verzichtet. Geben
am mentag ze üsgänder Osterwochen 1416. — Or. Donaueschingen. — ausz, ZGORh. 26, 15. — Fürstenberger
Ü-B. 6 , 251 nr. 160 anm. 7. 8510
— april 28* Verkauft, da die stadt Kaiserstnhl einiger bauten bedarf und ihre gefälle deren kosten nicht decken,
mit einwilligung des domdekans und domkapitels dem Konst domherm und propst von Zurzach, Johann von Bast
auf wiederkauf um 208 goldgulden rhein. »ab dem bnwhoff zu der nüwen Hochenfels der vesti ain malter komes
guter vesan« Konst maaßes und die quart der zehnten im dorfe Billafingen. Geben an dem nächsten zinstag vor in-
gandem maigen 1416. — Or. Karlsruhe (5 Billafingen). — Abschr. Sigmaringen, Domänenarch.— Eingerückt in
den revers des Johann von Bast, domherm von Konstanz und propst von Zurzach, d.d. 1416 april 29 (anmitwochen
vor ingendem mayen): Or. Billafingen nach reg. ZGOBh. NF. 24 (1909) ml 10 . — Kopb. AA, 170 Erzbisch.
Arch. Freiburg L B. — Kopb. 502 Karlsruhe. 8511
— jani 4^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfiz die errichtung und bewidmnng einer pfründe
in dem Gisterzienserinnenkloster Tänikon, welche durch Hermann und Beringer von Hohenlandenberg, gebrüder,
und Heinrich von Gachnaug gen. Münch mit Zustimmung der äbtissin und des konvents von Tänikon d. d. 1415
juni 23 erfolgt war. Im anhängenden Stiftungsbrief sind die pfiichten des pfründnießers und dessen einkommen
angegeben. Der generalvikar fügt bei, daß, falls der kaplan intestatus stirbt eher die pfründe als das kloster erben
solle, und daß ihn im falle ungehörigen wandeis nicht das kloster, sondern nur der bischof entfernen kOnne. Dat.
Const 1416, 2. non. iunii, ind. 9. — Or. Winterthur, Stadtarch., mit anhängendem gut erhaltenen Siegel des ge-
neralvikars. — Kopb. 5, 75 ebenda. — erw. GFr50rte. 14,194 note. 8512
— Jonl 4. Albert von Beutelsbach, domdekan zu Konst., stirbt und wird »in plenitndinec des domes zu Konst,
begraben. — MG. Necrol. l, 289. 8513
— juni 11^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfiz die Stiftung und bewidmnng einer
ständigen kaplanei auf dem altar der 11 000 märtyrer und der hll. Margaret, Barbara und Radegund im stifte
Sindelfingen durch priester Eberhard von Sindelfingen, chorherm daselbst, d. d. 1416 juni 2 (4. non. iunii). lAßt
der inhaber des altares sich innerhalb eines Jahres nicht zum priester weihen, soll er desselben verlustig gehen.
Dat. Const. 1416, 3. id. iunii, ind. 9 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Sindelfingen); unten: J/icA nomine Fr, Rück-
seits oben: Jo, Schür, 8514
— juni 15^ Rottweil. Schultheiß und rat der stadt Rottweil präsentieren dem bischof Otto bezw. dessen general¬
vikar auf die durch tod des kirchherrn Albert von Beutelsbach erledigte pfarrsteile am Heiligenkreuz zu Rottweil
den priester Jakob Aulberi gen. Flissing von Rottweil. Zeugen: Berthold Stuckmann pfarrer in Dunningen, Johann
Blnmenfeld von Diessenhofen, kaplan boi St. Nikolaus, Johann Richter von Biberach, kaplan von St. Martin in der
Heiligkreuzkirche, und Johann Schün, priester von Rottweil.—reg. Urkb. Rottweil nr. 817 nach or. Stadtarch« da¬
selbst. — 1416 Juli 16 überreicht Jakob Flissing dem anditor Fridrich Deis eine interessante appellationsschrift,
da ihm die pfarrei von mag. Johann Heilung, dekan zu Osnabrugg (der im hause des Konrad Martin, kaplan der
Konst, kirche, während des konzils sich befand) streitig gemacht wurde mit rücksicht darauf, daß letzteren herzog
Friedrich von Österreich präsentierte. (Ebenda nr. 819.) — 1418 märz 13 einigen sich die beiden parteien vor
Kuno von Scharfenstein auf einen Schiedsrichter (Ebenda nr. 835.). — In der folge erscheint Jakob Alber als
kirchherr (v^. nr. 852 und 1001 ); dieser war rechtmäßig präsentiert, da das patronatsrecht auf die stadt über¬
gegangen war (vgl. ebenda nr. 793). — reg. Glatz, Regesten von Rottweil 1873,70 nr. 196. 8515
— jnni 22, Konstanz. Verkauft mit einwilligung des domdekans und domkapitels dem kloster Münsterlingen
um 400 pfd. Konst pf. die zehnten zu Schnetzenhausen und Spaltenstein auf wiederkauf. Geben ze Cost des nech-
sten montags nach nnsers herm fronlichnamstag 1416. — Eingerückt in den revers vom gleichen tag: Or. Karls¬
ruhe. — Kopb. AA, 766 Erzbisch. Arch. Freiburg i. B. — Kopb. 504, 161*» Karlsruhe. 8516
— juni 29/Juli 6, Künigsfelden. Elisabeth, äbtissin von Künigsfelden, präsentiert dem bischof Otto auf die ständige vikarie
zu Staufon bei Lenzborg den priester Walther Fritag, da die vikarie durch die resignation des Konrad Mursei von
Aarau vakant geworden. Dai Küngveld 1416, infra octavam Petri et Pauli apost — Or. (wohl nicht abgesandt)
Aarau, Staatsarch. (Künigsfelden 504); auf der rückseite: ein unnütze preeentation, 8617
— juli 9, Konstanz. Der generalvikar io spir. dos bischofs Otto bestätigt mittelst transfiz die Stiftung der St
Georgskaplanei in der pfarrkirche Tettnang durch graf Wilhelm von Montfort d.d. 1416 juni 20. Dat Const. 1416,
7. id. iulii, ind. 9. — reg. Württemb. Pfiegerberichte Stuttgart, Staatsarch. nach mir unzügängl. or. Pfarrarch.
Tettnang. 8518
Otto III. von Haclibei^, Bischof ton Konstanz. 1416. 209
1416 Juli 12, Kaiserstnhl. Die freien Hans von Bosnegg nnd Hans von Tengen als Schiedsrichter entscheiden
Streitigkeiten zwischen der stadt Klingnan nnd den Johannitern daselbst; es handelte sich nm die eigenlente nnd
deren abgaben, nnt das tor, das an den ,Brnr geht, den schldsscl znr wasserstnbe, nm brenn- nnd bauholz nsw.
Bischof Otto von Konstanz sowie der Johannitenneister Hngo von Montfort bestätigen die übereinknnfb. Geben ze
Kaiserstdl am nächsten snnnentag vor Margarete virg. 1416. — Recbtsquellen des kautons Aargan 1,3 s. 277
nr. 37 nach absebr. Stadtarch. Klingnan; vgl. ebenda nr. 35 eine entscheidnng des hofgerichts Bottweil 1414
jan. 16 in gleicher angelegenheit. — vgl. Bilger, St Johannordenshans Klingnan 32 ff. 8519
— Juli 17, Konstanz. Kikolans, bischof von Mersebnrg, entscheidet als vom konzil zn Konstanz abgeordneter
richter einen eheprozeß zwischen Heinrich gen. zn dem Bmnnen nnd Gnta Bmnnerin, in dem der ofßzial von Kon¬
stanz sich für die gnltigkeit der ehe d. d. 1391 febr. 10 entschieden batte, dabin, daß die gen. ehe nngnltig nnd
die entscheidnng des offizials nichtig sei. Lecta, lata et in scriptis promnlgata fnit hec presens nostra definitiva
sentencia Constancie in domo habitacionis nostre, nobis inibi hora vesperarnm consneta ad inra reddendnm in loco
nostro solito pro tribnnali sedentibns, 1416, ind. 9., die veneris 17. mens, inlii, apostolica sede pastore carente. —
Welti, ürk. Baden s. 307 nach Or. Baden, Stadtarch. 8520
— äug. 9, Heersburg. Bestätigt mittelst transfiz die frfihmeßpfrnnde in der pfarrkirche zn Hohentengen
(Tengen) bei Kaiserstnhl, welche Konrad Fridbolt gen. von Ops nnd Johann Salzmann sei., bürger von Kaiserstnhl,
bewidmet nnd nm deren bestäügnng schnltheiß, rat nnd gemeinde von Kaiserstnhl den bischof d. d. 1416 jnU 28
(zinstag nach s. Jacobs tag) gebeten haben. Dat et aci in Castro nostro Merspnrg 1416, 5. id. ang., ind. 9. —
Or. Karlsmhe (10/55). 8621
— ang* 12, Konstanz. Benrknndet von Pilgrim von Hendorf (HOwdorf) von Langenstein d. j. nnd dessen fran
ürsnla 100 Konst. empfangen zn haben, welche er znr lOsnng des geldes, das er nach Basel von Markdorf
wegen schnldig war, verwendete. Mit znstimmnng des domkapitels schlägt er die 100 ft anf den zehnten zn Stei߬
lingen, den die gen. (Pilgrim nnd Ursula) ehemals nm 570 gekauft haben. Geben ze Cost an witwochen vor
unser frowen tag ze Ogsten 1416. — Or. Karlsmhe (5 Steißlingen). 8522
— ang. 23, Wil. Heinrich, abt von Si Gallen, samt dem rate der stadt Wil nnd dem dortigen lentpriester Johann
Fuchs ersuchen den bischof nm bestätignng der meßpfrnnde, welche Eisbet Hnmer, Konrad Hnmers seL fran, ant
den Agathaaltar in der Nikolanskirche zn Wil gestiftet hat. Eine eingehende pfrundordnnng ist anfgestellt Geben
ze Wil 1416, an s. Bartholomens anbent des hl. zwölfbotten. — Or. Wil, Sti^tarch. (nr. 384). — ansz. U-B. St.
Gallen 5,104 nr.2676. Tags zuvor wurde die liebfranenpfrnnde in der St. Nikolanskirche gestiftet (ebenda s. 101
nr. 2674); die bischOfl. bestötignng wurde nicht nachgesnchi 8528
— sept. 19, Heersbnrg. Bestätigt die errichtnng eines spitals zn Wil, welches die stadt unter znstimmnng
des abtes von St Gallen d. d. 1416 ang. 22 (an dem nächsten samstag nach n. L frowen tag in dem 5gsten) stif¬
tete, erteilt ihm alle freiheiten, welcher sich die übrigen spitäler erfreuen nnd bewilligt allen, welche zn Lesern
zweck almosen geben, 40 tage Imzw. 1 jahr ablaß. Dat et act in Castro nostro Merspnrg 1416, 13. kal. oct, ind.
9. — Or. Wil, Stadtarch. (nr. 447). — U-B. St Gallen 5,102 nr. 2675. 8524
— sept. 20, Konstanz. Der gencralvikar in spir. des bischofs Otto schreibt an den dekan nnd den kammerer des de-
kanats Aaran sowie vgr allem an den lentpriester der pfarrkirche zn Aarau. Priorin nnd konvent des St Ursnlaklosters
in Aaran haben vorgetragen: obwohl b. Marqnard ihnen erlaubt hat, daß jeder geeignete weit- oder ordenspriester
in ihrer kapelle gottesdienst halten dürfe, so gestatten dies die adressaten nicht, weil zn diesem ständigen bene-
ficinm keiner von ihnen dem bischof präsentiert nnd von ihm investiert würde. Der anssteiler befiehlt ihnen
unter androhnng von kirchlichen strafen von den belästignngen der Schwestern abznlassen. Dat Const 1416, 12.
kaL oct, ind. 9. — Or. Aaran, Stadtarch. (nr. 320.) — Urkb. Aaran nr. 270. — reg. Argovia 25, 67 nr. 52.
— vgl. 1406 sept 20 nnd 1393 nov. 26. 8525
— okt. 12, Meersburg. Gibt, als einziger indez nnd commissarins für nachfolgendes von der sjnode von Konst,
beauftragt, dem mag. Johann Schürpfer, domherm zn Konst nnd genendvikar in spir., Vollmacht znr ansführang
nachfolgender bnlle: 1416 ang. 24. Die synode von Konst an den bischof von Konst: Johann Beese, kleriker
Trierer bistnms, tmg vor: er ist von Contzo von Beischach als patron anf die Katharinenpfründe in der kloster-
kirche von Wald, welche dnreh tod des Johann Benchinger erledigt war, dem abt Jodoens von Salem, welcher das
recht der institntio besitzt, präsentiert worden. Gleichwohl weigert sich der abt, ihn zn investieren. Der adressat
' wird mit der Untersuchung nnd entscheidnng beauftragt. Dat Const 9. kal sept 1416, apost sede vacante. >Ez-
hibita nobis«. Dat in Castro nostro Merspnrg (1416) 4. id. oct, ind. 9. — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Kl.
Wald). — Ansführangsnrknnde des Johann Schürpfer d. d. 1416 okt 15 ebenda mit schön erhaltenem Siegel:
Yiearins in spiritnalibns generalis domini Ottonis episcopi Constanciencis. Die Präsentation erfolgte d. d. Konstanz
1416 mai 3 (Or. ebenda). Zeugen waren: Johann bischof von Schleswig, gesandter der drei könige von Dänemark,
Schweden und Norwegen, Peregrinns von Hendorf d. ä. nnd dessen sohn Peregrinns n. a. — Am 11. sept 1416
Ur mtehBf m KomImb. m. 87
210 Otto ni. Ton Hachberg, Bischof von Konstanz. 1416—1417.
entscheidet Johann, patriarch von Eonstantinopel, im anftrage der Eonstanzer synode, daß Michael von Seischaeh
dem Johann Neesen, ständigen yikar in der kirche außerhalb des klosterchores, und der Anna von Reischach, mo-
nialis non professa (schwester des gen. Michael und tochter des Eonrad von Reischach), welche beide sich an das
konzil um rechtshilfe gewandt hatten, die seit 4 Jahren entzogenen guter und einkünfte ersetzen müsse. (Or. ebenda).
8526
1416 okt. 19« Der generalvikar bischofs Otto bestätigt die Stiftung und ausstattung einer ewigen meßpfrunde za
ehren der hL Maria in der pfarrkirche Trochtelfingen durch Eberhard grafen von Württemberg zu gunsten seines
verwandten, des gprafen Eberhard von Werdenberg. 1416, 14. kal. nov. — Or. Stuttgart, Staatsarch. — erw. Für-
stonberger U-B. 6, 239 nr. 149 note 7a. 8527
dez. 14^ Eonstanz. Der generalvikar in spir- des erwählten und bestätigten bischofs Otto verlegt das kirch-
weihfest der pfarrkirche zu Hermannsberg (Hermensperg) auf den zweiten sonntag nach ostern, Misericordia Do-
minL Eirchherr, leutpriester und untergebene der pfarrkirche hatten vorgetragen, daß an der bisher am Stephans¬
tage gefeierten kirchweihe pfarrangehürige wie auswärtige mehr der ausgelassenheit und trunkenheit wegen zu-
sammenstrümen, als um den ablaß zu gewinnen. Dai Const sub sigillo vicariatus curie Consi 1416, 19. kal. ian.,
ind. 9. — Or. Freiburg, Stadtarch. Auf der rückseite rechts oben: Jo. Schür.; links: Jo.Stephani. 8528
1417 jan* 12^ Kaiserstnhl. Leiht an Hans Stülinger, sohn des weiL Hans Stülinger, das von seinem vater er¬
erbte dorf Hindelwangen (Hüntwangen) samt vogtei, zwing, bann und zubehür. Geben zu Oaiserstül an cinstag vor
8. Hilarii tag 1417. — Or. Zürich, Staatsarch (CI 2288). 8529
— jan« 12, Bellinzona. Antonius de Turchonibus, bischof von Como (Cumanus) erteilt der St Eolumbankirche
in ürsern an bestimmten tagen 40 tage ablaß. Dat in burgo Berinzone nostre Cumane diocesis 1417, ind. 10.,
die martis 11. mens, ianuarii, apostolica sede pastore vacante. — GFrüOrte. 42, 84 nach Or. Eirchenlade Ander¬
matt; auf dem überfalzten rande die bitte des Schreibers und registrators der urkunde, Augustinus de Grecis de
Cumis, um das gebet 8530
— jan. 13, Eonstanz. Lntfrid und Johann Mnntprat, brüder, sowie Ludwig^ Muntprat zu der Sonne, alle drei
bürger zu Eonst, stiften und bewidmen eine ewige meßpfründe zu ehren der hl. Eatharina und der Dreikßnige in
der St Paulspfarrkirche zu Eonst mit Zustimmung des dompropstes Heinrich von Randegg und bitten den bischoi
bezw. dessen generalvikar in spir. um bcstätigung. Die Verpflichtungen des kaplans sind näher angegeben. Geben zu
Cost 1417, an s. Hilaiien tag in dem Jenner. — Abschr. (l8 jh.) Earlsmhe (5 Eonst Eirchendienste). 8531
— Jan* 25, Eonstanz. Der generalvikar des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats zu Biberach, den
Johann Ledrer, kleriker, in die kaplanei der hl. Geistspitalkapelle zu Biberach, welche durch tod des Burkhard
Haller erledigt ist, einzuweisen. Der bfirgermeister Yon Biberach und die beiden spitalpfleger Heinrich Sachs und
Heinrich Tunchor haben denselben d. d. 1417 jan. 16 (17. kal febr.) präsentiert. Dat Const 1417, 8. kal. febr.,
ind. 10. — Or. Biberach, Spitalarch.; die präsentationsurkunde Stuttgart, Staatsarch. (Biberach G.V.). — reg.
. WürttVjh. NF. 6 (1897) 71 nr. 128. 8632
^ Jan. 28, Kaiserstnhl« Entscheidet einen streit zwischen graf Heinrich und Egon von Fürstenberg, seinen
Schwägern, einer- und dem stifte Zurzach anderseits betreffend die ,frener* (arbeiter) und deren abgabe in dem bei¬
derseitigen herrschaftsgebiete. Geben zu Eaiserstül an donstag vor u. 1. frowen tag zu liechtmeß 1417. — abschr.
Aarau, Staatsarch. (Zurzach 217*). — ausz. Huber, Urkunden Zurzach s. 13. — Fürstenberger U-B. 3, 92. 8533
— febr« 2, Eonstanz. Die Eonstanzer synode an den kustos von St Johann zu Eonst: »Ea que de bonis«-bulle
für den spitalmeister und das spital zu Überlingen. Dat Const 4. non. febr. 1417, apostolica sede vacante. — Or.
* Überlingen, Spitalarch. (Lade 2 nr. 73); auf dem bng rechts: pro Ja.de ügoUnia, Erasmus, darüber Jf. Rückseits
oben links : P. de H....; mitte: C. Baldetoin,, rechts; Ch. B. ^ 8534
— febr« 10, Eonstanz. Auf befehl des bischofs Otto von Eonstanz wurde früher Nikolaus Bruder, propst des
gotteshauses Luzern [ermordet in Eonstanz 29 nov. 1417], wegen schwerer und großer ausschreitungen durch den
dekan, den leutpriester und den rat von Luzern nach Eonstanz gefangen abgeführt Der abt von Morbach und der
konvent erheben dagegen einsprache, da das kloster zu Luzern nicht der iorisdiktion des bischofs, sondern der der
abtei Murbach unterworfen sei. Die Sache wurde auf der Eonstanzer synode verhandelt, wobei der von der synode er¬
nannte kardinal Jordan de Ursiuis, bischof von Albano, das urteil zu gunsten Murbachs aussprach. Act Const die
10« mens. febr. 1417, ind. lo.— Or. Eolmar. — Abschr. Luzern, Stadtarch. (Propstei). — vgl. GFrüOrte. 11,121.
8635
febr. 11, Konstanz« Bestätigt, daß Heinrich Gunterswiler, bürger zn Eonst, an Frick Beltz von Lembach
(Lambach) näher benannte gälten zu Lembach und Borg verkauft, welche lehen des bistoms sind; der bischof nimmt
diese von dem Verkäufer auf und belehnt den käufer. Geben zu Const an fritag vor der alten vasnaht 1417. Or.
Frauenfeld, Kantonsarch. (Herdern). 8536
Otto III. Yon Hacliberg, Bischof Yon Konstanz. 1417. 211
1417 febr« 14^ Konstanz. Jordanns, bischof von Albano, päpstl. pönitentiar, gestattet dom böigenneister und rat
der atadt Biberacb, daß sie auch ohne bischOfl. genehmigong die zum tode verurteilten misset&ter kirchlich beerdigen
dürfen. Seither war es Übung, daß ein speziell beauftragter priester den Verbrechern die beichte abnahm und ihn
zum tode führte; nach der hinrichtung wurde der betreffende nicht kirchlich beerdigt, sofern nicht dieerlaubnisdes
didzesanbischofs eingeholt war. Dai Gunst 16. kal. martii 1417, apostolica sede pastoro vacante. — Or. Stuttgart
Staatsarch. (Biberach 6. Y.); ober dem text: v%d[eat] düs. Concord.; dann: visa per me A. Cotieordieft. Unter dem
bog: A. Marti-sessaginiaier^necti / auf dem bug rechts: Ä'** gratis. P. depet'lööih ; rückseits oben: N. Tglania. 8687
— febr. 20^ Luzern. Eine Versammlung von boten ans Zürich, Bern, Uri, Obwalden, Nidwalden, Zug und Glarus
erklärt n. a., daß man wegen Klingnaus und Kaiserstuhls gegen den bischof von Konstanz recht bei dem künige
suchen wolle. 1417, fer. 6. post. Mathiae. — Luzern, Staatsarch. (Ratsbuch 3,20^**). — ausz. Eidgen. Abschiede
l^66 nr. 131; 1*, 174 nr. 378. — erw. Argovia 1862-63,264. 8688
— febr* 28, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix auf bitten der äbtissin Anastasia und des ganzen kapitels
von St. Felix und Regula zu Zürich die neuen Statuten d. d. febr. 17; dieselben betreffen u. a. ordlnnng der anni-
versarien, beitrag eines neuen mitgliedes, persönliche residenzpflichi Dat. Const 1417, 2. kal. martii, ind. 10. —
Or. Zürich, Stadtarch. (nr. 338). — v. Wyß, Geschichte der abtei Zürich beil. 424. 422. ^89
— febr. 28, Konstanz. Auf dem zu Konst, am 28. februar und ff. tage abgehaltenen provinzialkapitel der
schwarzen mOnche [Benediktiner] nehmen aus der diOzese Konst, teil persönlich die übte von St. Georgen, Muri,
Kempten, St Blasien, Einsiedeln, Alpirsbach, Zwiefalten, St Peter, Rheinau, Isnj, Stein a. Rh., St Trudpert, Rei¬
chenau, Wagenhausen, Bregenz, Schaff hausen, Petershansen, Ocbsenhausen, Wiblii gen. St Gallen, St Johann im
Turtal; durch prokuratoren sind vertreten: Trub, Luzern, Fischingen, Blaubeuren, Engelberg, Weingarten. Die be¬
schlösse, des kapitels sind aufgetührt. Das nächste kapitel ist zu Mainz. Acta sunt hec Const (1417 febr. 28).
— Or. Stuttgart, Staatsarch. (Ellwangen). 8640
— mftrz 10, Luzern. Luzern gibt seinem boten für den mit kOnig Sigmund nach Konstanz berufenen tage u. a.
die Weisung, daß es bereit sei, gegen den biscbof von Konstanz vor dem kOnige recht zu stehen. 1417, fer. 4. ante
Oculi. — Luzern, Staatsarch. (Ratsbuch 3, 22^). — ausz. Eidgen.Abschiede 1‘, 176 nr. 379. 8541
— märz 14, Konstanz. Schreibt an den klerus und hauptsächlich an die leutpriester von St Laurentius und
St Magnus bei St. Gallen. Die stadt St. Gallen hat vorgetragen, daß sie Öfters wegen exkommunizierter personen,
welche sich in der stadt auf halten, das Interdikt beobachten müsse: er erteilt ihnen die erlaubnis, nach entfemung
der exkommunizierten aus der stadt den goitesdienst regelrecht halten zu dürfen, selbst in dem falle, daß die wider¬
setzlichen ins geföngnis gebracht werden müßten. Dat Const 1417, 2. id. marcii, ind. 10. — U-B. St Gallen 5,
108 nr. 2690. — vgl. 1414 dez. 15. 8642
— märz 24. Maximinus, herr in Rappolstein, erscheint vor dem notar Johann Institor von Rappoltsweiler und
ernennt unter gutheißung alles dessen, was Heinrich gen. Bell, procurator an der rOm.kurie, vor dem auditor Jakob
de Camplo elect. Pennen, unternommen hat, als prokuratoren den mag. Heinrich Knut (Knwt), den Bruno Bojghel und
Wilhelm von Berka, prokuratoren an der rOm. kurie, in seinem prozesse wegen des patronats und präsentations¬
rechtes der kirche zu Breisach, den er gegen weil. Wilhelm von Montfort alias Gabler vor gen. auditor geführt hat
Act [1417, ind. 10., ap. sede vacante tempore generalis concilii Const die 24. mens, marcii]. — Or. Karlsruhe
( 21 / 52 ). Rückseits: Camplo. Constan. in Brisaco pi’ocuratorium dotnini Maximini. H. Knwt.; dmai vener. se^
cunda. aprü. per H. Knwt. proc. 8643
— mfirz 29, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Otto gestattet dem Schultheiß
und der gemeinde Rapperswil, daß sie an allen sonn- und festtagen in der pfarrkirche eine der 2 messen, welche
seither durch weltpriester um die terzzeit gelesen wurden, auf tagesanfang als frühmesse mit Zustimmung der gen.
benefiziaten verlegen dürften. Dat Const. 1417, 4. kal. apr., ind. 10. — Or. Rapperswil, Stadtarch. (C. 2K 2. 2).
8644
— april 14, Konstanz. Verkauft auf wiederkauf mit oinwillignng des domdekans und domkapitels dem edlen
Rudolf, freiherren von Aarburg, um 1000 goldgulden rhein. die quart zu Sursee im Aargau; erfolgt der rückkauf
vor Johanni, so gehören die einkünfte des Jahres dem hochstift, sonst dem jeweiligen besitzer. Geben ze Cost. an
mitwochen in der Osterwochen 1417. — Eingerückt in den revers des Rudolf von Aarburg von gleichem datum:
Or. Karlsruhe (5 Sursee). — Kopb. AA, 188 Erzbisch. Arch. Freiburg i. B. 8646
— april 19, Konstanz. Der generalvikar in spir. des biscbofs Otto bestätigt nutteist transfix die Stiftung und bewid-
mung der frühmesse auf den Muttergottesaltar der St Kilianskirche zu Dürnau d. d. 1417 märz 7 durch die pfarran-
gehörigen daselbst mit Zustimmung des propstes Bcrthold von Adelberg als patrons der kirche und der fabrikpfieger
zu Dürnau, nämlich Heinrich Keiser und Heinrich Zart Dat. Const 1417, 19. mens, apr., ind. 10. — Or. Stutt¬
gart, Staatsarch. (Kl. Adelberg); statt auf dem bug der bestätigungsurkunde steht auf dem der stiftungsurkunde neben
dem Siegelbande Mich, nomine Frid.; rückseits: Jo. Schur. 8646
27 *
212 Otto in. Yon Hachberg, Bischof yon Konstanz. 1417.
1417 april 21^ Konstanz. Der generalyikar in spir. des erw&hlten nnd bestätigten Otto teilt dem dekan, kämmerer
nnd den kapitnlaren des dekanats Biberach mit, daß er auf ansnchen des bdrgermeisters nnd rates der stadt B.
den Johann Schamstetter, kaplan des noch nicht dotierten and bestätigten Nikolaasaltars in der Pfarrkirche za B.,
wegen nichteinhaltang der residenzpflicht aof jan. 31 vorgeladen and ihn nach dem verhör zar einhaltang der re-
sidenz verpflichtet hat. Dat Consi 1417, 11. kal. maii, ind. 10. —Or. Biberach, Kirchenpflege; röckseits mit pa*
pier überdecktes Siegel; oben: Jb. St.; in der anderen ecke: Jo. Schür. 8M7
— april 28^ Konstanz. König Sigmand bittet den bischof bezw. dessen generalvikar in spir., daß er die verleihong
der kirche za Ergenzingen (Argäntz-) an den priester Ulrich Gerlach von Eßlingen bestätige, welche verleihong
ritter Barkhard von Mansberg von herzog Friedrich von Österreich aasgewirkt habe. Geben za Cost des nechsten
mittwochens nach 8 .G 60 igentag etc. —reg. Altmann, Begg. Sigmonds nr. 2227.—Beichsreg. Sigismunds F foL 24,
Wien. 8M8
— mal ly Konstanz* Entlehnt von der meisterin and dem konvent des fraaenklosters Münsterlingen zar pfand¬
löse von gütem and zinsen za Markdorf 1860 rhein golden and 10 sch. Konst pfg. Für diese samme verkaoft er
dem kloster aaf wiederkauf eine jährliche aaf Andreastag (nov. 30) fällige rento von 93 rhein. golden, die ans der
Steuer von Markdorf, die jährlich 300 pfd. heller beträgt, za beziehen ist Die bischöflichen amüeate za M.
müssen schwören, jeweils an erster stelle die auszahlong za bewirken. Als bürgen werden gestellt: der dompropst Hein¬
rich von Bandeck, der domherr Hans Ulrich Truchseß von Diessenhofen, Fiick von Paygem, Ulrich Pflster, Hans Am¬
man gen. Gateman von Markdorf, die bürger von Konstanz Heinrich von Tettikoven, Albrecht Blarer zum Pflog, Badolf
Buh, Hans Bolhaser, endlich Jos Gabler von Meersbarg. Domdekan and domkapitel stimmen za. Geben ze Cost.
an s. Walpurgen tag ze ingendem mayen 1417. — Or. Karlsruhe (5 Markdorf); eingerückt in den revers der mei¬
sterin und des konvents von Münsterlingen vom gleichen tage. — Kopb. Münsterlingen 1, 37* Stiftsarch. Einsiedeln.
— Kopb. 601, 35* Karlsruhe. — reg. Thurg. Beitr. 21, 91 nr. 261. — vgl. Wetzel, Markdorf 27. — vgl. 1417
mai 8. 8549
— mai if Konstanz. König Sigmand präsentiert dem bischof bezw. dessen generalvikar in spir. für die durch den tod
des Eberhard von Ergenzingen erledigte pfründe am koUegiatstift St Moriz za Ehingen den Konstanzer kleriker
Wilhelm von Hohenberg, da dessen besetzong wegen »enormes ac inexplicabiles excessos, sentencias et alias raciona-
biles caosas« an ihn dovolvierte. Dat. Const 2. die maii etc. — reg. Altmann, Begg. Sigmonds nr. 2339 za mai 1.
— Auftrag an das koUegiatstift ebenda nr. 2240.—Beichsreg. Sigismunds F foL 26, Wien.—vgl. 1417 april 28.
8550
— mai 8* Bürgermeister, ammann, rat und bürger von Markdorf versprechen auf befehl des bischofs Otto dem
kloster Münsterlingen, diesem jährlich an erster stelle die ihm [mai 1] verschriebenen 93 golden rhein. von ihrer
dem hochstift geschuldeten Steuer aoszozahlen. Bischof Otto and das domkapitel siegeln zam Zeichen ihrer za-
stimmung. Geben an dem nächsten samstag nach des hL crütztag ze maygen 1417. — Or. Karlsrahe (6 MärkdorQ.
— Gleichzeitige abschr. Karlsruhe. — Kopb. Münsterlingen 1, 41^ Stiftearch. Einsiedeln.—reg. Thurg. Beitr. 21,
91 nr. 262. 8551
— mai 12* Vor Konrad abt von Lützel, pater abbas and Visitator des klosters Salem, und Johann abt von Mori-
mond, Johann abt von Oarscamp, Angelas abt von Bean and Johann Schürpfer dekan und vikar der Konstanzer
kirche, erscheint im kapitelsaal vor versammeltem konvent zu Salem abt Jodocas von Salem and erklärt seinen
rücktritt aus altersgründen und da der konvent mit ihm nicht zufrieden sei, während der konvent erklärt, sie könnten
dem abt nar gutes nachsagen. Nach beratang mit den anderen äbten nimmt der abt von Lützel mit rücksicht aaf
sein alter den rücktritt an and bestimmt die pension and die näheren bedingungen, unter denen Jodok im kloster
auch fernerhin weilen sollte (die bedingangen sind koltorhistorisch sehr lehrreich). Der konvent von Salem bestand
damals aas Johann Cün prior, Heinrich Lapi sabprior, Johann Schlegel keUerer, Petras Oxer bäcker und 46 an¬
dern brüdem und konventaalen. Aci 1417, ind. 10, die 12. mens. maii. — Or. Karlsruhe (4/50). Notariatsinstm-
ment des Johann Büß, klerikers Konsi diözese. 8552
— mai 21* Heinz Zättel von Eriskirch beurkundet, daß er za der feste Baamgarten (Bongarten), welche z. zt.
Bagger Hantzer [Harzer?] als pfand innehat, als leibeigener gehört and daß er sich dem bistam unter strafe Ton
400 fl. nicht entfremden woUe. Geben an frytag nach der affart ansers herrn 1417. — Or. Karisrahe (6 Eris¬
kirch). 855S
— mai 27* Konrad, weihbischof des b. Otto, weiht einen altar 'n der pfarrkirche Scheer und verleiht 40 tage ablafl.
(1417 donnerstag nach Ohristi himmelfahrt).— reg. Württemb. Pflegerber. Stuttgart nach or. Stadtpfarrei Scheer.
8554
— mal 28y Konstanz* Bestätigt mittelst transflz die Schenkung des zehnten za Bheinweiler für propst und kirche za
Bürgeln durch Johann von Flachslanden, edelknechi Jedoch sollen dio rechte der St. Nikolauskapelle zu Bhein-
Otto ni. von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1417. 213
w«il«r [za d«r der gen. ^zehnte gebOrte] nicht dadnrch beeinträchtigt werden. — In Wirklichkeit verkaolle der gen.
Johann Ton Flachslaiiden den zehnten zu Bheinweiler, welcher der St Kikolaoskapelle gehört, samt 3Va sanmwein
an Kourad Rot, propst za Börgeln, am 186 il. Rh. (Qaittong darüber 1417 mai 20). Dat et act Consi 1417,
5. kal. ionii, ind. 10. — Or. Karlsrahe (St Blasien). Die erwähnte arkonde des schenkers ist nicht erhalten. —
Eoph. 1187, 163 Karlsrahe. 8555
1417 mai 28^ Konstanz. Urkandet: Ulrich Blarrer, abt za Wagenhaasen, tragt vor, daß sowohl seinetwegen — er
besitze schwaches aagenlicht — als aach wegen der schalden, welche infolge kriegs and mißwachses entstanden,
die einkönfte des klosters so geschwächt seien, daß die Ordensdisziplin nicht mehr aafrecht erhalten werden könne.
Auf ansachen vereinigt deswegen der bischof die abtei mit dem Allerheiligenkloster za Schaffbaasen and bestimmt
daß aas dem konvent des klosters ein propst für Wagenhaasen bestimmt werden soll. Dat Const 1417, 5. kal.
ionii, ind. 10. — Or. Schaffhaosen, Staatsarch. — reg. Urkondenregister des kantons Schaffhaosen nr. 1615. —
Tgl. Roeger, Chron. Schaff haosen 1, 293; FreibDiözesanarch. 16, 271. 8556
— mai 28^ Konstanz. Der erwählte bischof Otto and der Johannitermeister Hogo ton Montfort einigen sich in
ihrem streite betr. zahloOg der ersten früchte ton den Johanniterkirchen aof Johann ton Ostia, kardinalbischof ton
Ostia. — eingerückt in 1417 aag. 26 nr. 8567. 8557
— Jnnl 14, Yerkaaft mit einwilligong des domdekans and domkapitels aaf wiederkaof der edelfraa Margarete
geb. ton Rosenegg, gemahlin des freiherm Rudolf ton Aarbarg, am 800 goldgolden rhein. die qoart za Sar im
Aargaa; erfolgt die tilgong der schuld tor Johanni, so gehören die einkünfte des ganzen jahres dem hochstift, sonst
dem jeweiligen besitzer der qoart. Geben an mentag tor s. Vytztag 1417.—Or. Beromünster, Stiftsarch. (fasz. 38).
— Kopb. AA, 83 Erzbischof. Arch. Freibarg i. B. — Eingerückt in den reters tom gleichen datam. Ihr gemahl
und ihr tetter, Johann ton Rosenegg, siegeln (an mentag tor s. Vitz tag 1417): Or. Karlsruhe (5 Salz). — reg.
Kopb. 503, 274 ebenda. — reg. Argotia 29 (l90l) 127. 8558
— Jani 24^ Konstanz. König Sigmund stellt dem herzog Friedrich ton Österreich, der nach Konstanz an den
königL hof za kommen torhat, samt seiner begleitong einen geleitsbrief aas. Geben za Cosi 1417, an s. Johans
baptiste tag. — Or. Nürnberg, Germ. Museam. 8559
— Jnnl 28. Bekundet, daß Adelheid ton Sissach, witwe des Eberhard Schwager, and ihr sohn Eberhard Schwager aaf den
pfandbesitz der qoart za Büßlingen, die sie ton Adelheids brader, weiL Thüring ton Sissach, am 450 Rh. fl. überkamen,
teruchtet haben. Dafür wird ihnen die qoart za leibgeding eingeiAumt; erst nach dem tode beider soll sie an das hoch-
sUft zarückfallen. Doch bleibt diesem torbehalten, sie bei lebzeiten Adelheids and Eberhards am 450 rhein. golden
wieder an sich za bringen; erfolgt der rückkauf tor Johanni, so bleiben die einkünfte des jahres den besitzem, sonst
aber gehören sie dem hochstift. Domdekan and domkapitel stimmen zu. Geben an s. Peter und s. Paals abend der zwaiger
hl zwelfhotten 1417. — Einger. in den andatierten reters [datam nicht aasgefüllt] der Adelheid ton Sissach and
ihres Sohnes Eberhard Schwager, bürgers ton Schaffhaasen, den des letzteren tormand, Rüdiger im Tarn d. ä.,
mitbesiegelte: Kopb. 500, 301*^ Karlsruhe. 8560
— Juli 2. Johann ton Tengen, horr za Eglisaa, schreibt an Zürich: die stadt möge ihm recht schaffen in seinem
streite mit bürgermeister Majsen wegen der qoart des zehnten za Bülach (Bol lach), der dem kirchherrn gehört, er
wolle die sache gern tor den bischof bringen, ton dem die qoart herrühri Desgleichen wegen der qoart za Ober-
haslen (Oberhasla). Geben an fritag nach Petri and Paoli app. 1417. — Or. Papier Zürich, Staatsarch. (A 115. l).
8561
— Juli 9^ Konstanz. Die synode zu Konstanz an die bischöfe ton Merseborg und Char sowie an den abt ton
Isny: Radolf Tettikoter d. jüngere gen. Zapf, kirchherr ton Güttingen, hat torgetragen, daß er mit Radolf Tetti-
koter dem älteren, kustos der Konst, kirche, wegen gen. kirche am apost. stähle prozeß führte. In 3 arteilen wurde
Rudolf dem älteren die gen. kirche abgesprochen, außerdem wurde er in die kosten terarteilt und zur Zahlung der
za unrecht genossenen früchte. Da Radolf der j. fürchtet, er könnte später wegen dieses prozesses belästigt werden,
bittet er am schütz. Die synode beauftragt die exekatoren mit der aosführong. Dat Consi 5. id. iolii, a. 1417 (?).
— Or. Earlsrahe (12/33) abgelöst ton einer decke. 8562
— (alias 1416) Juli 10. Rudolf Spitzli, dr. decr.* und Konstanzer domherr, stirbt und wird begraben in plenitadine
des domes za Konst. — MG. NecroL 1,290. 8566
— um Juli 14. Spricht der stadt Basel anläßlich des brandes sein beileid aas. — erw. Basler Chroniken 4,155
(Ratsbücher heil YI). 8564
— Juli 17^ Koustauz. Bestätigt, daß Ulrich Walter schaltheiß and andere gen. Vertreter der stadt Luzern d. d.
1417 juli 11 dem spital daselbst das patronatsrecht der kirche in Willisaa samt der Kehrpfennigs hob, mit welcher
gen. kirche bewidmet war, und allem Zubehör schenken. Die einkünfte des spitals, die für den unterhalt des ka-
plans und für die Versorgung der kranken and nach Rom über den Gotthardt reisenden kaum aasreichten, sollten
214 Otto III. Yon Hachbei^, Bischof von Konstanz. 1417
damit aafgebessert werden. Dat. Const 1417, 16. kaL ang., ind. 10. — Or. Luzern, Stadtarch. — GFraOrte. 7,
89; 30, 303. 8565
1417 ang. 17^ Konstanz« Schreibt an dekan, kammerer und mitbräder des dekanats Wil: abt nnd konvent von
flschingen haben vorgetragen, daß Rudolf Tettikovor, tbesaarar der Konst, kirche nnd archidiakon des archi-
diakonats Thnrgan, gegen den kirchherm bezw. lentpriester der Pfarrkirche Fischingen, welche dem kloster daselbst
inkorporiert ist, wegen nichtbezahlnng bischöflicher gercchtsame, bannales genannt, mit geistlichen strafen vorge-
gangen ist, obwohl das kloster den gen. thesanrar benachrichtigte, daß es zur zahlong der bannales von der gen.
kirche anf grnnd der Zugehörigkeit zu seinem archidiakonat nicht verpflichtet sei, wie sie durch eine urkunde des
bischo& Heinrich [HI.] beweisen. Der ansstellor kassiert deswegen die prozesse. Dat. et act Const 1417, 16. kal.
sept., ind. 10. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Fischingen 182). 8566
— ang« 26^ Konstanz. Vor dem kardinalbischof Johann von Ostia, Vizekanzler, erscheinen Johann Schflrpfer domherr,
dekan und generalvikar in spir. des erwählten bestätigten bischofs Otto, Johann Keller, offlzial nnd domherr, als Ver¬
treter des bischofs und des domkapitels einerseits nnd Galterus Grassi, decretorum doctor und prior zu Rodas, und frater
Johann de Mayronis, präceptor Yapincen. (Gap) prokarator des Johanniterordens an der kurie, als Vertreter des Johan¬
nitermeisters Philibert de Nailhaco zu Rodus, sowie Petras de Kinger, domherr zu Brixen, und fr. Heinrich Stetler, prä-
zeptor des Johanniterhauses zu Frankfurt, im namen Hagos von Montfort, Johannitermeisters in Deutschland, ander¬
seits und weisen die Vollmachten des elekten Otto vom 28. mai 1417 (Dat. Const. 1417 mal 28; zeugen Johann
Schflrpfer dekan, Heinrich von Randegg propst, Eberhard Last kantor, Rudolf Tettikover kustos) und ebenso die¬
jenige des Hugo von Montfort vom gleichen datum vor, wonach beide parteien sich in ihren Streitigkeiten auf den
kardinalbischof Johann von Ostia als Schiedsrichter einigten, dessen Urteilsspruch sie sich unter einer strafe von
5000 goldgulden unterwerfen wollen. Der streit drehte sich um die bezahlung der ersten frflchte (annaten) und der
zehntquarten von denjenigen pfarrkirchen, welche dem Johanniterorden inkorporiert waren oder deren patronatgen.
Orden besaß, um die erbschaft der Margareta Beblerin und um die unbill, die dem Jobannitermeister durch den kai-
serl. notar Eourad Spengler aus anlaß der beim apost. stähle anhängigen prozesse zugefflgt wurden, und schließlich
um die bezahlung des subsiduum caritativum, das bischof Otto von dem klerus seiner diözese gefordert hatte. Der
kardinalbischof entscheidet: 1. der deutsche Johannitermeister und die komture der Johanuiterhäuser in der Eon¬
stanzer diözese sollen von allen mit seelsorge verbundenen pfarrkirchen der diözese, welche seit 38 jahren (seit dem
Schisma) dem Orden inkorporiert wurden oder von denen sie das patronatsrecht besitzen, so oft eine vakatur eintritt,
dem bischof von Konst, die ersten frflchte oder die annaten bezahlen; ausgenommen sind diejenigen pfarrkirchen,
welche die volle zehntquart an den bischof entrichten. 2. Von allen flbrigen pfarrkirchen jedoch, welche dem orden
vor 38 jahren inkorporiert wurden, sollen sie die ersten frflchte nicht bezahlen; war dagegen der bischof seither
im ruhigen besitz der zehntquarten, so soll es auch fflrderhin so sein. 3. Wenn in Zukunft pfarreien ihres patronats
den ordenshäusem inkorporiert werden, so sollen diese pfarrkirchen alle abgaben an den bischof leisten, wie es vor
der Inkorporation rechtens war. 4. Die Johanniterpriester, welche anf pfarrkirchen des gen. Ordens investiert sind,
sollen in der aasflbung der seelsorge ungestört bleiben; sie sollen jedoch zu der bischöfl. synodeund bei denkapitels-
konferenzen erscheinen, sie haben die synodalstatuten einzuhalten und sind dem bischof gehorsam schuldig und ge¬
nießen dafür auch alle freiheiten wie die flbrigen priester der kapitel. 5. Der bischof von Konstanz oder dessen Ver¬
treter sollen die von den ordonsobera präsentierten priester, falls sie fähig und wflrdig sind, in ihr amt einwoisen,
ohne weitere abgaben zu verlangen. 6. Die bewegliche habe in gold, Silber usw. der Margareta Bebler, einst ^
profeßschwester Johanniterordens, soll dem elekten von Konst gehören als entgeld der ersten frflchte, die der Jo¬
hanniterorden ihm oder seinen verfahren schuldig gewesen wäre. 7. Die unbewegliche habe dagegen solle
laut Privileg des Johanniterordens auch diesem orden gehören. 8. Aller streit soll beendigt sein unter androhung
obgenannter strafe. Acta fherunt hec Const. in domo habitationis nostre et in camera nostra propria ipsins domus
1417, ind. 10., die 26. mens, augusti apost sede vacante, sacro generali concilio ibidem existente. — Or. Karlsruhe
(2/76) eingerflekt in ein notariatsinstrument des Eonrad Lingg von Schaff hausen, kleriker Konst diözese, wohnhaft
zu Basel d. d. 1420 febr. 26. — Kopb. F, 55 Freibarg, Erzb. Arch. — Kopb. 302 Karlsruhe. — Zur Sache vgl
ZGORh. NF. 25 (19I0) 164. — vgl 1420 nov. 15. 8567
— sept. 11. Angelas de Balionibus de Perusio (Perugia), decr* dr., auditor camero sedis apost, stirbt und wird vor
dem Kreuzaltar im dorne zu Konst begraben. — MG. Necrol. 1,292. 85^
— okt« 3« Theoderich Fabri, literarum apost. abbreviator, Konst domherr, stirbt— MG. Necrol 1,293. 85€9
— okt« 9) Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt die Stiftung einer pfarrkirche zu Umäsch
durch abt Heinrich und die gotteshausleute zu Urnäsch. Die neue kirche soll in abhängigkeit von Herisau stehen
und der lentpriester an den kirebherrn von Herisau deswegen auf Martini 10 schill heller Konst mflnze ent-
— richten. Dat Const 1417, 7. id. oct, ind. 10. — U-B. St Gallen 5, 119 nr. 2704.^—1417 okt 5 hatte der abt an
den bischof das bestätigungsgesneh gerichtet und darin ausgefflhrt daß die gotteshausleute von Urnäsch nach He-
Otto III. Von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1417. 215
risan im winter za weite und schwierige wege haben, daß mancher ohne sakramentenempfang sterben müßte, daß im
Winter weder mit roß noch rindern die leichen nach Herisau geschafft werden kennten, man vielmehr 20 mann dazu
bedürfe, welche für arme leute schwer anfzubringen seien. Sie wollten deswegen eine besondere pfarrkirche ,mit
kilchonff, mit wendelstain, mit toffstain und mit andren dingen, so zu ainer pfarrkilchen gehOrent* (ebenda 5,116).
8570
1417 okt. 18) Konstanz. Die synode von Konstanz beauftragt den bischof von Concordia, den propst des domstifts
und den dekan von St. Peter zu Basel mit der ausführung einer schlußsentenz, die von 3 auditoren in betreff der
kirche zu Lörrach geffillt worden war. Kach dem tode des Johannes Rechtenberg, ständigen vikars zu Lörrach,
hatte der prior Ulrich von St Alban zu Basel den Hartmann Liechstal als vikar eingesetzt, während Nikolaus Hem¬
merlin gen. ,Niemasfrunt*, kirchherr zu Emmingen, seine anspröcho darauf geltend machte. Der prozeß dauerte
längere zeit, Nikolaus wird abgewiesen und in die prozeßkosten verurteilt: sie betragen vor dem ersten auditor 45,
vor dem zweiten 31 und vor dem dritten 16 kammergoldgolden. Dat Const. 15. kal. nov. 1417, apost sede vacante.
— Or. Basel, Staatsarch. (St Alban 291); unter dem bug: taxe 50, oben links: Idem; rechts: Ä*® gratis. Meyn-
hardus. Ruckseits oben: H. Wilkllll; mitten: Mundetur. Cor. (In der urkunde ist viel korrigiert). — Die ans-
führong der bulle erfolgte am 23. dez. 1417 durch Petrus Liebinger, propst des Basler domstifts, unter mitteilnng
an den bischof von Konstanz, die generalvikare, die dekane von Krozingen (Trossingen) und Mülheim und an Ni¬
kolaus Hemmerli (ebenda St Alb. 292, vgl. ebenda die prozeßnrknnden 8t Alb. 286.288.289 und EK 43). 8571
— Okt 19. Der generalvikar in spir. des bbchofs Otto beurkundet auf grond einer urkunde des kardinalpriesters
Jordan b. von Albano d. d. Konstanz 1417 juli 1 (Dat Const kal. iulii 1417, apostolica sede pastore vacante),
. welche Philibert von Nailhaco, St Johanniterordensmeister, ihm vorgewiesen hat daß Heinrich Boes, Johanniter zu
Neuenburg, keinen kirchlichen strafen verfallen sei, obwohl er einen pfarrgenossen von Neuenburg, der bei den Jo-
. hannitem begraben werden wollte, ohne erlaubnis des leutpriesters heicht gehört und ihm die Sakramente gespendet
hat da ihm dies infolge eines Privilegs von papst Honorius IlL gestattet war. Dat. Const 1417, 14. kal. nov.,
ind. 10. — Koph. 670, 40^ Karlsruhe. 8572
— okt 23. Der generalvikar urkundet in Sachen des vikars zu Höngg. — vgl. 1411 mai 19 und 1423 sept. 26.
8573
— okt 29) Konstanz. Die synode von Konstanz befiehlt dem bischof von Konstanz die einkünfte der pfarrei Herdern
mit beschlag zu belegen, bis der zwischen Franz Lüpp und Heinrich Melawer ausgebrochene streit um gen. pfarrei ge¬
schlichtet sei. Franz Lüpp hatte vorgetragen, daß er nach dem tode des Johann Unkilch von Ihringen von Burkhard
Lüpp edelknecht als patron dem generalvikar vou Konstanz präsentiert wurde; die kirche machte ihm Heinrich Me¬
lawer, Priester Chnrer bistnms, streitig. Balthasar, damals papst Johann XXIII., übergab die angelegenheit dem
Friedrich Deys, auditor caosarum, der die ansprüche des Franz Lüpp als zu recht bestehend anerkannte; dagegen
appellierte der gen. Heinrich. Dat Const 4. kal. nov., 1417, apost. sede vacante. — Or. Karlsruhe (21/225).
Unter dem hug links: Oct taxe 8. E. Lupi. Jo. Sgmonis. Auf dem bug rechts: Goswinus. Rückseits links: A.
P.; mitte: Blasius; rechts: H. B. Spuren eines größeren ovalen Siegels von rotem wachs, daneben: Ita ego Fride-
rieus auditorpronuneiavi ; unten: Mundelur, dann Cor. — vgl. 1411 sept 17 und 1417 nov. 13. 8574
— nOT. 3. Leiht dem Hugo, sohn weil. Hugo Bilgris, den zehnten an der Staig und den zu Schlatt mit Zubehör,
die der belehnte von Hans Hugs um 32 pfd. Konst, pfg. gekauft hat Gehen 1417, an mitwüch nach allerhayligen
tag 1417. — Or. Bischofszeli, Stadtarch. 8575
— nOT. 7. Gewährt den Schwestern der einsiedelei Hüntohel zum läuten des englischen grußes in ihrer kapelle
' morgens und abends 40 tage bezw. ein jabr ablaß. Dat 1417, 7. id. nov., ind. 10. — U-B. St fallen 5, 120
nr. 2707. 8576
— nOT« 13) KoilstaBZ. Befiehlt als exekutor der bulle der synode von Konstanz d.d. 1417 okt 29 (nr. 8574) dem*
Andreas ^lati, priester in Freiborg, die einkünfte der pfarrei Herden mit beschlag zu belegen und einzuziehen, bis der
zwischen Franz Lüpp und Heinrich Melawer ausgebrochene streit um die gen. kirche geschlichtet sei. Dat et act Const
1417, id. nov., ind. 10. — Or. Karlsruhe (21/237).— 1419 mai 31. Martin Y. an den bischof von Marsi (Marsican.),
den aht von Stein und den kostos von St Felix und Regula in Zürich: er bestätigt auf bitten des Franz Lüpp, die
für ihn und gegen Heinrich Melawer von den auditoren ausgesprochenen Sentenzen. Die vor dem auditor Fridericus
entstandenen kosten betragen 40, die vor Geminianns 40 und vor Thomas, elekt von Yenümiglia, 28 flor. de Ca¬
mera, zu deren Zahlung der contumax verurteilt wurde. Dat Florentie 2. kal. ionii, a. 2. Or. Karlsruhe (21/225) ;
unter dem bug links: Ma. Taxe 50. B. de Pistorio. G. Coilini; auf dem bug: T, Batensoen. Rückseits: pro do^
mino Tho. P. de Magio, Mitten: Jo. S -/ rechts: H. Nixt(?) Ita pronuneiavi ego Hennannus cZeefus... anderes
unleserlich. — 1419 juni 30. Martin Y. an dieselben. Er beauftragt dieselben mit der ausführung der von den
auditoren in dreimaliger entscheidung zu gunsten des Franz Lüpp gefällten Sentenzen. Franz Lüpp fürchtete, es
21(> Otto III. Yon Hachberg, Bischof von Konstanz. 1417.
möchten noch andere anspröche anf die kirche erheben. Dat. Florentie 2 . kal. ialii, a. 2 . Or. Earlsmhe (21/225).
Unter dem bng; tare 12 9 ; anf dem bng: graiis. T, Baienscen, Bückseits B darin f und daran francUcm de
ageüo. Beim bng: A. TVgt. St, Garnerii, — 1419 nach jnni 30. Salyatns biscbof Ton Marsi (ep. Marsicanos) als
execator der bullen Martins Y. d. d. 1419 mai 31 ( 2 . kal. ionii, a. 2 ) und joni 30 ( 2 . kal. iulii, a. 2 ) schreibt an
könig Sigmund, den erzb. von Mainz, die biscböfe ?on Konstanz, Basel, Speier, Worms und viele andere gen. Per¬
sonen und orte wegen des zwischen Franz Lupp und Heinrich Melauer um die pfarrkirche . zu Herden ansgebrochenen
Streites. Dem Heinrich Melauer wird dorch endurteil der anspruch an die pfarrkirche aberkannt; er hat dem Franz
Lupp 128 kammergoldgolden zu restituieren und 22 goldgulden für bestreitung der kosten der ezekutionsbriefe
(pro expeditione expensarnm dictarum litterarum executoriamm et presentis nostri processus factarum). Dieses urteil
ist unter androhung von strafen zu verkünden. Dat et act 1419, ind. 12 . die... (Loch). Notariatsinstrument des Eonrad
Schnetzer; Karlsruhe (2f/225), urkunde teilweise zerfressen. — 1419 aug.28 appelliert Johann Wetzel alias Zoller
einwohner von Freiburg gegen die ausführung der schlnßsentenz gegen ihn, da er laie sei und von den fruchten der
pfarrei Herdern, wie Franz Lüpp behauptete, nichts erhalten hatte. Zeugen: Johann Pfül, kirchherr der pfarrkirche
Freiburg, Johann Zovinger und Konrad Bienger, kapläne daselbst o. a. — Eine andere urkunde in gleicher an-
gelegenheit d.d. 1419 sept 1 ebenda. Daher gehören auch die urkunden von 1422 april 26 und juli 6 , die zeigen,
daß damals der prozeß noch nicht vollendet war (vgl. 1429 okt. 2 l). — 1419 mai 12 . Verhandlung vor auditor
Thomas de Amelia: appellation des Heinrich Melauer gegen Franz Lupp, kirchherm zu Herdern; verwerfnng der¬
selben. — 1419 mai 15 taxation der kosten anf 28 kammergoldgulden. Or. Karlsruhe (5 Herdern). 8577
1417 HOT« 25* Johann Truchseß zu Waldburg, landvogt von Schwaben, entscheidet in einem streite des bischofs
Otto, vertreten durch den bischöfl. vogt Mangolt von Konst und Jos Huntpiß von Bavenburg, einer-, mit Konrad
von Heidelberg und dessen bruder Albrecht anderseits wegen der lehenschaft des schlosses Schönenberg dahin, daß
zuerst eine kundschaft darüber aufgenommen werden solle. Geben an s. Katherinen tag der hl. junkfrowen 1417.
— Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Meersburg). 8678
— HOT. 29, Konstanz. Beurkundet den inhalt der nachgenannten eingerückten urkunde einzuhalten. Das domkapitel
stimmt zu: 1417 nov. 2 6 Konstanz. König Sigmund erlaubt dem bischof Otto, die an den ritter Heinrich von Boggwil
um 4000 rhein. gülden versetzte feste Castel einzulösen und ebenso wie die feste Gottlieben am Bhein zu besetzen;
nach dem tode des königs sollen beide festen in den besitz des hochstifts übergehen. Geben zuCost 1417, des neh-
sten fritags nach s. Katherinen tag etc. (Altmann, Begg. Sigmunds nr. 2704.) Geben zu Cosi 1417, des nehsten
mantags vor s. Andrestag des hl zwölf^tten. — Or. Karlsruhe (5 Castel). — reg. Kopb. 316, 807 Earlsnihe.
8579
— dez. 5, Konstanz. Papst Martin V. an den scholaster von St. Felix und Begula in Zürich: »£a qne de bonisc-
buUe für das Allerheiligenkloster zu Schaff hausen. Dat. Const non. dec., a. 1. >Ad audientiamc. — Or. Schaff¬
hansen, Staatsarch,; unter dem bng: de. taxe 2 . E.Lupi; anf dem bng: Jo.Leonia darüber M.b. Bückseits oben:
Jo, Symonis; mitte: Blasius; links: pro d. pand. B,; rechts: J* H, B,; mitte:^ro mon. omnium sanctorum
Seauffusen, Conquestum ad scolastieum nieste felieis et regvde Thurieen. B, — reg. Urkundenregister des kantons
Schaffhansen nr. 1624. 8580
— dez. 9, Konstanz. Papst Martin V. an den abt von Kempten. »Ea qne de bonis<-bulle für das kloster Krenz-
lingen. Dat. Const. 5 . id. dec., a. 1. — Inseriert von Johann bischof von Chur: Dat et act in civitate'Const, nbi
pro tune personaliter in generali concilio constituti füimns 1418, 13. die mens, ian., ind. 11 . — Or. Frauenfeld,
Kantonsarch. (Ereuzlingen). — Begg. Krenzlingen 288. 289. 8581
— dez. 9, Konstanz. Papst Martin Y. bestätigt dem Cisterzienserorden alle Privilegien. Dat Const 5. id. dec.,
a. 1 . »Ad Jlerpetnam rei memoriam. Et si qnibuslibet«. — Or. Aarau, Staatsarch. (Wett 907); unter dem bng
links: fe, taxe 30. B. de Fincto. Jo. (hxuseti; auf dem bng rechts: dupplicaiapro L. Tha,.,, Bassianm, Bück¬
seits links beim bng: Jo, Basure, F, de Bossis; bei den schnüren: Jo. Bas. . re. 8582
— dez. 15, Konstanz. Papst Martin Y. an den abt von Petershausen.' »Ea qne de bonis«-bulle für abt nnd kon-
vent von St Blasien. Dat Const 18. kal iannaril a. 1 . — Or. Karlsruhe (St Blasien); anf dem bng rechts: Ädol-
phus darüber M.b. Bückseits oben links: pro d. pond. B; mitte: H, Bekeman; rechts: H, B. 8583
— dez. 17, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto tnt allen geistlichen der diözese knnd, daß jeder
tangliche weltpriester die pfarrkirchen zu Niederweningen (Winnigen), Biberist (Bibersch) und Messen, welche zur
zeit der kirchherren entbehren, bis 1418 febr. 2 versehen könne. Dat Const. 1417, 16. kal iannarii, ind. 10 .
— Or. Solothnm, Staatsarch. (St Ursus); unten: Mich, mmine Frid, Bückseits aufgedrücktes sieget Oben: Jo.
Schür. 8584
— dez. 18, Konstanz. Lndoviens Alamandi, docr. dr., knstos von Lyon nnd Stellvertreter des päpstlichen kftm-
merers Franziskus erzb. von Narbonne, benrknndet, daß Gentilis bischof von Nicastro in seinem anftrag, den er
Otto III. Ton Hacliborg, Bischof von Konstanz. 1417. 217
wiedentm mfindlich vou papst Martin Y. erhalten, in der 8i Stephanskirche so Konstanz dem Kicolaus Kele, Scho¬
laren der Konst didzese, die tonsnr nnd die niederen weihen erteilt hat Dat. Const die sabbati qnatnortompomm,
qna cantatnr in ecclesia doi »Veni et ostende etc.«, qne fnit IS.'mens. dec. 1417, ind. 10 ., pontif. Martini pape V.
a. 1 . — Welti, Urkb. Baden s. 821 nach or. Baden, Stadtarch. 8585
1417 dez* I 89 Konstanz. Papst Martin Y. ad perpetnam rei memoriani. Kdnig Sigmund trog vor, die von Karl dem
Großen gestifteten kanonikate an St Felix und Kegula in Zürich sind so g^it dotiert, daß alle, welche propstei oder
kanonikat und pr&bende innehaben, von deren frflehten standesgem&ß leben könnten; gleichwohl sei der mißbrauch
eingerissen, daß manche nicht residierten und trotzdem, die täglichen distributionen abgesehen, deren fruchte ge¬
nießen. Der papst bestimmt, daß die früchte der abwesenden unter die anwesenden gleicherweise verteilt werden
sollen; ausgenommen ist abwesenheit während zweier monate oder abwesenheit studienhalber. Dat Const 16. kal.
. ianoarii, a. 1 . »Ammonet nos«. — Or. Zürich, Staatsarch. (CI 16): unter dem bug links: Ja, taze 40. B, de Ftn-
cio. Jo, Oraeaeti 9 . Auf dem bug rechts über rasnr: B*" gratie, B. de Monte, üij, Bückseits: B darin f nnd daran
Ft^aneiocue de agelio/ beim bog links: Aneelmus, T, de Horst; rechts: Jo, Bodel; bei den schnüren: Anselmus.
8586
— dez. 20, Konstanz. Papst Martin Y. an übtissin und kapitel des stiftes Buchau. König Sigmund hat vor¬
getragen: das Stift ist für eine äbtissin, 12 chorfrauen, 4 weltliche Chorherren und 2 ständige priester-kapläne ein¬
gerichtet Die Chorherren haben sitz und stimme im kapitel nnd bewahren mit ihnen die Schlüssel zur Sakristei nnd
nnd Schatzkammer. Das stift ist von königen und kaisem mit reichen mittein aosgestattot und von päpsten mit
Privilegien bedacht worden. Durch kriege und anderes haben sich die einkünfte so vermindert, daß die stiftsfranen,
die Chorherren und kapläne kaum davon leben können. Da es ferner vorgekommen, daß die 4 Chorherren- nnd zwei
kaplaneipfründen auf grond päpstl. Provisionen oft leuten verliehen wurden, welche der äbtissin und dem konvent
unbekannt, undankbar oder skandalös waren und im dienste des stiftes nicht erfahren (non instructis, rudibos et
ydiotis), so daß zwischen chorfrauen nnd Chorherren oft Zwistigkeit entstand und kostbarkeiten gestohlen nnd ge¬
raubt worden, bestimmt der aossteller, daß das kloster ohne dessen aosdrückliche Zustimmung künftig niemanden
‘ mehr auf gmnd einer päpstl. bulle als chorherm oder kaplan anznnehmen brauche. Dat. Const 13. kal. ianuarii,
a. 1 . »Ex supeme maiestatis«. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Buchau); unter dem bug links: 60. 9 ; auf dem bug
links: idem; rechts: gratis, Amoldus vj, Bückseits B darin A, daran ?; beim bug: Jo, Basin, Foggias, 8587
— dez. 20, Konstanz. Papst Martin Y. beauftragt den domdekan zu Konst., dem kloster Buchau auf bitten könig
Sigmunds die von Bonifaz IX. nnd Innocenz YII. vorgenommene und von Gregor XII. (vgl. 1406 dez. 19) bestätigte
inkorporation der pfarrkirche Ertingen aufs neue zu bestätigen. Das kloster befürchtete, es könnte infolge der päpst¬
lichen revokationen oder durch die besümmongen allgemeiner konzilien im besitze der pfarrkirche gestört werden.
* Dat Const. 13. kal. ianuarii, a. 1 . »Sacre religionis«.—Or. Stuttgart, Staatsarch. (Buchau); unter dem bog links:
taxe 40 9 : auf dem bug: B^^ gratis, Amoldus iiij, Bückseits B darin A; bei den schnüren: Pro Bald, Baiseop;
links beim bog: Bald, T, de Horst,; dann mitte: Ineorporacio .. ,pro ecclesia in Ertingen commissa(f) d, decano
ecclesie Const,- Conradus Schmid canonicus in Buchow (alles ansradiert). — Ansfnhrnngsnrknnde des Johann
*: Schürpfer, domdekans, d. d. 1418 okt 24 ebenda mit schön erhaltenem Siegel des domdekans. 8588
— dez. 21, Konstanz. Papst Martin Y. an den dekan von St. Peter zu Basel. Auf bitten der priorin nnd des
konvents von Klingental zu Kleinbasel erteilt er demselben eine »Ea que de bonis«-bulle in minori forma. Dat
Const 12. kal. ianuarii, a. 1. »Ad audientiam nostram«. — Or. Basel, Staatsarch. (Cling. 1724). Unter dem bug links :
de. taxe 2 . E, Lupi, Jo, Sgmonis, Auf dem bug links: Idem; rechts: Jo, de Batingen M, darüber b, Bückseits
oben links: p, d, potid, B,; mitten: 9 Jo, Bruninchusen, rechts: Th, B,; beiden siegelschnüren: ...? —
Transsnmpt des Offizials des Konstanzer hofes von 1419 jan. 21 ebenda (Cling. 1733). Bückseits: C, Elge; dann
ex deereto domini officialis Nicol, Schott notarius, /K. 8589
— dez. 27, Konstanz. Papst Martin Y. ad perpetnam rei memoriam. Dekan und kapitel des domes zu Konst
trugen vor: domherr Albrecbt, damals erwählter von Konst., hat in ansehung, daß einzelne laien durch angriffe die
einkünfte des kapitels geschmälert haben, dem domkapitel die pfarrkirche Sipplingen mit 20 m. s. einkünften in-
koiporiert Das kapitel, dessen einkünfte 550 m. s. betragen, hat daraufhin die gen. kirche in besitz genommen.
. Der papst bestätigt die inkorporation auf den bericht des Patriarchen Johann von Konstantinopel, den er mit der
Untersuchung beauftragt hatte. Dai Const 6 . kal. ianuarii, a. 1 ^ »Digna exauditione«. — Or. Karlsruhe (5 Sipp¬
lingen); unter dem bug links: Ja, taxe 30. B, de Vincio, Jo, Grasseti 9 ; auf dem bug links: T, Batensoen;
rechts: pro Justino, A. Fidelis iij, Bückseits B darin A; bei den schnüren....? Bechts beim bug: N, Ihm-
chome? — Kopb. 507, 1 nr. 160 Karlsruhe. 8590
— dez. 28, Buchau. Agnes Yon Tengen, äbtissin zu Buchau, präsentiert dem bischof Otto, bezw. dessen general-
vikar in spir. auf den St Katharinaaltar in der pfarrkirche Saulgau (Sulgen), welcher durch resignation des Geb-
a«gMtai d«r BtoeliSfi von Konilniit. HI. 28
218 Otto III. von Hachberg, Bischof Töii Konstanz. 1418.
hard Ldllin yakant geworden, den diakon Wemher LfiUin. Dat. et act in dicto nostro monasterio 1417, in die sa.
Innocentiam. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bachaa). 8591
1418« Bant neben der alten abtei des kloaters Allerheiligen za Schaffbaasen einen schönen saal, in welchem er
wohnt, als er wegen ansteckender kraukheiteu Yon Konstanz nach Schaffhaasen dbersiedeln maßte. — Baeger,
Chronik von Schaffhaasen 1, 243. 8599
1418^ Konstanz. Die kardinäle Antonias ep. Portaen. Bononien. nominatns, Antonias tit. s. Sasanne presbjter
Aqnilegen. nancapatas, Gabriel tit. s. Clementia presbiter Senen., Angelas tiL ss. Petri et liarcellini presbyter Ve-
ronen., Petras tit s. Stephani in Celioinonte prosbiter de Fazo nominatas eccl. Romane cardinales, verleihen der
Pfarrkirche s. Jakob aaf dem Heiligenberg bei Winterthar auf bitten des priesters Eberhard Rinaaer 100 tage ablaß.
Dat. Const. 1418, pontif. Martini V. a. 1. — Or. Zürich, Staatsarch. (CI£ 16 nr. 275). 859S
1418^ Konstanz. Die kardinäle Anton tit. s. Sasanne presbiter Aqnilegen., Angelas tit. ss. Petri et Marcellini pres¬
byter Verohen., Petras tit. Stephani in Celiomonto presbiter de Foxo volgariter nominatas, erteilen aaf ansachon der
Adelheid von Eberhardsweiler (Eberhartswil), welche den Peter-, Paal- and Andreasaltar in der Laarentiaspfarr-
kirche za Winterthar gestiftet hat, allen, welche den altar besuchen, 100 tage ablaß. Dat Const . . 1418 pontif.
Martini pape V. a. 1. — Or. Winterthur, Stadtarch. — Kopb. 5, 81 ebenda. 8594
— Jan« 4^ Konstanz. Papst Martin Y. bestätigt dem abt Hago and dem konvent von Alpirsbach alle Privilegien.
Dat Const 2. non. iannarii, a. 1. »Com a nobis petitorc. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Kl. Alpirsbach); unter dem
bog links: «/a. taxe 3. M, de Novaria, Jo. Bernardi; rechts aaf dem bog: Jo,de Ratingenf darüber 3fA. Bdckseits
mitte oben: E, Bilench(?); links: i^ro d. n. s. d.; rechts: h. B. 8595
— Jan. 17^ Konstanz. Papst Martin V. bestätigt dem kloster Engelberg seine Privilegien. Dat Const 16. kal.
febr., a. 1. »Com a nobis petitur«. — Straameier 4, 124; GFrßOrte. 57, 180. 8596
— Jan. 17) Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das kloster St Georgen unter seinen schätz. Dat Cont 16. kal. febr.,
a. 1. » Cam a nobis petitorc.—Or. Karlsruhe (l 2/l 9). Taxe 3. Auf dem bog rechts: gratis. Jo, llsung, darüber M,v.;
rückseits oben: n, H, Bekeman, — Derselbe bestätigt die Privilegien.—Or. ebenda. Ja. taxe 3. M, de Novoi'ia, Jo.
Bernardi. Anf dem bug rechts wie oben. Rückseits oben wie oben; rechts: H.B.; links: M.de no.pro d. 8597
— Jan. 24) Konstanz. König Sigmand ernennt den früheren bischof, jetzigen domherrn von Konstanz, Albrecht
Blarer, za seinem kaplan und familiären. — reg. Altmann, Begg. Sigmunds nr. 2843. 8598
— Jan« 27) Konstanz, Papst Martin Y. nimmt abt und konvent des Allerheiligenklosters zu Schaffhaasen unter
seinen schätz und bestätigt ihnen alle freiheiten. Dat. Const. 6. kal. febr., a. I. »Cam a nobis petitorc. — Or.
Schaffhaasen, Staatsarch.; unter dem bug: Ja. taxe 3. M, de Novaria, Jo. Bernardi; auf dem bog rechts: Bo-
nanm darüber M,b, Rückseits oben mitte: H. Hegnel; links: M,..no pro...; rechts: ch B. — reg. ürkanden-
register des kantons Schaff hausen nr. 1628. 8599
— Jan« 28) Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das kloster Wettingen unter seinen schütz und beslAtigt ihm den
besitz der kirchen and kapellen za Wettingen, Baden, Kloten, Höngg, Riehen, Dietikon, Thal wil und Mülberg.
Dat. Const. 5. kal. febr., a. 1. »Cum a nobis petitorc. — Or. Aaraa,Staatsarch. (Wett. 910); unter dem bag links:
taxe 3; auf dem bug rochts : 21. Bu... Ja. de Ärimino, Rückseits: pro conventu monasierii in . 8600
— Jan. 29) Konstanz. Schreibt an die plebane za Ravensbarg and Lindau: sie sollen die ihnen noch namentlich
zu bezeichnenden leute aaffordem, die dem ehemaligen stadtschreiber von Konstanz, Nikolaus Schulthaiß, gebüh¬
renden abgaben za entrichten oder mit diesem sich innerhalb acht tagen nach erfolgter aafforderung aaseinander-
zusetzen. Tön es jene leute nicht, so sind sie za exkommunizieren und ihre namen dem bischof oder dem ofAzial an-
zozeigen. Das vorstehende soll nicht länger als ein jahr in kraft sein. Dat Const 1418, 4. kal. febr., ind. 11. —
Kopb. 1491, 185* Karlsruhe (Formel). — vgl. 1418 nov. 30. 8601
—r Jan« 31) Konstanz. Papst. Martin Y. nimmt das kloster Ochseuhausen unter seinen schätz and bestätigt ihm.
die freiheiten. Dat Const 2. kal. febr., a. l. »Cum a nobis«. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Kl. Ochsenh.); unter
dem bag links: t^e 3; auf dem bug rechts: R*^ gratis Jo. Sytnonis, darüber b.2f. 8602
— febr. 7« Sitzt mit Ludwig von öttingen als Vertreter des markgrafen Friedrich von Brandenburg und vielen
anderen prälaten und weltlichen fürsten zu gericht über herzog Friedrich lY. von Österreich zur anhörung ond aus-
führung der gegen letzteren vom konzil erlassenen bullen. — erw. W. AUmann, Eberhart Windeckos Denkwürdig¬
keiten s. 71. 86M
— febr« 14) Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das kloster Muri unter seinen schätz. Dat Const 16. kal. martii,
a. 1. »Cum a nobis petitur c. — Or. Aarau, Staatsarch. (Mari CI J); unter dem bug links: taxe 3. M.de Novaria.
Jo, Bernardi; auf dem bag rechts: pro B.de Strata Änibrosius; darüber MJb. Rückseits oben links: A. P.; mittel-
Ilutnatel; rechts: H, B, . ' 8604
Otto III. von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1418. 219
1418 febr« 16^ Konstanz. Papst Martin V. nimmt das kloster WeitinKon in seinen schütz und bcst&tigt ihm dessen
Privilegien. Dat. Consi 14. kal. inartii, a. 1 . »Com a nobis petitnr. — Or. Aaran, Staatsarch. (Wett 912); unter dem
bog links: fe. taxe 3. A/. d$ Novaria, Jo.Bernardi; rechts auf dem bug: Jo. de Ratwgen, darüber b, M; rückseits
oben links: A. P.; mitte Bileveld; rechts: H. i?.; bei den schnüren: Weithigen, — (Gedr.)Arch. Wottingcn 10 .
8605
^ febr« 19, Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das kloster Engelberg unter seinen schütz. Dat. Const 11 . kal.
martii, a. 1 . »Com a nobis petitnr«. — Stranmeier 4, 126 (notiz im material). 8606
— febr. 90, Konstanz. Benrknndet: Johann propst nnd konvent von Ittingen trogen vor, daß Rudolf Tettikover
domthesanrar, gegen sie wegen nichtbezahlnngen bischöflicher rechte, »consolacionos« genannt, von der pfarrkirche
in Üsiftgen prozesse austrengte, obwohl sie zor Zahlung nicht verpflichtet seien, weil der propst namens seines klosters
nnd der dem kloster inkorporierten kircho zn Üsingen jährlich eine bestimmte snmme als consolationen entrichtet
Der bischof kassiert die prozesse und hebt die Strafverfügungen des domtbesaorars auf. Dat et act Const 1418,
10. kal. marcii, ind. 11 . — Or. Franenfeld, Kantonsarch. (Ittingen). 8607
<— febr. 21, Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das kloster Kappel unter seinen schütz nnd bestätigt alle fimiheiten.
Dat Const. 9. kal. marcii, a. 1 . — Or. Zürich^ Staatsarch. (ClI nr 418); unter dem bug links: fe. taxo 3 . Af. de
Novaria. Jo.Bemardi; auf dem bug rechts: M. Gritnoudi, darüber b.M. Rückseits mitte: H. WiiUcrimff); rechts:
links: Jo. de Uoniemo^*^ pro dominop npth. — reg. Cappel nr. 307. 8608
— febr. 26, Ulm. Bürgermeister nnd rat der stadt Ulm bestellen als Sachwalter den Heinrich Neitbart, arcium
et decr. dr., domherni von Augsburg und propst von Wiesensteig, sowie den Georg Steiger, bürger zu Ulm, zur Ver¬
handlung botr. abtretnng des patronatsrechtes der Ulmer pfarrkircho, des Schulmeisters- und mesenamts (campa-
narins) von Reichenau an die stadtgemeinde. Acta sunt hec (1418... 26. mens. febr.). — Or. Ulm, Stadtarch. —
reg. Bazing-Yeesenmeyer nr. 108. — vgl. ebenda die urkunden 1418 sept 13 (Bazing-Yeesenmejer nr. 1 lO),
1425 aug. 31 (nr. 117) und 1425 sept 24 (nr. 118). 8609
febr. 28, Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das kloster Engelberg in seinen schütz. — GFr50rt6. 57 (1902)
181. — vgl. 1418 febr. 19. 8610
— mftrz 1, Luzern. Boten von Zürich, Luzern, Schwiz, Obwalden, Kidwaiden und Zug lehnen es ab, den ihnen
vom künig Sigmund auf mittfasten [märz 6 ]-gegen bischof Otto wegen der hohen gerichte zu Kaiserstuhl angesetzton
hoftag zu besuchen. 1418, an cistag nechst vor mittervasten. — Zürich, Staatsarch. — ausz. Eidgen.Abschiode P,
80 nr. 150; 1 ^ 191 nr. 408. — vgl. Altmann, Regg. Sigmunds nr. 3021. 8611
— märz 1, Konstanz. Jordanus, bischof von Albano, erteilt dem Heinrich Zonagel, priester Konst bistums, auf
5 jabre erlaubnis, sich einen beichtvater zu wählen. Dat. Const kal. marcii, pontif. Martini pape Y. a. J. — Or.
Zog, Stadtarch.; auf dem bug rechts: Jo. de Tricarico; rückseits oben in der mitte: Jo. Oldenwaghen; auf der seit?:
pro Hainrieo Zenagel, preab. Const. dioc. 8612
— märz 1, Konstanz. Die kardinäle Johann vom titel des hl. Sixtus bischof von Ragnsa, Antonios vom titel
der hl. Susanna bischof von Aquileja, Angelus vom titel der hli. Petrus nnd Marcellinus bischof von Yerona, Petrus
vom titel des hL Grisogonus bischof von Cambrai, Thomas vom titol der hll. Johannes und Paulus bischof von Trica-
ricco, und Petrus vom titel Celiusmons erteilen dem kloster Engelberg 100 tage ablaß. Dat Const tempore generalis
concilii 1418, die 1 . mens, marcii, pontif. Martini pape Y. a. 1 . — GFrßOrte. 57 (1902) 182 nach Or. Engelberg,
Stiftsarch. — Am gleichen tag erteilen noch 6 andere bischöfe dem kloster ablaß (ebenda s. 184). 8618
— märz 4, Konstanz. Papst Martin Y. gibt der meisterin nnd dem konvent des klosters Wittichen die erlaubnis,
daß ihr beichtvater in der todesstunde ihnen einen vollkommenen ablaß erteilen könne. Dat Const 4. non. martii,
a. 1 . »Provenitt. — Or. Donaueschingen (Wittichen A. 1 . 8 ). Unter dem bug links: Mar. taxe 80. B. de Vincio.
Jo. Grasseüi 9 . Unter dem bug rechts: Job.; auf dem bug: pro Job. Ä. Fidelis. Rückseits R darin /*, dann an¬
gehängt: Francis* de ageUo. — ausz. Fürstenberger U-B. 6, 123. 8614
— märz 6 , Konstanz. Papst Martin Y. gibt dem kloster Petershansen eine schutzbulle: »Ad compescendos cona-
tus nepharios«. Exekutoren sind: die pröpste von Augsburg und Basel und der domdekan zn Konstanz. Dat.Const
2 . non.marcii, a. 1 . Unter dem bug links: taxe 40. B.de Vincio. Jo.Orasseti 9 / auf dem bug links: Idem; ganz
links: Mar.; rechts: Jo. Stalberg iiij. Rückseits R darin f. Bei den schnüren der bulle: Jo. Bafiie; ganz rechts
beim umbug: P. de Pizohassis. Bulle an hanf. — Or. Karlsruhe (l/24). 8615
— märz 7, Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das kloster Kempten unter seinen schütz. Dat Const non. marcii,
a. 1. »Cum a nobis petitnr«. — Or. München, Reichsarch. (Kempton); unter dem bug links: Mar. taxe 3. M. de
Novaria. J. Bemardi; auf dem bug: O. Doem, darüber b.M. Rückseits links oben: pro D....; mitte: K Bekeman ;
rechts: 8616
Ä 8 «
220 Otto von m. Hachberg, Bischof Yon Konstanz. 1418.
1418 märz 7, Konstanz. Jordanas, bischof von Albano, päpstl. pdnitentiar, beaoftragt den b. Otto bezw. dessen gene-
ralvikar, den Johann von Herrenberg, edelknecht eventuell von der exkommonikation zu absolvieren, da er als patron
der kirche Kilchberg bei deren vakator die zehnten and einkänfte aas armat and mangel fdr sich verwendete, nan
aber die kirche gänzlich aafgegeben and dem kollegiatstift Ehingen hat inkorporieren lassen [1420 mal 15]. Die be¬
zogenen einkdnfte mdssen jedoch der kirche zardckerstattet werden. Dat Consi non. marcii, pont. Martini 7. a. 1.
— Eingerdckt in die ansfdhrang d. d. 1418 jali 14. 8617
' — märz 8; Konstanz. Papst Martin V. nimmt äbtissin and konvent in Marienzell (Cellamarie-Kalchrain) Cisi
Ordens unter seinen schätz. Dat Const. 8. id. marcii, a. 1. »Cam a nobis petitorc. — Or. Fraaenfeld, Kantonsarcb.
(Kalchnun); unter dem bog links: Mar, tazeS. M,^ Novaria, Jo.Bernardi; auf dem bog rechts: pro H, Schemr,
G, Doem, darüber M,b, Rückseits: i’ro d. Her, G, Lupi; mitte: HutnateU; rechts: Th, B, 8618
— mirz 11^ Konstanz. Papst Martin 7. bestätigt dem Ursolinenkloster zu Aarau dessen freiheiten. Dat Const.
5. id. martii, a. 1. >Cam a nobis petitar«. — Urkb. Aaraa nr. 278 nach Or. Aaraa, Stadtarch. 8619
— märz 12, Konstanz. Papst Martin 7. an den abt von Alpirsbach: »Ea qne de bonis«-bulle für die Angu-
stinerinnen zu Oberndorf. Dat Const 4. id. marcii, a. 1. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Oberndorf): unter dem bog
links: Mar, taxe 2. M, de Novaria. Jo, Bemardi: auf dem bug rechts: pro H, Scheme, G, Doern, darüber i>#.
Rückseits oben linlm:|>ro de Her,, E, Lupi; mitte: H, Bekeman; rechts: Th, B, 8620
— mftrz 17, Konstanz. Papst Martin 7. bestätigt dem kapitel Zoflngen die durch Heinrich von Alet» administrator
des bistams Konstanz, im auftrage Peters de Luna (Benedikts XIII.) vorgenommene inkorporation der kirche Bot
[vgL 1402 febr. lo], deren einkünfte 10 m. s. nicht übersteigen, während die einkünfte des stiftes nicht mehr als
60 m. s. betragen. Dat Const. 16. kal. apr., a. 1. — Or. Luzern,Propsteiarch.; oben: ad cameram; unter dem bog
links: 40. 9.; auf dem bug rechts: gratis. Jo, Langhe iiij\ rückseits: darin .4 ; beim bug links: Arn6ldu8,Jo,
Küster; bei den schnüren: Arnoldus, -—1418 mai 12 quittiert Ludovicus Alamandi, kustos von Lyon (Lugdunen.) und
Stellvertreter des päpstl. kämmerers Franziskus erzb. von Narbonne, dem stifte für empfangene 36 fl. als erste früchte der
inkorporierten kirche Rot Dat Const 1418, ind. 11., die 12. maii. Or. Luzern, Stiftsarch. (A. 84); anf dem bug links:
recoptum est per me h, thesaurarium; beim Siegeleinschnitt: visfum] N, de ürbe(?); rechts: Luphardus. Unter
dem bug rechts: Re 1, g, ij, (reg. GFrSOrte. 27, lOO). — GFrSOrte. 23,10. 8621
— märz 18, Konstanz. Papst Martin 7. bestätigt der stadt Konstanz aUe freiheiten. Dat Const 15. kaL apr.,
a. 1. »Eximie devocionis«. — Or. Karlsruhe (5 Konst Gemeinden): unter dem bog links: Mag, taxe 20. B,d4
Vincio, Arnoldus 9; auf dem bog rechts: P. Negrandij, Rückseits R darin ^und daran Frandseus de ageüo;
bei den schnüren: Jo, Basne, 8622
— märz 26. Berthold, propst zu Adelberg, der schaltheiß und die 12 richter zu Heiningen, sowie Konrad Schopf-
maiger und Konrad Blienspach, pfleger der St Michaelspfarrkirche daselbst beurkunden: vor menschengedenken ist
eine frühmesse auf den Muttergottesaltar in der pfarrkirche zu Heiningen gestiftet worden, deren Stiftungsbrief
nicht mehr auf gefunden werden kann und wahrscheinlich im krieg mit den grafen von Württemberg zugrunde ge¬
gangen ist Sie nehmen deswegen die zur frühmesse gehörenden g^ter aufs neue auf und bitten den bischof bezw.
dessen generalvikar um bestätig^ng. Dat et act sabbato festivitatis Pasche 1418. — Or. Stuttgart Staatsarch.
(Kl. Adelberg). . 8623
— märz 30, Lnzoril* Erbietet sich wegen der stoße der eidgenossen mit dem grafen von Savoien zu vermitteln.
— reg. Eidgen. Abschiede 1^ 81. 8624
— märz 3h Georg Predigerordens, bischof von Demetrias, weihb. von Konstanz, weiht auf begehren des pfiarr-
herm Erhard Kupferschmid die kirche Jona wiederum und gewährt für bestimmte gebete 40 tag^ ablaß. — Dom.
Rotenfloe Cantzley f. 100, 4^ (notiz im material). 8625
— april 1, BIschofäzelL Inkorporiert dem AUerheiligenkloster zu Schaffhausen die pfarrkirche zn Andelfingen,
deren patronat das kloster von herzog Friedrich von Österreich gegen das von Griesiugen [d.d. 1404 nov.26]einge-
tauscht hat unter Vorbehalt der kongrua für den vikar, der vom bischof investiert werden soll. Dat. in oppido Episco-
paliscelle 1418, prima die mens, apr., ind. 11.—Or. Schaff hausen, Staatsarch.; rückseits oben: Otto Cb/tsf. (eigen¬
händig). — reg. Urkundenregistef des kantons Schaff hausen nr. 1629. — erw. Bäch^d, Geschichte der pfarr-
pfründen im kanton Schaff hausen 57. — 14H mai 30 erfolgte die päpstl. bestätigung; die Zahlung der ersten
früchte 1419 Jan. 8. 8636
— april 2, Konstanz. Sieben auf dem Konstanzer konzil anwesende kordinäle erteilen den besnchem des klosters
Wittichen für bestimmte feste je 100 tage ablaß. Dat Const 1418, die 2. mens apr. — Or. Donaueschingen (Wit-
tichen A. 1. 9). Siegel fehlen. — ausz. Fdrstenberger U-B. 6, 123. 8627
— april 3, Konstanz. Die kardinäle Antonius tit s. Susanne Aquilegen., Angelas tit ss. Petri et Marcellini 7e-
ronen., Gabriel tit s. Olemeutis Senen., Thomas tit ss. Johannis et Pauli Tricaricen., Petras tit s. Stephani in Ce-
Otto in. von Hacliberg, Bischof von Konstanz. 1418. 221
liomonte, Fon, presbjtcrii nnd Ludwig tit s. Adrian! Flisco diaconus erteilen dem fraueokloster zum hl. kreuz in
Ruegsau für besuch der kirche an gewissen tagen und für almosenspenden 100 tage ablaO. Dat Const 3. non.
apr. 1418, ponUf. Martini V. a. 1. — Or. Bern, Staatsarch. (Trachselwald); es hängen noch 5 Siegel. 8628
1418 apiil 10(?), Konstanz. Acht auf der sjnode von Konstanz Yersammelto kardinäle erteilen dem Ursulinen-
• kloster zu Aarau an bestimmten tagen 100 tage ablaß. Dat. Const. 1418, ind. 11., die Tero [Idcke] mens, apr.,
pontit Martini pape Y. a. 1. — Or. Aarau, Stadtarch. (nr. 334). — Ukb. Aarau nr. 278. 8629
— april 10, Konstanz. Angolas, ep. Penestrin., und 6 andere kardinäle erteilen der pfarrkirche St. Kathailna zu
Klingnau 100 tage ablaß. Dai Const. 10 . die aprilis 1418, pontif. Martini pape V. a. 1 . — Or. Klingnan, Stadt¬
arch. — reg. Huber, Kollatuipfarreien 17. 8630
— april 11, Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das stift Zofingen unter seinen schütz. Dat. Const 3 . id. apr.,
a. 1 . »Cum a nobis petitur«. — Or. Aarau, Staatsarch. (Zofingen 267); unter dem bog links: Äprtl, taxe 3 . If.
de Novaria. Jo. ßentardi; auf dem bug rechts: M.de liediclano, darüber Af. 6 . Ruckseits oben links: Jo. Dyonieii
pt'o. d. Jo i roXiiAi E. Büevdd; ch. B. 8631
— april 15, Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das kapitel von St Felix und Regula zu Zürich unter seinen schütz.
Dat Const. 17. kal. mai, a. 1 . >Cam a nobis petitur^. — Or. Zürich, Staatsarch. (C1I 1 nr. 500); unter dem bug
links: apr. taxe 4 . M. de Novaria. Jo. Bernardi. Rechts auf dem bug: DietJiehnus.; oben daran M.b. Rfickseits
oben links: pro d.pand.B.; mitten: E. Büeveld; rechts: H. B.; dann weiter unten: pro eapitulo Thuricen., wei¬
tere bemerkong unleserlich. 8632
— april 16, Konstanz. Der generalvikar in spir. des biscbofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Burgdorf,
den Priester Johann Caser, welchen propst und kapitel des St. Ursosstiftes in Solothurn präsentiert haben, in die durch
resignation des Konrad Altwiß erledigte ständige vikarie zu Niederweningen (Winingen) einzuweisen. Dat Const
1418, 16. kal. maii, ind. 11 . — Or. Solothurn, Staatsarch.; auf dem bug rechts: Mich, nomine Frid. Rückseits:
. Jo. Schür. — 1418 mai 3 präsentieren propst und kapitel des St Ursusstiftes in Solothurn dem bischof bezw.
dessen generalvikar auf die durch resignation des priesters Konrad Altwis erledigte ständige vikarie zu Nieder¬
wenningen (Winingen) den* Heinrich Firletb, priester Lausanner diüzese. Dät Solodori in festo inventionis s.
crucis 1418. 8633
— april 18, Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das stift Beromünster unter seinen schütz. Dat Const 14. kal:
maii, a. 1 . »Cum a nobis petitur«.—Or. Beromünster, Stifisarch.; unter dem bug links: apr. taxe 3. M.de Novaria.
Jo. Bernardi; auf dom bug: Diethelmus^ darüber M.b.; rfickseits oben links: p. d. Fand. B. ; mitte: E. Büevdd ; rechts.
Ä B. 8634
— april 22, Konstanz. Papst Martin Y. erteilt wie Bonifaz IX. (vgl. 1401 märz i) der stadt Konstanz freiheit
von fremdem gerichte wegen ihrer Verdienste um beilegang des schismas. Dat Const 1 0 . kal. maii, a. 1 . (Datum
von anderer hand). »Constanciam eximiam«. — Or. Karlsruhe (5 Konst Gerichtsbarkeit); unter dem bug links:
mai; taxe 80. B.de Vtneio. Amoldus 9 ; auf dem bug rechts: Sie Oanieriivjj. Rfickseits £ darin/*; daran: fran-
cieeus de ageUo; bei den schnüren: Jo. Basne; beim bug rechts: Cristianue. — Derselbe bestellt die domdekano
von Augsburg, Konstanz und Basel zu konservatoren. Dat. wie oben. »Hodie dilectis«. 1 . Original: unter dem bug
links: May. taxe 82. A. Fidelis. Jo. Stalberg; auf dem bug links: AuseuUaia per me Ja. de Cerretanis liUerarum
apoetoliearum regestratorem et eoncordat cum regestro; rechts: pro M. ec (de f) pisie iiij residuum pro O. de Prato (?).
2 . original: unter dem bug wie oben. Auf dem bug rechts: pro Jo. Ademare: T. de Horst ngj. Rückseits R darin
f, daran Franciseus de agdlo. Bei den schnüren: Anselmus.
Derselbe erteilt der stadt die Vergünstigung, daß kein kleriker oder sonstiger oinwohuer von Konst, solange das
konzil in der stadt weile, nach auswärts vor gericht zitiert werden könnte. Dat wie oben. »Etsi in eminentis«. —
Or. Karlsruhe (5 Konst. Gerichtsbarkeit); unter dem bug links: Maii. taxe 100 . B. de Vincio. Arnoldus 9 . Auf
dem bug links: Padieüar.; rechts: pro Jo. de Moniepolieiano fl. iij. J. Montani y. Rückseits R darin f, daran
Franciseus de agello; bei den schnüren: Jo. Basne\ rechts: Cristianus.
Derselbe erteilt der stadt Konst das privileg, vor tagesanbruch für den kriegsfall messe lesen zo lassen. Dat. wie
oben. »Fidelia et assidua«. — Or. Karlsruhe (5 Konst Kirchenordnung); unter dem bug links: May. taxe 20 . B.
de Vincio. Amoldus 9 ; auf dem bug rechts: pro L.de Sanguineis. P.de Magio ij. Rückseits R darin A. Bei den
schnüren: Anselmus; beim bug rechts: Jo. Rotel.
Derselbe erteilt denselben die Vergünstigung eines altare portatile. Dat wie oben. >D 6 votionis'eximie« und ver¬
merke wie oben mit ausnahme, daß nach P. de Magio nur 1 strich steht.
Derselbe erteilt denselben das privileg, falls sie bei kriegsfahrten an interdizierte orte kommen, die hl. messe bei
verschlossenen türen lesen zu lassen. Dat wie oben. »Iniunctum nobis«; vermerke: unter dem bog links: May.
.. taxe 30. B.de Vincio. Arnoldus. 9 ; auf dem bog rechts: Jo. de CriveUis t;. Rückseits R darin f, daran Franciseus
— de agello, sonst wie oben.
222 Otto in. Ton Hachbei^, Bischof Ton Konstanz. 1418.
Derselbe erteilt den besnchem der domkirche an Mariä Geburt und St. Martinstag 7 jahre und ebensoviel qoa-
dragenen ablaß. Dai wie oben. »Constancia immarcessibili« ; yermerke unter dem bug links: moy. taxe 30. B.dt
Vincio, Arnoldui 9 ; auf dem bug rechts; Jo. Langhe iij. Böckseits R darin A., Bei den schnüren: B..../ rechts
beim bug: Jo, RoUl. — erw. Kraus, Kunstdenkmäler 1^115. — Schauinsland 1909, 26.
Derselbe bestätigt der stadt JConst die bulle Urbans VI. [1387 juli 29] betr. freiheit vom interdikt bei nur yordber-
gehend in der stadt weilenden exkommunizierten; Daiwie oben. »Sacrosancte Romane« ; unter dem bug links: Mag,
taia 100 . B. de Vincio. Ämoldus. 9 ; rechts auf dem bug: Fde Horst y. Rückseits R darin fy daran Franche,
de agello; bei den schnüren: Jo, Basne, 8635
1418 april 22« Albrecht Blarer, weil, bischof von Konstanz, schreibt an die stadt St. Gallen anläßlich ihres brandes
einen trostbrief und verspricht seine hilfe. Geben an fritag vor s. Gerien tag [14] 18. — Ü-B. Si Gallen 5,124.
8636
— april 26, Konstanz. Der vikar des bischofs Otto bestätigt, daß Heinrich von Erzingen dem propst und konvent
von Embrach seinen zehnten in Yolken in der pfarrei Andelfingen verkaufe, wie er ihn seither von Johann gpraf
von Lupfen, der seine Zustimmung dazu gegeben, zn lohen gehabt hat Der vikar verleibt diesen zehnten der propstei-
kirche von Embrach ein. Dat. Const 1418, 6 . kal. maii, ind. 11 . — Or. Zürich, Staatsarcb. (CII 7 nr. 108).
Rückseits pbea: «/b. «Sbädr. 8637
— mal 2^ Konstanz^ Papst Martin Y. inkorporiert der priorin und dem konvent von Dettligen (Tedlinghen) Cist
Ord. die pfarrkirche zu Mornbilchein, deren patronatsrecÜ dem kloster zusteht und deren einkünfte 8 m. s. nicht
übersteigen, während die einkünfte des klostors, dessen einkünfte sehr gering sind, nicht mehr als 10 m.s. betragen.
Dat Const. 6 . non. maii, a. 1 . »Ex ininncto nobis«. — Or. Bern, Staatsarcb. (Arberg); oben: ad cameram; unter
dem bug links: <7i<Z.taxe 30. Jo. de Prato, 71 Boghel 9 / rechts auf dem bug: Pro. Ja. Bramarieo. Jo. de Monte^
monacho. ijj. Rückseits R darin Ä, Bei den schnüren: B, de Pist.; rechts beim bog: Jo. Kust. 8638
mai 2« Antonius bischof von Porto und andere erteilen der pfarrkirche Beuren einen ablaßbrief. — reg. Württ
Pflegerberichte, Stuttgart nach or. Pfarrarch. Beuren. 8639
— mai 5, Konstanz. Papst Martin Y. beauftragt den dekan dor kirche Osnabrügg dem kloster Wettingen, dessen
einkünfte nicht höher als 150 m. s. sind, die von Bonifaz IX. vollzogene Inkorporation der pfarrkirchen zu B^loten
mit 15 und Baden mit 25 m. s. einkünften zn bestätigen [vgl 1406 okt. 1 und 1408 febr. 12 ]. Dat Const 3 .
non. maii^ a. 1 . »Digna eiandicione«. — Or. Aarau, Staatsarcb. (Wett 913); unter dem bug links: maü tax mw*
taia. taxe 40. B.de Vincio, Arnoldus 9 ; rechts auf dem bug: registrata gratis. T,de Goch iijj; rückseits B darin
f, daran francys.de agello; beim bug links: Anselmiis. T. de Horst; bei den schnüren: Anseimus. — Ausführung
der bulle durch Johann Helling, dekan der Osnabrügger kirche, mit der mittoilong an den bischof von Konst, dessen
general Vikar in spir.bezw. offizial d. d. 1418 mai 14 (Dat et act Const in domo habitacionis nostre 1418, ind.
^ 11 ., die vero sabbati 1 4. mens, maii, pontif. Martini pape Y. a. 1 ; zeugen: Johann Pfui, kirchherr zu Freiburg, Os¬
wald Bosch, Priester Konst bistoms und Wilkin LuÜikonhenneknich vikar der kirche zn Münster) ebenda nr. 914.
— (gedr.) Arch. Wettingen 352 nr. 25. — erw. Kurz, Beiträge 1,564. 8640
— mai 7, Konstanz. Papst Martin Y. bestätigt dem kloster Heiligkreuzthal alle Privilegien. Dat Const non. maii,
a; 1 . »Cüm ä nobis petitur«. — Or. Stuttgart Staatsarcb. (Heiligkreuztal); unter dem bug links: Maii, taxe 3 .
M. de Novaria, Jo. Bemardi; auf dem bug: Petra, B.de Urbino. Rückseits oben links: pro.d.n.S.depto: mitte:
E. Büeveld; rtchis: C, B. 8641
— mal 7, Konstanz. Papst Martin Y. beauftragt den bbcbof von Konstanz, Basel und Chur mit dom schütze dos
klosters Kreuzlingen. Dat Const non maii, a. 1 . »Ad cpmpescendos«. — Or. Franenfeld, Kantonsärch. (Krenz-
lingen); unter dem bug links: Maij. taxe 50. B, de Vincio. Arnoldus 9 . Auf dom bug links: visa cum guatemo
et coUationata. Jo de Monte...; mitten: Inperpetuam rei memoriamErhatdusLind abhasheeimpHravU*, rechts:
Jo. Famuli. Rückseits bei den schnüren: ..,olen(?). 8642
— mai 8 ^ Konstanz. Papst Martin Y. beauftragt den abt von Rüti, dem spital zn Baden die von Johann XXIII.
d. d.. 1413 okt. 26 vorgenomroone Inkorporation der pfarrkirche Rohrdorf zu bestätigen. Dat. Const 8 . id. maii,
ä. 1 . »Pia nös excitat«. — Welti, Urk« Baden s. 322 nach Or. Baden, Stadtarch. Über dem text: ad cameram;
auf dem bug rechts: Registrata gratis. Arnoldus, Rückseits: R dann mercurio Ui augusti ohligavi eundem man^;
datum infra tnes menses: unten: Ansdmus, O. Stoter. — Der auftrag wurde ausgeführt d. d. 1418 sept9 (ebenda
8.329). 8643
mai 11, Konstanz. Papst Martin Y. nimmt das Paulinerkloster zn Bonndorf inr seinen schütz. Dat Const 5. id.
maii, a,.l. FreibnrgerDiÖzesanarcb. 14,223. — vgl. 1403 dez. 22. 8644
^ mal 15, Konstanii. Antonios, bischof von Concordia [päpstl. pönitentiar], schreibt an den knstos der Minoriten
der knstodie am See. Bruder Jakob goardian und die mitbrüder des br, Heinrich Ruolflng, priesters und konven«
Otto III. von Hacliboi^) Bischof von Konstanz. 1418. 2*23
toals Ton KCnigsfelden, trogen Tor: der geo. Heinrich hat zeit seines lebens gottesfärchtig gelebt, kam ibor za
solcher altersschwäche ond krankheit, daß er sich vom bette nicht allein mehr erheben konnte. Da dio brfidor,
welche ihn zn bewachen hatten, nicht ständig bei ihm sein konnten, befestigte man oben an öinem balken ein
zweifaches seil, damit sich der kranke daran anfrichten könnte. Als die bröder einmal von der hl. messe zorflek-
kehrten, fanden sie ihn den strick am den hals tod auf, so daß er kirchlich nicht beerdigt werden kann. Da broder
Heinrich jedoch erst kurz vorher die hl. Sakramente empfangen und sonst ein gutes christliches leben geführt hat,
ist nicht anznnehmen, daß er durch Selbstmord geendet Der aossteller gestattet die kirchliche beerdignng. Dat.
Const snb sigillo dicti maioris penitentiarii id. maii, pontif. Martini papeV.a. 1. — Or.Aaran, Staatsaroh. (Königs-
felden 511); unter dem bog links: Marci-quinqueter-nen ; auf dem bog links: v,; rechts: p,dePtLeomh^;rüclaoits
oben in der mitte: Jo, de Bosco; unten: ... fratrum, 8045
1418 mai 18, Baden. Papst Martin V. gestattet der stadt Baden, daß der vorübergehende aufenthalt von 'exkom¬
munizierten in der stadt den fortgang des gottesdienstes nicht hindern soll. Dat in opido predicto 15. kal. iunii,
a. 1 . »Sane pro parte«. — Welti, Urkb. Baden s. 323 nach or. Baden, Stadtarch.; auf dem bog rechts: f^^graiie
Amoldus, Röckseits: Franciecua de YeUo, unten: Aneümue, links: Änselmue, Jo. Kust. — Am 16. mai batte der
papst die stadt Konstanz verlassen. 8646
— mai 27 (?). Rudolf Znndrer, prior und konventaal des klosters Schnssenried, als Sachwalter des propstes und kon-
vents daselbst sowie des Johann Groß, kirchherrn zu Eggentschweiler (öggerschwiler), appelliert nach Rom, da
Johann Wilpreschwiler, priester Konst, bistums, sich auf grund einer bulle des papstes Martin Y. als kirchherrn von
£. publizieren ließ, obwohl das patrouatsrecht dem kloster zosteht und seinerzeit von Johann von Oberhain ge¬
schenkt worden war. Der Sachwalter bittet um die apostoli von Heinrich Basserdorfs, causidicus des Const hofos.
Acta sunt hec 1418.... dio... (ooleserlich). — Die appellation des Johann Gros d. d. 1418 mai 2 7 (Aota.. 1418,
ind. 11 . ... die vero mercurii 27. mens maii) ebenda. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Schussenried). 8647
— mal 27^ Zürich. Mjlo, bischof von Cork (Corkagen.), verleiht den Schwestern zu öienbach, vor allem der Re¬
gula, Klara und Anna Grwnyger [Grininger?], Schwestern daselbst, so oft sie würdig beichten, einen ablaß von
40 tagen. Dat Thur, in crastino corporis Christi 1418. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 11 nr. 789). 6®48
— mai 30, Bern. Papst Martin V. erteilt den besuchern der kirche des Allerheiligenklosters zu Schaff hausen, in
welcher, wie man glaubt die reliquien der hll. Constans, Alexander und Legancius verehrt werden, an bestimmten
festen 3 jahye und 3 quadragenen und während der fostoktave je 100 tage ablaß. Dat Berne, Lausanen. dioc.,
3. kal. iunii, a. 1 . »Splendor pateme glorie«. — Or. Schaff hausen, Staatsarch.; unter dem bug: taxe 24. 9 ; auf
dem* bug rechts:. R'" gratis. A. de Saliva ij. Rückseits R darin /*., daran Francise, de agello; beim bog: P. de
Pisi. T. de Horst. — reg. ürkuudenregister des kantons Schaff hausen nr. 1616 mit irrigem datum. - . 8649
— mai 30, Bern. Papst Martin Y. an den domdekan zu Konst.: beauftragt denselben, dem kloster Schaff hausen,
dessen einkünfte 250 m. s. nicht übersteigen, die durch bischof Otto vorgenommene inkorporation der Pfarrkirchen
zu Beringen und Andelfingen, deren einkünfte nicht höher als 23 m. s. sind, zu bestätigen. Dat Berne, Lausanen.
dioc., 3. kal. iunii, a. 1 . — Or. Schaff hausen, Staatsarch.; oben: ad cameram; unter dem bug links: taxe 30 9 ;
auf dem bug links: H.Raiscop; rechts: R*^ gratis. T. Batensoen ijj. Rückseite oben: eommissio ineorjp^acionis.
R darin f, daran Franciseus de agello; bei den schnüren: ArmMus; beim bug links: Arnoldus. G. $toter. ~
reg. Urkundenregister des kantons Schaff hausen nr. 1636. — vgl. 1418 april 1 und 1419 jan. 8 (zahloug der
ersten frfichte). 86S0
— mai 30, Bern. Papst Martin Y. an den Konst bischof: bestätigt dem kloster Schaff hausen die durch Boni-
faz IX. vorgenommene inkorporation der kirchen Gailingen, Wolfenhausen und Plietzhausen (Blideltzhusen). [vgl.
1402 jan. 31] mit einkünften von 40 m. s., während das kloster 250 m. s. einkünfte besitzt Dat Berne, Lau-
sanen. dioc., 3. kal. iunii, a. 1 . — Or. Schaff hausen, Staatsarch.; oben; ad cameram; unter dem bug: taxe 30 9 ;
auf dem bug: P'** gratis. T. Bartetisoen ijj. Rückseite; R darin f, daran Francise. de agello; .bei den schnüren :
Amotdus; beim bug links: Amoldus. Poggius. — reg. Urkundenregister des kantons Schaff hausen nr. 1635. —
8661
— Joni 8, Konstanz. Bekundet, daß der bürger von Konstanz, Johann Bitterli, ihm dargelegt habe, daß er niit
seiner gernahlin Eis Bitterli götergemeinsebaft eingegangen habe. Auf seine bitte belehnt der l)ischöf den bürger zu
Konstanz, Jakob Wiezinger, als träger der frau Eis Bitterli, mit dem zehnten zu Kumbertehausen (Kumbrechtz-
husen), den bislang Johann Bitterli allein vom hochstift zu lehen gehabt hatte. Geben zu Cost an mitwach nach s.
• Erasmus tag 1418. — Or. Konstanz, Stadtarch. (Spital III E. v. 861 c). ' 8652
— Joni 10. Yerkäuft an bmder Rudolf Grauff, provinzial der Augustiner am Rhein und in Schwaben, für
.100 Thein, geldgulden e|ne jährliche rente von 10 rhein. goldgulden aus den gefällen des bischöflichen gerichtet •
Siegels zu leibgeding; jährlich an den vier fronvasten soll sie ansgezahlt werden, doch unbeschadet der älteren an-
224 Otto III. Von Hachberg, Bischof Ton Konstanz. 1418.
Sprüche auf bezüge ans der Dämlichen eiunahmsquelle. Er stellt bärgen, die neben dem zostimmenden domdekan
und domkapitel mit dem bischof siegeln. Geben an fritag vor s. Yitztag (l4)]8. — Kopb. 500, 286^ Karlsmhe;
die Damen der bürgen fehlen, im kopialbach ist freier platz dafür gelassen. 865S
1418 Jani 11^ Konstanz. Bekundet mit domdekan nnd domkapitel, daß der ritter Hermann von Landenberg, gen.
von Werdegg, der Prämonstratenserabtei Büti die pfarrkirche za Gossan bei Grüningen samt deren pfarrsatz mit zn-
stimmang der abtei St. Gallen als der lebnsherrin des pfarrsatzes überwiesen und deren Inkorporation in das kloster
durch den päpstlichen stahl erwirkt Lat [vgl. 1414 nov. 27]. Sie überlassen der abtei die vor Zeiten an laien ver¬
pfändete and vom abte am 200 golden aasgelöste qoart der kirche unter der bedingong, daß sie dem hochstift jähr*
lieh am weibnachtstago 14 rbein. golden entrichte; dafür soll sie befreit sein von der Zahlung der ersten früchte,
jedoch mit Vorbehalt der entrichtong der konsolationen und bannalia, wie sie bisher bezahlt worden. Dat et act.
Const in die b. Bamabe apostoü, qoe erat 11 . mens, ianii 1418, ind. 11 . — Or. Zürich, Staatsarch. (ClI 12
nr. 324), Diplomatar Büti 242 Staatsarch. Zürich. — Kopb. AA, 610 Erzbiseb. Arch. Freibarg i. B. — Die
qoart der kirche war in den hfindep des Johann Honborger, schaltheißen za Bapperswil, der sie dem kloster gegen
entrichtong von jährlich .14 mot kernen, 10 malter baber and 4 eimer wein d. d. 1417 febr. 10 überließ (Or. ebenda
nr. 320). — vgl. 1418 jani 23 and jani 28. 8654
jani 23, Gent Papst Martin Y. an den bischof Otto and den kleros sowie die einwohner der stadt Konstanz *
and deren amgebong: der aossteller hat ihnen die vergünstigong eines vollkommenen ablasses einmal im leben and
in der todesstonde erteilt mit der bestimmnng, daß alle ein jahr hindarch am mittwoch bezw.freitag fasten sollten.
Da aber nicht alle wegen Schwachheit, wie sie vortragen, fasten können, gestattet er, daß die belchtvüter dies in an¬
dere gute werke omwandeln können. Dat. Gebennis 9. kal. iolii, a. 1. — Or. Karlsruhe (5 Konst Kirchenordnong);
unter,dem bog links: Au, taxe 60. Jo, de Prato, T.Boghe 9 ; auf dem bog links; Jo. Famuli; auf dem bog rechts:
pro Jo, de Prato med. residuum pro seript, T, de Horst vj, Bückseits R darin f, daran Franc, de ageüo. Bei dm
schnüren: Bald.; rechts beim bog: H. holan(?) 8656
— jani 23, Konstanz. Befreit mit domdekan and domkapitel mit rücksicht darauf, daß das kloster Büti die an
laien verpfändete qoart der pfarrkirche za Gossao um 200 golden gelöst hat, die abtei für die folgenden 15 jahre
von der Zahlung der 14 golden, welche sie für gen. qoart hätten entrichten sollen [vgpL 1418 joni 11]. Dat et act.
Const in vigilia b. Johannis baptiste 1418, ind. 11. — Or. Zürich, Staatsarch. (CU 12 nr. 325). — Kopb. AA,
619 Erzbisch. Arch. Freibarg i. B. — Kopb. 500, 287*> Karlsrahe. 8656
Jani 27, Genf. Papst Martin Y. nimmt das kloster Klingental in Kleinbasel unter seinen schätz and bestätigt ihm
dessen besitzongen. Dat Gebennis 5. kal. iolii, a. 1. »Com a nobis petitor«. Or. Basel, Staatsarch. (Cling. 1730);
unter dem bog links: taxe 3; auf dem bog rechts: B^gratis. Jo,Leonius(f). Bückseits ol^n in der mitte: Pe, Kropp;
rechts: V; mitten: detur Basilea donUno H...enburg, 8^7
— jani 28. Tauscht mit dem spital za Schaffhaasen leibeigene; er gibt Margaret Büdgerin von Wilchingen and
erhält Adelheid Eber von Hasel (Hasla). Geben am nechsten zinstag vor. s. Ulrichs tag 1418. — Or. Schaff-
hausen, Stadtarch. 8668
— jonl 28, Büti. Abt Gottfried, prior Albrecht, sabprior Johann and der konvent von Büti stellen dem bischof
’ Otto and dem domkapitel wegen deren Verfügungen von l4l8 jani 11 und 23 einen revers aas; sie verpflichten
sich nach ablaof von 15 jahren dem hochstift jährlich 14 golden za zahlen; säomen sie damit bis zam daraof-
folgenden Hilariastage (jan. 13), so trifft sie interdikt and cessatio a divinis. Dat et aci in nostro monasterio
Bütinensi in vigilia beatiss. Petri et Pauli apostoloram 1418, ind. 11. — Kopb. AA, 616 Erzbisch. Arch. Frei-
‘borg L B. — Kopb. 500, 287^; 503, 273 Karlsrahe. 8659
—• jani 30, Genf. Fapt Martin Y. bestätigt dem Johann Schololn (Scholl?), kirchherm der St Leonhardskapelle
im Türrainhof, den besitz der kapelle and hofstatt daselbst ond die derselben verliehenen Privilegien. Dat. Gebennis
2. kal. iulii, a. 1. — Or. Karlsruhe (5 Türrainhof); unter dem bug links: jul, taxe 3. S.iU Prato, P, de Pistorio;
auf dem bug rechts: P,de VilUanis. Bückseits oben links: P.; mitte: E,BileveJd; rechts: C, Bei den schnüren..?
8660
~ jnli !• Bof von Beischacb, seßhaft za Stiaßberg, verkauft an Pilgrim von Headorf den vierten teil der p&nd-
schaft der feste Gaienhofen um 2125 Bh. fl., welchen er von seinem vettor selig Konz von Beischach geerbt hat,
der die gen. feste vom bistam Konst lange zeit zam pfände besessen. Geben am nähsten fritag nach s. Peters n. s.
Paals tag 1418. — Or. Karlsrahe (5 Gaienhofen). — vgl 1412 jani 24^ 8661
— jall 5. Empflehlt seinem kleras die almosensammler für die kirche in Wickersheim, Würzburger diözese. —
erw. Wibel, Hohenlohische Kirchen- ond Beformationshistorie 2,344. — reg. GFrSOrte. 4, 216. 8662
— jöli 14, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto fuhrt den aaftrag d. d. 1418 märs 7 ans und ab*
solviert, da er alles wahr findet, den Johann von Herrenberg von der exkommunikation, die er sich durch die
Otto 111. Ton Uachberg, Bischof Toii Konstanz. 1418. 225
YerletzQDg der synodal- oder provinzialstataton zngozogen hat. Dai Const. 1418, 2. id. inliii ind. 11. — Or. Stnti-
gart, Staatsarch. (Kottenburg, Stift St. Moriz); auf dem bug: Mich. Rüchseits ol^n: Jo. Sdiür. 8663
1418 Juli 15} Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beauftragt den dekan, kämmerer und die mitbrüder
des dekanats Kottweil, die Präsentation des priestcrs Nikolaus Kel (vgl. 1417 dez. 18) auf die pfarrkircbe Kappel
bei Yillingen durch Erhard von Falkonstein in der kirche zu Kappel zu verkünden und die einspruch erheben wollen
auf mittwoch vor Jacobi (juli 20) nach Konstanz zu laden. Dat. Const. 1418» id. iulii, ind. 11 . — Welti, Urk.
Baden s. 324 nach or. Baden» Stadtarch. mit dorsualnotiz: womach Johann Schilling» kirchherr zu Weilerabach,
den gen. proklamierte. — vgl. 1418 juli 21. 8664
— Juli 16^ Genf. Papst Martin Y. beauftragt den propst von Schdnenwerd, den priester Heinrich Bust» welcher
nach dem tode des kirchherra Dietrich von Kußwil von edelknecht Ulrich Bust dem bischof Marquard auf die Pfarr¬
kirche vo|] Escholzmatt präsentiert und von letzterem investiert worden war, in dem besitze der pfarrkircbe zu be¬
stätigen. Heinrich Bust hatte dispens erhalten super defectu natalium, de soluta et soluto genitus. Die pfarrkircbe be¬
sitzt nicht mehr als 6 m. s. einkünfte. Dai Gebennis 17. kal. aug.» a. 1. — GFrbOrte. 54» 365 nach or.in privat-
händen. 8665
— Juli 18^ Hainau. Bestätigt der priorin und dem konvente des Augnstinerklosters zu Meersburg das ein-
gerüclrte Privileg des bischofs Eberhard II. von 1271 mai 30 (Begg. Konsi 1 nr. 2289) und fügt weitere gnaden-
erweisungen hinzu, nämlich freiheit von interdikt und ablaß beim Ave Marialäuten wie in der pfarrkircbe. Dai et
act. Mayeiiou ordinis Thontunicoram 1418, die 18. iulii, ind. 11 . — Or. Donaueschingen (Meersburg I» l). — reg.
ZGOBh. 27» 468. 8666
— juli 19, Stein a. Bh. Schreibt an bürgermeister und rat der stadt Freiburg: sie haben wohl erfahren» daß
zwischen seinem vater markgraf Budolf von Hachberg und ihm Streitigkeiten ausgebrochen seien. Die städte Kon¬
stanz und Basel haben deshalb zu deren Schlichtung einen tag gen Basel auf sonn tag nach Jacobi (juli 3l) ange-
setzi Er bittet die stadt Freiburg ebenfalls mit einer botschaft dortselbst zu erscheinen. Geben ze Stain 1418» am
zinstag vor Jacobi apostolL — Or. (Papier) Freiburg i. B.» Stadtarch. (Bistum Konsi). 8667
— juli 21, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Bottweil»
den priester Nikolaus Kel in die pfarrei Kappel bei Yillingen einzuweisen (vgl. 1418 juli 15). Die kirche war durch
die resignation des Johann Brüstli vakant geworden. Dai Const. 1418, 12 . kal. aug.» ind. 11 . — Welt!» Urk.
Baden s. 325 nach or. Baden» Stadtarch.; auf dem bug rechts: Mich, nomine Frid.; rückseits: Conradue Auen»
Steuer. 8668
— ftUg. 1, Genf. Papst Martin Y. beauftragt den abt von Si Georgen im Schwarzwald, den zwischen kloster
Alpirsbach und kloster Stein a. Bh. mit gutbeißung des bischofs Marquard (vgl. 1403 märz 17) vorgenommenen
tausch der Pfarrkirchen Huchlingen und Oberiflingen, von denen erstore (Huchlingen) nun dem Idoster Stein a. Bh.»
letztere (Oberiflingen) dem kloster Alpirsbach geboren soll» zu bestätigen. Dai Gebennis kal. aug.» a. 1 . »Desiderantes
statum«.—Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kl. Alpirsbach); unter dem bug links: taxe 24 9 : auf dem bug rechts: B'" gratis.
T. de Horst ij. Bückseits B darin f, daran Franc, de ageUo; bei den schnüren: Jo. Basne; links beim bug: Jo.
Basne. Poggius. — 1418 nov. 7 führt Johann abt Yon Si Georgen obige bulle aus. Dai et act. 1418» ind. 11 .»
die 7 . mens. nov... in civitate Consi et ibidem in domo honesti viri Erhard! dicti Märk zü dem guldin erütz nun-
cupata etc. Zeugen: Bicbard kirchherr zu Yillingen» dekan des dekanats daselbsi Nikolaus Werner kirchher zu Lid¬
ringen» kämmerer des dekanats Bottweil» und Berthold gen. Lidringer von Bottweil» kirchherr zu Stetten (notaiiats-
instr. des Heinrich Stoll von Sulz ebenda). 8669
— ang« 13, Genf. Papst Martin Y. bestätigt dem kloster Thorberg die von Petrus, damaligen kardinallegaten, vor-
genommene Inkorporation der kirchen zu Koppigen» Alchenstorf und Krauchtal» deren patronatsrecht dem kloster
(zu dessen grnndung) von freiherr Petrus von Thoiberg geschenkt worden war, sowie der kirche zu Walkringen
(Walgkaringen), deren patronatsrecht dem kloster eine frau geschenkt hat. Die einkünfte der kirchen betragen
153» die des klosters 260 Bh. fl. Dat. Gebennis id. aug.» a. 1 . »Sacre religionis«.— Or. Bern, Staatsarch. (Burg¬
dorf); oben: ad cameram; unter dem bug links: taxe 80 9 ; auf dem bug rechts: gratis. T. de Horst viij. Bück¬
seits B darin A; bei den schnüren: Anselmus; weiter: Cartusien.; beim bug links: Anselmus, F. de Bossis. —
Die inkorporationsurkunde des Petrus kardinalpriesters tit s. Grisogoni ebenda d. d. Straßburg 1414 juli 26
. ( 7 . kal. aug. pontif. Johannis XXIII. a. 4.). — Mit der ausfühmng der papstbuUe war propst Nikolaus von Inter¬
laken beauftragt; vgl. die urkunde d. d. 1418 dez. 13 ebenda. 8670
— aug« 13, Genf. Papst Martin Y. gewährt der stadt St. Gallen auf ihr ansuchen die Vergünstigung, daß sie
beim aufenthalt exkommunizierter nicht vom interdikt betroffen würde, wenn sie die betreffenden ausweise und
selbst nicht den anlaß zur exkommunikation gegeben hat Dat. Gebennis id. aug., a. l.—U-B. Si Gallen 5 » 2727.
— vgL 1417 märz 14. 8671
29
226 Otto III. Yon Hachbergy Bischof yon Konstanz. 1418.
1418 aug. 26, KaiserstnhL Bestätigt darch transfiz die Stiftung einer meOpfrande zu ehren der allerseligsten
jongfran, der apostel Petras und Paulus und des hl. Johannes ev. in der kapelle zu Nentzingen. Die Stiftung erfolgte
am 9. aug. 1418 durch Konrad graf zu Nellenburg mit Zustimmung dessen bruders Eberhard. Als erster kaplan
wird der priester Johann Lütold von Stockach bestimmt, dessen einkfinfte näher angegeben werden. Dat. et act in
opido nostro Caiserstul 1418, 7. kal. sept, ind. 11 . — Or. Karlsmhe (8/23^). 8672
— sept. 6 . Gestattet dem Büdger Spengler, leutpriester zu Baden, über sein ganzes vermdgen, sowohl über die
patrimonialgüter wie über die einkünite seines benofiziums, frei testieren zu können. Anno 1418, ind. 11 , 6 . die
mens. sept. — Welti, Urk. Baden s. 328 nach Or. Baden, Stadtarch. — reg. ASchweizGesch. 2 , 90. 867S
— sept. 13, Tiengen. Bestätigt nachstehende urkunde: 1418 ang. 4. Panthaleon von Inkenberg and Johann
Müller, püeger des armenspitals zn Zürich, dem das patronatsfecht über die kirche St Peter zu Zürich zusteht, be¬
urkunden, daß Ulrich Graw, einwohoer zu Zürich, Johann Sigrist, Weltin Brogant and Nikolaus Sigrist von Altstetten,
fabrikpfleger der muttergotteskapolle in Altstetten, einer tochterkirche zn St Peter in Zürich, mit Zustimmung gen.
spitalpfleger und des Johann Güttinger, ständigen vikars der kirche St Peter zu Zürich, den noch undotierten altar,
zu ehren der Muttergottes und des hl. bischofs Sabinas geweiht mit näher genannten gutem dotiert haben. Für
den anzustellenden präbendar treffen sie folgende bestimmungen: alle öblationen an gen. altar sollen zur hälfte dem
Vikar von St. Peter, zur hälfte dem pfründnießer gehören; Zuwendungen an die pfründe selbst sollen jedoch zum
gmndstock der pfründe geschlagen werden. Die kollatur soll dem armcnspital zustehen. Der pfründnießer soll
schwören, residenz zu halten; er soll an Sonntagen und dreimal in der woche die hl. messe an gen. altar lesen, wenn
jedoch der ständige vikar von St. Peter oder dessen helfer auf dem hochaltar zelebrieren, soll er erst nach dem Of¬
fertorium seine messe beginnen; er soll an dem ofßzium in der filialkirche teilnehmen, wenn der ständige vikar
dasselbe abbält; er soll mit Zustimmung des ständigen vikars die leute seines sprengels beicht hören dürfen. Ala
präbendar präsentieren sie Heinrich Sartor von Lenzbarg, noch unbepfründeten priester. Dat. et act Tburegi 1418,
4. die mens, aug., ind. 11. Der bischof gibt dem präbendar die Vollmacht, mit Zustimmung des ständigen vikars
belebt ZU hören und zu absolvieren mit ausschluß der reservatfälle. Facta est hec approbacio .. in Castro nostro
Tangen in vigilia ezaltationis s. emeis 1418. — Or. Züiich, Staatsarch. (CI 2888). 8674
— sept. 13, KaiserstnhL Gibt unter einrückung der päpstlichen bulle seine Zustimmung zu der Inkorporation
der kirche von Arberg [1418 mal 29] in die kirche des hl. Vinzenz zu Bern unter Währung der ersten früchte. DaL
et act in opido nostro Eayserstul 1418, id. sept, ind. 11 . — Or. Bern, Staatsarch. (Stift^— 1418 mal 29, Bern.
Martin Y. an den abt des klosters Frienisberg. Schultheiß und rat von Bern trugen vor: da bei dem neubau der
s. Vinzentiuskirche allein schon für die mauer um den hugel, auf welchem die kirche erbaut werden soll, über
50 000 kammergulden verwendet wurden und wohl das doppelte vor Vollendung des begonnenen baues aasgegeben
werden müsse, der kirchenfabrik jedoch außer den gaben der gläubigen keine mittel zur Verfügung stünden, bitten
sie um Inkorporation der kirchen zu Arberg (Arberia) und Balmion, Konst, und Lausanner bistums, deren patro-
natsrecht sie der leutkirche schenken. Die einkünfte der beiden kirchen betragen 30 m. s. Dat Berne 4. kal. iunii,
a. 1 . »Ad ea libenterc. — Or. Bern, Staatsarch. (Aarberg); unter dem bog links: taze 60 9 ; auf dem bng rechts:
gratis, Ämoldus tj, Bückseits R darin A; bei den schnüren: ArnMus; links beim bug: Arnoldus, 8. ds^.
Quer: Iticorporacio eeeleaiarum in Arberia et in Balmlon, 29 dueat, tu Idane, — 1418 mai 2 . Martin V. befiehlt
' auf bitten von Schultheiß und rat zu Bern dem abt des klosters Frienisberg, der Vinzontiuspfarrkirche zu Bern die
kirchen in Greuchen und Aeschi, Lausanner diözese, deren einkünfte 20 ro. s. nicht übersteigen, zur Vollendung des
neubaues zu inkorporieren. Dat Constancie 6 . non maii, a. 1 . — Or. Bern, Staatsarch.(Büren); oben: ad cameram;
unter dem bug links: Jul. taze 60. Jo, de Prato. T, Bochel(?) 9 . Expedit. 10. hü, aug. a. l.Juetinus, Auf dem
bog rechts: A. de Cumie. tj. Bückseits R darin .4./ bei den schnüren: Bald.; rechts beim bog: H. Holair. Ineor^
poratio eecUeiarum in Greuchen et Esehi eedesie Bernen. 28 flor. de eamera. — 1418 juli 12 . Maitin V.
an den abt des klosters Frienisberg (Aurora). Schultheiß und rat von Bern haben vorgetragen, die pfarrkirche des
hL Vincenz, welche durch Deutschordenspriester versehen wurde, ist zu klein und eng, um alle pfarrangehörigen
fassen zu können. Sie beabsichtigen darum die kirche niederzureißen und eine größere zu bauen, zumal verschiedene
. leute altäre und kapelleu stiften wollen, unter der bedingung, daß ihnen das patronatsrecht eingeräumt würde. Der
papst beauftragt den adressaten mit der ausführung im sinne der bittsteiler. Dat. Gebennis 4. id. iulii, a. 1 . — Or.
. Bern, Staatsarch. (Stift); unter dem bug links: taze 50 9 ; rechts auf dem bug: gratis, S. de Horst e. Bück¬
seits B darin A; bei den schnüren: Bald.; links beim bug: Bald. Jo. Kust. — Die interessanten abmachungen
zwischen der stadt und dem deutschordenshause erfolgten 1427 mai 1 (urkunden ebenda). 8675
— sept. 13, Ulm. Kaiser Sigmund gestattet dem markgrafen Bernhard, welcher auf sein begehren zwei kaufleuten
von England die Zahlung von 30 000 Ci'auzösischen krönen auf nächste liechtmeß versprochen hat, sich selbst
deckung zu verschaffen aus den 36 220 fl., ivelche ihm herzog Friedrich von Österreich auf nächste Michaeli zu
Otto III. von Hacliberg, Bischof von Konstanz. 1418. 227
Konst, bezahlen soll und ans den zehnten von den bistumem Konstanz, Basel»Straßbnrg, Spoier ond Worms, die der
marhgraf einziehen soll. — reg. Altmann, Kegg. Sigmunds nr. 3456; Regg. Markgrafen von Baden I, 3055 nach or.
Wien.—t)ber den einzng des zehnten im histum Konst, vgl. die betreffenden regosten der Regesten der Markgrafen von
Baden I 3057 ff. Von dem zehnten ans Konst werden 2400 Rh.fl. dem grafen Rudolf von Tettnang angewiesen (ygl.ebd.
3067). — Abrechnung d. d. 1422 sept. 7 (ebenda nr. 3451); markgraf Bernhard hat an zehnten im bistum Kon¬
stanz für kCnig Sigmund eingenommen 22 971 fl. — ln Innsbruck, Statthaltereiarch. (8009) finden sich 5 blättcr
mit der aufschrift: »hiernach sind vermerckt die pfaffensture ...« betrifft Konstanz, speziell den Breisgau. Gehört
dies hierher oder unter Ruprecht 1405 ? — vgl. das register bei Kaiser, Mitteilungen der Bad. Hist Kommission
nr. 23 (1901) m83ff. 8676
1418 sept. 14, Kaiserstuhl. Der generalvikar in spir.'b. Ottos bekundet auf die Vorstellung des vicepropst, kapitels,
plebans und der anderen kirchlichen personen der propstei St Felix und Regula in Zürich, daß sie das wegen er-
mordung eines priesters Job. Stamler durch einen laien über das dekanat wie sie das zuvor erfahren haben, ver¬
hängte interdikt aus unwissen nicht beachtet haben, und warnt sie zukünftig vorsichtiger zu sein. Dat Kajser-
stöl 1418, 18. kal. oct, ind. 6(!) — Stiftsurbar Zürich, fol. 240, Staatsarch. (notiz im material). ^77
— sept. 14, Ulm. König Sigmund präsentiert dem bischof den priester Johann Huninger für die durch tod des
Rudolf Wig erledigte pfarrkirche in Horn (Horow). — reg. Altmann, Begg. Sigmunds nr. 3461. — Reichsreg.
Sigismunds 6 fol. 16 Wien. 8678
— sept. 19, Ulm. König Sigmund verhängt auf klage des bischofs die acht über die stadt Meersburg. — reg.
Altmann, Regg. Sigmund nr. 3527. — vgl. 1419 okt 11. 8679
— (alias 1417) okt. 6. Mag. Johann Keller von Stockach, decr. dr., Konst domherr, stirbt — MG. Necrol. 1,
293. 8680
— okt. 10, Innsbruck. Friedrich herzog von Österreich präsentiert dem bischof Otto bezw. dessen generalvikar
auf die pfarrkirche zu Rapperswil, welche durch den tod des Heinrich Aichhom vakant geworden, den priester Jo¬
hann Ferner. Dat in Inspmgg 10. mens, oct 1418. — Or. Rapperswil, Stadtarch. 8681
-r- okt. 11, Tiengen. Urkundet: abt Johann von St Blasien trug vor: in der pfarrkirche Nellingen wurden
vor Zeiten 2 altäre. einer zu ehren der Muttergottes, der andere zu ehren des hl. Blasius gestiftet doch so gering
dotiert daß ihre einkünfte nicht ausreichen, um die darauf ruhenden gottesdienstlichen Verpflichtungen zu erfüllen.
Der aussteller vereinigt deswegen beide altäre miteinander mit der anflage, daß ein bruder der propstei Nellingen
wöchentlich je 3 hl. messen auf jedem altare lese. Dat et act in oppido nostro Tüngen 1418; die vero 11. mens,
oct, ind. 11. — Or. Karlsruhe (St. Blasien). 8682
— okt. 18, Villingen. Bruder Georg, bischof von Demetrias (Dymitriensis), Predigerordens, generalvikar in pont
des bischofs Otto, weiht im hause der schwestem der vettersammlnng zu Villingen einen altar zu ehren der
hl. Maria, Peter und Paul usw. von neuem, unter einwilligung des pfarrektors Richard von Villingen. Allen, die
den altar an den festen seiner heiligen, ihren oktaven sowie am weihetage desselben besuchen, ein Vaterunser beten
oder irgendwie dem altar ihre hilfreiche hand bieten, erteilt er 40 tage bezw. 1 jalnr ablaß. 1418 (15. katnov., in
festo 8. Lucae ev.). — Or. Villingen, Bickenkloster. — ausz. Petrus, Suev. eccl. 811. — reg. Vetter, Villingen 56
nr. 22. — ZGORh. 32,287 nr. 56 zu dez. 18 (^ Lucia). 8686
— noT.,Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beurkundet, daß vor ihm Heinrich von Wildberg, edelknecht,
dem Rudolf Windecker, dekan des dekanats Znricb, als prokurator des Schultheißen und rates der stadt Rapperswil
das patronatsrecht der pfarrkirche zu Wildberg geschenkt habe, unter der bedingung, daß die stadt R. für die ab-
baltung eines anniversars für den schenker und seine eitern in der kirche zu W. jährlich 6 scheffel getreide entrichte.
Der aussteller bestätigt die Schenkung. Acta Const. in aula episcopali 1418, ind. 11., pontif. Martini a. 1., mens,
nov.; zeugen: Ulrich Truchseß, domherr, und Johann von Steinegg, kantor von St. Johann zu Konst — Notariats-
instmment des Ulrich Snlzberg: Zürich, Staatsarch. (CIV 5 Wildberg); auf dem bog : R 1 ft, Rückseits oben: Jo,
Schur, — Der schenknngsbrief des Heinrich von Wildberg, edelknechts, seßhaft zn Aarau, für die stadt Rapperswil
d. d. 1415 okt. 15 ebenda. — Kopie Rapperswil, Stadtarch. 8684
— nOY. 3, Konstanz. Bestätigt dem kloster Königsfelden die Schenkung des patronatsrechtes der pfarrkirche
Bremgarten durch herzog Friedrich von Österreich, unter Vorbehalt der bischöfl. rechte. Dat Ck>nst 1418, 3. die
mens, nov., ind. 11. — Or. Aarau, Staatsarch. (Königsfelden 515). — erw. v. liebenan, Königsfelden 102. 8685
— nOT. 9, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfii die Stiftung und bewidmung einer
pfründe zu ehren der Muttergottes und aller jungfrauen, der hl. Johannes d. T. und EvangeL, Michael, Georg und
Hugbert in der St. Peterspfarrkirche zu Reutlingen durch Räte Reck, bürger zu Reutlingen, d. d. 1418 mal 3
(zinstag nach s. Walpurg tag) mit Zustimmung des abtes Nikolaus von Königsbronn und Eonrads Brügel, pfarrers
29 *
228 Otto ni. Ton Hachbei^, Bischof yon Konstanz. 1418—1419.
za Beatlingen. Dat. Const. 1418» 5. id. nov.» ind. 11. B. — Or. Stuttgart» Staatsarch. (Beutlingen); auf dem bog:
Mich, tiomituf Frid. — erw. DiÖzesanarchSchwaben. 1896» 3. 86M
1418 nOY. 24, Konstanz. Verkauft auf wiederkauf die quart der niederen kirche zu Waldshat um 1300 goldgulden
an die äbtissin Elisabet von Liningen und den konvent des Elarissenklosters Königsfelden, nachdem dieselbe aus
der hand des Atzen Esel ausgelSst worden war. Domdekan und domkapitel stimmen zu. Geben ze Cost. an s. Ka-
therinen abent 1418. — Or. Aarau, Staatsarch. (Königsfelden 516). — Kopb. AA, 811 Erzbisch. Arch. Freibuig
i. B. — Revers der Elisabeth von Liningen äbüssin und des konvents d. d. 1418 nov. 29 (Geben an s. Andres
abend des hl zwölfbotten 1418): Or. Karlsruhe (5 Konst Waldshut). — Kopb. 502 Karlsruhe. — Kopb. AA» 811
Erzbisch. Arch. Freihurg i. B. 8687
— nOT. 26, Mantua. Papst Martin V. beauftragt den bischof von Todi (Tudertin.) und die pröpste von St Stephan
zu Konst und Bischofszell» dem Johann von Prasberg» kirchherrn zu Niederwangen, die vilüirie der pfarrkirche zu
Wangen mit 16 m. s. einkünften» welche durch tod des Konrad Suesser erledigt ist, zu verleihen, auch wenn sie
durch resignation des priesters Albert Schmid von Herrenberg vakant geworden. Der papst hatte denselben früher
von dem makel der gebart (de soluto et soluta) dispensiert und ihm die Vergünstigung erteilt, daß er zunächst ein
kuratbenefizium und, nachdem er Niederwangen erhalten, drei weitere benefizien mit oder ohne seelsorge annehmen
dürfe; zuletzt providierte ihn der papst mit der pfarrei Immenstaad mit der Vergünstigung, daß er diese zugleich mit
Niederwangen und 2 anderen benefizien behalten dürfe. Dat. Mantue 6. kal. dec., a. 2. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Wangen); unter dem bog: Mar, taxe 30. O. Stoter, Jo, Simonis, Expedit, kal, aprUis efi 2, Ja, Sten,(?); auf
dem bog rechts: Jo, Esung ij, Bückseits E darin f; bei den schnüren: B, P.; beim bug rechts: Jo, Tremosniz,
8688
— nOT. 26, Konstanz. Beauftragt das dekanat zu Wiesental, zu gestatten, daß die kirche Höllstein durch pro-
fessen des klosters St. Blasien verwaltet werde bis auf widerruf. Dat. et act. 1418» 26. mens, nov., ind. 11. —
Or. Stiftsarch. St. Paul in Kärnten; rückseits links oben: Otto Const, (eigenhändig ?). 8689
-r- noy. 30, Konstanz* Schreibt an die plebane zu Bavensburg und Lindau: sie sollen die ihnen noch namentlich
zu bezeichnenden leute auffordem, die dem ehemaligen stadtschreiber von Konstanz (protonotario civitatis Const.),
Nikolaus Schulthaiß, gebührenden zinse zu entrichten oder sich mit diesem innerhalb 8 tagen nach erfolgter auf-
forderung auseinanderzusetzen. Tun es jene leute nicht, so sind sie zu exkommunizieren; verharren sie in ihrem
trotz, so sind ihre frauen und familien vom gottesdienst auszuschließen. Die namen der exkommunizierten sind dem
bischof anzuzeigen, damit er gegen die rebellen mit härteren strafen Vorgehen kann. Das vorstehende soll nach
3 Jahren keine kraft mehr haben. Dat. Const 1418» 2. kaL dec.» ind. 11.—Kopb. 1491,184^ Karlsruhe (Formel).
Eine gleiche formel vom offizial ausgestellt d. d. 1424 märz 12, ebenda; vgl. die gleiche formel d.d. 1418 Jan. 29.
8690
1419 Jan. 4. Hans von Tengen» freiherr zu Eglisau, schlichtet mißhelligkeiten zwischen dem abte Hugo von
Rheinau und dem grafen Hermann von Sulz, dem oheim des ausstellers, als dem Vertreter seiner kinder. Der abt
von Rheinau soll nur den grafen Hermann und seine kinder zu kastvögten des klosters hestellen, die dann des
klosters nutzen und ehre fördern sollen. Die »rechnung« soll »in gutem bestan«; will graf Hermann von des klo¬
sters wegen nicht auf sie verzichten (enberen), so soll auf sein ansuchen der abt von Rheinau innerhalb eines
monats vor bischof Otto rochnung ablegen in gegenwart des grafen Hermann; vor dem bischof hat auch graf Her¬
mann beschwerde anzubringen, wenn er glaubt, daß die rechnung nicht richtig geführt sei; dem urteile des bischofs
sind beide teile unterworfen. Wird bis zum tage Johanns d. T. (Juni 24) seitens des grafen, seiner gemahlin oder
seiner söhne vom abte die rechnung nicht verlangt, so ist der abt davon befreit, rechnung abzulegen. Abt Hugo
und graf Hermann siegeln neben dem aussteller. Geben an der nechsten mitwochen vor der hl. drig kung tag 1419.
— Or. Karlsruhe. 8691
— Jan. 4, Konstanz. Der generalvikar in spir. b. Ottos bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung des
Mattergottes-, Cosmas- und Damian-, Dreikönig-, St Margaret- und Dominikusaltars in der kirche zu Oberlingen
durch Heinrich Rudolf, bürgor zu Oberlingen, d. d. 1418 dez. 20. Der komtur der Mainau hatte seine Zustimmung
gegeben. Dat Const 1419, 2. non. ianuarii, ind. 12. — Or. Karlsruhe (2/163); rückseits oben: Buoß, 8692
— Jan. 5^ Oberlingen. Br. Georg, bischof von Demetrias (ep. Dymitrion.), Predigerordens, generalvikar in pontif. b.
Ottos, weiht 1419 jan. 5. einen altar in der kapelle zu Oberlingen» einem filial zur pfarrkirche, zu ehren der Matter
gottes, der hl. drei könige» Kosmas und Damian, Leonhard und Dominikas und aller Seelen und erteilt 40 tage
bezw. 1 Jahr ablaß und legt den weihetag auf sonntag nach Epiphanie (1419 in vigilia Epiphanye). — Or. Über¬
lingen, Pfarrarch. (B. nr. 20). — reg. ZGORh. NF. 22 (l907) ml68 nr. 2. 8693
— Jan. 6, Konstanz. Verkauft auf wiederkauf an Albrecht Blarer, sohn des Heinrich Blarer zum PAug sei*
bürgers zu Konst, um 1029 ^ Konst die zehnten zu Taisersdorf, Seelfingen, Pfalfeuhofen, Bambergen (-boren)
Otto III. Ton Haclibergy Bischof von Konstanz. 1419. 229
Schwendi (Swondy), Hohenbodmann und zn den HCfen, Hedertsweiler (Hedratzwiler), Wälde (Weldi) and Unter-
bachy dazu eine jäbrlicbe gälte von 1 malter speit (vesan) ans dem baubof zu Hobenbodmann. Um jene summe
batte er die bezcicbneten eiukfinfte vom kloster Münsterlingen wieder an das bocbstift gebracht (belediget). Dom¬
dekan und domkapitel stimmen zu. Gegeben ze Cost uff unser pfallentz an fritag vor s. Hylarien tag 1419. —
— Or. Karlsrube (5 Gen. 195). — Kopb. 492 (306) nr. 136 Karlsrube. 8094
1419 Jan. 7, Mantua. Papst. Martin V. an die biscbofe von Oloron (Oloren.) und Konst., sowie den abt von Petors-
bausen: Marquard komtur und die brüder der Mainau trugen vor, daß das recht der Verwaltung der fr ächte, almosen
und offertoria der Pfarrkirche Überlingen, welche der Mainau inkorporiert ist, der Mainau zustehc, während die
kapläne der Pfarrkirche, nämlich: Konrad Galler, Konrad Gessel, Konrad Hufli, Johann Molitor, Rudolf Bot, Mi¬
chael Folgenstad, Johann Georg, Jakob Kupferschmid, Konrad Stähelli und Johann Rordorfer die Mainau in diesem
rechte stdrten. Es kam vor der synode zu Konst, zur Verhandlung. Der papst bestätigt das zu gunsten der Mainau
gefällte urteil mit auflage der kosten, die sich auf 90 goldgulden belaufen. Dat. Mantue 7. id. ian., a. 2. »Potitio
dilectorum«. — Or. Überlingen, Stadtarch. (Lad. 10 nr. 1516): unter dem bog links: 45; auf dem bug rechts:
gratis, T, Batensoen. Rückseite oben mitte: Pe. Kropp, — 1416 dez. 4 hatten die kapläne in ihrem libell er¬
klärt: obwohl die pfarrkirche zu Überlingen dem hause Mainau inkorporiert und an einkänften so reich sei, daß
diesem jährlich über alle lasten noch 1000 goldgulden verbleiben und den alten Stiftungen gemäß jeder von ihnen
wüchentlich 5 messen zu lesen verpflichtet sei, der leutpriester alle oblationen und almosen einziehe; sie außerdem
täglich der matutin, messe, vesper in der pfarrkirche anwohnen, den leutpriester morgens und abends an die gräber
begleiten und die Sakramente spenden müßten wie er und dessen bezahlte helfer: so seien doch ihre beneflzien an
der Pfarrkirche so klein, daß sie nicht standesgemäß leben könnten. Sie bitten daher die wenigstens zur zeit des
gottesdienstes fallenden almosen und spenden ihnen vollständig zuzuteilen oder die in je einem jabr nach abzug
der lasten übrig bleibenden früchte, almosen und oblationen ihnen zuzuweisen. Das urteil lautete: die ansprüche der
kapläne sind ungerecht und die angeklagten kapläne in die kosten zu verurteilen, deren höhenbestimmung das ge¬
recht sich vorenthält. (Or. ebenda). — Mit diesem urteil wurde das recht des leutpriesters auf bezug der nebenein-
künlte energisch gewahrt. — Die angelegenheit wurde weiter verhandelt Vorhanden sind urkunden d. d. 1418
juli 15: die appellation der vikare wird verworfen von Johann bischof von Ostia; 1418 juli 29 ebenfalls ab Weisung.
— 1419 febr. 1 teilt Petras bischof von Oloron (Oloren.) dem bischof von Konst, und den Vikaren YOn Überlingen
das urteil Martins Y. mit; die 90 goldgulden prozeß- und 20 gülden ezpeditionskosten für das exekutionsmandat
sind innerhalb 60 tagen zu zahlen (ebenda). — Kopb. Karlsruhe (3/189). 8695
— jan. 8, Konstanz. Konrad Höflich, Chorherr von St Stephan zu Konst, snbkollektor der früchte und einkünfte der apost*
kammer in Stadt und diözese Konst, von Bartholomens bischof von Pesaro (Pensaurien), apost nuntius, abgeordnet, beur¬
kundet von Berthold, abt des Allerheiligenklosters in Schaffhausen, tür die ersten früchte der pfarrkirchen in Andel¬
fingen und in Beringen, welche dem gen. kloster inkorporiert wurden, 23 m. s.= 120 Rh. fl. erhalten zu haben.
Dat et'act Const 1419, 8. die mens, ianuarii. — Or. Schaff hausen, Staatsarch.; auf dem bug: Johannes Bosch
noiarius, — reg. Urkundenregister für den kanton Schaff hausen nr. 1649. — erw. Rueger, Chron. Schaffh.2,1164,
vgl. s. 989 anm. 1. 8696
— jan. 10^ Konstanz. Teilt dem dekan des dekanats Wiesental mit daß jeder taugliche mönch aus dem kloster
St Blasien die pfarrei Brombach versehen könne, ohne kanonisch investiert zu sein. Dat Const 1419, die 10. mens,
ianuarii, ind. 12. — Or. Karlsruhe (St Blasien). 8697
— jan. 24, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt die 1375 aug. 8 [Regg. Const. 2 nr. 6346] erfolgte
Stiftung der St. Nikolauspfinünde zu Grötzingen, deren jährliche einkünfte.auf 3(t holler oder darüber angewachsen
sind. Dat Const 1419, 9. kal. fahr., ind. 12. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Nürtingen G.V.); auf dem bug: Mich,
nomine Frid, Rückseits: Buoß, 8698
— jan. 24, Zürich. Konrad Höflich, suhkollektor der apost. kammer in der stadt und diözese Konst., beurkundet:
aus anlaß von inkorporationen von kirchen an das spital zu Zürich, darunter der St. Peterskirche, sind die pfleg er
des spitals verpflichtet, jährlich an die apost kammer 1 fl. zu entrichten, mit dessen bezahluug sie jedoch nach
aasweis der kammerregister seit jahren im rückstande sind. Der kollektor sah sich deswegen genötigt, gegen die
Spitalpfleger mit geistl. strafen vorzngehen. Diese erscheinen deswegen und erklären, daß die Vorgänger des kollek-
tors dem spital mit rücksicht auf die kranken jeweils die abgabe erlassen haben. Sie bitten um die gleiche Vergün¬
stigung. Der kollektor gewährt ihre bitte und hebt die verhängten strafen auf. DatThuregi 9. kal. febr; 1419, ind.
12. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 18 nr. 665). 8699
— jan. 31, Konstanz. Belehnt nach dem tode des Löw Schwarz und Elisabeth von Hof den Konrad Ruh und
dessen sohn Rudolf mit den 1411 dez. 26 gen. gutem zu Fischbach, Helmsdorf, Happenweilen und Immenstaad.
Geben zu Cost. an cinstag vor unser lieben froweu tag der kertzmhe 1419. — Or. Karlsruhe (5 Fischbach). ^—
abschr. Zürich, Staatsarch. (WII 17), — vgl. 1410 aug. 16. 8700
230 Otto m. Ton Uachberg, Biscbof yon Konstanz. 1419.
1419 febr. 13^ Konstanz« Erteilt dem klosterEogelberg för besnchr spenden and andachtsubongen 40 tage bezw.
1 jabr ablafi (40 dies criminalinm et annnm veniaiiam peccatomm). Dat Consi in anla nostra episcopali 1419,
id. febr., ind. 12 . — Or. Stiftsarch. Engelberg (A aa). — GFrSOrte. 57 (1902) 191. 8701
— febr. 23, Konstanz. Bekundet, daß die Streitigkeiten zwischen ihm and der stadt Meersbarg durch Ver¬
mittlung seines Vorgängers Albrecht Blarer und des rats von Überlingen beigelegt sind. Der biscbof erhält für sich
und seine leute jederzeit freien Zutritt zu der stadt, von allen büßen ein drittel. Der bischöfliche amtmann soll ein¬
gesessener bürger zu Meersbarg sein, dem rate schwören und im rate sitzen. Aussteller und Vermittler siegeln.
Geben ze Cost. an s. Matbis abent des bl zwoelffhotten 1419. — Or. Meersburg, Stadtarch. — Leuthins Eopb.
Meersburg 49. — reg. ZGOBh. 27, 17; NF. 2 , m81 nr. 1 . — vgl. folgende nr. 8702
— febr. 23^ Konstanz. Bürgermeister, rat und bürger von Meersburg beurkunden ihrerseits den mit bischof Otto
abgeschlossenen vertrag [vgL vorige nr.]. Der Vermittler Albrecht Blarer weil, bischof und der rat von Überlingen mit
dem kleinen Siegel siegeln. Geben ze Cost. an s. Mathis abent des zwelf hotten 1419.—Or. Karlsruhe (5 Meersburg).
— Kopb. 501, 107**; 729, 113 Karlsruhe. — ausz. Kopb. 503, 529 Karlsruhe. — ZGOBh. 27, 17. — Merz,
SYGBodensee 9, 84. 8703
— märz ly. Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfiz die neue altarpfrdnde
auf dem Mattergottesaltar in der pfarrkirche zu Echterdingen (Ähterdingen), welche Heinrich Tegen, priester, und
dessen bruder Albert mit Zustimmung des abtes von Bebenhausen d.d. 1419 märz 2 gestiftet und bewidmet haben.
Dat. Consi 1419, non. marcii, ind. 12 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bobenhausen); auf dem bog: Uick, nomitiB
Ir. i?e 1 flor.; rftckseits oben: Buoß. 8704
— mXn Florenz. Papt Martin Y. an die Vasallen des klosters Si Gallen: die abtei ist dadurch vakani daß
Heinrich Gundelfingen in die bände des papstes resignierte. Der papst providierte den Konrad abt von Pegau (Pi-
gavien.) in der diözese Merseburg; er erbinnte aber, daß diese Versetzung weder zu gunsten der abtei St. Gallen
noch der von Pegau sei und providiert deswegen den Heinrich v. Maasdorf (Mangistorff), propst der propstei Skolon,
Nuemburgen. dioc., priester. Er befiehlt ihnen gehorsam gegen den neuen abi Dai Florencie id. marcii, a. 2. —
Ü-B. St. Gallen 5,143 nr. 2741 nach or. Stiftsarch. 8705
— märz 22^ Konstanz. Urkundet: Georg von Friedingen, domherr zu Konst., hat zur größeren Verehrung des
leidens Christi augeordnet, daß jeden freitag zur mittagszeit auf dem dorne geläutet werden sollte. Er erteilt des¬
wegen allen, welche ein vater unser und den englischen grüß dabei beten, 40 tage bezw. ein jahr ablaß. Dat. Const.
1419, 11 . kal. apr., ind. 12 . — Or. Karlsruhe (5 Konst. Kirchenordnung). — erw. Anniversar nr. 8,76 Karlsruhe.
8706
— märz 27) Florenz. Papst Martin Y. an den propst von St Felix und Begula in Zürich: vEa que de bonisc-
bulle für St Gallen. Dat Florencie 6 . kal. apr., a. 2 . — U-B. St. Gallen 5,145 mit ausführungsurkunde. 8707
— märz 31) Florenz. Papst Martin Y. bestätigt die freiheiten des klosters St Gallen. Dat Florencie 2 . kal. apr.,
a. 2 . >Cam a nobis petitm*«. — U-B. St Gallen 5, 146 nr. 2744 nach or. Stiftsarch. 8708
— april 2) Florenz. Papst Martin Y. beauftragt den domdekan zu Konst, dem kloster Marchtal mit 200 m. s.
einkünften die pfarrkirche zu Seekirch zu inkorporieren, da das kloster fürchtet fi^ß die frühere inkorporation
[1395 sept 22 ] durch eine der päpstlichen revokationen ungültig sei. Das kloster nahm besitz von der pfarrei,
. nachdem Konrad Coblentz in das kloster eingetreten und profeß abgelegt hatte. Dat Florentie 4. non. apr., a. 2 .
»Apostolice servitutis«. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Marchtal); oben: <td cameram; unter dem bug links: Ju.
taze 30. O. Stoter. Jo. Simonis 9 . Expedit. 10. kal. iunii anno seeundo Justinus/ auf dem bug rechts: Jo. lU
sung iij. Bückseits oben links: pro d. Ä.piß. A. XJX. iunii(?); mitte: E. de Ostsrborch. Jo. F.; rechts: AT.....
Conrad Schmid. R darin.4; quer bei den schnüren: eommissio ... — Abschr. Seekirch, Pfarrarch. Ausführung
der bulle durch Johann Schürpfer, domdekan, d. d. 1420 dez. 2 zitation und 1421 Jan. 14 schlußsentenz (ebenda).
8709
— aprll 6 ) Florenz. Franziskas kardinal vom tit. des hl. kreuzes in Jerusalem, in abwesenheit des Amedeus de Sa-
lutiis die geschäfte eines kämmerers des kardinalkullegiums führend, erläßt dem neuemannten abte Heinrich von
St Gallen in anbetraebt des großen Schadens, den das kloster erlitten, das commune et minutum servitium. Dat
Florentie die 5 . mens, apr., pontif. Martini Y. a. 2. — U-B. St. Gallen 5,146 nr. 2745 nach or. Stiftsarch. — vgl
folgende nr. . 8710
— apry 6 ) Florenz. Bischof Ludwig von Maguellonne (Magalonens.), Stellvertreter des erzbischof Franziskus von
Narbonne, päpstl. kämmerers, beurkundet, daß papst Martin Y. auf bitten des neu ernannten abtos Heinrich von
St Gallen, das durch fouer zerstört wurde, die 200 kammergoldgulden, welche er als servitium zu zahlen gehabt
hätte, sowie die 4 minuta servitia, für welche der neu ernannte abt seinen fhmiliaren pflichtig war, geschenkt habe.
Otto III. von Hacliberg, Biscliof von Konstanz. 1410. 231
Dat. FloreDcie die 6 . mens. apr. 1419, iod. 12. — U-ß. St. Gallen 5, 147 nach or. Stiftsarcb. — Tgl vorige nr.
8711
1419 april 19, Konstanz. Als papstl. exekutor [vgl- Begesta Boica 12 , 287 : 1418 juni 13] beauftragt den dom-
dokan mit dem scbntse des abtes Johann nnd des konvents von Kaisersbeim (Cesariensis). Dat et act. Coust. in
palatio episcopali die mercurii 19. mens. apr. — reg. Begesta Boica 12,311. 8712
— mai 24, Konstanz. Teilt der gesamten geistlicbkeit seines bistoms mit, daß er dem abt and konvent des
klosters TVettingen gestatte, daß jeder weit- oder ordenspriester, der von dem kloster daffir bestimmt’wdrde, in der
kapelle zo Kiederbasle, einer tochterkircbe zu Höngg, am sountag, oder falls dies nicht möglich ist, an einem
Werktag die hl. messe lesen dürfe, nnbescbadet aller entgegenstehendeii entscbeidungen and anter Vorbehalt der
rechte der mntterkircbe and des dortigen leatpriesters. Dat. Const. 1419, 9. kal. ionii, ind. 12 . — Or. Aarau,
Staatsarcb. (Wett. 920). (Gedr.) Archiv Wettingen s. 295. — reg. GFVsOrte. 4, 207. — vgl. 1411 mai 19
and 1423 sept. 20. 8718
— mai 28, Konstanz. Beauftragt den dekan zu Wil, den priester Bernhard Guizmutz in die durch den iod des
kirchherm Johann erledigte pfarrei Bnßnang einzaweisen. Präsentiert wurde derselbe von ritter Walter von Baß-
nang und dessen oheim Albrecht von Boßnang. Dat. Const. 5 . kaL ionii, ind. 12 ., 1419. — Or. Appenzell, Landes-
arch. — reg. U-B. 8 t Gallen 6,149 nr. 2751. 8714
— mai 28. Georg, bischof von Demetrias, generalvikar des bischofs Otto, rekonziliiert die kapelle and 2 altäre
za Balgach, filiale von Marbach, und erteilt für besach au genannten tagen und beisteuern einen ablaß. — Kopb. pfarr-
hans Balgach (notiz im material). 8715
— Juni 14. Leutpriester Heinrich von Hünenherg za Sins beurkandet, daß ihm Gottfried von Hünenberg für
seinen unterhalt und zur bezablung der bischöfl. rechte (consolationes und bannalia) 24 malter getreide aas dem
bischüfl. zehnten angewiesen hat — erw. Argovia 26, 6 aas Archiv Engelberg. 8716
— jnni 23. Nach dem tode des Bilgri Müller, kirchherm zu Wilberg, bewirbt sich priester Budolf Erai x'on
Maderswil am die pfarrei Wilberg beim rate der stadt Bapperswil, dem das präsentationsrecht zasteht. Mit ein-
willigung des Budolf Windegger dekans nnd Albrechts Mümler kaplans in der Pfarrkirche B., bestimmt derselbe je¬
doch, ihm die pfarrei nur unter der bedingung zu übertragen, daß er zuvor die an den bischof Otto zu entrichtenden
ersten fruchte im betrage von circa 20 fl. bezahle und sich verpflichte, vor dem rate der stadt in allen Streitigkeiten
mit dem gen. dekan nnd kaplan recht zu suchen. Da Budolf Erni die gen. 20 fl. nicht sofort bezahlen kann, legt
die stadt das geld für ihn ans. Geben (1419, 23. tage des monatz brachotz). — Notariatsinstr. vom jahre 1477 :
Bapperswil, Stadtarch. (C. 9^^ 2.4). 8717
— Jaul 29, Konstanz. Eignet der Allerheiligonkapelle auf dem Gehrenberg and den dortigen brüdem alle zar
fürdening des gottesdienstes gemachten und zu machenden geschenke, wie auch den beweglichen und unbeweglichen
nachlaß dort gestorbener. Que date sunt Const. 1419, 3. kal. iulii, ind. 12 . — Or. Karlsruhe (5 Gehrenberg). —
ausz. Ffirstenberger U-B. 6,168 nr. 101 , 1 . — erw. DiüzesanarchSchwaben 13 (1895), 174. 8718
— Juni 80, Florenz. Papst Martin Y. beauftragt den abt zn Schaff hausen, dem kloster Petershaasen die kirchen
zu Oberwinterthar and Herdwangen (Hedwang) zu inkorporieren. Aht und konvent hatten vorgetragen, daß das
kloster vor allem zar zeit des Konst, konzils viele aasgabeii hatte nnd schaden litt. Beide kirchen wurden ehemals
. dem kloster durch den bischof auctoritate ordinaria [1379] inkorporiert, die Inkorporation konnte jedoch nicht
aasgeführt werden. Das kloster besitzt das patronat beider kirchen, deren einkunfte je 25 m. s. betragen, während
die jährlichen einkünfte des klosters selbst auf 154 m. s. geschätzt sind. Dat. Florentie 2 . kal. iulii, a. 2 . »Aposto-
lice servitutis offleiam«. — Or. Karlsruhe (l/l46); oben in der mitte rasur; anter dem bng ganz links: fe., dann
tazo 50. ÄrnolduSf darunter R de Valencia, 9 ; auf dem bog rechts: R^** pro H, Raistop, T. Batensoen, Bück-
-seits an den siegelschnurlöchern: Bai,; gBuz rechts beim bog: Balduinus, darunter B. balle an
hanf. — Ebenda die ansführangsarkunden des abtes Berthold von Schaff hausen: 1421 aug. 21 zitation der
kirebherren von Oberwinterthar, Johann Stephan, and Herdwangen, mag. Johann Buß, in den kreazgang derpropstei
St. Felix und Begala zu Zürich. Prokurator des klosters war Konrad Wagner von Tübingen, priester, reüor der
Scholaren des klosters Petershaasen; 1421 aug. 28 Verkündigung in Herdwangen; 1421 sepi 18 beweisaufnahme ;
1421 okt 27 zeugenverhür über patronatsrecht und einkünfte des klosters und der kirche. ~ Kopb. 797, 38 f-
Karlsmhc. 8719
— Juli, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt durch transfiz die Stiftung einer früh-
meßpfründe am Marienaltar in der pfarrkirche zu [Poltringen]-Oberkirch. Dat. Const 1419, 8 . non. (!) jol., ind. 12 .
— Diplomatar Bebenhausen B, 29 Stuttgart, Staatsarch. In Kopb. G. ebenda lautet das datum €, non julii; in
KII 649^: 5, non, julii, — Um bestätigung dieser pfrunde hatte brader Heinrich, aht von Bebenhausen, patron
der Pfarrkirche za [Poltringen]-Oberkirch und der altäre daselbst, den bischof bezw. dessen general ökar d. d. 1419
232 Otto m. Yon Hachberg, Bischof Ton Konstanz. 1419.
febr. 10 gebeten. Der vom abt vorznschlageode priesier soll seine amtspflichten erfüllen nach dem brauche des
landdekanats Eutingen (Eutt-), doch unschüdlich der Pfarrkirche zu 0. und deren rektor. (Act in monast nro. pre-
fato, 1419i die 10. mens, febr.) ebenda. 8790
1419 juli 17^ Florenz. Papst Martin Y. bestimmt den abt von Tennenbach und die domdekane von Konst und*
St Moriz zu Augsburg zu konservatoren der abtei Kempten betr. freiheit von abgaben. Dat Florentie 16. kal. aug.,
a. 2. >Ad compescendos«. — Gr. München, Reicbsarch. (Kempten); unter dem bng links: Jül, taxe 50. 3f. de Ce-
resuela, A. Fidelis. 9 ; auf dem bug rechts: Diethelmus v, Bückseits R darin f.; bei den schnüren: H, RcUseop.^
Ansfübmngsnrkunde der »Karolina« gegen Friedrich von Friberg edelknecht Augsburger didzese durch den Konst
domdekan Johann Schürpfer d. d. 1422 febr. 11 (ebenda). 8721
— Jali IS, Kaiserstulil. Entscheidet Streitsachen zwischen Oiethelm Wild, leutpriester zu Wölfliswil (Wöliswil)
einer- und der gemeinde Klingnan anderseits betr. 10 9^ heller, welche der gen. leutpriester denen von Klingnau
von »frevellenc wegen schuldig sei, sowie von der Steuer, die er als ihr bürger bezahlen soll, und von des Schadens
wegen, den die von Klingnan wegen seiner güter erlitten haben. Urteil: der leutpriester soll die 10 ff heller und
die Steuer bezahlen und seine güter einfriedigen, damit in znkunft kein schaden beschelje. Geben zu Kaysersinll
an cinstag vor Marie Magdalene 1419. — Or. Karlsruhe (5 Klingnau). 8799
— juli 19, Florenz. Papst Martin V. beauftragt den domdekan, den kantor von St Johann zu Konst und den
thesaurar zu Embrach, dem Berthold Necker, priester Augsburger bistums, den besitz der pfarrkirche St Gangolf
zu Wolpertschwende zu bestätigen. Sie war durch den tod des Ulrich von Königsegg erledigt Weil. Johann
von Königsegg hatte als Vertreter der brüder Johann, Martin und Konrad von K. den Berthold dem bischof Otto
von Konst, präsentiert Darauf war er von Johann Ruoß, chorherm von St Felix und Regula in Zürich und general-
vikar in spir. des bischofs, investiert worden. Berthold fürchtet jedoch, daß die Investitur ans irgendwelchen
gründen ungültig sei. Die einküufte der pfarrkirche sind nicht höher als 10 m. s. Dat Florencie 14. kal. aug.,
a. 2. »Yite ac momm«. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Ravensburg); oben: ad cameram; unter dem bug links:
taxe 18 9 , darunter: eoqped. pridie non. aug. anno secundo. Bades?; auf dem bug rechts: R^graUa. Gar-
neriij. Rückseits R darin f., daran Franciscus de ageüo; beim bng links: Anselmus. p. Caturcini; bei den schnü¬
ren: Ansdmue; a. St. 879S
— juli 21. Bürgermeister und rat der stadt Lentkirch auf der beide bitten den bischof bezw. dessen generalvikar
um bestätigung einer pfründestiftung in die St Leonhardskapelle bei der stadt Lentkirch, welche durch die ge¬
meinde daselbst erfolgt war. Pflichten und einkommen des kaplans sind angegeben. Geben an s. Maria Magda-
lenen abend 1419. — Abschr. (l 7. jh.) Rottenbnrg, Ordinariat— reg. Stuttgart, Staatsarch. (Weingarten). 8794
— Juli 21, Konstanz. Heinrich von Randegg propst, Rudolf Tettikover thesaurar, Eberhard Last kantor, Konrad
Elye decr. dr., Konrad Borg, Johann Bölling decr. dr., Johann Ulrich Truchseß, Johann von Rast und Georg von
Friedingen und Albrecht Blarer, domherren zu Konst, anwesend und im naroen des Johann Schürpfer domdekans,
der gerade die hl. messe am hochaltar las, als abwesend, erklären, den mag. Heinrich Nythart auf grund einer päpstl.
bulle als domherren sub exspectatione präbende aufnebmen zu wollen, falls or die Statuten beschwöre. Darauf lei¬
stete dieser den eid, worauf sie ihn als domherm mit pfründenexspektanz annehmen und ihm in der Sakristei als
Versammlungsort des kapicels und im chor den platz an weisen; zeugen sind mag. Johann Helling, domherr zu
Konst, Johann Schnbinger sobkustos und Johann Binder kaplan der Konst kirche. Am 19. äugest übergab so¬
dann Johann Bütling, kapitelspfleger, im namen des kapitels dem gen. mag. Heinrich Neithard »unam stopam«,
nämlich 2 maß roten weines, 2 Weißbrote und 1 Schilling funum solidum den. capitularem) zum Zeichen, daß er
das kanonikat erhalten habe. Acta sunt hoc 1419, ind. 12 ., pontil Martini pape Y.a. 2 .,die vero veneris 21 . mens,
inlii in civitate Const — Notariatsinstrument des Leonhard Schönbenz, Konst Kleriker: Ulm, Stadtarch. (Akten).
8725
— juli 26. Ritter Kunzmann von Ramstein, börgermeister, und der rat von Basel sprechen recht in dem streite
des edelknechts Ulrich von Böttikon mit der stadt Tiengen, betr. die fordemng eines jährlichen zinses vom
Tiengener durchgangszoll. Ulrich wird an die erben der herren von Krenkingen (der früheren besitzer von Tieogen)
gewiesen und erkannt, daß die Verpfändung des Zolles durch den Krenkinger ohne erlanbnis des lehensherm — dieser
ist der bischof von Konstanz laut einer vorgebrachten urkunde vom 27. mai 1277 — erfolgt sei. Erwähnt wird
zugleich eine botschaft des bischofs von Konstanz, dem »dasselbe schlosse Timgen nu zü ziten zügehöretc. Geben
uff den nächsten mitwochen nach s. Jacobstage des hl zwölfbotten 1419. — Or. Tiengen, Stadtarch. — ausz.
ZGOBh. 13 (I 86 I) 374 . — reg. ZGORh. NF. 2 (1887), ml 18. 8726
-r- juli 27, Konsians« Bestätigt mittelst transfix die Stiftung der mittelmosse auf dem Muttergottesaltar in der
pfarrkirche zu Rapperswil welche durch Schultheiß und rat der stadt d. d. 1418 dez. 21 (off s. Thomas des hl.
zwölibotten abeot) erfolgt war. Dat. Const 1419, 6 . kal aug., ind. 12 . — Or. Rapperswil, Stadtarch«(C. 4^. 1 . 1\
— Begg. Rapperswil nr. 53. — orw. Briiger, Rapperswyl 105. 8797
Otto 111. Voll Hachberg, Bischof Von Konstanz. 141d. 288
1419 Allg. 4) Konstanz. Ritter Heinrich von HCrningen (HOmigeu) ond seine gemahlin Mechtild, geh. von Bei¬
schach, verkaufen an den oheim der letzteren Pilgrim von Heudorf von Langenstein um 2125 rhein. gülden den
vierten teil der vom hochstift Konstanz rührenden pfandschaft der feste Gaienhofen, die Mechthild von ihrem oheim
weil. Konrad von Reischach d. ä. geerbt hatte, und wahren die rechte des hochstifts auf pfandlöse. Kehen den Ver¬
käufern siegeln ihr toebtermann Surgenstein Surg und Nikolaus Schultheiß, weil, stadschreibor von Konstanz. Geben
ze Cost. des nächsten fritags vor s. Laurcncien tag 1419.^ Or. Karlsruhe. — Kupb. 501, 185^ Karlsruhe. 8728
— aug, 4. Die Stadt Luzern schreibt an Zürich: da der bischof von Konst die geistlichkeit und gotteshäuser zu
besteuern gewillt sei, möge die stadt Zürich alles auf bieten, daß ihre spitöler zu Luzern und Zürich von jeglicher
Steuerleistung frei bleiben. Geben an fritag vor sant Oswalts tag 1419. — Abschr. Stadtarch. Luzern (Spitalgüter
und Kapitalien). 8729
— aag. 18^ Florenz. Papst Martin V., der in Konst, auf den aposi stuhl erhoben wurde, erklärt die von Boni-
faz IX. (vgl. 1401 märz l) und ihm erteilte bulle (vgl. 1418 april 22 ) betr. freiheit der stadt Konst, von fremdem
gericht dahin, daß dieselbe durch keine andern entgegenstehenden bullen derogiert werden könne, jedoch unter ein-
haltung der von Bonifaz gegebenen bedingungen; vor allem daß der iurisdiktion des bischofs dadurch kein eintrag
geschehen soll. Dat Floreucie 15. kal.sept, a. 2 . »Sincore devocionis«. — Or. Karlsruhe (5 Konst Gerichtsbarkeit);
unter dem bng links: Au, taxe 250. 3f. de Ceresuela, A, I^delis, 9 ; auf dem bug rechts H, Baisci^ Jo, de
Ratitioen yyv. Rückseits B darin /*, daran franciecus de AgeUo: bei den schnüren: P,,,efiOM; rechts: G, Steier.
8730
— aug. 22, Konstanz. Tut kund, daß das bischöfliche schloß in Bischofszell so gar und gänzlich verbrannt
ist, daß er es ohne hilfe der dortigen bfirger nicht wieder aufbaaen kann. Er befreit die bürger deshalb bis Martini
1424 von Steuer, ungelt, pfefferpfennig und hofstattpfennig, sowie gewissen anderen abgaben. Geben ze Cost an
zinstag vor s. Bartholoroens tag d. hl. zwölf hotten 1419. — Or. Bischofszell, Stadtarch. 8731
— ang. 29. Bekundet, daß sein »verfahret Albrecht Blarer mit eigenen mittein die von bischof Rudolf 1293 an
Johann von Hoff und Konrad Götzli in Konstanz verpfändeten gold- und natnralbezügo von den klöstem Kreuzlingen
und Münsterlingen, sowie die qnart des hofes Kummertshausen (Kumbrechtzhnsen) im kirchspiel Sommeri (Sumbri)
von dem kürzbcli verstorbenen inhabor, Ulrich von Boggwil, um die pfandsumme von 60 m. s. aasgelöst hat Er
überträgt sie mit einwilligong des domdekans und domkapitels auf lebeuszeit an Albrecht Blarer und einem von
diesem zu bestimmenden nachfolger; nach des letzteren tod sollen sie dem hochstift wieder anheimfallen. Er erläßt
entsprechende befehle an Kreuzlingen, Münsterlingen und den besitzer des hofes. Geben an dem nächsten zinstag
nach 8. Barthülomeustag des hl. zwolff hotten. — Eingerückt in ein notariatsiustrument d. d. 1440 april 2: Karls¬
ruhe (5 Kreuzlingen). — Kopb. AA, 357 Erzbisch. Arch. Freiborg i. B. 8732
— sept. 2, Ulm. Heinrich Nythart, decr. dr., propst zu Wiesensteig und domherr zu Augsburg, teilt dom bischof
von Konstanz die bulle Martins Y. d. d. 1419 juni 7 (Dat Florentie 7. id. iunii, a. 2.) »Ad ea« mit, worin dieser
dem bürgermeister und rat von Ulm gestattet, das dortige hl. geistspital, dessen einkünfte überaus reichlich sind,
durch einen priestor als rektor und 2 laien als pfleger und reclmer zu verwalten, deren ein- und absetzung in der
band des bürgermeisters und rates von Ulm gelegen sein solle. Außerdem bestimmt der aussteiler, daß die gemeinde
Ulm dem anzustollenden priester die kongrua fcstsetzen müsse. Dat et act.Ulme 1419, ind. 12., die sabati 2. mens,
sept etc. — Or. Ulm, Stadtarch. (Akten). 8733
— sept. 2, Konstanz. Abt Cormatus des Schottenklosters zu Konst, führt eine bulle aus, welche das Konst
konzil d. d. 1416 jan. 24 zum schütze des bischofs und kapitels von Konstanz erlassen hat (»Ad compescendosc).
Er befiehlt die Verkündigung der bulle vor allem den leutpriestem zu Horb, Tübingen und Rottenburg. Dat in
monasterio nostro 1419, ind. 12., pontif. Martini pape V. a. 2., 2. mens, sept — Or. Nürnberg, Germ. Museum.
8734
— sept. 13, Konstanz. Inkorporiert dem kloster Fischingen die pfarrkirche Bichelsee, deren patronatsrecht
dem kloster von Beringer und Johann Rudolf von Landenberg-Greifensee brüder geschenkt worden war, behält sich
das recht der Investitur und der ersten früchte vor samt Zuweisung einer genügenden kongrua für den vikar. Dat.
et act Const 1419, id. sept, ind. 12. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Fischingen nr. 188).—Kopb. Z, 48 Frei¬
burg, Erzb. Arch. — erw. Kuhn, Thurgovia sacra 1,43. 8735
— sept. 15, Konstanz. Verzichtet auf die lehenschaft von 4 >eimer weingülte aus dem zehnten zu Rohracker,
damit Eberhard Bürgermeister von Deizisau (Ditzisow) denselben einem gotteshaus übergeben kann. Geben zu
Cost an fritag nach des hl. crutztag zu herbst 1419. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Eßlingen Stadt). — reg. Diehl,
Urkb. Eßlingen 1,459 iir. 926*». 8736
— sept. 18, Florenz. Papst Martin Y. gestattet der stadt Ulm die von der weltlichen gewalt hingerichteten Ver¬
brecher, sofern sie reumütig gestorben, zu beerdigen, ohne zuerst die erlaubnis des bischofs oder des Konst general-
R«gesten der BUchöfe von KotuUnr. III. gQ
234 Otto in. You Hachberg, Bischof von Konstanz. 1419.
yikars einzoholen, wie es seither braach w^r. Dai Florentie 14. kal. oci, a. 2. »Dilectis fiUisc. — Gr. Stattgart,
Staatsarch. (ülm); unter dom bng links: 30 9 : auf dem bug rechts: gratis. T, BcUensoen iij. Bückseits R
darin // daran: Franciscus de ageüo. Große stelle ausradiert. Bei den schnüren: Änselmiis. Jo. Wörchem; quer:
presentetur d. Heni-ico Nithart decretorum doctori Ulme aut Constancie vel Auguste. 8737
1419 sept. 23, St Gallen. Heinrich, abt von St Gallen, präsentiert dem bischof Otto für die Pfarrkirche in Bor¬
schach, die durch resignation des klorikers Eglolf von Borschach erledigt ist, den priester Burk Scbenkundtrink Ton
Schaffhausen, ln s. Gallo in domo nostra abbaciali 1419, ind. 12 ., die vero 23. mens, sept —reg. U-B. St Gallen 5*
174 nr. 2801. 8738
— okt. 9. Heinrich von Bandegg, dompropst, als Vertreter des domkapitels und Ulrich Kubier, Johanniterkomtar
zu Überlingen, tauschen eigenleute. Geben an mentag vor s. Gallen tag 1419. — Or. Karlsruhe (2/143). 8739
— okt. 10, Florenz. Papst Martin V. bestätigt dem kloster Klingental zu Kleinbasel alle freiheiten. Dat Flo¬
rentie 6 . non. oct, a. 2 . »Gum a nobis petltnr«. — Or. Basel, Staatsarch. (Cling. 1742); unter dem bug links:
taxe 3; auf dem bug rechts: gratis. P.de Casatii. M(?). Bückseits oben in der mitte: H. WUklHi; unten:pre-
sentetur dominabus priorisse et eonventui uumasterü in Clingental in minat'i Basilea pro parte Hainriei Wdlklll(f)
seroitoris eorundem; vor dem Siegeleinschnitte ein paar bnchstaben. 8740
— okt. 11. Kßnig Sigmund bestätigt die förmliche darch das hofgericht ausgesprochene erledigung der stadt
Meersburg aus der acht, in welche sie auf klage des bischofs Otto [1418 sept 19] geraten war, nachdem die ge¬
meinde sich wieder mit dom bischof aasgesöhnt hat Geben 1419, des nechsten mitwochen nach s. DionisTtag,
Ung. 33., Böm. 10 . — Abschr. Meersbarg, Stadtarch. — Leuthins Kopb. Meersbarg 24. — Kopb. 730, 20 Karls¬
ruhe. — reg. Altmann, ßcgg. Sigmunds nr. 3927. — ZGOBh. NF. 2 , m81 nr. 31. — erw. ZGOBh. 27, 18. —
Staiger, Meersbarg 102 . 8741
— okt. 13, I'lorenz. Da zar Marienkapelle auf dem felde in Birnau außerhalb der mauern von Überlingen wegen
der daselbst geschehenen wunder fast täglich viele menschon Zusammenkommen, zu deren Unterbringung der bau einer
geräumigeren kapelle begonnen wurde, erteilt papst Martin Y. allen, welche die kapello besuchen und für die Voll¬
endung derselben beisteuern, einen ablaß von 1 jahr bezw. 40 tagen. Dat Florencie 3. id. oct, a. 2 . »Universb
Christi fidelibus«. — Or. Karlsruhe (4/128). Unter dem bug links: No. taxe 20 . M. de Ceresuda. A. Fidelis 9 .
Anf dem bog rechts: Jo. Rsungj. Bückseib R darin A; bei den schnüren: Capelia in Bimaw. presentetur Con-
stantie domino Johanni Messersmid canonieo apud s. Stephanum; dann B. de P....; beim bng: A. de Caputgabe(?)
8742
— okt. 16, Ulm. Heinrich Nythart, propst der Ciriakskirche in Wiesensteig, meldet dem bischof Otto, daß er
gemäß dem auftrage papsts Martin V. d. d. Mantua 1419 jan. 29 die Schenkung des pfarrsatzes der kirche zu Enna-
beuren (Ännenburron) und des zehnten dieser kirche durch Johannes Harscher armiger an das frauenkloster Ur¬
spring bestätigt and die gen. kirche dem kloster inkorporiert habe. Die einkünfte des klosters, das zum unterhalt
der 40 nennen nicht genügend vorgesehen ist betragen 150 m. s., die der kirche 15 m. — Kopie von 1631 Do-
naueschingen. — erw. Fürstenberger U-B. 6 , 244 nr. 155 note 5 . 8743
— okt. 20, Klingnail. Schreibt dem stift Zarzach: bei seiner besteigung des bischöfl. Stuhles hat er anf grond
der primae preces dem Burkhard Sar, kleriker Konst, bistoms, ein kanonikat im stifte Zarzach verliehen, obwohl die
Verleihung der kunonikate insgesamt dem bischof zasteht Burkhard starb, ohne eine pfründe erhalten zu haben;
an dessen stelle setzte or nun Nikolaus Zofinger »camere nostre continuum provisorem legalem et indofesaumc mit
dem auftrag, ihm die nächst freiwerdende stelle zu übertragen. Dat. Clingnow 1419 (aas 1420 verbessert), 13. kal.
nov., ind. 4. (die indiktion paßt zu 1411). — Formelbuch Z, 90 Freibarg, Erzb. Arck 8744
— okt. 28. Eberhard Last dorokantor von Konstanz, stirbt. — MG. Necrol. 1, 294. 8743
— nOT. 3. Br. Georg, weihbischof des b. Otto von Konst, weiht kapelle und hochaltar zu Ellenbogen (jetzt
Benthe), einer flliale von Andelsbach, zo ehren des hl. Jakob. — reg. Jahresberichte Vorarlberger Museum 1901,
s. 73nr. 1685. 8746
— nOT. 16. Bürgermeister, Zunftmeister, großer und kleiner rat der stadt Überlingen verleihen mit willen des
bischofs Otto von Konstanz der ganzen bürgerschaft von Markdorf ihr »barkrecht c auf 3 Jahre gegen bezahlung
von jährlich 16 flfpfennig Steuer unter näheren bedingungen. — erw. ZGOBh. NF. 3 m39 nach or. Markdorf, Stadt¬
arch. — erw. Staiger, Meersburg 305 und Wetzel, Markdorf s. 29. 8747
— HOT. 26, Konstanz. Der generalvikar dos bischofs Otto beflehlt dem dekan des dekauats Luzern, den priester
Ulrich Estermann in die durch freie resignation des Hartmann von Babenberg erledigte ständige vikarie za Bot
einzuweisen. Propst Hartmann von Babenberg und das kapital vonZoßngen hatten den gen. dem bischof d.d. 1419
sept. 28 präsentiert Der auftrag des generalvikars zur Proklamation erfolgte d. d. 1419 okt 3 (5. non. oct)« Dat
C>nat 1419, 6. kal. dec., ind. 12. — Or. Luzern, Stittsarch. (A. 85). — reg. GFräOrte. 27, Ul. 8748
Otto 111. von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1419—1420. 285
1419 nov* 29^ Zürich. Johann Flad, artinui mag., im päpstl. anftrag snbkollekior des zehnten aller kircblicben
einkünfte für kunig Sigmnnd, von Georg, biscbof von Tassan, als kollektor für diesen zweck abgeordnet, beurkundet,
daß der von der abtei St. Gallon zu zahlende zehnten 158 fl. 8 ß/^ botrug, wovon der konventuale Heinrich von
Gundelfingen ihm zu Wil 20 fl. zahlte, wahrend der rest von 138 fl. 8 ß nunmehr der abt in Konstanz bezahlt
bat. Dat. Turegi nostro sub secrcto 1419, in vigilia Andree apost. — U>B. St. Gallen 5,182 nach or. Stifsarch.
8749
— dez. 19^ Konstanz. Albrecht Blarer, domherr, überträgt die kapelle Allerheiligen zu Gehrenberg (Gerren-)
samt klause und besiizungen an den priester Heinrich Sartoris. Const. 1419, 19. die mens. dec. — Or. Karlsruhe.
— ausz. Fürstenberger U-B. 6 , 168 nr. 101, 2. — erw. DiüzesanarchSchwaben 13 (1895), 174. — vgl. 1425
nov. 24. 8750
14^. Erläßt auf bitten graf Heinrichs von Fürstenberg, als des patrons der pfarrei Berdem, dem kirchherrn Franz
Lupp daselbst die frächte des 1 . Jahres im betrage von 80 fl. — Freibnrg i. B., Erzb. Arch. (Liber primor. fmet).
— reg. Freib. kath. Kircbenblatt 1889 s. 116. 8761
1420« Die Stadt Ulm beschließt, daß ehegerichtssachen nach Konstanz zu weisen seien. — erw. WnrttVjh. 9,101.
8762
1420, Konstanz. Urkundet: von seinen verfahren wurde die bürg Castel au Stephan von Boggwil verkauft Die
artikel des bauptbriefes sind aber etwas zu schwer und zu ungleich, deswegen schließt er mit ritter Manz von
Boggwil, Ulrichs sei. sohn, einen neuen vertrag. Die kaufsnmme botrug nach dem alten hauptbrief 4000 Bh. fl.,
die zum nutzen des hochstifts verwandt wurden. Das domkapitel stimmt zu. Bescbach und geben ze Cosi 1420 an
[weiteres fehlt]. — Or. Karlsruhe (5 Castel). 8768
1420. Verpfändet an Manz von Roggwil die bürg Castel mit weiher und baumgarten, den kelnhof zu Täger-
wilen, die schupposen und den kelnhof zu Stadelbofen samt dem forsthof daselbst und andere genannte güter, sowie
die vogteien zu Tägerwilen, Siegershausen, Bätershausen und Bammen um 4000 Bh. fl. — reg. Kopb. 503, 806
Karlsruhe. 8764
— jan. 4, Konstanz. Der generalvikar in spir. beauftragt den dekan des dekanats Mengen, den br. Ulrich Stärk,
prior des Wilhelmiterklosters zu Mengen, in die St Ulrichskapelle zu Bnolfingen, welche durch tod des br. Ki-
: kolaus Koch erledigt ist, einzuweisen. Dat. Const 1420, 4. die mens, iannarii, ind. 13. — Or. Stuttgart, Statsarch.
(Mengen); auf dem bug: Mich, nomine Frid, Re. 15. Bückseits: Ruoß. iuravii. 8766
— jan. 7, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung einer meß-
pfrunde zu ehren der Muttergottes in die neue kapelle an der kollegiatkircbe zu Stuttgart, welche Heinrieta von
Mömpelgard, gräfin von Württemberg, nach dem letzten willen des grafen Eberhard von Württemberg d. ä. an
stelle ihrer söhne Ludwig und Ulrich von W. d. d. 1419 nov. 25 bewidmet hat Dat Const 1420, 7. die näens.
iannarii, ind. 13. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Stuttgart, Stift); auf dem bug; Mich, nomine frid. Re 1 flor.
Bückseits: Ruoß, 8766
— jan. 16, Konstanz. Schreibt an bürgermeister und rat der stadt Freibnrg: es kommt zu euch Hans Lacher,
unser diener, wegen einer erbschaft, die an seine frau Anna Hildbrandin gefallen ist ans eurer stadt. Wir bitten euch,
daß ihr ihm fürderlich sein wollt, daß die angelegenheit bald erledigt wird. Dat zu Cost an mentag nach Hilarii
[14]20. — Or. Freibnrg, Stadtarch. (Kirchensachen). 8767
— jan. 18, Ulm. Heinrich Neithart, decr. dr., propst von Wiesensteig, teilt als ciekntor dem biscbof von Konst die
bulle Martins V. d. d. 1419 Juni 7 (Dat Florencie 7 . id. iunii, a. 2 . »lllis devotoromc) mit worin dieser dem spital
zu Biberach die von biscbof Ulrich vollzogene Inkorporation der kirche zu Mittelbiberach bestätigt. Die einkünfte
des klosters betragen 110 m. s., die der kirche 7 m. s. Dat et act in oppido Ulmensi... 1420, ind. 13., mens,
iannarii feria 5 ., 18. die eiusdem mensis... Zeugen: Friedrich Zoller, Chorherr von Wiesensteig, Johann Weishaupt
von Biberach und Heinrich Beger von Wangen. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Biberach G.V.); oben: ad eameram;
unter dem bug links: taxe 30 9 ; auf dem bug oben: Jo. de Äriminoj rechts: R*^gratis. A. de Camporegali jjj.
Bückseits: R darin f, daran Franc.de agello; bei den schnüren: Conüli; links beim bug: Conüli, Gosteinus; quer:
jjfv magistro civium et universitate gpidi Bibracen. presentetur ConstanHe domino Henrico Nithari. —1391 nov. 26
beauftragte Ulrich Fuchs von Markdorf, kirchherr zu Mittelbiberach, den priester Kikolas Troller, die bestätigung
der Inkorporation von Mittelbiberach an das spital zu Biberach in Born zu erwirken und übergab ihm zu diesem
zwecke 80 fl. (40 ungarische, 40 Bh.) mit der bedingung, daß, wenn er die bestätigung durchsetze, das geld be¬
halten dürfe und mehrauslagen ersetzt werden, andernfalls es zurückzugeben habe. (Or. Biberach, Spitalarch.) —
Abschr. der päpstl. bulle: Biberach, Spitalarch. — reg. WürttVjh. NF. 6 (l897) 71 nr. 131. —vgl. 1425 dez. 8 .
, 8768
30*
236 Otto UL Tou Hachbei^, Bischof yon Konstanz. 1420.
1420 jan. 21, Konstanz. Hebt das fhiaeokloster za Hofen bei Bachborn aaf, das bisher Weingarten nnterstellt
war. Dai Const. in die s. Agnetis. — erw. Heß, Prodr. Mon. Qnelf. 158. — SYGBodensee 21,119. 8759
— jan. 25, Zürich. Rudolf Windegger, dekan des dekanats Zürich and kirchherr in Naolen, Johann Tmtler,
kämmerer and ständiger yikar za Thalwil, Heinrich Händler, vikar der pfarrkirche za Boßkirch, and Eonrad Fahrt,
ständiger yikar za Meilen einerseits and Johann Speich, kirchherr za Glaras, Johann Wanner, kirchherr za Semftal
(Semifttal), Albert Vogel, altammann des Glarenertales samt 2 anderen laien anderseits einigen sich in ihrem streite
wegen der dem bischof jeweils za entrichtenden konsolationssteaer aaf den abt Gottfried von Rüti, Pantaleon ab
Inkenberg and Heinrich Hagnaaer d. j., ratsherren von Zürich, als schiedslente. Diese erkennen dahin, daß die
Pfarrkirche za Glaras für sich and die anderen kirchen and kapellen im lande Glarns als konsolationssteaer 3 tf
17 sch. Züricher ^ entrichten sollte. Acta sant hec [1420, ind. 13., mens, ianoarii die 25. in oppido Tharicensi
majori]. — gedr. Jahrb. des Kantons Glaras 7, 521. — Abschr. Scheachzers Urknndensammlang, Zürich, Stadt-
bibL 8780
— jftiu 27, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto transsammiert eine balle des papstes Hono-
rios U. (?) d. d. 7. kal. febr., worin dieser das kloster Denkendorf unter seinen schätz nimmt, ihm freie propstwahl
zasichei% jedoch dem Konst, bischof chrisma, oleam, weihe der kirche and altäre and der kleriker vorbehält. Dat.
et aci Const 1420, ind. 13 ... die vero 27. mens, iannarii). — Or. Stuttgart Staatsarch. (Denkendorf); rückseits
oben; Ruoß. 8761
— febr. 11, Konstanz. Bestätigt aaf bitten des propstes and des kapiteis von St. Felix and Regula in Züridi
das nachfolgende Statut: Johann Meys, vizepropst and das kapitel von St Felix and Regula beschließen, zur tUgang
der bestehenden schulden solle jeder Chorherr, bevor er zam genaß der präbeudo zagelassen würde, 40 Rh. ß. zahlen;
dieses Statut soll aaf diejenigen, welche ihre pfründen vertauschen, nicht ausgedehnt werden. Dat. Const in anla
nostra episcopali 1420,' 3. id. febr., ind. 13. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 1 nr. 512). — vgl. 1407 joni 8.
8762
— febr. 28, Florenz. Papst Martin V. erteilt nachdem er den kirchweihtag von sonntag vor Christi gebart auf
Sonntag vor Mariä gebart verlegt hat allen, welche die kirche in Salem am sonnUg vor Mariä gebart besuchen,
3 jahre and ebensoviel quadragenen ablaß. Dat Florentie 3. kal. martii, a. 3. »Universis Christi fidelibnsc. —
— 2 Orr. Karlsruhe (4/17). Unter dem bog links: Mar. taxe 25. A. Fidelis. S, Ganterii 9 ; auf dem bog: pro
Jo. de RaUngen. Arnoldus jj. Rückseits: R. Franciscus de ageüo? darin f, an den schnüren P..../ beim bog:
F. de ..oUate. Das 2. origin. (transferierang) aaf der Vorderseite: taxe 20, sonst wie oben. Pro. Jo. de Pempd*
uorde. Arnoldusjf. Rückseits R darin.4; bei den schnüren: Bald.; am bog: Jo. Wörchem. — reg. Codex Salemi-
tanas 3, 424. 876S
— märz 1, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix eine altarpfründe xa
ehren der hl. Dreifaltigkeit der Mattergottes und des hl. Wendelin in der Allerheiligenkapello außerhalb der maaem
von Ulm, welche Adelheid Gotprätin, bürgerin za Ulm, vor zelten gestiftet und am deren bestätigung bürgermeister
und rat der stadt Ulm den bischof d. d. 1420 jan. 26 (frytag nach s. Paulas tag als er bekert ward) gebeten haben.
Dai Const 1420, kal martii, ind. 13. — Or.Ulm, Stadtarch.; auf dem bng: Mich, nomine F*\d. rilck-
seits: Ruoß. — aosz. Bazing-Veesenmeyer nr. 113. 8764
— mirz 4, Florenz. Papst Martin V. beauftragt den kastos von St Johann za Konst auf bitten des Jakob Alber,
kirchherm der pfarrkirche za Rottweil, dieser kirche za den ihr widerrechtlich entzogenen gütem wieder za verhelfen.
Dat Florencie 4. non.marcii, a. 3. »Ea qae de boiiisc.—Or.Stuttgart Staatsarch. (Rottweil); aaf dem bog rechts:
Jo. Cregt. Rückseits oben links: pro d. Thoma. P. de Magio; mitte: Jo. Brujllchusen; rechts: ... Ar+..; bei den
schnüren; Bu8ler(9); rechts; Pmardi. — reg. Urkb. Rottweil nr. 852. 8765
— märz 9. Beaaftragt Konrad von Monzingen, dekan des Freiburger landkapitels, für die kirche za Kenzingen,
dermi besetzungsrecht strittig ist durch geeignete priester sorge za tragen. — reg. fVeib. kath. Kirchenblatt 1889
s.116. 8766
— april 3, St Gallen. Heinrich, abt von St Gallen, entläßt den Nikolaus von Gandelfingen, Scholaren der Konst
diüzese, den Inhaber (possidens) der Marienkapelle beim hof in St Gallen, aas der leibeigonschaft zam zwecke des
empfanges der hl. weiW. — In S. Gallo, feria 4. in cena domini 1420. — reg. U-B. St Gallen 5,203 nr. 2898
nach or. Karlsruhe. 8767
— apfil 13, Höchst Konrad, orzb. von Mainz nsw. urkundet: es erscheint Erwin von Hersfeld, münch za Eber¬
bach, im auflrage seines klosters and erklärt obwohl das kloster seit langer zeit im besitze der kirche za Biberach
ist firn kongraa durch bischof Heinrich festgesetzt wurde and das kloster zur zahlang der ersten früchto verpflichtet
ist bat der generalvikar des hischofs Otto den kirchherm von Biberach unter androhang der exkommnuikation aof-
gefordort dem Konrad Aaensteter, kollektor der annaten, die aunaton za zahlen and darauf die oinkünfte der pfarrei
Otto 111. von Haclibei^, Bischof von Konstanz. 1420. 287
mit bescblag belegeo lassen. Das kloster appelliert deswegen nach Mainz. Der enbischof l&dt den bischof, den ge*
nerahikar nnd den koUektor zur Terantwortnng. Actnm in Castro Hoeste 1420,ind. 13., die Tero sabbati l3. mens,
apr. — Or. Biberach, Rirchenpflege. — ygl. 1420 okt 24. 8768
1420 april 23, Florenz. Jordanns, bischof von Albano, großpönitentiar, beauftragt den bischof von Konst, den
Priester Peter Plufat [ans Eßlinger geschlecht, wohl kaplan daselbst], welcher in einer fremden kirche ohne er-
laubnis des pfarrers gottesdienst gehalten hat, von der exkommunikation nach auflegung einer entsprechenden
baße zu absolvieren. Dat. Florencie 9. kal. maii, poutif. Martini pape V. a. 3. — Or. Eßlingen, Spitalarch.; unter
dem bug: P, Gai-quatiwr~Uani, AT. de Leys; auf demselben: Mo, (Go?) BeUeper; rflckselts: H, scuUeU, dann quer
mitte: Petro Plufat preehytero bol, 24, — reg. Urkb. Eßlingen 2 nr. 1991. 8769
— april 27, SchafThausen. Konrad Keller von Barnsen (Bamshain) klagt gegen das St. Agnesenkloster zu Schaff-
liausen wegen vorentbaltung der belehnung mit einem hof za Wisholz, den er als erblehen beansprucht; er fordert,
daß die entscbeiduog darüber vor den gotteshausleuten erfolgen sollte, während das kloster, vertreten durch dessen
propst Johann Ott nnd den großkellner von Allerheiligen, herrn Gerung, die angelegonheit vor den ofßzial und das
geistliche gericht bringen wollen. Bürgermeister nnd rat von Schaffhausen verweisen die angelegonheit vor die
gotteshauslente. Geben an samstag vor dem sunntag iubilate 1420. — Or. Schaffhansen (Hist Antiqn. Verein). —
reg. Urkundenregister für den kantou Schaff hausen nr. 1665. 8770
— niai 3, Florenz. Papst Martin V. beauftragt den abt von Böti, auf bitten des propstes und des konventes von
Luzern der propstei daselbst die ihr von abt Wilhelm nnd den konvent des klosters Mnrbach überlassenen zehnten zu
Adelwil (Adewilr) und Wenutwanden und den andern orten innerhalb der pfarrgrenzen von Sempach nnd deren fiUal
zu Hildisrieden samt dem kollaturrecht der gen. kirchen zu bestätigen. Dat. Florentie 5. non. maii, a. 3. — Or. Lu¬
zern, Stiftsarch. (J. 24); unter dem bog links: 30 9 ; auf dem bug rechts: gratis. Jo, de Montemarüs jjj,
Bfickseits: ^ franciscus de ageüo; beim nmbug: Bald. P, Gaonerii(?); bei den sclmüren: Bald, — Die Übergabe
der Pfarrkirche zu Sempach und deren filial Hildisrieden samt den dazugehörigen zehnten erfolgte d.d. 1420 febr. 21.
Die abtci Mnrbach behielt sich nur das kollationsrecht der propstwürde von Luzern vor. Or. ebenda (J. 28). —Die
ausfuhrungsarknnde des abtes.Gottfried von Büti d. d. 1420 ang. 27 ebenda nr. 31. — vgL GFr50^ 14,15ff.;
23, 13. 8771
— mai 4, Florenz. Papst Martin V. läßt ans dem register Johannes XXQI. eine bulle abschreiben d. d. 1410
juni 24, die seinerzeit Ulrich Gösler, laie, erteilt wurde mit der erlaubnis, in der Si Laurentiuspfarrkirche zu St. Gallen
einen altar zu ehren der hl. Barbara zu errichten. Dai Florentie 4. non. maii, a. 3.—U-B. Si Gallen 206 nr. 2907.
8772
— mai 13, Florenz. Papst Martin V. beauftragt den domdekan zu Konst, dem stifte Ehingen bei Bottenbnrg,
dessen einküntte 80 nu s. nicht übersteigen, die pfarrkirche St. Peter zu Bemmingsheim weltlichen patronats mit
10 m. s. einkünften zu inkorporieren. Die einkünfbe des Stiftes, in dem ein propst, 12 Chorherren nnd 9 kapläne
leben, sind so gering, daß sie nicht standesgemäß leben können. Dai Florencie 3. id. maii, a. 3. >Ad eac. — Or.
Stuttgart Staatsarch. (Bottenburg, Stift St. Moriz); oben: ad camet'am; unter dem bug links: 30 9 ; auf dem bug rechts
Bf** gratis, Berloldus jjg, Bückseits daran Franciscus de etgeUo, Beim bug links: Ä Baiseop, T, Butenstein(?};
bei den schnüren: H, Baiscop. — Ausführung der bulle durch Johann Schürpfer domdekan, Proklamation und zi*
tation d. d. 1420 dez. 17 (Or. ebenda, Notariatsinstrument des Michael Has von Ehingen üfiL k. nnd des Konst
hofes notar mit proklamationsvermerk: proclamavi Fridericus feria 2 . ante festum Penthecosten. Bückseits: £xe-
cutus est processns iste per me Hainricum Mesner roctorem ecclesie par. inBemingshain dominica Cantate 1421,
in cuins rei evidendam hunc passom mann propria signavi); schlußsentenz durch denselben d. d. 1421 mai 6 .
ebenda.— 1420 febr.24 versprechen propst und kapitel für Anna von Braunschweig, herzogin von Österreich, nnd
ihren gemahl Friedrich von Österreich, dessen bmder Emst nnd dessen vetter Albrecht von ö. einen jahrtag zu
halten, weil erstere dem stift die pfarrkirche zu B. übergeben hat Geben an s. Mathis tag (Or. ebenda). — 1421
oki 3 verzichten Burkhard und Heinrich von Mansperg, brüder, auf alle rechte, welche sie an der pfarrkirche B.
hatten. —1421 oki 4 quittieren dieselben, von dem stifte 200 Bh.fl. als entgelt dafür empfangen zu haben. (Orr.
ebenda). — vgl. 1422 mai 6 . 8773
— mai 15, Florenz. Papst Martin V. beauftragt den Konst domdekan, dem kollegiatstift Ebingen b. Bottenbnrg,
in welchem sich mit dem propst 12 Chorherren befinden und dessen einkünfte nicht mehr als 60 m. s. betragen,
die pfarrkirche Kilchberg mit 12 m. s. einkünften zu inkorporieren. Das patronatsrecht halte das kloster [d. d. 1418
jan. 24] von Johann von Herrenberg, edelknechi erhalten. Dai Florentie id. maii, a. 3 . »Digna exaudicione«. —
Or. Stuttgart Staatsarch. (Hottenbarg, Stift Si Moriz); oben: ad cameram; unter dem bug links: 30 9 ; auf dem bug
rechts: B^^ gratis, T, Batensoen jjj. Bückseits darin f, dsxsxL Franciscus de agdlo; bei den schnüren: Ansdmus;
beim bog links: Ansdmus. Jo. TVemosnitz. — Ausführung durch den domdekan: zi tation nnd Proklamation d. d. 1420
dez. 17 (mit proclamationsvcrmcrk: proclamavi Frid. feria secunda ante festum Ponth.,und rückseits aosführungsvermerk
238 Otto IIL von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1420.
von Hermann Fabri, lentpriester zn K. 1421 april 20 )>; schloßsentenz d. d. 1421 nov. 24. Als kongma des rikars
wird bestimmt; 8 malter siligo, 8 malter speit, 8 malter hafer Bottenbnrger maßes, der kleinzehnt^ der sich auf
20 U heller beläuft, der novalweinzehnte samt den oblationen, remedien und andern gaben. (Or. ebenda). — ygl.
U18 märz 7. 8774
1420 mal 18^ Konstanz. Bestätigt die verfagong seines Vorgängers Bndolf [vgl. Regg. Const nr. 2860], wornach
die Pfarrkirchen Marchtal und [Ober-]Wachingen, von welchen das kloster Marchtal das patronatsrecht besitzt,
keine konsolationen zahlen dürfen und von den anordnungen des dekans mit ausnahme der bannalia befreit sind,
während die auflage sonstiger abgaben dem bischof Vorbehalten bleibt, in anbetracht, daß das schntzrecht des
klosters von den grafen von Tübingen an das bbtnm um 200 m. s. überging. Der aassteiler bringt dies dem dekan,
kammerer und den kapitaleren des kapitels Monderkingen zur kenntnis. Dat Consi 1420, 15. kaL innii, ind. 13.
— Or. Stuttgart, Staatsarch. (Marchtal). 8776
^ mai 25. Erlaubt dem Mantz von Boggwil, Inhaber der borg Castel, zur ausbesseiung der brücken, dächer usw.
dieser barg, doch nicht des hohen turmes daselbst, 200 gülden auf zu wenden, über die er rochnung abzulegen hat
Diese summe wird zu deijenigen geschlagen, um welche die borg Castel auf wiederkauf verkauft ist Domdekan
und domkäpitel stimmen zu. Geben an s. Urbans tag 1420. — Eopb. 500,314* Karlsruhe. 8776
— mai 25^ St Gallen. Heinrich lY., abt von St Gallen, bittet den bischof zu genehmigen, daß Leonhard Fahrt
von Ulm, p&rrer zu Nider-Büren, deren Verleihung dem kloster St Gallen zusteht, und Konrad Gräber von Bischob-
zell, kirchherr zu Scheizingen (im Thurgau), deren patronat dem herzog Friedrich von Österreich zusteht, ihre
Pfründen tauschen. Dat. in sancto Gallo 25. die mens, maii 1420.—reg.U-B. St. Gallen 5, 211 nr. 2917. 8777
.— jnili 4, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beurkundet: seit 1419 nov. 14 war zwischen Jo¬
hann Schrantz, priester, einer- und Konrad Judenfraß anderseits wegen der kirche zu Eichstetten streit entstanden;
. letzterer behauptete, er sei von herzog Friedrich von Österreich präsentiert worden, ersterer dagegen von dem mark-
grafen Bernhard von Baden. Daraufhin war der investiturbrief des Johann Schrantz, der noch nicht besiegelt war,
arrestiert worden. Konrad war auf 16. iebr. zum schlußurteil geladen und die ladung an den kirchtüren und durch
Johann Fridpolt, ansrufer (preco) der Konst, kurie, verkündet worden. Da er nicht erschienen und den prozeß
aufgab, wird der investiturbrief des Johann Schranz freigelassen, unbeschadet der rechte beider. Acta in civitate
Consi et ibidem in nostre solite residencie domo ex opposito monasterii sanctimonialiam in Zovingen sita, in qua ad
iura reddendum presidere consuevimus 1420, ind. 13., pontif. Martini pape Y. a. 3 ., 4. die mens. iuniL — Kota-
riatsinstrumem des Ulrich Snltzberg: Karlsruhe (21/115). Eückseits: R. ii libr, 5 8. den, 8778
— jani 12, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bekundei daß Johann Stephani, ständiger vikar
in Hagnau und kaplan der Konradskapelle unter dem gewülbe (testudo) des Konstanzer münsters, und Engelhard
Lochner, pfarrektor zu Oberwinterthur, ihre pfründen miteinander getauscht haben, nachdem bischof Otto als Ver¬
leiher der Pfarrkirche zu Hagnau, dompropst Heinrich von Bandegg als Verleiher der Konradskapelle und abt Jo¬
hann von Petershausen als Verleiher der pfarrkirche zu Oberwinterthur ihre einwilligung gegeben batten. Er investiert
die beiden priester mit ihren neuen pfründen und befiehlt dem dekanat Winterthur, den Johann Stephani in den
besitz der pfarrkirche zu Oberwinterthar einzuweisen. Zeugen: domherr Albrecht Blaror, Friedrich Sür, pfarrrektor
zu Oehningen, und Johann Pregentzer, kleriker der Konstanzer diCzese. Dai et aci Const. (1420, ind. 13., pont
Martini Y. a. 3., die 12 . mens, junii.. hora vesperarum vel quasi in ambitu eccL Consi). — Notariatsinstrument
. des Michael gen. Has von Ehingen: Kopb. 797, 39^ Karlsruhe. 8779
— jani 17, Konstanz« Belehnt die pfieger der armen veitsiechen an dem Linsenbül vor der stadt Si Gallen
mit dem zehnten des hofes zu Metmenschwile, lehen des hochstifts, welchen Peter von Watt und dessen Schwester
Katharina aufgelassen haben. Cosi off unser pfallentz an mentag vor sant Johans tag zu sünwenden 1420.—reg.
U-B. Si Gallen 5, 152 nr. 2757. 8780
— jani 20. Die stadt Breisach bedankt sich bei der stadt Basel, daß sie ihr behilflich war, vom bischof von
Konstanz wogen der bezahlung der steuern eine verlängerungsfrist zu bekommen. Da das ziel auf si Johann (24.)
abgelaufen, bittet sie zu neuem aufschub behilflich zu sein. Dai feria 5 . ante s. Johannis bapi 1420. — Basel,
Staatsarch. (Politisches A 2 11 nr. 50). 8781
— jani 28« Hans von Heidelberg verschreibt seinem votier Konrad von Heidelberg mit einwilligung bischofs Otto
und des abtes Heinrich von Si Gallen näher benannte guter, n. a. die vogtei zu ,ZilschlattS die infihle zu Schonen-
beiig und seinen anteil an der Zufahrt zu Gossau, lehen des bistums, sowie seinen teil des hofes zu ,LoppachS das
gut zu ,Wildisperg‘ und alle rechte an den hüfen zu ,HaidenS lehen der abtei. Der aussteller behält sich das nutz-
nießungsrecht l>ei lobzoiteii, Schmälerung sowie Widerrufung der Verschreibung vor. Geben an s. Johans abend ze
sunwondi 1420. — ausz. ürkb. Si Gallon 5, 216 nr. 2933. 8782
Ottu lll. von Hadiberg:, Bischof von Konstanz. 1420. 'JBu
1420 Juni 27* Der generalvikar in spir. biscbofsOtto dispensiert kraft Yollmacht, welche ihm d. d. 1420 mal l .(Dat.
Florentie kal. maii, Martini pape Y. a. 3.) von dem apost. pönitentiar Jordanus, bischof von Albaiio, zuteil geworden
war, den Ulrich I^nzburg, kaplan des DreikOnigaltares der kirche St. Felix und Regula von Zürich, weil dieser
mehrere jahre die frühmeßpfründe von St. Peter zu Zürich innegehabt hatte, ohne auf dieselbe durch den bischof
investiert zu sein; er glaubte, daß die durch die armenpfleger erfolgte Präsentation genüge. Da nach der ängestellieu
Untersuchung des Offizials der genoß der pfründe über 50 scheffel getreide betrog, die Ulrich zu restituieren nicht
imstande ist, verspricht letzterer nach eingeholter erlanbnis des bischofs, sowie mit Zustimmung Konrads von 6 ei-
siugen, des jetzigen frühmessers, jährlich 1 4 au die frühmeßpfründe zu zahlen, sowie seine bücher der pfründe
zu vermachen, nämlich ein diumale, die legenda de tempore und de sanctis. Acta 1420, ind. 13.» pontif. Martini
pape y. a. 3., 27. mens. iuniL—Notariatsinstrument des Ulrich Sulzberg: Zürich, Kirchenarchiv St Peter. 878S
— Juli 8 , Florenz. Papst Martin Y. beauftragt den domdekan zu Konst., dem kloster Roth mit 80 m. s. einkünften
die von b. Heinrich [Regg. Const nr. 6618] inkorporierte pfarrkirche zu Heisterkirch mit ihren filialen Haidgao,
Qwigg und Molpcrishaus zu bestätigen, deren einkünfte 60 m. s. nicht übersteigen. Priester Leonhard Truchseß
hat sich auf grund einer bulle des f Balthasar, bischofs von Tosculuin, Johann XXIII. genannt, in den besitz der
gen. kirche widerrechtlich eingedrängt. Der adressat soll darüber Untersuchung einleiten und entscheiden. Dat
Florentie 8 . id. iulii, a. 3 . »Regimini nniversalis ecclesie«. Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kl. Roth); oben: ad ca-
meram; unter dem bug links: iuL taxe 24. Jo. de Prato. T. de Horst 9 ; auf dem bog rechts: Diethelmus jj.
Rückseits R darin A ; bei den schnüren ...'.? beim bog rechts: p. de Noloyo. Ausführung und vidimus der bblle
nach dem tode des domdekans durch Johann Zeller, decr. dr., Offizials des Konst, hofes, d. d. 1421 juli 19 (Or.
ebenda). 8784
— Juli 15^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewid-
mnng einer mefipfiründe auf den St Peter-, Pauls- und Andreasaltar in der pfarrkirche zu Winterthur, welche d. d.
1420 juli 13 durch Adelheid von Eberhartswilo geb. von Emps zum Seelenheil ihres verstorbenen mannes, des
ritters Hans von E. erfolgt war. Die Satzungen sind im Stiftungsbrief angegeben. Nach dem tode der stifterin soll
Schultheiß und rat der stadt Winterthur das pi^sentatiousrecht haben. Dat et act Const 1420, id. iulii, ind. 13.
— Or. Winterthur, Stadtarch.; auf dem bug: Frider. Rückseits: Ruoß. — Kopb. 5, 222 ^ ebenda. 8785
— Juli 15, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats YTinterthur,
den Priester Johann von Eberbartswile auf die neu gegründete und neulich bestätigte pfründe dos Peter- und
Pauls- und Andreasaltars in der pfarrkirche WinterÜiur einznweisen. Die stifterin, Adelheid von Eborhartswile
geb. von Emps, batte den gen. präsentiert Dat. Const 1420, id. iulii, ind. 13. — Or. Winterthur, Stadtarch.; auf
dem bug: Fnder. Rückseits: Ruoß. . 8780
— Juli 20« Graf Rudolf von Solz der j., hofrichter an stelle seines vaters Hermann, schreibt an den offizial von
Konst.: Gertrud Schultheiß, Jakobs von Weisweil (Wyßwilr) chel. frau, hat den Brun Wemher von Homberg beim
hofgerichte zu Rottweil eingeklagt und ihn in die acht erklären lassen, um die sich der beklagte seit mehr als einem
jahr nicht kümmert Da das geistl. und weltliclie gericht einander behilflich sein sollen, wie es seit alter zeit ge-
wohnheit ist, bittet er den offizial, er solle den beklagten in den bann tun. Dat. per sententiam sub sigillo prefate
enrie regalis sabbato post Alexii 1420. — Or. Karlsruhe (21/236). 8787
— ang. 7. Beurkundet, daß ihm Konrads Hagen sei. tochter kinder: Stoffel, Konrad und Emlin, Heinrich Grünen¬
bergs sei. kinder, zu den von bischof Burkliard aufgenommenen 1600 'S holler [vgl. 1389 febr. 1 ] noch weitere
400 S heller gegeben haben, die er an den bau der pfalz zu Konst, verwandte. Der hauptbrief ist mit 2000 S ab-
zuldsen, der zins soll dagegen nicht mehr als 100 S betragen. Geben an s. Afra tag 1420. — Abschr. 17. jahrh.
Karlsruhe (5 Gen. 96). 8789
— ang. 7, Konstanz« Yerkauft an Johann Konrad, den sohn weil. Ytal Eglins von Konstanz, um 1600 rhein.
goldgulden auf wiedorkauf einen zins von jährlich 80 gülden rhein. aus den geföllen des hofgerichtsinsiegels der¬
gestalt, daß im nctfalle, wenn das Siegel den zins nicht ertiägt, auch weitere nutzungen des hochstifts zur Zahlung
des Zinses verwandt werden sollen. Zur Zahlung des zinses ist der jeweilige insiegler verpflichtot, der den zins in
4 terminen je zu fronfasten zu zahlen hat. Domdekan und domkapitel stimmen zu. Als mitgülten werden bestimmt:
Pilgrim von Heudorf, seßhaft zu Gaienhofen, Heinrich Ehinger stadtammann zu Konstanz, Konrad Winterberg und
Rudolf Ruh von Konstanz. Diese bestimmen für sich als bürgen: Jakob Swartz, seßhaft zu Egg, Albrecht Blarer
zem Pfüg, Ulrich Blarer, Balthasar Engilin, Hartmann Winmann und Heinrich Wechsler von Konstanz. Geben ze
Cost an s. Affrentag 1420. — einger. in den revers Eglins vom gl. tage: Or. Donaueschingen. — Abschr. 17. jh.
Karlsruhe. — ausz. ZGORh. 28, 62. — erw. Rueger, Chron. Schaffh. 2 , 782 note 2 . 8790
— ang. 20, Konstanz. Empfiehlt allen den Inhaber dieses briefes und passes Johann Ulrici, früher jude .mit
namen Salomon, der vor Zeiten nach Konst, gekommen, um sich taufen zu lassen, und auch seinen bruder.zur taufe
87S8 iat auagefellen.
240 Otto lll. von Uachberg, Bischof Ton Konstanz. 1420.
bewogen hat, da er sich als guten katholischen Christen zeigte and jetzt nach Born (limina sanctonim ?isitatonis)
wallfahren wolle. Dat in dicta nostra ciritate Const. 1420, die vero martis 20 . mens, ang., ind. 13. — Kopb.
Z, 60 Freibarg, Erzh. Arch. (Formel?). . 8791
1420 ang« 20^ Konstanz. Heinrich Ehingor, stadtammann za Konst., entscheidet im namen des bischofs Otto einen
streit wegen des bischöfl. zehnten za Wiesendangen dahin, daß Hans Borboß [vgL 1413 april 27] rechtmäßiger
lehensinhaber des gen. zehntens sei and im besitze desselben von Büdi and Hans Kaafmann (welche behaapteteot
der zehnte sei Urnen durch die erbschaft einer base gen. Gery Hansens Zürichers sei. frau zogekommen), unange¬
fochten sein soll. Geben off der pfallenz [ze Cosi] an emstag vor s. Bartholomeas tag 1420.—Or.Zdrich, Staats-
arch. (Cn 16 nr. 281). 8792
— ang« 21. Schließt mit zostimmong des domkapitels mit Eberhard von Saunsheim (Sawnshaim), meister
des Dentschordens in Deutschland und Italien, and Marqaard von Eönigsegg (Künigsegg), landkomtar im Elsaß and
Burgund, folgenden vertrag: l.Die Deatschherren sollen von allen Pfarrkirchen, über die sie seit 41 Jahren das eigen-
toms- oder patronatsrecht besitzen, bei jeder vakatur die primi fructos bezahlen, ausgenommen die kirchen, welche
die ganzen quarten bezahlen, oder welche der orden schon vor 41 Jahren besaßen hat. 2 . Wo der bischof von alters
her die quarten bezogen hat, soll es auch in Zukunft so bleiben. 3. Kommen neue kirchen an den orden, so sollen
diese hei den rechten und lasten gegen den bischof verbleiben, in denen sie zur zeit der Übernahme gewesen sind,
ohne neue lasten auferlegt zu bekommen. 4. Alle ordenspriester, welche zur zeit des Vertrages auf nicht exemte
pfarreien investiert sind, sollen von dem bischof oder dessen generalvikaren an der ausübung der seelsorge nicht be¬
hindert werden. 5. Alle ordenspriester sollen die sjnoden und kapitelsversammlungen besuchen, den Synodalstatuten
unterworfen sein und in allen dingen, welche die seelsorge betreffen, dem bischof gehorchen. 6 . Der bischof soll,
so oft eine ordenspfarrei erledigt ist, die präsentierten tauglichen priester ohne jegliche irrung investieren und dar^
über die üblichen urkunden aasstellen. 7 . Diejenigen kirchen, von welchen der orden keine abgaben an den bischof
zu leisten hat, sollen nicht weiter beschwert werden. 8 . Die Pfarrkirchen, welche vor 41 Jahren an den orden ge¬
kommen sind und darum keine primi fructus zahlen müssen, sind folgende: a) zum ordenshause Ulm gehörend die
kirchen zu Horaingen, Lautem (Lntern), Dormettingen (Tomertingen), Ebersbach, b) zu Winnenden bei Eßlingen
gehörig: die pfarrkirche zu W., c) zu Freiburg gehörig: Malterdingen, Bachheim, Kappel, Wasenweiler, Merdingen,
Ballrechten, Hausen, Denzlingon, Bötzingen, Ihringen, d) zu Beuggen gehören: Hertingen im dekanat Nenenburg,
Benggen (Butkein) sonst gen. Oberkirch, Bickenbach, Berthen, Wilen, Hasel, Nollingen im dekanat Wiesental;
Biradorf im dekanat Waldshat; Lengnau (Lengnach) im dekanat Begensberg, e) zu Bern gehören: Büederswil(Bu-
diswiler), Büti bei Burgdorf, f) zu Sumiswald: dorf Sumiswald, Both, Affoltera und Trachselwald, g) zu Hitzldrch
gehören: dorf Hitzkirch, Menznan mit filial Hasli (Hasla), Altishofen. h) zu Mainau: Ittenhausen, Pfaffenhofen,
Lippertsreute (Luprechtsruty), Überlingen, Bast, Mindersdorf, Dingelsdorf, i) zu Altshansen: Altshausen, Opfen¬
bach, Winnenden, Ebersbach, Fleischwangen (Flinswangen) und Esenhausen (Aseuhnsen). Pfarrkirchen, welche
die primi fructus bezahlen müssen: Hohenberg, Münsingen, Büti bei Bern und Bottelfingen. Dat et act 1420, die
lune 20 . mens, aug., ind. 13. — Or. Karlsruhe (5 Gon. 2 l). — Kopb. AA, 23; F, 13 Erzbisch. Arch. Freibarg
i.B. — Abschr. 16. jhdts. Luzern, Staatsarch (Hitzkirch fase. l).—Abschr. 18. jhdts. Karlsruhe und Sigmaringen,
Staatsarch. (Hohenvels). — Kopb. 502; 504, 165*; 722, 2430 Karlsruhe. — reg. FreibDiözesanarch. 14, 288
nr. 7. — erw. ZGOBh. NF. 8 , m65. 8798
— Mg. 24j, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfix die Stiftung einer pfründe auf den
alter der hll. Yitus und Maria Magdalena in der pfarrkirche zu Urach, welche die gemeinde nach dem letzten willen
des Priesters Werner Häslin und mit Zustimmung der Honriete gräfin von Württemberg d. d. 1420 Juli 26 (feria
6 . post f. b. Jacobi ap.) bewidmet hat Dat et act Const 1420, 9. kal. sept, ind. 13. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Urach); auf dem bug: Mich, nomine Frid. Bückseits: Jo, Teftgtr, 8794
— aug. 29^ Konstanz« Belehnt nach dem tode des Konrad von Hof dessen frau Anna (lehensträgor ist Konnd
von Ulm, bürger zu Konst.) mit den zehnten zu Ittenhausen (Hüttenhasen) und Bunkhofen. Geben ze Cosi. of
unser pfallentz an donstag nach s. Pelaygen tag 1420. — Or. Karlsruhe (5 Bunkhofen). 8795
— sept. 2, Florenz. Papst Martin V. an die priorin und den konvent von Klingental zu Kleinbasel, Augustiner-
Ordens unter der seelsorge der Prediger. Diese tragen vor: sie hätten bisher zur zelebration der hl. messen 8 , teil¬
weise auch weniger priester gehabt; sie wünschen nunmehr aus den legalen der Schwestern oder ans anderen
klostergütern 10 manualbenefizien für 10 priester zu gründen, deren anstellung und abseizung im belieben des
klosters stehen sollte ohne mitwirkung des diözesanbischofs. Der papst gestattet ihnen die gründang der 10 priester-
pfründen unter Vorbehalt der pfhrr- und anderen rechte. Dat. Florentie 4. non. sept, a. 3. 9 Meritis vestre religionis«.
— Or. Basel, Staatsarch. (Cling. 1753). Unter dem bug links: laxe 30 9 ; auf dem bug rechts: graiio, Ar»
nddns jjj, Bückseits: R darin Ja,; beim bug: P,ii,ftoiK G, Dorrn; an den siegelschuüren: PlIlMn» 8790
Otto lll. Yoii Uaclibcrg, Bischof vöii Konstanz. 1420. 241
1420 sept. 8) Konstanz. Schreibt an den kaplan des MuttergoUesaltars in der St. Oeorgspfarrkirche zo Hansach
(Hosen): infolge einer großen Sterblichkeit, die vor nicht langer zeit in diesen wie andern gegenden herrschte, und
infolge von kriegslänften, dorch die die gegond heimgesncht und die einwohner zerstreut wurden, sind die einkfinft«
der gen. pfründe so gering geworden, daß ein kaplan davon nicht mehr leben kann; auf der anderen seite hat die
Pfarrkirche des hl. Jacobus inaior in Oberhaslach, bei der wie beim vorgen. altare die edelkuechte Wilhelm und
Wemher von Qrießheim das patronatsrecht besitzen, nur noch einen einzigen Untertanen und wegen der geringen
mittel keinen eigenen kirchherm. Kit Zustimmung der genannten patrone vereinigt deswegen der bischof die gen.
kirche mit der altarpfründe, der kaplan soll jedoch wöchentlich einmal in der alten pfarrkirche, in der viele verstor¬
bene rohen, die hl. messe lesen und bei jeder vakatur des altars von der pfarrkirche zu Oberhaslach die ersten
fröchte bezahlen. Dat. Consi 1420, 3. die mens, sepi, ind. 13. — Or. Donaueschingen (t 76. 1.). 8797
— sept. ly Buti. Gottfried abt von Buti beurkundet: im jahre 1420 aug. 29 (die jovis post fest b. Bartholomei)
erschienen Johann Berner, kirchherr der pfarrkirche Bapperswil einerseits und Joh. Hounburgor, Schultheiß, undräte
der Stadt R. anderseits und eröffneten: es ist streit zwischen beiden paiteien entstanden; der kirchherr hat in so
vielen schweren »artikeln« gefehlt, daß er fußfällig seinen »irrtumc bekannte und bat man möge ihn dem bischof
oder dessen vikar nicht überliefern, sondern mit der strafe zufrieden sein, welche der abt von Buti dafür ansetzen
werde (Auf drängen des bischofs wurde der kirchherr von dem dekan des dekanats Zürich gefangen gehalten,
damit er nicht von den freunden des Schultheißen, den er schwer beleidigte, getötet wurde). Der abt bestimmt ohne
dem bischöfl. gerichtl. verfahren vorzugreifen, daß sie den streit ruhen lassen, daß der kirchherr sich der Stiftung der
mittelmesse nicht weiter widersetzen solle und den priestem, welche dieselbe lesen, nichts böses zufuge in wort oder
tat Dat in mon. nostro Butinen. in vigilia nativ, b. Marie virg. 1420, ind. 13. Zeugen: Rudolf Windegger dekan
. des dekanats Zürich, Heinrich Hundler, ständiger vikar zu Bußkirch u. a.— Or. Bapperswil, Stadtarch. (C. 4^ 1.2).
— vgl. 1419 juli 27. 8798
— sept. 7. Bestätigt die 1420 aug. 30 erfolgte bewidmung des Muttergottesaltares in der Peterskirche zuZörich,
deren patronat den pflegem des armenspitals daselbst zusteht Dat Oonst 1420, 7. id. sept., ind. 13. — Or. Zü¬
rich, Staatsarch. (Oll 18 nr. 714); der Stiftungsbrief ebenda nr. 672. 8799
— sept. 15^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofe Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und be¬
widmung einer priesterpfründe auf den 11 000 mägdealtar in unser frauenmünster zu Neuenburg, welche durch
Claus von Biengen, bürger zu Neuenburg, d. d. 1420 april 16.(zinstag ze usgander osterwochen 1420) erfolgt war.
Der kirchherr Franz von Miltenberg hatte d. d. 1419 mai 20 seine Zustimmung gegeben. (Dat et act 1419, 5. die
mens, mai, ind. 12. pontif. Martini pape Y. a. 2; zeugen: Theoderich von Endingen, dekan des dekanats Neuenburg,
Johann Schnewlin und Johann Fabri, beide altaristen der kirche zu Neuenburg, und Johann Club, kirchherr zu
Buggingen). Dat Const 1420, 17. kal. oct, ind. 13. — Or. Neuenborg, Pfarrarch.; auf dem bug: Meh, nomine
Frief.; rückseits: 8800
— sept. 16. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Waldsee, den br. Rudolf
Zundrer, konventualen des klosters Schussenried, den der propst von Schussenried präsentiert hatte, als kirchherm
der pfarrei Winterstetten, welche durch tod des bruders Johann Höri erledigt ist, zu proklamieren. Dat. Const.
1420, 16. kal. oct., ind. 13. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Schussenried) mit ausfübrungsvermerken. 8801
— sept. 24^ Konstanz. Verkauft mit einwilligung des domdekans und domkapitels dem Achatz Esel gen. der
Schenck, zu Waldshut ansässig, um 560 rh'ein. goldgulden auf wiederkauf die quart zu Hochsal und zwing und
»banne des hochstifts zu Alpfen(Alapfon), sowie die noch ledigen güter zuBiradorf (Bierdorf); findet der rückkauf
vor Johanni statt, so gehören die einkünfte des ganzen jabres dem hochstift, sonst dem Achatz Esel bezw. seinen
erben. Geben uff unser pfallentz ze Cost an zinstag nach s. Matheus tag des hL zwelfbotten und ewangelisten 1420.
— Or. Karlsruhe (St Blasien). — Kopb. AA, 801 Freiburg i. B., Erzbisch. Arch. — reg. ZGOBh. 6,473. — Ein¬
gerückt in eine urkunde der stadt Waldshut d.d. 1471 dez. 23: Or. Karlsruhe (St Blasien).—Daher gehört offenbar
eine andere Urkunde (entwurf?) mit falschem datum (1407 märz 5!) des Inhaltes: Otto verpfändet mit einwillgung
des domdekans und des domkapitels dem Achatz Esel, gen. Schenck, zo Waldshut ansässig, um 1000 rhein. gold¬
gulden die quarten zu Waldshut und Hochsal (Hochstal); findet die pfandlöse vor St Johanncstag statt, so fallen
die einkünfte dieses jahres an das hochstift, sonst aber an den pfandinhaber. (Geben vor dem sunnentag Letare ze
mittervasten 1407). — Kopb. AA, 806 Erzbisch. Arch. Freiburg i. B. — Kopb. 502 Karlsruhe. — Der revers
zu dieser urkunde ebenda trägt dasselbe falsche datum. — Der revers zur urkunde 1420 sept 24 dagegen steht
in Kopb. AA,801 Freiburg, Erzb. Arch, d. d. 1420 okt 16 (uff den nächsten s. Gallen tag 1420). 8802
—• okt. by Konstanz. Gewährt dem kloster Beerenberg bei Winterthur 40 tage bezw. l jahr ablaß und bestätigt
alle von seinen Vorgängern dem kloster verliehenen ablässo und vergpünstigungen. Dat Const 1420, 3. non. oct,
ind. 13. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 16 nr. 282). 8808
BafMten der Blecbüfe Ton Konfus. 111.
31
242 Otto m. von ilachbei^, Bischof von Konstanz. 1^0.
142D okt. 22. ^ angenaDnter (wohl graf Hermann Ton Solz, TgL no?. 6) schrat an Bischof Otto. Er hat das schreiben
Tom 20. Oktober (sonntag nach Galli) erhalten. Dem bischof wird es bekannt sein, dafi der abt und die mehiheit des
konrents ronBheinan vor geistlichen und weltlichen raten des bischofe »zn dem rechten rertädingtc sind mit länger
als einem halben jahr. Trotz des rersprechens, die erledignng der angelegenheit zn beschleonigen, ist dies nicht
geschehen, so f5rderlich es dem Schreiber and dem abt von Rheinaa gewesen wäre. Der bischof mdge ihm, dem ab-
sender des Schreibens, nach Bottweil schreiben: da will er vor den rat kommen and dem bischof wegen der for-
demngen an den abt rede stehen, den er nach allen vergangenen Sachen »zarecht fertigen will c. Schlägt der bischof
dies ansinnen aas and will er »nit also färkomen«, dann will der briefschreiber vor fürsten and herren klagen, wie
ihn and seine kinder der bischof aas seiner gerechtsame über das kloster Bheinaa za drängen versache mit anbilliger
gewalt and mit bann. D. zinstag nach ondecim miliom virginam (l 4 ) 20 . — Kopie des Missivs, Karlsmhe (Kletgaii,
Compromisse and Correspondenzen). — vgl. M. Wanner, Geschichte des Kletgaus (Hamborg 1857 ), 96 K MD4
— okt. 24, Konstanz. Erwin, mönch des klosters Eberbach, als abgeordneter des klosters, beorkondet, daß Konrad
Unroh, domdekan za Mainz and konservator der rechte des klosters Eberbach, die gegen bischof Otto, dessen ge-
neralvikar in spir. Johann Bai and dessen insiegler Konrad Aoenstetter (welche gütor der dem kloster inkorporierten
pfiurkirche Biberach mit bes<^ilag belegt, non aber freigegeben haben) erlassenen prozesse ao^hoben habe. Acta
sont hec ((^nst 1420, ind. 13., die vero 24. mens. oct). — Abschr. gleichz. Papier: Biberach, SpitalardL —
vgL 1420 aprfl 13.
— okL 27. Pfaff Albrecht der Blarrer, weil bischof von Konstanz, entscheidet als Schiedsrichter zwischen Hein¬
rich von Bandegg, domprops^ and der priorin and dem konvent von Adelhaosen im Breisgaa wegen einer strittigen
mark Silbers jährL gülte dahin, daß die klosterfraaen dem jeweiligen dompropst für die gen. mark jährlich anf
Mariä Lichtmeß 6 Bb. goldgalden za entrichten haben. Geben an s. Simon Jadas abend der zwelfbotten 1420. —
Or. Donaneschingen (Konsi Stift). — reg. ZGOBh. 28,63. 88 W
nOT« B. Mathis Winkeier, anterschaltheiß zu Ihringen, anstatt des markgrafen Bernhard von Baden boor-
knndet) daß brnder Andreas von Schlatt (Slettcn), komtor der Deotschherren za Freibuig, für den bischof Otto von
Bütteln den zehnten za Ihringen mit beschlag belegt hat wegen 84 m. s. versessener zinse. Der gerichtsbote hatte
die beschlagnahme dem bischof verkündet mit frist von 14 tagen, die non abgelaofen ist. Geben an der nechsten
mitwüchen noch Allerheiligen tag 1420. — Or. Karlsrahe (21/248). 8807
‘ HOT. 0* Graf Hermann von Salz leistet vor den bischöflichen raten tag: er wiU den äbt Hugo von Bheinaa
dem bischof Otto aasliefem, damit der abt za einer »raitangc in das kloster Bheinaa komme and dort vor dem
g^^en als dem kastvog^ dem konvent and anderen geschworenen mannen and amtloaten rechnong ablege. Der
bischof soll zwei bevollmächtigte entsenden. Nach der rechenschaftsablegong des abtes soll darüber erkannt werden,
ob er »dem gotzhos redlich and wolgerechnat habe ; fällt sie za seinen angansten aas, so soll er es dem kloster
entgelten. Für den fall, daß der abt die »raitangc nicht eingehen will, hat graf Hermann den bischof »reht ge¬
littene vor pfalzgraf Ladwig bei Bhein, den markgrafen von Baden, den grafen von Württemberg, »die onch sol-
liche gotzbüser ander in Ilgen habentc. Der bischof lehnt dies ab and schlägt vor schaltheiß and rat von Bern,
borgermeister and rat von Zürich, St. Gallen, ammann von Schwiz and Appenzell: diese lehnt der graf ab.
Gleichwohl hat ma n sich vereinigt, von kommendem sonntag (nov. lO) drei wochen lang (bis dez. l) frieden za
halten; inzwischen soll der abt aasgeliefert werden and einen freandlichen tag veranstalten. Wird diese suche nicht
nach wonach des grafen geschlichtet, soll ihm der abt wieder nach Kastelberg ausgelicfert werden. An mittwoch
nach aller hL tag 1420. — Kopie eines Protokolls, Karlsmhe (Kletgaa, Compromisse und Correspondenzen). — vgl.
okt 22 . V *6 » F ^
— HOT« Sf Konstuiz» Schreibt an die bürgerschaft von ülm: dankt für ihren Brief in Sachen des grafen Her¬
mann (von Solz) and des abts Hugo von Bheinaa; er wird demnächst ihnen den ganzen handel schreiben. Dat.
Const an fritag vor Martini (14)20. — Kopie des Missivs, Karlsrahe (Kletgaa, Compromisse und Oorrespondenzen).
— VgL nov. 6 and 12. 8810
— HOT. 11, Konstanz. Stobenberg von Staben boarkundet, daß er von dem bischof Otto von Konst seither die
feste Otterswang, das ziegelhans davor samt feld, lento and znbohür za lehen trog. Er verkauft dieses leben mit
zastimmang des Bischofs and des domkapitels an den propst and konvent von Schassenried. Der bischof gibt das
lehen frei and erhält als ersetz den halben teil der feste Hausen (Hosen) und des dorfes daselbst mit der obern and
nntem fischenz in der Donau und allem sonstigen Zubehör, wie der gen. Stabenberg sie von seinem oheim Eberhard
von Hansen geerbt hat Es si^ln mit ihm Bilgri von Headorf zu Gaienhofen und Konrad von Heidelberg. Geben
zü Cost an s. Haitis tag 1420.—Or. Karlsruhe (5 Hausen) und Or. Stuttgart Stoatsarch. (Schassenried). 8811
' HOT. 12. Abt Hugo von Rheinaa schreibt an einen angenannten (wohl graf Hermann von Sulz): will sich gänz¬
lich in die gewalt des adress«iten begeben and vor dem Bischof von Konstanz auf die abtei verzichten. Geben an
SeOi bl attice/hlle«.
Otto 111. Ton Uachberg, Bischof YOii Konstanz. 1420. 24 8
zistag nach Martini (14)20. — Kopie des Missivs, Karlsruhe (Kletgau, Compromisse und Correspondenzen).— vgl.
nov. 8 and 16. 8812
1420 nOY. 15, Konstanz. Und das domkapitel einer- und andererseits bruder Heinrich Lntfrid, baÜTas der Johan-
niterballei in Obcrdentschland and komtnr des hanses in Feldkirch, and brnder Ulrich Kahler, komtar des haases
in Oberlingeu, als Vertreter der Johanniter geben unter borafung auf 1417 aug. 26 ein Verzeichnis aller Pfarr¬
kirchen, die dem orden in dem Konstanzer sprenge! teils vor 38 Jahren, teils innerhalb dieser zeit inkorporiert
wurden oder irgendwie von ihm abhängig sind. Die kirchen, welche vor 38 Jahren bereits den Johannitern gehörten
und darum zur Zahlung der ersten fruchte nicht verbunden sind, sind: im dekanat Freibnrg die kirchen in Yör-
stetton und Altenkenzingen; im dekanat Endingen die kirchen zu Achkarren, Bickensohl, Oberbahlingen; dekanat
Breisach: Kirchzarten, Oberrimsingen, Weinstetten (Wistat), Schlatt, Bremgarten; dekanat Keuenbnrg: Grißbeim,
Heitersheim, Britzingen (Britzikon), Riedlingen (Rutlikon), Steinenstadt (ecclesia maior), Au (Ow) und Schliengen;
dekanat Wiesental: Warmbach; dekanat Villingen: Pfohren, Dürrheim, Gröningen, Weigheim (Wighain); dekanat
Stählingen: Lenzkirch; dekanat Rottweil: Obereschach, Neuhausen, Yillingen dorf; dekanat Haigerloch: Isingen
(Usingen) mit dem filial Rosenfeld; dekanat Horb: Altheim (Althain), Rezingen (Räxingen); dekanat Herrenberg:
Unterjettingen (Underütingen), Ebhausen mit dem filial Rohrdorf; dekanat Tübingen: Dettingen, Hemmendorf; de¬
kanat Reutlingen: Betzingen, Oferdingen; dekanat Trossingen: Aldingen, Nendingen; dekanat Munderkingen:
Oberstadion (Stadgun); dekanat Stockach: Goldbacb, Zell im Madach; dekanat Waldshut: Weilheim, Bierbronnen
(Birckbrunnen); dekanat Wil: Tobel, Weilen (Wiler), Affeltrangen (AfFoltrangen), Märwil (Mervile); dekanat Wetzi¬
kon : Hinw 1, Wald, Wangen, Bubikon; dekanat Regensbeig: Buchs; dekanat Zürich: Horgen für die hälfte der
früchte, Wädenswil, Richterswil, Küssnacht; dekanat Syns oder Hochdorf: Hohenrain, Dietwil (Tuttwil), Aesch
(Esch), Muswangen, Römerswil (Romarswil); dekanat Aarau: Sengen, Köllikon; dekanat Zofingen: Beiden (Raida);
dekanat Winau: Rohrbacb, Lotzwil, Thunstetten; dekanat Büren: Wohlen (Walen), Aettingen (Attingen); dekanat
Münsingen: Buchsee, Seedorf, Bremgarten bürg. — Die kirchen, welche seit dem schisma an die Johanniter gekommen
und darum die ersten früchte zu zahlen haben, sind folgende: im dekaniit Breisach: Gündlingen; im dekanat Zürich:
Dübendorf; im dekanat Frauenfeld: Wengi, und im dekanat Wil: Wnppenan (Wnpnow). Außer den ansstellem
siegelt Hugo graf von Montfort, generalprior der Johanniter in Deutschland. Dat et aci Const. 1420, die veneris
15. mens, nov., ind. 13. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 21 ). — Kopb. 502 Karlsruhe. — Kopb. F, 61 Erzbisch. Arch.
Freiburg i. B. — vgl. ZGORh. 25 (19lO) 165. ' 8818
— nov. 16^ Konstanz. Schreibt an die bürgerschaft von Ulm: will ihr auf ihr schreiben, betr. den streit des
bischofs und des grafen Hermann von Sulz über das gottesbaus Rheinau, antworten: Yor einiger zeit seien im
kloster Rheinau zwischen abt und konvent eine Zwistigkeit ausgebrochen, die das eine mal durch den edlen Hans
von Tengen (Tengen), frei, das andere mal durch den Konstanzer domdekan, mag. Hans Schurpfer, beigelegt
worden seien. Der bischof läßt unentschieden, wer von neuem den streit begonnen habe. Er bat nun beide parteien
vor sich gefordert, verhört (»und sind der artikel und stuk zwischen baider taile vil und heftig gewesene) und es endlich
dahin gebracht, daß die Parteien sich dem Schiedsspruch zu unterwerfen gelobten. Bei diesem compromiß fhindregang)
ist graf Hermann von Sulz zugegen gewesen und »mit seinem wissen und von siner bette wegen beschehen nmbe das
dan er maint, das sin sune graff Rudolff daselbs (d.h. im kloster Rheinau) kastvogt syc. Alsdann wurden sämtliche
ansprüche verhört, klage und Widerrede der parteien »in geschrift genommene und einige artikel vermerkt, denen der
bischof kraft seines amtes und seiner gewalt nachgehen mußte. Darauf wurde dem domdekan und vikar befohlen,
»ain Inquisition ze tünd«, d. h. sich zu unterrichten, wie es in geistlichen and zeitlichen Sachen mit der abtei
Rheinau stünde. Nach erledigung dieses auftrags hat der bischof den parteien einen tag auf vergangenen Si Gal-
Instag (okt 16) gesetzt, aber graf Rudolf, der sohn des grafen Hermann, den abt gefangen hinweggeführt. Der bi¬
schof sendet abschriften über den gang der Verhandlungen und solcher auf einem tag zu Diessenhofen, über letztere
die abschrift eines hriefs des bischofs an Hans von Tengen: »die sache ufi dis male also verlassen ist«. Der bi¬
schof will aber gern »des rechten körnen« und hofft, »das ir sovil mit im (dem grafen von Sulz) reden und tün
wöllent, das er billiche gelicbe recht von uns uffneme«. Dat. Const. an s. Ottmars tag (14)20. — Kopie des Mis-
sivs, Karlsruhe (Kletgau, Compromisse und Correspondenzen). — vgl. nov. 12 und 28. 8814
— HOT. 11 y Konstanz. Gibt seine Zustimmung, daß Adelheid von Wolfurt, tochter der Katharina von Sulzberg
sei., und deren mann Jorg Rantz die güter zu Schochenhausen, Nußbanmen, in dem Moos, in dem Gerüt, im Bach,
um 50 m.s. an Konrad Stikel, bürger zu Konst., weiterverpfänden. Die verfahren des bischofs hatten die gen. güter
seinerzeit an Wetzel den marschall von Blidegg, ritter, um die gen. summe verpfändet. Geben zu Cost. an sannentag
nach s. Martis tag 1420. — Or. Karlsruhe (5 Schochenhausen). 8815
— HOT. 28. Graf Hermann von Sulz schreibt an die bürgerschaft von Ulm: sie habe ihm am 20. november (mitt-
woch nach s. Elisabethen tag) und am 21 . november (domstag vor Katherine) wegen einer angelegenheit ge¬
schrieben, die ihn und den bischof von Konstanz anginge. Er ist entschlossen, mit dem bischof darüber keine »güt-
31 *
244 Otto m. yon Hachberg, Bischof von Koustaiiz. 1420.
licheit« mehr za halten, sondern nach dem Wortlaut eines briefes an den bischof za handeln, Ton dem er zwei ab-
schriften beifögt, damit man sehe, wie er mit dem grafen and seinen kindem es treibe. Bedürfen seiner die Ulmer in
anderer angelegenheit, so will er ihnen gern za willen sein. Er kommt deshalb nicht nach Rottenbarg, weil er ge¬
bannt ist and »kein mensch damit vergraben mdcht werden und oach aller gottesdienst nider gelägc. Dat fer.
5 . ante Andree ap. (14)20. — Kopie des Missivs, Karlsrahe (Kletgaa, Compromisse and Correspondenzen). — vgl.
nov. 16 and 30. 8816
1420 nOY. 30^ Konstanz. Schreibt an graf Hermann von Salz: er hat am heutigen tage, zur vesperzeit, einen
brief des grafen empfangen, der am 23. november (fritag nechst nach s. Othmars tag) geschrieben ist Der graf
habe sich bereit erklärt sich dem schiedssprach des edlen Johann Trachseß von Waldbarg, reicbslandvogt in Ober¬
schwaben, za unterwerfen. Nun wisse der graf wohl, daß der bischof »za dem ersten rocht ffir in (d. h. den Trach-
seß) gebotten« hat; Otto ist anch heute dazu erbdtig, von ihm und zwei zasätzcn arteilen za lassen. Der bischof will
fortan gegen den graf und die seinen keine feindschaft mehr hegen and das gleiche soll Hermann tan; bis zum
nächsten fireitag (dez. 6) mdge er seine boten zam Trachseß senden. Dat. Cost an s. Andres tag des hl. zwdlfbotten
(14)20. — Kopie des Missivs, Karlsrahe (Kletgaa, Compromisse und Correspondenzen). — vgl. nov. 28 und 1421,
jan. 15. 8817
— dez. Rom. Papst Martin V. beauftragt den bischof von Konstanz, dem annenspital za Ravensbaig mit
80 m.s.einkilnften, in welchem oft 104 and mehr arme täglich gespeist werden, die pfarrkirche za Wolpertschwende
za inkorporieren, deren patronatsrecht samt der barg Hatzentarm von den brädem Johann, Martin und Konrad von
Kdnigsegg dem spital käuflich dbeigeben worden war. Dat. Rome apad s. Petram 4. non. doc., a. 4 . »Ex debitoc.
— Or. Stuttgart, Staatsarch. (Ravensbarg); oben: ad cameram; unter dem bug links: de. taxo 35. Jo. de Pt-ato,
T, de Horst 9 ; aof dem bog rechts: pro B. de Strata 20. Jo. de MotUemartis jjj. Rdckseits oben: Blasius. R
darin Ja. Bei den schndron: A. Reme(^)} rechts: Holare. 8818
— dez. 10^ St. Gallen. Heinrich, abt von St Gallen, bittet den bischof bezw. dessen generalvikar zu genehmigen,
daß Johann Binder, innhaber der pfarrkirche in Romanshom, deren kollatar dem kloster St. Gallen zasteht, and
Georg Binder, bruder des gen., innhaber der pfarrkirche Salmsach, deren kollatar dem stift St. Stephan zu Konst,
zasteht, ihre pfründen tauschen. — In Sancto GaUo 10 . die mens. dec. 1420. — aasz. Ü-B. St Gallen 5, 260
nr. 2974. 8819
— dez. \1, Luzern. Boten von Zürich, Uri, Schwiz, Obwalden, Nidwalden, Zog and Glaras vereinbaren o. a., daß
die von Zürich an bischof Otto schreiben sollen. 1420, fer. 4. post Nicolai — Luzern, Staatsarch. (Ratsbach 3 ,
70 a b). — aosz. Eidgen. Abschiede 1 ^, 110 nr. 200 ; 1 *, 233 nr. 486. Im Lozerner Ratsbach 3 , 74 ^ findet sich
folgender eintrag: ,da selbs gedenk, als der b^hof von Costenz rett von der von Appezell wegen als iii enthoabtet
sind.c 8820
um 1420. Bestätigt die wähl des priesters Johann zar pfründe am altar der hl Margarete in der pfarrkirche za
Markdorf darch ploban and pfründner daselbst, and gebietet die einweisung des investierten in den besitz jener
Pfründe. — Formelbach Z, 1 Freibarg, Erzb. Arch. — Kopb. 502 Karlsruhe. 8821
um 1420. Teilt dem dekanat Wiesental mit, daß er dem kleriker Johann Hugli die pfründe des Marienaltars in
der pfarrkirche za Zell übertragen habe, nachdem derselbe ihn belehrt hat, daß die pöünde seit langem erledigt
und ihre besetzong daher gemäß den bestimmangen des Laterankonzils an ihn, den bischof, anheimgefallen ist; ein
ao^botsverfahren sei ohne erfolg geblieben. — Formelbach Z, 2 Freibarg, Erzb. Arch. — ebenda 10 ein im we¬
sentlichen gleichlautendes konzept an das gleiche dekanat mit weglassang der personen- und Ortsnamen. 8822
iiaeh 1420. Der generalvikar in spir. vereinigt auf bitten der gemeinde Breisach die Brennerin pfründe mit der
pfründe des St Christoforas-, Jodokas- und St Lacienaltars in der pfarrkirche za Breisach, da beide nur geringe
einkünfte besitzen. (Ohne datum.) — Formelbach Z, 27* Freibarg, Erzb. Arch. 88 ^
iiaeh 1420. Der generalvikar beauftragt den dekan des dekanats Breisach, sich über die einkünfte der beiden
pfründen, der Mattergottes- und St Johannespfründe in der pfarrkirche za Breisach, deren kollatar dem Wernher
von Pforr zasteht, za informieren, da letzterer am Vereinigung der beiden pfründen wegen ihrer geringen einkünfte
nachgesacht hat Dat Const. (ohne datum). — Formelbach Z, 28 Freibarg, Erzb. Arch. 88 ^
nach 1420. Der generalvikar vereinigt miteinander die beiden pfründen aaf dem altare der hll. Djonisias, Bosticas
und Eleutherios im eher der pfarrkirche Eßlingen, deren eine durch den tod des Johann Schwarz erledigt ist, während
die andere Hermann Bermiter, meister der freien künste and der hL schrift baccalar, inne hat Dat et act. (ohne
datum). — Formelbach Z, 53 Freiburg, Erzb. Arch. 8823
nach 1420. Derselbe vereinigt die St Katharina- mit der St Oswaldpfründe iin münster za Freibarg. — Formel-
bacb Z, 55 Freibarg, Er/.b, Arch. — FreibDiOzesanarch. 16, 254. 8826
Otto 111. von Hachbei’g, Bischof von Konstanz. 1420. 245
nach ]42(K Stolli den armou Juden Paul (früher Jakob), dessen frau Katharina (früher Beyna) and deren hindern
Franst (Lademan) und Ma^^dalona (Front), welche mit 36 andern personen infolge eines wnnders der erscheinnng
des leibes Christi (altarsakramentswunder) im bistum Olmütz sich haben taufen lassen, einen bettelbrief aus und
empfiehlt sie den almoseu der gläubigen Dat (....) — Formelbach Z, 62 (eine andere formel 63) Freibarg,
Erzb. Arch. — Eine Formel fär eine Anna mit ihren kindern ebenda S. 64 vom generahikar ausgestellt — Eine
formel für einen bekehrten beiden Barth. Ottamann graf von Bethsayda und dessen brader Alexander ebenda s. 65.
8827
nach 1420. Empfehlungs- und almosenbriefe (formein):
]) für eine pfarrkirche bei der buig Neafürstenberg;
2 ) für die Muttergotteskapelle auf dem Harlinberg in der pfarrgrenze von Schlatt, bei welcher ein neuer cbor ge¬
baut wurde;
3) für die St Gallen- und St Barbarakapelle der stadt Greiffensee, die bei dem letztjährigen stadtbrand zu
gründe gingen;
4) für kloster Bedingen, das verbrannte;
5) für die Schwestern beim kloster Bugarten O.S.B. im dorfe Altdorf, welche mangel leiden;
6 ) für die Augustiner zu Eßlingen, welche einen türm anfingen zu bauen;
7) für dio Schwestern zu Ennetach (Eschendach) bei Mengen, welche eine neue kapelle bauten. (Ohne datum).
— Formelbach Z, 70f. Freiburg, Erzb. Arch. 8828
um 1420. Verleiht die pfarrei Muotathal (Muttenthal), bei welcher der patron die präsentationsfrist nicht einge¬
halten hat, dem Arnold von Neuendorf (Nuwendorf), priester Halbersiädter bistums. (Ohne datum). — Formelbuch
Z, 80 Freiburg, Erzb. Arch. 8829
nach 1420. Erteilt dem altar in der einsiedelei Äschenberg innerhalb der pfarrei Heiligenberg bei Winterthur der
zu ehren des hl. kreuzes, der Mattergottes, der hlL Paul eremita und Onofrius und der hl. Maria von Ägypten ge¬
weiht ist, an bestimmten tagen und vor allem für das beten des engel des herrn morgens und abends 40 tage ablaß.
Dat. et act Consi — Formelbuch Z, 113 Freiburg, Erzb. Arch. 8830
um 1420. Erteilt der kapelle dos waldhauses in der Tuffnow gen. ablaß. — Formelbuch Z, 113 Freibnrg, Erzb*
Arch. 8831
nach 1420. Erteilt den bewohnern des dorfes Bieringen am Neckar, deren mutterkirche jenseits des Neckar liegt,
so daß sie wegen hochwassers oft die kirche nicht besuchen künnen, für ihre neuerbaute Mattergotteskapelle einen
bettelbrief. Ohne datum. — Formelbach Z, 123 Freibarg, Erzb. Arch. 8832
um 1420. Erteilt wegen der kleinheit der pfarrkirche zu Upfingen den bewohnern daselbst die erlaubnis, auf dem
friedhof von einem beliebigen weltpriester auf einem tragaltare die hl. messe lesen zu lassen. — Formelbach Z, 141
Freibarg, Erzb. Arch. 8833
nach 1420. Erteilt dem abt und konvent von Bregenz die Vergünstigung, daß der abt auf die dem kloster inkor¬
porierten Pfarrkirchen zu Bregenz mit den filialen Alberschwende und Salzberg, zu Andelsbuch mit den filialen Elen¬
bogen und Owa und zu Lingnau, da es seither so brauch gewesen, ohne daß es jedoch urkundlich erwiesen werden
könnte, mönche oder weltpriester dem bischof präsentieren könne, so jedoch, daß dem abt zusteht, seine mönche frei
einzusetzen oder abzurufen und daß die kirchen von der Zahlung der ersten früchte befreit sind im gegensatz zu der
in Schaffhausen zwischen ihm und den anderen prälaten getroffenen abmachung. (Am rande zu der bezahlung der
ersten früchte steht von gleichzeitiger hand: nota si placet). Dat... — Formelbuch Z, 138 Freibarg, Erzb. Arch.
8834
um 1420. Gestattet den leutpriestern von Huttwil (Hütwil) und Nennfom (Nüfron) die unteigebenen des klosters
Ittingen beicht zu hören und ihnen die Sakramente zu spenden, da das kloster zur zeit keinen propst hat und sonst
keinen priester, der för die untergebenen den gottesdienst halten könnte. Dat.... — Formelbach Z, 86 Freibarg,
Erzb. Arch. 8835
nach 1420. Der gcneralvikar vereinigt auf bitten der patrone des Katharinen- und Oswaldaltars in der pfarrkirche
zu Freiburg, deren einkünfte 3 m. s. bezw. 5 ff Freiburger betragen, beide altäre. Dat (fehlt). — Formelbuch
Z, 55 Freibuig, Erzb. Arch. — FreibDiözesanarch. 16, 254. 8836
nach 1420, febr. 4. Beurkundet: die propstei von Zürichberg war durch resignation des br. Johann Pfaffendorf
erledigt Die brüder Johann Pfaffendorf, Georg Blum, Johann Brun und Kaspar Büß wählten einstimmig den Jo¬
hann Brun zum propst Johann Stephani von Zürich, kleriker Konst bistums, überbringt das wahlprotokoll mit der
bitte um bestätigung des erwählten. Die proklamationsfrist war am 4. febr. abgelaufen. Nikolaus Bosenveit sonst
Waltmann, insiegler des Konst hofes, bittet als prokurator um bestätigung. Der bischof erteilt dieselbe. (Ohne
datum). — Formelbuch Z, 9 Freiburg, Erzb. Arch, 8837
246 Otto IIL vou Hacliberg, Bischof von Konstanz. 1421.
1421. Otto bezw. dessen gcfneralvikar stellt dem priester Johann Scbmid (name fingiert?) einen empfehlnngs- nnd
nnterstütznngsbrief ans, da er erblindete. Dat. 1421 ...
Desgleichen für Petras Bamer, priester, der sich lange jahre za Bischofszell aafhielt, jetzt aber rom aossatz bo*
haftet sei.
Desgleichen fdr einen priester, der von den B[assiten gefangen and der rechten haud beraabt wurde.
Desgleichen fdr Jo. Haacko, leatpriester za Oriessenstorf, sonst Sacha(?), der wegen des schismas der Wickle-
visten(!) and Hassiten aus Böhmen vertrieben wurde. — Formelbach Z, 67 f. Freibarg, Erzb. Arch. 8B38
1421. Beauftragt den dokan in ... den priester Heinrich Keller in die pfi^nde der St. Leonhardskapello za Weiler,
tochterkirche von Hom, welche dem bischöfl. tisch inkorporiert ist, einzaweisen. Dat 1421. — Formelbach Z,88
Freibarg, Erzb. Arch. 8^9
1421. Erteilt fdr das beten des Engel des Herrn in der pfarrkirche za Leatkirch auf bitten des klosters Schossen-
ried 40 tage bezw. l jahr ablaß. Dat 1421. — Formelbach Z, 103 Freibarg, Erzb. Arch.
Ebenso dem kloster Waldsee (Waise), ebenda fol. 103. — vgt eine gleiche vergfinstigong fdr Buchaa 1421
jani 16. 8840
1421, Konstanz. Beauftragt den dekan des dekauats Blaabearen, den priester Konrad Diepold in die pfi^de dos
altars za ehren der hl. Dreifaltigkeit der Mattergottes, der apostel Petras and Paolos und der hL Barbara im spital
zu Ulm, deren verleihungrecht wtgen nichteinhaltang der prasentationspfiicht an den bischof devolvierte, einzaweisen.
Dat et act Const. in anla nostra episcopali 1421. — Formelbach Z, 87 Freibarg, Erzb. Arch. 8841
1421. Georg, generalvikar in spir. des bischofs Otto von Konstanz, weiht den chor der kirche za Gebrazhofen und
einen altar za ehren der hll. Maria, Dominikas, Maria Magdalena and Katharina und verleiht ablaß. — reg. Wdrtt
Pflegerberichte, Stuttgart Staatsarch. nach abschr. Pfarrarch. Gebrazhofen (Oa. Leatkirch). 8842
— Jan. 7, Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Otto besUtigt die braderschaftstataten der priester des ka-
pitels Blaabearen. Das kapitel hat eine große menge priester mit und ohne seelsorge, welche jährlich zar abhal-
tang des jahrtages für lebende und verstorbene an einem vom dekan bestimmten orte Zusammenkommen Der schloß
der Statuten, welche die gottesdienstordnung und deren anteilnahme genau beschreiben, enthält die forderang, daß
der dekan jährlich zweimal die sjnodalstataten verkünde, niemanden ohne investitar oder »induciae« einbenefiziam
im dekanat übertrage, laien sollen keinerlei rechte auf den nachlaß und besitz der geistlichen haben, auch nicht auf
grond der Schatzherrschaft oder des patronats; bestimmungen über testierfreibeit der geistlichen. Dai Const 1421,
crastino epiphanie domini. — Abschr. (1529) Stuttgart, Staatsarch. (Blaabearen G.7.). 8849
— Jan. 8, Konstanz. Schreibt an künige, herzoge, fürsten asw.: er hat den mag. Johann Büß, inhaber dieses
Schreibens and generalvikar in spir., zu papst Martin Y. und an die rüm. karie geschickt in seinen und des bistams
angelegenheiten; er empfiehlt denselben mit seiner begleitang den adressaten und bittet am freiheit von zoll und
abgaben and aul sicheres geleite. Dat Const 1421, mens, ianaarii die 8 ., ind. 14. Fridrich. — Formelbach Z, 41
Freiboig, Erzb. Arch. 8844
— Jan. 9, Konstanz. Der generalvikar des bischofs Otto beauftragt den dekan za Meßkirch mit der einweisang
des Priesters Johann Keller in den besitz der frühmeßpfründe des altars der hl. Maria in der pfarrkirche St Martin
za M., für welche denselben der ritter Johann von Zimmern präsentiert and mit welcher er, der generalvikar, ihn
investiert hat Der gen. wurde am 7. jan. von dem freiherm Johann von Zimmern präsentiert. Die pfründe war
durch den tod des priesters Eberhard Byßwarm erledigt Dat Const 1421, 5. id. ian., ind. 14. — Zimm. Kopb. 1 ,
334 Dönaneschingen. 8849
— Jao. 15, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Wil, den
priester and Johanniterbrader Jodok Walch, welcher ihm von br. Johann Maiger von Altstetten, Stellvertreter des
Hugo von Montfort, Johanniterpriors von Deutschland und komtars za Tobel, präsentiert worden war, in die pfarr¬
kirche Woppenau (Wuppnaw), welche durch »amocio obediencialisc des braders Konrad Nieß erledigt ist, einzu¬
weisen. Dat Const 1421, 18. kal. febroarii, ind. 14. — Or. Fraaenfeld, Kantonsarch. (Tobel); auf dem bag: Mich,
nomine Frid,; rückseits: iuravit. Jo. Tenger. 8846
— Jan. 21. Graf Hermann von Solz an bischof Otto: seitdem beide sich vereint hätten, dem aaf dem 28. janoar an-
beraumten Schiedsspruch des Johann Trachseß von Waldbarg sich zu unterwerfen, haben ihm, dem grafen, Hans von
Almenshofon (AlmshotTen), der brader des abts (Hugo von Rheinau), and einige von dessen freunden »ain findtschaft«
geschrieben, weil er den ubt nicht ledig and nicht »ain glich recht volgän« lasse, der doch zu diesem zweck alles tun
wolle. Er hat geantwortet daß er sich mit dem bischof »ains güttlichen rechten von dez aptz wegen verfangen« habe.
Die schädigangen durch den brader des abts hindern ihn, auch diesen handel za berichtigen, es sei denn, daß der
bischof mit demselben eines sinnos wäre. Kann ihm alter der bischof versprechen, daß der erwartete schietlsspracli auch
von dom brader des abtes gehalten wird, so will or in der verabredeten weise dem rechte iiacligohen. Tau es Hans
Ott» lll. von Uaclibei^, Bi8cliof von Konstanz. 14^1. 247
TOD Almeiishüfen und seine helfor nicht, so ist es sache des bischofs, sie als Schädiger des klosters Rheinaa zur ver-
antwortang zn ziehen. Er bittet nm antwort. Dat. zinstag vor Vincencii (l4)21. — Entwarf des Missivs, Karlsruhe
(Kletgan, Compromisso und Correspondenzen). — vgl. nov. 30. 8847
1421 Jan. 22, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfix eine ewige messe zu ehren der hl. Drei¬
faltigkeit, der Mattergottes, des hl. Joliannes d. E. und d. T., Maria Magdalena und Sebastian in der pfarrkirche
zu Ulm, auf dein altar, der zwischen dem sakramentshäusclien und der turintüre gelegen ist, welche Hans StOcklin,
bürger zu Ulm und dessen tochter Guta Brdstner d. d. 1420 jan. S (inentag nach dem obrosten tage zA Wyhen-
nechten) gestiftet haben. Dat. Const. 1421, 11. kal. febr., ind. 14. — Or. Ulm, Stadtarch.; auf dem bug: Mkh, no¬
mine Frid,; rückseits: Jo. Tenger, -— reg. Bazing-Veesenmeyer nr. 112. 8848
— jan. 80, Konstanz. Bewidmet das amt des suffragans, damit es »in besser Ordnung gesetzt werde denne es
bisher gewesen ist«, mit der zur bischöfl. mensa gehörenden kirche zu Mettmenstetten, auf die zu solchem zwecko
Albrecht Blarer, des bischofs Vorgänger, verzichtet hat; er stattet es zugleich aus mit einer jährlichen in vier raten
jeweils auf quatember zu zahlenden rente von 100 gülden aus den gefällen des hofgerichtsinsiegels. Zu bürgen
werden bestellt: Albrecht Blarer, meister Hans Schürpfer dekan, der domherr Ulrich Truchseß, alsdann Rüdiger
Hartzer, Werner Roggenbach, Heinrich Ehinger, Konrad Winterberg, Heinrich Atzenbach gen. Wechsler. Der suf-
fragan wird verpflichtet, die neu für ihn aufgesetzten artikel, wie sie in einer besonderen urkunde enthalten sind,
zu beschwören und zu halten. Das instrument mit diesen artikeln wie die vorliegende urkunde erhält das domkapitel
zur anfbewahrung »hinder iren schlossen«. Jeder suffragan bekommt von beiden eine beglaubigte kopie, doch soll
ihm nötigenfalls das domkapitel die Originalurkunde leihweise überlassen. Domdekan und domkapitel stimmen zu,
neben ihnen und dem bischof siegeln die bürgen. Geben ze Costenz uff unser pfalientz des nächsten dornstags vor
unser frowen tag liechtmiß 1421. — Or. Freibarg i. B., Erzbisch. Arch.; die bürgenreihe ist von anderer tinte ein¬
getragen.—Kopb. 509, 219^ Karlsruhe, wo auch fol. 220* die vom suffragan zu beschwörenden artikel sich finden.
— erw. FreibDiözesanarch. 7,222. 8849
— febr. 8. Bürgermeister und rat zu Schaff hausen richten an bürgermeister und rat zu Si Gallen die bitte, dafür
sorge zu tragen, daß ein buchschreiber, der ein für die pfarrkirche in Schaffhausen geschriebenes meßbuch mit sich
nach St. Gallen genommen hat, wohl in der hofihung, vom abte arbeit zu erhalten, das buch dem boten übergebe,
da die pfarrkirche es nicht länger entbehren könne. — ausz. U-B. St. Gallen 5, 270 nr. 2995. 8850
— mürz 1, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto schreibt an die geistlichkeit in stadt und bistum,
empfiehlt ihnen die almosenSammler für das neu zu erbauende spital in Herrenberg und erteilt allen 40 tage ablaß.
Dat Const. 1421, kal. marcii, ind. 14. — Or. Herrenberg (Ev. Dekanatamt); auf dem bug: Mich, nomine Frid.
8851
— mfirz 2. Konrad Auenstetter, insiegler des hofes, schreibt an Basel: er hat das Instrument des mag. Konrad
Elye im münster verkündet; er schickt dasselbe mit der beurkundung über die vollzogene Verkündigung zurück.
Dat Const dominica Letare 1421. — Basel, Staatsarch. (Politisches A 2II nr. 128). 8852
— mirz 18, Rom. Papst Martin V. an die erzbischöfe von Besannen und Lausanne und den bischof von Chur:
bisdiof Otto von Konstanz hat vorgetragen, daß einige adelige den bischof, seinen generalvikar und offizial in der
rechtsprechuug hindern, den kirchheim verbieten, den zitationen folge zu leisten, die Überbringer solcher schreiben
gefangen nehmen, die pfründnießer an den einkünften schädigen, den bischof zwingen kinder, knaben, laien und
andere untaugliche personen in die pfründen zu investieren. Die adressaten sollen den bischof unterstützen und
nnter androhung kirchlicher strafen nicht zulassen, daß jemand seine jurisdiktionsvollmachten angroife. Dat.
Borne apud s. Petrum 15. kaL apr., a. 4. — Mod. abschr. (Reg. Lat 212, 290 Rom). 8858
— mürz 18, Konstanz.« Der generalvikar b. Ottos bestätigt die errichtung und bewidmung einer pfründe auf den
Sebastiansaltar in der pfarrkirche 6t Magnus außerhalb 8t Gallens, welche durch Elisabeth ab Husen, bürgerin
von St Gallen, mit Zustimmung des kirchherm d.d. 1420 dez. 13 erfolgt war. Sie präsentierte ihren sohn Heinrich
ab Husen priester, mag. der freien künste. Die Verpflichtungen des pfründnießers sind im stiftungsbrief angegeben.
Dat Const 1421, 15. kaL apr., ind. 14. — ausz. U-B. St Gallen 5, 262 nr. 2975 nach or. Stadtarch; registratur¬
vermerke: auf dem bug rechts: Michael nomine triderid; rückseits oben: Jo[anne8] Tenger; unten: fiat con-
firtnacio. Jo. Tenger. 8854
— mfirz 26, Konstanz« Beauftragt besonders den dekan und kämmerer des landkapitels Ravensburg, die bulle
Martins Y. [1.420 dez. 2], worin dieser dem spital in Ravensburg die pfarrkirche zu Wolpertschwende inkorporiert,
zn verkündigen und die interessenten zu zitieren. Dat Const in aula nostra episcopali 1421, 7. kal apr., ind. 14.
— Formelbach Z, 43 Freiburg, Erzb. Arch. — vgl. 1421 april 16. 8855
— april 1, Sursee. Schultheiß und rat von Sursee bitten den bischof Otto um bestätigung des vor jahren von den
bäckem dotierten altars zu ehren des hl. Kreuzes und des hL Andreas und der damit verbundenen priesterpfründe.
248 Otto III. von Hachbei^, Bischof von Konstanz. 1421.
Bestimmniigeii für den kaplan, betr. den gettesdienst, sind angegeben. Dat. in opido Snrse 1 . die mens. apr. 1421,
ind. 14. — reg. GFrüOrte. 6 , 82 nach Or. Snrsee, Stadtarch. — vgl. 1408 dez. 20. 8856
1421 april 5^ Born. Papst Martin Y. beauftragt den abt von Wiblingen, dem kloster Blaubenren, das durch pest
und brandscWen gelitten, die Pfarrkirchen zu Laichingcii mit 40, Seißen mit 30 und Urspringen mit ] 3 m. s.
einkünften zu inkorporieren. Das kloster besitzt das patronatsrecht der gen. kirchen, die Inkorporation dagegen
konnte noch nicht durchgefflhrt werden. Die einkunfte des klosters sind auf 130 m. s. geschätzt. Dai Borne apud
s. Petrum non. apr., a. 4. »Ex apostolica«. — Abschr. (17. jh.) Stuttgart, Staatsarch. (El Blaubeuren). —
Ausfdhrungsurkunde des abtes Andreas d. d. 1421 sept. 17 ebenda. — vgl. 1397 dez. 20 . 8857
— april 16^ Konstanz. Führt die bulle d. d. 1420 dez. 2 , bctr. Inkorporation der pfarrkirche Wolpertschwende
an das spital zu Bavensburg, aus und bestimmt als kongprua für den vikar die dos der gen. kirchc, die kleinzehnten,
5 maltor speit und 5 maltcr hafer, ein band stroh von dem großzehnten, alle oblationen, anniversarien, mortuarien
und andern stolgebühren. Dat. et aci Consi in aula nostra episcopali 1421, ind. 14., pontif. Martini Y. a. 4., die
mercurii 16. mens, apr.; zeugen: Konrad Höflich, Chorherr von St. Stephan zu Konst, Konrad Schnetzer, Chorherr
von St Peter zu Embrach, Jakob Itler sonst Gröber, kirchherr zu Wangen, und Johann Wis, kaplan der St Niko¬
lauskapelle in der Konst, domkirche. — Notariatsinstr. des Friedrich Schüler von Heidenheim: Stuttgart Staats¬
arch. (Bavensburg). — vgl. 1421 sept 24 ; 1421 märz*26 und folgende nr. 8858
— april 16^ Konstanz. Hatte mit der ausfdhrung der bulle Martins Y. (vgl. 1420 dez. 2) den Johann Schürpfer,
domdekan, beauftragt, der nun bericht erstattet in gegenwart von Ulrich Brock, bürger von Bavensburg, und Heinrich
Langabenz, spitalmeister daselbst Der bischof bestätigt darauf dem spital den verkauf und die Schenkung der borg
Hetzenturm mit dem dorf Wolpertschwende und inkorporiert die pfarrkirche W., deren patronat zu bürg und dorf
gehörte, dem gen. spital, behält sich die ersten fruchte und anderen rechte vor und bestimmt die kougrua des vikars
(wie vorige nr.). Datum und zeugen wie vorige nr. — Notariatsinstrument des Friedrich Heidenheimer, kleriker
Eichstädter bistums: Formelbnch Z, 44 Freibnrg, Erzb. Arch. 8859
— april 23^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Wiesental,
den Konrad Walther, priester Mainzer bistums, welcher ihm von abt Johann von Wettingen präsentiert worden war,
in die pfründc des Muttergottesaltars der pfarrkirche Biehen, welche durch tod des Johann Zimrer erledigt ist, ein¬
zuweisen. Dat. Const. 1421, 9. kal maii, ind. 14. — Or. Aarau, Staatsarch. (Wett 932); auf dem bng: MicK no¬
mine Frid,; rückseits; Jo, Tenger iuravU, — reg. Linder, Geschichte der Kirchgemeinde Biehen-Bettingon 28.
8860
— april 25^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung einer
altarpfi^de zu ehren der hl. Petrus, Kosmas und Damian in der kapeUe zu Jesingen (Üsingen) durch die gemeinde
daselbst, zu welcher Heinrieta von MOmpelgard, gräfin von Württemberg, im namen ihrer sOhne Ludwig and
Ulrich, grafen von Württemberg, d.d. 1421 jan. 6 , und abt Heinrich von St. Peter im Schwarzwald ihre Zustimmung
gegeben haben. Dat. Const 1421, 7. kal maii, ind. 14. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Kirchheim G.Y.); auf dem
bug: Mich, nomine Frid.; rückseits: Jo, Teng, 8861
— mal 8 , Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und be-
widmung der frübmesse auf den St Katbarinenaltar in der pfarrkirche zu Bemmlngsheim durch Heinrich Füß,
propst, und das kapitel des Stiftes Ehingen bei Bottenburg d. d. 1421 april 30. Yerpflichtung und einkünfto des
kaplans sind im stiftungsbrief angegeben. Dat. Const. 1421, 8. id. maii, ind. 14. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Herrenberg Si); auf dem bug: Fridricue nornine Fridriei, Bückseits: Jo. Tenger, 8862
— mai 9) Konstanz. Der generalvikar in spir. des b. Otto beauftragt den dekan und kammerer des dekanats Tü¬
bingen, den priester mag. Konrad Harter als ständigen vikar der pfarrkirche BemmingSheim, welche durch resig-
nation des Heinrich Mesner vakant geworden und deren präsentationsrecht dem propst Heinrich Füfl von Ehingen
b. Bottenburg zusteht, zu proklamieren. Dai Const 1421, 7. id. maii, ind. 14. — Oi. Stuttgart, Staatsarch. (Bot-
tenbuig, Stift St Moriz); unten: Fridericue nomine Frid.^ dann proklamationsvermerk: proclamavi Frid. fetia 6,
et die eabbati post fest, e. Vrbani pape. Bückseits oben: Jo, Tenger; darunter: iuravit in reeepeione proclamaeionis.
Find,; mitte: Executa est hee proclamacio per me Hainricum Mesner de Rötembur ipm die corporis Christi
1421; manu pro sigülo. — vgl mai 31. 8863
— mai 13. Hans Herman gen. Spieß, welcher im namen des bischofs Otto zu Schaffhausen au der Bheinbrücke
Öffentlich zu gericht sitzt, beurkundet, daß vor ihm Maigreth LOwin, klosterfrau zu St. Agnes in Sebäffhausen, ein
auf dem banse des Heinrich Keller, richters zu Schaffhausen, lastendes Icibgeding von 3 fl. frei gelassen hat,
wofür ihr der gen. Keller einen jährlichen zins von 1 ^ heller Schaffhauser Währung zahlen soll Geben an dem
13. tag des monatz mayen 1421. Es siegelt Hermann Winmann, vogt zu Neukircli. — Or. Zürich, Staatsarch.
(cm 3 nr. 240.) 8864
Otto lll. von Uachbei^y Bischof Toii Konstanz. 1421. 240
1421 mal 21^ Konstanz. Beurkundet: es erscheint Job. Stephani, kirchherr zu Oberwinterthur (namen fingiert?)
, und bekennt, daß er mit einer Terbeirateten frau, die er yor Zeiten in seinem hause gehabt, Unzucht getrieben und
kinder yon ihr erhalten habe; er will die frau entlassen und niemals mehr sich yerfehlen und bittet um absolution,
die der bischof gewährt Dat Cost 1421» 21. die mens, maii, ind. 14. — Formelbuch Z, 74 Freibuig, Enb.Arch.
8865
—' mal 27, Konstanz. Beseitigt'mittelst transfix die yon propst Ulrich und dem konyent yon Sindelfingen
d. d. 1420 dez. 19 aufgestellten Statuten des Stiftes, betr. gottesdienstordnung, einkommen der Chorherren, ihre
häuser n.‘a. Dat et act Const in anla nostra episcopali 1421, 6. kal. iunii, ind. 14. — Or. Stuttgart Staatsarch.
(Siudelfing^n). 8866
— mai 28^ Rom. Papst Martin V. gestattet dem propst Johann yon Denkendorf den gebrauch der pontifikalien:
mitra, ring und stab. Derselbe hatte vorgetragen, daß die prdpste seit langer zeit dies yorrecht besaßen, es könne aber
nur durch die alten registerbände des klosters nachgewiesen werden. Dat Borne apud s. Petrum 5 . kal. iuuii, a. 4.
»Deyocionis sinceritasc. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Denkendorf); unter dem hug links ßO 9 ; auf dem bug:
Bf^ gratis. Arnoldus r, Ruckseits R darin Ja,; bei den schnfiren: H. Raiseop,; links beim bug: H. Raiscop. Jo.
ds Ratingen, 8867
— mal 80. Bestätigt die urkunde d. d. 1421 mai 15, womach Anton und Hans Ammann, brüder, burger zu
Rayensburg, den bischof, bezw. dessen generalyikar in spir. um hestätigung ihrer meßstiftung in der Huttergottes-
kaprile zu Lentkirch zunächst hei der pfarrkirche im kirchhof bitten. Geben am nächsten frejtag nach s. Urbans-
■ tag 1421. — Or. LeutMrch, Stadtarch. — erw. DiözesanarchSchwaben 5, 42. 8868
mal 81, . Konstanz. Der generalyikar in spir. beauftragt den dekan des dekanats Tübingen, den priester mag.
Konräd Herter in die pfarrkirche Remmingsheim einzuweisen [ygl. mai 9]. Dat Const 1421, 2. kal. iunii, ind. 14.
— Or. Stuttgart, Staatsarch. (Rottenburg, Stift St Moriz); auf dem bug: MicJi, nomine Frid, Ruckseits: Jo. Tenger.
iuravU, 8869
— Juni 9, Rom. Papst Martin Y. bestellt auf bitten b. Ottos die bischöfe yon Augsburg und Lausanne sowie den
propst yon St Peter zu Basel zu konseryatoren des Konst, bistums. Dat. Rome apud s. Petrum 5. id. iunii, a. 4.—
Mod. abschr. (Reg. Yat 358^ 138 Rom). 8870
— Juni 12, Rom. Wilhelm, tit. s. Marci preshyter cardinalis, als stellyertreter des abwesenden großpönitentiars
Jordanus, bischofs yon Albano, gibt dem domdekan zu Konst die yollmacht, den Johann Stein (Lapis) priester,
. kirchherr zu Munderkingen und dekan des landkapitels, yon bestimmten yergehen (konkubinat? allgemeine formel)
absolyieren zu können, da letzterer den diözesanbischof als befangen ablehnt (cum ordinarium suum certis de causis
haheat in hac parte suspectum). Dat. Rome apud s. Petrum sub sigillo dicti maioris poenitentiarii 2. id. iunii, pontif.
Martini pape Y. a. 4. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Ost Landesteile); oben yom: p, J5n.; unter dem bug links:
B. de (Jara^sept.-zolis. Gaitani.; auf dem hug rechts: B, de Panciaiiehis. Ruckseits oben: Milinihtis(?). 8871
' — Juni. 12« Schulthoiß, rat und gemeinde zu Kaiserstuhl bekunden, daß ihnen bischof Otto mit Zustimmung des
domdekans und domkapitels die Schlüssel zum oberen thor bei dem türm auf widerruf überlassen hat; sie wollen ihn
mit wissen des bischöfl. yogtes zu Kaiserstuhl einem manne anyertrauen, der dem bischof gegenüber eidlich sich zur
treue yerpfiiehton muß, der jedermann aus- und einlassen soll, ohne die bürgerschaft zu fragen. Geben an donrstag
yor 8. Yitz und Modesti tag 1421. — Or. Karlsruhe (5 Kaiserstuhl). — Koph. 501, 304‘; 501, 373* (irrig zu
1420) Karlsruhe. — ausz. Koph. 603, 705 Karlsruhe. ^72
— Juni 18, Konstanz. Bestätigt die Stiftung der Johanneskaplanei zu Leutkirch, um welche die brüder Anton
. I und* Hans Ammann d. d. 1421 mai 30 (fl-eitag nach s. Urban) gebeten haben. Const 1421, id. iunii.—reg. Stutt¬
gart Staatsarch. {Weingarten) nach Kop. in Kony. I. D. 2 und Koph. yon Stams. s. 13. 8873
— jnni 16, Konstanz. Bestimmt auf ansuchen des Konrad Schmid, kirchherm zu Kappel und ... (darnach
ansradiert; nach Kopb. Z. stand da: und dekan des dekanats Buchau), daß künftig im kloster Buchau jeweils am
ireitag zur todesstunde Christi die große glocke geläutet und 5 yatemnser gebetet nnd daß jeden tag morgens nnd
abends der englische gmß geläutet und gebetet werden solle, und erteilt dafür 40 tage ablaß. Dat. Const 1421,
16. kal. iulii, ind. 14. (Das datum yon 16. kal. iulii, ind. 14. etwas später zugesetzt). — Or. Biberach, Spitalarch.
— Formelbuch Z, 103 Freibuig, Erzb. Arch.; war konzept zur urkunde. 8874
— jnni 16« Jörg Lndewig und dawlin Schwarz d. j., dessen Schwager, bürger von Colmar, stellen dem dompropst
und domkapitel für die yerleihung ihres hofes zu Colmar auf ] 1 jahre einen reyers aus. Der zins beträgt 100 fl.
Geben uff mendag nach s. Bamaben tag des hl. zwölffbotten 1421. — Or. Karlsruhe (5 Colmar). — TgL 1413
noy. 22. 8875
— jnni 20, Konstanz. Gibt mit Zustimmung des domkapitels an Klara yon Breitonstein geh. yon Homburg
.tauschweise den hof gen. Rebacker (Rüg-) und erhält dafür den halben teil des hofes zu Deggenhausen. Der andere
d«r Blsebdfe Ton Konstans. in. g2
250 Otto 111. TOn Hachbei^, Bischof TOn Konstanz. 1421.
teil dieses hofes gehörte bereits dem hochstift Geben zu Cosi an fritag Yor s. Johanns tag sa snnwenden 1421.
— Or. Esrlsrahe (5 Bnbacker). — reg. Förstenberger U-B. 6 , 316 nr. 211 , la. 8876
1421 Juni 24« öffisong des Hans Negeli, ¥ 0 gt des Konst bischofs in Kling^an, vor gemeinen eidgenossen zu Baden
betr. die verwaltang der hohen gerichtsbarkeit.in den bisch. Konst gebieten der grafschaft Baden. — ArgOTia 3,
188 nr. 56. — reg. Bechtsqnellen des kantons Argan I, 3 s. 35 nr. 20 . 8877
— jani 30, Konstanz. Beurkundet: da die Pfarrkirchen in Oberburg und Langnau, über die abt Theoderich
und der konvent des Benediktinerklosters Trub das patronatsrecht besaßen, dem gen. kloster unter Währung der
bischöfl. rechte vom apost stuhle inkorporiert worden sind und Aber diese rechte leicht meinnngsrerschiedenheit
entstehen könnte, kommt er mit Zustimmung des domkapitels mit dem gen. kloster dahin überein: 1. so oft der
kirchherr oder ständige yikar der beiden kirchen stirbt oder die stelllen sonst yakant werden, müssen die kollatoren
dem bischof bezw. dessen generalvikar einen geeigneten yikar oder kirchherm ans ihrer mitte oder einen weit- oder
Ordenspriester zur inyestitar, wie es brauch ist, präsentieren. 2. Bei jeder yakatur müssen sie an stelle der ersten
früchte yon jeder kirche dem bischof bezw. dessen kollektor 40 Bh. fl. zahlen. Das domkapitet stimmt zu. Acta
sunt Const 1421, ultima die mensis jnnii, ind. 14. — Or. Solothurn, Bischöfl. Arch. Gegenschein des klösters ebenda,
ein zweites or. in Bern, Staatsarch. (Signan). — Kopb. AA, 529. 657. Erzbisch. Arch. Freiburg i. B. — Be¬
yers des klösters yom gleichen tag: Or. Karlsruhe (5 Oberburg) mit datum >1421 etc.« — reg. Kopb. 503, 322
Karlsruhe. — Die g^ter der pfarrkirche yon Oberburg wurden dem kloster yon Otman Billing, Basler bürger, yer-
kauft d. d. 1401 sepi 19; dieser erhielt sie yon Berthold und Egeno yon Kibnrg d. d. 1401 märz 21 . Oir. Bern,
Staatsarch. (Signan). 8878
— jnll 4, Konstanz. Der generalyikar in spir. schreibt an den dekan des dekanats Munderkingen: 1421 mai 16
erschien yor ihm mag. Wilhelm Gabler, accoljt des Konst bistums, mit der präsentationsurknnde des herzogs Fiied-
rich yon Österreich auf die pfarrei Neuenburg (Nuwenbnrg). Auf dessen Proklamation hin erscheinen am 18. juni
der gen. mag. Wilhelm Gabler einer- und der Sachwalter des Eberhard yon Hömlingen anderseits, letzterer mit der
präsentationsurkunde der Anna yon Braunschweig, des gen. herzogs gemahlin. Im laufe der Untersuchung zieht
Anna yon Braunschweig ihre Präsentation zurück und bestätigt die Präsentation des mag. Wilhelm Gabler. Der
dekan wird darum mit dessen inyestitur beauftragt Dat Const 1421, 4. mens, iulii, ind. 14. — Formelbuch Z,
84 Freiburg, Erzb. Arch. 8876
— juli 6 > Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transflz die Stiftung und be-
widmung einer ewigen messe in die pfarrkirche zu Böblingen auf der empöre (nf der borkirchen) zu ehren des hl.
kreuzes, der hL Anna und Elisabeth, welche durch Hainriete von Mömpelgard, gräfin von Württemberg, in aoa-
führung des letzten willens der Elisabeth, pfalzgräfln bei Bhein und gräfln von Württemberg, und deren sohn Eber¬
hard, gn^fen von Württemberg, d. d. Stuttgart 1419 nov. 25 erfolgt war. Die Zustimmung des kirchherm von Böb¬
lingen, Heinrich Tegen, erfolgte 1421 juli 1 , weil sopst die Stiftung keine gültigkeit hätte. Dat Const. 1421, 2.
non. iulii, ind. 14. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Böblingen G.Y.). Auf dem bug der stiftungsurknnde: fiai confir»
maiia Jo. Teng.; auf dem bug des transfizes: Mich, nomifto Bückseits: Jo. Tongtr. 8880
— juli 7, Konstanz. Inkorporiert der kollegiatkirche zu Stuttgart (Stütgarten) die pfarrkirchen zu Zuffenhausen
im dekanat Schmiden (Schmidhain) und zu Pfauhausen (Pfawenhusen) im dekanat Kirchheim (Kirchain), deren
erste von dem edlen Swiker von Gundelflngen, deren zweite von dem edlen Nikolaus gen. Münch von Swabach dem
Stift geschenkt worden waren. Den einzusetzenden yikaren behält er eine ausreichende koograa vor, die der bischot
von Konstanz bezw. dessen generalvikar in spir., wenn nötig, festsetzeu soll; sich selbst behält er die bischöfl. rechte
und abgaben vor. Domdekan und domkapitel stimmen zu. Dat et act Const 1421, 7. die mens, iulii, ind. 14.
— Or. Stuttgart, Staatsarch. (Cannstadt G.V.). — Kopb. A, urkk. s. 2. Erzb. Arch. Freiburg l B. 8881
— juli 7, Konstanz« Inkorporiert der kollegiatkirche zu Sindelflngen die pfarrkirche zu Feuerbach, nachdem sie
durch Schenkung seitens des edelknechts Nikolaus von Frauenberg (B'röwenberg) vor zelten an das Stift gekommen
war. Er behält sich alle bischöfl. rechte sowie döm einzusetzenden vikar eine ausreichende kongrua vor, deren be¬
trag, wenn nötig, der bischof von Konstanz bezw. dessen generalvikar in spir. zu erhöhen berechtigt ist Domdekan und
domkapitel stimmen zu. Dat et act Const 1421,7. die mens, iulii, ind. 14. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Sindelflngen).
— Kopb. A, urkk. s. 3. Erzb. Arch. Froibnrg i. B. — Die Schenkung des patronatsrechts durch edelknecht Ni¬
kolaus von Franenberg erfolgte d. d. 1396 mai 18 (or. ebenda). In Wirklichkeit erwarb Sindelflngen den wideroboK
samt kirche und kirchensatz um 1000 fl., von denen sie 1396 mai 24 300 fl. abbezahlen. (Or. ebenda.) 8882
— Juli 15, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung der St Mi¬
chael-, Nikolaus-, Margarethenpfründe in der pfarrkirche zu Biberach durch priester Heinrich Goßolten(?), um
welche bürgermei^r und rat zu B. d. d. 1421 mai 9 (frjtag vor dem hl. pflngstag) gebeten und zu welcher Ber¬
thold Banz, ständiger vikar zu B., seine Zustimmung gegeben hat Dat Const 1421, Id. iulii, ind. 14. — Or. Bi-
Otto III. Ton Hachbei^, Bischof Ton Konstanz. 1421. 251
berach, Kirchenpflege; auf dem bag: Mkh. nomine Frid,; rückseits: Jo, Tenger, Auf dem bog der baoptorkaDde:
fiai confirmaeio consueta forma Jo, Tenger, ürkimde stark beschädigt. 8883
1431 Juli 15, St Galleo. Heinrich, abt tod St Gallen, bittet den bischof, za genehmigen, daß Johann Nager, kaplan
der ErlOserkapelle beim kloster St Gallen, deren kollatar dem abte znsteht, and Johann Binder, inhaber der Pfarr¬
kirche za Salmsach, ihre pfrfinden Tertaaschen. In Santogallo 15. die mens, ialii 1421. — aasz. U-B. St Gallen 5,
290 nr. 3034. 8884
— Juli 26, Konstanz. Der generalyikar in spir. des bischofs Otto beanftragt den dekan za Manderkingen (Man-
drach-) mit der einweisang des priesters Eonrad Metzger (camifex) von Hayingen in den besitz der frahmeßpfründe
in der pfarrkirche zu Hayingen, für welche denselben der freiherr Johann Ton Zimmern d. d. 1421 jnni 13 prä¬
sentiert hatte. Dat Const 1421, 7. kal. inlii, ind. 14. — Zimm. Kopb. 1, 296^ Donaneschingen. 8^5
— Jnli 80* Papst Martin Y. beanftragt den domdekan za Konst mit dem schotze gegen die angriffe (contra pre-
dones, raptores et inTasores) des klosters Kempten. Dat Tibare 3. kal. aog., a. 4. »Piam esse dinoscitor«. — Or.
München, Beichsarch. (Kempten); unter dem bng: Aug. taze 6. P. de MonteUa, Megnhardus; anf dem bog rechts:
G, Doem, Bückseits: nndeatlich. 8886
— äug. 8. Die grafen Heinrich and Johann von Werdenberg, brüder, stiften and bewidmen eine priesterpfründe
aaf dem altar in der St Michaelskapelle aaf dem bainhaose in dem kirchhofe za Trochtelfingen mit zostimmang des
dortigen kirchherm Eberhard Brälin. Die Stifter behalten sich das präsentationsrecht vor. Gegeben 1421, an dem
nahsten fritag vor s. Lanrentzien tag. — Or. Sigmaringen, Staatsarch. (Trochtelfingen). — ansz. Donaneschingen
(Eaplaneien Trochtelf.). 8887
— äug. 9« Hans Ehinger, büiger za Bayensbnig, xerkaoft an Hänslin Blarer and dessen vügte Albrecht
Blarer, weil, bischof von Konst, and Honggi Hnntpiß za Bavensbarg den Weingarten im Blüt za Markdorf, an
der frowen Ton Bünd gelegen samt torgel and baamgarten am 317 ^ 10 sch. ^ Bayensbnrger währong. Hanns
Schindellin, stadtammann za Bayensbarg, and die beiden Bayensbnrger bürger Hans Bikimos and Konrad Biberse.
siegeln. Geben an s. Lanrentzen abent 1421. — Or. Karlsrahe (7/42). 8888
— ftUg« 18, Konstanz. Georg yon Friedingen, domherr yon Konst, ond koUektor der Hossitenstener (sture pro sti-
pendiariis contra Hnssitas imposite), beurkundet yon Jakob Hüri, chorherm za Beromünster, namens des stiftes Zo-
fingen 60 Bh. fl. empfangen zu haben. Dat Const 1421, 1^. die mens, aag., ind. 14. — Or. Aaran, Staatsarch.
(Zofingen 291); nnten: SuUzberg, Bückseits sparen des aofgeMckten siegeis. 8889
— Ang. 24, Konstanz. Inkorporiert dem kloster Wettingen mit zastimmung des domkapitels die pfarrkirche za
'Würenlos(Würkelloß), dekanats Begensperg, welche dem kloster samt Zubehör und patronatsrecht (cam ioribas, ad-
yöcaciis, pertinenciis, decimis, oneribas, pratis, pisdnis, aqois, flactibas et iarepatronata) yon Egloff yon Banden-
barg und dessen gemahlin Elisabeth yon Goldenberg und deren sohn Georg yon Bandenbarg geschenkt wurde. Der bi¬
schof behält sich die ersten früchte und die übrigen bischöflichen and archidiakonalen rechte yor and bestimmt, daß abt
und konyent ihm bei jeder yakatar einen geeigneten priester präsentieren müssen, dem sie die notwendige kongraa
anzaweisen haben, deren taxierang er sich jeweils yorbehält, falls sie im laufe der zeit nicht mehr genügend wäre.
Dat et act Const 1421, 24. mens, ang., ind. 14. — Or. Aarau, Staatsarch. (Wott. 935). — Kopb. Z, 51 Freibarg,
Erzb. Arch. (Datum sept 24!). — Eingerückt in den reyers des abtes Johann und des konyentes des klosters
Wettingen d. d. 1422 jan. 7: Or. Solotharn, Bischöfl. Archiy. — Kopb. AA, 530 Erzbisch. Arch. Freibarg i. B.
— (Gedr.) Archiy yon Wettingen 456 nr. 7; 477. — reg. Kopb. 503, 303 Karlsmhe. — reg. GFr50rte. 4,207.
— erw. Kurz, Beiträge 1,565. — erw. Büeger, Chron. Schaffh. 2,1162. — Die schenkong des patronatsrechtes
erfolgte am 23. aognst 1421 yor Konrad Elye, decr. dr., offizial des Konst, hofes (Dat et act. in ambita ecclesie
Const. loco consistoriali eiosdem nostre cnrie solito nobis inibi pro tribonali presidentibas 1421, ind. 14., pontif.
Martini papeV.a. 4., die 23.mens.aog. zeugen: Johann yon Homboig edelknecht, Nikolaus Schott, Johann Keller,
Heinrich Stannor, Leonhard Schönbentz d. j. and Petras Kratzer, notare and prokuratoren des Konst hofes): Or.
Aarau, Staatsarch. (Wett. 934). — In Wirklichkeit yerkaufen sie dasselbe um 1150 (zwölf! halb hundert) fl. am
23. sept 1421 (ebenda nr. 937). — Das einkommen des yikars wird bestimmt 1422 okt. 27 mit Zustimmung des
Konrad Hünenberg, dekan des dekanats Begensberg, Büdger Spengler, ständigen yikars in Baden, und desBerthold,
leatpriesters zu Wettingen, und erhält seine bestätigong am 17. noy. durch den generalyikar in spir. des bischofs
Otto nach einweisang des priesters Johann Bapolt yon Büdlingen als leatpriester (ebenda nr. 938. 939). — ygl.
1421 dez. 1. 8890
— sept. 24, Konstanz. Im domherrenhof Albrecht Blarrers, des ehemaligen elekten yon Konst, resigniert priester
Berthold Necker, kirchherr zu Wolpertschwende (ygl. 1419 juli 19) aaf diese kirche in gegenwart der yertreter des
armenspitals za Bayensburg in die bände des mag. Johann Tenger, generaiyikars des bischofs Otto. Zeagen: mag.
Johann Schüipfer domdekan, Konrad Elye, decr. dr., domherr zu Konst, und Hermann Kern, Schreiber des Konst.
82 *
252 Otto m. Ton Hachbei^, Bischof yon Konstanz. 1421.
hofes; Acta sant hec (1421, ind. 14 ... die vero 24. mens. sept). — Notariatsinstrament des Ulrich Solzbeig:
Stuttgart, Staatsarch. (Bavensbarg). — vgl. 1421 april 16. 8891
1421 sept« 26) Konstanz« Bestätigt mittelst transfix die bewidmang der vor einiger zeit erbauten Mattergottes¬
kapelle an dem platze gen. vor Straß aaßerhalb der maaem za Lindau und die errichtang eines altares durch bfir-
germeister und rat von Lindau d. d. 1421 sepi 6 (die satumi 6 . mens, sept, ind. 14) mit Zustimmung des kirch-
herm von St. Stephan, Johann von Lochen. — Dat Const. in aula nostra episcopali 1421, 6 . kal.-oci, ind. 14. —
— Or. Manchen, Beichsarch. (Lindau, Stadt). 8892
— okt« 3, Konstanz« Kommt mit dem stift Sindelfingen, dem die pfarrkirchen zu Feuorbach (Furbach), Da-
gersheim (Tagershain), Weil im Glemsgau (Wila. im Glämsgaw) und Tbailfingen (Tal-) inkorporiert sind, dahin
überein: bei jeder vakatur soll das stift dem bischof, bezw. dessen generalvikar weltpriester präsentieren, deren in-
vestitur dem bischof zusteht An stelle der ersten fruchte soll das stift von jeder kirche jeweils 50 Bh. fi. zahlen.
. Dat et act Const 1421, feria 6 . post festum s. Michaelis arch., ind. 14.—Or. Stuttgart, Staatsarch. (Sindelfingen).
— Unter demselben datum verpflichteten sich propst Ulrich Wirtemberger und das kapitel der kollegiatkirche sn
Sindelfingen, bei jeder erledigung die einzusetzenden vikare (weltpriester) dem bischof vorzuschlagen und dem hoch¬
stift jeweils die ersten frfichte zu entrichten (Dat. et act in eccL nostra Sindelfingen 1421 fer. 6 . p. f. s. Michaelis
archang. prox., ind. 14.). — Eopb. AA, 424; F, 8 Erzbisch. Arch. Freibarg i. B. — reg. FreibDiüzesanarch. 1 , 64
anm. 6 . 8898
— okt« 3) Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt don dekan des dekanats Biberach^ den
Priester Heinrich Büsch von Biberacb, welcher von den spitalpflegem präsentiert worden war, in die ständige vikarie
zu Mittelbiberach, welche durch resignation des Heinrich Bader vakant geworden, einzuweisen. Dat Const 1421,
5 . non. oct, ind. 14. — Or. Biberach, Spitalarch.; auf dem bug: Mich, nomine Frid. Bückseits: Ruoß und iuraoiL
8894
— okti 6 « Beurkundet der stadt Klingnau, daß die von ihm mit Zustimmung des domkapitels vorgenommene ver-
pföndung der stadt Klingnau und Zurzach und des amtes von Klingnau an ritter Hammann von Binnach den frri-
heiten der stadt keinen eintrag tun solle. Geben an mentag nach s. Michels tag 1421. — Or. Klingnau, Stadtarch.
8898
— okt« 21, Ehingen. Heinrich Füs, propst und das kapitel von Ehingen bei Bottenburg präsentieren dem bischof
bezw. dessen generalvikar in spir. für die St Martinspfarrkirche zu Kilchberg, die ihnen neulich [1420 mai 15]
inkorporiert worden ist, den priester Joh.Fifrer als ersten ständigen vikar. Dat. in Ehingen prope Botenburg 1421,
die vero mens, oct 21 ., ind. 14. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bottenbarg, Stift St Moriz). 8896
— okt« 30« Bestätigt die am 28. febr. 1421 erfolgte Stiftung und bewidmung des St Jakobsaltars zu Trochtel-
fingen durch Bentz Wurm, vogt der herrschaft Werdenberg und Trochtelfingen. Der Stifter behält sich das prä-
seutationsrecht auf lebzeiten vor, nach seinem tode soll es an die grafen von Werdenberg übergehen; desgleichen
wollte sich der Stifter das absetzangsrecht (privatio) des kaplans Vorbehalten, was der bischof verweigert — begL
ausz. Donaueschingen (Kaplaneien Trochtelfingen Fase. III).—Fürstenberger U-B. 6,236, nr. 149 note 8a. 8897
— okt« 30, Konstanz« Bestimmt als kongrua für den ständigen vikar in der dem bischöflichen tische inkor¬
porierten Pfarrkirche zu Glatifelden die dos dieser kirche mit den zugebürigen zinsen, die kleinzehnten zu Glati-
felden, Seglingen und Tüßriedem. Er behält sich das recht vor, diese einkünfte zu vermehren oder herabzusetzen.
Domdekan und domkapitel stimmen zu. Dat et act Const 1421, penult die mons. oct, ind. 14. — Kopb. Z, 36
Enbisch. Arch. Freiburg i. Br. — Kopb. 500, 290* Karlsruhe. 8898
— okt« 30, Konstanz. Der generalvikar befiehlt dem dekan, kammerer und konventaalen des dekanats Granheim
oder Monderkingen, eine kapitelsversammlung zu halten, dabei die dem bischof alljährlich als. konsolationen zn
zahlenden 6 m. s. auf die einzelnen proportionaliter zu verteilen und dieselben bis zum Andreastag (nov. 30) an
Nikolaus Bosenveld alias Waltman, chorherm der abtei Zürich, als bischüfl. kollektor abznliefem. Dat Const 1421,
3. kal. nov., ind. 14. Jo. Glaser. — Or. Dekanatamt Zwiefalten z.zt.in Oberstetten. Bückseits aufgedrficktes sieget
Oben: Date sunt ... indueie wque hylarium(?), 8899
— nOT« 6 , Konstanz« Verkauft auf wiederkauf mit einwilUgung des domdekans und domkapitels der Benedik¬
tinerabtei Muri um 1000 goldgulden rhein. die qnart zu Sursee im Aargau; findet der rückkauf vor Johanni statt
so fallen die einkünfte des ganzen jahres an das hochstift, sonst an den Inhaber der quart Geben ze Cost an
damstag vor s. Martins tag des ht bischofs 1421. — Eingerückt in den revers des abtes Georg und des konvents
von Muri d. d. 1421 dez. 16 (Geben in unserm gotzhus 1421, an dem nächsten zinstag vor s. Thomas tag des ht
z Wulfbotten): Or. Karlsruhe (5 Sursee). — Kopb. AA, 192 Erzb, Arch, Frei barg i. B. — orw. Kiem, Muri 206.
8900
Otto III. Toii Hachberg, Bischof toii Konstanz. 1421—1422. 25S
1421 nOT* 8) Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt die errichtnng nnd bewidmnng zweier meO-
pfrfinden anf den St Margarethen- und den 8t Katharinenaltar in der pfarrkirche zu Baden i. A., Ton denen die
eine durch Peter Ammann [d. d. 1405 aug. 3: Urkb. Baden s. 232], die andere durch Hans Blum nnd Rudolf
Schmid, bruder, u. a. gestiftet worden. Der leutpriestcr von Baden, Bädger Spengler, hatte d. d. 1421 okt 12 und
der abt von Wettingen d. d. 1421 okt 10 dem bischof ihre Zustimmung erklärt Dat et act Const 1421, 6. id.
[monat fehlt, zu ergänzen nov.], ind. 14. — Welti, Urk. Baden a. 350 nach or. Baden, Stadtarch.; anf dem bng
rechts : nomine Fruf. 8901
— nOY« 8 ) Konstanz. Derselbe beauftragt den dekan des dekanats Zürich, den priester Johann Sattler in die von
Schultheiß und rat von Baden (richtiger: von Rudolf Schmid und Johann Blum) errichtete, neu bewidmete und
durch ihn bestätigte St Katharinenpfrunde in der pfarrkirche zu Baden i. A. einznweisen. Das patronatsrecht be¬
sitzt Schultheiß und rat von Baden. Dat Const 1421, 6 . id. nov., ind. 14. — Welti, Urk. Baden s. 352 nach or.
Baden, Stadtarch.; anf dem bng wie oben; rfickseits: iuravU,; vgl ebenda s. 350f. die vom rate gestellten be-
dingnngen. 8902
— noT* 10^ Konstanz. Richtet an den abt von Blanbeuren erste bitten für Johann Kürdlinger, priester Konst,
bistnms, zur Verleihung einer pfrnnde mit oder ohne seelsorge. Dat Const in aula nostra episcopaU 1421, die 10 .
mens, nov., ind. 14. — Formelbuch Z, 93 Freibnrg, Erzb. Arch. 8903
— dez. 1, Rom. Papst Martin Y. beauftragt den abt des klosters Rüti, dem kloster Wettingen das patronatsrecht
der pfarrkirche zu Wdrenlos (Wnrkenlos), welches Eglolf von Randenburg, dessen gemahlin Elisabeth und dessen
sohn Georg dem kloster geschenkt haben, sowie die von bischof Otto von Konst vorgenommene Inkorporation der
gen. kirche [1421 aug. 24], welche nunmehr durch resignation des kirchherm Johann Rapolt vakant geworden ist,
zu bestätigen. Die einkünfte des klosters betragen nicht mehr als 300, die der gen. kirche nicht mehr als 17 m.s.
Dat Rome apud. s. Petrum kal. dec., a. 5. »Ad apostolice dignitatisc.—Or. Aarau, Staatsarch.(Wett 940); oben: adea~
ffteram; unter dem bug links: Mar. taxe 30. Jo.Symonis. G. Petri 9 / auf dem bng links: PCormano/rechis: Jo.de
Balingen jjj; rückseits oben in der mitte: TpoUzin. Rdarin«/a.; bei den schnüren: Brano(?); rechts: TrtmosniU.
— Die erste zitation durch den abt Gottfried von Rüti erfolgte 1422 mai 15, die ezeentio citationis 1422 mai 20
nnd mai 28; zeugenaufhahme 1.422 juni 19; schlußsentenz 1422 juni 27; als erste früchte zahlt das kloster an
die apost kammer 80 Rh. fl., wofür ihnen Konrad Höflich, domherr zu Chur und Chorherr von St Stephan zu Konst.,
snbkollektor der apost kammer in der diüzese Konst, quittiert 1423 mai 16 (ebenda nr. 946 ff.). — (Gedr.) Arch.
Wettingen 457-476. — vgt 1421 aug. 24. 8904
— dez« 21^ Konstanz« Beurkundet: es erscheint Rudolf Schultheiß, Chorherr zu St Felix nnd Regula zu Zürich,
(namen fingiert?) nnd bekennt, daß er längere zeit eine konkubine bei sich gehabt nnd bittet um absolution. Der
bischof gewährt sie ihm unter auf läge einer büße. Dat. Const 1421, 21 . die mens, dec., ind. 14.—Formelboch Z,
76 Freiburg, Erzb. Arch. 8905
1422« Richtungs- nnd Vertragsbrief zwischen b. Otto und Friedrich von Enzberg betr. ersetzung eines dem bischof
von Pilgrim von Heudorf im bischüfl. gebiet zugefugten Schadens. — reg. Kopb. 503, 244 Karlsruhe. 8906
1422, Konstanz« Richtet an propst und kapital von St Johann zu Konst, erste bitten für Nikolaus Zofinger, prie¬
ster Konst, bistnms, unbeschadet der für Konrad Pfau, priester Konst bistnms, welcher anderwärts ein einfaches
beneficinm an St Johann besaß, früher eingereichten bitte, die noch keinen erfolg hatte. Dat Const 1422. — For¬
melboch Z, 95 Freibnrg, Erzb. Arch. 8907
1422« Bestätigt die Stiftung der St Nikolauspfründe in der Marienpfarrkirche zu Neuenbnrg durch Tüdeli Hop-
pelerin, witwe des Rudolf Hoppeier, mit Zustimmung des dortigen kirchherm. Dat 1422. — Formelbnch Z, 111
Freibnrg, Erzb. Arch. 8908
1422 jan. 9. Rudolf Tettikover, domkustos von Konst, stirbt — MG. NecroL 1 , 283. 8909
— Jan« 10« Verkauft auf wiederkauf für ein dariehen von 1040 Rh. fl. an Albrecht Blarrer von Konstanz eine
jährliche gülte von 52 fl. aus den gefällen des Siegels des bischofs nnd des geistl. hofes, zahlbar in 4 raten an den
fronvasten. Zu mitgülten werden bestellt: Konrad in der Bünd gen. Rull, Konrad Winterberg, bürger zu Konstanz;
zn bürgen: Hermann von der Breitenlandenberg, Wernher Roggenbach, Kaspar Gumpost vogt, Heinrich Atzenholtz
gen. Wedislar, bürger zn Konstanz. Alle diese siegeln neben dem zustimmenden domdekan und domkapitel. Geben
1422, an s. Pauls tag des ersten einsidels in dem jenner. — Abschr. 16. jhdts. Karlsruhe (5 Gen. 95). 8910
— jan« 12« Frischhanns von Bodman, ritter, landvogt des kCnigs, entscheidet zwischen Schultheiß nnd rat der
Stadt Säckingen einer- und einigen priestera daselbst, nämlich Claus von Gerpoltingen, domherr, Hans Wild, kirch-
herr zn Homesheim, Hansen Linggin, kirchherr zu Schupfart, Hans Kibnrger, kirchherr zn Ganßingen, daß diese
priester gemäß der inserierten urkunde bischofs Otto von den nicht zn ihrer pfiründe gehörenden gütem der stadt
254 Otto m. Ton Hachberg, Bischof Ton Konstanz. 1422.
Steuer and dienst leistea müssen ebenso, wie es ihre vorgünger im besitz geleistet hnben. — reg. ZQiHtlL KF. 7
m91 nach or. Säekingen, Gemeindearch. 8911
1422 febr. 5^ Konstanz. Überträgt mit zostimmong des domdekans and domkapitels dem Friedrich Schaler toh
Heidenheim, kleriker Eichsiädter diüzese, seinem Schreiber and notar (scriba et notarios noster domesticas continaos
et ioratos) znr belohnnng seiner dienste, aaf lebenszeit das officinm scribendi literas absolationom et relazationam
a sententiis ezcommanicationis et aggravationam, die er, sein generalrikar oder ofüzial des hofes verhängen werden,
wie es bisher Konrad Anenstetier, insiegler des hofes, innegehabt hat. Keiner der anderen bischüfl. beamten: notare,
Schreiber and prokaratoren soll ohne anftrag and zostimmong des gen. Friedrich einen solchen brief schreiben, des*
gleichen soll der jetzige insiegler keinen brief mit dem vikariats- oder ofüzialatssiegel besiegeln, ohpe das hand-
zeichen des gen. Friedrich zo beachten, wie es sitte ist. Dat. et act Consi, die 5. mens. febr. 1423, ind, 15. — Ein-
ger. in den revers Schälers vom gleichen tage: Or. Donaoeschingen. — aosz. ZGORh. 28,63. 8912
— febr. 7. Nimmt von Hans Borboß [vgL 1413 apr. 27] den zehnten za Wiesendangen aof and belehnt damit
Hermann Kolenmotz, bürger zo BapperswiL Geben an samstag nach s. Agtan big 1422. — Or. Zürich, Staatsarch.
(Cn 16 nr. 284). 8918
— febr. 9^ Rom. Papst Martin Y. beaofträgt den domdekan zo Eonsi, dem kloster Zwiefalten mit 270 m. s.
einkünften, dessen zahl an Insassen so gewachsen ist, daß seine einkünfte zom onterhalt and zor starken inan-
sprochnahme der gastfreondschaft nicht mehr aasreichen, die pfarr^irche Tigerfeld ihres patronats mit 14 m. s.
einkünften za inkorporieren. Dai Rome apad s. Petrom 5. id. febr., a. 5.—Or. Stattgart, Staatsarch. (Zwiefalten);
unter dem bog links: jul. taxe 30. Jo. Symonia, G. Petri 9 ; auf dem bog rechts: Jo. Leonü.jjj. Rückseits R
V darin Ja. Bei den schnüren: P. de Monteüa; rechts beim bag: FÜtelia? — 1422 aag. 30 zitation des Petras
Koch, ehemals dekan des dekanats Riedlingen, des Ulrich Stürr, ständfigen vikars za Zell, and des laien Johann
Mülich durch den Konstanzer domdekan Johann Schürpfer.— 1422 sept. 11 aasführang der balle dorch domdekan
Johann Schürpfer zn Konsi — 1422 nov. 10 Konstanz: quittiert Konrad Höflich, sabkollektor der aposi kammer
in Stadt and bistom Konst., den empfang von 70 Bb. fl. für die annaten der kirche Tigerfeld. 8914
— febr. 9. Albert von Bechberg and dessen sohn Konrad stiften und bewidmen einen altar za ehren U. 1. fraa
in der pfarrkirche Donzdorf and bitten bischof Otto am bestätigang. Dai feria 2. post festam s. Agathas 1422. —
reg. Württemb.Pflegerberichte Stattgari nach or. gräfl. Bechbergsches Archiv Donzdorf. 8915
— febr. 13, Konstanz. Vereinigt die pfarrkirche za Alchensbirf (AlchistorflQ, dekanats Bargdorf, mit der p&rr*
kirche zu Koppigen. Prior and konvent des Karthänserklosteis Thorberg (Portemontis), welchem das patronatsrecht
über beide kirchen zosteht, hatte vorgetragen, daß infolge von kriegen die pfarrei Alchenstorf nar mehr 6 Unter¬
tanen zähle and die einkünfte so geschwächt seien, daß ein kirchherr oder ständiger vikar daselbst nicht mehr
wohnen könne. Der kirchherr von Koppigen soll wöchentlich einmal selbst oder durch einen helfer eine hi messe
in A. lesen und die lasten der kirche tragen, vor allem bei jeder vakatar von K. die ersten flüchte bezahlen. Dat.
et aci Consi in aola nostra episcopali 1422, id. febr., ind. 15. — Or. Bern, Staatsarch. (Baigdorf).—reg. Aeschli-
mann 80. 8916
— febr. 13. Als gewählter Schiedsrichter entscheidet einen streit zwischen Walter von Lobenberg, Idrchherm za
Ehingen, einer- und ammann, rat und gemeinde der stadt Ehingen anderseits. Der kirchherr klagt wegen entzog
von gütem, welche der kirche gehören, wegen hinderong im zehntrecht, der Viehweiden, anlage von flschweihern; die
von Ehingen seien übereingekommen, nicht mehr als 1 fl. za opfern and haben das geld der »stöckec (kirchen-
kasten) zum nutzen der kirche an sich gezogen, wiewohl dem kirchherm Vs davon gebühre. Die Ebinger klagen:
der kirchherr verkündet and hält die jahrzeiten nicht; entscheid: er soll alle Sonntage voa der kanzel die vigilien
und jahrzeiten verkünden nach inhalt des kanzelbuches. Er hat früher 3 helfer gehabt, jetzt nur einen jungen
Priester und dazu noch einen jungen novizen; entscheid: sie sollen den beweis erbringen. Der kirchherr hat die
beiden kapellen u. 1. fraa und St. Michaels nicht rechtzeitig besetzt, daram flel das präsentationsrecht ihnen za:
sie sollen die stiftongsbriefe vorweisen. Des kirchherm helfer fordern bei spendang dersterbsakramente wenigstens
18 heller: sie sollen es umsonst tan. Nach dem tode eines menschen gingen die priester früher am dreißigsten
über das grab, jetzt wollen sie es nur tun gegen 30 heller: beide teile sollen beweis erbringen. Der kirchherr hat
aof der stadt befestignng (zwingolff) ein Sommerhaus gebaut und ein türlein in die Stadtmauer gebrochen, das sollte
nicht sein, da der zwingolf der stadt und nicht zum pfarrhaas gehöre, wie der kirchherr meine; der kirchherr schä-
. dige sie in der anlage eines weihers usw. Besigelt am fritag vor Valentini 1422.—Or. Freibarg, Universitätsarch.
8917
— febr. 19. Leiht an Ulrich Zalg von Tettuang, Hans Z. seligen sohn, das durch erbfall vom vater aof ihn ge¬
kommene zehntlein zu Stainibach, bisch, leben. Geben 1422, an donrstag vor der pfaffen vasnachi — Or. Lindaa,
Spitalarcb. (notiz im material). 8918
Otto in. Ton Hachberg, Bischof von Konstanz. 14^. 255
1422 febr. 19, Konstanz. Johann Schdrpfer, domdohan» führt eine bolle Martin Y. d. d. Rome apnd 8. Petmm
1421 dez. 23 (ll. kal. ianoarii pontif. a. 6.) »Ad aodionciam«, worin dieser zom schätze des Klosters Kempten
gegen dessen bedrücker anfgefoi4ert wird, ans. Dat et act. Consi in coria canonicali habitacionis nostre 1422,
ind. 15., die 19. mens, febr., pontif. Martini a. 5. — Or. München, Beichsarcb. (Kempten). 8919
— mKrz, Winterstetten. Scbaltbeiß, rat und gemeinde Winterstetten tragen vor: vor einigen jabren worde in der
Stadt W. oine Kapelle zn ehren des bl. Georg erbaot, welche seither nicht dotiert war. Nach langen beratongen be¬
schließen sie, die Kapelle mit näher benannten einKünften za bewidmen. Das piAscntationsrecht behalten sich die Stifter
vor, unbeschadet der pfarrrechte zo Essendorf, in dessen pfarrbezirk die Kapelle liegt. Anna vonBraonschweig, gemahlin
herzogs Friedrich von Österreich, sowie der Kirchherr zo Essendorf stimmen zo. Sie bitten den bischof um bestä-
tignng. Dat. et act in dicto nostro opido Winterstetten 1422, mens, marcii (ohne tag), ind. 15. — Abschr. 15. jh.
Freibarg, Universitätsarch. 89M
— mXrz 8« Wird von Künig Sigmund auf 31. mai .zum reichstag nach Begensburg, Hussiten betr., geladen. —
reg. Altmipui, Begg. Sigmunds nr. 4776.—Deutsche Beichstagsakten 8,123.—vgl. 1422 vor aug. 30. 8921
^ märz 16, Born. Papst Martin V. beauftragt den propst des Klosters Zürichberg, dem Kloster Engelberg, dessen ein-
Künfte 160 m. 8. betragen, die pfarrkirche in Sins zn inkorporieren. Das patronatsrecht hatte das Kloster von Hein¬
rich von Hunenberg erworben. Dieser verkauft d. d. 1422-febr. 18 den »Kilchensatz, die widern und das leben, das
man ze latin nemmet ,ias patronatns' der Küchen ze Sjnsc mit allem zabehür um 2926 fl. — Dat Borne apnd s.
Petmm 17. Kal. apr., a. 5. — GFrSOrte. 57 (1902) 212 nach Or. in Sins und abschrifb Engelberg. Die verschie¬
denen ausführungsurkunden siehe ebenda s. 2140*. Schlußsentenz erfolgte 1422 dez. 4. — erw. Aigovia 26, 6.
8922
— mlrz 17. Beurkundet: er hat mit Zustimmung des domkapitels an Rudolf MüttUin von Ravensburg das schloß
Arbon, bürg und stadt, lente und gut um 12 500 Bfa. fl. verpfändet. Die von Arbon gaben jedoch ihre zastimmung
nicht dazu, da sie nicht höher als um 8000 fl. verpfändet werden sollten. Da nun die 4500 fl. in den hauptbrief
nicht Kommen Können, aber mit den 8000 fl. zum nutzen des hochstifks verwendet worden, Kommt der bischof mit
Rudolf MÖttilin darin überein, daß die 4500 fl. unverzinsliches gut sein sollen in der weise, daß bei einem rücKKauf
der bürg und stadt Arbon zuerst die 4500 fl. bezahlt werden müssen, wie wenn bürg und stadt im hauptbrief um
12 500 fl. versetzt wären. Geben an zinstag nach s. Gregorien tag in der vasten 1422. — Or. Frauenfeld, Kantons-
arch. (MefBrsburg). — Revers des Badolf Möttelin vom gleichen tage (Or. ebenda). — Kopb. 1766,38 Karlsrahe
mit falschem datum »s. Jörgen tage. — vgl. folgende nr. 8923
— märz 17, Verpfändet mit zusümmung des domkapitels dem Rudolf Möttolin von Ravensburg bürg und schloß
Arbon samt Zubehör um 8000 fl., wie es vormals Ulrich dem Payer seL und dessen frau Ursula gemäß 2 briefon,
die sie von bischof Heinrich III. d. d. 1382 juni 3 (vgl. Konst. Begg. nr. 6650-53) inne haben, verschrieben
war. Inzwischen sind jedoch viele stücke wieder zurückgelöst worden, z. b. gülten von Heinrich seL von Stainach
und von Burkhard Schenk von Castell, die* der bischof ebenfalls wieder verpBLndet, da sie nach inhalt der haupt-
briefe in einer hand bleiben müssen. Rückkauf bleibt Vorbehalten. Geben am zünstag nach s. Jörgen tag in der
fasten 1422. — Abschr. 16. jh. Kopialbuch 1766,28 Karlsruhe. Das datum ist falsch, es ist »Gregorientagc zu
lesen, wie die vorausgehende urkunde zeigt. — Revers vom gleichen tage. — ausz. Pupikofer, Thurgau beiL 1
s. 125 nr. 82. — reg. GFrßOrte. 4,207; Thuig. Beiträge 29 (l890) 51.—erw. Schultheiß, KoUektaneen 1, 46^
und. Bistumschronik (FreibDiözesanarch. 8,54). 8924
— märz 18, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung einer
pfründe auf den altar in der Kapelle neben der pfarrkirche zu Biberach durch bürgermeister und rat d. d. 1422
märz 12 (donrstag nach dem sunnentag ^miniscere). Berthold Ranz, ständiger vikar der pfarrkirche B., gibt seine
Zustimmung. Dat Const 1422, 15. kal. apr., ind. 15. — Or. (beschädigt) Biberach, Kirchenpflege; auf dem bag:
.Frfdrtd««/rückseits: «Tb. SeätSr. 8925
— märz 28, Konstanz. Schreibt an die stiftsherra, kapläne, altaristen und den pleban des Fridolinridosters zn
Säckingen, wie an alle priester und geistliche in stadt und sprenge! Konstanz: vor ihm sind Konrad von Mflnch-
wilen (Manchwil), domherr zu Konstanz und stiftsherr im FridoUnskloster zn Säckingen, und Nikolaus Harpoldinger,
stiftsherr daselbst, als Vertreter von Margareta von Baßnang erschienen, die an stelle der verstorbenen ^ara von
Hohenklingen zur äbtissin jenes Klosters gewählt worden ist Er gebietet die öffentliche bekanntmachnng dieser
seiner ladnng an alle, die gegen die wähl und deren erbetene bestätignng einsprach zu erheben haben. Dat Const
1422, die 28. mens, marcii, ind. 15. — Formelbuch Z, 22 Erzbisch. Arch. Freibarg L B. — Kopb. 502 Karls¬
ruhe. —f vgL 1422 april 8. . 8926
— märz 30, Yillingen. Die priorin und der Konvent der vettersammlung zn Yillingen bitten bischof Otto um be-
stätigung der von ihnen vollzi^enen aosstattung einer ewigen messe auf dem altar der hL Maria, Peter und Paul
256 Otto in. ton Hachbei^, Bischof TOn Konstanz. 1422.
. naw. in ihrer Kapelle. Dat. et act in opido Y. 1422, fer. 2 . prox. post dominicam, qua in ecclessia Dei cantabatnr
introitns Jndica, ind. 10 (!). — Or. Yilliogen, Bickenkloster. — ausz. Petms, Sney. eccL 811. — reg. ZGORh. 32,
. 287 nr. «l«nr. 63. 8W7
1422 märz 31^ Rom. Papst Martin Y. an den propst des Klosters Zürichbeig: propst und Kapitel ton St Felix ondRe-
gnla za Zürich haben yorgetragen: Ulrich and Walter yon Landenberg, brüder, edelknechte, haben der Kirche St. Felix
and Regala das ihnen zastehende patronatsrecht der Kirche des hl. Medardas za Dälliken (TelliKon) geschenkt
[d. d. 1421 sept 20 1 unter der bedingong, daß letztere ersterer inkorporiert würde. Das stift ist mit schulden
beschwert Die einkünfte der pfarrkirche übersteigen nicht die summe yon 14, die yon St Felix und Regala nicht
die samme yon 300 m. s. Der papst beauftragt den adressaten, die Inkorporation yorzunehmen. Dat Rome apnd s.
Petrum 2 .kal.apr.,a. 5. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 1 nr.538); oben: adcameram; unter dem bug links: Mar.
tiue 30. Jo. Symonis. O. Pe§ri 9 . Auf dem bug rechts: Jo. Sialberg jjj. Rückseits oben mitten: HutnaUHe? R darin f.,
daran franciscus de Ägeüo; bei den schnüren: P. de MotUeüa; rechts: Jo, Tremosnitz. — Zur ausführung dienen
folgende urkunden: 1422 mai 29. Mag. Leonhard Mosebart, propst, und das Kapitel bestellen in gegonwart der pa-
trone Ulnch und Walter yon Landenberg, des exekntors Johann, propst von Zürichberg, und des kirchherm yon Däl¬
liken, Gottfnd Düm, als prokuratoren den Heinrich Auenstetter, kantor, und Felix Hemmerlin mitchorherren zu
Zürich, sowie den Johann Glaser, notar, und Johann Eäsmann, prokurator des Konst hofes (CH 1 nr.523).— Die
erste zitation durch den exekutor erfolgte am 29. mai und zwar auf den 25.jani (ebenda nr. 528^).—1422 jani21
benrkundung, daß die zitation ausgeführt wurde (ebenda nr. 516). — 1422 juni 25 erste aosführuhg (primoare-
cessus) und 2. zitation auf 3. juli (ebenda nr. 524).—1422 juli 2 zweite ausfährung (secundus recessus) und yer-
— tagung auf 18. juli. Der prokurator Felix Hemmerlin gibt seine articuli zu Protokoll, darunter, daß das stift nur
300 m. s. einkommen hat, die pfarrkirche von Dälliken 14 m. s., daß Ulrich und Walter von Landenberg patronats-
herren sind und das patronatsrecht dem stift geschenkt haben. Das Kapitel yon Zürich und andere beteiligten werden
zum Wahrheitsbeweis auf 10. juli geladen (ebenda nr. 522). — 1422 juli 10 neue ladung auf 18 juli (ebenda
nr. 521 ). — 1422 juli 18 recessus tertius, prüfung der Schenkungsurkunde des patronatsrechts d.d. 1421 sept 20
ladung yon zeugen auf den 27. juli (ebenda nr. 520*).— 1421 ang. 3 recessus quintus et nltimus (ebenda nr. 528^).
— 1421 aug. 12 erfolgte durch sententia definitiya die ausfährung der Inkorporation; in der schlußorkunde sind
. sämtliche vorhergehende akte aufgeführt (ebenda nr. 528*). — 1422 sept 13 quittiert Eonrad Hofflich, domherr
zu Chur und von St Stephan zu Konstanz, subkollektor der apost. Kammer, dem propst und Kapitel für 50 Rh. fl.,
' welche sie ans anlaß dor inkorporation an die apost Kammer als erste früchte oder annaten zu entrichtep hatten.
Dat Thnregi 1422, id. sept, ind. 15. — Or. ebenda nr. 543; es hängt das sigillum succolectoriatus. Rückseits:
. . Domne scolastice Rfeeipe] 40 flor. B. 8938
— april 8 ^ Konstanz. Bestätigt dem stift Säckingen die neu gewählte äbtissin Margareta von Bußnang (vgl.
1422märz 28). Dat et act in civitate nostra Const 1422, die 8 . mens, apr., ind. 13. — Eopb. Z, 24 Freiburg,
Erzb. Arch. 8929
— april 11« Johann Schürpfer, domdekan zu Konst, schreibt an propst und konvent zu Sindelflogen als antwort
auf die frage, ob ihr lentpriester an den Versammlungen des landkapitols und der synoden teilnehmen müsse, daß
. dieser alle pflichten habe wie die übrigen leutpriester, obwohl ihre Kirche eine Stiftskirche sei. Dat in yigilia Pasee
■ . 1422. — Or. Pap. Stuttgart, Staatsarch. (Sindelfingen). 8930
mai 3. »Die kriegsknecht, die bischoff Ott an die Hussen geschickt, die quittiren den bischoff für alle an-
sprachen. Her Hainrich von Randegk, thumprobst, besiglet uff bit und Walter von Münchwil für sich selber. Datum
am hailig erütz tag im mayen des 1422 jars«.— Christoph Schultheiß, Bistumschronik (FreibDiOzesanarch. 8,54).
8931
mai 5« Hanns Tromer, vogt zu Tiengen, belehnt im anftrage des bischofs Otto den Heinrich Fiitschmann
d.. j., bürger zo Waldshut, mit 2 mansmad gen. ,3 seill*, gelegen zu Schlatt, die er von seinem gleichnamige^ kl¬
ieren bmder um 53 fl. gekauft hat Geben am zinstag nach dem maytag. — abschr. Tiengen, Stadtarch. — ausz.
ZGORh. 13, 3V6. 8932
— llini 6 | Konstant Der generalvikar in spir. bestätigt die Stiftung und bewidmung der ewigen messe auf dem
Mattergottesaltar und a. hL im spital zu Munderkingen durch Heinrich Stücklin, priester von Munderkingen,
St.Michelskaplan, d.d. 1422 april 29 und investiert als ersten Kaplan Konrad Kroß, mit dessen einweisung er den
dekan des dekanats M, betraut Dat Const 1422, 2 . non. maii, ind. 15. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Munder-
kingen); auf dem bug; Fridricua; rückseits: Jo. Schür.; unten: Juravit. 8933
mal 6 , Konstant Der generalvikar in spir.dos bischofs Otto urkundet: das stift Ehingen bei Rottenbnrg tritgt
vbr: zur bestreitung der inkorporation der pfarrkirche Remmingsheim [1420 mai 13] brauchen sie bis 400 iL, sie
^ besitzen keine mobilien, die sie zur aufbringung des geldes veräußern konnten; sie bitten darum um erlaubnis, die
jährlichen einkünfte von 29 7 sch. heller, welche sie als anniversargebühren beziehen und die sie in Zukunft aus
Otto in. von Hachbei^; Bischof von Konstanz. 14^2. 251'
den einkdnften der gen. kirrhe bestreiten werden, veränOem zo dürfen. Der anssteller gibt seine zustimmimg. Dai
Const 1422, 6. die mens, mail, ind. 15. — Or. Stnttgart, 8taatsarch. (Rottenbnrg, Stift St. Moriz); anf dem bng:
SuUzbei*g ^ ö ß 4^, Rückseits oben: Jo. Schür. 89$4
1422 mai 7, Konstanz. Der generahikar in spir. des bischofs Otto bestätigt die Stiftung einer ewigen messe anf
dem altar der hl. Maria, Peter und Pani nsw. in der kapello der vettersammlnng zn Yillingen. Dai Consi 1422,
. non. maii, ind. 15. — Or. Yillingen, Bickenkloster; anf dem rande: Friderkua. — ansz. Petms, SneY. eccl. 811.
— reg. Yetter, Yillingen 56 nr. 23. — ZGORh. 32,288 nr. 62. 8935
— mai lly Rom. Papst Martin Y. beauftragt den dekan der Eonsi kirche, dem kloster Si Johann im Tnrtal
mit nicht über 60 m. s. einkfinften die Pfarrkirchen Yon Altendorf (March die alten RapretswU), deren einkünfte
14, und die Yon GOtzis, deren einkünfte 8 m. s. nicht übersteigen, zn inkorporieren. Dai Rome apnd s. Petmm
5 . id. maii, a 5 . »Regimini nniversalis ecclesiec. — U-B. Si Gallen 5, 320 nr. 3108 nach or. Stiftsarch.; ans-
fühmngsbnlle des Johann Schnrpfer, domdokans, d. d. 1.423 jnni 27 ebenda. 8936
— jani 11. Der generalrikar in spir. bestätigt mittelst transfix die Stiftung einer pfrfinde anf den Marienaltar im
Münster zn Breisach durch Cleri Seckeier d. d. 1422 april 18. — reg. ZGORh. NF. 17 (1902) m8 nach or. Bri-
sach, Münsterarch. 8937
— jnni 13. Teilt den äbten, prloren nnd der geistlichkeit des bistnms mit, daß nach der resignation des abtes
Nikolaus Schmid zn Ochsenhansen [am 9. jnni] die konrentnalen, nämlich Petms SchintzU, prior, Johann Pfender,
Eonrad Schad, Johann Hegeller, Eonrad Büsch, Lentzo Manger, Petms Bürgermeister, am gleichen tage den Hein¬
rich Schmid, priester nnd kouYentnalen, zum abt gewählt haben nnd befiehlt die Yerkündignng. Dai Consi 1422,id.
innii, ind. 15. — Or.Stnttgaii, Staatsarch. (Ochsenhansen); mit proklamationsYermerken; anf dem bng: Mich, not.;
rückseits bischofssiogel anfgedrücki — Die bitte nm bestätignng erfolgte 1422 jnni 9. (Or. ebenda). — YgL 1422
jnni 25. , - 8938
— juni 18, Konstanz« Yereinigt die pfarrei Eschach mit der Yon Ansnang. Dai Consi 1422, 14. kal.jnlii.—
Eopie Rottenbarg, Ordinariatsarch. 8939
— Jnni 25, St. Gallen. Georg, bischof Yon Demetrias (Dimetrien.), generalYikar in pontif. b. Ottos, erteilt im
kloster St. Gallen in gegen wart der äbte Heinrich Yon Si Gallen und Eormann, abt des Schottenklosters zn Eonst.,
dem Heinrich Schmid, erwählten nnd bestätigten abt [Ygl. 1422 jnni 13] Yon Ochsenhausen, nachdem er die pro-
klamations- nnd bestätignngsnrknnde b. Ottos Yorgelegt, die abtsweihe. Der hergang dabei ist genau beschrieben.
Acta sunt hec (1422, ind. 15., pontif. Martini pape Y. a. 5., die 25. mens, innii in monasterio St. Galli). — Nota-
riatsinstr. des Michael Has von Ehingen: Stntigari Staatsarch. (El. Ochsenhansen). 8940
— jimi 26, Kod stanz« Bestätigt mittelst transfix die Stiftung nnd bewidmung eines altars zn ehren der hll.
Silvester nnd Barbara in der Pfarrkirche zn Entringen durch die erben des Hugo von Ehingen nnd seiner Iran Agnes
von Giltlingen, nm welche abt Heinrich von Bebenhansen den bischof d. d. 1422 märz 18 gebeten hatte. Dat. et
act. Consi 1422, 6. kal. iolii, ind. 15. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Tübingen G.Y). 8941
— Juli 7« Urkundet: es kamen klagen vor ihn über den schlimmen wandel (dissolucio) des propstes Johann
Torwart nnd der brüder nnd des konventes von Ittingen, Angnstinerordens. Darauf hin verhürte der bischof den
propst nnd die mitglieder des konventes nnd findei daß das kloster durch schlechte Wirtschaft nnd schlimmen le-
" benswandel so hemntergekommen nnd die gebäude zerfallen sind, daß dessen einkünfto zur Wiederherstellung nicht
ansreichen. Er enthebt deswegen den propst von der leitnng des klosters, entbindet sämtliche mitglieder des kon-
ventes vom gehorsam gegen das kloster und bringt propst nnd brüder in andern klüstem unter nnd zwar mit uhter-
stntzung von bürgermeistcr nnd rat von Eonst. als schntzberren des klosters, sowie mit gntheißnng der äbte von
Si Gallen nnd Ereuzlingen, als Visitatoren. Zar Wiederherstellung des klosters beordert er die priester Heinrich Käser
. nnd Petras Glückhaft, denen er die leitung des ganzen klosters überträgi Auch sollen sie die Vollmacht haben,
einen prior zn wählen, den der bischof von Eonsi oder der abt von Si Gallen bestätigen soll (das bestätignngsrecht
beanspmehten beide, eine entscheidung darüber war z. zt. noch nicht erfolgt), sobald die finanziellen Verhältnisse
des klosters sich gehoben haben. Außerdem versprachen Heinrich Käser nnd Petras Glückhaft ihr ganzes vermügen
. dem kloster zn vermachen, damit es weiter bestehen künne. Qne acta sunt 1422, mens.inlii die 7., ind. 15., pontif.
Martini pape Y. a. 5. — Or« München, Reichsarch. (Lindan, Stadt). — reg. Regesta Boica 12,394. . 8942
— jnli-sepi Nimmt mit den bischüfen von Basel, Chnr, Straßbarg n.a. am reichstag.von Nürnberg teil: nnfgeführt
. in der von Eberhart von Windecke (ed. Altmann s. 159) gegebenen Präsenzliste: »der bischof von Costanz Sglevenc.
— vgl. Beichstagsabschiede 8 nr. 182 8. 220-223. • ' * 8943
—- jll1i l5«. Xyenhart von Jungingen ritter als gemein mann benrknndei daß markgraf Mannföd von Salntz
. den bischof Otto wegen 600 fi. versessener leibgedingzinse angesprochen. Das gen. leibgeding kam an den gen.
Manfred durch erbschaft von seinem vater Thomas sei. nnd rührt her von Bartholomea, fran des Easpar Bnlleta
der BieebSfe von KoaeUas. UI. 33
258 Otto ni. Yoii Haclil>ergr) Bischof yon Konstanz. 14^.
und deren tochter Eathaiina, denen bischof Heinrich [in.] das leibgeding zu zahlen hatte. Die beiderseitigen schieds-
' lente konnten sich nicht einigen, da die schiedslente des Manfred die versessenen zinse beanspmchten, die des bischofs
den haaptbrief an dem bei 60 Siegel von bürgen und mitgälten, welche alle schon tod sind, hängen, für ungültig
nnd vetjäbrt (ein verlegener brief) hielten, da bei 58 Jahre darüber hingegangen, bischof Otto der siebte bischof sei,
• nnd der haaptbrief außerdem bedinge, daß nach dem tode der fran Bartholomea nnd deren tochter jede Zahlung anf-
> hören solle. Der anssteller tritt anf Seite der schiedslente des bischofs. Geben an s. Margarethen tag 1422. — Cr.
Karlsrahe (5 Gen. 95). 8M4
1422 Jali 16, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die bewidmnng des
St. Geoi^- and Barbaraaltares in der pfarrkirche zn Überlingen durch Konrad von Wolfart von Überlingen d. d. 1421.
Der komtnr der Mainau gab daza seine Zustimmung. Dat. Const 1422, 17. kal. aug., ind. 15. — Or. Karlsruhe
; (2/163); auf dem bug: Frteirictis; rückseits oben:/o. 5c/iiir. 8945
— aug. 12, Nürnberg.. König Sigmund bestätigt aof bitten des bischofs Otto der stadt Markdorf, die dieser wieder
von denen von Homburg aasgelöst hat, alle Privilegien und freiheiten. Gäben zu N. 1422, des nechäten mitwochs
nach s. Lorenz tag, ung. 36., röm. 12 ., böhm. 3. — Or. Markdorf, Stadtarch. — Kopb. 727, 18 Karlsruhe. —
erw. ZGOBh. NP. 3, mßl. — reg. Altmann, Begg. Sigmunds nr. 4969. 8946
•r- aug. 14, Nürnberg. Kaiser Sigmund fordert bürgermeister, rat und böiger der stadt St Gallen auf, ihren
mitbürger Konrad Paier dazu anzuhalten, daß er dem bischof Otto die lösung der stadt Arbon gestatte. Nurembeig,
am fritag unser frawen assumptionis abend, ung. 36., röm. 12 ., böhm. 3. — reg. U-B. St Gallen 5, S28 nr. 3121
nach or. Stiftsarch. — Altmann, Bogg. Sigmunds nr. 4978. 8947
— Tor aug. 30. Wird bei der Stellung von kontingenten im krieg gegen die Habiten auf 8 reiter verpfiichtet —
Deutsche Beichtagsakten 8,156. 8948
— sept. 1,’Konstanz. Schreibt an die dekane, kämmerer und die gesamte geistlichkeit der diözese: da die
Pfarrkirche St Theodor in Kleinbasel durch alter sehr schadhaft war, beabsichtigten die pfarrgenossen die kirche
neu zu bauen, was.zum großen teil aasgeführt sei. Da aber deren mittel nicht hinreichen, gibt er den geistlichen
den befehl, die abgesandten namens jener kirche gut aufzunehmen und almosen sammeln zu lassen. Der bischof er¬
teilt allen, welche zum baue beitragen, 40 tage ablaß. Dat Const 1422, kal sept, ind. 15. — Or. Basel, Staats-
arcb. (St Theod. 22 ). Auf der rückseite; impetrami officßalis] curie Const, Frid, 8949
;— sept. 4, Konstanz. Schreibt an den leutpriester von St Theodor in Kleinbasel: er hat erfahren, daß der
kaplan der Kreuzkapelle bei dem tore von Kleinbasel von den almosensammlem [vgl. 1422 sept. 1 ] einen teil des
. geldes für seine kapelle fördert Der bischof verbietet unter androhung der ezkommunikation diese unberechtigten
forderungen. Dat Const 1423, 4. die mens, sept, ind. 15. Jo, Keller h, — Or. Basel, Staatsarch. (StThood. 22 *).
w Bückseits au^redrücktes bischof^iegel. 8950
— sept. 15, Konstanz. Verleiht zu gunsten des St Ursulaklosters in Aarau für das beten des englischen großes
beim dreimaligen läuten der glocke, für anhörung der predigt in der klosterkapelle, für besuch des friedhöfes da¬
selbst und des gebetes für die verstorbenen und für besuch des klosters an bestimmten tagen 40 ta^ bezw. 1 jahr
• ablaß. Dat Const sub sigilli nostri episcopalis appensione 1422, 17. kal. oct, ind. 15. — Or. Aarau, Stadtarch.
■ (nr. 36 1 ). — ürkb. Aarau nr. 287. 8951
7 -. sept^ 22. Im Fridolinskloster zu Säckingen findet vor dem notar Konrad Schultheiß von BeutUngen die neuwahl
einer äbtissin statt. Gegenwärtig sind Johanna von Hohenklingen, Agnes von End, Margareta von Hohenkliugen,
Anna.von iQingen und Ursula von Arberg, sowie die Chorherren: Konrad von Mönchweiler (Münchwiler), Nikolaus
Harpoldingen und Ulrich Wybel. Seit dem tode der letzten äbtissin Margareta von Bußnang ist noch nicht ein
. ihönat verflossen. Die wähl erfolgte niittelst des skrutinialverfahrens, wobei Johanna von Hohenklingen, Margmta
von Hohenklingen und Ulrich Wybel als skrutatoren fungierten. Die mebten stimmen erhält Johanna von Hohen¬
klingen, zu gunsten derer Anna von Klingen und Margareta von Hohenklingen zurücktreten. Zeugen: Ulrich Trag¬
sesse, kantor zu Basel, Johann Trüllerei, propst zu SchÖnenwerd, mag. Berthold Bechbogk, offlzial des hofes des
Basler archidiakons, und Berthöld Bturer, kaplan des s. Petersaltars im Fridolinsklostef zu Säckingen. Actum 1422,
ind. 15., pohtif. Martini V.a. 5., die'martis 22 . mens.sept.—Notariatsinstrument des Konrad Schultheiß von Beut-
ling^n: Karlsruhe (16/38). — vgl. 1422 april 8 . * 8952
-— oht» 7, Konstanz. Der generiilvikar in spir. mahnt dekan, kämmerer und konventaalen des kapitels Granheim
oder Munderkingen (wie 1421 okt 30) zur Zahlung der alljährlich fälligen bischöfl. konsolationen im betrag von
’ 6 ml a bis noV. 30* an Nikolaas Bosenveld alias Waltmapn, chorherm der abtei Zürich und b.kollektor. Dai Const
1422, non. oct, ind. 15. Jo. Glaser. — Or. Dekanatsamt Zwiefalten z. zt in Oberstetten. Bückseits Siegel aufge-
• drückt ' ^ ^ g 95 $
Otto in. von Hachboi^, Bischof Ton Konstanz. 1422. 259
1422 okt. 8* Vor dem offizial des Konst, hofes kommen mag. Johann Huber, iusiegler und kollektor der ersten frfichte,
im namen des b. Otto einer- und Ulrich Truchseß und Johann Trällerey, chorherrn des stifts Beromünstor, im namen
• des gen. stiftes anderseits dahin überein, daß das stift von den ihm inkorporierten kirchen zu Hegglingen, Bicken¬
bach und Nendorf bei jeder vakatnr 31 Rh. fl. als erste früchte bezahlen solle, dagegen sind von den kirchen zu
Onckheim, Richental und.Starkirch die ersten früchte nicht zu entrichten. Der kollektor schreibt es so in sein kol-
lektorenregister mit dem ausdrücklichen znsatz, daß dieser vergleich für die nachfolger nicht bindend sein sollte.
Dai Consi 1422, 8 . die mens, oci, ind. 15. — Or. Beromünster, Stiftsarch. (fase. 3); auf dem bug: Jo. Keller,
— ansz. Estermann, Nendorf 29. 8954
— okt. 18, Konstanz. Johann Schürpfer, domdekan, vom papste bestellter exekutor, teilt dem bischof von Konst,
bezw. dessen generalvikar in spir., sowie propst und kapitel von Biscbofszell die bulle Martins Y. d. d. 1422 juli 23
(Dai Tibure 11 . kal. aug., pontif. a. 6 .) mit, worin dieser dem Johann Gartemann, klerikcr Konst bisinms, kanonikat
und Pfründe zu Bischofszell verleiht, auf welche Albrecht Blarer in die hände des bischofs Otto verzieht geleistet
hatte. Der exekutor fuhrt die bulle aus. Dai et act. in curia nostra canonicali Consi ex opposito atrii inferioris
ecclesie Consi contigna 1422, ind. 15. pontif. Martini pape V. a. 6 ., die vero martis 13. mens.oci; zeugen: Hein¬
rich Roggwiller, kustos, und Johann Binder, domherr zu Bischofszell. — Notariatsinstr. des Joh. Bosch: Frauenfeld,
Kantonsarch. (Bischofszell).—1422 oki 15 erklären Johann Schiatter, laie, und Hainrich Blaicher, kleriker Konst,
bistums, samt Johann Gartenmann vor Johann Binder, chorherrn zu BischoCszell, sowie vor Petrus de Yeld, leut-
priesters daselbst, daß sie für allen schaden auf kommen wollen, den das stift etwa infolge der aufhahme des Joh.
Gartenmann als chorherrn erleiden sollte. Acta sunt hec (1422, die iovis 15. mens. oci). — Or. ebenda nr. 104.
8955
— okt. 14^ Konstanz. Yergleicbt sich mit abt und konvent des klosters Eberbach dahin, daß das kloster von
der Pfarrkirche zu Biberach bei jeder vakatur, erfolge sie durch todesfall oder infolge tausches, 40 Rh. fl. als erste
früchte an den bischof bezw. dessen kollektor zu entrichten habe. Geschieht jedoch der pfrändentausch in Rom oder
wird die pfarrei infolge päpstlicher Verfügung besetzt, so ist das kloster zur Zahlung an den bischof nicht verpflichtet.
Das domkapitel stimmt zu. Dai Consi 1422, mens, oci die 14., ind. 15. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Biberach
(G.Y.y -T- Abschr. ebenda und Biberach, Kirchenpflege. — reg. WürttYjh. 1892, s. 37. — vgl. 1420 april 13
und 1422 oki 31. , 8956
— okt. 17, Konstanz. Fordert die kloster- und Weltgeistlichkeit auf, sich auf Martini in Konstanz einzufinden,
um die ankündigung einer vom künige beschlossenen Hussitensteuer entgegenzunehmen. Nach einem briefe künig
Sigmunds haben die reichsstände in Nürnberg beschlossen, daß zur ausrottung der unheilvollen häresie der WicU-
fiten und Hussiten der hohe und niedere adel sowie die geistlichkeit mithelfen solle. Außerdem sind nach dem
königlichen schreiben markgraf Bernhard von Baden sowie Kaspar von Klingenberg bevollmächtigt, in den diözesen
Konstanz, Basel, Straßburg und Speier den hundertsten pfennig zu genanntem zwecke einzuziehen. Dai Consi 1422,
17. die mens. Oci, ind. 15. sub sigillo nostro appresso. — ansz. U-B. Si Gallen 5,330 nr. 3126. 8957
— okt. 21, Schaff hausen. Bestätigt mittelst transfix, daß die pfleger und der meister des hL Geistspitals zu
Schaffhausen an Walther Spieß, stadtschreiber zu Schaff hausen, d.d. 1422 sepi 10, kirche und patronätsrecht von
Achdorf, welche dadurch erledigt ist, daß der kirchherr Johann Stnper eine andere pfarrei erhalten hai schenken.
Dai et aci in oppido Schaffhusen 1422, die 21. mens, oci, ind. 15.— Or. Karlsruhe (Si Blasien). »— vgL 1432
sepi 18. 8958
— okt. 31, Eberbach. Arnold, abi und der konvent des Cistefzienserklosters Eberbach in der diözese Mainz
vergleichen sich mit bischof Otto: die abtei zahlt bei jeder erledigung der ihr inkorporierten pfarrkirche
zu Biberach 40 gülden rhein. Dai 1422, in vig. omnium sanctomm. — Kopb. AA, 436; F, 23 Erzbisch. Arch.
Freiburg i. B. — vgL 1422 oki 14. 8959
— HOT. 5, Sigmaringen. Heinrich und Johann, grafen von Werdenborg und herren in Sigmaringen, bitten bischof
Otto um ^stätigung nachfolgender Stiftung: zu ehren gottes, der allerseligsten junglrau und des hl. Nikolaus stiften
die aussteller in der kapelle am Hünensteiu bei Trochtelfingen, welche zu ehren des hl. Nikolaus geweiht, aber noch
nicht dotiert ist, eine ewige pfründe. Eberhard Brely, kirchherr zu Trochtelfingen, gibt seine Zustimmung. Die
grafen behalten sich das präsentationsrecht vor. Mit der kirche war ein haus verbunden, das als waldeinsiedelei von
Begharden bewohnt wurde. Die rechte und pflichten des kaplans Mnd aufgerählt. Dat. in oppido nostro Sigmaringen
1422, die 5. mens, nov., ind. 15. — Or. Sigmaringen, Staatsarch. (Trochtelfingen). — Begl. abschr. Donau-
eschingen (Kaplaneien Trochtelfingen Fase. Y). — ausz. Fürstenberger U-B. 6,239 note 10 . — vgL Zingeler und
Laur, Ban- und Knnstdenkmäler von Hohenzollem 40. 8960
— no?« 12, Konstanz. Der generalvikar in i^ir. des bischofs Otto bestätigt, daß die von Anna Eiglin, der tochter
des Berthold Eigli, in das spital zu Freibnrg gestiftet^ pfründe in die pfarrkirche übertragen werde. Dat. Const.
1422, 2 . id. nov., ind. 15. — Or. Freibnrg, Stadtarch.; auf dem bug: FHdricue; rückseits: Buoß. Die pfründe
33 *
260 Otto UL Ton Uachberg^isehof Ton Konstanz. 14^.
wurde gestiftet d. d. 1417 febr. 19 mit der bediogoog, daß der bürgermeister, der oberste pfleger unsers franeii
bans und der oberste pfleger des spitals das patronatsrecbt aasüben soUen; nach dem tode der stifterin soll zuerst
die pfründe erhalten priester Ulrich Becklin von Schennis, der samt den patronatsinhabem beim bischof um best&-
tigung der pfründe einkommen solle. — 1421 aug. 5 änderte die kranke stifterin die ursprüngliche bestimmung
dahin ab, daß wegen der geringen einkünfte die pfründe der pfarrkirche gehören solle. — 1422 nov. 9 bitten Jo¬
hann Pfui, kirchherr zu Freibarg, Dietrich Kotz von Kranznau, bürgermeister, und Heinrich SnewU, unser lieben
frauen bäues oberster pfleger zu Freibarg, den bischof Otto um bestätigung der pfründe und deren transferiemng
(Orr. ebenda). — reg. Freiburger Münsterblätter 7, 51 nr. 452. 451. 8961
1492 nOT« 16. Das kapitel des stiftes St Stephan zu Konst versetzt die vogtei Happerswil, die es als lehen von dem
bischofe von Konst erhalten hat, um 30 fl. an Heinrich von Dottighofen (Tettikoven) zu Konstanz nnd löst sie von
Burkhard von Helmsdorf (Hermenstorf). Geben an s. Ottmars tag 1422. ~ VgL nr. 7056. 8962
— HOT« 24^ Konstanz. Heinrich von Bandegg, dompropst, übergibt mit Zustimmung des domkapitels den brudem
Hans.und Albrecht von Königsegg, Erhards sei. söhnen, den meierhof und das dorf zu Königseggwald und zu Weiler
gegen einon jährUchen zins von 22 9» Konst Geben zu Cost an s. Katherinen aubend 1422.—Abschr.(l5 jh.)
Karlsruhe (5 Königseggwald). 8963
—• dez« Born. Papst Martin V. schreibt an die stadt Eßlingen mit der aafforderung, an dem zog gegen die
Böhmen zur ansrottung der häresie teilzunehmen. Dat. Borne apud s. Mariam maiorem kal. dec., a. 6 . — Or. Stutt¬
gart ^Eßlingen); littera clausa unter dem text: Jo, Jaeozi, 8964
— dez. 1« Papst Martin V. gestattet u. a. dem bischof von Konst, da auf dem Nürnberger reichstag [vgL 1422
märz 8 ] die Steuerquoten für den täglichen krieg gegen die Hussiten nicht in der richtigen weise festgesetzt worden
seien, statt dessen die geistlichkeit nach eigenem ermessen zu besteuern. — Deutsche Beichstagsakten 8 , 181. —
VgL 1425 nach april 22. 8965
— dez* Born. Papst Martin Y. fordert den magistrat und die einwohner von Schwiz auf, bei der in Böhmen
ansgebröchenen häresie [Hussiten] beim alten glauben zu verharren und sich zum zöge gegen die häretiker bereit
zu halten« Dat Borne apud s. Mariam maiorem kal. dec., a. 6 . — Or. Schwiz, Kantonsarch.; beim bng: EraamUof
rückseits: diUcHa ßiia magidraUbua ei universitaU Swicen, Const, dioc. et ediia in auia ligia exiatendbua ; nuten:
M. da Piaia, 8966
—^ dez. Konstanz«' Entlaßt auf bitten des Stabenberg von Stuben den halben teil der feste Hansen (a. D.)
und den teil des dorfes Hausen aus seiner lehenschaft und erhält dafür das dorf zu Mendelbeuren (Mendelburen)
nnd die bürg (burgstal) daselbst Das domkapitel stimmt zu. Geben zu Cost an zinstag nach s. Andres tag des hl.
zwelfbotten 1422. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Altshausen). 8967
— deau 18| Bonu Papst Martin Y. an den domdekan zu Konst >Ea que de bonis«-bulle für priorin und konvent
zu Mariaberg (Berg),' Benediktiner Ordens. Dat Borne apud s. Mariam maiorem 15. kal ianuarii, a. 6. »Ad audi-
entiamc. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Mariaberg); unter dem bng links: taze 2; rechts auf dem bng: graUa,
A, Briequäi; bei den schnüren t B,,,, ’ 8968
— dez« 21« Yerkauft auf wiederkauf mit Zustimmung des dompropstes, domdekans und kapitels von Konst an fran
Ursula Müntzmeisterih gen.Sürlin, b'ürgerin zu Basel, 35'Bh.fl.'ab den ersteh nutzen, die man nennt primi fructus,
und des Siegels des Konst, hofes um 700 Bh. fl.; er setzt als bürgen: Graf Hans von Tengen, graf zu Nellenborg
und landgraf im Hegau und Madach, Albrecht von Bußnang, freier, Hans von Homburg d. ä., Hermann von Breiten-
landenberg gen. SchÜich, Heinrich Ehinger, altstattammann zu Konst, Konrad In der Bünd gen. Büll, Konrad Wln-
terberg und Heinrich Wechsler, bürger zu Konst Heinrich von Bandegg, dompropst Johann Schürpfor, dekan, nnd
das kapitel stimmen zu. Geben uff s.Thomans tag des zwölfbotten 1422. — Burkhard ze Bin und'Hanns Bich von
Bichenstein, ritter, beurkunden, daß ein gleichlautender hauptbrief von Friedrich ze Bin, küster des Basler dom-
Stifts, der Ursula Sürlin im auftrag des bischofs übergeben wurde. Geben des jares und tages als vorgeschriben stat
— Or. Karlsruhe (5 Gen. 95). 8969
— dez« 21. Bischot und markgraf von Hachberg bekundet Heinrich Turst kaplan des St Petersstiftes zu
Baset mit einwilligong des kapitels daselbst zur aufbesserung seiner pfründe, der dritten am Kosmas- und Damian¬
altar in der St Peterskirche, für sich und seine nachfolger eine ablösbare jährliche reute von 21 rhein. gülden
aus den ersten früchten des gesamten Konstanzer sprengels und den oinkünften des hofsiogels um 400 rhein. gülden
gekauft hat Die rente ist jährlich am Thomastag (dez. 2 l) in Basel auszuzahlen. Es bürgen: graf Hans von
Thengen, graf zuNellenburg und landgraf im Hegau und Madach, freiherr Albrecht von Bußnang, Heinrich Ehinger,
altstadtammann zu Konstanz, Konrad in der Bund gen. Bull, Konrad Winterberg und Heinrich Wechsler, bürger
von Konstanz. Dompropst Heinrich von Bandeck, domdekan Johann Schurpffer und das domkapitel stimmen zu.
Geben uff s. Thomans tag des zwölfbotten 1422. Die ritter Burkhard ze Bin und,Hans Bich von Eichenstein be-
Otto III. Toii Hachberg, Bischof toii Konstanz. 1422—142S. 261
schemigen die Übergabe eines gleicblantendeu baupibriefes durch Friedrich ze Bin, kfistor dos stifts za Basel, ah
Heinrich Tnrst, kaplan des St Petorsstiftes za Basel. Geben des jares and tages als Torgeschriben stai —r Kopb.
492 nr. 51 Karlsrahe. 8070
H22 dez. 21. Albrecht Blarer, Vorgänger des bischofs Otto, stimmt za bei einom verkaufe einer gälte durch bischof
Otto, zugleich mit Harnmann von Hinacb und Pilgrim von Headorf, »denen unser und unsers gotzbas Sachen za
disen zitten von ans and unserm capitel empholhen sind«. Geben an s. Thomas tag in den wihennachten 1422.—
.— Kopb. 600, 326'» Karlruho. 8971
— dez« 21« Yerkaafl aaf wiederkaof um 210 pfd. heller Konst, währnng eine jährliche, auf Marüni fällige gfilts
von 20 matt roggen Schaffbansener maßes aas dem bofe Im Laufen (in dem Loffon) unterhalb Schaffhausen an
Hans den öninger von Schaff hausen. Albrecht Blarer, sein Vorgänger, Hammiann von Binach und Pilgrim von Heu¬
dorf, »denen unser und unsers gotzhus Sachen zu disen zitten von uns und unserm capitelempholhen sind«, stimmen
zu. Geben an s. Thomas tag in den wihennachten 1422. — Kopb. 500, 325'» Karlsruhe. 8972
142S. Wölbt die St. Ifargaretenkapelle im münster zu Konst.vgl. Wingenroth (Schaainsland 1909,28). 8978
1423. Erläßt sjnodalstatuten, welche auf den bestimmungen seiner Vorgänger Budolf [von Montfort], Heinrich [von
Brandis], Barkhard [von Hewen], Marquard [von Bandegg] berohen. Der dekan soll dieselben zweimal im jahre
verkünden. Za beginn werden die beschlüsso des neulich unter erzbischof Konrad von Mainz [1423] Abgehaltenen
provinzialkonzils za Mainz gatgeheißen, welche den Statuten in eigenem hefte beigefägt sind [vgl. Hartzheim, Con-
cilia Germaniae 5,206]. Neu aufgenommen sind: der dekan muß innerhalb seines dekanats residenz halten, be-
Stimmungen über die weihe von klerikem, über aafiassang von pfrunden, zalassang fremder kleriker^ gegen »clerici
vagabundi, qui vagi sea Eberhardini vulgariter varend schaler noncapantnr«, über sponsalien und klandestine eben,
über straßenräuber, über baße and absolotion. Innerhalb zweier monate soll die Verkündigung erfolgen.— Authen¬
tisches ezemplar (undatiert): Aarau, Staatsarch. (Zarzach 189); am Schlüsse: sigiletur Nithart. — Cod.. Augieüsis,
Papier 139 fol. 155—159: Karlsruhe, Hof- and Landesbibliothek. »Incipiunt statata synodalia reverendi patris
domini Ottonis episcopi Const.« Schluß: Sic est finis statatoram synodalium edita a domino Ottone episcopo Const.
sab anno domini 1423 etc.« Diese handschrift setzt demnach die Statuten ins Jahr 1423. — Desgleichen findet sich
ein ezemplar (andatiert) zu Bern, Staatsarch. (ehemaliges fürstb. baselsches Arch.: iura statata synodalia. B.H. l).
— vgl. Brehm, DiözesanarchSchwaben 22 (1904) 22; 24 (l906) 91-93. — Otto gebührt das verdienst, die alten
synodalbeschlüsse erstmals gesammelt zu haben. — Vielleicht wurde die synode um Martini 1422 abgehalten, vgl.
den ladungsbrief 1422 oki 17. Jedenfalls fand sie vor 2. aug. 1423 statt, da sie dort erwähnt ist. — Im zosam-
menhang damit steht wohl nachfolgender erlaß: Otto verbietet den priestem seiner diözese vor dem weltlichen ge-
richt recht za Sachen und erhöht, da dieses oft übertreten wird, die strafe auf 10 fff Konst ^ and gebietet ebenso
den laien finter androhung des bannes, daß sie alle Sachen, welche lente opd .gat der kirche betr., zehnten, wacher,
ehesachen, .präsentationsrechte u. a., vor dem geistlichen gericht und nicht vor dem weltlichen entscheiden lassen.
Geben za Oost... (ohne datom). Papier gleichzeitig (von bischöfl. band?): Biberach, Spitidarch. r • 8974
1423 jan. 4« Bürgermeister und rat za Konst erklären, das Karthäuserkloster Ittingen habe sehr abgenommen,
sei mit schnlden überladen, baufällig und verlassen, so daß es ohne bedeutende hilfe nicht mehr bestehen könne. Da
die Stadt Konst die landgrafschaft Thurgau zum pfand habe und schirmherrin des klosters sei, so.wo^e sie za dessen
erhaltung gern beitragen. Es haben sich 2 stiftsherren von St Stephan zu Konst, Heinrich Käser und Peter Glück¬
haft, entschlossen, ihr leben in Ittingen zuzabringen und das kloster mit ihren mittein wieder in einen bessern stand
za setzen und dazu auch andere priester zu hilfe zu nehmen. Bischof Otto von Konst, die äbte von St Gallen und
Kreuzlingen, als obere des klosters, haben dies gatgeheißen. Die stadt verspricht die beiden Chorherren und ihre ge-
hilfen dabei ihr leben lang zu beschirmen and durch ihren vogt im Thurgaa beschützen zu lassen und zwar ao, daß
nach dem tode des einen der überlebende den gleichen schütz anzasprechen habe und alle geistlichen rechte genießen
und aasüben sollte, als wenn ein probst und konvent im kloster wären. Aach werde Konst beim papst am geneh-
migung nachsnehen. Sollte aber die stadt die Thurgaoische pfandschaft verlieren und das kloster unter einen an¬
dern schirm kommen und beide oder der eine der Chorherren noch leben, so dürfen sie ihr aof die wiederher^tellnng
des klosters verwendetes vermögen wieder zurückziehen; sind aber beide gestorben, so bleibt es dem kloster. Geben
1423, an dem nehsten mentag nach dem hailigen ingänden jarstage.—Or. Karlsrahe (5/895).—:au^ 2iGOBh. 11,
416 nr. 33. — vgL 1422 juli 7. . • . 8976
*— Jan« 13) Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt die Stiftung und bewidmong des hoch-
aUares in der St. Jobannbaptistkapelle za Villingen durch "Bicho von Haigerloch, kirchherm zu Villingen, d. d.
1422sept24; der Stifter dotierte die pfründe mit 24 goldgalden ständiger einkünfte; die gesamteinnahmen mit
•den nebengebühren belaofen sich aaf 40 fff heller jährlich. Dai Const 1423, id. iannarii, ind. 1. — Or.Viliingen,
^ - Btadtarch. (F.); rückseits: jKaq/J. — vgl. 1428 apr. 16. S976
262 Otto in. Ton JSaehberg» Bischof Yon Konstanz. 1423.
1423 nach Jan* 18(?)» Der vikar des bischofs macht bekannt, daß. nach detn' todo der äbtissin des.Margaretenklostoc 8
. > bei Waldkirch, Margarete.Toh Schwaitenherg, die klosterfrau Agatha vonÜsenberg.zor äbtissin gewählt worden sei;
. an gegenwart des Vertreters der gewählten, des Konrad von Beatelsbach, pfarrektors in Waldkirch, habe er zam
; , 18.;jan. alle diejenigen geladen, die gegen, die wähl and ihre bestätigang einsprüche za machen hätten; der Vertreter
' . habe yerorteilang aller nicht erschienenen in contnrnaciam. beantragt — Formelbach 2^ 26 Freibarg, Erzb. Arch.
Dia .proklamatiOD^ormel s. 118. — Eopb. 502 Earlsrahe. ^—Margareta von Schwanenberg ist 1423 jan. 21 noch
am'leWn. 1428 febr. 6 ist Agatha von Üsenberg beze’agt (vgL Krieger, Top. Wörterbach). 8977
— jan. 26^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt, mittelst transfix die stiftang ond bewidmong einer mofi-
pnrdhde za. ehren des hL Cyriak, ülnch osw. in der St Leonhardskirche aaf dem friedhof außerhalb der maaem
Stuttgarts durch Konrad Bindisholz von Owen, priester und Chorherr za Boll, d. d. 1423 jan. 8 (die s. Erhardi).
Johann .von Stadion ritter, Johann Starmfeder and Johann von Sachsenheim, edelknechte, als Stellvertreter der
’ grafen Ladwig und Ulrich vop Württemberg, gaben ihre znstimmang. Dat Const 1423, 7. kal. febr., ind. 1 . —
OK Stuttgart, StaatsarCh. (Stuttgart, Stift). 8978
— jan 29^ Konstanz« Nimmt mit zottimmong des domkapitels von Büdger Eartzen, des bischofs vogt zn Banm-
garten (Bomgarten), lOO Bh. fl. auf zur emlösang des »Heinrich Mantprats zins« za Bischofszell an das bistnni,
^ welche mit 50 fl. jährlich za verzinsen sind ab dem natzen des gerichtssiegeis and der ersten natzen. Er setzt als
nutgültenj: Friedrich ze Bin, küster und domherr za Basel, Beringer von Landenberg-Greiffensee, Konrad Winterberg
und Heinrich Atzenholz gen. Wechsler. Bürgen sind: Wemhervon Boggen'bach, Friedrich Heidenheim, des bischofs
.achreiber, Konrad Felix Bavensbarg and Konrad Atzenholz gen. Wechsler, beide bürger za Konst Wiederkaaf ist
’ Vorbehalten. Geben ze Cost an fritag vor a. frowen tag liechtmeß 1423. — Or. Karlsrahe (5 Gen. 96). 8979
febr« 5« Budolf Möttelj von Bavensbarg beurkundet, daß ihm bischof Otto von Konstanz 2000 Bh. fl.
schüldig ist and zwar hat der bischof 1000 fl. erhalten zam baa der pfalz and der St Margaretenkapelle; die übrigen
' 1000 fl., sind verfallene zinse von den 5600 fl., die der bischof für die lösung von Markdorf nötig hatte. Falls ihm
, der bischof noch bei seinen lebzeiten 5000 fl. bezahlt, sollen ihm die übrigen 600 fl. erlassen and geschenkt sein.
Der aossteller. bittet Konrad von Winterberg and Nikolaus Schultheiß von Konst, mit ihm za siegeln. Geben an
fritäg nach o. frowen tag liechtmeß 1423. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 50). 8980
-— febr« 14^ Born. Papst Martin V. bestätigt dem kloster Schassenried die durch Johann von Stabenberg gen.
Staben, odelknecht, erfolgte Schenkung des patronätsrechtes der kirche za Otterswang and beauftragt den Konst,
domdekan, die^kirche mit 14 m. s. einkünften dem kloster mit 150 ro. s. einkünften zu inkorporieren. Dat Rome
apoid's. Petram 16. kal. martii, a. 6 . »Digna exaaditione«. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Schassenried); oben: ad
eameram; unter dem bag links: taxe 30. 9 expedii, 3. id. martii anno 6, Bartholomäus; auf dem bug rechts:
ipraiis. Goswinus jjj, Bücksoits R darin Ja.; beim bag: P. de Montelia. Jo. Tremosnüz; bei den schnüren: P.de
' Montdla. — Kopb. I^hossenried s. 457 Stuttgart, Staatsarch. — Erste zitation durch den Konst domdekan Jo*
hanii'Schürpfer d. d. 1423 mal 19. — Aosführong durch den Konst domdekan d. d. 1425 nov. 6. — Barkhard
Ferr, kirchherr von 0., resignierte aaf die pfarrei und wird daraufhin durch orkande des Konst generalvikars d. d.
. 1425 aprU 23 als leutpriester am 14. febr. 1426 investiert — 1426 joli 21 schließt das kloster mit dem gen.
leutpriester einen vertrag, betr. einkommen und pflichten. (Orr. ebenda). 8961
— febr* 16| Freibarg. Vor bürgermeister and dem rate der stadt Freibarg erscheint brader Johann, Schaffner der
Deatschherren zu Freibarg, and eröffiiet, daß er mit der stadt botea den Heinrich Wanderer, bürger za Freibarg,
wegen 40 m. s. hearigen und 200 m. s. versessenen zinses gepfändet hat Diese 40 m. s. wurden seinerzeit als
natzön der qaarten und konsolationen von etlichen gotteshäasem und kirchen den Deatschherren von dem bischof
und kapitel von Konst verkaoft Geben ze Friborg vor offem rate in der ratsstiiben des nechsten mentages vor dem
Sonnentag Invocavit 1423. — Or. Karlsrahe (21/161). 8982
— febr« 21^ Konstanz. Konrad Elje, decr. dr., Offizial des Konst hofes, beurkandet, daß vor ihm Heinrich Schalt-
heiß, dekan des dekanäts Urach, dem kloster Hedingen seine ganze bewegliche wie unbewegliche habe testamenta-
risch vermacht habe unter der bedingung, daß sie 4mal im jabie sein anniversar begehen; außerdem behält er sich
' 40 tf heller vor, über die er frei verfügen möchte. Que acta sont (1423, ind. 1., pontif. Martini pape Y. a. 6., dis
' vero-21. miens. febr. in civitate Const.) —Notariatsinstmment des Johann Keller, sonst Schulmeister von Vallema*
• - ^ sonis, Basler kleriker: Sigmaringen, Domänenarch. (Sigmaringen) mit Siegel des Offizialats. 8983
— febr« 27« Freiherr Hans von Erenkingen, gen. von Weißenburg, Hans Glatt, vogt za Kaiserstahl, Friedrich
and HenniSnider von Eichen, bürger zo Waldshat, sprechen recht einerseits zwischen Hans Trommer, bischöflichem
. .zogt za Tiengen, dem schaltheiß, rat und der gemeinde daselbst, und andrerseits dem Henslin Yögtlin; u. a. wird
bestimmt, daß die für den Konst bischof von Hans Trommer aafgonommene schuld seitens, des Hans YögtUn ab*
. gebUi sein soll and umgekehrt.. Geben am samstag nach s. Mathias dag des hl. zwülfbotten 1423. — Or. Tiengen,
' Stadtarch. — aasz. ZGOBh. 13, 377. — reg. ZGOBh. NF. . 2 , ml 18; . 8984
Otto III. Ton Hachbei^^ Bischof tön Konstanz. 1423. 263
1423 mlrz 4, Rom. Papst Martin Y. beauftragt den domdekan zu Konst., dem propst Jacob und dem kontent Ton
Marchtal den kauf des dorfes Reutlingen, dorf unter dem Russen, das Heinrich vom Btein, edelknOcht, yom kloater
St Gallen zu lehen trug, zu bestätigen. Dat ^me apud's. Petnim 4. non. marcii, a. 6 . .>Sacr4 religionis«. — Or.
Stuttgart Staatsarch. (Marchtal); unter dem bag links: 30 9 ; auf dem bug rechts: gnUh. DitiMmuB jjj,
' Rfickseits R darin f, daran i^cmctactis de agMo; bei den schnüren: Amdmm; links beim bug; Änedmue, Ja, de
3 Stellen ausradiert 9385
— m&rz 7^ Konstanz* Gewährt allen, welche in der pfarrldrche Winterthur jeweils am firöitag geg^enjnittag,
zur stunde, da Christas gestorben, beim läuten der glocke zu ehren des bittem leidens 5 tater unser und ave beten,
einen ablaü von 40 tagen. Dät Const 1423, die 7. mens, marcii, ind. l.—Or. Winterthur, Stadtarch .4 rdckseits:
De mandato dofntnt Conet, Frider, — Kopb. 5 , 83 ebenda. — GFrSOrte. 13,249. .» 8386
— mftrz 7, St Gallen. Heinrich IV.,' abt %oh St Gallen, bittet blschof Otto, bezw. dessen genenüvikar, zu geneh*
migen, daß Jakob Ittler gen. Grubar, ständ. vikar der pfarrkirche von Wangen; deren patronat der abtei St Gallen
zusteht, und Johann Brachsperg, innerhalb der pfarrkirche zu Nieder-Wangen ihre pfründen •taaschen. Jakob
Ittler liatte sich außerdem Michael Has, notar;' 5 ind prpkurator des hofes von Konst, verwendet ln Sanctogallo
1423, 7. die mens, marcii, ind. \, -r- reg« U-B. St Gallen 5, 340 nr. 3146. j 8987
'— inlrz 8 * Markgraf Rudolf von Hacbberg, berr zu Rü^ln und Sausenberg, quittiert dem bischof und dom-
kapital für 2000 fl., wegen deren sie vor dem bürgermeister und rat zu Basel recht gesucht haben, sowie den edlen
Hans von Rosenegg, Hans von Homburg d.ä. und Bilgry von Heüdorf für empfangene 1500 fl. Geben am mentag
vor 8 . Gregoryen tag 1423. — Or. Karlsruhe (5 Gen. '96). — reg. Regg. Markgrafen von Baden 2 , 1164. 8988
— mflrz 269 Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto. bestätigt transflx die Stiftung und
bewidmung einer meßpfrün'de auf den Muttergottesaltar in der pfarrkirche zu Berohausen durch die gemeinde da¬
selbst d.d. 1423 märz 22. Johann von Stadion rifter, Johann Stürmfeder d. ä. und Johann von Sacihsenheim, edel-
knechte, als gubematores des grafen von Württemberg, gaben dazu ihre Zustimmung. Der aussteller beauftragt ferner
den dekan des dekanats Eßlingen mit der eiqweisung des priesters Heinrich, lilader, als ersto kaplans. Dat. et act.
Const 1423, 7 . käl. apr., ind. 1 . — Or. Stüttgart Staatsarch. (Stuttgart, 9tift); auf dem hng: Fridricue, * 8989
— april 18, Konstanz. Der generalvikar in E(pir. dös bischofs Otto schreibt an die pfarrer zu Freibarg imd Yil-
lingen: ein bürger zu Villiiigen, Johannes gern KOsslin, habe ansprüche auf güter erhoben,, mit depen der ^tar der
hl. Maria, Peter und Pani usw. in der vettersammlong zu'Villingen* aasgestattet sei,'und gegen die Schwestern vor
Schultheiß und rat zu Villingen klage erhoben. Letztere hätWn die Sache an das geistliche gericht gewiesen, KOßlin
habe dem Villinger brauche gemäß an bürgermeister ufnd rat von Freibüfg appelliert, die Schwestern sich an den
generalvikar gewandt. Der aussteller gebietet den bezeicbneten pfarrem in Freiburg und Villingen einstellung des
Verfahrens gegen die Schwestern zu erwirken; auf dem rücken der urkunde sollen sie den tag der ausführuilg dieses
, befehls Vermerken. Dat. Oost; 1423, 13. die mens, apr., ind. 1. — Ör; Villingen, Bickenkloster; auf dem rücken
sieht: Exeeuium per Eberhardum Tüffer plebanum in V, fer, 2, prox. post'dominhatk fud cantaturße mieeri-
cordid Domtni ef onnö Jrxr/J.reg. ZGK)Rh. 32, 288. nri 84. ■* ^ 8990
— npril 17, Konsünz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto'beaufträgi den dekan des dekanats in Rappei^il,
den Priester Johann Mollitot von Baden auf die St Katharinenpfründe der pfarrkirche zu Baden , welchb durch re-
signation des Johann Sattler (vgL 1411 not. 8) vakant geworden, einzuweisön; Dat Const 1423, 15. kaL inaii,
ind. 1.—Welti, Urk. Baden, s. 363 nach Or. Baden, Stadtarch.; auf dem bug rechts: Fridrietu; rückseits: twroi^tf.
Die prksentationsurkunde d. d. 1423 niärz 26 ebenda S. 362.» ' ■' ' • 8991
,— april 20. Hans Konräd von Bodman^, hadptmann des St Georgenschildes im Hegau, Marx von ^hellenberg,
hauptmann im Allgäu, und Heinrich Vogt- von ^poltz, entscheiden einen streit zwisphen bischof Otto einer- und
Ulrich und Konrad Payer, brüder, andrerseits ietr., gerechtsame m ijur ,siadt Arbon. Zinsti^ vor s. J^g des hl.
ritters 1423. — Kopb. 1766j llO.Karlsmhe (datum richtig?). . / • , . ! . ‘8992
— mal 5, Konstani* Bestätigt deh Johann. Fuchs als' abt. des' klostera Weißenau, .Welches durch resignation
des abtes Gerung vakant geworden war.. Dat et act in aula nostra episcopali [Const] 1423, die 5. men&f maü* —
Eingerückt in folgende nr. . , :: U . 1 . r 8993
— mai 9, Konstanz. Georg, bischof von Demetriäs'(Dimitrien.);hnd geheralyikaV in pontif. des bischofe Otto,
weiht in gegenwart der äbtö Friedrich 'von'Kempten und Johann von Petershaüsen außer den mäuerii von Konst
,, im Predigerkloster zu Konst den Johann Fuchs, erwählten und bestätigten abt dös klosters Weißenau [vgl. mai 5].
Acta sunt hec (1423, ind. 1 ., pontif. Martiili t!’.wi 6 .^ die vero Solls 9. lhenSi mhii).~Notariat 8 instr. de» Leohhard,
sohn des Leonhard ^hCnbenz; kleriker Kernst bistum8,'5fr.'.kj und des Konst: hofes. notar:. Stuttgart Staatsarch.
(Weißenau). j •8994
264 Otto IIL Ton Hachbergr» Bischof yon Konstanz. 142S.
1423 jimi 7, Konstanz. Bärgenneister und rat von’Konstanz nehmen die stadt Meersbivg. in schirm and bargrecht
auf, anter wabnmg der rechte des bischofs Otto and des hocbstifts. Geben an dem sibenden tag im brächot 1423.
— Or. Donaaeschingen. — Leathins Kopb. 4Ob.Meersbarg» Stadtarch. — aasa. 2^0Rh. 38, 64. — reg. ZGOBh.
NF. 2 m84 nr. 2. : • ' . 8G%
— jimi 15, Konstanz. Schreibt an bürgermeister and rat der stadt Freibarg: in einer angelegenheit, welche
das hochstift and die gesamte geistlichkeit angeht and wodarch alle herrschaften, st&dte and länder in. auserm
• bistam in mitleidenschaft gezogen werden, falls es nicht gelingt, sie za wenden, haben wir an alle gen. herren,
Städte and länder geschrieben and gebeten, za einem tag aof St. Ulrich [jali 4] in Konst, an erscheinen. Also bitten
— wir each, daß aach ihr eine botschaft daza sendet Geben ze Cost aa s. Yitz tag 1423.—Or. Freibarg, Stadtarch.
(Kirchensachen Varia). 8996
— jnnl 26* . Der weihbischof weiht die altäre in derspitalkapelle za Isny.erw. in 1425 febr. 8997
—. JaK 2, Konstanz. Der bffizial des Konst hofes-beaoftra^ den dekan and kämmerer des dekanata Blanbearen
and vor allem die kapläne and priester za Ulm, den gaardian and die brdder des Barfdßerklosters za Ulm 12 tage
' nach der veröffentUchong vor gericht nach Konst za laden gemäß balle des papstes Martin V. d. d. 1422 sept 25
‘ (Dat Rome 7. kal. oct, a. 5. »Conqaestoä est hobis«), worin dieser .den offizial beaaftragt, dem Ulrich GeOler,
• ständigen vikar an Ulm, gegen die Barfüßer, welche ihm die der slAndigen vikarie gehdrigon oblaUonen versagen,
recht za verschaffen. Dat Const 1423, 2. die mens, iolii, ind. 1.— 2 Or. Ulm, Stadtarch.; anter dem text: 8tiRs-
herg gratis. Rdckseits oben: Jo. Schür, Siegel des Offizials aafgedrückt Aasfahrangsvermerk: execatio facta pro-
xima.die sabati post festam Nativitatis Marie per me Laarenciam Berkman pablicam notariam presentibos honestis
viris videlicet d. Thoma Dienolt capellano Ulmen et mag. Hainrico Stotzinger sartori 1423 etc. 8998
^— jnll 6, Frankfart Erzbischof Konrad von Mainz erläßt an die bischdfe von Wärzbarg, Eichstädt and Konstanz
den befe^l, die bedränger des bischofs Anselm von Aagsbarg, nämUch Johann von Plinthain, Laarentios Conistorfer,
Gottfried Grieß and deren anhänger, welcho den Aagsbarger weihbischof Wilhelm geUmgen genommen and seiner
pontifikalien beranbt haben, za exkommanizieren and za verkünden, daß sie als exkommonizierte za meiden sind.
Dat Franckfordie.in octava bb. Petri et Paali 1423. — Kopb. 494, 74^ Karlsrahe (formel!). 8999
.— jnli 26, St Gallen. Heinrich IV., abt von St Gallen, bittet bischof Otto, den priester Lorenz Appenzeller, dem
er die Martinskapelle im siechenhaose, im sog.. Linsenbül außerhalb St Gallens übertragen habe, za investieren. In
. Sanctogallo, in crastiho s. Jacobi apost 1423. — reg. U-B. St Gallen 5, 354 nr. 3175. 9000
— JuU 81, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Ottos bestätigt mittelst transfix die bewidmang der St Jo¬
hannes-, apostel and evang., and Katharinenkapelle außerhalb der mauern za Überlingen durch bürg^ermeister and
rat daselbst d. d. 1423 juli 1. Marquard von Künigsegg, komtar der Mainau, welcher die kirche za Aufkirch samt
deren filial za Überlingen inkorporiert ist, gab seine zostimmang. Der stadt soll das präsentations-, dem komtar
das nominationsrecht des jeweiligen kaplans zostehen. Dat. Const 1423^ 2. kal. aug., ind. 1. — Or. Karlsruhe
. X (2/163); auf dem bog: Fridrkus. . 9001
— Juli 81, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt mittelst transflx die von bürgermeister
and rat za Überlingen d.d. 1423 jali 1 bewidmete St Ulrichskapelle außerhalb der mauern von Überlingen, welche
deren verfahren errichtet, aber noch nicht dotiert hatten. Marquard von Künigsegg, komtar der Mainaa,: gab dazu
seine zostimm'ang. Üat Const 1423, 2. kal. sag., ind. I. -:— Or. Karlsrahe.(2/163); auf dem bug: Fridrieus.
r, ■ ■ ■ • 9002
— ftllg* 2, Konstanz. Schreibt an den dekan des dekanats in Rapperswil: auf der letzten sjnode hat er unter
andern Verordnungen eingeschärft daß kein priester in znkanft irgend ein benefizinm, mit oder ohne seelsorge, ohne
die Investitur, die vom bischof oder dem generalvikar bearkandet sein müsse, versehen dürfe. Darauf hat der gen.
' dekan dio 4 kapläne der frühmesse, der St Maaritias-,'"dcff ^DfeikQnig- and der dpitalpfründe za Baden aafg^for-
dert, ihm die investiturbriefe vorzuzeigen. Et erscheint non vor dem bischof der rat der stadt und weist arkanden
vor, womach die Vorgänger auf dem bischofstahl zugestanden, daß die g^n.^4 kkjpläne auf einfache Präsentation
hin ohne die bischüfl. investitnr ihre pfründen versehen dürfen. Obwohl dies nicht rechtena.ist will er ihnen ans
gnade bis auf weiteres dies bewUUgen. Dat Const. 1423, die 2. mens, aug., ind. 1. — Welti, Urk. Baden s. 365
nach or. Baden, Stadtarch. ''' 9008
ailgr* 17* Vor dem hofrichter Rudolf von Sulz dem jpngem, der anstatt seines vatters grafen Hermann von Salz
za Botweil za gericht sitzt einigen sich ^bt Johann von Weingarten und Hans Tübings von Hagnaa in ihrem streite
aof den vikar des bischofs als Schiedsrichter. Geben an dem nechsten zinstag nach unser l frowen tag Assumptionis
, 1423. — Or. Karlsrahe (7/8). Ähnlicher.entscheid von* 1433 jaU 16 ebenda. 9004
— sept. 8, Stein a. Bh. Johann, abt von Stein a. Rh.,, präsentiert dem bischof Otto^ b^w. dessen generalvikar
auf die pfarrei Borg, welche durch tod des Heinrich Hainagstain vakant geworden, den priester Stephan Übelherr
Otto lll. von Hachberg, Bischof voii Konstanz. 1423. 265
ans der Stadt Ebingen (Onbingen). Dat. et act in mon.nostro feria 6. post Yerene virg. 1423, ind. 1.—Or. 8chaff-
banscn, ßtaatsarch. — reg. Urknndenregister des kantons Schaff bansen nr. 1707. 9005
148B sept. 4. Propst, dekan nnd cborbeiien des süftes Znrzach beurkunden, daß sie ?on Hans Latin, zu dieser
zeit Pfleger zn Eonst., vormals küster zn Znrzach, 39 goldgnlden empfangen haben, welche sie zur aufbes-
semng des kapla'ns des hl. Krenzaltars des Stiftes Znrzach anlegen sollen. Sie kaufen dafdr einen zehnten und ver¬
wenden ihn nach der bestimmnng des schenkgebers. Geben 1423, am nächsten sampstag vor dem gebftrtlichen tag
0 .1. frowen. — Or. Aaran, Staatsarch. (Znrzach 225). 9006
— sept. 26, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beurkundet Es besteht streit zwischen Hein*-
rich Scholzer, lentpiiester von HOngg» einer- nnd dem kloster Wettingen anderseits wegen der kongma des lent-
priesters. Der kl&ger legt eine klagschrift vor des Inhalts: Heinrich Scholzer hat durch vergönstignng des apost
Stuhles die ständige vikarie zu Höngg mit drei filialen erhalten, deren seelsorge er mit einem helfer aasübt Die
Pfarrkirche samt filialen ist dem kloster Wettingen inkorporiert; das kloster gibt ihm jedoch nach der alten taxe
eine so geringe kongma, daß er die auf der pfarrei lastenden pfiichten nicht erfüllen kOnne nnd für sich, seinen
■ helfer und seine familie nicht genug speise und trank habe. Er gehe dem alter entgegen, sehe aber kein mittel,
seiner armnt anfzuhelfen, da er seinen helfer genügend bezahlen müsse, weil solche schwer zu bekommen sind. Da
der generalvikar nicht zageben könne, daß die priester der diözese betteln gehen, besonders da die kirchherron [das
kloster] genügend einkunfte haben, um anständig (honestius) leben zu können, bittet er den generalvikar, ihm eine
größere kongma anweisen zu wollen, unbeschadet des eides, den er früher geschworen, daß er mit der kongma zu¬
frieden sein wolle. —> Darauf kam es vor dem generalvikar zu weiteren Verhandlungen, deren schlußsentenz lautet:
da für den ständigen vikar durch bischöfl. Verfügung eine bestimmte kongma ausgeworfen wurde und beide teile
darüber mch geeinigt haben und zudem das kloster nach vollzogener Investitur von der bischöfl. gerichtsbarkeit
exemt ist, weist der generalvikar die bittschrift des lentpriesters ab und vemrteilt ihn zur Zahlung der prozeßkosten.
Lecta et lata est hec sentontia Oonsi in iudicio 1423, ind. 1., pontif. Martini pape Y. a. 6., die 26. mens, sept.;
zeugen: Kikolaus Schott und Johann Lingg, notare des Konst hofes. — Notariatsinstr. des Ulrich Salzberg: Aarau,
Staatsarch. (Wettingen 966); auf dem bug: Sulzberg habebo 4 florenos; rückseits: Ruoß, — (godr.) Arch. Wet¬
tingen 275 nr. 16. — vgl. 1411 mai 19. ' 9007
— okt. 9, Konstanz. Bestätigt die Stiftung der Mattergottespfründe in der Pfarrkirche zu Wangen, welche
durch die stadt Wangen mit Zustimmung des abtes Heinrich von St Gallen als patron nnd des Johann Braßberg,
ständigen vikars zu Wangen, erfolgt war. Dat et. act Const in aula nostra episcopali 1423,9. mens, oct, ind. 1.—
reg. U-B. St Gallen 5, 359 nach or. Stadtarch. Wangen. 9008
— Okt 14. Schlichtet einen streit zwischen der stadt Baden und deren len^riester Büdger Spengler. Die stadt
verklagte den gen. leutpriester wegen schmähworten, die dieser gegen sie ausgestoßen. Der bischof erinnert sie
daran, daß es besser gewesen, sie hätten sich im frieden miteinander vertragen, statt das gericht anzumfen, nnd ver¬
pflichtet den leutpriester unter eid zu beschwören, daß er nicht anders wisse, als daß der schaltheiß, rat und die
ganz gemeinde zu Baden fromme ehrbare lente seien. An donrstag vor s. Gallen tag 1423. — Welti, ürk. Baden
8. 366 nach Or. Baden, Stadtarch. — reg. ASchweizGesch.* 2,94. 9009
— okt. 15, Konstanz. Yergleicht sich mit dem abt Johann nnd dem konvent von Si Blasien betr. der dem
kloster inkorporierten pfarreien dahin: sie sollen fortan bei jeder erledignng einer ihrer abtei inkorporierten Pfarr¬
kirche dem bischof oder dessen generalvikar in spir. geeignete vikare und zwar weltpriester, nur für die pfarrei
Kirchdorf einen ordens- oder weltpriester, vorschlagen und an stelle der ersten früchte jeweils 20 fl. rhein. dem
hochstift entrichten. Quartpfiichtige kirchen sind von der Zahlung der ersten früchte befreit, doch tragen alle kir-
chen bei zu den consolationes nnd bannalia, welche an den bischof bezw. archidiakon zu entrichten sind. Yon
diesem vertrage sind ausgenommen die dem kloster inkorporierten kirchen und zellen Berau (Berow), Schönau,
Tottnau, Todtmoos, Wittnau, Bürglen, Wittlekofen (Wislikoven), die St. Stephanskirche im kloster Si Blasien mit
ihren kapellen: Höchenschwand (Hächensw-), Bernau, Urberg, Menzenschwand nnd Schluchsee (Schlüchsew); hier
wahrt sich der bischof alle rechte für sich und seine nachfolger. Dai et act. Oonsi 1423, 15. die mens, oci, ind. 1.
— Or. Karlsruhe (St. Blasien). — Bevers des klosters d. d. 1423 oki 16 (Dai et aci Oonsi ipsa die b.Galli con-
fessoris 1423, ind. l): Or. Preiburg, Erzb. Arch. — Kopb. AA, 516; F, 6 ebenda. — Kopb. 602 Karisruhe.
9010
— okt. 15^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewid-
mung des Si leonhardsaltares in der pfEurrkirche Uberlingen durch Ursula Bessrer, witwe des Nikolaus Bessrer,
und Johann von Hendorf, bürger zu Uberlingen, d. d. 1423 sepi 28. Den altar hatten deren Vorfahren gestiftet,
aber nicht dotiert. Marqnard von E^Bigsegg, komtur der Mainau, gab dazu seine Zustimmung. Dai Oonst. 1423,
id. oci, ind. ]. — 2 Orr. Karlsruhe (2/163); auf dem bug: Fndricus, 9011
n gg f tea d«r Blacböfe toh KobiUhe. 111.
34
266 Otto m. Ton Hachboi^, Bischof yOn Konstanz. 142S—1424.
1423 okt. 19, Born. Papst Martin V. nimmt das kloster Marchtal in seinen schütz und bestätigt ihm den besitz
des hofes za Reatlingendori Dai Borne apnd s. Mariam maiorem 14. kaL no?.,a. 6. »Garn a nobis petitarc.—^^Or.
Stuttgart, Staatsarch. (Marchtal); unter dem bug links: oeto, taze Reyneru8(?). Jo.Symonis,; auf dembug rechts:
T,de Garisendia. Bdckseits oben links: prod,h8r.proih. ConüU; mitte: Müifichus(?); rechts ?; bei den schnüren:
P. Petra. 9012
— HOT. 13, Konstanz. Vor dem domkapitel erscheint Michael Haß, des Konst hofes notar und Sachwalter des
Heinrich Neithart, decr. dr., und bittet um Zulassung des Heinrich Neithart in kanonikat und pfrunde zu Konst,
welche durch tod des Konrad Elye, offizial des Konst hofes, vakant geworden, und zwar auf grund seiner früher
geschehenen aufnahme als domherr mit pfründenexspektanz. Das domkapitel eröffnet dem Sachwalter, daß er zuerst
Sicherheit stellen müsse für allen schaden, der dem domkapitel infolge dessen aufnahme als domherr erwachsen
würde. Der Sachwalter antwortet^ diese kautionsstellung sei jetzt nicht notwendig, da sie bereits bei der aufnahme
als domherr mit exspektanz geleistet worden sei; gleichwohl antwortet das domkapitel, daß er diese kaution bis
nächsten montag bringen solle, dann werde er über die Zulassung zur dompfründe näheren bescheid. erhalten. Que
acta sunt Consi (1423, ind. l., die vero sabbati 13. mens. nov.). — Notariatsinstr.'Ulm, Stadtarch. (Neithart).
9013
— nOT« 15, Konstanz. Überträgt dem priester Walter Isner die pfarrei Samen, welche durch nachlässigkeit des
Patrons so lange vakant war, daß die besetzung dem bischof zusteht und beauftragt seinen generalvikar in spir.
mit der einweisung und erteilung der cura. Dai Consi 1423, 17. kaL dec., ind. 1. — Or. Beromünster, Stiftsareh.
(fiisc. 3). — reg. Küchler, Chronik von Samen 6. 9014
' — dez. 3, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung einer meßpfründe auf dem Matter¬
gottes- und Dreikönigsaltar im Konst münster durch weil Ulrich Linsi, gemahl der Margaret von Schaffhausen,
und deren kinder Hammann, Konrad und Margaret aus der ehe mit Albert Kirchherr, büiger zu Konst, d. d. 1423
aug. 25, aasgeführt durch Walter von Münchwil, edelknecht, auf schloß Steinegg seßhaft in seinem und der Mar¬
garet von Schaff hausen, seiner verstorbenen frau, namen. Walter von Münchwil ist zugleich der brader dos gen.
Ulrich LinsL Einkünfte und verpfiichtungen des gen. kaplans sind im stiftungsbrief genau angegeben. Dat. et aei
Consi 1423, die 3. mens, dec., ind. 1. — Or. Karlsrahe (5 Konst Kirchendienste). 9015
— dez. 5. Br. Thomas, ep. Cesarien. und generalvikar in pontil des bischofs Otto, weiht einen altar in der ka-
pelle Wannental zu ehren der Dreikönige und erteilt 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Daiet aci 1423, dominica prox.
ante Nicolai, ind. 1. — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Kl. Beuron); Siegel gut erhalten. — vgl. FreibDiÖzesan-
arch. 16, 268. 9016
— dez. 20, Konstanz. Erteilt der kapelle auf der barg Tübingen mit dem oberen altar zu ehren der hll. Jo¬
hannes und Paulus und dem unteren altar zu ehren der hll. Barbara und Margareta an bestimmten tagen und Tor
allem für das beten des Engel des Herrn am morgen 40 tage ablaß. Dai et aci Consi' 1423, die 20. mens, dec.,
ind. 1. — Formelbuch Z, 112 Preiburg, Erzb. Arch. ‘9017
— dez. 21, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bo-
widmung des Si Jodoks- und Si Barbaraaltars in der Si Jodokkapelle zu PfuUendoff durch bürgermeister und rat
der Stadt Pfullendorf d. d. 1423 oki 15 (an s. Gallen abent). Abt Johann von Königsbronn und mag. Johann
Frecher, leutpriester zu Pfullendorf, hatten dazu ihre Zustimmung gegeben. Dai Consi 1423, 12. kal. iannarii, ind.
1. — Or. Pfullendorf, Pfarrarch.; auf dem bug: Fridricua .—- reg. ZGOBh. NF. 7 m41. 9018
— dez. 23, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Ewatipgen, den
priester Johann Eckard, welcher ihm von Heinrich Brümsi sonst Gebar, edelknechi präsentiert worden war, in die
pfarrei Lausheim einzuweisen. Die pfarrei ist infolge der resignation des Budolf Wagner erledigi Dai Consi 1423,
10 .kal.ianuarii,ind. 1.—Or.Karlsruhe (Si Blasien); auf dem bug: Bridricua. Bückseits Ruß und iuravit. 9019
1424 Jan. 13, Konstanz. Conrad Hofflich, domherr von Chur und Si Stephan in Konsi, subkoUektor der aposi
kammer für stadt und bistum Konsi, bescheinigt abt und konvent von Zwiefalten, für das jahr 1423.1 flor. (l flor.
Mobitan.) als zensus empfangen zu haben. Dai Consi die 13. mens, iannarii 1424, ind. 2. — Or. Papier mit auf-
gedrücktem Siegel: Stuttgari Staatsarch. (Zwiefalten). 9020
— Jan. 15, Rom. Papst Martin Y. beauftragt den abt des klosters Tennenbach, dom prior und den brüdera zum
hl. Kreuz in Kürnhalden (Curebach) Paulinerordens, deren einkünfte sich auf 300 Bh. fl. belaufen, die Pfarrkirche
zu Ottoschwanden, deren einkünfte 2 m. s. nicht übersteigen, zu inkorporieren. Prior und brüder hatten vorgetragan:
nach dem tode des letzten kirchherrn Eberhard hat sich wegen der geringen einkünfte der gen. pfarrei niemand
bereit gefunden, der die seelsorge übernommen hätte; äbtissin und konvent von Andlau übertragen deswegen das
patronatsrecht mit Zustimmung des Ordinarius dem gen. prior und brüdera. Dat. Rome apud s. Petrum 18. kaL febr.,
a. 7.—Or. Karlsruhe (25/29); oben: adcameram; unter dem bog links: taxe SO.^expedit. 14. kaLmartii anno
Otto in. Ton Hachbei^, Bischof von Konstanz. 1424. 267
9epiww JuBtinua; anf dem bog rechts: gratis. Jo. de Monteniartis jÜf. Rückseits R darin Ja.; beim bng links:
Aneelmue. Ja. de UgoUnis(?) 9021
1424 jmi. 19, Rom. Papst Martin V. beauftragt den kostos von St. Johann zo Konstanz, der dompropstei ton Konst,
die kirchen Ton Aach mit 18 m. s. und ton Güttingen mit 10 m. s. einkünften zu inkorporieren. Das patronats¬
recht über beide besitzt der dompropst Propst und kapitel hatten vorgetragen, daß die einkünfte der dompropstei,
welche nicht über 135 m. s. betragen, Ton denen der dompropst 53 m. s. j&hrlich den domherren und andern Per¬
sonen auszahlen muß, in anbetracht der durch kriegszeiten geschädigten güter nicht ausreichen, um die auf der
dompropstei ruhenden Verpflichtungen zu erfüllen. Dai Rome apud s. Petrum 14. kal. febr., a. 7. »Adeanosc.—Or.
Karlsruhe (5 Güttingen); oben: ad cameram; unter dem bug links: taxe 40. Expedit. 2. id, f^r. a9 eeptimo. Barth.; auf
dem bug rechts: R**‘ffrati8. R. Cossel. tu;. Rückseits R darin f, daran Franeiecue de AgeUo ; bei den schnüren: P. de Man-
idla(f); links — Kopb. 492 nr. 66 Karlsruhe. — Die ausführungsurkunde d. d. 1424 april 10 or. ebenda
und Kopb. 492 nr. 68. — 1424 febr. 24 quittiert der päpstl. thesaurar Antonius ep. Senen. den empfang von
50 kammergoldgulden für die ersten früchte der gen. kirche, welche Heinrich von Randegg, dompropst, durch Hein¬
rich Nithard, domherm von Augsburg, bezahlt hat Dat Rome 1424, ind. 2., die 24. mens. febr... — Or. Karls¬
ruhe (5 Aach); unter dem bug links: Antoniue eps. .... theef; rechts: fl. ü g. iüj; auf dem bug: 8. de Roteüa.
Rückseits: (ebenda Kopb. 492 nr. 67). — 1424 juni 2 resigniert vor Heinrich von Randeck, propst, Johann
Schürpfer, dekan, und den übrigen domherren Konrad Borg, kirchherr zu Aach, die gen. Pfarrkirche, laugen: Jo¬
hann Lüti, kaplan der Konst kirche, und Konrad Füg von Rottweil, Konst, bistums kleriker (Or. Karlsruhe 5 Aach).
— Konrad Burg erhält dafür eino jährliche pension von 26 Rh. fL aus den einkünften der Konst dompropstei: ein-
gerückt in den revers des Konrad Burg d. d. 1424 juni 6 (feria 3. post Ascensionem domini). (Or. ebenda und
Kopb. 492 nr. 69/7 o). — Die besitzergreifong von Güttingen, anf welche .priester Johann Bosch resigniert hatte,
erfolgte 1424 juni 25 (Or. ebenda und Kopb. 492 nr. 7l). 9022
— Sm. 19, Rom. Papst Martin Y. erteilt der stadt Ulm freiheit vom Interdikt, falls exkommunizierte sich nur
. vorübergehend darin auf halten. Dat Rome apud s. Petrum 14. kal febr., a. 7. »Honestis et humilibosc. — Or.
‘ Stuttgart, Staatsarch. (Ulm); unter dem bog links: 50 9 ; auf dem bug rechts: R^ gratis. Jo. de Nursia v. Rück¬
seits B darin f., daran Franciscus de Agdh; bei den schnüren: Ansehnua; links beim bug: Anaelmus. Pinardi.
9028
— Jan. 22, Konstanz. Verfügt mit einwilligung des dompropsts Heinrich, des domdekans Johann und des
domkapiteis, daß die domherren der gerichtsbarkeit des domdekans unterstehen; in fällen, welche äbsetzung oder
ewiges gefängnis nach sich ziehen, hat der bischof die Untersuchung zu führen; vor abschluß der Untersuchung
darf niemand gefangen gesetzt werden, es handle sich denn um ketzerei und majestätsverbrechen (crimen heresis
: et lese majestatis). Dat et act Const in aula nostre residentie 1424, die 22. mens, ianuarii, ind. 2. — Or. Karls-
mhe (5 Gen. 34). — Lib. constitut 149 Donaueschingen. 9024
— Jan. 25, Konstanz. Vermittelt in den Streitigkeiten, die zwischen ammann, räten und landleuten zu Appen¬
zell und Uli Schlipfer bestanden haben. Letzterer hatte die Appenzeller angeklagt, daß sie ihm sein väterliches
erbe und gut geraubt und ihn des landes verwiesen haben, die Appenzeller dagegen klagten, daß Uli Schlipfer
seinen eid und den frieden gebrochen. — Costentz, sant Pauls tag conversionis 1424. — aosz. U-B. St Gallen 5,
. 374 nr. 3201 nach or. Landesarch. Appenzell. 9025
— Jan. 28, Zürich. Lienhart Moschhart, propst zu Zürich und offizial von Konst, lehrer in geistl. rechten, schreibt
an Basel: er ist anf montag vor lichtmeß (jan. 3l) nach Basel geladen, wohl wegen der bezalilung einer geldschuld
. seines herm des markgrafen von Rütteln, die dieser seiner base zum Luft schuldig sei; er lehnt das erscheinen ab,
da er mit seiner base allein verhandeln will; sei es jedoch eine andere angelegenheit, so wolle er kommen. Scriptum
Thuregi feria 6. post Agnetem 1424. — Basel, Staatsarch. (Politisches A 211 nr. 335). 9026
— febr. 10, Rom, Papst Martin V. »£a que de bonisc-bulle für Schünenwerd. Dat Rome apud s. Petrum 4. id.
fahr., a. 7. — Or. Solothurn, Staatsarch. (Schönenwerd); auf dem bug rechts: pro R. Assiayn. Etosmus. Rückseits
links: pro d.h.. proTh. mitte: Hutnatel; rechts ...? bei den schnüren ... ? rechts: Ambrosius. 9027
~ febr. 11 , Rom. Papst Martin V. beauftragt den abt von Petershausen, dem kloster St Trudpert die veräußerten
guter zu verschaffen. Dat Rome apud s. Petrum 3. id. febr., a. 7. — Or. Karlsruhe (l5/10): auf dem bug: P. de
Casaeüs. Rückseits links oben: p. d. Her. proih. ConiUiff); mitten: W. Gosier; rechts ? Bei den siegelschnüren:
Busier; rechts: Ambrosius. — reg. ZGORh. 30, 388. 9028
— febr. 14. Rudolf Mütteli, bürger zu Ravensburg, quittiert üem bischof Otto für erhaltene 700 Rh. fl. von den
schuldigen 5600 fl. An s. Valentins tag 1424. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 96). — vgl. 1423 febr. 5. 9029
— febr. 17, Rom. Papst Martin V. an abt und konvent von St Blasien: er bestätigt dem kloster alle freiheiten
und ablässe, welche dem kloster und der St Blasiuskapelle in Hellingen, einer propstei von St Blasien, verliehen
84 *
268 Otto m. Ton Uachbei^, Bischof Ton Konstanz. 1424.
worden. Dat Borne apod s. Petrorn 13. kal. martii, a. 7 . »Com a nobist. — Gr. Karlsrahe (St Blasien); onter
dem bog links: fe. taxe 5. P. Petra, N. de Nucdla; anf dem bog rechts: i>ro N. de Genezano, P,de Wartimherg.
Bäckseits oben links: pro d, Her.proih, Coniüi, Mitte: B. Goder; rechts: Qner eine stelle ansradiert
mo
1424 märz Konstanz« Empfiehlt dem klerns in stadt and bistnm die almosensammler für das spital in Grü¬
ningen. Dat Const 1424, 1 . die mens, marcii, ind. 2 . — Or. Freibarg, Erzb. Arch. (Umschlag des Eopialbnches
Z). 90S1
— milrz Born. Papst Martin Y. erteilt für die baaliche wiederherstellang der Vitus- und Ägidiuskapelle zn
Eßlingen an bestimmten tagen 1 jahr 40 tage bezw. für die oktavtage 1 jahr ablaß. Dat Borne apud s. Petram
non. marcii, a. 7. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Eßlingen St); onter dem bog links: Mar. taxe 16. S. Gamerü;
T. Bateneoen; rechts: A. de Luechie.; anf dem bng rechts: pro N. de Malpiüna, B. de Puteo. Bückseits B darin
Ja. 90S2
— märz 23« Verleiht allen, welche zur erbanong der St. Nikolaosp&rrkirche in Überlingen almosen spenden,
40 tage bezw. 1 jahr ablaß. — erw. Ullersbeiger, Pfarrei und Münster Überlingen 28. — Beutlinger Kopb. Über¬
lingen 9, 200 . 9083
— märz 23^ Konstanz. Der offizial des Konst hofes benrknndet, daß vor ihm und in gegenwart des domdekans Johann
Schürpfer und des domherm Georg von Friedingen, der laie Johann Widmer von Tengen im namen seiner mutier
Verena and seiner Schwester Nesa näher bezeichnete güter geschenkt habe, welche nach dem tode der Stifter an den
St Nikolausaltar in der pfarrkirche zu Tengen zn einer meßstiftung gehören sollten. Das präsentationsrecht des je¬
weiligen kaplans soll dem herm der stadt Tengen zugehören, der einen taaglichen priester dem propst, dekan und
kapltel za Konstanz zu präsentieren hat. Die Verpflichtungen des kaplans sind angegeben. Testamentsvollstrecker
sollen sein: Georg von Friedingen, domherr zu Konst, and dessen bruder Budolf, edelknecht, and gen. bürger von
Tengen. Act Const 1424, ind. 2 ., pontif. Martini V. a. 7., die 23. mens. marciL.— Or. Karlsruhe (9/62). 9084
— märz 31, Konstanz. Der genendvikar in spir. bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmung eine^
altarpfründe zu ehren des hl. kreuzes, der hlL Johannes ev., Maria Magdalena, Katharina, Agnes, Barbara und Mar*
garet in der Muttergotteskapelle zu Tachenhausen, einem filial zi Nürtingen, durch Heinrich Bnmel und Heinrich
Benpel von Nürtingen, pfleger der gen. kapelle, d. d. 1424 febr. 5 (ipsa die Agathe). Budolf graf von Sulz, Johann
von Stadion ritter, Johann von Sachsenheim als gubemator des grafen von Württemberg gaben ihre Zustimmung.
Dat Const 1424, 2 . kal. apr., ind. 2 . — Or. Nürtingen, Hospitalpflege; auf dem bog: Pridrieue. 9086
— märz 81. Erlaubt dem schaltheiß, rat and der gemeinde von Kaiserstuhl, von jedem säum wein, der in der
stadt vom zapfen verschenkt oder verkauft wird, bb auf widerruf 6 maß wein als ungelt zu erheben. Domdekan
und domkapitel stimmen zu. Geben an dem nächsten frjtag vor dem sannentag als man singet in der hL kirchen
Letare ze mittervasten 1424.—Or. Kaiserstahl, Stadtarch. — Bevers des Schultheißen, rates and gemeinde zu Kaiser¬
stahl d. d. 1424 april 18 (Geben an dem nächsten zinstag nach dem hl. palmtag 1424): Or.Karbmhe (5 Kaiser¬
stahl). — Kopb. 501, 306” Karbrahe. — ausz. Kopb. 503, 705 ; 514, 362 Karlsruhe. —Bechtsquellen des kan-
tons Aigau 1,3 s. 35 nr. 22 . 9036
— april 28, Born. Papst Martin V. reserviert dem Heinrich von Mesikon ein benefizium mit oder ohne seelsorge,
das zur koUatur des kapitels Embrach gehört mit wirknng vom 29. jan. 1418 (4. kal. febr. a. l). Dat. Borne apud
s. Petram 4 . kal. maii, a. 7. — Or. Zürich, Staatsarch. (CIV 2 Embrach); unter dem bng links: gratis pro deo. Ju*
ra(vU). M. Pinardi. 9 expedit. xv.. H. iutii anno [eeptimo] Judinus; auf dem bug rechts: Gratis pro deo. Jo. de
MontemarUs. Bückseits. B darin pe; bei den schnüren: Jo. Bod(9). 9087
— mai 1, Schaffhausen. Hugo, abt des klosters Bheinau, präsentiert dem bischof bezw. dessen generalvikar auf
die St. Nikolaaspfarrkirche zu Bheinau, welche durch resignation des prieaters Konrad Bubly vakant geworden, den
Priester Nikolaus Dunstort Dai Schaffhuse 1424, kal. maii, ind« 2. — Welti, Urk. Baden s. 367 nach or. Baden,
Stadtarch.; rückseits: Steckborn. — reg. ASchweuGesch. 2 , 95. 9088
— mai 2. Die bewohner von Niederhallau bitten den bbchof Otto bezw. dessen generalvikar in spir. um bestä-
tigung der von ihnen gestifteten pfründe in der Si Mauritioskapelle zu Niederhallau; die stiftong soll der pfarr¬
kirche Neunkirch keinen eintrag tun; die Präsentation des kaplans, dessen Verhältnis zar pfarrkirche näher be¬
stimmt wird, soll das domkapitel haben. Abt Berthold von Schaff hausen gibt seine Zustimmung. Dat. et act. 1424,
2 . die mens, maii, ind. 2. — Gleichz. abschrift: Schaff hausen, Staatsarch. — reg. Urkundenregister des kantons
Schaff hausen nr. 1715. — erw. Bueger, Chron. Schaff hausen 1 , 468 anm. 2 . — Bächtold, Geschichte der pfarr-
pfründen im Kanton Schaffhausen 121 f. 9089
— mai 15« Ulrich Ehinger, stadtammann zu Konstanz, bekandot, daß Ulrich Schwartz von Konstanz, »gesessen
zue der Egge, und dessen bruder Konrad, der letztere durch seinen vater Jakoh Schwartz bevogtet, um 600 pfd
Otto III. Ton Hachberg, Bischof Ton Konstanz. 1424. 269
Konst, heller die Togiei dber den oberen und den niederen kelnhof za Alinea, leben des bocbstifts, and die ?ogiei
dber Bncb, ihr eigentam, an das domkapitel verkaaft haben. Als Vertreter des domkapitels sind pfaff Albrecht
Blarer, domherr, and Johann Lflii, »pfleger der korherren derselben stifftc, anwesend. Neben dem aassteller siegeln
Jakob Schwarz and Johann Bah, oheim des Ulrich Schwarz, der noch kein Siegel hat Qeben 1424» an dem nech-
sten montag nach s. Gangwolffs tag« — Kopb. Altnaa-Sammeri s. 285 Kantonsarch. Franenfeld. — vgl 1424 oki
12. » 9040
1424 mai 19, Boro. Papst. Martin Y. beanftragt den domdekan za Konst, der äbUssin and dem konvent des Ci-
sterzlenserinnenklosters Heiligkreoztal die von weil bischof Heinrich [1382 nov. 27 Begg. Consi 2 nr. 6678]
vorgenoromene Inkorporation der pfarrkirche za Binzwangen mit einem einkommen von 8 ro. s., w&hrend die des
klosters 80 m. s. betragen, za bestätigen. Im kloster lebten ehemals 125 Schwestern. Dat Borne apnd 8 s.apostolo 8
14. kal. innii, a. 7. »Sacre religionist. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Heiligkreazt.); anter dem bag links: 30 9 ;
aaf dem bog rwhts: gratis. Diethelmus iij; rückseits R darin «/.; bei den schnüren :pro B. de Piä, R. de
Bassie; links beim bnjg: B. de Piet. Ä, de Damiano ?— 1424 okt 4 bestellen Agnes von Hornstein, äbtissin and
der konvent von H. als Sachwalter Konrad Schmid, dekan des dekanats Bachaa, Jakob Pistor, kirchherm za Bied-
lingen, and Johann Wissen, kaplan der Konst kirche, am die balle dem Johann Schürpfer, domdekan, zar aos-
führang za üborreichen. — Die eröffnnng der bulle an den bischof and die beteiligten erfolgte 1424 nov. 3» ver-
Offentlichnng auf der kanzel za Binzwangen d.d. 1424 nov. 30 durch Heinrich Fachs, ständigen vikar der pfarrkirche
za Andelfingen und kammerer des kapitels Biedlingen; schloßaasführong durch Johann Schürpfer 1425 mai 4.
(Orr. ebenda). — vgl. 1389 nov. 7. 9041
— mai 26, Pom. Johannes de Palena, decr. dr., päpstl kaplan und auditor, teilt dem bischof von Konst mit
daO die Streitsache des Johann Arnold von Waelhoven gegen Ulrich and Jodokns Gefiler, beide kleriker, in betreff
der Ulmer pfarrkirche beim apost stähle anhängig sei Dat. et act Borne. •. 1424, ind. 2 ., die vero veneris 26. mens,
mai etc. — Or. Ulm, Stadtarch. — reg. Bazing-Yeesenmejer nr. 116. — vgl 1424 joli 11 . 9042
— mai 29, Zürich. Johann von Tengen, graf za Nellenburg, Friedrich Ogli, priester und Chorherr der propstei
Zürich, als prokurator des Johann Thamen, Budolf Meiß, Hans Meiß, Kcnrad Meyer von Knonau, Hans Hagnauer
d. ä. und d. j., bürger za Zürich, präsentieren dem Hans Lüti, dekan and Verweser des bistums in geistl
und weltlichen dingen, auf die Laarentiaspfarrkirche za Bülach, weldie durch jesignation des Hans Mevß,
Chorherr der propstei Zürich, erledigt ist den priester Konrad Wanner. Geben zu Zürich 1424, an 29. tag qes
majea — Or. Zürich, Staatsarch. (C UI 6 ). 904S
— Juni 1, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfix die stiftang und bewidmong einer stän¬
digen kaplanei auf den altar der hll. Agnes, Agatha, 11 000 jongfranen, Sebastian and Paulos ap. auf der rechten
Seite der Stiftskirche zu Sind eifingen durch priester Eberhard von Sindelfingen, Chorherr daselbst, d.d. 1424 mai 27
( 6 . kal. innii), investiert nach dem willen des Stifters den priester Johann Bürr von Bemegg und beauftragt den
propst von ^delfingen mit dessen einweisong. Dat Consi 1424, kal. innii, ind. 2 . — Or. Stattgaii, Staatsarch.
(Sindelfingen); auf dem bog: Fridricus; rückseits oben: Lu, Nithart, 90^
— Juni 24, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beauftragt den dekan in Bavensbarg, den priester
Marqoard Büchel in die Johannes-Evangelistenpfründe der pfarrkirche za Bavensbarg, welche Anna Loibin ge¬
stiftet hat and bei welcher der abt von Weissenan das präsentationsrecht aasübt, einzaweisen. Dat Consi 1424,
8 . kal. iolii, ind. 2 . — Or. Bavensbarg, Stadtarch. (fase. 1964). Siegel, gut erhalten, ans rotem wachs, sitzender
bischof, Umschrift aofgelüst lautet: vicarios in spiritoalibas generalis domini Ottoius episcopi Constantiensis. Aaf
dem umbog rechts: Fridricus. Bückseits oben: NUhart, 9045
— Juli 2, Leatkirch. Br. Thomas, bischof von Cäsarea und weihbischof des bischofs Otto, erteilt dem neu errich¬
teten und za ehren des hl. Geistes, Peter and Pani Barbara osw. geweihten spital za Leatkirch 40 tage ablafi.
Dai in Lntkirch 1424, 2 . die mens, iolii, ind. 2 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Leatkirch). 9046
— Juli 6 . Die eidgenössischen boten von Zürich, Bern, Luzern nsw. beschließen der bitte des bischofs Otto za
entsprechen and einen andern tag der hohen gerichte zu Kaiserstahl, Klingnaa and anderer Sachen wegen, worüber
mit ihm verhandelt werden müßte, anzosetzen, da der bischof durch krankheit gegenwärtig an geschäften
verhindert sei Man werde ihm den tag später wissen lassen. — EidgemAbschiede 2 , 37. — vgl 1417 febr. 26.
9047
— Juli 25, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beauftragt den dekan von St. Gallen, den ihm
vom abte von Si Gallen d. d. 1424 jnli 1 präsentierten priester Petras Jännini von Lenk aus der diözese SittOn,
in die pfarrkirche zu Umäsch, welche durch resignation des Johann Schorantz erledigt ist, einzaweisen. Dai Const.
8 . kal. aog. 1424, ind. 2 . — Or. Appenzell Landesarch.; auf dem bog: Fridricus; rückseits oben: NUhart, dann
htravü, — reg. U-B. Si Gallen 5, 386 nr. 3227. — ZeÜweger, U-B. Appenzell 1 , 2,629 nr. 343. 9048
270. Otto in. ton Haehfoerg, Bischof ton Konstanz. 1424.
1424. ang. 28^ Konstanz:. Der gebdralviker. in s|)ir. bestätigt mittelst transfix die stiftang and bewidmnng der pfrflllde
auf dem dtar zwischen der nebentfire and dem allerseelenaltar za ehren der Mattergottes, als sie za himmel fahr.
St Peter, Johannes d. ev.. St Stephan and Blasios asw. in der pfarrkirche za Biberach darch Katharina, witwe des
Peter Klock, borgerin za Biberacb, d. d. 1419 not. 11 and der testamentsYollstreckor d.d. 1423 dez. 14. Leonhard
. Tmchsäß, ständiger yikar der pfarrkirche za Biberach, gab d. d. 1423 aag. 17 seine zastimmong. Dat Const 1424,
5.käL septy iod. 2. — Or. Biberach, Kirchenpflege; aaf dem bog: Fridricus; räckseits: Nithari, t 9D49
— okt. 12.. Nimmt ton Ulrich and Konrad Schwarz, sOhne des Jakob Schwarz, die vog^i za Altnao, hischdfl'.
lehen; anf and ei^et sie in anbetracht der empfangenen dienste dem domkapitel, das sie ton den froheren lehens-
tr&gem samt der vogtei Büch erkaaft hat Geben af den domstag vor s. Gallen tag 1424. — Or. Fraaenfeld, Kan-
tonsarch. (Meersbarg).. — Kopb. Altnaa-Sammeri s. 297 Kantonsarch. Fraaenfeld. — Der verkaof.war am 15. mai
Tollzogen worden, ebenda s. 285. 9050
— okt. 16, Konstanz. Der generalükar in spir. des bischofr Otto beauftragt den dekan des dekanats St GaUen,
den Priester Ulrich Zepf in die frfihmeBpfrfinde der St Johanneskapelle m Arbon einzaweisen. Die pfrfinde, bei dar
ammann and rat von Arbon das piäsentationsrecht haben, war darch freie resignation des Johann Bfirkler erledigt
Dat C!onst 1424, 17. käl. noT., ind. 2.— Or. Bfiigerarch. Arbon (nr. 29). Aaf dem ombog: Fridf-ieus; rückseits
oben rechts: iwrat^. 9051
—• HOT. 8, Konstanz. Der offizial des Konst hofes teilt allen leutpriestero des bistnms mit, daß sie die scholdner
des Ulrich Geßler, einst lentpriester zu Ulm, zar zahlong innerhalb 9 tagen anhalten sollten. Dat. Const 1424,
8. die mens. noY., ind. 2; daranter: SulUberger. — Or.Ulm, Stadtarch; rückseits sparen des aafgedrückten Siegels.
Vermerke: amonitas est Uelinas Gwantschnider dominica ante Georii martiris. Amonitus est mag. Johannes Car-
pentarius de Bokkenbarg feria 2. Fenthecostes a^ 25 per me Jobannem Fiydel presente Ladwico Gässler ciYis Ul¬
men. ; weiter: ad altimam diem mäii in eodem et interim ad fäciendam racionem. Dat altima dieaprilis. Item reos
const. Mich, ad agendam et ad confitendam. 9052
— nOT. 9,. Konstanz. . Eibittet sich von borgermeister and rat der stadt Freibarg L B. ihren aizt meister Paale,
auf st Katharinentag, am ihn in seiner krankheit za konsultieren. Die stelle lautet: „wir sint etweyil zittel
nit Yast gesant gewesen and sind hat bi tag nit wol starck, and bcgint sich unser siech tag sweren and meren, das
wir wol wiser artzet rätt bedorftent*^ Dat Costentz an donerstag Yor Othmari a. [14]24. — Or. Pap. Stadtarch.
Freibarg L Br. (Urk. der Stadt nr. KL/l). — erw. Allemannia NF. 6, 109. 905S
— nOT. 10. Beglaubigt die balle Martins V. d. d. 1424 jan. 7 (Dat. Borne apad s. Petram 7. id. ianoarii, a. 7.)»
worin dieser den domdekan Yon: Würzbarg beauftragt, die Streitsache des Konrad Yon Weinsberg gegen die stadt
Weinsbeig zu untersuchen. — erw. WürttVjh. 1884, 230. 9054
— nOT. 17, Konstanz. Schreibt an alle kirchherren und Seelsorger im bistom: auf bitten der Minoriten, läßt er
diejenigen, welche Yon ihrem proTinzial beordert sind und dem bischof von br. Johann Scheller, kastos am See, prä¬
sentiert werden,* znm beichthOren zu, mit Yorbehält der dem bischof reserYierten fälle, ebenso zum predigen; er be¬
fiehlt den adressaten, die so approbierten Minoriten gütig aofzunehmen, unterstellt die Schwestern Yom 3. orden
des hl. Franziskas aufs neue der leitong derselben and gibt den brüdem die Yollmacht, den ihren predigten an¬
wohnenden 40 tage ablass za erteilen. Dai et act. Const in aola nostra episcopali 1424, 17. mens. no?.,. ind. 2.
— Or. München, Beichsarch. (Lindau, Stadt). — 2 Orr. Staatsarch Luzern (Franzisk. lY, 25). 9055
— BOT. 17, Konstaoz. Erklärt auf bitten des abtes Heinrich von Ochsenhaasen die Pfarrkirchen za Kronwinkel
(Krawinkell) and Sophienhof (Och) im dekanat Tntenhain als annez der pfarrkirche za Thannheim and inkorporiert
sie der letzteren. Dai et act Const in aola nostra episcopali 1424, 15. kaL dec., ind. 2. — reg. Württ Pfleger-
. berichte Stuttgart nach on Schloß Thannheim. — erw. FreibDiüzesanarch. 5,63.. 9056
— BOT« 21, Born. Papst Martin V. bestätigt dem klöster Bheihaa alle freiheiten. Dat Borne apad ss. apostolos
n: kal. dec„ a. 8. »Com a nobis petitur«. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 17 nr. 144); unter dem bug links:
No, taze 3. Ja. de UgoUtde. Ä,.de CampogoU; auf dem bag rechts: (?. de Imela. Bückseits oben links: pro .....
mitte: HutnateU ; rechts:....?; bei den schnüren: ....?; quer: Binow confimuUio! 9057
— dez. 18, KoBStaBZ. Urkundet: er ist seit einiger zeit schwach and gebrechlich gewesen and noch nicht
YÜllig hergestellt, so daß er den geistlichen and weltlichen angelegenheiten nicht genug aafinerksamkeit schenken
künne and darum ihm, dem bistum and dem kleras »aliqae gravos novitates et emergenciac zugestoßen sind;
auch scheine ihm, daß er^ mit größerer Schuldenlast, als ihm gut dünke, belastet sei oder Yon seinen Yorgängem
belastet wurde. Um deswegen der abnahme der bistumsgüter aafzohelfen, hat er dem dekan and dem domkapitel
die läge YOrgetrageu und inständig gebeten, ihm and dem bistum beizastehen; er wolle gerne aaf alles eingehcn,
was sie für eine gute Yerwaltaag des biatams für notwendig hielten, and es wenigstens eine zeit lang versachen;
vielleicht gibt Gott in der Zwischenzeit ihm wieder, kraft, dass er selbst die Verwaltung wieder besorgen könne. Das
Otto UI. .von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1424. 271
domkapitel erklärte sieb daza bereit, falls die abmaebnngen genau fixiert würden and sie keinen schaden an den dom-
• kapitelsgfitem erleiden dürften, da seit jeber die domkapitelsgüter mit denen des bistums nie vermengt worden. Er
. übergibt deswegen, am dem bistam aufzabelfen, mit ^ostimmang seines vaters, des 'markgrafen Rudolf' von Hacb-
berg, und seines obeims, des markgrafen Bernhard von Niederbaden, dem domkapitel alle gewalt und allen besitz
. (potestatem et possessionem), welche er bisher im bistam gehabt bat, sei es geistliche oder weltliche. Die leben
(feoda) dagegen behält er sich vor, sonst nichts, so daß die festen, Städte, zinsen und alle anderen einkünfte, geist-
. Hebe wie weltliche, kommen sie aus dem Siegel des Konst, bofes oder aus den ersten fruchten, aus den consolationen
oder .61 iudicatis succcssionibus, aus wein, getreide, steuern, servitien oder anderen einkänften, ansgenommen allein
die verleibung der leben wie oben erwähnt, und zwar auf zehn jabre von der ansstellung des briefes gerechnet
Wen.das domkapitel mit der Stellvertreterschaft beauftragt, der soll alljährlich aber einnabmen und ausgabon reeben-
schaft ablegon. Der bisebof kann dabei persdnlich oder durch boten vertreten sein. Außerdem sollen sie jedes jabr
zuerst die zinsen bezahlen, zu deren Zahlung der bischof und das bistam verpflichtet ist; dann dem bisebof 2000 U
heller jährlich ausfolgen laut des darüber vom domkapitel ansgestellten briefes, der rest soll zur Zahlung der schulden
verwendet werden. Wenn sie um eine billigere summe geld aufiiehmen künnen, sollen sie die zinsbriefe einlüsen
und aaswechseln, der bischof soll all dies mit seinem Siegel besiegeln. Der insiegler und alle anderen beamten und
einnehmer der einkünfte oder Sachwalter sollen dem vom domkapitel bestellten Stellvertreter des < bistums schwüren
und ihm allein die einkünfte ausfolgen mit ausnahme des insieglers und der einnehmer der ersten früchte, welche
ihre einnabmen zuerst denen ausfolgen sollen, denen diese einkünfte urkundHch ven>fändet sind. Die.vügte der
bargen sollen dem domkapitel schwüren. Das domkapitel kann andere bischüfliche beamte ernennen und die bis-
tumsgüter verpfänden, wenn es notwendig würde. Der bischof selbst soll keine schulden machen oder güter ver¬
pfänden, von den einkünften des bistums nichts für sich einnehmen, das Siegel soll er nur brauchen mit Zustimmung
des kapitels und, wenn krieg oder Unglückszeiten kämen, bei der Verabfolgung der ihm zngesicherten summe geduld
haben. Die briefe, in welchen er dem domkapitel venprochen hat, nur mit Zustimmung des domkapitels das bistam
abzutreten, sollen ihre geltung behalten; sollte er innerhalb der 10 jabre sterben oder vom papst auf ein anderes
bistam transferiert werden, so sollen die vügte dem domkapitel schwüren, bis ein neuer bischof kommt Diese ab-
machung beschwürt der bischof. Nach umlauf der . 10 jabre kann er wieder in den vollen besitz und in die gewalt
des bistums treten wie vorher, die abrechnung soll er jedoch zuvor anerkennen. Mit dem bischof siegeln :.Hammann
• von Beinach, ritter Heinrich von Bandegg, Johann von Homburg d.ä., Hermann von Landenberg gen.Schüch. .Dat.
Const. in die s. Lucie ante natale domini 1424. — Kopb. Y s. 279 (entwurQ Konstanz, Stadtarch. — erw. Rapport,
Konst. Chroniken 274 anm. — Die resignation des bischofs berichten von den Chronisten: das Chronicon Cdnstan-
tiense (bei Hone, QnellenSaniinlang 1,335); Dächer (bei Ruppeft, Konst. Chroniken 125); Christoph Schultheiß,
Bistumschronik (FreibDiüzesanarch. 8, 55); Gregor Mangolt und ReutUngers Kollektaneen 1,129-131 Überlingen
(ZGORh. 34, 47). Alle ram jahre 1423'(ohne monatsdatum).-r-Noch zweimal berichtet^Christoph Schultheiß
* von der resignation in seinen Kollektaneen. Das erstemal (l, 97^) übereinstimmend mit Dächer, nur mit dem datum:
»anno 1423 oder 1426«; das zweitemal (l, 184^) mit dem datum: »1424 im decemW dis jahr« von krankheit
* wegen. Hier lag ihm die urkunde vor. Auf die Kollektaneen verweist er auch in- seiner chronik (FreibDiüzesanarch.
8,55).—Klaus Schultheiß (Rapper^ Chroniken 274) hat das jahr 1428.—Über die aufhebung dieser resignation
vgl. zu 1427 april 25; jüH 14. vgL 1424 mai 29, juli 5, nov. 9. dez. 20, dez. 24i 142:7 juli 14. ^ 9058
! l424 dez. 14^ Konstant Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und
. bewidmung der St Sebastian- und 1000 mäityrerpfründe in der Pfarrkirche zu Blaubeuren, welche Johann graf zu
.Helfenstein und die bürgerschäft von Blaubeuren mit Zustimmung des abtes Heinrich von Blaubeuren und des dor¬
tigen kirchberm Konrad Wagner d. d. 1424 okt 17 (zinstag nach GalH) gestiftet haben. Dat Const 1424, 19.
käl. ianuarii, ind. 2. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Blaubeuren (G.Y.); auf dem bug: Fridricus;.mcksnis oben:
* Nithart, . 0059
dez. 19^ Konstanz.. Eignet der bruderschaft im dorne die zehnten .zu Ittenhausen (Hüttenhusen) und Bunk¬
hofen, leben des bistums, welche Anna von Hof, Konrads sei frau, durch .ihren , vogt Konrad Mangold, bürger zu
Konst, der gen. bruderschaft übergeben hat GeWzu Cost an cinstag vor s. Thomas tag 1424;—^Or. Karlsruhe
(5 Bunkhofen). , . 9060
• —. dez. 20. .. Beurkundet: er. hat dem domdekan. und domkapitel das verfügungsrecht über das bistam und dessen
' zinse, früchte und einkünfte auf 10 jahre übergehen, laut dem darüber ausgestellten hauptbrief [vgl. dez. 13]. Es
, ..ist meinungsverschiedeaheit darüber entstanden, wie lange nach umlauf der 10. jahre. der vertrag gelten solle. Der
bischof überließ die bestimmung darüber dem mag. Johann Schürpfer,. domdekan, Albrecht.Blarer und JohanaLüti,
. domherren. Diese 3 .bestimmten, daß der vertrag noch weitere 5 jahre gelten solle. Der l»ischof verspricht sich
daran zu halten und weder Städte, festen, zinse, früchte, einkünfte noch leute innerhalb von 15 jahren an sich zu
f; tiehen. Vügte und beamte, Sachwalter und imbursatoren sollen dem domkapitel gehorsam sein, bis der bischof außer-
272 Otto tu. Too Hachbei^, Bischof von Konstanz. 1424—1^5.
dem 2000 ft heller Konst dem domkapitel übergeben hat, welche dieses zur zahlang der notwendigsten bistnma-
schulden verwenden soll Wenn dies alles geschehen nnd die 2000 heller auf angegebene weise hinterlegt sind,
kann der bischof die herrschaft wieder an sich ziehen. Dat in vigilia s.Thome ante natalia domini 1424.—Eopb.
Y ’S. 269 Konstanz, Stadtarch. (entwnrf). 9061
1424 dez. 23^ Konstanz. Der generalrikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats in Dagers-
heim (Tagershain), den priester Johann B&chlin von Darmsheim in die pfründe des Mntterg^ttesaltars in der Matter¬
gotteskapelle, einem filial znr pfarrkirche Altdorf, welche darch privacio des [priesters] Nikolaus Altdorf von Mü-
chingen vakant ist, einzuweisen. Abt Heinrich von Bebenhausen hatte denselben d. d. 1423 dez. 13 (in die b.
Lncie virg. 1423) präsentiert (In der präsentationsurkunde wird die vakatur als ,libera resignacio* bezeichnet, im
investiturbrief dagegen als ,privacio per nos iuridice facta*). Dat Const 1424, 10. kal. ianuarii, ind. 2. — Or.
Stuttgart, Staatsarch. (Bebenhausen); auf dem bug: Fridriew; rückseits NUhart und iuravU, 9062
— dez. 24. Domdekan und domkapitel bekunden, daß ihnen bischof Otto, durch kdrperschwäche und krankheit
gehindert, seinen geistlichen und weltlichen geschäften vorzustehen, die ganze herrschaft des hochstifts samt allen
einkünften laut eines darüber aasgestellton Chirographs auf 10 jahre überwiesen hat [vgl. 1424 dez. 13]. Dafür
weisen sie ihm folgende jährlichen bezüge an: 200 scheffel weizen an die brücke des ufers der stadt Konstanz zu
liefern, 20 fader weißen oder roten weines und zwar je 5 fuder aus Meersburg und BCarkdorf, den rest mit 10 fader
zehntwein, 370 heller in gold und siber, in Konstanz zahlbar. Sollte an dem gesamtwert etwas fehlen, so kann
es Otto durch anleihen bei juden und Christen auf kosten des domkapitels sich verschaffen. Bürgen: Heinrich von
Bandeck, dompropst, Johann Schürpfer, domdekan, die domherren Ulrich Truchseß von Diessenhofen, Albrecht
Blarrer, Johann von Bast, mag. Diethelm Leman. Dat. in vigilia nativ. Christi 1424.—Kopb. T s. 275 Konstanz,
Stadtarch. — Lateinische Übersetzung eingerückt in 1427 juli 31. Der ofüzial läßt auf ansuchen des Johann Lüti,
knstos und domherm, als des Vertreters des bischofe Otto und des domkapitels, die deutsche Urschrift der urkunde
durch Heinrich Hemeiiin, mag. art. und lic. in decr., anwalt, und Ulrich Sultzberg, notar (n. collateralis) des Kon-
stanzer hofes, ins lateinische übertragen. Dat et act in ambitu eccl. Const nobis inibi in loco nostro solito, ubi
iura reddi consueverunt, pro tribunali sedentibus 1427, ind. 5., die jovis ult mens.ialii; mit zeugen. — Notariats-
instrument des Wigand Creyner, dr., Karlsruhe (5 Qen. 23). Out erhaltenes siege! des offizials: bmstbUd eines
bischofs mit stab nnd erhobener rechten; Umschrift: S.officialatus curieConstanciencis. — vgl. die bemerkungen zu
den Chroniken in 1424 dez. 13. 9068
1425. »läes sich bischoff Ott von dem abt zu s. Gallen überreden, das er die von Appenzell in den bann tat darus
vil krieg nnd todschlag entstanden ist tuid ward interdict gehalten herab bis gen Münsterlingenc. — Schnlth^
Bistumschronik (FreibDiOzesanarch. 8, 55). 9064
— Jan« 10, Konstanz. Domdekan und domkapitel versprechen dem vogt, schaltheiß, rat und der gemeinde zu
Tiengen die'aufrechterhaltung ihrer hergebrachten freiheiten, nachdem ihnen bischof Otto seine sämtlichen hoheits¬
rechte in jener stadt auf 10 jahre überlassen hat (vgL 1424 dez. 13). Geben zo Costan mitwuchen vor s. Hjlarien
tag 1425. — Or. Tiengen, Stadtarch. — ausz. ZGOBh. 13 (l86l), 378. — reg. ZGOBh. NF, 2 (1887), ml 17.
9066
— Jan. 16, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfiz die Stiftung und bewidmung einer
meßpfründe in der Si Leonhardskapelle zu Schorndorf durch die gemeindo daselbst d. d. 1424 aug. 9 (vigilia s*
Laurentii). Die pßeger der grafen Ludwig und Ulrich von Württemberg sowie Yolkard von Scheching^en, kirchherr
zu Schorndorf, hatten ihre Zustimmung gegeben. Dai Consi 1425, 17. kal. febr., ind. 3. — Or. Stuttgart, Staats¬
arch. (Schorndorf G.Y.); auf dem bug: Fridricus; rückseits oben: NUhart, 9066
— jan. 18^ Konstanz. Bischof Otto und dekan nnd kapitel des stifts zu Konstanz besUitigen die freiheiten der
stadt Markdorf, nachdem der bischof dem dekan und kapitel für die nächsten 10 Jahre »alle gewaltsame gaistlich
und weltlich an luten nnd gütem bevolhen und zu handen gesetzte und die stadt Markdorf deshalb dem dekan und
kapitel auf die nächsten 10 jahre »gelopt geswom nnd gehuldetc hat. — reg. ZGOBh. NF. 3 m33. — erw. Wetzel
Markdorf s. 30. — vgl 1427 sept. 29. 9067
— Jan. 24^ Zofingen. Johann Stephani, Chorherr der abtei Zürich und kollektor der dem bischof von dom Uems
im Aigau zu zahlenden konsolationen, beurkundet von dem stifte Zofingen als konsolationen des jahres 1424
30 Bh. fl. erhalten au haben« In oppido Zofingen 1425, ipsa die Thimotei apost, ind. 3. — Or. Aarau, Staatsarch.
(Zofingen 302). 9068
•— Jan« 26« Johann von Bingingen propst, Albrecht prior nnd das kapitel zu Denkendorf urkunden: sie haben
Späne gehabt mit Wilhelm von Tierberg, kirchherm zu Metzingen, dekan, Berthold Gebütel, pfarrer zu Tettingen,
kammerer, und dem kapitel Urach wegen der pfarrkirchen zu Aich (Ech) and Bempflingen, die dem gotteshans ge-
hßren und entgegen päpstL Verfügungen mit kontribution belegt wurden mit Zustimmung des bischofs Otto bezw.
dessen generalvikars. Sie haben nach Born appelliert und ein Inhibitorium erlangt gegen bischof und generalvikar;
Otto III. von Hachbei^, Bischof Ton Konstanz. 1425. 27B
kommen nun aber gütlich auf widerraf mit ihnen überein: sie sollen von den pfarrem der gen. kirchen erhalten
alle »iura episcopalia d. i. bannales und consolacionesc nnd zwar von der Pfarrkirche Bempflingen 1 tf 7 ach. heller
und von Aich 15 sch. heller nnd auch alle petitiones. Den pfarrern soll anf ostem mitgeteilt werden »das sacra-
ment und die karten von aller peticionen wegen«, wie den andern kapitelsbrüdern; den pfarrern sollen sie nur dann
etwas gebieten and verbieten können, wenn die pfarreien mit weltpriestem besetzt sind. Der pfarrer za Bempflingen
soll jährlich dem kapitol Urach 30 heller, der za Aich 18 heller entrichten and sonst aller aaflagen ledig sein.
Geben an s. Pals tag alz er bekert ward 1425. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Denkendorf). 9069
1425 Jan. 27, St. Gallen. Heinrich lY., abt von St Gallen, bittet den bischof bezw. dessen generalvikar, den piiesier
Badolf Stigleder, mag. der freien künste, in die pfarrkirche za Ganterswil, die darch tod des Johann Keller erledigt
ist, einznweisen.'ln Santogallo sabbato post diem conversionis sancti Paali 1425. — reg. U-B. St. Gallen 5,402
nr. 3263. 9070
— Jan. 29. Bürgermeister and rat von Überlingen sprechen vor den persönlich anwesenden domherm Albrecht
Blarer and Johann von Bast, als den Vertretern des domkapitels, and Ulrich Schilter and anderen als einer botschaft
von bürgermeister and rat von Konstanz recht in dem streite über die Stellung derjenigen lente, die auf dem Bühlhof
za Altnaa sitzen. Geben an montag vor ans. 1. frowen tag parif. 1425. — Kopb. Altnaa-Sammeri s. 807, Kantons-
arch. Fraaenfeld. — ZGOBh. 7 , 323 nr. 18. 9071
— fabr., Konstanz« Erteilt der spitalkapelle za Isnj, deren altäre durch den weihbischof 1424 jani'26 geweiht
worden sind, 40 tage ablafl und verlegt das weibefest von Sonntag vor s. Gallas auf sonntag nach Peter and PaaL
Dai et aci Uonst. 1425, die [ohne tag] mens, febr., ind. 3. — Formelbach Z, 114 Freiborg, Erzb. Arch. 9072
— febr« 6, Zürich. Herr Blarer, Herrmann von Beinach, Johann Lüti, der vogt von Kaiserstahl and Ulrich Blarer
bitten in betreff der Verhältnisse zwischen dem bischof and den eidgenossen wegen der hohen gerichte za Kaiserstahl
am aofschab and erlänterang, was den hohen gerichten zogehOre. Man hat ihnen za ehren den aafschab gegeben
bis pflngsten (mai 27), so daß sie auf diese zeit ihre boten bei den eidgenossen haben sollten, am die sache zom
aastrag za bringen. — Eidgen.Abschiede 2, 45h. — vgl. 1424 jali 5 . 9073
— febr« 17, Konstanz« Inkorporiert der pfarrkirche St. Jakob auf dem hl berg außerhalb der maaem Winter¬
thurs und den dortigen pfründen vor allem der mit geringen einkünften aasgestatteten 8 t. Martinspfründe die
St. Georgskapelle des anssätzigenhaoses bei Winterthar, deren patronat dem edelknecht Hartmann Happler zastand
and deren pfründe Heinrich Halber inne hatte. Dat et act Consi 1425, die 17. mens, febr., ind. 3. — Formel¬
bach Z, 20 Freibarg, Erzb. Arch. 9074
— mirz 1« Der generalvikar in spir. bestellt den br. Johann Groshans von Hagenau, Ord. Pred., zom general-
pünitentiar des bistoms, so daß er alle bistamsangehürigen von allen dem bischof eciam a iare reservierten fällen,
nämlich von gotteslästemng und lästerung der heiligen, nichteinhaltnng der geläbde(wallfahrt nach dem hl. lando,
Born und St. Jago di Compostella ausgenommen), sakrilegien, Öffentlichen und geheimen ehebrach, große verbrechen
aller art, sortilegium, falsches zeagnis, raub, brandstifbang, inzest, corruptio monialinm und coeantes com bnitis,
falls sie ihm solche za beichten haben, absolvieren künne, dagegen werden dem bischof noch verschiedene fälle
Vorbehalten, als häresie, mord, schändang der kirchen and klüster osw. Dai Gonsi 1425, die 1. mens, mardi,
ind. 3. — Formelbach Z, 18 iVeiburg, Erzb. Arch. 9076.
— mftrz 22« Der generalvikar in spir. bischofs Otto beorkondet: es bestehe wegen des zehntrechtes za Binningen
zwischen dem Agnesenkloster za Schaff hausen and dem kirchherm zuB., Heinrich Keller, meinongsverschiedenheii
Das urteil des generalvikars lautete, daß Si Agnes im besitze des zehntrechtes sei, der kirchherr demnach aller an-
sprüche darauf verlustig gehe. Gegen dieses urteil appellierte letzterer an den apost. stahl Der generalvikar ver¬
schiebt deswegen die vollstreckong des Urteils auf 6 monate. Acta sunt 1425, die 22. mens, martü; zeugen: Ni¬
kolaus Schoti Johann Keller und Johann Lingg, des Konst hofes notare. — Notariatsinstrament des Ulrich Sultz-
berg, Offentl. kais. notar: Karlsrahe (8/10^). 9076
— milrz 80« König Sigmund erlaubt dem Kaspar von Klingenberg sich für seinen 2 Jahre rückständigen gehalt
im betrag von 1000 Bh. fl. an das geld zu halten, das er in seinem aoftrag von den geistlichen des Konst bistoms
erhoben hat — reg. Altmann, Begg. Sigmunds nr. 6253. 9077
— april 8 , Born. Papst Martin Y. beauftragt den kantor von St Felix und Begola in Zürich, dem kloster Büti
die kirchen in Wangen nnd Ellsau zu inkorporieren. Die einkünfte von Wangen betragen nicht mehr als 10 ,
die von Ellsau 5, die des klosters 135 m. s. Abt und konvent batten vorgetragen, daß graf Donat von Toggenbarg
ans liebe zam kloster, in dem die gebeine seiner Vorfahren ruhen, und in anbetracht des Schadens, den das kloster
durch kriege erlitten hat das patronatsrecht von Ellsau und darauf dessen sohn Friedrich dasjenige der kirche von
Wangen dem kloster geschenkt hat, damit diese kirchen dem kloster inkorporiert werden könnten. Dat Borne apud
SSL apostolos 3. non. apr., a. 8 . — Gr. Zürich, Staatsarch. (C 11 12 nr. 340); unter dem bug links: 50 9 ; auf dem
274 Otto ni. Yon Hachbei^, Bischof Ton Konstanz. 1425.
bng: Montemartis; auf dem bug rechts; gratis, P. de Vtvianis, Bdckseits: R., bei den schnüren: P. de 3fof*-
teüa; rechts beim bng: P.deMonteüa. Jo.Symonis. Der ansfahmngsprozeO ist yertreten durch folgende nrknnden:
1426 sept. 20 erste zitation durch Heinrich Auestetter, kantor von St Felix und Begnla in Zürich (Or. ebenda
nr. 343); okt. 6, 17 und 26 zitation und yerhör (Or. ebenda nr. 344/5); noy. 2 der ezekntor delegiert den Heinrich
von Bandegg, scholaster yon St Felix und Begnla (Or. ebenda nr. 347); noy. 6 zeugenyerhör (Or.nr. 348) und be-
stellung zur schlußsentenz (Or. nr. 349), ebenso noy. 9 (Or. nr. 350); Zusammenfassung und schlußsentenz 1426
noy. 15 (Or. ebenda nr. 339). — 1428 aug. 12 quittiert Eonrad Hofflich, domherr zu Chur und Chorherr yon
St Stephan zu Eonst, subkollektor der Mchte und einkünfte der apost kammer in den diözesen Chur und Eon¬
stanz, dem abt und konyent yon Büti für 80 Bh. fl. als annaten der pfarrkirchen yon Wangen und EUsan. Dat
Const 1428, mens. aug. die 12., ind. 6. (Or. ebenda nr. 354). , 9078
1425 april 16^ Zürich. Albrecht Blarer »yon des kapitels wegenc ist anwesend auf dem tage zu Zürich »yon des
kouffmans und des guts wegen yon welschen landen«. — Bnppert, Eonst Chroniken 392. 9079
— nach april 22. Nichtgenannte prälaten des bistums Eonst antworten dem könig betr. hilfe gegen die Hos-
siten, daß sie dem bischof von Eonst geld gegeben, um Söldner zu gewinnen. Der könig begehrte von ihnen und
der pfaffheit des Eonst bistums den hundertsten pfennig von den einkünften eines Jahres. Sie wollen dazu bei¬
steuern, wenn auch die anderen bistümer dabei mithelfen. — Deutsche Beichstagsakten 8, 414. — vgL 1422 dez. 1.
9060
— april 23^ Eonstanz. Der genoralvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Saulgau
(Sulgen), den priester Burkhard Ferr in die pfarrkirche Otterswang einzuweisen. Dat Const 1425, 9. kaL maii,
ind. 3. — Eingerückt in 1426 febr. 14 siehe bei 1423 febr. 14. 9061
— april 27> Eonstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt mittelst transflx die Stiftung einer meß-
pfründe am St. Leonbardsaltar in der Eatharinenkapelle zu Eßlingen d. d. 1425 april 21 durch Johann Eäßborer,
Berthold Schlentz, Ulrich Gossolt, priester und kirchherr zu [... ?], weil. Heinrich Scherer, priesterkaplan zu E߬
lingen, und weil. Johann Frommolt von Wisensteig, investiert Vitus Frommolt und beauftragt den dekan des de¬
kanats Eßlingen mit der einweisung. Dat Const 1425, 5. kal. maii, ind. 3. — Notiz im'material nach or.EßUngmi,
Spitalarch. (von mir 1910 nicht gefunden); auf dem bng: Fridericus; rückseits oben: Nühart, darunter iuraeU,
9062
— april 30^ Konstanz. Zitiert als päpsÜ. exekutor laut bulle der synode von Eonstanz d. d. 1417 sept 28
und des papstes Martins V. d. d. 1418 Juni 13 [ygL Begesta Boica 12, 287] den Johann, grafen von Helfenstein,
nach Eonstanz, da dieser das kloster Eönigsbronn bedränge. Dat Const in aula episcopali die ultima mens. apr.
1425. — reg. Begesta Boica 13, 57 nach or. München. 9083
— mal 16. dominus Otto olim episcopus (!), bekennt von der dombibliothek die yerzeichneten bücher entliehen zu
haben. (Datum wohl falsch. Die urkunde demnach später anzusetzen.) — Serapeum hrg. von Naumann 1, 38. —
erw. GoWieb, MittelalterL Bibliotheken 27 nr. 39. — Becker, Oatalogi bibliothecarum ant 2U8 nr. 264. 9084
— mai 16^ Eonstanz. Der generalvikar in spir. gestattet, daß Eonrad Elingier, kirchherr zu Laupertshausen
(Labatzhusen), gegen einen jährlichen zins von 1 5 ß seine einwilligung gibt daß eine dem spital zu Biberach
gehörige, ihm jedoch zehntpflichtige wiese zu einem fischweiher angelegt werde. Dat Const 1425, 16. die mens, maii,
ind. 3. — Or. Biberach, Spitalarch.; auf dem bog: SuUzberg Re, 5 ß 4; rückseits: NUhart, — reg. WürttVjh.
NF. 6 (1897) 76 nr. 141. 9085
— mai 24. Burkhard zum Bhein, bürgermeister, und der rat der stadtBasel schreiben an den bischof von Konst:
sie haben vormals ihn gebeten, den Easpar Segelbach von Bavensburg, boton der armen siechen zu St Jakob an der
Birs, bei der geistlichkeit seines bistums zu empfehlen. Der hischof wies jedoch den boten ab, der stadt zur nnehre.
Sie bitten ihn abermals dringend, den boten für almosensammlnngen zu empfehlen, da die leute zu St Jakob arm
sind und ohne Unterstützung nicht leben können. Dat feria 5. ante Urbani 1425. — Basel, Staatsarch. (Miasiven-
bnch 3,160). 9086
— mai 25, Konstanz. Bestätigt mit einwilligung des domkapitels die freiheit seines Vorgängers Albrecht für
die leute dos amts Tannegg und für das kloster Fischingen. Geben zue Cost am freytag vor dem hl pfingstag 1425.
— Abschr. Stiftsarch. St Gallen (CV. 1.). — Ü-B. St Gallen 5, 410 nr. 3287. — vgl* 1409 sept 25. 9067
— juni 1, Konstanz. Der generalvikar des bischofs Otto von Konstanz beauftragt die dekane, kämmerer und
konfratres der landkapitel der Eonstanzer diözese, dafür sorge zu tragen, daß Johannes Blumenramer, priester der
pflegorei (coadiutorie) zu Bavenshurg, bei strafe der exkommunikation den meisterOttoSonthain,leutpriester ebenda,
nicht weiter belästige. Dat Const 1425, die 1. iunii, ind. 3. — Or. Stadtarch. Bavensburg (fase. 1964), war auf
der rückseite besiegelt Oben links: C. Gaeb; rechts: executum est hoc mandatum per me Theodericum Cirrifleis,
Otto 111. Ton Hachbei^, Bischof von Konstanz. 1425. 275
Gamerarinm decanatas Ravenspiirg etc. dominica prima post octa?am Corporis Christi etc. anno domini etc. et in-
dict. quibos intra etc. 9088
1425 jnni 6 ^ Born. Papst Martin V. beauftragt den abt Ton Rüti, dem kloster Muri, das durch fenersbrunst und
krieg großen schaden gelitten, die Schenkung des patronatsrechtes und eines altars [den Johann Molitor inne hat]
der Pfarrkirche zu Yillmergen durch könig Sigmund [d. d. 1425 märz 2] zu bestätigen und die pfarrkirche samt
altar, deren einkünfto nicht über 34 m. s. betragen, dem kloster mit nicht über 200 m. s. einkünften zu inkorporieren.
Dat.Borne apudss.apostolos non.innii,a. 8 .—Or.Aarau,Staatsarch.(K 11 A3); oben: ad eameram; unter dem bug
links: taxe 30 9 ; auf dem bug rechts: gratis. G. de Imola ijj; rdckseits: R darin pe; daneben S. Mure. a.pe.
schräg: buUa pro d. ahhate et conventu mon. in Mure Const. dioc. St....; bei den schnflren: H. Raiscop; links
beim bug: H. Raiscop. B. de Monte. — 1425 april 17 hatte das kloster den Johann Stephani, chorherrn von
St. Felix und Begula in Zürich, als prokurator bestellt, um in Born die inkorporation zu erwirken. (Ebenda C11
D 28). — 1425 okt. 18. erfolgte die zitation der beteiligten, des kirchherrn Heinrich Schultheiß und des kaplans
des Marienaltars durch den abt Albert von Buti (ebenda (ClI D 10 . 11 ). — Erste Publikation in der pfarrkirche
1425 oki 21 (ClI D 8 ); zweiter termin 1425 nov. 3 (Cll D 2 ); zeugenaufoahme 1425 no?. 19 fCIl D9); die
besitzergreifung erfolgte 1431 aug. 18 nach dem tode des kirchherrn Heinrich Schultheiß (CII D 13).—Ygl. 1430
sepi 7. 9089
— Juni 14, Born. Papst Martin Y. bestätigt dem kloster Muri alle freiheiteu, vor allem den besitz der dem klo¬
ster inkorporierten Pfarrkirchen Muri, Sursee, Buntzen, Eggenwil und Lunkhofen. Dai Borne apud. ss. apostolos 18.
kal. iulii, a. 8 . »Com a nobis petitor«. — Or. Aarau, Staatsarch. (Muri CIE); unter dem bug links: ttiiti. taxe 4.
H. Raiscop. N. de Malpiglis(f); auf dem bug rechts: B. de Puteo; rdckseits oben in der mitte: Hutnatele;
weiter unten: generalis confirmacio; bei den schnüren: Busler. 9090
— jnni 19, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto gestattet, daß Petrus Glückhaft, kirchherr zu Eigel¬
tingen (Aigoltingen), und Georg Kügilli, kaplan der St Peterskapelle zu Lindau, ihre pfründen tauschen, und beauf¬
tragt den dekan des dekanats Lindau mit der einweisung. Dat et act Const.. 1425, ind. 3., pontif. Martini pape Y.
a. 8 ., die 19. mens, innii; zeugen: Johann Messerschmid, Chorherr von St Stephan zu Konst, und Nikolaus Motz
von Waldsee (Walsee). — Notariatsinstrument des Friedrich Megershaimer von Heidenheim, klerikers Eichstätter
bistums: München, Beichsarch. (Lindau, Stadt); rdckseits: Nithart. 9091
— Juli 9, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und be-
widmung der [früh]messe auf dem altar der hll. Johann Bapt, Erasmus, Margarete und Yerena in der Mnttergottes-
kapelle, einer tochterkirche zur pfarrkirche St Michael in Zug, welche durch die stadt Zug d.d. 1425 joni (die
mens, junii, ind. 3) erfolgt war. Der pfründniesser erhält die erlaubnis, die untergebenen und pfarrgenossen von
St Michael beichte zu hüren und die Sakramente zu spenden nach eingeholter Zustimmung des dortigen kirchherrn.
Dat Const 1425, die 9 . mens, iulii, ind. 3. — Or. Zug, Stadtarch.; auf dem bug: Fridricus; rückseits: Nithart.
9092
— Juli 15, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Neunkirch, den
priester Job. Bapst, welcher von meister und pfieger des hl. Geistspitals zu Schaff hausen präsentiert worden ist,
als ständigen vikar der pfarrkirche Lühningen, auf welche Nikolaus Köhler verzieht geleistet hat, eiuzuweisen. Dat.
Const 1425, id.iulii,ind. 3 . — Or. Schaffhausen, StadtarcL; auf dem bug: Fridricus; rückseits: NUhart; iuravit.
— Die bitte um investitnr erfolgte 1425 mai 27: Or. ebenda. — reg. Urkundenregister für den kanten Schaff-
bausen nr. 1735. 1738. 9093
— Joli 81, Konstanz. Heinrich, generalvikar in spir., bestätigt die durch Truchseß Jakob von Waldburg d. d.
1425 Juli 30 vollzogene Stiftung der Marienkaplanei in Wurzacb. Dat Const. 1425, 2. kal. aug., ind. 3. — Diö-
zesanarchSchwaben 8 (l89l), 79 nach or. Wolfegg. 9094
— aug. 2], Rom. Papst Martin Y. an die prüpste von St Stephan zu Konst, St Felix und Begula in Zürich und
St. Peter zu Embrach. Konservatorenbulle (Militanti ecclesie) für kloster Weingarten. Dat Borne apud ss. apostolos
12 . kal. sept, a. 8 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weingarten); unter dem bug links: Jan. taxe 30. T.Batensoen.
P. Gamerii 9 ; auf dem bug rechts: pro A. de Fuscis. Jo. de Nursia j. Rückseits R darin pe; bei den schnüren;
N. Volrat; re<^ts: Jo. de Ckistro. 9095
— sept. 2, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätig mittelst transfix die Stiftung und bewidmung einer meß-
pfrfinde auf dem Genovefa-, Peter und Paul- und St Jodoksaltar in der kapelle auf der linken Seite der Biberacher
pfarrkirche durch bürgermeister und rat zu Biberach d. d. 1424 okt. 26 (donrstag vor s. Symon und s. Judas tag)
mit Zustimmung des dortigen pfarrers, Leonhard Truchsäß. Dat Const 1425, 4. non. sept, ind. 3. — Or. Biberach,
Kirchenpflege; auf dem bug: Fridricus; rückseits: Nithart. 9096
36 *
276 Otto in. Ton Hachberg, Bischof Ton Konstanz. 1425.
1425 sept» 13. Erzbischof Eonrad von Mainz beauftragt den lic. in decr. und protonotar Johann Ton Swerti
(erschwerte an der Bahr?), bischof Otto von Konstanz und die anderen, aber die Ottos Tater, marhgraf Bndolf
von Hachberg, gewisser geldsummen halber klage führt» Torzuladen und zu vernehmen. —Ingrossaturbuch 17,295
Kreisarch. Wtoburg. — reg. Fester, Begg. Baden 1 nr. hl 117. 9097
— sept* 26, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die Salvereginastiftang d. d. 1425 sept 26 in der Si Niko¬
laaskirche zu Wil und erteilt allen, welche an bestimmten tagen dem Salve beiwohnen, 40 bezw. 20 tage ablafi.
Dai Consi 1425, 6. kaL oct, ind. 3. — Or. Wil, Stadtarch. (nr. 383). — U-B. St Hallen 5 , 420 nr. 3305. —
abschr. Zürich, Staatsarch. (W U 4 bl. 28). 909S
— sept. 28, Konstanz. Der generalvikar des bischofs Otto bestätigt mittelst transfiz auf bitten des grafen
Friedrich (VII.) von Toggenburg d. d. 1425 sept 20 die Stiftung einer messe auf den altar des hL kreuzea und dei
hl. Antonias in der kapelle zu Lichtensteig, welche vor Zeiten durch grafDonat von Toggenburg seL und den leutea
Ton Lichtensteig mit Zustimmung u. a. des meisters Hans Schubinger, kirchherm zu WattwU, erfolgt war. Oie
pfiichten und rechte des pfründniefiers sind im Stiftungsbrief näher angegeben. Dat Const 1425,4. kaL oct, ind. 3.
— reg. Ü-B. St Gallen 5, 418 nr. 3304. 9099
— okt. 15, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beauftragt den dekan Ton Münsingeii, den
ihm von propst und kapitel des stiftes Interlaken präsentierten priester Johann Ansorg auf die durch tod Petnu de
Yallesia, des letzten vikar, vakante leutpriestere! der pfarrkirche in Thun einzuführen. Dat Const 1425, id. oct,
ind. 3. — Or. Bern, Staatsarch. — Mohr, Schweizer Begg. I, Interlaken nr. 507. 9100
— okt. 27, BaseL Johann Beich von Beichenstein, ritter, bürgermeister, und die stadt Basel präsentieren dem
bischof Otto, bezw. dessen generalvikar auf die durch den tod des Johann Eucheler erledigte Marienkaplanei zu
Fischingen, einer tochterkirche zu Unter-Egringen, den priester Johann Petri. Dat. Basilee sabbato vigilia b. 8j-
monis et Jude ap. 1425. — Or. Basel, Staatsarch. (st. urk. 1036). Bückseits oben: WisetUal [deeanatm]. 9101
— nOT. 7, Konstnnz. Gibt seine Zustimmung, daß Diepolt Gretter, bürger zu Biberach, seiner fran Anna Strülin
den 3. teil der güter, welche Walter und Wilhelm Velber inne haben, vor allem den hof zu Stafflangen und zu
Eichen, lehen des bistums, als morgengabe und heimsteuer versetze. Geben ze Oost. an mitwuch vor s. Martis tag
1425. — Or. Stutigart, Staatsarch. (Schnssenried). 9102
— nOT. 23, Konstanz. Thomas, bischof von Cäsarea, generalvikar in poni bischofs Otto, erteilt allen, welche dem
Salve in der Nikolaaskirche zu Wil beiwohnen, mii Zustimmung des bischofs, der ebenfalls ablaO ^willigt hat,
(vgl. 1425 sept 26), 20 bezw.SO tage ablaO. Dat Const 1425,9.kaLdec.,ind. 3.—Or. Wil,Stadtarch.(nr.284);
sehr gut erhaltenes sieget — U-B. St Gallen 5,421. 9103
— nOT. 24, Born. Papst Martin V. beauftragt den kantor von St Felix und Begula der propstei Zürich, dem
Heinrich Sartor, kirchherm der Allerheiligenkapclle auf dem Gehrenberg, gegenüber Johann Distet Johann Brot¬
becker und Johann Hagnau gen. Dietlin, laien der stadt Markdorf, welche ihn am zehntbezug hindern, recht zu
verschaffen. Dat Borne apud ss. apostolos 8. kal. dec., a. 9. — Or. Karlsruhe (5 Gehrenberg); auf dem bog rechts: pro
P. de ürheveteri, P. de Wartimherg; rückseits oben links: Pro d. L. P. Petra; mitte: HutnaUl,, rechts: d,n.e.
t; bei den schnüren: P. Petra; rechts beim bog: Ca . (9) —ausz.Fürstenberger Ü-B. 6 , 169 note 3. 9104
— nOT. 29, Born. Papst Martin V. beauftragt den abt von Tennenbach mit dem schütze des klosters St Märgen
behufs Wiedererlangung der entfremdeten gfiter. Dat Borne apud ss. apostolos 3. kal. dec., a. 9. »Ea que de bonis<.
— Or. Karlsruhe (13/5); auf dem bug rechts: Ä, BtHegueti, Bückseits rechts: pro d. Fand, B; mitten: P. C. Al-
phueen; links: de n dei.(9); in der mitte: prepoeUo s. Leonhardi Basüien. 9105
— dez. 8, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto stellt auf bitten der spitalpfleger zu Biberach ein
vidimus der urkunde d. d. 1420 jan. 18 aus, die bestätigung der Inkorporation der kirche Mittelbiberach betreffend.
Dat et act Const 1425, mens dec. die 8., ind. 3. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Biberach G.V.); auf dem bug:
Wigandue Ns ß /^; rückseits: Nithart. 9106
— dez. 9, Konstanz. Leiht mit Zustimmung des domkapitels dem Konrad Junckmaister d. ]. und Eonrad Manger,
bürgern zu Markdorf, das ,wyerstad* zu Autenweiler als erblehen mit der erlaubnis, einen weiher anzulegen. Als
zins sollten sie auf Martini 1 flT Konst an den amtmann zu Markdorf entrichten. Geben ze Cost an Sonnentag
nach 8 . Niclaus tage 1425. — Or. Karlsruhe (5 Autenweiler). — ausz. Fürstenberger U-B. 6 , 283.— Kopb. 601,
163^ Karlsruhe. — reg. Kopb. 503, 597; 514, 300 Karlsruhe. 9107
— dez. 14, Born. Papst Martin V. beauftragt den abt von Stein a. Bh., dem kloster Bheinau, dessen einkünfle
120 m.s. nicht übersteigen, die pfarrkirche von Jestetten mit 10 m. s. einkünften, deren patronatsrecht dem kloster
von Margareta von Tettingen, fran des Friedrich von Bettmaringen sei, geschenkt worden war, zu inkorporieren.
Dat. Borne apud ss. apostolos 19. kal. ianuarii, a. 9. »Digna exauditione«. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 17 nr. 148);
oben: ad catneram; unter dem bug links: taxo 30 9 : rechts auf dem bug: gratis, B. de Vinciojüj, Rückseits: mitten
Otto III. Ton Hachberg, Bischof von Koustanz. 1425—1426. 277
Ja,...schm; dann S darin f Bei den schnüren: P.de Crweüis; links: Jo.de CrivMa. P.de Magio; qner: super
parrochiali eeclesia in Jesteten. —Die aafgabe nnd Schenkung des kirchensatses samt zubehür erfolgte 1425 aug. 18
(ebenda nr. 146). Die papstbnlle spricht von einer Schenkung, in Wirklichkeit kaufte das kloster die kirche und
das kirchenlehen mit dem widern und allem znbehür um 256 Bh. fl. und eine wiese d. d. 1425 sepi 6 (ebenda
noT. 147). — Ausfühmngsbnlle des abtes Johann von Stein d. d. 1427 sepi 5 ebenda nr. 157, worin zugleich
die kongprua für den vikar bestimmt wird; dieser erh< die wohnung des seitherigen kirchherm cum orcnlis gen.
»ain pündc und Obstgarten bei dem hause, eine wiese, den heuzehnten, 16 scheffel weizen nnd 14 scheffel speit,
5 malter hafer, 5 säum wein, ein band stroh, die hälfte des getreide- und die andere hälfte vom haferzehnten, den
Dovalzehnten samt den oblationes, mortuaria, anniversaria et confessionales. — 1428 juni 27 quittiert Konrad
Höflich, Chorherr zu Si Stephan in Bonsi, subkollektor der apost. kammer in den diOzesen Eonsi nnd Chur, dem
abt Hogo und konvent von Bheinau für empfangene erste fruchte der pfarrkirche J. im betrag von 31 Rh. fl. unter
dem vorbehali daß sie die vollen fruchte bezahlen müßten, falls die apost. kammer mit der geleisteten Zahlung
nicht zufrieden sei, da die früchte der kirche, wie er erfahren hat, mehr als lo m. s. betragen (ebenda nr. 161).
9106
1425 dez. 14^ Born. Papst Martin Y. beauftragt den abt von Stein a. Bb., dem kloster Bheinau, dessen einkünfte
nicht mehr als 120 m. s. betragen, die Pfarrkirchen zu Erzingen mit 12 und Bheinheim (Binhain) mit 5 m. s. ein-
künften, deren patronatsrechte dem kloster zustehen, zu inkorporieren. Abt und konvent hatten vorgetragen, ihr
kloster liege auf einer insei des Rheins; für bau der mauern, welche durch das wasser schaden litten, hätten sie
viele anslagen. Dat. Borne apnd ss. apostolos 19. kal. ianuarii, a. 9. »Begimini universalis ecclesie«. —Or. Zürich,
Staatsarch. (ClI 17 nr. 149); oben: ad eameram; unter dem bng links: taxe 50. 9 expedit, id. iunii a. 9. Ju-
stinus.; auf dem bug rechts: gratis. Jo.deMontemartis. v. Bückseits: .B.darin Pe. Bei den schnüren: N. VoU
rat; links: N. Wblrat. F.de Madio; quer: superparroehiatibus ecelesiis Erzingm ae Rinhain. — Über die durch-
führung der Inkorporation vgL Thurgauische Beiträge 1908 s. 23 f. 9109
— dez. 17^ Born. Geminianus de Prato, päpstL anditor, fällt die entscheidung, daß im vorliegenden rechtsstreite
der anspmch auf kanonikat und pflründe am dorne zu Konst, dem Heinrich Fleckel, decr. dr. und päpstl. auditor,
znstebe und die ansprüche des Heinrich Hithart, decf. dr., des Heinrich Ammann, domherm zu Eichstätt, und des
Heinrich Kausch, klerikers Bamberger bistums, auf diese pfründe abzuwelsen seien. Lecta ... fuit hec nostra sen*
. tentia difflnitiva .. 1425, ind. 3., die lune 17. mens, dec., pohtif. Martini Y. a. 9. — Notariatsinstrument des Hein¬
rich Budel, klerikers Utrechter bistums: Ulm, Stadtarch. 9110
— dez. 21, Born. Papst Martin Y. an den propst der Marienkirche von Stuttgart: »Ea que de bonis«-bnlle für
Heinrich, propst des klosters Nenenzell (Novecelle), Benediktinerordens. Dai Borne apud ss. apostolos 12. kal.
ianuarii, a. 9. — Or. Karlsruhe (St. Blasien); unter dem bng links: taxe 2; auf bug rechts: gratis. Jo. de
Mantemariis. Bückseits bei den schnüren: Busler und ansradierte stellen. 9111
1426, Pforzheim. Jordanus, bischof von Albano (ep. Albanen.), apost. legat, erteilt mit den bischöfen Jacobns
von Urbino (Urbinas) nnd Bemardus von Cavaillon (Cavallicen.) allen, welche die zu ehren des hL Manricins ge¬
weihte kirche in Hausach (Husen, Snmgen), Konst, bistums besuchen, ablaß, nnd zwar der legat 100, die übrigen
bischöfe 40 tage. Dat Pforzheim 1426, pontif. Martini Y. a. 9. — Or. Karlsruhe ( 21 / 222 ); auf dem bug: F. de
. Namia seeretarius. 9112
1426. ln Schaff hausen treibt ein aben teurer sein Unwesen, gen. der »Unkenbrenner«, der vorgibt, aus blei Silber
zu machen und gold. Die Schaffhanser glauben an ihn, nicht aber Konstanz nnd vor allem nicht der bischof. Er
kommt wie ein fürst nach Konstanz und darnach glauben viele an seine kunst — Konstanzer Chronik bei Mone,
Quellensammlung 1,329. — Buppert, Konst Chroniken s. 127. 9113
— jan. 6 , Konstanz. Gibt seine Zustimmung, daß Heinrich von Herblingen den komzehnten zuBuech an Konrad
von Fdach, bürger zu Schaffhansen, verkauft, und belehnt den käufer. Geben zue Cost an sambstag vor dem zwülfften
tag 1426. — abschr. Zürich, Staatsarch. (WII 17). — erw. Rueger, Chron. Schaffhansen 2,771 note 1 . 9114
— Jan. 10, Konstanz. Eignet dem kloster Schussenried ein zehntgut, das in den hof zu Eichen (Aichen) bei
Staff langen gehört und lehen des bistums war. Das gen. zehnigut hatte Diepolt Gretter von Biberach dem hloster
an die kirche zu Stafflangen geschenkt mit der bedingung, daß davon ein jS^rlicher zins an den [St Katharina¬
altar] zu Biberach fallen soUe. Der propst von Schussenried soll dafär an die bischöfl. kammer zu Konst jährlich
auf Martini Va ^ wachs liefern. Geben ze Cost. an domstag vor s. Hjlarien tag 1426. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Schussenried). 9116
— Jan. 25. Johann Scholl, leutpriester zu Sempach, beurkundet, daß ihm propst nnd kapitel zu Luzern guttats-
weise den heuzehnten überlassen haben, wovon er jedoch jährlich 36 m. bischofssteuer gen. consolationes von der
Mrche Sempach entrichten soll. Geben an s. Paulus bekorde 1426. — GFrßOrte. 4, 97; 14, 18 anm. 9116
278 Otto III. Yon Uachbei^, Bischof TOn Konstanz. 1426.
1426 jan« 20^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofis Otto vidimiert auf bitten des Johann Basier, pro-
fesse im kloster Argonhart, eine nrknnde d. d. 1402 jnli 1 (samstag vor s. Ulrichs tag des hL bjschoffes), womach
Bndolf Ton Wolfort, gesessen zn Bonndorf, bestimmt, daß Von den von seiner Schwester Ursala Ton Wolfart, fraa des
Konrad von Hombarg sei., gestifteten messen darch die Paulinerbrüder des klosters Argenhart je eine wöchentliche
messe in der St. Georgskapelle za Tattnaa (Tatnow), eine zweite in dem kloster Argenhart gelesen werden solle. Der
aassteiler bestätigt diese verfagaog. Dat. Const. 1426, mens, ianaarii die 26., ind. 4. — Or. Stattgart, Staatsaich.
(KL Argenhart). — erw. SVGBodensee 15 (1886) 204. 9117
— febr. 2. Tauscht mit Kanignnd, gräfin Ton Montfort geh. von Toggenbnrg, leibeigene. Geben an anser lieben
frowen tag Liechtmiß 1426. — Or. Karlsrahe (5 Sipplingen). . 9118
— män ly Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beurkundet: priorin and konvent za Bedingen (bei
Sigmaringen), St Augnstinerordens, unter den Predigern stehend, tragen vor, daß seit langer zeit zwei altarbene-
fizien, das eine za ehren des hl. Erasmus, das andere za ehren des hl. Johannes d. T. im kloster bestanden, deren
stiftnngs- and bewidmang^briefe durch einen klosterbrand za gründe gingen. Damit nan die pfröndgäter nicht ent¬
fremdet wßrden, bitten sie den aussteller, eine renovation der güter vorznnehmen» Darauf hin lädt der generalvikar
die beteiligten zar kandschaft; da keine einsprache erfolgte, gibt er ein genaues Verzeichnis der pfröndgäter. Dat.
et act Const 1426, mens, marcii die 7., ind. 4. — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Sigmaringen); rflekseits:
hart, Siegel des generaMkars gat erhalten. — abschr. Sigmaringen, Staatsarch. (Sigmaringen). 9119
— mlrz 11, Wien. König Sigmund verordnet auf bitten des bischofs Otto, daß weder försten, g^fen, herren noch
Städte ohne Zustimmung des bischofs des hochstifts städte, ämter, dörfer, hindersessen, eigen-, vog^- oder zins-
leute zn bürgen aufnehmen dürfen unter strafe von 30 m. gold. Geben zue Wyenn 1426, an montag vor s. Gre-
gorien tag, ans. riche des Bungr. im 39., des Eom. im 16., und des Böhm, in dem 6. jaren. — Or. Karlsruhe (K.
S. 651); auf dem bug: p. d, Johannem e^. Zagrahien, cancell, Michael preposüus BoUslavien, Rückseits: R.
Henricus fye, — Kopb. 503, 43; 514, 20* Karlsruhe. — reg. ZGOBh. NF. 3,442 nr. 661. — reg. Altmann, Eegg.
Sigmonds nr. 6549. — erw. Sch^theiß, Bistumschronik (FreibDiözesanarch. 8, 57). 9120
— märz 12^ Wien. König Sigmund verleiht dem bischof Otto, welcher die stadt Tiengen an sich gebracht, mit
rücksicht aaf »den guten willen, den (er) zu widerbringung sins stifftes hat«, den blutbann za Tiengen (Tuengen)
and in den dazu gehörigen gerichten, wie ihn die von Krenkingen besaßen, und verbietet unter strafe von 30 m.
goldes den reichsangehörigen, namentlich dem landgrafen zu Stühlingen, den bischof in der ausübung seiner ge-
rechtsame zu beeinträchtigen. Geben zu Wien 1426, an s. Gregorien tag, Ung. 39., Böm. 16., Böhm, öo^ren. —
Or. Karlsruhe (K. S.); auf dem bog: per d. Johannem episcopum 2/agrabien, eanceü. Michael ppta ßolea^
lavien. • —Kopb. 501, 313* Karlsruhe. — ausz. ZGOBh. 13 (l86l), 379. — reg. Fürstenberger Ü-B. 6, 265
nr. 167, 4a. — ZGGFreibarg. 3, 394 nr. 276. — ZGOBh. NF. 3, 442 nr. 652. — Altmann, Begg. Sigmunds
nr. 6550. 9121
märz 14| Konstanz. Der generalvikar in spir. beauftragt den dekan des dekanats Berrenberg, den priester
Albrecht Roll, welchen abt Beinrich von Bebenhausen d. d. 1425 dez. 13 präsentiert hatte, in die kaplanoi des
Mattergottes- und Si Nikolaasaltars in der kirche zu Eschelbrunn einzuweisen. Die pfründe war durch verzieht des
Albrecht Hochdorf erledigt Dat Const 1426, 2. id. marcii, ind. 4. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bebenhausen).
9122
— april 8, Born. Papst Martin V. beauftragt den propst von Denkendor^ dem spital za Eßlingen die pfarrkirche zu
Homholz (Unter-Boihmgen) mit 20 m. s. einkönften za inkorporieren. Johann Kicherer, kirchherr zu Bömholz,
war damit einverstanden. Dat Borne apad s. Petrum 6. id. apr., a. 9. »Pia loca«. — Abschr. 17. jh. Stuttgart
Staatsarch. (Eßlingen). — Ausführung durch Johann von Bingingen, propst za Denkendorf 1426 sept 11. 9123
— aprll 12^ Konstanz. Der generalvikar vereinigt auf bitten der patrone des Margareten- and hl. Kreazaltars in der
Pfarrkirche zn Freiburg, deren jährL einkönfle so gesunken sind, daß dieselben nur noch je 2 m. s. betragen, beide
altäre mit Zustimmung des pfarrrektors. Dat et act Const 1426, mens. apr. die 12, ind. 4. — Formelbach Z, 54 Frei¬
barg, Erzb. Arch. — erw. b>eibDiözesanarch. 16, 253. 9124
— aprll 20^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfiz die stiftnog and be-
widmung des Andreas-, Leonhard-, Theodor-, Margareta-, Agnes- und Notburgaaltars auf der rechten Seite in der
Stiftskirche zu Sindelfingen durch mag. Heinrich Tegen, decr. dr., chorherrn zu Sindelfingen, zum gedächtnis seiner
eitern Albrecht Tegen und Adelheid Ramser d. d. 1426 april 12 (feria 6. post Qoasimodogeniti), investiert
nach dem willen des Stifters den priester Johann Rapp von Böblingen und beauftragt den propst von Siudelßngen
mit dessen einweisung. Dat Const 1426, 12. kal. maii, ind. 4. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Sindelßngen); auf
dem bug: fridricua, Rückseits: Nithart, dann: iuravit. 9126
Ott» lll. Ton Uachberg, Bischof toii Konstanz. 142G. 279
1426 april 20. Graf Johann von Tengen in Kellenbnrgt landgraf im Hegau und im Madach, hanptroann dec ritter-
schafi 6t. Georgsschilds im Hegau und alle ritter dieser gesellschaft nehmen den Statthalter, dekan und dasdom-
kapitel zu Konst., denen von bisch of Otto die Pflegschaft über das bis tum an vertraut wurde,
in die gesellschaft auf. Diese sollen mit nicht mehr als 4000 U heller jährlicher Steuer belastet werden und er¬
halten den schütz der ritterschaft zugesichert; ausgenommen sind papst, bischof und der rOm. könig. In einem
krieg, der ihretwegen geführt werden mässe, soll das domkapitel 1500 ^ heller jährlich steuern. Es siegeln der
ausstellor, Lienhart von Jungingen und Heinrich Truchseß von Diessenhofen, beide ritter. Geben uff sambstag nächst
vor 8. Georien des hl. ritters und martres tag 1426.—Or. Karlsruhe (5 Gen. 93). — reg. Kopb. 503, 404 Karls¬
ruhe. 9126
— april 28^ Born. Gregorius, episcopus Cephaluden., bevollmächtigt als päpstl. pdnitentiar in abwesenheit des
großpönitentiars Jordanus den abt von Zwiefalten, den abt von Kempten beicht zu hören und von bestimmten, auf-
geführten [formel wie Eßlinger Urkb. 2 nr. 1920 s. 474] fällen zu absolvieren. Dat. Rome apud s. Petrum sub si-
gillo dicti maioris penitentiarii 4. kal. maii, pontif. Martini pape Y. a. 9. — Or. München, Beichsarch. (Kempton);
unter dem bug links: Slo-s^temiur-re Montäb; auf dem bug: P. de Taliacotio; rfickseits: presente d. Conrado
Schtnid. 8127
— mal 22. Anastasia von Hohenklingen, äbtissin, und das kapital der abtei Zürich bestimmen bei gelegenheit des
Verkaufs von zehnten des meieramts zu Silenen, Wessen und Göschenen an die kirchgenossen des kirchspiels Si-
lenen, daß der von ihnen zu Silenen eing^tzte priester dem bischof von Konstanz, dem dekan und kapital zu Luzern
gehorsam sein soll. — GFrßOrte. 5, 284 nach or. Dorf lade Silenen. — reg. OechsU, Anfänge der Eidgenossen¬
schaft 305* nr. 809. 9128
— mai 27, Born. Papst Martin Y. an den propst von Bischofszell: »Ea que de bonis«-bnlle für kloster Zofingen.
Dat. Borne apud s. Petrum 6. kal. iunii, a. 9. — Or. Konstanz, Zofingen; auf dem bug rechts: pro A, de Vüerbo
Erasmus. Bückseits oben links: pro d. ja...proth, P. Veiüon.; mitte: Jo. Gheyer; rechts : S.n. 9129
— Juni 8. Heinz von Bümlang, edelknecht, verkauft vor Ulrich Öschly, Schultheißen zu Kaiserstuhl, der an statt
des bischofsOtlo von Konst zu gericht saß, sein gut zu Kiederhasle (Kidem Hasle) um 444 goldfi. an Hans Escher,
bürger zu Zürich. Geben am dritten tag brachotz 1426. — Or. Zürich, Staatsarch. (ClI 18). 9130
— Juni 7, St Urban. Wolfbart von Brandis, freier, verkauft an abt und konvent zu St. Urban die quarten von
H erzogenbuchs mit allen rechten und gefällen, wie er sie als pfandschaft von dem bistum Konst von seinen vordem
mit andern quarten überkommen hat, um 1000 Bh. goldg. und verpfiiehtet sich zur werschaft gegenüber dem
kloster — alles auf wiederkauf durch das bistum mit 500 m. s. zu jeder zeit Geben am nächsten ffitag n. d. acht¬
enden u. 1. h. Jesu Christi fronlichamen tage, der da. war u. ist der 7. des monatz brochat 1426. — Or. Bern,
Staatsarch. (notiz im material). 9131
— jnnl 20. Heinrich von Randegg, dompropst von Konstanz, leiht dem Heinrich Gailing von Katzental und seinen
erben sein gut zu Katzental als erblehen. Geben 1426, an dem nästen donstag vor sante Johans tag des teuffers
snngichten. — Kopie Karlsruhe (1/61). 9132
— juni 21, Burgdorf. Wolfbart von Brandis versetzt dem kloster Fraubmnneii (kt. Bern) die kirchenquarten zu
Ettingcn und Kriegstetten für 300 Bb. fi ; er behält sich wiederlösung vor, falls der bischof oder das kapitel es
fordere. Geben ze Burgdorff am nehsten frytag vor s. Johans tag d. touffers ze snngichten 1426. — Begg. Frau-
brunnen nr. 379; nach notiz im material ist das original in Bern, Staatsarch. — vgl Solothoroer Wochenblatt
1826, 19. / 9138
— jani 23. Schultheiß und gericht der stadt Dornhan bitten den bischof um besUtigung der jahrzeiten, welche
4iDal im jahr an den quatembertagen mit 6 priestero für die Stifter der frühmeßpfrnnde auf dem St Kikolausaltar
in der Pfarrkirche zu Dornhan abgehalten werden sollen. Geben uff s. Johans aubent deß hl touffers 1426. — Or.
Stuttgart, Staatsarch. (Dornhan G. Y.) — vgl 1432 aug. 6. 9134
— jnni 25. Wolfbart von Brandis verpfändet an den abt und konvent des klosters Trub die quart der kirche
zu Kirchberg um 1000 Bh.fi. Er behält sich das recht der wiederlösung vor, falls das bistum, von dem diese quart
samt andern an seine Vorfahren verpfändet wurde, die einlösung fordere. Geben an zistag nechst nach s. Johans
ze snngichten 1426. — Or. Bern, Staatsarch. (Signau). 9135
— juli 1, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt mittelst transfiz die Stiftung und bewidmung
einer meßpfründe auf den St Nikolausaltar in der St Johannespfarrkirche zu Schaffhansen, welche d. d. 1426
jnni 25 (zinstag nach s. Johanstag ze süngichten) durch priester Ulrich von Balb mit Zustimmung des abtes Jo¬
hann von Allerheiligen zu Schaffbansen und des »pfarrers« von St Johann, mag. Johann Lenolfinger, erfolgt war.
Dat Const 1426, kal iulii,ind. 4.— Or. Schaffhausen, Staatsarch.; auf dem bog: FridiHcus; rückseits oben: ATtf-
280 Otto m. Yon Hachberg, Bischof yon Konstanz. 1426.
hart, — reg. Urkandenregister des kantons Schaff hausen nr. 1757 mit unrichtigem datum: — erw. Bueger, Chron.
Schaffh. 2, 1105. 9136
1426 Jali 14^ Konstanz. Schreibt an bürgermeister und rat von Si Gallen: am 16. juni wurde eine schiacht gegen
die Hussiten yerloren. Auf 20 .jnli wollen sie sich aufs neue sammeln. Er hat deswegen auf diesen tag angeordnet,
daß im ganzen bistum kreuzgänge und feierlicher gottesdienst zur erflehung des sieges abgehalten wurden. Auch
die St Galler sollen sich daran beteiligen. Geben ze Cost an sunentag vor Margarete []4]26. — U-B. St Gallen
5, 462 nr. 3350. 9137
— jnll 24. Junker Wilhelm von Hungerstein leiht (präsentiert auf) die kirche zu Eschbach (b. Heitenheim) dem
priester Johann Störe. Bedingungen : der großzehnten gehört dem Junker mit ausnahme Ton 30 mutt kom, der
kleinzehnte gehört dem kirchherm. Die pfennige^ die man consolationes und bannalia nennt, ^trifft sich alle jor bi
3 9^^, SOU der leutpriester bezahlen, etwaige andere koUekten der Junker. — Geben uff s. Jacobs abent des zwelff-
botten 1426.— Or. Karlsruhe (20/58). 9188
— jull 26^ Konstanz. Inkorporiert dem stift Sindelflngen in ansehung seiner geringen oinkflnfte die pfarrkirche
Darmsheim im dekanat Böblingen, deren patronat der derzeitige propst mag. Johann Pauper, dr. theoL, aufgelassen
und deren kirchherr Ulrich Giltlinger resignierte, unter Vorbehalt der ersten fruchte, der bischöfl. und archidiakonalen
rechte und einer ausreichenden kongrua für den ständigen vikar, deren erhöhung er sich vorbehält Dat et act
Consi et ibidem in aula nostra episcopali 1426, 7. kaL aug., ind. 4 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Sindelflngen).
— Formelbuch Z, 7 Freiburg, Erzb. Arch. (ohne monatsdatum). — reg. Stuttgart, Staatsarch. (Bep. Böblingen
G.V. s. 5). 9139
— aug« 31. Dekan und kapitel des hochstifts Konst schreiben an bürgermeister und rat der stadt Freibuig: vor
Zeiten ist uns ein priester aus dem kapitel bei euch überwiesen worden wegen eines vergebens, das er begangen
haben sollte; wir haben ihn lange zeit zu Gottlieben im gefängnis gehalten, er rief das recht an und verlangte, daß
man ihm zu seinem rechte verhelfe. Der generalvikar beauftragte darnach den Spigelberg mit dem zengenverhör,
der dieses wieder dem vikar übersandte. Ans dem zeugenverhör ergab sich, daß der priester weiterhin zu unrecht
gefangen wäre, er wurde deswegen freigelassen. Nun erfahren wir, daß ihr den priester wieder gefangen haltet
ohne des bischofs und unsere erlaubnis, ihr sollt ihn deswegen freilassen; habt ihr aber etwas gegen ihn zu klagen,
so bringt es in Konst, vor; findet sich, daß ihr mit recht ihn anklagt, so wollen wir dafür sorgen, daß er bestraft
wird, woraus ihr ersehen könnt, daß unrecht tun uns nicht lieb isi Geben an samstag vor Yerene 1426. — Or.
Freiburg, Stadtarch. (Kirchensachen). 9140
— sept. 6 ) Konstanz* Gestattet der Lucia und den Schwestern der klause bei der St Johanneskirche zu
Wannental, einer tochterkirche zu Dürrwangen (Tümwangen), welche seither nach der 3. regel des hl. Franziskus
lebten, die Augustinerinnenregel anzunehmen. Sie sollen fortan dem kloster Beuron unterstellt sein, klausur halten,
aber nicht mehr als 13 personen in den konvent aufnehmen. Außerdem bestätigt er die Privilegien, die ihnen Fried¬
rich, graf von Zollern, mit Zustimmung des kirchherm von Dürrwangen (Turwangen) erteilt hat, ebenso die durch
Henrika, gräfin von Württemberg-Mömpelgard, und den grafen Ludwig und Ulrich von Württemberg erteilten. Dat
Const 1426, mens, sept die 6 ., ind. 4. — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Kl. Beuron). — Formelbuch Z, 130
Freiburg, Erzb. Arch. — vgL MYGHohenzoUem 21 , 12 ; FreibDiözesanarch. 16, 268; Petrus, Suevia eccL 887;
GFrSOrte. 4, 207. 9141
— sept* 69 Konstanz. Dekan und kapitel von Konstanz bitten bürgermöister und rat von St Gallen, die Appen¬
zeller zur ansetzung eines gütlichen tages auf Gallnstag zu veranlassen und dafür zu sorgen, daß die feindseligkeiten
gegen die priester eingestellt würden. Geben an fritag vor nativitatis Marie [14]26. — U-B. St Gallen 5,472;
zur feindsebaft gegen die priester vgL ebenda nr. 3339, 3350; 3344; 3453, 3500. Das kapitel verwendet sich
abermals 1427 febr. 5 (ebenda s. 485 nr. 3375). — vgL 1427 nov. 22 . 9142
— sept* 19* Mag. Albrecht Kraegenberg, dr. decr^ domherr zu Konst, stirbt — MG. Necrol. 1 , 292. 9143
sept* 20^ Konstanz* Der generalvikar in spir. gibt den Schwestern zu Hirschberg, Predigerordens, welche statt
der hölzernen kapelle nun eine ans stein erbauten, die erlaubnis, diese kapelle von einem beliebigen bischof weihen
zu lassen, der auch einen passenden ort bei der kapelle als begräbnisstätte für sie auswählen und weihen könnte.
Dat Const 1426, mens, sept die 20., ind. 4. — Formelbuch Z, 134 Freiburg, Erzb. Arch. 9144
— sept* 26« Löst mit Zustimmung des domkapitels die von seinen verfahren verpfändete quart der kirche Bregenz
und verpfändet sie um 857 Bh. fl. an Friedrich Haydenhaimer, seinen Schreiber, auf wiederkauf. Geben an dorastag
vor s. Michahels tag 1426. —* Or. Karlsruhe (5 Bregenz). — erw. ZGOBh. 10 , 428* 9145
— okt* Beran. Der suffragan des bischofs Otto rekonziliiert kloster, ambitus und friedhof zu Berau. — erw.
FreibDiözesanarch. 7, 346. 9146
Otto III. yon Uachberg, Biscliof yon Konstanz. 1426. 2dl
1426 okt. 10. Bestätigt die kirche Si Leonhard ün Jagbach im pfarrsprengel an der Egg im Bregenserwald. — reg.
Jahresb. Vorarlberger Mnsetim 1001 , 8 . 47 nr. 1575. 9147
— okt. 11, Konstanz. Eimmt Ton Hans Grämlich, Konrad Grämlichs Ton Zusdorf sohn und boTollmächtigten,
die zwei hOfe zu Binkenhansen, die Hermann nud Hans Gnan, brfidor, bauen, die dortige mfihle und die hälfte des
kclnhofes und kirchenlehens der kirche zu Kappel, lehen des Koustanzer hochstifts, auf und leiht diese stücke an
Ital Huntpis, bfirgermeister za Bavensburg, der sie Ton Konrad Grämlich gekauft hatte. Geben ze Cosi an fritag
Tor 8 . Gallen tag 1426. — Humpißsches Kopb. 63 Eglofs. — reg. ZGOBh. 32, 102 nr. 26. 9148
— okt. 20, Konstanz. Schreibt an den kirchhcrm von Leidringen, kämmerer des dekanats Bottweil: Adelheid
und Klara von Biberach, Irmela Ton Poltringen, Katharina Knrichlin Ton Eutingen (Ütingen), Adelheid von Ve-
ringen, schwestem Ton der dritten regel des hl. Franziskus, trugen vor, daß sie in der klanse zu Eutingen ans be¬
stimmten gründen nicht mehr bleiben konnten, und bitten darum um erlaubnis, nach Bickelsberg übersiodeln zu
dürfen, wo bereits einige Benediktinerbrüder wohnen, welche ihnen einen platz für ihre klause überlassen wollen.
Der aussteller befiehlt dem adressaten, die Schwestern daselbst einzuschlieCen (ipsas velatas inibi includere) und
unterstellt sie den pfarrechten desselben. Dai Const. 1426, mens, oci die 20 ., ind. 4. — Or. Stuttgart, Staat^rch.
(Si Georgen-Bickelsberg); auf dem bug: de mandaio d. Const, FVidricus, — Tgl. folgende nr. 9149
— okt. 80. Kikolaus Wember, kirchherr zu Leidringen und kämmerer des dekanats Bottweil bezw. Oberndorf,
führt die urkunde d.d. 1426 okt. 20 [forige nr.] ans und befiehlt den zu Bickelsbeig wohnenden konTentsbrüdem:
Heinrich Binder, Johann Herr und Johann Haffner, daß sie Ton den gen. schwestem entfernt wohnen und dieselben
nicht beunruhigen sollten. Außer dem aussteller siegelt Heinrich Stell, leutpriester zu Sulz. Dai et aci (1426,
die 30. mens. oci). — Or. Stuttgaii, Staatsarch. (Si Georgen-Bickolsborg). —Kopb. 1224, 199^ Karlsraho.
9150
— HOT. 5, Konstanz. Beurkundet: Leonhard Moschart, decr. dr., propsi und das kapitel yon Si Felix und Be-
gula zu Zürich faßten d. d. 1426 august 7 (1400 rigesimo sexto, septimo nonas! augusti) folgende kapitelsbeschlüsse
in abändemng der kapitelsstatuten: 1 . da die von Karl dem Großen gestifteten pfründen nur für piiester, diakone
und subdiakone bestimmt sind, soll künftighin nur deijenige die yollen reichnisse der pfründe genießen, der eine
dieser höheren weihen besitzt; wer nur die niederen weihen hat, soll nur die hälfte der einkünfte und der täglichen
distrihutionen beausprachen können. 2. Da es vorgekommen, daß diejenigen, welche zum Studium generale geschickt
wurden, entweder sich anderweitig aufhielten, oder sich auf der reise dahin längere zeit an verschiedenen orten
auf hielten, soll jeder vor der reise sich beim kapitel einfinden, dann ohne aufenthalt sich an den studienort begeben
und von den rektoren und doktoren die notwendigen Zeugnisse über die zeit seines Studiums zurückbringen bei Ver¬
lust der einkünfte seiner pMnde; 3. soll laut päpstlicher Verfügung kein illegitimer mehr aufnahme finden. Die
legitime gehurt ist innerhalb 4 monate, von der besitzergreifnng der priibende an gerechnet, nachzuweisen. Der ans-
steller bestätigt diese Satzungen und erteilt dem propst und allen Chorherren und kaplänen die Vergünstigung, daß
sie aus ihrer mitte einen als beichtvater wählen könnten, der sie von den geheimen bischöfl. reservatfäilen absol¬
vieren könne. Dat.Const 1426, feria 3. post festum omnium sanctorum. — Or. Zürich, Staatsarch. (CU 1 nr. 541).
— erw. Hottinger, Historia eccl. 8,1290. 9151
— nOT. 9. Konrad Immer, Schultheiß zu Kaiserstuhl, der an stelle des bischofs daselbst zu gericht sitzt; beur¬
kundet, daß Götz Eseber, bürger zu Zürich, und Konrad Stülinger von Waldhansen (Walthnsen) güter vertauscht
haben. Geben uff samstag vor sant Martins tag 1426. — Or. Zürich, Staatsarch. (Antiqu. Gesellschaft). 9152
— dei. 1^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats in Winter¬
thur, den Johann von Eberhartschwil, sonst von Keuenbnrg (Nüwenbeig), welcher ihm von edelknecht Johann
von Bandegg präsentiert worden war, in die pfarrei Götzach bei Winterthur, welche durch tod des Heinrich von
Bandegg erledigt ist, einzuweisen. Dat. Const 1426, kal. dec., ind. 4.—Or. Winterthur, Stadtarch.; auf dem bug:
FHder,; rdekseiis: JSithari, Juravit, 9153
— dez. 8 . Jordanus, bischof von Albano, erteilt dem Bichard Dürer, priester Konst bistnms, die erlaubnis, einen
priester als beichtvater zu wählen, der ihn von allen reservatfällen, die päpstlichen ausgenommen, absolvieren kann. Dat
Borne apud ss. apostolos 3 . non. dec., pontif. Martini pape V. a. 9.— Or. Sigmaringen, Domänenareb. (KL Beuron);
unter dem bug links: Oaiiani, Franeisc.; auf dem bug rechts: G.Tuvina, Bückseits in der mitte oben : Hutnatsle;
auf der Seite: pro dido Bichardo Dürr, prtdnfisro Friburgim, Const, non solmt cap . 9164
— dez. 5, Born. Papst Martin V. bestätig^ dem kloster Töß alle freiheiten. Dat Borne apud ss. apostolos non.
dec., a. 10. »Cum a nobis petitnr«. — Or.Zürich, Staatsarch. (Töß 446); unter dem bug links: taxe 8; rechts auf
dem büg: gratie. Jo, de liontsmcniis, Bückseits Toeß, EaqgsdUa per tue FeUcem Hemerli de Thurego prepo-
situM Solod, anno 1426, Clauren egghartinen pull,; bei den schnüren: Buet, 9155
ncg«tl«a d«r BUebfif« yo» KonsUuo. 111.
36
282 Otto lll. Ton Hacbberg, Bischof von Konstanz. 1426—1427.
1426 dez» 7, Konstanz. Der offizial des Eonsi hofes entscheidet eine klage der fabrikpfleger der pforrkirche Lip-
perswil (Lupraswile) gegen den Konst bftrger Heinrich Gans wegen nichtbezahlnng einer gälte ab einer wiese za
Hansen (Hnsen) daUn, daß letzterer jährlich 2 schilL Konst ^ za zahlen habe. Dat. et act Const 1426, ind. 4.,
pontif. Martini pape Y. a. 10., die 7. mens. dec. — Notariatsinstmment des Nikolaas Schott Ton Konst: Frauen-
feld, Kantonsarch. (Meersbarg); räckseits: Nicolaua Schott, protonotarius ; oben: ft 2 fl, 9166
— dez* 8 « Papst Martin V. bestätigt dem kloster Einsiedeln seine priTilegien. »Cam a nobis petitarc. Begg.
Einsiedeln 695. 9167
— dez.. 21^ Ulm. Bdrgermeister and rat. der stadt Ulm bitten den bischof Otto bezw. dessen generalvikaf am be-
stätignng der altarpfründe and des damit verbundenen predigtamtes, welche vor Zeiten Heinrich Kraft and Adelheid
von Salmetingen, dessen frao, in das spital za Ulm gestiftet haben. Die jährlichen einkdnfte betragen 40 Scheller;
außerdem hat der kaplan das hinterlassene haus mit hof and 6 fader holz anzosprechen. Seipe verpßichtangen sind
genau angegeben, a. a. hat er jeden sonntag and za allen ,zimlichen and notdürftigen ziten* za predigen, er soll
ein frommer gelehrter priester sein osw., dos morgens, wenn er predigen und studieren soll, soll er von anderem
chordienst befreit sein. Heinrich Nythart pfarrer za Ulm, stimmt za. Geben an s. Thomas, dos hl. zwdlfbotten tag
1426. — Or. Ulm, Stadtarch. 9168
.— dez. 24^ Born. Papst Martin Y. an den offizial von Konst: Eberhard Barcht Erhard Tafel, von Beatlingen,
Johann Bessrer, Nikolaus Ungelter von Ulm, Jodokas Huntpiß, Ulrich Brock .von Bavensbarg^ Ulrich von Hom von
Biberach, Hermann Hipp von Eßlingen, Johann Wilhanner von Wil, laien Konst and Speirer diözese, klagten, daß
neulich Dietrich von Altenstein, Barkhard von Neaenegg, Petras Hater, Ulrich Oniz, Rudolf von Wahingen, Johann
Salzer, Anselm Zanter, Haugg von Tischingen, Hermann von Tischingen, laien, die erstgenannten wegen geld-
schulden vor gericht zogen und zwar vor Konrad Trachseß, ritter Bamberger diözese, der sie zur Übernahme eines
gottesurteils nötigen wollte, um ihre unschald zu beweisen. Sie behaupten jedoch, niemals mit den klägem ver¬
kehrt oder ihnen etwas schuldig za sein. Der offizial wird beauftragt gegen Konrad Trachseß mit strafen vor-
zagehen, falls er die beklagten za einem ^ottesarteil nötige. Dat Borne apad ss. apostolos 9. kaL ianaarii, a. 10 .
»Exhibita nobisc. — Or. Stuttgart Staatsarch.(Ulm); unter dem bug links: 40 9 ; aaf dem bog rechts: B^grtUU,
B, de Puteo ijjj; räckseits: B darin Ja,; bei den schnüren: H, Raiecop,; beim bog links: H, Baieeop, P,de Magio,
— vgl. 1428 okt 31. 9169
1427. Auf befehl des bischofs ziehen die Konstanzer mit 300 mann in den Untersee and nehmen vielen fischem
gam und netze weg, weil sie, entgegen den Vorschriften der Konstanzer fischerordnang, den laich wegfingon. —
erw. Thnrgaoische Beitr. 1886, 25. 9160
1427* Revers des Friedrich von Heidenheim gegenüber dem bischof »saper officio scribendi litteras absolntionom
et relazationum a sententiis excommonicationam et aggravationamc. — erw. Kopb. 503, 136 Karlsrahe. — vgl.
nr. 8912. 9161
— jaiL 16^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofls Otto beaaftragt den dekan des dekanats Mwderkingoo,
den akolyten Thomas Griff, welchen propst Johann von Schassenried [d. d. 1426 dez. 30] präsentiert hatte, in die
Pfarrkirche Attenweiler, welche durch tod des Anselm von Amsperg erledigt ist, einzaweisen. Dat Const 1427,
mens, ianaarii die 16., ind. 5 .—Or. Stuttgart Staatsarch. (Schassenried); auf dem bag: Fridricm; räckseits oben:
Nithart, iuravU, 9162
— jan. 26. Hermann von Headorf zo Waldsberg benrkandet daß ihm das domkapitel 400 U h. auf die pfand-
schaft der barg Waldsberg geschlagen, and verspricht dafür auf die äußere maoer einen erker za baaen, so hoch
und so weit wie die beiden andern. Es siegelt sein brader Kaspar von Hendort Geben an samstag nachs. Agnesen
tag 1427. — Or. Karlsrahe (5 Waldsberg). — reg. Fürstenberger U-B. 6,114 note la. 916S
— jan. 289 Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto erteilt dem kollegiatstift Ehingen, welches einen neoen
tarm zu bauen begonnen und an kirchengeräten mangel hat einen sammelbrief mit der anweisung an die geisüichkelt
die almosensammler einmal innerhalb eines jahres aafzunehmen, und erteilt 40 tage ablaß. Sollte dieser brief au
,qaaestaarii* verkauft werden, verliert er eo ipso seine gültigkeit Dat Const 1427, mens, ianaarii die 28., ind. G.—
Eingerückt in das transsampt des Johann Gat d. j. von Bottenborg, priester Konst bistums, öff. k. notar und im
anftrag des Konst bischofs caasaram matrimonialiam commissarius generalis, d.d. 1427 aag .20 : abschr. Stuttgart
Staatsarch. (Bottenbarg, Stift St Moriz). 9164
— Jan« 31. Klara von Montfort nach dem tode der Agnes von Tengen zur äbtissin des klostera Buchau, erwählt
verspricht dem konvent 16 artikel einzahalten, welche näher angeführt sind und die klosterverwaltung betreffen.
Geben an dem nächsten frytag vor n. L firowen tage Purificacionis 1427.—Abschr. (15. jh.) Stuttgart Staatsarch.
‘ (Buchau). 9166
Otto 111. von Hacliberg, Bischof TÖn Konstanz. 1427. 283
1427 febr« 1, Bom. P&pst Martin V. beauftragt den abt von Weingarten, dem kloster Schussenried mit 130 m. 8 .
einkünften die pfarrkircbe Attenweiler mit 14 m. 8 . einkommen za inkorporieren. Dat. Borne apad 8 s. apostolos kal.
febr., a. 10 . »Apostolice servitatis«.. — Or. Stuttgart, Staatsarcb. (Schussenried); unter dem bug links: taxe 40.
9 . expidU.2,kaliumi a,10, Juslinm; auf dem bug rechts: gratis. Jo,de hioniemartis jjjj; rückseits B darin
Ja, Zwei größere bemerkungen Aber Präsentation(?); bei den schnüren: Coniüi; links beim bug: ConiUi Jo, d$
Nursia, — Kopb. Schussenried s. 469 Stuttgart, Staatsarch. — Der abt Ton Weingarten, durch ?iele arbeit xer-
hindert, beauftragt mit der ausführung den Konst domdekan Johann Schürpfer d. d. 1427 aug. 4. — Zitation
durch den Konst domdekan d. d. 1427 aug. 4. Dieser führt die bulle aus d.d. 1428 jan. 4. Der kircbherr Thomas
Greif hatte auf die pfarrkirche verzichtet 1428 jan. 3. — 1428 okt 11 quittiert Konrad Hoff lieh, domherr zu
Chur und Chorherr von St. Stephan zu Konst, subkollektor der ap. kammer in den diözesen Konst und Chur, den
empfang von 60 Bh. fl. als erste firüchte der inkorporierten pfarrei. (Or. ebenda). 9166
— nach febr« 29« Schreibt an prior und konvont des klosters St Georgen, das dekanat Yillingen, sowie an den
notar und praeco des Konstanzer hofes: er teilt mit Jafl ihm der bruder Silvester Billung, prior in Krauchthal und
mönch von St. Georgen, ein wahldekret des dortigen konvents, besiegelt von dem kaiserlichen notar, meister Jo-
doküs von Pfullendori, überbracht hat Er hat daraus ersehen, daß der abt von St. Georgen, Johann Kom [Kem?J,
am 28. jan. 1. j. verstorben ist und die brüder am 15. febr. zur wähl geschritten sind.—Formelbach Z, 4 Freibarg,
Ensb. Arch. — Kopb. 502 Karlsruhe. Abt Johann urkundet noch 1426 nov. 13. Die urkunde ist also in das jahr
1427 zu setzen. — vgl. folgende nr.' 9167
— nach märz 28« Macht bekannt, daß nach dem tode des abtes Johann Korn [Kern?] von St Geoig^en (jan. 28)
der bruder Silvester Billung, prior in Krauchtal und mönch von St Georgen, zum abte dieses klosters am 15. febr.
gewählt worden ist Am 29. febr.hat dieser in person das wahldekret des konvents, besiegelt von dem kaiserlichen
notar, meister Jodokus von Pfullendorf, dem bischoi mit der bitte um bestätigung der wähl überreicht Am 28. märz
hat er im Minoritenkloster zu Konstanz die bestätigung und investierang des gewählten, für den als Vertreter der
Chorherr von St Stephan, meister Johann Tenger, erschienen war, bis zum persönlichen erscheinen Silvester Billungs
hinausgeschoben. Vor notar und zeugen ist dann beides erfolgt, doch soll die benediction durch den generalvikar
erfolgen. — Formelbach Z, 4 Freiburg, Erzb. Arch. — Kopb. 502 Karlsruhe. — vgl. vorige nr. 9168
— aprll 8 , Konstanz. Eglolf [Blarer], abt von St Gallen, schreibt an Benedikt de Elbidelettis, Stellvertreter des
päpstl. kamerars: bei der Provision mit der abtei haben sich seine prokuratoren zur Zahlung der ersten frachte ver¬
pflichtet, wovon die hälfte innerhalb 3 monaten fällig sein sollte. Gerne wollte er diesem yersprechennachkommen,
wenn nicht die abtei durch die Appenzeller, welche ihm den gehorsam und Zahlung der abgaben verweigern, litte;
er bittet deswegen um aufschub der Zahlungsfrist, da er erst zahlen könne, wenn er im ruhigen besitze der einkünfte
der abtei sei. Dat Const. 8. die mens. apr. [14]27. — U-B. St Gallen 5, 489 nr. 3377. — Über die wähl des
abtes vgl. ebenda s. 473. 9169
— April 12^ Konstanz. Wilhelm Nithart, propst zu Ittingen, von Johann Trülleray, propst zu Schönenwerd, sub-
delegiert zi^olge einer an letzteren als ezekutor gerichteten bulle Martins Y., führt die bestätignngsbulle aus, welche
papst Martin Y. inbetreff nicht näher genannter abmachungen zwischen bischof und domkapitel erlassen hat Dat et
act Const. in ambitu ecclesie maioris ibidem in loco consistoriali nobis in causa presenti ad iura reddenda pro tribunali
sedentibus 1427, ind. 5., die vero sabati 12. mens. apr. — Notariatsinstrument des Johann Danheim von Freibuig,
öff. kais. notar und des gen. Wilhelm Nitbart Schreiber: Freibarg, Erzb. Arch. — vgl. folgende nr. und sept 29.
9170
— April 25« Bischof und kapitel sind uneins. Der bischof will [trotz der abmachungen d. d. 1424 dez. 13] das
bistum wieder, die domherren sind dagegen. Am 25. april sammelte er alle prokuratoren, die zum Konstanzer hof
gehörten, und befähl ihnen gehorsam. Die domherren hatten einen richter, den der bischof nicht wollte [nach 1424
dez. 13 durfte das domkapitel die beamten ein- und absetzen], er saß deswegen selbst zu gericht Auch die dom¬
herren tun dies. Der bischof vertreibt den offlzial vom richterstuhl, setzt offlzial und generalvikar ab und befiehlt,
den seinigen gehorsam zu sein. Domkapitel und bischof können sich vor dem rat zu Konst nicht einigen, sie tun
einander in den bann und klagen beim papst Herren und stiLdte vermitteln, so daß der bischof die gewalt wieder
erhält — Anschauliche lebendige Schilderung dieser Vorgänge in Chronicon Constantiense (bei Mone, Quellen-
samml. 1, 331). — Anscheinend zum jahre 1423 (näher besehen ohne jahresdatum) berichten diesen Vorgang
Dächer (bei Buppert, Konst Chroniken 125) und übereinstimmend damit Christoph Schultheiß, Kollektaneen. —
Schultheiß, Chronik (FreibDiözesanarch. 8,55f.) behandelt dies summarisch und mit verweis auf seine Kollektaneen.
vgl. 1427 juli 14, sept 29 und folgende nr. 9171
— nach april 28« Eröfihiet dem domdekan, kapitel, käplänen und allen geistlichen in stadt und bistum, daß er
die mag. Leonhard Moschart, decr. dr., propst von Zürich, einst offlzial des Konst hofes, Ludwig Nithart, lizentiat
des kan. rechtes, leutpriester von St Stephan zu Konst, ehemals sein generalvikar in spir., Wigand Cre [Kreiner]
86 *
284 Otto ni. Ton Hachberg, Bischof yon Konstanz. 1427.
und Johann Danheim von Freibarg, (beide) notare des gen. ehemaligen generalvikars, nealich (pridie), abgesetzi hai.
Er verbietet allen unter androhong von strafen, irgend eine Sache vor sie oder deren nachfolger za bringen« wenn
diese nicht mit seiner Vollmacht eingesetzt sind. (Undatiert). — Eopb. Y s. 173 Konstanz« Stadtarch. — vgl. vo¬
rige nr. and mai 4. . . 9178
1427 mai 2^ Konstanz. Heinrich von Hornberg, durch gottes and des ap. Stahles gnade abt der Beichenao« orkondet«
daß kardinal Antonias, ep. Fortaen., den Friedrich von Zollern wegen seiner schuld als abt der Reichenau abgeseUt
• hat, worauf der aasstellor mit der abtei pro vidiert wurde. Gleichwohl kömmera sich der gen. Friedrich von Zollern,
Heinrich von Lupfen and Heinrich von Bosenegg, mßnche, sowie die Vasallen des klosters nicht dämm. Er droht
ihnen deswegen mit den kirchlichen strafen. Dat. et act Const. 1427, die veneris 2. mens, maii; zeagen: Albrecht
und Burkhard von Homburg, brddef, uud Konrad von Friedingen, edelknecht — Notariatsinstr. Karlsrohe (5 Bei-
chenaa). 917S
— mai 4, Konstanz* Schreibt an die gesamte geistlichkeit in stadt and bistum: ans furcht} seine krankhmi
könne länger dauern, hat er seinerzeit dem domdekan and kapitel die ganze sorge fdr das bistam in weltlichen rad
geistlichen dingen übertragen, wie es in den darüber aasgefertigten urkanden enthalten ist, in der absicht, daß da¬
durch dem bistam aufgeholfen werde. Da aber der augenschein lehrt, daß jene Übertragung mehr zum schaden als
zum nutzen des bistams ist, widerraft er, um den schaden vom bistum abzawenden, jene Vollmachten, die er dem
domdekan und domkapitel übergeben hat. Er verbietet darum allen, den erlassen des domkapitels und vor allem
denen des Ludwig Nithart, einst generalvikar in spir., und des Leonhart Moschart, einst ebenfalls generalvikar«
welche er am 28. april (antepenultima mensis aprilis) mündlich abgesetzt hat, zu gehorchen, jsio aufzunehmen oder
. sie als bischöflichen generalvikar und Offizial anzusehen. Da sich das domkapitel weigert, die Siegel des general-
vikars und des Offizials heraaszugeben, werde er das amt eines offizials einer anderen geeigneten person übertragen«
das amt eines generalvikars aber selbst ansüben und die generalvikarsurkunden mit seinem größeren, die offizials-
urkunden mit seinem kleineren Siegel besiegeln; auf der Vorderseite des siegeis ist das wappen der Konst, kirclie«
auf der rückseite dagegen das wappen der markgrafen vonHachberg, in der mitte der hirtenstab. Nur so besiegelten
urkunden sollen sie glauben schenken. Dai Consi 4 . maii sub sigillo maiori appresso a tergo [l427j. — Kopb.
Y s. 174 Konstanz, Stadtarch. — vgL april 25; juli 14. 9174
mal 17; Muri. Vor dem notar Heinrich Bisplin von Wil« kleriker Speirer diözese« e^heint abt Georg von
Muri einer- und Jakob Goltschmid von Sursee, kleriker Konst bistams, andererseits. Letzterer trägt vor: es ist ihm
von papst Martin Y. ein zur kollatur des gen. abtes gehöriges henefizium verliehen worden; der Muttergottesaltar in
der Pfarrkirche von Villmcrgen ist durch tod des Johann Molitor erledigt« er bittet darum um einweisung in die
früchte dieser pfründe. Der abt erklärt dem verlangen gerne nächkommen zu wollen, wenn folgende bedingungen
erfüllt werden: der gen. Jakob muß sich innerhalb eines jahres zum priester weihen lassen, falls ihm der abt dies
nicht erlasse; nach empfang der Priesterweihe muß er persönlich residenz halten und den altar persönlich versehen,
wie es seither brauch war; erleide das kloster mit bezug auf diese kollatur irgend einen schaden, sei es durch Zah¬
lung der ersten früchte an die kurie oder an den bischof, so müsse er dieselben bezahlen. Unter diesen bedingungen
übertrug der abt dem gen. die pfründe. Acta sunt hec: (1427, ind. 5 ., pontif. Martini pape Y.a. 10, die vero sabbati
que fuit 17. mens, maii in monasterio Muren.). — Notariatsinstmment: Aarau, Staatsarch. (OU D 12 ). 9174
— jani 28; Konstanz* Urkundet: Konrad von Steinach hat den hof zu Güttingen geq. Sägmühle und die schop-
pose am bach vom bistam in pfandesweise besessen. Der bischof übergibt ihm und nach dessen tod einer von ihm
bestimmten person dieses gut als leibgeding. Das domkapitel stimmt zu. Geben zu Cost. an s. Johanns abend zu
Sommer 1427. — Kopb. 1766, 129^ Karlsruhe. — 1429 sepi 23 verkauft Konrad von Steinach die gen. güter
um 100 tf ^ an Werner Ehinger, bürger zu Konsi (ebenda). 9176
— Jllli 14* Johann von Tengen-Nellenbuig, landgraf im Hegau und Madach, ritter Heinrich von Ulm, Hermann
von Hohralandenberg, Heinrich Ehinger bürgermeister, Konrad Mangolt} Ulrich Schifter und der vogt Johann An¬
dres zu Konstanz errichten zwischen bischof Otto und dem domkapitel zur gütlichen Schlichtung vieler Streitigkeiten,
deren Ursache sie nicht näher schildern wollen, folgenden vergleich: 1. die briefe des bischofs wie des domkapitels
sollen volle lOjahre geltuqg haben [1424 dez. 13]; 2. nach verlauf von 10 jahren sollen Friedrich graf von Toggen-
burg, Johann graf von Lupfen, landgraf in Stühlingen und herr zu Hohenacker, und Johann graf von Tengen und
Nellenburg mit zuzug von SKonstanzer ratsherren beschließen, was weiter zu geschehen habe; 3. das domkapitel soll
die schwierigen angelegenheiten des bistams mit Zustimmung und wissen des bischofs, falls dieser bei den beratungen
• anwesend sein will, beraten; 4. der bischof soll darauf dringen, daß die prälaten und der klerus in stadt und bistam
Konst dem domkapitel gehorche und dessen befohlen naebkomme im namen des bischofs; 5. der bischof soll beim rat
der Stadt Konst darauf hinwirken, daß dieser das geistliche gericht schütze; 6 . das domkapitel soll dem bischof
zu dem ihm jährlich vorbehaltenen geld (ad pecuniam annualem; vgl. 1424 dez. 13) in den 4 quatemberzeiten ab¬
liefern: 100 heller, die hälfte in gold, die hälfte in münz; 7. das domkapitel soll 1200 Rh. fi. dem Stellvertreter
Otto III. von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1427. 285
abliefern laut der darfiber aosgestellten nrknnde; 8 . der biscbof wie das domkapitel sollen ohne anfechtnng bei den
briefen bleiben, welche sie in hbnden haben, bis die ,littera commissionis regiminis episcopatns ConstS welche der
bischof dem domkapitel aasgestellt hat, vom papste bestätigt sei. Dann sollen alle anderen abmachungen nngfiltig
sein. Acta sunt hec 1427, feria 2 . prox. ante diem s. Margarethe. — Eopb. T Konstanz, Stadtarch. 271. — erw.
Bnppert, Konstanzer Chroniken 274 anm. (vgl. za 1424 dez. 13). — vgl 1427 april 25, jali 31, sept 28. 9177
1427 Juli 20. Heinrich von Stoifel schreibt an Ulm betr. seinen marsch nach Böhmen. Das kontingent des bischofs
von Konst, schätzt er anf .50 pferde. — Deatsche Beichstagsakten 9, 51. 9178
— Juli 24} Konstanz« Yerkanft mit znstimmnng des domkapitels an Konrad Mangold, borger za Konst,
50 Bh.fl. gölten ab dem wein* und komzehnten za Meersbarg and erhält daför 1000 Bh. fl. Mitgölten sind: Her¬
mann von der Hohenlandenberg, Bödger Hartz, bischöfl. vogt za Baamgarton, Konrad ln der Bönd gen. Ball von
Konstanz; bargen: Heinrich von Tettikofen, Konrad in der Bönd gen. Böll, Wemher von Ekiggenbach, Ulrich
Schilter, Konrad Winterberg, Konrad nud Heinrich Atzenholz bröder, bnrger za Konst. Wiederkaaf bleibt Vorbe¬
halten. Geben ze Cost 1427, an s. Jacobs abend des merron zwelfbotten. — Gr. Karlsruhe (5 Gen. 50). 9179
— Juli 26, Konstanz. Erteilt allen, welche dem Salve regina in der Pfarrkirche za Ulm anwohnen and für nnter-
dröcknng der häretikor in Böhmen beten, 40 tage ablaß. Das abhalten des Salve regina war in Ulm seit dem zage
gegen die Böhmen öbong. Dat. Const in aola nostra episcopali 1427, mens, iulii die 26.» ind. 5 . — Or. Ulm,
Stadtarch. — aasz. BazingrYoesenmeyer nr. 120. 9180
— Jnli 81, Konstanz. Tor dem Offizial des Konstanzer hofes erscheint Johann Löti, domknstos za Konst., and
zeigt eine deatsche urkunde vor, worin bischof Otto dem domdekan und dem domkapitel za Konst anf weitere fönt
jahre die bischöfl. reg^erang öberlassen hat [1424 dez. 20], nach den 10 Jahren, wie es in einer anderen nrknnde
ansbedangeu ist 11424 dez. 13], und bittet, daß diese deutsche urkunde durch einen sachverständigen in das latei¬
nische übersetzt würde. Die öbersetzong wird dem mag. Heinrich Hemerlin, artiom. mag. und lizentiat des rechtes,
Sachwalter, und dem Ulrich Salzberg, notar des Konst, hofes, übertragen. Dat et act in ambitu ecclesie Const ...
1427, ind. 5., die vero Jovis ultima mens, iulii, pontif. Martini pape Y. a. 10. Zeugen: Badolf Lämblin, Johann Wiß,
. Heinrich Pflnger, kapläne der Konst, kirche, sowie Ulrich Baamann and Johann Kempf, prokoratoren des Konst
hofes. — Kopb. T s. 163 Konstanz, Stadtarch. — vgl. sept 29. 9181
äug. 10« Johann Wolfbart von Begensperg bearkandet, daß er von propst und kftpitel von Schönenwerd dem
. bischof von Konstanz als priester des St Erhards- und St Antoniasaltars zu Schönenwerd, mit dem die kirche zn
Orkheim (Ortkon) vereinigt ist, präsentiert wurde. Er verspricht sich zu halten wie ein anderer kaplan und solange
die eiukommensverhältnisse za Drkhcim nicht so. gut sind, daß er in Schönenwerd bleiben mag, soll er jährlich
5 Stehler entrichten. Geben uff s. Laarentzen tag 1427. — Or. Papier, ^lotham, Staatsarch. (Schönenwerd).
9182
— sept. 29, Born. Papst Martin Y. ad fataram rei memoriam. Das domkapitel za Konst, hat vorgetragen: bischof
Otto fühlte sich körperlich so schwach, daß er selbst die leitang des bistams in spiritaalibos et temporalibns nicht
mehr aasüben konnte und die bischöfl. mensa sowie kirchliche personen in stadt nnd bistam wegen der andauernden
kränkUchkeit des bischofs großen schaden litten. Deswegen übernahm das kapitel nach eingehenden verhandlangen
aaf bitten des bischofs die leitang des bistams unter abtretang einer jährlichen pension von 2000 H heller an den
bischof [1424 Aez. 13]. Das kapitel sollte dem bischof aaf verlangen jährlich rechenschaft ablegen; der bischof
überließ dem kapitel die bargen nnd gestattete, daß die Vasallen dem kapitel den treueid leisteten. Nachdem das
kapitel zwei jahre hindarch die leitang des bistams innehatte, bat es den papst um bestätigung. Der papst beauf¬
tragte damals den pröpst von Schönenwerd und 2 andere mit der nntersuchong nnd bestätigung, falls es zam nutzen
des hochstifts sei. Darauf bestätigte Wilhelm Nithard, propst zu Ittingen, der vom propst von Schönenwerd daza ab¬
geordnet war, alle abmachangen zwischen bischof and kapitel [1427 april 12 ]. Obwohl nun der bischof nachher
der Übernahme des bistams und der bestätigung nicht zostimmte [vgL 1427 april 25] and an den aposi stahl
appellierte, so hieß er doch auf betreiben von freunden [vgl. 1427 jnli 14] die abmachnngen, nachdem er besser
nntcrrichtet war und das kapital ihm die pension erhöht hatte, gut, sodaß non bischof und kapitel um die päpstL
bestätigung nachsachten, die der aosstellcr gewährt Dat Borne apnd ss. apostolos 3. kal oct, ä. 10 . — Mod. ab-
schr. (Beg. Lat 268, 194^ Born). 9183
— sept. 29, Born. Papst Martin Y. beauftragt den propst zu Ittingen, dem stifte Embrach mit einem einkommen
von nicht über 60 m. s. die kirche zu Tinhart, deren einkünfte 14 m. s. nicht übersteigen, einznverleiben. Das pa¬
tronatsrecht hat Johann Taler dem stifte, das durch krieg so schwer geschädigt ist, daß kaam die 4 Chorherren
and der kirchherr, dem die seelsorge obliegt, ans den einkünften unterhalten werden können, geschenkt Dat Borne
apnd SS. apostolos 3. kal. oct, a. 10. — Or. Zürich, Staatsarch. (OH 7 nr. 123); oben: ad cameram; unter dem
bng links: taze 30. 9 ; auf dem bug rechts: gratis. Jo. Stalberg ijj. Böckseits R darin pb. Bei den schnüren:
CordUi; links beim bog: Cofiiüi, darunter Gamerii ,— 1427 sept 8 verkauft Hans von Sal, Schultheiß za Winter-
28(> Otto 111. Yon Haohberg/ Bischof yon Konstanz^ 1427.
thnr, seine rechte an dem kir(^ensatz 'und dem zehnten zu T. mit haust schener, widemzehnt und kelnhof, die ?on
jnnker Ulrich von Elingeh zu leheh gingen, um 860 Bh.fl. an Nikolaus Nas, propst, und das kapitel yon Embrach.
Geben an'dem nochsten mentag n. s. Yerenen tag 1427 (Or. ebenda nr. 122 ). — 1428 Juni 3 teilt Wilhelm Nit¬
bart, propst von Ittingen, als päpstl. exekutor der geistUchkeit gen. bulle mit und lädt die Interessenten nach Kon¬
stanz in das leutpriosterbaos von St Stephan. Dat. 1428, mens, iunii die 3^ ind. 6 . (Or. ebenda nr. 124. Buckseits
die bestätigung der yerk^digung durch Ulrich, kirchherr zu Tinhart, d. d. 6. juni).—• Eine weitere ausfahrunga^
urkunde d. d. 7. juli 1428 ebenda nr. 125. — 1428 dez. 23 bestätigt Eonrad Hofflich, domherr zu Chur und von
St. Stephan zu Konst., subköllektor der apost kammer in den diözesen Chur und Konstanz, von Nikolaus Naso,
propst, und konvent des stiftes Embrach, von den gesamten fruchten der dem stifte inkorporierten pfarrkirche Pe-
tronella in Tinhart 40 Bh. fl. empfangen zu haben. Dai et act 1428, mens. doc. die 23., ind. 6 . (Or. ebenda
nr. 126, auf dem bug: Wigandus notarius), 9184
1427 okt. 3. Papst Martin Y. erteilt dem abt Burkhard von Einsiedeln das Privileg, die hl. messe vor tagesanbruch
zu lesen. — Begg. Einsiedeln 704. 9186
-i— okt* .11, Beichenau. Heinrich, abt der Beichenau, präsentiert dem bischof bezw. dessen generalvikar in spir.
auf den Mutiergottesaltar in der kapelle zu Tuttlingen, welcher durch tod des priesters Johann Breyis erledigt ist,
den Priester Johann Schdrcunz von Gärtingen. Dai et act. in Augia maiori . . 11. mens, oci 1427, ind. 5. — Or.
Karlsruhe (5 Tuttlingen). 9186
— okt. 26, Born. Papst Martin Y. an den propst von Si Stephan zu Eonsi »Ea que de bonis«-bnlle fär Rudolf
Tettikover, sonst gen. Zapf, kirchherm zu Güttingen. Dai Borne apud ss.apo8tolos 7.kaL nov.,a. 10. »Dilecti fiUi«.
— Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (KreuzliDgen); auf dem bug rechts : pro F. de Oenezan, C. de rückseits
oben links: pro d. Nieh,proth. Ja, Peter; mitte: Rade(?); rechts: F. de Carri,,,; bei den schnüren: P.'Petre;
rechts: B. de Tropeio. — Begg. Kreuzlingen nr. 300. 9187
— HOT* 14, Baden. Johann Kurz, spitalmeister zu Baden i. A-, präsentiert dem'bischof Otto bezw. dessen general-
vikar auf die pfarrkirche Fislisbach, welche durch resignation des Johann Widmer vakant geworden, den prie^er
Wemher Kalkherr. Dai in oppido ^den 1427, mens. nov. die 14., ind. 5. — Welti', Urk. Baden s. 395 nach or.
Baden, Stadtarch. • 9188
— nOY. 22, Frankfuri Die kurfürsten schreiben an die städte Bern, Zürich und ihre eidgenossen: bischof Otto,*
ihr verbündeter, hat geklagt, da6 die Appenzeller die priester und bistumsuntertanen mißhandeln und ermorden,
dem abte von Si Gallen die abgaben verweigern uh4 die Untertanen der herren und ritter aufwiegeln gegen ihre
herren; sie ersuchen die adressaten, der ritterschaft vom Si Georgsschild beizostehen, damit die feindsoligkeiten
eingestellt würden. Geben zu Franckfbrd uff den samstag vor s. Katherinen, der hl. jungfräwen dag [14]27. —
Dieselben schreiben an den bischof und geben ihm nachricht, daß sie an Bern, Zürich, Konstanz und Ulm geschrieben
haben, und bitten ihn, alles zu tun, damit die feindseligkeiten der Appenzeller ein ende nehmen, wovon ihm der.
bischof von Augsburg näher berichten wird. — U-B. St. Gallen 5, 503 t — vgl. 1426 sept 6 . — Zum vergehen
des bischofs Petrus von Augsburg gegen die Appenzeller vgL ebenda s. 505; 507 nr. 3414; 514 nr. 3430 ff. —
vgl. 1428 mai 18. — erw. Deutsche Beichstagsakten 9 , 125 anm. — vgl. Klingenberger Chronik (her. von Henne
y. Sargans) 202/3. Ebenda das schreiben an bischof Otto. — vgl. Tschudi 2, 188. 9189
— nOT« 28. Die i^versititt Bologna stellt dem Johann ^hweiger von Luzern, Benediktinerordens, nach abgehal¬
tenem examen das doktordiplom der rechte aus. Dai Bononie in ecclesia cathedräli die 28. nov. 1427, ind. 4.(1)
ppntit Martini Y. a. 11.; zeugen unter andern: Heinrich von Hewen, dekan vou Straßburg, Bernhard von Baden,
Petrus Basler, regierter Chorherr Basler diüzese. — Or. Luzern, Stif^ch. (A. 86). 9190
— dei. 2. Muß beisteuern zum krieg wider dio Hussiten. In jeder bischoikstadt oblag der eüazng des geldes zwei
domberren, zwei stiftsherren und zwei rittem. Diese sollten es nach Nürnberg abliefem.— Altmann, Eberhart
Windeckes Denkwürdigkeiten s. 291 1 — Deutsche Beichstagsakten 9,91. * 9191
1427 ende. Yerläßt Konstanz und zieht nach Schaffhansen. — Als die ritterschaft, der von Toggenbuig
und der abt von Si Gallen mit den Appenzellem kriegte, ging es in Konstanz wunderlich zu, niemand wußte, wer freund
oder feind sei. »Do bot man ze Costentz, wer frümder oß der statt wölt, der müß ain pullet nemen von demburger*
meister oder er müß beliben, wan man ließ nieman ußbin, er hett denn ain pullet und das druckt im der burger-
maister uff den dornen, das zogt er denn den knechten by dom tor. Nun dis verdroß den hischoff und lur von der
statt und für gen Schaffhusen und belaib do, bis man das gebot abließ und kain pullet gab.« — Buppert, Konsi
Chroniken 131. — Fast würtlich bei Scholtheiß, EoUektaneen 1, 99**. — Der bischof urkundet in Scbaffhausen
1428 jan. 6. 919*
1427 etide. Der bischof und die herren im Hegau überfallen die von Obningen und erbeuten 2000 heller oder
mehr.* »Do zoch man von Costenfz uss und wolt über .den bischoff sin, do ward es verkomen. Er hätt Heinrich vön
Otto III. von Hachberg, Bischof yon Konstanz. 1428. 287
Hof ocb gescbaitgott dor burger eo Costentz was, es ward aber alles bin tragen«. — Konstanzer Cbronjk (Mono,
Qoellens. 1 , 332). — Scboltheiß, Bistamscbronik (FroibDiözesanarcb. 8 , 65) erwähnt den überfall Ton Ohningen
zum Jabre 1425, in den Kollektaneen (l, 100*) dagegen zum Jabre 1428 mit dem Zusatz: Diser nberzng ist off
Nicolai geschoben nss der .nrsacb dann die Chorherren erfaren betten, dass die Ton Oningen gern das burgrecht zu
Costentz gehabt betten; diser dborzug hatt den gaistlichen vil Unwillens zu Costentz gemacht Darnach ward das
cborgericht gen Kayserstül gelegt, dann die pfaffen ?on der statt zögend. Es gieng derselben zit den gaistlichen
übel; es wurdent inen zu Tegerwjlen zwo kügen(?) genomen«.—Desgleichen zum jahr 1428 Buppert, Konst Chro¬
niken 133. — Dagegen Claus Schultheiß bei Buppert, Konst Chroniken 274 zum jahre 1427. — Der zug fand
wohl im dezember 1427 statt, vgl. die abmachungen 1428 febr. 26. — Das bischöfliche gericht urkundet in Kaiser-
stubl 1428 jan. 15. 919S
1428« Entscheidet den streit zwischen der äbtissin von Dänikon und dem kaplan des klosters, Heinrich Huber, um
die kirchlichen opfer- und meßgelder diüiin, daß bei beerdigung eines fremden das leichenopfer halb der kustorei
und halb dem kaplan, bei beerdigung eines Untertanen des kaplans diesem, bei beerdigung einer Klosterfrau dem
beichtigor und bei dessen Weigerung dem kaplan Zufällen solle. — ausz. Kuhn, Turg. sacra 1, 309. 9194
.— jan. 3^ Konstanz. Vor mag. Ludwig Nithart, in decr. licenciat, generalvikar in spir. des bischofs Otto, re¬
signiert Thomas Griff, kirchherr der pfarrkirche Attenweiler, auf diese pfarrei, vertreten durch seinen Sachwalter
Burkhard Ferr, leutpriester zu O^rswang. Acta et facta Const in domo habitacionis d. vicaiii memorati mta prope
ecclesiam s. Stephani ibidem (1428, ind. 6 ., die vero sabbati. 3. mens, ianuarii). — Or. Stuttgart, Staatsai^. (Schus-
senried). — vgl. 1427 febr. 1 . 9195
jan. 6 , Sehaffhauseii. Bestätigt durch transfix die neuen Satzungen des frauenklosters Säckingen betr. gnaden-
jahr und erbfall: Johanna von Hohenklingen, äbtissin, und das kapitel von Säckingen beurkunden d« d. 1427 nov. 28:
jede domfrau [siiftsfrao] konnte seither mit Zustimmung der äbtissin eine ,trägerin* nehmen und dann frei über ihr gut
verfugen ; wer ohne eine ,trägerin* zu nehmen starb, deren gut fiel der äbtissin anheim, jedoch sollte die pfrönde der
^verstorbenen ein jahr nachdienen, bei einem domherrn ein monat. Da vielfach freunde und erben der verstorbenen
; auf die guter boschlag legten, bestimmen sie nunmehr: 1 . jede domfrau soll bei lebzeiten vor äbtissin und kapitel
V über ihr gut verfügen; 2. unterläßt sie dies, so soll ihr gut dem kloster anheimfallen; 3. das gnadenjahr bezw. bei den
domherren [stiftsherren] der gnadenmonat soll auch fernerhin in kraft bleiben, so daß das gnadenjahr mit dem tag des
todes anfängt. Beschehen und ist disor brieff geben 142 7, an dem nächsten fritag vor s. Andres tag des zwelfbotten. Dat.
; in oppido Schaffhusen 1428i die 6 . mens, ianuarii, ind. 6 . — Or. Karlsruhe (16/38); auf dem bug: de manda^ do^
mini CoMt. Fiidericus, — Bestätigung dmreh Friedlich, herzog von Österreich 1429 febr. 28: ebenda (16/38).
— Kopb. 1142; 1146, 14f^ Karlsruhe.;— reg. Schaubinger, Säckingen 175 nr. 78. ' 9196
— Jan. 15^ Kaiserstuhl. Dor generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die dptiemng und Stif¬
tung einer ewigen messe auf den Muttorgottesaltar in der kapelle zu Frommenhausen, filial von Hirrlingen (Hür-
ningen), welche Johann Wend, Schultheiß, und die bürgerschaft zu Fr. mit Zustimmung,des klosters WiUichen als
patronatsherr von H. und des plebans Conrad Hag von H. und mit Unterstützung des priestors Jodocus Stültzlin d.
d. Bottenburg 1428 jan. 9 gestiftet haben. Dai in oppido Kayserstül 1428, mens, ianuarii die 15 ., ind. 6.:— Or.
. Stuttgart, Staatsareb. (Ostorr. Landesteile 1). — Abschrift Donaueschingen (Wittichen, Schaffhei Horb M. 9). —
, Bottenburg, Ordinariätsarch. (Bepert. s. 66). 9197
— Jan. 19. Johann abt von Bellelaye beurkundet; durch teine beförderung zum abte von Bell, ist die abtei Him-
. melspforte väkant geworden; er providiert deswegen mit der abtei Hünmelspforto den bmder Heinrich Vallat mit
dem ersuchen [an den bischof bezw. generalvikar] die investitur des gen. als abt und pfarrer anzuerkennen. Dat
. 1428, die 19. mens, ianuarii. — Or. Karlsruhe (17/2). Die anerkennung durch den prior von Premontrüs Johann
. Toppeü erfolgte 1432 aug. 20. da die investitur durch den abt yon B. nicht yon allen als rechtsgültig angesehen
wurde. — reg. ZGOBh. 26, 366. 9198
— Jan. 28, Schaffhaaseii. Entscheidet auf einem tag zu Schaff hausen jan. 26 (montag n. s. Pauli bekerung)
' einen streit zwischen Heinrich Schultheiß, kirchherm von Zug, einer- und der stadt Zug anderseits dahin: die stadt
soll künftighin ihre kirche besetzen können mit einem leutpriester und einem helfer, der kirchherr soll die stadt daran
. nicht hindern, aber selbst von der stadt ,ze rechter absency* jährlich orhalton 30 Bh. fi., ebenso soll der kirchherr
die noch ansstehenden ,nntzen‘ der kirche erhalten nach abzug dor kosten; auch dürfe er die kirche aufgeben und
— permutieren. Ctoben uff mittwoch nach s. Paulus bekerung tag 1428. — Or. Zug, Stadtarch. — vgl 1428 mai 17.
9199
— febr. 26. Graf Johann von Tengen, graf zu Nellenbnrg usw., Heinrich yon Bandegg ritter, Kaspar von Klingen-
' borg, Hans von Homburg d. ä., Hans Nntzli, unterbürgermeister zu Schaffhansen, Kunmann Gerster, Zunftmeister
. der rebleuteznnft zu Überlingen, und Heinrich Abt, bürgermeister zu Badolfzell, entscheiden in einer Uagsache des
. bischofs Otto und des domkapitols von Konst, sowie des propstes Friedrich von ö^ingen und des Konvents einer-
288 Otto in. Ton Haehberg, Bischof von Konstanz. 142$.
und den lenten zu Ohningen anderseits. Der schiedsspmch betrifift den hnldigungseid der lente von Ohningen, deren
abzngsrecht, bestunmungen über das gericht des propstes und festsetzong von strafen, stellnng eines pferdes für den
biscbof, wenn er nach Ohningen kommt nsw. Geben uff donrstag nächst nach dem snntag... Invocavit 1428. — Cr.
Karlsruhe (5 Ohningen). — ausz. Kopb. 503,355 Karlsruhe. — erw. Tnmbdlt, MIOG. Ergzgsbd. 3, 655 ; Bader,
Badenia 3, 70. -- Ygl. 1415 jan. 12 und 1428. WOO
1428 mffrz 8« Ersucht mit der rittorschaft vom St Georgenschild den bdrgermeister und rat von St Gallen anf
22.' mäiz zu einer gütlichen tagnng mit den Appenzellem ihre boten nach Konstanz zu senden. Geben uff mentag
nächst näch dem suntag als man in der hl. kirchen singet Oculi 1428. — U-B. St Gallen 5,510 nr. 3421.—vgl.
1428 maii8. 9201
— märz 9^ Schaffhansen« Entscheidet einen streit zwischen abt Hugo von Rheinau einer- und Heinrich
TruchseO von Diessenhofen als vogt der leute von Truttikon (Trüttikon), welche dem abt und konvent von ver¬
schiedenen buben 8Vi sch wein jährlich zu liefern haben, anderseits, dabin, daß diese ihm für ein schwein 32 sch.
heller Schaff hauser Währung jährlich entrichten sollen. Geben ze Schafhusen an cinstag nechest nach dem snnnentag
Oculi mei 1428. — Or. Zürich, Staatsarch. (CU 17 nr. 160). — erw. Thurgauische Beiträge 1908 s. 27.—erw.
Rueger, Chron. Schaffh. 2, 1146. 9202
— m&rz 10| Freiburg. Bürgermeister und rat von Freibuig vermitteln zwischen den Johannitern und den Kar-
thänsern daselbst in deren streit wegen der bezahlung der ersten früchte der kirchen zu St Georgen (Hartkilch)
und von St. Einbet zu Adelhausen und der besetzung der letzteren mit einem leutpriester dahin: 1. wegen der be¬
zahlung der ersten früchte sollen sie mit dem bischof Übereinkommen; 2. Johanniter und Karthäuser sollen die kirche
St Einbet mit einem priester besetzen und deren einkünfte, die der priester bisher daselbst erhalten hat, je zur
hälfte leisten. Geben vor unserm offen rate in der rätstuben der nächsten mittwochen vor dem sunntag Letare le
mittvasten 1428. — Or. Karlsruhe (20/l29). Ein älinliches urteil in gleicher angelegenheit d. d. 1428 juli 5
ebenda. Die Karthänser behaupteten, die Johanniter müßten kraft eines Vertrages die ersten früchte beider kirchen
bezahlen und die beiden kirchen mit priesteni versehen. Die Johanniter weigerten sich dessen, da die inkorporation
beider kirchen nicht ausgefShrt wö/den sei, weil der bischof von Konstanz sich nicht daran kehren und die ersten
früchte von den kirchen haben wolle. — vgl. 1392 mal 14 und 1415 mal 2, 920S
— mXn 18, Kaiserstuhl. Johann linck von Grüningen, kloriker, Öffentlicher kaiserlicher und des Konstahier
hofes geschworaer ,notariu8 collateralis* vidimiert im anftrage des ofßzials von Konstanz in gegenwart der zeugen
Johann Birwil, dekans von Aarau und leutpriesters zu Suhr, Johann Ehtfeld, kirchhenm zu Entfelden (Entfeld), und
Ulrich Sultzborg, ,notarius collateralis', die eingerückten urkunden nrr. 5349 und 7869 zu 1358 jan. 20 und zu
1405 jan. 14. Acta sunt (1428, die martis 13 ..in opp. Kaiserstül in domo .. Johannis Glatt, advocati oppidi
einsdem). — Or. Solothurn, Staatsarch. 9204
— m&rz 21. Graf Rudolf d. j. von Sulz, landgraf im Kletgau, schreibt an bischof Otto: graf Rudolf von Habs¬
borg besitze nach aosweis eines von dem hofrichter weil. Primsol besiegelten briefes eine anweisoog von 250 mark
gold auf güter in der grafschaft Kletgau seitens des kaisers weil. Karl lY. Jener brief besage, ,das kain erlangung
mer da für hOren soP. Nun habe der bischof länger denn 18 jahre den grafen Rudolf von Sulz und seine gemahlin
wider das kaiserliche gebot Jener güter ,entwert‘. So fordert er den bischof auf, ihn in den besitz jener güter oder
jener summe geldos zu setzen oder ihm darum ,beudgung machen* bis zum nächsten Georgstage (apr. 23); würde
ihm dies von dem bischof ,verlengl und verzogen*, so wolle er auf gmnd eines kaiserlichen orteils gegen den bischof^
das hochstift und alle, die zu ihm gehören, genugtuung sich verschaffen, wie es seiner ehre zukomme. Geben uff
den nechsten snnnentag nach s. Gerdrutten tag (i 4)28. — Pap.-Conc. Karlsruhe (l0/l3); auf dem rücken steht
von der gleichen hand: ,als min son dem bischoff ab künt hautd. 1428.* — Rudolf III. von Sulz war vermählt mit
Ursula, der enkelin Rudolf lY. von Habsbnrg-Kletgau, der erbin des Kletgans. 920$
— m&rz 26, Rom. Papst Martin Y. an den konvent des klosters Reichenau: der papst hat sich bei lebzeiten des
abtes Heinrich die abtei reserviert. Da sie durch den tod des gen. abtes erledigt ist, providiert er mit der abtei den
Friedrich von Wartenberg, mönch von St. Blasien. Dat. Rome apnd ss. apostolos 7. kal. apr., a. 11. »Inter sollid-
tudines«. — Or. Karlsruhe (5 Reichenau); unter dem bug links: apr, taxe 16. 3f. de Guadagnia. O, AtUredi; anf
dem bug rechts: Meynhardua, Rückseits R darin Ja,; bei den schnüren: H,,, — Desgleichen an den könig Sig¬
mund. Yermerke wie oben, nur bei den schnüren: Ja ,,,,— Desgleichen an die Vasallen. Yermerke wie oben. Bei
drä schnüren ...? — Erhält 1428 juni 6 in Rom seine abtsweihe durch Andreas ep. Aiacen. Urkunde des Bene-
dictns ep. Aprutin., locnmtenens des päpstlichen kämmerers. Dat. Rome apnd ss. apostolos die dominica 6. mens, iunli
a. 1428, ind. 6.... Or. ebenda; unter dem bog rechts: bei dem Siegeleinschnitt: via, a, Roderiei; rechts:
L, Robring, 9206
— m&rz 27, Konstanz. Bestätigt folgendes Statut dos dorokapltels: niemand soll fürderhin in das domkapitel
anfgenommeii werden, der nicht vorher eidlich versichert, daß er den titel auf sein kanonikat mit reinen händen
Otto III. von Hachbei^, Bischof von Konstanz. 1^8. 280
(pore), ohne handgeld (arronda), versprcchang einer jährlichen pension oder sonstigen zahlnng, ohne irgend welche
art von Simonie erworben hat Der domdekan Johann Schörpfer und das domkapitel siegeln. Acta et facta sunt
Consi in aula nostra'episcopali 1428, mens, martii die 27., ind. 6 . — Or. Karlsruhe (5 Gen. 34). — Liber con-
Btitut 31 Donauesebingen. — Kopb. 509, 230^ Karlsruhe. 9^7
1428 april 1. Markgraf Wilhelm von Hachberg (Hoch-) präsentiert dem bischof von Konstanz für drei altäre in der
pfankirebe zu BOtteln (Botelen) die priester^ Johann Hürnne (Hurime?) von Bheinfelden, Johann Ywani von Vil-
lingen und Berthold Spengeler von Hüfingen, letzteren für den St. Georgsaltar in der neuen, an den chor angren¬
zenden kapelle, worin markgraf Rudolf und markgräfin Anna, Wilhelms eitern, ruhen. Johann Sigrist, kirchheir
zu Betteln, stimmt zu. (1428, die Jovis prima mens. apr.). — Or. Karlsruhe (21/375). — vgl. aug. 3. 9208
«— april 2, Kaiscrstuhl. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewid-
mung einer ewigen messe auf den altar der Elendenkrenzkapelle außerhalb der mauern Kleinbasels, welche bfirgerr
meister, rat und gemeinde von Basel gestiftet haben. Er siegelt mit dem vikariatssiegel (sigillum vicariatus curie Const.).
Dat. in oppido Kaiserstül 1428,mens. apr. die 2., ind. 6 . Auf dem bog: Fridricus. Rückseits: H.Hemerli no[inine]
viearii. — Or. Basel, Staatsarch. (St. Theod. 2 2®). — Die Stiftung erfolgte durch Johann Reich von Beichenstein und die
ganze gemeinde Basel 1423 dez. 20 (l 423, fer. 2 . ante festem s. Thome ap.). Sie präsentieren dem bischof den priestor
Johann Fürin zur Rose. -14 2 5 jau. 19 schreiben Burkhard ze Rine, bürgermeister, und der rat der stadt Basel deswegen
an den bischof von Konstanz: sie haben zu der kapelle des EleUdcnkreuzes eine pfründe gestiftet und mit 24 fl. bewid-
met; sie präsentieren Hans Furin zer Rosen, einen armen priester, ,der ze mengein male gen Rome gelouifen und hat fiy-
heiten zu derselben capeile erworben^; ihm hat auch der papst vor Zeiten,erste lihnng desselben pirandlins gegönnet^
Sie ubergeben Hans Furin den präsentationsbrief und bitten für ihn um investitor, da das pfrfindlein klein und
er ein armer priester sei. Dat. feria 3. post Hylarii 1425. (Missivenbuch 3, 47 ). — Schon vorher hatten sie zu dieser
Stiftung die päpstl. gonehmigung eingeholt. Dieselbe erteilte Bonifaz IX. 1403 juni 1 . Bfirgermeister, rat und ge¬
meinde von Basel hatte damals vorgetragen: sie beabsichtigen au dem platze zum Eiendenkreuze, wo schon lange
ein kreuz steht, nahe dem tore von Kleinbasel, zu dessen Verehrung stets viele menschen zusammenstrdmten« einen
altar zu bauen und zu bewidmen. Der papst genehmigt die Stiftung unbeschadet der rechte der pfarrkirche St. Theodor,
behält der stadt das präsentationsrecht des kaplans vor und reserviert dem in verschlag gebrachten subdiakon Jo¬
hann Färin zur Rose von Oltingen die kaplanei. Dat Rome apud s. Petrum kal. iunii, a. 14. — Or. ebenda (17®);
unter dem bug links: taie 30 9 ; auf dem bug rechts: gratis. Jo, de Lyn8,ij. Rückseits R darin Jac, Bei
den schnüren aus seide: soIpH miehi Franeino; beim bug: Barombus. (VgL Basler U-B. 5,329; 6,168). — reg.
Basler U-B. 6 , 169. — vgl. zur Sache: Historisches Festbuch zur Basler Vereinigungsfeier 1892 s. 233L 9209
— april 8, Konstanz, Stellt mit Zustimmung des domkapitels dem grafen Heinrich von Fürstenberg, der für
ihn bei den münzmeistern Hans und Dietrich gen. Sürly zu Basel ersatzbürge für Diethelm von Erenkingen ge¬
worden ist, einen schadlosbrief ans für 60 fl. jährl. zins. Geben ze Cost acht tag ze ingändem apprellen 1428. —
reg. Fürstenbergor U-B. 3, 143 nach or. Donauesebingen. . 9210
— april 15^ Kaiserstuhl. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfiz die Stiftung und bewidmung einer
ewigen messe auf den hl. Geist-, Mnttergottes-, Antonius-, Barbara- und Katharinenaltar in der pfarrkirche zu
Waiblingen durch Konrad Früstinger, edelknecht, und dessen frau Greta öndinger mit Zustimmung des grafen Eber¬
hard von Württemberg d. d. 140$ sept. 10 (feria 2 . post f.Nativitatis Marie); eine zustiftung durch die erben der
gen. erfolgte d. d. 1428 märz 21 (in der vasten do man sang Judica). Dat in oppido Kaiserstül 1428, mens. apr.
die 15., ind. 6 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Waiblingen G.V.); auf dem bug: FHdticus, Rückseits: Nithart, —
vgl. Blätter für Württ Kirchengeschichte 1898,175. 9211
— april 16, Kaiserstuhl. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt die von priester Richo von Haigerloch,
ehemals kirchherm vonYillingen, auf den bochaltar der pfarrkirche (so!) gestiftete priesterpfrände und deren trans-
ferierung auf den St Wendeliusaltar in der St Johann Baptistkapelle zu Yillingen mit Zustimmung des Erhard
Tüffer, derzeitigen kirchherm. Dat et act in opido Keyserstül 1428, mens. apr. die 16., ind. 6 . — Or. Yillingen,
Stadtarch. (Lit F.); rückseits oben: ülricus SaÜet, viceoicarius, — vgl. 1423 jan. 23. 9212
— april 20. Schreibt mit der ritterschalt von St Georgenschild an bfirgermeister und rat von St Gallen mit dem
ersuchen, von den Appenzellem für einen tag in Arbon freies geleit zu erwirken. Geben uff zinstag vor s. Georien
tag [14]28..— U-B. St Gallen 5 , 513; über den abschied von Arbon d. d. 1428 april 29 ebenda. —^ vgL 1428
märz 8 . 9213
— april 25, Konstanz. Bestätigt der meisterin und der Sammlung (congregatio) der schwestem in Lindau alle
von seinen Vorgängern erteilten gnadenerweisungen. Dat. Const 1428, die 25. mens, apr., ind. 6 . — Or. Lindau,
Stadtarch. 9214
— april 29. Die Appenzeller hatten die rechtbote; welche der bischof von Konstanz, der abt von St Gallen und
die ritterschafb ihnen getan, ausgeschlagen, worauf zu Arbon aufs neue recht geboten wurde. Die eidgenossen be-
BegMten der Disebefe von Konstaiiz. UI. 37
290 Otto ni. Yon Hachberg, Bischof yon Konstanz. 1428.
stimmen neae Schiedsrichter zum endg^tigen entscheid. Gehen die Appenzeller auf den verschlag ein, so soll man
auf samstag nach fronleiclmam (jimi5) nach Konstanz einen tag bestimmen. Wollen sie denselben nicht annehmen,
so sollen die eidgenossen dem bischof von Angsbarg anf den tag za Baden in den pfingstfeiertagen antworten. —
Eidgen.Abschiede 2, 65 nr. 96 falsch datiert 1427 april 24 (vgL U-B. St. Gallen 5, 513). — vgl. 1429 juli 26.
92U
14:28 mai 17« Vergleicht zwischen magister Heinrich, kirchherrn von Zag einerseits, and ammann, räten and Unter¬
tanen der pfarrei anderseits: sowohl die kirchenpfleger als der kirchherr sollen za dom baa des chores in der Pfarr¬
kirche beitragen; das meßgewand (denmessachel) soll der kirchherr an die kirche geben; die consolationes fdr den
bischof, die bannales für den erzpriester, sowie die subsidia sollen der kirchherr einerseits, die kirchenpfleger oder
pfarrantertanen anderseits je zar hälfte tragen; die kosten, die aas der Verpflegung der Schwester des kircbhemi,
die von den Zagem gefangen gesetzt worden war, erwachsen sind, fallen den Zagem nicht zar last, da sie jene
auf bitten des bischofs Peter von Augsburg freigelassen haben. Beschehen an mentag nach unsers lieben herren
Üffart 1428. — Or. Zug, StadtarcL — vgL 1428 jan. 28. 9216
— mai 18, Konstanz. Verkauft mit einwilligung des domdekans and domkapitels auf wiederkaaf um 300 Rhein,
goldgalden, die er von der Beqediktinerinnenabtei Fraamünster in Zürich empfangen und zar aaslüsang der von weiL
bischof Heinrich verpfändeten qaarten za BuOkilch, Freyenbach and Ufnau verwandt hat, der abtei diese qaarten.
Geben ze Cosi uff annser pfallentz am nächsten zinstag vor dem hl. pfingstag 1428. — Or. Zürich, Staatsarch.
(ClI lOnr.225*).—Eingerückt in den revers der Anastasia von Hohenklingen, äbtissin and des kapitels von Fraa¬
münster d. d. 1428 jali 4 (Geben Zürich uS a. Ulrichs tag des hL byschofs 1428): Or. Karlsrahe (5 Baßkirch). —
— Kopb. AA, 203 Freiburg, Erzb. Arch. — reg. Kopb. 503, 279 Karlsruhe. — reg. Regg. Pfäfers und Saigans
59 nr. 434. — erw. Müller, MHVSchwyz. 2,115. 9217
— mal 18, Konstanz. Bischof und propst, dekan and kapitel von Konst, bestellen den Wigand Kreyner und
Leonhard Barg za ihren Sachwaltern in dom prozesse des bischofs Petras von Augsbuig gegen die Appenzeller.
Dat et aci in aula episcopali civitatis Const in stubella prope capellam eiasdem aalae 1428, ind. 6., die martis
18. mens, maii, pontif. Martini V. a. 11. — U-B. St. Gallen 5, 513 nr. 3429 ff. — Daraaf hin verbietet bischof
Petrus d. d. 1428 mai 22 jede gemeinschaft mit den Appenzellem unter androhong kirchlicher strafen, führt diese
strafen ans d. d. 1428 jani 21; erteilt dem Ludwig Nithart, generalvikar in spir. des bischofs, aaftrag, genauere
bestimmungen zu treffen, wie weit das verbot der gemeinschaft mit den Appenzellem sich erstrecke d. d. 1428
juli 24 (ebenda s. 532 nr. 3437). — 1429 jali 29 (nach der richtong vom 26. jali) erteilt bischof Petras von
Augsburg seinem pünitentiar Johann Haiterbach, Ord..Pred., and Ludwig Nithart, in decr. licentiat, dem general¬
vikar in spir. bbchofs Otto, die erlaabnis, die Appenzeller von den kirchlichen strafen loszasprechen (ebenda s. 589
nr. 3509); die aosfühmng d. d. 1429 aug. 7 ebenda. Damit hatte der krieg mit den Appenzellem sein ende er¬
reicht; näheres über die verhandlangen siehe im U-B. St. Gallen 5, 513-590. — vgl. jani 8. 9218
— mai 25. Thomas, bischof von Cäsarea (ep. Cesariensis) und weihbischof des bischofs Otto, weiht kirche und friedhof
za Fällanden (Vellanden), da der chor daselbst erweitert and der während der baazeit beseitigte hanptaltar wieder
in den chor versetzt wurde. Mit bewilligang seines bischofs verleiht er ablaß. Dat in die s. Urbani 1428. — reg.
Zürich, Staatsarch. nach or. Pfarrarch. Fällanden. 9219
— jani 8, Konstanz. Vor dem in der Sakristei der Konst domkirche versammelten domkapitel, nämlich: Heinrich
von Bandegg, propst Johann Schürpfer, dekan, Johann Ulrich, kantor, Johann Lüti, kostos, mag; Johann Bölling,
mag. Diethelm Leman, Konrad von Münchwil, Johann von Rast, Walter von Ulm, mag. Johann Hagendorn und
Konrad Egghard, domherren, versprechen Heinrich Ehingor, bürgermeister, Konrad Mangold, Ulrich Schilter, Jo¬
hann Ortolf sonst Welck, Johann Bolzhnser and Heinrich Stack! des rates von Konstanz, daß sie sich an die g^n
die Appenzeller gerichteten prozesse halten wollten. Sie haben dieselben allen Zünften mitgeteilt, damit sic mit den
Appenzellem and deren verbündeten keine gemeinschaft haben und sie nicht mit lebensmittein versorgen; sie wollen
auch niemand, der ihnen anhängt in der stadt dulden. Qae acta sant (1428, mens, ianii die 8... in ecclesia ca-
thedrali Const et ibidem in sacristiga loco capitalari solito). — Notariatsinstr. des Ulrich Salzberg: Konstanz, Stadt-
arch. (nr. 386). — reg. Marmon, Urk.-Aasz. 63; U-B. St Gallen 5,524. — vgl. mai 18. 9220
— jani 18. Verkauft mit einwilligung des domdekans und domkapitels auf wiederkaaf der dombruderschaft am
900 pfd. pf. Konst münze den großen and kleinen zehnten za Bodman, der bislang an Pilgrim von Heudorf sei.
and dessen gemahlin Ursula verpffindet war, unter genauer aafzählung seiner einzelnen pertinenzen. Geben an frytag
vor s. Johans tag des töffers ze sünnwonden 1428. — Eingerückt in den revers der dombraderschaft d. d. 1428
juni 19: Or. Karlsruhe (5 Spec. Bodman). — Kopb. AA, 911 Freiburg, Erzb. Arch. — Kopb. 492 (306) nr. 50
Karlsrahe. — reg. Geschichte der Freiherrn von Bodman nr. 508. 9221
— jani 26, Künigsegg. Guta StOcklin, frau Albrechts von Künigsegg auf Künigsegg, präsentiert dem bischof
Otto bezw. dessen generalvikar iu spir. für den Muttergottesaltar in der pfarrkirche zu Ulm, welcher durch rosig-
Otto III. von Hacliberg, Bischof von Konstanz. 1428. 291
nation des priosters Konrad Ulmcr erledigt ist, den pricstor Ulrich llerdegon von Ulm. Dat. in Castro Künsogg
1428, 6. kal. iulii. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Ulm); rüchsoits: inrestiendus aolvit. iuravit. Mich. 9222
1428 juli 14, Konstanz« Inkorporiert mit zustimmang des domdekans and domkapitels aaf bitten des rats and der
barger von Bern in der diözose Laasanne dem krankenspilal bei Bern, zur Konst. diCzese gehörig, die pfankireben
za Oberwyl im dekanat Baren and za Jegenstorf (Yegenstorff) im dekanat Bargdorf. Das patronatsrecht beider
kireben war dem spital von dem ritter Hermann von Battikon bezw. von Peter von Kraachtal, dem sohne Gebhards,
und dessen oheim Peter von Kraachtal geschenkt worden. Der bischof behält sieb and seinen nachfolgem die ersten
fraebte vor sowie das recht, die kongraa für die vikare jener kirchen za bestimmen. DatConsi 1428, die mercarii
14. mens, ialii, ind. 6. — Eingerdckt in den revers des Kadolf Im wil »tator«, Konrad Hässo »minister« and der
Pfleger des spitals von demselben datam: Or. Karlsrabe (5 Jegenstorf). — Kopb. AA, 525 Freibarg, Erzb. Arch.
— reg. Kopb. 503,317 Karlsrahe. 9223
— juli 17, Konstanz. Der generalvikar in spir. entscheidet, daß es abt and konvent von Bebenhansen gestattet
sei, die zehnten and fiachte der pfarrkirche za Plieningen in der oberen schenne aafzabewahren, welche innerhalb
der maaem des kirchhofs liegt and za welcher der weg durch den friedhof führt. Einige hielten dies wegen der
beiligkeit des ortes für unrecht, obwohl es über 50 jahre so in brauch war. Dai Consi 1428, die 17. mens, ialii,
ind. 6. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bebenbausen): unten: Wigandus pt 4 ß Bückseits: Nithart ad iusautn
intrascriptoru}n; Siegel des generalvikars aafgedrücki 9224
— Juli 21, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Si Ottilienfrüh¬
meßpfründe in der Ottilienkapelle zu Plochingen, welche die gemeinde daselbst d. d. 1428 mai 8 (samstag naach
des balligen crutz tag als es fanden ward) mit zastimmang des abtes Johann von St. Blasien, des propstes Nikolaus
Stöcker zu Nellingen (Nall-) and Othmars Häring, pfarrers za Plochingen, gestiftet bat, und beauftragt den dekan
des dekanats Kirchheim, den priestcr Nikolaus Pfot von Eßlingen als ersten kaplan in die pfründe oinzuweisen.
Dai Const. 1428, mens, ialii die 21., ind. 6. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (NeUingen); auf dem bug: Fridricua.
Bückseits: Nithart und iuravit, . . 9225
— juli 21, Ulm. Bürgermeister and rat za Ulm schreiben an das kapital des stiftes za Wiesensteig: es kommt za
euch Paul Nythart, unser bürger, im namen seiner brüder Ludwig Nithart, vikary zu Konst, und meister Matheus
Nythart, eure mitchorherren, um deren pfründbezüge zu erheben; wir bitten euch, dieselben auszufolgen. Geben uf
mitwochen nach Margaretha virg. 1428. — Or. Ulm, Stadtarch. (Veesenmeyer). 9226
— juli 30. Konrad, abt von Kreazlingen, überträgt die ausführung einer »Ea qne de bonis«-balle Martins V. d. d.
1418 april 26 (Dai Const. 6. kal. maii, a. 1.) för Konrad Schmid, kirchherrn zu Kappel, dem domdekan za Konst
Dat et act. in Crutzlingen 1428, die penaltima mens, ialii, ind. 6. — Or. Biberach, Spitalarch. 9227
— juli 31, Konstanz. Ludwig Nitbart, in decr. licentiat, offizial des Konst hofes, führt als eiekutor die balle
Martins Y. d. d. 1426 sept 30 (Borne apad ss. Apostolos 2. kal. oct pontif. a. 9.) aus, worin dieser dem kloster
Adelberg das von graf Heinrich [am rande von späterer band: error!] von Württemberg überlassene patronatsrecht
der kirche zu Holzmaden bestätigt und diese kirche dem kloster einverleibt. Er lädt die beteiligten auf sept 3. zur
verhandlnng. Dat. Const 1428, die ultima mens, iulii, ind. 6. — Or. Stuttgart, Staatsarch. fKl. Adelberg); auf dem
bug: proclamavi Frid.; rechts: Wigandus; rückseits oben: Nühart; dann aasfahrungsvermerk durch den leat-
priester Ulrich Mayer za Holzmaden. Schönes offlzialssiegel; Umschrift: Sigillam officialis carie Constanciensis. ~
vgl. 1428 sept 3. 9228
— aug« 1, Konstanz« Erteilt der pfarrkirche Enkenhofen, die za ehren der hll. Laurentius und Leodegar ge¬
weiht ist, an bestimmten tagen und für. alle, welche a. a. abends den engl, grüß beten oder die predigt in der gen.
kirche anhören, 40 tage ablaß. Dat et act. Const 1428, mens. aag. die 1., ind. 6. — Or. Enkenhofen, Pfarrregi-
stratur; auf dem bug: de wandato d. Const, Iridricus, 9229
*— aug« 3, Konstanz« Bestätigt mittelst transfix die von seinem vater Badolf, markgraf za Hachberg and herr
zu Bötteln and Saasenberg, angeregte und nunmehr von seinem (des bischofs) bmder Wilhelm Markgraf von Hach¬
berg ausgeführte Stiftung von 3 meßpfründen in der pfarrkirche zu Bötlein mit zastimmang des Johann Sigrist von
Binzheim, kirchherrn daselbst Die erste pfründe wurde gestiftet auf den altar an der linken Seite der kirche, ge¬
weiht zu ehren der hll. Erhard, Katharina und Barbara; der zweite in der mitte zwischen dem genannten altar and
dem altar der Mattergottes, geweiht za ehren des hl. kreuzes, der drei weisen und des allerheiligsten altarsakraments;
der dritte auf den altar in der neuen kapelle nächst dem chor der kirche za ehren des hl. Georg m. Auf den St. Er¬
hardsaltar investiert er den Johann Hümne von Bheinfelden, aaf den Kreizaltar den Johann Twan von Yillingen
and auf den Georgsaltar den Berthold Spengler von Hüfingen, alle priester, welche ihm von markgraf Wilhelm prä¬
sentiert worden waren. Mit der einweisung wird der kirchherr von Bötteln beauftragt Der Stiftungsbrief ist d. d.
1428 april 1 and enthält die Spezifikation der Stiftungsgüter. Dat Const. 1428, mens. aug. die 3., ind. 6. — Or.
87 *
292 Otto in. Ton Hacliber§r, Bischof Ton Konstanz. 142S.
Earlsrahe (21/375). — Schöpflin, Historia-Zaringo-Badensis 6, 174. — reg. 6Fr50rte. 4, 207. — reg. Begg.
Markgrafen y. Baden II 11S8 and 1194. — ygL za april 1. 9230
1428 ang. 9. Paalin Schindelin, bürger za Bavensbarg, arteilt in dem streite zwischen biscbof Otto and dem dom-
kapitel, vertreten durch den domherm and pfleger des hochstifts Ulrich Trachsefi einer- and andrerseits dem abte
Werner von Pfävers, vertreten durch den dekan za Pfävers, Aber die gerechtsame an der mühle za BergheioL In
der nämlichen sache war 1428 jali 21 (mittwoch vor Maria Magdalena) beiden parteien aaferlegt worden, bei je
7 loaten kandschaft darüber einzuholen, ,ob da mcllin za Bergkain insnnderhait gen Marchtorff denen (!) solle anders
denne andre gut, die in den dingkhoff von Bergkain gehörend*. Da dem biscbof and domkapitel die weit bessere
kandschaft zu teil geworden ist, wird za ihren gonsten entschieden, daß der möller von der mühle za Bergheim 4ian
furo insonderheit und me dienen solle gen Marchdorff denne andre gntt die in den dingkhoff gen Berckhain ge-
h5ren^ Die stadt Bavensbarg siegelt mit ihrem sekretsicgel. Geben an s. Laarentzen aobend 1428. — Or. Earls¬
rabe. — Eopb. 501, 13^ Earlsrohe. 9231
— aug« 10» Ersucht den abt Georg von Mari, der wegen disziplinlosigkeit and schlimmen wandeis der Schwestern
in Hermentschwil die leitang des klosters in die bände des bischofs niedergelegt hatte, die leitong wieder za über¬
nehmen, da sonst das kloster verwaist dastehe. Dat. sab sigiUo nostro episcopali 1428» die 10. mens, aag., ind« 6.
— Or. Aaraa, Staatsarch. (HIV A 2). — Stücklin, Mise. Mar. hs. 32. — vgL 1428 oki 16. 9232
— sept, 3^ Eonstanz. Ludwig Nithart, offizial des Eonst hofes, vollzieht mit berofong auf die 1428 jali 31 er¬
wähnte balle die inkorporation der kirche Holzmaden an Adelberg. Dat. et aci ConsL ... 1428, ind. 6; die vero
veneris 3. mens, sept... Zeagen: gen. Itelsachs, leutpriester am Eonst. dorne, and Johann Danhein von Freibarg,
Off. notar.—Or. Stuttgart, Staatsarch. (El. Adelberg), als notariatsinstroment des Wigand Creyner; rückseits: Nit-
hart — 1429 aag. 17 quittiert Oddo de Yarris, päpstl. thesaorar and Stellvertreter der päpstl. kammer, den em-
* pfang von 46 kammergoldgalden als annate der inkorporierten pfarrkirche za Holzmaden, welche propst and kon-
vent za Adelberg durch Heinrich von Attendorn, kirchherm za Minden (Menden), EOlner bistums, bezahlt hat. Dat
Ferentin. 17. mens. aag. 1429, ind. 7., pontif. Martini Y. a. 12. Eingerückt in ein vidimas d. d. 1433 jan. 29
ebenda. — 1433 märz 12 urkundet Eonrad Höflich, Chorherr za St Felix and Begala in Zürich and za St. Stephan
in Eonst und snbkollektor der einkünfte der apost. kammer in den bistümem Eunstanz and Chur, daß er das kloster
zur Zahlung der ersten früchte gedrängt habe, daß sie aber nunmehr die qaittang des päpstL kämmorers vorgewiesen,
weshalb er die über propst and konvent verhängten strafsentenzen widerruft Toregi 12. die marcii 1433, ind. 11.
(Or. ebenda; unter dem bag: Jo, Fietz notariua), 9233
— sept. 21^ Konstanz. Gestattet dem abt Nikolaus von St Blasien, daß in jedem hause, in dem er sich aafhält,
ein Priester des Eonstanzer bistums auf einem beweglichen altar die gottesdienstlichen handlangen verriclite, bis der
biscbof diese erlaabnis widerruft. Dat Ck>nst 1428, mens, sept die 21., ind. 6. — Or. Earlsrahe (St Blasien).
9234
— okt. 14. Schultheiß and gemeinde Ebhaasen bei Nagold dotieren mit zastimmung des Johann von Wittingen,
Johanniterkomtars za Bohrdorf, den St Nikolaasaltar in der pfarrkirche za Ebhaasen mit jährlichen einkünften von
27 9 heller samt wohnong and Zubehör and bitten den bischof bezw. dessen generalvikar am bestätigung. Dat
et act feria 5. post Djonisii et soc. 1428. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Wildberg G.Y.). 9235
— okt. 15, Gottlieben. Yor Ulrich Salzberg schwört Eonrad Yögelin, priesterkaplan der domkirche za Eonst,
welcher von bischof Otto wegen schwerer vergehen in Gottlieben gefangen gehalten warde, arfehde. 1428, ind. 7.,
pontif. Martini pape Y. a. 12., die vero 15. mens, oct hora meridiei vel paalo post in villa Gottlieben. — Kopb.
Y Konstanz, Stadtarch. 9236
— okt» 16^ Sohaffhansen. Befiehlt der meisterin and dem konvent in Hermentschwil (Hermanswiler), fienedik-
tinerordens, unter androhung von strafen, dem abt Georg von Muri, bezw. dessen nachfolger, den er nealich [vgl.
aag. 10] mit der leitang des klosters betraut hat, in allem gehorsam za sein, was die hl. regel verlangt, den ver¬
dächtigen amgang mit geistlichen oder laien za meiden und zur früheren Observanz zarückzokehren. Dem dekan and
den mitbrüdem des dekauats Bremgarten und Mellingen gibt er den auftrag, die von ihm verhängte exkommani-
kation über alle des anehrbaren wandeis verdächtigen personen za verkünden. Dat. in oppido Schaff hasen die 16.
mens, oci 1428, ind. 6. — Or. Aaraa, Staatsarch. (H lY A 4). — Stöcklin, Mise. Mur. hs. 31. 9237
— okt» 18^ Schaffhaasen. Beurkundet: Johann von Yeniiingen, Deatsebordenskomtar za Ulm, hat vorgetragen,
daß er nach dem brauch der römischen and anderer kireben während der hl. messe den gläubigen beim friedenskaß
eine tafel von gold und silber mit reliquien zum kasso darreiche, damit die gläubigen, welche die hl. messe besuchen
und aas andacht die reliqaientafel küssen, um so mehr geistiger gnadenschätze teilhaftig werden. Der aassteiler
erteilt dafür allen 10 tage ablaß. Dat. Schaffhusen 1428, die mens, oci 18., ind. 6. — Or. Ulm, Stadtarch. —
Formelbach Z, 57 Freibarg, Erzb, Arch. ohne datum. — reg. Pressei, Nachrichten 11 25 nr. 26. 9238
Otto III. von Hacliberg, Bischof von Konstant. 1428. 203
1428 okt« 22) ScliafThauseii. Führt dio bulle Martins V. d. d. 1427 aug. 3 (Dat. Borne apud ss. apostolos 3. non.
angnsti, a. 10 .) aus, wonach die von abt Friedrich von Kempten gestiftete Mattergotteskapelle beim kloster mit der
Leonhardskapelle vereinigt werden sollte. Dai in opido Schaffason. 1428t die 22 . mens, oct., ind. 6 . — Or. Mün¬
chen, Beichsarch. (Kempten). — vgl. 1410 mal 25. U289
— okt. 31) Born. Papst Martin V. an die bischöfe von Augsbnrg und Konstanz, sowie an den domdekan zu Konst.
Die einwohner der Städte Ulm, Eßlingen, Beutlingen, Bavensbarg, Bottweil, Biberach, Pfollendorf und andere ge¬
nannte Städte der Konst., Angsbarger, Speirer and Würzburger diüzcsen haben vorgetragen: es bestehe seit altersher
der verabschenungswürdigc gebrauch, in prozessen von den klügern zum beweise zum Zweikampf (duellum) [gottes-
nrteil] aufgefordert zu werden, so daß dann die richter nicht nach recht, sondern nach dem ausgang dieses gottes-
urteils entscheiden; auch in der zitaüon an fremde gerichtsorte werden die kanonischen bestimmungen nicht ein-
gehalton. Der papst untersagt dies unter androhung von strafen. Dat. Borne apud ss. apostolos pridie kal. nov., a.
11 . sHodie nostrasc. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Ulm); unter dem bug: mai. taze 22 . A.Fidelis. R, Cassel.
auf dem bug rechts: R^pro de Genezan. A. ScJionaw. Bückseits: R darin p; bei den schnüren: B. de Montep^;
links beim bug: B. de Monte, — Die bulle selbst ad perpetuam rei memoriam »Pastoris etemic. Or. ebenda (Ulm);
unter dem bug: de. taxe 180. A. Fidelis. G. Gamerii 9 ; auf dem‘bug rechts: A. Sekonow xvjp. Bückseits: R
darin pe; bei den schnüren: N. dann B. de Montepöl; rechts: Ja. Petri. — vgl. 1426 dez. 24. — Eingerückt in
ein notariatsinstrument des Joh. Cabebe von Werden, kleriker Kölner bistums: Nürnberg, Germanisches Museum.
— Die ausführung durch Johann Lüti, domdekan zu Konst., d.d. Baden i. A. 1433 mai 12 ebenda. — Transsumpt
von 1429 jan. 26 ebenda. 9240
— nOT* 4) Ulm. Bürgermeister und rat zu Ulm schreiben an bischof Otto: wir empfehlen euch den Wilhelm Njt-
hart, propst zu Ittingen, von unserer stadt, von frommen leuten gebürtig und selbst ein lieber mann, von dem wir
nur gutes gebürt haben, und bitten euch, ihn bei der bewerbung um die propstei zu öhningen zu fördern. Geben uf
donrstag nach aller hmligen tag 1428. — Or. Ulm, Stadtarch. (Yeesenmejer). 5241
— HOT« 23) Konstanz. Erhält von Lutfned Muntprat von Konst, und dessen vetter Konrad, weil, des Hans
Muntprat sei. sohn, 2508 Bh.fl. zum nutzen des hochstiftes und verpföndet dafür mit Zustimmung des domkapitels
eine jährliche gülte von 114Bh.fl. ab dem nutzen des siegeis und der ersten nutzen. Mitgülten sind: Albrecht von
der Breitenlandenberg, Heinrich von Bandegg, Heinrich Truchseß von Dießenhofen, alle drei ritter, Walter von
Münchweiler, Heinrich von Tettikofen und Friedrich Heidenheimer; bürgen: Konrad Felix Bavensbarg, Bruno von
Tettikofen gen. Bündrich, Heinrich von Boggwil, Konrad in der Bünd gen. Büll, Konrad Winterberg und Konrad
Atzenholz gen. Wechsler. Wiederkauf bleibt Vorbehalten. Geben ze Cost. an zinstag nach s. Othmars tag 1428.
— Abschr. 16. jahrh.: Karlsruhe (5 Gen. 96). 9242
— nOT. 26. Johann in der Au, Johann Koch, Peter KOllikon, Büdinus Suter, Heinrich Mathis als Vertreter der
gemeinde Horgen am Zürichersee bitten den bischof um bestätignng der von ihnen auf den Marienaitar gestifteten
Mhmesse mit Zustimmung des Johannitermeisters Hugo von Montfort, als patrons der Pfarrkirche, und des Berch-
told Utenberg, priosters und ständigen vikars zu Hoigen. Di.e pflichten des frühmessers sowie die einkünfte sind an¬
geführt Dat die veneris 26. mens. nov. 1428, ind. 6 ., pontif. Martini Y. a. 12 . — Or. Aarau, Staatsarch. (Leug-
gem). 9243
— nov. 27) Konstanz. Der gcneralvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats Zürich, den prie-
ster Johann Stähelli von Waldshut, der ihm von Johaim Mollitor, rektor des spitals in Baden i.A., präsentiert worden
war, in die pfarrei Bohrdorf, welche durch resignation des Johann Leder vakant geworden, einzuweisen. Dat Const.
1428, mens. nov. die 27., ind. 6 .—Welti, Urk. Baden nach or. Baden, Stadtarch.; auf dem bug rechts: Fridrieus;
rückseits: Jo. Schär, iuravit. — Der gen. Johann Leder hatte sich 1427 juli 14 vor der stadt Baden verpflichtet
(vgl. ebenda s. 393 ). 9244
— nov. 29. Propst, dekan und kapitel des Stiftes Zurzach beurkunden, daß kürzlich etliche chorhOfe durch feuer
zerstört wurden. Mit Zustimmung des bischofs Otto, ihres gubemators, erlauben sie dem Heinrich Winkler, ihrem
mitchorherm, das haus, das zur pfründe gehörte, welche nunmehr Johann Lubätsch inne hat neu aufzubauen und
auf lebenszeit zu bewohnen, ob er Chorherr sei oder nicht Als abgabe soll er jährlich 1 U wachs zu den kerzen für
das heilige grab am karfreitag entrichten. Der bischof und das Stift siegeln. Beschach uff s. Andres übend des hl.
zwelfbotten 1428. — Or. Aarau, Staatsarch. (Zurzach 238). — reg. Huber, Urkunden Zurzach s. 320. 9245
— dez. 1) Konstanz. Der generalvikar in spir. beauftragt den leutpriester zu Sulmetingen, den Johann Landmann
auf ansuchen der Anna Büsin auf dez. 17 nach Konstanz zu laden und ihn von den geistlichen strafen loszusprechen,
falls er vor gericht zu erscheinen verspricht Dat Const 1428, kal. dec., ind. 6. Fridrieus. — Or. papier Ulm,
. Stadtarch. (Yeesenmejer). 9246
— dez. 9) Born. Papst Martin Y. an den propst von St Felix und Begula in Zürich. >Ea que de bonis»-hülle für
abt und konvent von St. Blasien. Dat Borne apud ss. apostolos 5. id; dec., a. 12. — Or. Karlsrühe (St Blasien);
294 Otto 111. Ton Hachberg, Bischof Yon Konstanz. 1428—1429.
unter dom bog links: de. taxe 2. Ja. de Ugolinis. Jo. de Haib.; auf dem bug rechts: Jo. Jacozi tu» Buckseits
obon mitte: Rode; links: d. n.proth. Ja, PetiH; rechts: F.de Canioü; quer: presentetur magiatro H.Hadach;
bei den schnüren : Bi'U3ler(?). 9247
1428 dez« 13. Vor Johann Schürpfer, domdekan, Johann Lüti,* knstos, Albrecht Blärer, Eonrad Ton Münchwil, Johann
Polling, Walter von Ulm, Diethelm Leman^ Diethelm Plarer und Johann Hagedorn, domherren zu Konst, welche
zur zeit das domkapitel bilden, erscheint Eonrad Burg, propst Ton St Johann und domherr zu Eonst, und erkl&ri,
daß er in dem streite mit bischof Otto, der dem domkapitel verboten hat, ihm (Eonrad) die pfirdndbezüge aoszube-
zahlen, an den apost. stahl appelliere. Dem kapitel stellt er einen schadlosbrief aus. 1428, ind. 6., die vero 13.
mens. dec. — Eopb. T s. 262 Konstanz, Stadtarch. '' 9248
1429. Vereinbarung zwischen bischof und kapitel betreffs Verwaltung des bistums [näheres nicht bekannt]. — erw.
in urkunde von 1432 jan. 20/21. 9249
:— febr. 18^ Eugen. Hans Konrad vou Bodman, ritter als gemeiner mann, Johann graf von Lupfen, landgraf zu StfihtiDgen,
herr zu Hohenacker, Heinrich vou Erzingen, Heinrich von Boggwil, ritter, Burkhard von Beischach sprechen recht Lu dem
streite zwischen bischof Otto und Heinrich von Bümlang über die fischereigerechtsame zu Tiengen. Bümlang behauptete,
Anna von Erenkingen sei. habe die fischenz an ihren brudor Ulrich von Brandts versetzt, der sie bis zur ausldse von
Küssaberg in seinem besitz gehabt habe; nach dessen tode sei die fischenz an Ulrichs bruder, Wolf von Brandis,
gekommen, der sie an Bümlang verkauft habe. Dagegen behaupten die Vertreter Ottos, daß Anna von Erenkingen
zu einer solchen pfandbestellung nicht berechtigt war, da Tiengen leben des hochstifts, die fischenz dessen Zubehör
gewesen sei; zudem sei die Verpfändung ohne einwilligung dos bischöflichen lehensherren erfolgt. Das Schiedsgericht
legt den Vertretern des bischofs auf, zu 3 malen (in drin 14 tagen), am 5. und 20. märz wie am 4. april inStockach
den beweis für ihro behauptungen zu bringen; erst dann soll das endurteil gefällt werden. Hans Konrad von Bod¬
man siegelt. Geben zu Engen uff frjtag vor dem Sonnentag als man in der hl. kirchen in dem ampt der hl. messe
singet Beminiscere 1429. — Or. Karlsruhe (10/86). — ausz. Eopb. 514, 78 Karlsruhe. — erw. ZGOBh. 14
(1862), 229. — vgL 1408 juU 23. 9260
— febr. 26^ Konstanz. Bestätigt die neuen, der neuzcit angepaßten kapitelssatzungen des dekanats* Wil. Dat
Consi 1429, mens. lehr, die 26., ind. 7. — U-B. St. Gallen 5, 557 nach abschr. Stiftsarch. — abschr. Donau-
eschingen (Konsi Stift).—Thurganer Beiträge 26 (l 886), 47.—ausz. Zürich, Staatsarch. (WII 4 bL 28^). 9261
— nach mftrz 4. Auf die mahnung, welche Johann Windolt zur eiulieferüng der reichskriegssteuer erließ, ant¬
wortet der bischof: die kurfürsten können wohl wissen, wohin sein geld gekommen sei [er hat es wohl für den
Appenzeller krieg verwenden müssen]; er will darüber den rat seiner räte einholen; wenn die ihm raten, antwort zu
geben, wolle er dem erzbischof von Mainz red und antwort stehen. — Deutsche Beichstagsakten 9, 280. 9262
— mSrz 8. Ulrich Hecker von Dainbansen, welcher auf befehl der amtleute des bischofs von Eonst in dem bi-
schöfl. gefängnis zu Markdorf wegen funddiebstahls eines »saffran« gefangen gehalten, nun aber auf fürbitte der
Junker Burkhard, Pupellin und Heinrich, brüder, von Erenbach freigelassen wurde, schwört urfehde. Geben an dem
nächsten zinstag nach mittvasten 1429. — Or. Schaffbausen, Staatsarch. — reg. Urkundenregister des kantons
Schaffhausen nr. 1802. 9263
— märz 9. Johann von Bast domherr zu Eonst. und propst von Zurzach, stirbt — MG. NecroL 1,285. 9264
— märz 12, Konstanz. Der generahikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan des dekanats in Tübingen,
den Priester Nikolaus Wyßleder von Tübingen in die durch tod des Johann Tirner erledigte frühmeßpfründe des
Muttergottesaltars außerhalb des chores der pfarrkirche zu Tübingen einzuweisen. Derselbe war durch abt Heinrich
von Bebenhausen präsentiert worden. Dat Const 1429, mens, marcii die 12., ind. 7. — Or. Stuttgart Staatsarch.
(Bebenhausen); auf dem bng: jFV*tdrtcus; rdekseits: anderwärts: turart^. .9266
— april 16^ Konstanz. Der offizial des Eonst hofes entscheidet in einem prozeß der Katharina. Schwarz von
Badolfzell gegen Ulrich Leggbain ebenda, der ihr die ehe versprochen und sie deflorierte, daß letzterer ihr gemahl
sein müsse, worauf dessen Vertreter nach Born appelliert Dat et act Const... 1429, ind. 7., pontif. Martini pape Y.
a. 12.; die vero 16. mens, apr.; zeugen Ulrich Sultzberg und Wigand Creyner, notare bezw. Schreiber des Offizials.
— Notariatsinstmment des Johann Liuck von Gi*üningen, Biberach, Spitalarcb.; auf dom bog: pe 10 ß 9266
— mal 12, Konstanz« Urkundet: es erscheint Johann Schmid, kaplan der Aussätzigenkapelle bei Schaff hausen
auf einem hügel gelegen, und bekennt reumütig, daß er mit einer witwe lange Jahre gegen alle klerikalen Sitten ge¬
lebt und diese geschwängert habe; er verspricht das weib aus seinem haus zu entlassen und niemals mit ihr zu ver¬
kehren und bittet um lossprechung von Suspension und exkommunikation. Der bischof absolviert ihn nach auf legung
einer entsprechenden büße. Dat Const 1429, die mens, mail 12., ind. 7. — Formelbuch Z, 61^ Freibnrg, Bnb.
Arch. Die Urkunde, auf einom zettel geschrieben (Formel oder wirkliches konzept? Name fingiert?) ist durch-
strichen. 9267
Otto III. von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1429. '-’95
1429 mal 26. Balle Martins Y.: Ablaß für das fronleicbnamfest. — Or. Karlsrahe (5 Gon. 34); anter dom bag links:
9 . Becbts anf dem bng: de runa dupUcaia, P. de Vivianis, Bückseits oben in der mitte: pro Wigatido Creytier;
bei den schnüren: Ansclmus; rechts beim bng: 3/. de Bossis.; qaer:. Const. ad eigiUiferum. Wig, 9258
— jnni 89 Konstanz« Schreibt an die stadt Bottweil: die braderschaftpfloger sind anzahalten, den geistlichen
der Stadt wie bisher ihre einkänfte ans dem kästen der braderschaft za reichen and nicht za gestatten, daß dieselben
an die meier anf dem lande selbst verwiesen werden. Geben ze Cosi mittwach vor Barnabe apostoli 1429«.— reg.
Urkb. Bottweil nr. 931 nach or. Dekanatsregistratar daselbst 9259
— jnnl 9. Beknndet, von Hermann von Hoben-Landenberg and seiner gemahlin Snse 3000 Bhein. goldgnlden
erhalten za haben, die er znr tilgang der in Basel anfgenommenen schnld behnfs ankanf des Schlosses za Tiengen
samt znbehür verwandt hat. Dafür verkanft er den genannten aaf wiederkanf eine jährliche, am Lncicn- (dez. 13)
and Yeitstage (jani 15) fällige gälte von 150 galden aas den gefällen za Tiengen, den gofällen des bofgerichts-
Siegels, den ersten früchten and der pfaffensteaer, gen. consolationcs. Za mitgülten werden bestellt: graf Hans
von Lapfen, Hans za Tengen graf za Kellcnborg, ritter Heinrich von Bandeck, Hans von Hombarg d. ä.,
Burkhard von Beiscbach; za bärgen: Konrad Mangolt, Werner Boggenbach, Mantz von Boggwil, Konrad Felix Ba-
vensparg, Konrad Winterberg. Domdekan and dumkapitel stimmen za; außer ihnen and dem bischof siegeln die
mitgülten and bürgen. Geben an donsiag vor s. Yitz tag 1429. — Einger. in den revers des Hermann von Hohen-
landenberg und seiner gemahlin Sase, vom gleichen tage: Or. Karlsruhe (10/95). — Kopb. 501, 344* Karlsruhe.
— aasz. ZGOBb. 13,380, vgl. ebenda 14, 229. — reg. ZGGFreibarg. 3, 399 nr. 293. 9260
—jnni 20^ Born. Jordanus, bischof von Albano, päpstl. großpünitentiar, gestattet dem bischof von Konst oder dessen
generalvikar in spir., die insassen des klosters Klingental in Kleinbasel von bestimmten päpstl. reservatfäUen ab¬
solvieren zu können. Dat Borne apnd ss. apostolos 12. kal. ialii, pontit Martini Y. a. 12. — Or. Basel, Staatsarch.
(Cling. 1837). Unter dem bng links: Slo-duodeeimttur-re ... mo y anf dem bug links: XII; rechts: Bertrandus, Bück¬
seits oben in der mitte: A, Raser, Yon dieser hand steht auf der balle: Ahsolucio a sententiis generaiibus pro om-
nibus monialibus monasterii CUttgenidl minoris Basilee, Ckmst. dioc.^ per modum ,Si inveneriiis^, R, 9261
— jnni 30, Baden. Markgraf Jakob von Baden bittet die gräfin Henriette von Württemberg, den abt von Hirsaa
anzuhalten, daß derselbe die mOnche von Beichenbach aus dem bann tue, ihnen and ihren armenleuten das ihre
folgen lasse und den zum prior erhobenen mOnch wieder absetze. Ist dies geschehen, so will der markgraf mit dem
abte wegen der einsetzang des priors za Beichenbach und der rechnongsablage vor den bischof von Konstanz
kommen. Dat Baden fer. 5. post fest b. Petri et Pauli app. (l4)29. — Kopb. 182, nr. 15 Karlsrahe. — reg.
Fester, Begg. Baden 1 nr. 4200, vgL a. a. 0 . nr. 4204, 4211. 9262
— jnli 7, Konstanz« Bestätigt die der Marienpfarrkirche Boll von erzbischOfen und bischOfen verliehenen ab-
lässe and erteilt selbst 40 tage ablaß. Dat et act. Const 1429, die 7. mens, ialii, ind. 7. — Formelbach Z, 115
Freibarg, Erzb. Arch. 9263
— Jnli 8, Konstanz. Yor dem offizial von Konst, erklären näher genannte einwohner von Keßwil, daß die errich-
tong einer kapelle daselbst, wofür ihnen die meisterin Agnes von Landenberg and Anna Sailer, klosterfraa za Mün-
sterlingen, grond und boden tauschweise gegeben haben, dem gen.kloster an seinen um die kapelle liegenden gutem
und einkünften keinen eintrag tan soUe. Dat et act in civitate Const... 1429, ind. 7-, die 8. mens, inlii. — No-
tariatsinstrament des Wigand Crejner: Frauenfeld, Kantonsarch. (Münsterlingen). 9264
— Jnli 9, Konstanz. Schreibt an bürgermeister und rat von St. Gallen and bittet sie, den priester Hans Opp
gegen die Appenzeller, welche dem gen. priester dessen haus verbrannt haben, zu beschirmen. Geben zü Cost an
samstag'post Ulrici [14]29. — U-B. St Gallen 5, 580 nr. 3500; vgl. ebenda s. 537 nr. 3444. 9265
— jnli 11, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt die Übertragung des patronatsrechts des
St Barbaraaltars in der St. Laarentiuspfarrkirche za St. Gallen, das dem Ulrich Gösler and seinen erben, nach
deren aassterben aber dem bürgermeister von St Gallen zastehen soll, aaf die kinder des Ulrich GOsler aus erster
ehe, da die Stiftung aus dem vermögen der ersten frau, Ursula Schärerin, erfolgt ist Dat et act Const in ambita
ecclesie maioris ibidem 1429, ind. 7., die vero lone 11. mens, ialii, pontif. Martini pape Y. a. 12. Zeugen: Ulrich
Salzberg und Johann Lingg von Basel, des Konst hofes notare, und Wigand Crejner, kleriker Mainzer bistams, öff.
apost. und kais. and des Konst, hofes notar und Schreiber des generalvikars. — U-B. St. Gallen 5,581 nr. 3503 nach
or. Stadtarch. 9266
— jnli 12, Konstanz« Schreibt an den pleban der propstei za Zürich: bürgermeister and rat der stadt Zürich
ergriffen eine frau Anna Zierlerin, profeß des klosters Diessenhofen, welche weltliche kleider trag und sich des dieh-
stahls and der sakrilegien schuldig machte, und verurteilten dieselbe, ohne za wissen, daß es eine klosterfrau sei, zam
tode. Obwohl darauf die verurteilte durch den beichtvater die stadt bitten ließ, man möge sie in das kloster zurück-
schicken and dort abarteilen, vollzog der rat das todesarteil and ertränkte sie, weswegen einige behaupten, bürger-
296 Otto in. Ton Hachbei^, Bischof yon Konstanz. 1429.
melster und rat seien exkommoniziert und müßten sich nach Eom wenden. Der bischof erklärt darauf, daß die an-
gelegenheit seinem fomm unterstehe und beauftragt den gen. leutpiiester, den bürgermeister und rat gegebenfalla
zu absolvieren. Dat. Const in aula nostra episcopali 1429, mens, iulii die 12., ind. 7. — Or. Zürich, Staatsarch.
(CI 56) mit rückseits aufgedrücktem Siegel. 9^7
1439 Juli 13, Konstanz. Der generalvikar in spür, des bischofs' Otto beauftragt den dekan des dekauats Tübingen,
den von abt Heinrich von Bebenhauson präsentierten priester Johann Eempter in die ständige vikarie der pfiirr-
kirche Entringen, welche durch tod des Ulrich Stolz erledigt ist, emzuweisen. Dat. Const 1429, mens, iulii die 12.,
ind. 7. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Bebenhausen); auf dem bug: Fndricus; rückseits oben: Nithart and JuravU.
93«8
— jnll 14, Konstanz« Und die ritterschaft vom St. Georgenschild schreiben an bürgermeister und rat von St Gallen,
sie müchten eine botschaft auf den tag nach Konstanz senden, den die eidgenossen zur Verhandlung mit den Appen¬
zellem auf juli 19 festgesetzt haben. Geben zu Cost am donstag ante divisionem apostolorum [14]29. — U-B.
St Gallen 5, 582 nr. 35C4. — vgl 1428 mal 18 und 1429 juli 26. 9369
— Jnli 17, Konstanz. Beurkundet: priorin und konvent des klosters Bedingen tragen vor, daß seit alter zeit
2 altäre in gen. kloster dotiert smd: der eine zur ehre des hL Erasmus außerhalb des chores gelegen, der von dem
hauptkaplan (mit stiller und gesungener messe) besorgt wurde; der andere zu ehren des hl. Johannes d. T. im chor
gelegen, der von ihrem 2. kaplan (nur mit stiller messe) besorgt wird. Da diese Ordnung verkehrt ist und bei feier¬
lichem gottesdienst mit gesang viel mißlichkeiten mit sich bringt, bestimmt der aussteller, daß in Zukunft der kaplan
des Erasmusaltars den des hl. Johannes d. T. im chore innehaben soll und umgekehrt. Der künftige inhaber des
Erasmusaltars soll nicht im kloster, sondern in der stadt Sigmaringen wohnen Dat. Const. 1429, mens, iulii die 17.,
ind. 7. — Eingeruckt in die beglaubigung des Heinrich von Reischach von Dietfurt und des Jörg Tegenhart, vogt
zu Sigmaringon d. d. 1446 juli 24 (Geben uff s. Jacobs aubent 1446): Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Sigma¬
ringen). 9270
— juli 18, Konstanz. Gibt auf bitten des br. Eberhard Sehnewli, Prodigerordens, kaplan zu Kirchberg und
Sachwalter der priorin und des konventes von Kirchberg, ein transsumpt der bulle Martins Y. d. d. 1427 mai 20
(Dat. Borne apud ss. apostolos 12. kal. iunii a. 10. »Ex apostolice«), worin dieser die dem Predigerorden verliehenen
freiheiten des papstes Gregor XI. d. d. 1374 märz 6 (Dat. Avinion. 2. non. marcii, a. 4. «Yirtute conspieuose) be¬
stätigt und erneuert. Acta sunt hec 1429, ind. 7...., die vero lune 18. mens, iulii... in civitate Const. — Or.
Stuttgart, StaatsarcL (Kirchberg). 9271
— jnli 36, Konstanz. Die gen. boten der Schweizer Eidgenossen von Zürich, Luzern, Uri, Unterwalden, Zug und
Glarus, die der schwäbbehen Städte Offenburg, Basel, Ulm und Ravensburg und der Bodenseestädte Konstanz,
Schaffhausen, Überlingen, Lindau, sowie bürgermeister und rat von St Gallen entscheiden zwischen dom bischof
Otto von Konst, dem domkapitel, der ritterschaft vom St Georgenschild und abt Egloff von St Gallen einer- und
denen von Appenzell anderseits dahin: die von Appenzell sollen die zu landsleuten angenommenen bischüfl. eigen-
leute, vor aUem Fritz und Walter von Anwil (Aynwil), aus ihrer landschaft entlassen; sie sollen dem abt von
St Gallen für die ansprüche, die der abt an sie hat, 2000 heller bezahlen; dor abt von St Gallen soll auf seine
kosten dem bischof von Konst in Rom die Vollmacht erwirken, damit die Appenzellor von der exkommunikation
befreit würden, zumal sie einen priester des abtes von St Gallen erschlagen haben. Die vom bischof von Konstanz
oder Augsburg, sowie vom abte von St Gallen verhängten geistlichen strafen sollen aufgehoben, die kirchen und
kirchhöfe sollen durch den weihbischof von Konstanz wieder geweiht werden. Der bischof von Konstanz und Augs¬
burg, sowie der abt von St Gallen sollen dafür sorgen, daß sofort ein oder zwei pünitentiare nach Appenzell gesandt
werden, um, so weit die bischöfe gewalt haben, die leute zu absolvieren. Die zehrungskosten des weihbischofs und
der pünitentiare fallen den Appenzellem zur last; aller streit soll beendet sein. Geben zü Cost uff zinstag nach
8. Jacobs des hl. zweltbotten 1429. — Or. Karlsruhe (6 Gen. 4l); ebenda' abschrift. — U-B. St Gallen 5,583
nr. 3507. — Zellweger, U-B. Appenzell 1, 2, 407 nr. 262. — Eidgen.Abschiede 2, 79. — reg. Kopb. 503, 675
Karlsruhe. — Damit waren die fehden beigelegt — vgl. 1428 mai 18 und 1429 aug. 14. 9272
— aug. 14, Konstanz. Schreibt [in angelegenheit der fehde mit den Appenzellern] an bürgermeister und rat
zu St Gallen: des Zipperlis wegen, der zu Roggwil ,sin8 libs entsetzt* wurde, hat er gute kundschaft; da die Sache
aber nicht ihn allein, sondern die gesellschafc [vom St Georgeuschild] betrifft, so will er das schreiben der stadt
St Gallen an den hauptmann [der ritterschaft] bringen lassen. Geben zü Cost an sunnentag vor assumpdonis Marie
[14]29. — U-B. St Gallen 5, 591 nr. 3512. — vgl vorige nr. 9271
1429 aug. 16—1431 febr. 23. Znuftunniheii in Konstanz wegen der gesellschaft zu der Katze, in welche
der bischof mit verwickelt wird.
Ausbruch 1429 aug. 15 (nicht 1428 wie Ruppert, Konst Chroniken s. 134), weil die zünfte nicht mit den ge-
schlcchtern verkehren sollten. September 12 geben die geschlechter und ihre freunde von den Zünften ihr bürger-
Otto Ilt. Yon Uaclibefg, Bischof töti Konstanz. 14^.
recht auf (Ruppert 136, 155). Deswegen große nnrnhe. Sie müssen auf die bischüfl.pfalz sich zurackziehen (Rap-
pertl38); der bischof sacht za vermitteln, richtet aber nichts ans; infolgedessen zieht er mit dem consistoriam
and dem hofgesinde, den geschlechtem and ihren freanden nach Schaff bansen (nach sept. 13).
Am aasfahrlichsten berichtet aber diese znnftnnrahcn die Donaaeschinger Chronik (Rapport 134-154h in logisch-
chronologischer abfolge in übersichtlicher weise die Konstauzer Chronik von St. Gallen (238*-257*), anfänglich
mit der Donaaeschinger Chronik übereinstimmend (Rapport 134-152), dann eigene wege gehend, vor allem bei den
von der Chronik allein (s. 155ff.) erzählten verhandlnngen vor dem künig za Überlingen and Konstanz.
Die Chronik von St Gallen berichtet anter der Überschrift: »von den spcnen and stoßen, so die von den alten
geschlächteu and gemainde gegen ainandem geübt habent, in denen hyschoff Ott behängt ist« die ereignisse in fel¬
gender abfolge: Rapport s. 134-147 (beginn 1429 aff mentag nach Laarency); jadenverfolgang in Ravensharg
s. 156 and in Konstanz s. 152-153 bis »Ulrich Schiller« z. 12 von anten; dann; vor dem affloaf s. 148-151
»mOcht richten«; dann: aff sampstag nach Lace [1430 okt 21] kam er (der bischof) gen Costentz, enbott den
vonn geschlachten och da hyn zü kcren. sy betten all and besander Hans Stickel dero in besonder sorgen gegen den
von Costenz sich gelaydt, die geschlacbt sapdtend ir botschaft gen Costentz zum byschoff. de was sin vennainang,
die selben soltend all zü Costentz erschinen. alsdann tittend and kament aff mentag vor Symonis and Jade gen Co¬
stentz, süchtend den tag vor dem byschoff aff der pfallatz. do redt der byschoff mit den geschlachten, sy wellten im
in der güttigkeit aines sprachs vertrawon, der er zü rätlich and erherlich tan weit, der im vor hcrren and stetten nit zü ver-
wysen solte werden asw.; dann artikel Rappert 151; es folgen die artikel der stadt 1430 aff sanntag vor S.Mar-
tistag [nov. 5] kommt der künig Sigmund nach Ulm; sampstag nach Otmari [nov. 18] nach Ravensburg (Rapport
161); 1430 domstag [mittwoch!], was sant Cecilientag [nov. 22], nach Überlingen (Rappert 164 and 167ff.);
eingehend die Verhandlungen vor dem künig za Überlingen [von hier geht die Konsi Chronik von St Gallen eigene
Wege]. Uff dorastag nach s. Lacie [dez. 14, oder sollte Cecilio also nov. 23 za losen sein?] befahl der künig zu
Überlingen den geschlechtem, sie sollten nach Konstanz fahren and dort seiner warten; er werde ihnen dort den
sprachbrief erüffnen. Uffsannentagvor Andree[nov. 26] wurde er ihnen eröffnet. Am v/eihnachtsabend[l430
dez. 24] kam der künig nach Konstanz (Ruppert s. 170, stark gekürzt in der Chronik von St Gallen). Uff Hilary
[1431 jan. 13] verkündet der künig ihnen den sprach (Rappert 172); dorastag nach Hylari [jan. 18] ist tanz aff
der katzen (Rappert 172); der künig straft die von Konstanz (Rappert s. 153/154); 1431 jan. 20*^6^ der künig
von Konstanz nach Überlingen (Rappert 173). Richtungsbrief 1430 dez. 13 (Rappert 154 and 361). Damit
schließt die Konstanzer Chronik von St. Gallen. — Den eigentlichen abschlnß bildet 1431 febr. 23 die richtang
zwischen bischof and stadt (Rappert 173).
Schultheiß, Kollektaneen (1,100^) berichtet vor dem aafstand folgendes: «Uff mittwoch nach Goorii [ 1429 april27] ha¬
bent gemain gesellen ain gesellschaft gehalten and fünf bawmeister zu dem baw verordnet, nämlich Hans von Tetti-
. kofen, Latfrid Muntprat, Hans Fribarger, Kanrat Felix, Jakob Appenteger and Hans Appenteger hat die anlagen
sollen einnamen za dem baw. diser ziten waren 58 gesellen uff der katzen, deren jeder zu dem baw der katzen be-
zalt hatt in dryen anlegangen 10 gülden Rh. So gab der bischof an den baw 10 ffmer 4 gülden Rh.; die herren
vom tambcapittel gabend an den baw 50 gülden Rh.« Darauf werden die anrahen beschrieben 1,102*-115^; 123^-
129^ mit folgenden daten: erster sprach 1429 sept 13 (Rappert 144); 1429 nov. 10 werden sie zu Schaffbaasen
als bürger aafgenommen; 1430 ist za Konstanz Verhandlung, am eine einiguug zwischen den geschlechtem and
der gemeinde herbeizafdhren. Samstag nach s. Lacastag (1430 okt 3l) kommt der bischof nach Konstanz; die
geschlechter 1430 okt 23 (montag vor Simonis and Jade); 1430 an dem kindletag (1430 dez. 28) ist ein tag
bei den Aagastinera zwischen dem bischof and der stadt »dan er sprach sy an amb vil sins gottshus fryhait und
rechten, das sy dem gottshus ab betten gebrochen, der tag ward abgeschlagen and nit gehalten« (l, 123*); die end-
verhandlangen dauerten 3 tage lang »and aff s. Mathistag (1431 febr. 24) wurden sie vertragen; der bischof zieht
mit dem hof and dem consistorio mit allem anhang in 8 tagen wieder gen Costentz« (l, 124^). — vgl. anch die
Chronik von Zündelin fol. 87 ff. — Gregor Mangolt Chronik, berichtet darüber nur kurz. — Die anruhen auch er¬
wähnt in den anfzeichnangen des oberzanftmeisters der wollweber in Konstanz: Ruppert Konsi Beitr. 4,120-121.
— Za Otto III. tätigkeit während der zanftnnrahen in Konstanz vgl. Marmor in Bader, Badenia HF. 2 (Heidelberg
1862) 561 ff. — vgl. Gothein, Wirtschaftsgesch. des Schwarzwaldes 1,348 t — Lender, Beiträge zur Geschichte
von Konsi 28 ff. . 9274
1429 aug. 18« Entscheidet den streit des leatpriesters Johann Wolgetan za Sempach mit den pfarrgenossen da¬
selbst welche sich über die Pflichtverletzung des leatpriesters beklagten, dahin, daß der lentpriester einen gehilfen
annehmen and sich bemühe, absolation von seiner irregalarität einzaholen. — erw. GFr50rte. 15, 20. 9275
— aug. 22^ Mari. Georg, abt von Mari, schreibt an den bischof Otto: in der streitsacho zwischen Marqaard von
Künigsegg, Deatschordenskomiar and provinzial im Elsaß, einer- and dem abt von Mari samt dem konventaal Jo¬
hann Flach anderseits, deren entscheidang dem bischof übergeben ist, bestellt der aassteller als prokorator den
B«getteo dor DiacliSfe YOn Konttans. 111. 38
298 Otto llt. Ton iiachberg, Bischof yon itonstanz. 1429.
Mangold Menger/kirchherra za Ejch. Dat. in Mare [14]29, octayo die assampcionis t. Marie. — Or. Aaran, Staata-
arch. (QIV A 7 ). — ygl. folgende nr. 9276
1429 25^ Konstanz. Vor bischof Otto als erwählten Schiedsrichter erscheinen Marqaard von Königsegg, Deatsch-
ordenskomtor, einerseits and Mangold Menger, j)farrrektor za Ejch, als Vertreter des abtes Georg von Mari anderseits,
sowie Johann Flach, Deatschordens. Beide parteien stritten sich, weil Johann Flach ohne erlaabnis aas dem Deatsch-
orden aastrat and als Benediktiner in das kloster Muri öbertrat. Der bischof entscheidet: Johann Flach^ soll sein
anrecht öfifentlich eingestehen and dem Dentschordenshanse Altshaasen alles, was er mitgenommen habe, zaröcker-
statten; erfülle er dies, dürfe er nach erlangter dispens im Benediktinerorden bleiben. Dat et act. in civitate nostra
Const in domo fiatram Aogastinen. 1429, ind. 7., die 25. aagnsti. Zeagen: Johann Galdin, in decr. licent, ofßzial;
Ulrich Sattler, decr. dr., advokat, and Johann Glaser, Sachwalter des Konst hofes. — Or. Karlsrahe (3/136), No-
tariatsinstroment des Wigand Greyner. — 1429 aag. 31 kommt gen. Johann Flach dem befehl des bischofs nach,
er ersetzt für einen mantel and zwei oberkleider dem kantor 8 Vg ^ heller: Notariatsinstmment ebenda, 9277
— ang. 26^ Konstanz. Beseitigt mittelst transfix die Stiftung and bewidmang einer meßpfrdndo auf den Drei¬
königsaltar in dem chor der »Christi erbärmd»-kapelle zu Eßlingen^vor dem Schalchstor durch bürgermeister und
rat zu Eßlingen d. d. 1429 mai 25 (a. herren fronlichnams abend). Dat Const 1429, mens. aag. die 26., ind. 7.
— Or. Eßlingen, Spitalarch.; auf dem bug: de mandato dofnini Const. Fridericus, darunter eigenhändig: Otto Const.
9278
— sept. 7, Konstanz. Der generalvikar in spir. dos bischofs Otto beurkundet: es erscheint Ulrich Stark von Naw,
priester Angsbarger bistams, kaplan der St Johanneskapelle za Einsiedeln, und erklärt man beschuldige ihn, daß
er mit dem aassalz behaftet sei. Der aassteller läßt ihn durch mag. Burkhard Fry, arzt des bischpfs und mit der
untersachang der aussätzigen betraut, untersuchen; er stellt freiheit von aussatz fest so daß der gen. priester vom
amgang mit anderen leuten nicht aoszuschließen sei. Dat Const. 1429, mens, sept die 7., ind. 7. — Or. Ulm,
Stadtarch.; rückseits Nithart. — vgl. 1436 jali 7. 9279
— sept. IO 9 Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto vereinigt anf bitten der patrone die kirche za
Bittelschieß, deren einkünfte zam unterhalt des kirebherrn nicht mehr aasroichen, mit der benachbarten pfarrkirche
za Hansen a. A. Würden die fruchte der kirche za Bittelschieß anwachsen, so sollen die kirchen wieder getrennt
sein. Dat Const 1429, mens, sept die 10 ., ind. 7 . — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Sigmaringen); rückseits
oben: Nithart, ln der mitte: suspendimus effectum processus ufi(9) quoad ecclesiam BiUelsehieß et inofficiat eam
reetorjn Husen iuxta tenorem intrascriptum. N. Gundfdfinger] vicarius propria manu. 9280
— nach sept. 13 (okt. 18—24). Zieht infolge der zunftunruhen mit dem consistoriam, seinem hofgesinde, den
lenten von den geschlechtern • and deren freunden nach Schafifhaasen. Der bischof nimmt wohnung in der abtei
Allerheiligen, das hofgericht dagegen bei den Barfüßern. — Ruppert, Konst Chroniken 145. — Gregor Maiigolt,
Chronik. — vgl. 1429 aug. 15 oben nr. 9274. — Der bischof urkundet okt 18 noch in Konstanz, okt 24 erst¬
mals in Schaffhaosen; der generalvikar noch npv. 20 in Konstanz, 9281
— sept. 17^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die stiftang der
ewigen messe aaf dem altar der‘Matte\rgottes, der hll. Theodor and Ägidins in der pfarrkirche St Michael außerhalb
der mauern Zugs, welche darch Walter Kleini, bürger za Zug, samt dem gen. altar d. d. 1429 sept 3 erfolgt war.
Dat Const 1429, mens, sept die 17., ind. 7 . — Or. Zug, Stadtarch.; auf dem bug rechts: Frxdrieus. Rückseits:
Nithart; auf dem eigentlichen Stiftungsbrief steht unten: fiat confirmacio oum inoestUurapreseMati. In dem stif-
tangsbrief hatten sie Heinrich von Hünenberg für den gen. altar präsentiert — erw. Lang, Hist theoL Grandr. 1 ,
910. 9282
— sept. 17, Konstanz, Der generalvikar in geistlichen Sachen bischofs Otto erlaubt dem brader Johann, mönch
za Königsaal Prager bistams, der von den Hossiten geächtet und vertrieben wurde und nun wegen leibesschwachbeit
im Spital zu Zog ist, daselbst unbeschadet der rechte der pfarrkirche and der Statuten, welche sich auf priester be¬
ziehen, die pilger sind, messe zu lesen. Geben zo Cost am 17. tag des ersten herbstes 1429. — Or. Pap. Zag, Stadt¬
arch. 9283
— okt. 5| Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto gibt ein vidimus der arkunde Martina V. d. d. Rom
1422 juni 30 (Dat. Rome apad s. Mariam maiorem 2 .kal. iulii, a. 5. »Dilectorom filiorom«), worin dieser den dom-
dekan beauftragt, dem abt undkonvent von Roth die entfremdeten gütor wieder za verschaffen (»Ea quedebonts«-
bulle). Dat Const. 1429, mens.oct die 5 ., ind. 7;—Or. Stuttgart; Staatsarch. (Kl. Roth); auf dem bug: Wigandua
‘ 9384
— okt. 18, Born. Papst ITartin Y. verleiht allen, welche die kirche za Kiedor>Eggenen (Inferior eggenbeym), za
obren der bll. Barbara und Cyriak and dessen genossen geweiht, an. kirchweib besuchen and zur Wiederherstellung
der rainöson kirche almosen spenden, 2 jahre and. ebensoviel qaadragenen ablaß.. Dat Rome prope sanctos apostolos
Otto III. Yoii Uacliberg, Bischof von Konstanz. 1429.
15. kal. Dov., a. 12. — Or. Karlsruhe (21/335). Uuter dem bug: Octo, taxe 20. Geminiano (anderes •durch
loch unleserlich) 9 ; rechts: Poggius. Auf dom bug rechts: pro Jo, de Cinciis, B, de Puieo j. Rückseits li darin Ji f
0285
1429 okt. 18^ Konstanz. Verpflichtet sich, solange er bischof ist, keinen kloriker seiner diOxose wegen irgend
welcher ausschreitungen gefangen zu setzen und einzukerkeru, der hinlängliche gnrantio bietet und bereit ist, vor
seinem gerichto zu erscheinen, es sei denn, daß es sich um vergehen handelt, welche ewigen kerkor oder absetzung
und ausstoßung ans dem geistlichen stand zur folge haben. Die augeklagtcii will er bis zur Verurteilung in anstän¬
digem gefangnis halten. Dat Consi in aula nostra episcopali 1429, mens. oct. die 18., ind. 7.— Or. Freiburg,
Erzb. Arch.; auf dem bug (wohl eigenhändig): Otto Coixst, Böltelen, 9280
— okt. 21, Fieiburg. Petrus, abt von Et. Märgcn, beurkundet: er wurde von dem großpönitentiar Jordanus, bischof
von Albano, d. d. 1429 juni 29 (Dat. Rome apud ss. apostolos 3. kal. iolii, pontif. Martini pape V. a. 12 .)beauftragt,den
priester Franz Lupp zu absolvieren. Dieser hatte vorgetragon: er habe als kommissär oder dekan in dem land-
kapitel Freiburg in dem auftrage des Xonst. bischofs gewisse priester, welche exzesse begingen, durch die boten
(precones) der stadt Freiburg gefangen nehmen und sie im gefangnisse (in custodia sive cipis infra turres dicti
opidi) bewahren lassen, furchte aber, dabei den richtigen weg und das richtige maß nicht eingehalten zu haben
und darum der exkommunikation verfallen zu sein. Der anssteiler führt diesen auftrag ans, absolviert und rehabili¬
tiert denselben. Die nachforschung ergab, daß das dem Johann Ffiffer und Panthaleon von Gugenheim, priesteru,
angetane unrecht nicht größer war, als Franz Lüpp es schilderte, daß er sich mit Johann Pfiffer bereits versöhnt
’ und mit Panthaleon Gugenheim noch versöhnen werde. Dat. in monastorio nostro Omnium Sanctorum in Friburgo
ipsa die 11 ÖOO virginum 1429. — Or. Karlsruhe (21/225). — vgl. 1417 nov. 13. 9287
— okt. 24, Schaffhausen. Gestattet auf bitten seines brnders, des markgrafen Wilhelm von Hachberg, daß die
in dessen gebiet hingerichteten kirchlich beerdigt werden dürfen. Dat. Scaffosen 1429, 9. kal. nov., ind. 7 . — Or.
Karlsruhe (36/70). — Rcgg. Markgrafen v. Baden II 1222 . — erw. Sachs 1 , 543. 9288
r— okt* 26, Ulm. Bürgermeister und rat der stadt Ulm präsentieren dem bischof Otto bezw. dessen generalvikar
in spir. für den St. Johannes Ev.- und Täuferaltar in der pfarrkirclie zu Ulm, welchen Berthold Nördlinger bewidmet
hat, den kleriker Petrus Eördlinger. Die pfründe ist durch den tod des Johann Nördlinger erledigt Dat Ulme
4. feria ante festum Symonis et Jude app. 1429. — Or. Ulm, Stadtarch. 9289
— nov. 20, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto von Konstanz beauftragt den dekan des de-
kanats St Gallen, den kleriker Philipp Organist in die frühmeßpfründe der St Johanneskapelle in der stadt Arbon
einzuweisen, die durch den eintritt des Ulrich Zepf in den Prämonstratenserorden erledigt war. Dat Const 1429,
mens. nov. 20., ind. 7. — Or. Bürgerarch. Arbon (nr. 33). Auf dem bug: Fridrieus; rückseits oben in der mitte:
H, Ue[mmerli] vieeticani; rechts davon: iuravU, 9290
~ nov. 22, Schaffhausen. Setzt nach dem tode der Anastasia von Klingen Anna von Hewen als äbtissin der
abtei Zürich ein. Dieselbe ist seit ihrer Jugendzeit im kloster zu Zürich, nunmehr 21 Jahre alt und die einzige in-
sassin des klosters. Sie verzichtet deswegen 1429 nov. 4 auf das ihr zustehende recht, eine äbtissin zu wählen, zu
gunsten des bischofs. Der aussteller dispensiert sie von dem mangelnden alter und beauftragt den leutViester der
abtei Zürich mit der einweisung. Dat in mon. Omnium Sanctorum Schaffhausen 1429, die 22. mens, nov., ind. 7.
— Or. Zürich, Stadtarch. (nr. 373); auf dem bug rechts: OUo Const. Iiec, — 1429 nov. 4 verspricht Anna von
Hewen, um mit hilfe des büigermoisters und der räte von Zürich äbtissin zu werden, in ansehung der geringen
mittel der abtei mit den einkunfton zufrieden zu sein, wie sie Anastasia von Klingen und [Benedikta] von Bechbnrg
batte, und die guter und rechte der abtei zu schützen. Or. ebenda nr. 372. — von Wyß, Geschichte der abtei Zü¬
rich, beil. 430.— vgl. folgende nr. 9291
— dez. 16, Schuffhausen. Bestätigt, von Anna von Hewen, äbtissin von St Felix und Regula iü Zürich,
150 Rh. fl. als erste flüchte ihres klosters auf grund ihrer erhebnng zur äbtissin erhalten zu haben. Dat Schaffusen
. 1429, feria 6 . post festum s. Lucie, ind. 7. — Or. Zürich, Stadtarch (nr, 374). — v. Wyß, Geschichte der abtei
Zürich beil. 431. — vgl. vorige nr. 9292
— dez. 20, Preßburg. König Sigmund gestattet den klöstem Salem, Weingarten, Minderau und Baindt in
Schwaben, welche wegen stöße der landvögte oft großen schaden gelitten, daß sie nicht verpfändet, noch sonstwie
geschädigt werden sollen. Geben zu Prespurg 1429, au s. Thomas abend des hl. zwelffhotten. — Or. Karlsruhe
(Kaiserselekt 662). 9293
- — dez. 31, Rom. Papst Martin V. beauftragt den bischof von Augsburg, dem Ulrich von Ems, edelknecht, der gegen
die häretiker Böhmens cruce signatös ist, gegen die Appenzeller, welche ihm gewisse abgaben vorenthalten, recht zu
verschaffen. Dat. Rome apud ss. apostolos 2. kal. ianuarii, a. 13. »Conquestus est nobis«. — U-B. Si Gallen 5,600
nr. 3533. 9294
38 *
300 Otto m. von Uachbei^, Bischof Ton Konstanz. 1430.
1430« Vertrag wegen des zehnten, den das kloster St. Katharinental wie auch der bischof in Nennkirch zn beziehen
haben. — erw. Bfieger, Chron. Schaffh. 1,450 note 3. 92%
— Jan. 12. Br. Ägidins, ep. Bosen., KarmeUterordens, generalvikar in pontif. des bischofs Wilhelm von Straßbarg,
weiht im anftrage des bischofs Otto von Konst, den friedhof and die klaase Bickelsberg and erteilt ablaO. Dat. et
aci (1430, feria 5. post fest Epiphanie). — Notiz auf dem racken dor arkande von 1386 aag. 18. 9296
— Jan. 14, WannentaL Derselbe bearkandot, daß er am tage der aosstellong den firiedhof der klaase Wannental
geweiht hat, and erteilt für gebet für die abgestorbenen 40 tage, bezw. 1 jahr ablaß. Dai (1430, sabbato post oc*
tavas Epiphanie domiui videlicet FolicU in pincis martiris). — Or. Sigmaringen, Domänenarch. (Kl. Bearon). — erw.
FreibDiÜzesanarch. 16,268. ' 9297
— Jan. 23, Born. Laarentias de Arecio, decr. dr., päpstl. kaplan and aaditor, entscheidet aaf grand eines anf-
trages des papstes Martin V. eine klagsacho des Biago von Montfort, prior der Johanniter in Deatschland, gegen
bischof and kapitel von Konst, wegen einer sabsidiamsfordemng dahin: die vom bischof wegen nichtbezahlang des
sabsidiams über die Johanniter verhängten strafen sind aafgehoben, der bischof hat die prozeßkosten za tragen.
Dai et aci Bomae... 1430, ind. 8., die vero veneris 23. mens ianaarii, pontif. Martini pape Y.a. 13. — Kopb.673,
26 Karlsrahe. — Zar Sache vgL ZGOBh. 25 (1910) 163 if. — vgl. 1415 jali 8. 9298
— febr. 4, Born. Papst Martin V. beaaftragt den abt des Schottenklostors anßer den maaem von Konsi, den
Ulrich Trachseß, kirchherm za Erzingen, gegen abt B[ogo and den konvent von Bheinaa in abwendigmacbang Ton
zehnten za schützen. Dai Borne apad ss. apostolos 2. non. febr., a. 13. »Conqaestas estc. — Or. Zürich, Staats-
arch. (ClI 17 nr. 173); ohne taze; aaf dem bog rechts: P. de Wartimherg, Bückseits oben links: ...? (anleser¬
lich); mitte: Jo. Dargatze; rechts: F. de Carrien; bei den schnüren: Jo, Stulle; rechts: B, de Troysio. 9299
— febr. 8, SchaflThaiiseii. Gestattet dem Petras Glückhaft, priesterkaplan der Si Peterskapelle in lindaa, gen.
,aff der Nawen*, sein venndgeu dem armenspital za Lindaa, in welchem sich sehr viele kranke befinden, testamen¬
tarisch za vermachen. Dai Schaffhasen 1430, mens. febr. die 8., ind. 8. — Or. München, Beichsarch. (Lindau,
Stadt); auf dem bag links (wohl eigenhändig) OUo Const,; rechts: de mandato d, Conet. Frid.; rückseits oben:
ad precee magistri cicium et constUum Lindaugien, 9300
— febr. 12, Schaffhaaseil. Bestätigt mittelst transfix einen [nicht mehr erhaltenen] haaptbrief, den ihm abt
Georg und der konvent von Mari vorgolegt haben. Dai Schaff hasen 1430, die mens. febr. 12., ind. 8. — Or.
Aarau, Staatsarch. (CII J 3^). 9301
— febr. 16. Verleiht den stiftischen hof zu Tiengen hinter der kirche und die mühle im graben daselbst an seinen
vogt za Tiengen, Hans Tromar, and seine gemahlin Else Felwer za leibgedinge, damit dieselben den hof; den sie
in baulichen stand gesetzt haben, auch fernerhin in solchem erhalten. Domdekan and domkapitel stimmen za. Geben
aff donstag nüch s. Valentinas tag 1430. — Einger. in den revers des Hans Tromar vom gleichen tage: Or.E^arls-
rahe (l0/90). — Kopb. 501, 324* Karlsrahe. — aasz. ZGOBh. 13, 381; vgl. ebenda 14, 229. 9302
— märz 15, Schaffhaasen. Nimmt von Heinrich Balroan, weil. Hansen Bolmans sohn, den zehnten zu Simach
gen ,Bülmans zehnP, leben des bistams, auf and belehnt damit den Hans von Betkinen gen. Weber Balman von
Simach und dessen sohn Badolf Weber, samt garton and einem stück wiese, die za ,Laterbergs habe* gebürt Geben
za Schaffbasen an mitwach nach s. Gregori tag 1430. — Or. Franenfeld, Kantonsarch. (Fischingen 213). 9306
— märz 15, Schaffhaasen. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto von Konstanz boaaftragt den dekan des
dekanates in Hochdorf, den priester Johann Toller in die kaplanei St Jodokas in Baldegg einzaweisen, die dorch
resignation des Ulrich Bisler erledigt ist Dat. Schaffhaasen 1430, mens, marcii die 15., ind. 8. — Or. Luzern,
Staatsarch. (Hochdorf fasz. lll). 9304
märz 28, Schaffhausen. Boarkaiidet: es erscheinen vor ihm Diethelm, abt von Petershaasen, and priester Philipp
Sar, ständiger vikar der dem kloster Petershaasen inkorporierten kirche zu Herdwangen (Hedwang). Letzterer sagt
aas: er habe einst an der rüm. karie, als die kirche za Herdwangen erledigt war, aaf den rat der prokaratoren des gen.
abtes gen. kirche and dio snpplik darüber signiert erhalten. Er entsagt nanmehr allen seinen rechten aaf die pfarr-
kirche za gansten des abtes von Petershaasen, dem die pfarrkircho inkorporiert ist Darauf wenden sich beide an
den bischof zur feststellang der kongraa des ständigen vikars. Der bischof bestimmt als kongma: von dem groß-
zehnten der kirche Herdwangen jährlich 8 maltor speit, 4 malter weizen, 8 malter hafer des maßes za Oberlingen,
den ganzen kleinzehnten mit aasnahmo des erbsenzohnten, von dem der vikar nur einen scheffel erbsen erhält, die
früchte des widemhofes der gen. kirche, sowie dio oblationen and andere stolgebühren. Dat et act in opido Schaf¬
fassen 1430, die 28. mens, marcii, ind. 8. — Or. Karlsrahe (l/46). — Kopb. 797, 45^ Karlsruhe, 9305
— april 13, Schaff haiLsen* Am grüudonnerstag führt bischof Otto »die sünder durch sinen saffragani za Schaff¬
hasen in and wjht die sacramont och daselbst, das doch nie me gehürt was.« [Die feier fand sonst stets in Kon-
Otto in. von Hacliberg, Bischof von Konstanz. 1430. 301
stanz im münstcr statt, wo die öffentlichen sönder zu erscheinen hatten, um vom bischof losgesprochen zu werden.]
— Dächer bei Ruppert, Konst Chroniken 154 zum jahr 1429! 93D6
1430 april 24, Schafifhansen. Nimmt von Hans Rorbaß zu Winterthur [vgl. 1422 febr. 7] den zehnten zu Wiesen-
dangen auf und belehnt damit das kloster TOß. Geben zu Schaffhusen an mentag nach s. Jörgen tag 1430. — Or.
Zürich, Staatsarch. (CII 16 nr. 298); auf dem bug rechts: Otto Const. [eigenhändige Schrift?] — Die frauen von
Töß haben den gen. zehnten um 440 Rh. fl. gekauft, ausgeferiigt vor Schultheiß und rat von Winterthur d. d.
1430 apr. 26 (Or. ebenda nr. 299). 9307
— mal 8« Die domherren Ulrich Truchseß, Sänger, und Johann Lütti, küster des hochstifts, sowie Friedrich, z. zt
. Schreiber des bischofs von Konstanz, beurkunden als Vertreter dos bischofs Otto, es sei zwischen dem bischof und
Hanns Mötteli, vogt von Arbon einerseits und Hans Schüp, ammann, Ulrich Wirt, Hans Roschach, Hans Kratzer
und Hanns Schär, alle von Arbon als Vertreter der gemeinde Arbon, andererseits ans anlaß der vom bischof gefor¬
derten anerkennnng dos neuen vogtes Hanns Mötteli über die fälle, das rocht ammann und räte in Arbon zu setzen
und anderer freibeiten streit entstanden. Die streitenden Parteien einigen sich auf Felix Maneß, altbürgermeister zu
Zürich, Rudolf Hofmeister, Schultheiß zu Bern, und Konrad Hören, altbürgermeister zu St. Gallen, als Schiedsrichter,
deren urteil sie anerkennen wollen. Geben uff mentag nach des hl. erützes tag invencion 1430. — Or. Zürich,
Staatsarch. (CI 1022). — vgl. folgende nr. 9308
— mai 9, Zürich. In den zwischen bischof Otto von Konstanz und dessen vogt Johannes Möttili zu Arbon einer¬
seits und der gemeinde Arbon andererseits ausgebrochenen mißhelligkeiten entscheidet das von beiden parteien ge¬
wählte Schiedsgericht dahin: 1. der bischöfliche vogt soll jeweils denen von Arbon schwören, sie bei ihren herge¬
brachten freiheiten zu belassen; 2. die von Arbon sollen auch ihrerseits dem vogt den üblichen eid leisten; 3. stirbt
ein bürger von Arbon, so soll man als »fall« ein rind oder roß geben; stirbt eine frau, das beste kleid, ausgenommen
wenn sie heiratsfähige töchter besitzt; 4. die von Arbon sollen wie bisher die stelle eines ammanns oder rats be¬
setzen, jedoch unbeschadet des noch klar zu stellenden rechtes des bischofes; 5. die nutzung der »Achen« stehe
allein dem bischof, bezw. dessen vogte zu, ebenso 6. die nutzung der Wälder; dagegen gehöre 7. der Stadtgraben
der gemeinde Arbon; 8. der bischof soll die vogteirechte über die stadt nicht teurer verpfänden als um 8000 gülden.
Geben zü Zürich uf cinstag nach des hl. Crutzes tag, als es fanden wart 1430. — Or. Arbon, Bürgerarch. (nr. 34).
— Auszug einiger Privilegien, Spruch und Verträgen die Stadt Arbon angehend, Zürich 1777 s. 12-27. — vgl.
Arbon, Bürgerarch. die urkunden nr. 35: 1430 juni 6, worin sich der Inhaber der vogtei von Arbon gegenüber der
bürgerschaft auf den artikel 4 obigen Schiedsspruches verpflichtet ; nr. 37: 1430 juli 3 zeugenaufnahme über das
nutzungsrecht der beiden Achen, wornach diese wasser gemeine allmend seien, ausgenommen daß Konrad von Stei¬
nach in der einen Ach halbrecht habe zu Aschen; nr. 39: 1433 sept 24, Schiedsgericht betr. nichtbezahlnng der
steuern an den v<^, bestatignngsrecht des ammanns und des rates zu Arbon, aufnahme von bürgern in das burg-
recht zu Arbon während des Appenzeller krieges, häuserbau derer von Arbon ohne erlaubniseinholung bei dem vogte
etc. — Ein Schiedsspruch gleichen inhalts ergeht am 4. juni 1434 (ebenda nr. 40) und am 6. mai 1435 (ebenda
nr. 4l), worin es sich vor allem um die entlassung der Arboner aus dem Konstanzer burgrecht und um die leistung
von kriegsdiensten gegenüber der bischöfl. herrschaft handelt. — vgl. vorige nr. 9309
— mai 13, Schaffhausen. Der offizial von Konst, beurkundet: es erscheinen vor ihm Johann, abt, und die konven-
tualen Eberhard Swager, prior, Ulrich im Winkel und Heinrich Stöcklin vom Allerheiligenkloster zu Schaff hausen
einer- und mag. Johann Lenolflnger, leutpriester zu St. Johann in Schaffhansen, andererseits und vergleichen sich
vor ihrem Sachwalter mag. Ludwig Nithart, lic. in decr. und generalvikar in spir. des bischofs Otto, in ihrem streit
wegen Zahlung der konsolationen, persolviernng von messen in der kirche Kirchberg und deren fllial Neuhausen nsw.
Qne acta sunt (1430, ind. 8., pontif. Martini pape Y. a. 13., die vero satumi 13. mens, maii in opido Scafusen.);
gegenwärtig der gen. mag. Ludwig Nithart, Heinrich Hemmerlin, Jakob Grym, in decr. licent., 3 Sachwalter des
Konst hofes und Martin organista und hauskaplan des gen. abtes. — Notariatsinstr. des Ulrich Sulzberg und Jo¬
hann Link von Groningen: Schaff hausen, Staatsarch. — reg. Urkundenregister des kantons Schaff hausen nr. 1831.
— erw. Rüeger, Chron. Schaff hausen 2,884 note 4. 9310
— jnni 12, Ravensburg. Johann, bischof von Cäsarea, generalvikar in pont, erteilt der neu geweihten kirche in
Alberskirch ablaß. — reg. SVGBodensee. 24 (1895) 159 nach or. in Stuttgart (nicht aufflndbar). 9311
— Juni 14, Schaffhansen. Verbietet dem weit- und ordensklerus seiner diözese, ohne seine oder seines general-
vikars erlaubnis irgend einer Schwester des dritten ordens als angeblicher visitator strafen au&uerlegen, sie mit dem
Schleier zu bekleiden, oder die erlaubnis zu erteilen, außerhalb ihres hauses umherzugehen. Allen schwestem verbietet
er, die güter zu verschleudern, zu verkaufen oder Beghinen und Begharden in ihre häuser aufzunehmen. Als visitator
bestellt er den Minoritenbmder Konrad von ^Wangen, seinen pönitentiar, und erteilt ihm die erlaubnis, gegen unge¬
horsame schwestem mit strafen vorzugehen. Dat. Schauffosen 1430, 14. mens, iunii. — Or. Luzern, Staatsarch.
(Franzisk. IV, 26). — vgl. Briegers Zeitschrift 7,542. 9312
302 Otto III. Ton Hachbei^, Biischof von Konstanz. 1430.
1430 Jani 16, Rom. Johann Andree de Caldarinis, decr. dr./päpstl. kaplan and aaditor, zitiert den rat and die ge¬
meinde Überlingen zor verantwortang. Frene Ren&orin, ^itwe des Hago Renner, erklärt: ihr mann hat bei der stadt
Überlingen mehrere handschriften, darunter erbschaftsbriefe hinterlegt, sei dann, obwohl nicht anter ihrer gerichts-
barkeit stehend, von ihnen verhaftet und im tarm in harter gefangenschaft gehalten worden, in irrsinn verfallen
and ohne empfang der Sakramente gestorben. Da der rat die horaosgabe der Schriften verweigert, bitte sie als arme
witwe, denselben anter androhong geistlicher strafen and einer geldstrafe von 1000 fl.daza anzahalten. Dat. etact
Rome in ecclesia b. Marie rotande ... 1430 ind. 8., die vero veneris 16. mens, ianii, pontif. Martini Y. a. 13. —
Or. Überlingen, Stadtarch. (Lade 10 nr. 1520). 9313
— juni 21, Konstanz. Ulrich Ehiiiger, stadtammann za Konstanz, beorkundet im streite, der stadt Arbon, vertreten
dorch den dortigen ammann Hans Schüpp, mit bischof Otto von Konstanz and dessen vogt za Arbon, Hans MOt-
telin, eine zeagenaofnahme, womach die zwei wasser, gen. die Ahen, welche von Roggwil in die see fließen, ein
gemain mark oder alman seit menschengedenkon sind, ohne hiudorang des bischofs oder seines vogtes. Zn
Costentz mit arteil geben an mittwochen vor s. Johans tag des toffers 1430. — Or. Arbon, Bargerarch. (nr. 36).
— vgl. 1430 mai 9 nr. 9309. 9314
— jani 22, Schaffhaasen. Bestätigt die wähl des Johann Oerster zam leatpriester von St. Felix and Regala
in Zürich, die dorch das kapitel daselbst erfolgt war, and dessen investitar der propst mag. Heinrich Anenstetter
vorgenommen hatte. Er betraat ihn mit der seelsorge. Dat. in oppido Scaffaseu 1430, 22. die mens, ianii, ind. 8.
sab sigillo nostro episcopali presentibas tergotenas appresso. — Or. Zürich, Staatsarch. (CII 1 nr. 558); anten:
De mandato domini ConsU Fridericus, 9315
— jani 27, Schaffhaosen. Der generalvikar in spir. beauftragt den dekan des dokanats in Mellingen, den priester
Johann Stäheli von Waldshat in die St. Margaretenpfründe der pfarrkirche za Baden i. A., welche durch resignation
des Johann Maior (!) von Baden vakant geworden, einzaweisen. Das patronatsrecht besitzt schaltheiß and rat za
Baden. Dat. Schaffase 1430, mens, ianii die 2i., ind. 8. — Wolti, Urk. Baden s. 426 nach or. Baden, Stadtarch.
9316
— jnni 30« Markgraf Jakob von Baden bittet den grafen von Württemberg, den abt von Hirschau anzahalten,
daß er dem kloster Reichonbach dessen leote and guter, weine, früchte, briefe, Siegel, bücher a. a., die derselbe in
haftang gelegt hat, wiedergebe and rechnung ablege. Darum will der markgraf mit dem abt vor dem bischof von
Konst kommen wegen der besotzang des Reichenbacher priorata. — R^g- Markgrafen von Baden 1, 4326 nach
Kopb. 182, 58 Karlsruhe. — Ein ähnliches schreiben d. d. 1430 juli 4 ebenda 111, 5081. — vgl. dazu noch die
Urkunde d. d. 1434 febr. 22 ebenda nr. 5395. 9317
— jali 6, Bischofszell. Walter von Andwil, vogt zu Bischofszoll, belehnt im auftrage des bischofs Otto den Hans
Theninger gen. Rückli von Freiherrten (Fryen-) mit dem hof des bischofs za Hauptwil. Als jährlicher zins sind auf
Martini nach Bischofszell za entrichten: 5 matt kernen, 3 malter hafer Bischofszeller maßes, 1 pfd. 7 sch. 8 pf.
Konst gew., 6 hühner and 100 eier. Geben ze B. der statt am dorastag nach s. Ulrichs tag 1430. —Kopb. 245,
151^ Karlsruhe. 9318
— jali 8, Rom. Oddo de Yaris, protonotar und päpstl. thesaarar und Stellvertreter des päpstl. kammerars Franziskas
erzbischofs von Narbonue, bear^ndet, daß abt Johann von Wettingen durch seinen prokarator Johann Tasgraber,
chorherra von St Ursus za Solothurn, seiner zweijährigen, nunmehr am 15. gen. monats ablaafenden pflicht der
visitatio limina apostolorum genügt hat Eine gäbe für den apost stahl wurde nicht gegeben. Dat Rome apud ss.
apostolos 1430, ind. 8., die 8. mens, iolii, pontif. Martini pape Y. a. 13. — Or. Aarau, Staatsarch. (Wett 977);
unter dem bug rechts: fl,j. g.; auf dem bog mitte: via, L.da Ylperinis, Phy, de Fiacia; rückseits: darin phy,
9319
— jali 15, Engen. Johann von Tengen, graf zu Kellenburg and haaptmann der ritterschaft St Georgenscbilds,
entscheidet auf einem tage za Engen in einer Streitsache zwischen bischof Otto einer- und Martin von Blumenegg
anderseits wegen der freilassung des von Martin von Blumenegg gefangen gehaltenen meisters Burkhard. Geben za
Engen aff s. Margarethen tag 1430. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 41). 3920
— Jali 20, Sehaffhausea. Kommt mit abt und konvent von Wettingen, welche sich dem bischof bei der rei-
chung des sabsidiams freigebig erwiesen haben, dahin überein, daß das kloster von den ihm inkorporierten kirchen
zu Hüngg, Badon, Würenlos und Riehen jeweils bei eintretender vakatar als erste früchte je 20 Rh. fl. zahlen solle;
dem kloster war es beschwerlich, bei jeder vakatar mit den kolloktoren über den betrag der ersten früchte eine
vereinbarang horbeizuführen. Dat et act in mon. Omnium Sanctorum in Scaffusa O.S.B. 1430, die 20. mens, ialii,
ind. 8. — Or. Aaraa, Staatsarch. (Wett 979). — erw. Linder, Geschichte der Kirchongemeinde Riohen-Bettingen
28. 9321
Otto III. Y 011 Hacliberg, Bischof von Konstanz. 1430. 303
1430 Jnli 21. Wernher, abt von Kappel, präsentiert dem bischof Otto bozw. dessen genoralvikar auf die kirclio zu
Beinwil ihres patronats, welche durch rosignation des Heinrich im Hof erledigt ist, den br. Heinrich Nater, kon-
ventoalcn des Mosters, and bittet um investitur. Vigilia Marie Magdaleno 1430.— Or. Zürich, Staatsarch. (CII 4
nr. 427). — abschr. Aarau, Staatsarch. (M 1 A 4). — reg. Regesten Cappel nr. :U1. 9322
— ang. 8, SchafThausen. Schreibt an prior und konvent von öhningcn. Der propst des klosters trug vor: der
Vorgänger Jo. N. habe wegen kürperschwäche die propstei nicht mehr versehen künnen. Durch den apost. stahl
wurde der bittsteller mit der propstei providiert. Da das bestätigungsrecht dem bischof zusteht, bestätigt der bischof
don bittsteller. Dat et act in monasterio Omnium Sanctorum opidi Schafifusen. 1430, mens. aug. die 8., ind. 8. —
Kopb. Y, 189 Konstanz, Stadtarch. 9323
— aug» 14, Mochental. Br. Johann, bischof von Cäsarea und generalvikar in poni des b. Otto, weiht die Pfarr¬
kirche Mochental mit 2 altären im choro, den altar zur rechton Seite zu ehren der hll. apostel Petrus und Paulus,
der 11 000 Jungfrauen und des hl. Benedikt; den altar zur linken seite zu ehren der hll. Katharina, Barbara, Mar¬
garet, Dorothea, Leonhard, Antonias, Benediktas und erteilt 40 tage, bezw. 1 jabr ablaß. Dat. et act (1430, vice-
sima nona kal. augusti quartadecima die mensis augusti I). — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Zwiefalten). — Kopb.
Zwiefalten-Mochental bl. 9^ ebenda. 9324
— sept« 3, Schaffhauseil« Gestattet der priorin und dem konvent des klosters Hirschberg (Montiscervi),
Augustinerordens, einen beichtvater aus dem Predigororden oder einen weltpriester zu wählen, der sie auch von den
bischüfl. fällen absolvieren und ihnen die hl. Sakramente spenden könne. Dat Schaffhusen 1430, die O.mens.sept,
ind. 8. — Formelbach Z, 32 Freiburg, Erzb. Arch. 9325
— sepi. 5, Schaff hausen« Schreibt an abt und konvent von Kappel Cist Ord.: obwohl ihm von rechts wegen
die ersten früchte oder annaten aller kirchen zukommen, so oft vakatur eintrete, so wolle er doch, in anbetracht,
daß OS ihnen beschwerlich falle, jedesmal bei vakatur der kircho in Ueristcangen die kollektoren der ersten fruchte
anzugehen und besonders in anbetracht, daß sie bei der reichung eines gewissen subsidiums sich sehr freigebig be¬
wiesen haben, mit ihnen dahin Übereinkommen, daß sie statt der ersten früchte der gen. kirche 25 Rh. fl. zu zahlen
hätten. Dat et act. in mon. Omnium Sanctorum in Scafusa 1430, 5. die mens, sept, ind. 8. — Or. Luzern, Stifts-
arch. (K. 3l); auf dem bug rechts: de mandato dwnini Const. Fridericue, — reg. GFrßOrte. 27, 116. 9326
— sept. 6, Konstanz. Johann Lüti, domdekan zu Konst, führt die bulle Martins V. d. d. 1421 dez. 22 (Dat Rome
apud s. Petrum ]]. kal. ianuarii, a. 5.) >Ea que de bonisc für kloster Kempten aus. Dat et act Const... 1430,
ind. 8., die 6. mens, sept, pontif. (Martini pape Y.) a. 13. — Or. München, Reichsarch. (Kempten); auf dem bug:
Johannes Keller not, JET. . 9327
— sept. 7^ Schaff hausen. Schreibt an den abt und konvent des klosters Muri: obwohl es rechtens und vom
apost Stuhle gutgeheißen ist, daß alle kirchen der Konst, diözese bei jeder vakatur dem bischof die ersten früchte
oder annaten zahlen, glaubte das kloster unter berufung auf päpstl. Vergünstigung und die päpstl. inkorporation
hiezu nicht verpflichtet zu sein, besonders, da jeder erwählte abt mit dem jeweiligen bischof von Konst, über die
ersten früchte [aus anlaß der wahlbestutigung] Übereinkommen müsse. Mit hilfe der äbte von Stein und Schaff hausen
kommen die beiden parteien jedoch dahin überein: da es dem kloster zu viele auslagen verursacht, jeweils mit den
bischöfl. kollektoren der ersten früchte über den betrag übereinzukommen, gestattet ihnen der bischof aus reiner
freigebigkeit und ohne seine nachfolger daran zu binden, daß das kloster von den ihm inkorporierten kirchen zu
Bünzen, Eggenwil, Yillmergen (Yilmaringen) und Lunkhofen jeweils bei vakatur 11 Rh. fl. zu zahlen habe. Dat et
aci in monasterio Omnium Sanctorum in Schaff husen 1430, 7. die mens, sept, ind. 8. — Or. Aarau, Staatsarch.
(CUM 3). — Kopb. AA, 906; F, 10 Freibarg, Erzb. Arch. — Gegenschein des abtes Geoig und des konventes
d. d. 1430 okt 1: Or. Solothurn, Bischöfl. Arch. — reg. Kopb. 503, 321 Karlsruhe. — erw. Kiem, Muri 206. —
vgl. 1425 Juni 5. 9328
—- sept. 7. Br. Johann, bischof von Cäsarea O.S.B. und generalvikar in pontif. bischofs Otto, weiht von neuem
den altar zur linken seite des eingangs im kloster Denkendorf zu ehren der hll. Sebastian, Cristoforus, Benedikt,
. Dorothea und Erasmus, legt das weihefest auf den Sebastianstag und erteilt 40 tage bezw. 1 Jahr ablaß. Dat et
act (1430, in vigilia nativitatis virg. Marie). — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Denkendorf). 9329
— sept. 9, Zürich. Yor dem notar Johann Fietz, Konst kleriker, erscheint Heinrich von Mesikon, priester, and
erhebt kraft der ihm vom papste d. d. 1424 april 28 (Dat. Rome 4. kal. maii, a. 7.) verliehenen anwartschaft auf
kanonikat und pfründe zu Embrach anspruch auf die durch den tod des Nikolaus Nas erledigte pfründe, der am
7. sept gestorben ist und bittet den mag. Felix Hemmerlin, propst zu Solothurn und kantor von St Felix und Re¬
gula in Zürich, um ausföhrung der bulle. Dieser setzt ihm zum Zeichen der einführung in den besitz das birett auf
und behält ihm das anspruchsrecht auf kanonikat und pfründe vor, falls ihm diese pfründe nicht zukomme. Que
acta sunt [1430, ind. 8., pontif. Martini Y. a. 13., -die 9. mens, sept in ambitu ecclesie SS. Feliciis et Regule Thu-
304 Otto in. Ton Hachbei^, Biscbof yon Konstanz. 14B0.
ricen.]. Zeugen: Heinrich Bespli, kaplan, und Johann Betz, rector scolamm der propstei Zürich, sowie Ulrich Ton
Amsoltingen (Anseltingen). — Notariatsinstmment: Zürich, Staatsarch. (CU 7 nr. 130). 9$30
1430 sept. 28. Dekan und kapitel des domes za Konst verkaufen an Bnm von Tettikoven die vogtei über den nntem
und obem kelnhof zu Altnan, lohen des bischofs Otto von Konst, and außerdem die vogtei za Bach am 550 S
Konst heller. Geben an s. Michels abent des hl. ertzengels 1430. — Or. Konstanz, Stadtarch. (nr. 1959).—reg.
Marmor, Urk. ausz. 64. 9381
— okt« 3* Benrkandet: es ist meinangsverschiedenheit entstanden zwischen dekan, küster and kapitel von Znr-
zach einer- and dem rat des dorfes Zarzach anderseits. Der bischof bestimmt den Hans von Homburg d. A, seinen
hofmeister, Beringer von Landenberg von Sonnenberg, bischüfl. vogt za Tiengen, and Friedrich Haydenheimer, seinen
Schreiber, znm verhör der parteien in der stadt Kaiserstahl. Es handelt sich n. a. um die entlobnang des viehhirten
von Zarzach, die feaerschaa, die errichtnng eines stockes, welchen die gemeinde in der pfarrkirche anfstellen wollte.
Geben an cinstag nach s. Michels tag 1430. — Or. Aoraa, Staatsarch.. (Zarzach 241^). — ansz. Haber, Urkunden
Zarzach s. 368. — erw. Büeger, Chron. Scbaffh. 2, 784 note 3. 9382
— okt. 17, Konstanz. Johann Lüti, domdekan za Konst., fährt die bolle Martins V. d. d. 1421 dez. 22 (Dat Borne apud
s. Petrum 11. kal. ianuarii, a. 5.) »Ea que de bonisc für kloster Kempten aas. Dat et act Const.. 1430, ind. 8^
die vero 17. mens, oct, pontit (Martini pape T.) a. 13. — Or. Mönchen, Beichsarch. (Stift Kempten); rückseits:
Ego Johannes de .. pUhanus b, Marie ae decanus capUtdi in Memmingen mandatum presens .. reeepi exeeutus per
pedeüum iuratum capiitdi prefati ad fadem reiferia sexta infra octavas pasce. In cuius rei veritafem presen-
tem manu propria conseripsi et signeto meo solito munivL 9333
— okt. 17. Albrecht and Barkhard von Homborg stiften mit zostimmang des bischofs von Konstanz, des lehens-
herm der kirche zu Steißlingen, eine Mhmeßpfründe und bewidmon dieselbe mit zehnten and gütem zu Steißlingen.
— reg. ZGOBh. NF. 25 (l910) ml55 nr. 402 nach abschr. Steißlingen. 9334
— okt. 21. Der bischof kommt von Schaffhausen nach Konstanz und gebietet auch den geschlechtem, nach Kon¬
stanz zurückznkehren zur gütlichen ausgleichang der sache. — Quelle siehe nr. 9274 zu 1429 aug. 15. 9333
— okt. 27, Heiligkreuztal. Br. Johann, bischof von Caesarea (Cesarien.) O.S.B. und generalvikar in pontit des
bischofs Otto, weiht an angegebenem tage im kloster Heiligkreuztal einen altar zur linken des einganges, rekonziliert
das kloster, den kapitelsaal und die friedhöfe und erteilt 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat. et act (1430, 27. die
mens, oct), ind. 9 (!). — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Heiligkrenztal). 9333
— nOY. 7, Schaff hausen. Bestätigt der pfarrkirche von Schwiz und den im pfarrgebiet liegenden kapellen alle
verliehenen ablässe und spendet selbst 40 tage ablaß. Dat Schaffhnsen 1430, die 7. mens, nov., ind. 8. — Kopb.
der Pfarrkirche Schwiz, foL 15*. — ausz. Lang, Hist thool. Grundriß 1, 790. 9M7
— dez. 12, Konstanz. Beurkundet: er hat für die Chorherren und kapläne der kollegiatstifte Beromünster,
Zofingen und Schönenwerd unter androhung bestinunter strafen einige Statuten erlassen, hob aber dann die strafen
bis Weihnachten auf, da die beteiligten versprachen, die durch ihre prÖpste erlassenen Statuten einzahalten, den
gottesdienst pünktlich abzahalten and ein priesterliches leben zu führen. Aus gewissen gründen verlängert er die
verfallfrist auf ein jahr, unter der bedlngung, daß die pröpste die kapitelsstataten erneuem bezw. verbessern und
alle schaden abstellen. Dat Const 1430, die 12. mens, dec., ind. 8. — Or.Fap. Solotham, Staatsarch. (Schönen¬
werd). 93M
— dez. 13, Überlingen. König Sigmund macht eine richtung zwischen den geschlechtem und Zünften zu Kon¬
stanz, unter Währung der rechte des hochstifts. Bischof Otto ist zeuge. Geben zu Ü. 1430, an s. Lucyen tag, uns.
riebe des hongr. in dem 44., des röm. in deni 21. und des behem. in dem 11. jare. — Orr. Karlsruhe und Stadt¬
arch. Konstanz. — Schultheiss, Kollektaneen 1, 125*; Kopb. Abgeschrifften 74^ Stadtarch. Konstanz. — Kopb.
• 528, 58* Karlsruhe. — Buppert, Konstanzer Chron. 361. — ausz. Marmor, Urk. ausz. (2) 65.— reg. ZGOBh.
NF. 3, 443 nr. 666.!—Altmann, Begg. Sigmunds nr. 8007. — ZGGFreiburg. 3, 403 nr. 305. — Die anwesenheit
des bischofs in Überlingen ist auch erwähnt in einem schreiben des Adam Biff an den Straßburger ammeister (Or.
Straßb. Stadtarch. AA 1473). 9339
— dez. 16, Konstanz. Johann Zovinger and Hermann Vogt, kapläne der Konst, kirche und kollektoren des von
bischof Otto auferlegten 30. als subsidium caritativum (coUectores sabsidii caritativi tricesimi denarii novissime
in oppido Scaffusensi impositi), beurkunden, von propst, kapitel und bestimmten kaplänen des stiftes Zofingen als
subsidinm 42 ^ und 11 sch. heller Berner münze eingenommen zu haben. Dat Const sub sigillo mei Hermann!
Vogt predicti presentibus in fine scriptare appresso 1430, die vero 16. [oder 13?] mens. dec. — Or. Papier Aarau,
Staatsarch. (Zofingen 312). 9340
— dez. 17. Hermann Wiman, vogt zu Neunkirch, tauscht im aaftrage des bischofs Otto mit dem hl. geistspital
zu Schaffhaasen, vertreten darch Götze Von Hünenberg ritter, Adam Cron pfleger und Ulrich Müller gen. von
Otto 111. Yon Hachberg, Bischof von Konstanz. 1480—14S1. 305
Sioieln, meister des spitals, leibeigene. <3eben am nhcbsten snimentag s. Thomans tag 1430. — Or. Schaff-
hansen, Stadtarch. . . 9841
‘1480 dez. 23—25. König Sigmund kommt zur Schlichtung der znnftonrolien nach Konstanz, wohnt beim bischof
anf der pfalz. Der bischof bietet ihm als geschenk 10 malter haber, 3 fuder wein, 2 ochsen und 20 schafe. Bei
der weihnachtsvesper kam der bischof mit dem kaiser in den chor, was der bischof seit 4 oder 5 Jahren nie getan
hatte. — Ruppert, Konst Chroniken 170 f. — vgl. 1429 aug. 15. 9342
1481. Lftßt die »stund- und zaigerc an dem kirchentnrm von St Stephan zu Konstanz machen. — erb. Schultheiß,
Bistomschronik (FreibDiOzesanarch. 8i 67). — Kraus, Kunstdenkmäler Badens 1, 98 setzt die herstellung der
turmohr ohne nähere quellenangabe in das Jahr 1412. 9848
1431. Margareta Rudolf, witwe zu Überlingen, bewidmet mit zostimmong des Deutschordenshanses auf der Mainau
einen altar zu ehren der Muttergottes, der hll. Kosmas und Damian, der Dreikönige, s. Margaret und Dominikus
in der kirche zu Überlingen und bittet den bischof bezw. dessen generalvikar um besfAtigung. Dat. et aci in Über*
lingen 1431. — Abschr. Karlsruhe (5 Kimbach). 9344
1431 Jan. 13. Die kirchherren Ladislaus zu St Martin, Berthold von Nenenfols zu St Waldburg, Konrad von
Beutelsbach (Büttelspach) zu St Peter in Waldkirch beurkunden: da die äbtissin und die klosterfrauen von St Mar¬
garet in Waldkirch gestorben und niemand mehr von den trauen den gottesdienst halten kann, hat Junker Hans
Weraher, herr zu Schwarzenberg, beschlossen, das kloster in eine propstei mit Chorherren zu verwandeln und hat
die gen. kirchherren und die priesterschafi des stifts St Margaret nnter seinen schütz genommen. Dafür versprechen
sie ihm auf den herbst ein fuder wein und zu liechtmeß 60 mut körn zu geben, die seitherigen rechte des Junkers
an »lallen« nicht anzugroifen, Jährlich vom stifte reclinung abzulegen und den Überschuß zum bau oder zur grfin-
dung neuer Chorherrenstollen zu verwenden. Es siegeln die aussteller und Berthold von Staufen, Heinrich Kuchly,
bürgormeister zu Freiburg, und Jerg von Kippenheim. Geben uff s.Hjlarien tag der zwentzigost tag der winpachten
1431. — Or. Karlsruhe (21/444). — vgl. 1431 nov. 6. 9345
— febr. 5, Meßkirch. Ritter Johann von Zimmern, freiherr zu Meßkirch, präsentiert dem bischof Otto für die
durch den tod des Heinrich Löt erledigte pfarrkirche zu Bietingen (Bnttingen) den Scholar Heinrich Faber. Dat.
in opp. Meßkirch 1431, non. febr., ind 9. — Zimm. Kopb. 1, 49^ Donaueschingen. 9846
— febr. 9. Elsa Schmid im namen ihres verstorbenen mannes Klewin Klein Hennj Schmid und ihres sohnes
Hans und mehrere bürger von Merdingen stiften in dio loutkirche zu Merdingen auf den Muttergottes- und s. Bar¬
baraaltar eine ewige priesterpfründe. Der priester soll näher bezeichnete zinsen als einkommen haben und ver¬
pflichtet sein, wöchentlich 4 hl. messen zu lesen. Die pfrönde soll erstmals verleihen Junker Martin von Blumenegg
(Blümenck), dann soll bei deren Verleihung Martin von Blumenegg oder dessen erben eine stimme haben. Klein
Henny Schmids goschlecht und der Hybelung geschlecht eine stimme und die gemeinde zu Merdingen auch eine
stimme. Sie bitten den bischof Otto oder dessen generalvikar um bestätigung. Dis beschach und ist dirre brieffe
gegeben uff dem nechsten fritage nach u. L frowen tage der liechtmesse 1431. — Or. Karlsruhe (21/323). 9347
— febr. 22. Franz Johann, vikar des bischofs von Konstanz, stellt die fhndationsurkunde der frühmesse in
Schwarzenberg aus. — reg. Jahresb. Vorarlberger Museum 1901, 81 nr. 1727. 9848
:— febr. 23. Bischof und stadt vertragen sich wegen der Verlegung des hofgerichtes nach Schaffhansen während
der zunftunruhen. Der bischof sendet an demselben tage nach Schaff hausen botschaft und läßt dem gericht sagen,
daß es wieder nach Konstanz übersiedeln solle. — Ruppert, Konst Chroniken 173. — vgl. 1429 aug. 15. 9349
— febr. 25, Konstanz. Hält nach beilcgung der Zunftstreitigkeiten mit dem rat und den geschlechtem, der
' bürgerschaR und den domherren ein mahl. — Ruppert Konst Chroniken 174. — vgl. 1429 aug. 15. 9350
— febr. 27. Das bischöfl. hofgericht siedelt nach beilegung der zunftunruhen ton Schaffhausen nach Konstanz
über.^— Ruppert Konsi Chronikon 174. — vgl. 1429 aug. 15. Der generalvikar urkundet märz 6 noch in
Schaffhausen. 9851
— märz 3^ Konstanz. Urkundet das priorin und konvent zu Zoffingen in Konstanz eine schuppose zu Wiggen-
weiler, lehen des bistums, von Jakob Syden [d. d. 1431 märz 2] gekauft haben. Der aussteiler bestätigt den kauf
und gibt die schuppose den klosterfrauen gegen abgabe eines vierlings wachses auf Martini zu eigen. Geben zu Cost
am sambstag vor ... Oculi 1431. — Or. Konstanz, Kloster Zofflngen. — erw. ZGORh. NF. 4 m91. 9352
— märz 6^ Schaffhausen. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt die Stiftung des hL Kreuzaltars
in der Dreikönigskapelle zu Kider-Baden i. A., welche durch Johann Bnri gen. Kurz, bürger zu Baden, d. d. l43l
Jan. 22 erfolgt war. Dat. Scafhse 1431, die 6. mens, mardi, ind. 9. —■ Welti, Urk. Baden s. 436 nach or. Baden,
Stadtarch.; auf dem bug rechts: Mich. Has. 9853
— märz 11. Im glefenanschlag des reichs wider die Hussiten ist Konst, auf 26 glefen veranschlagt. — erw.
Deutsche Reichstagsakten 9, 524. 9854
der Biaebüfa von KoBeUas. UI.
39
306 Otto m. Ton Uachberg, Bischof Yon Konstanz. 14B1.
1481 märz 12« Der generalvikar in spir. des bischoCs Otto bestätigt eine ewige messe, welche d. d. 1430 dez. 19
Lingga, witwe des Dietmar Bot, bärgerin za Ulm, aaf den Andreasaltar in der Bessererkapelle aaswendig an dem
chor der^Franenkirche zn ülm gestiftet and bewidmet hat — reg. Bazing -Yeesenmejer, ürk. Pfarrkirche Ulm
nr. 126 nach or. y. Besserer Arch. Ulm. 8356
— mftrz 17, Born. Papst Engen IV. befiehlt dem bischof yon Atri, dem propst zn St Felix and Begala in Zfirich
and dem domdekan za Chur, den Johann Wirt, ständigen benefiziaten in der St Fideskapelle aafier den manem
der Stadt St Gallen, in dies benefiziam einzasetzen, da es nach päpstL arteil dem Heinrich Bogwiler, welcher es in
besitz hat, aberkannt wnrde^ Das benefiziam war durch tod des Johann Gossaa erledigt — U-B. St Gallen 5,636
nach Bepertoriam Germanicom I, 39. 9356
— märz 23, Konstanz. Bestätigt mittelst transfix die süftong and bewidmäng einer mefipfrfinde in der kapeUe
za Jebenhosen (Übenhnsen), einer tochterkirche zu Faomdaa, dorch die gemeinde J., am deren bestätignng Johann
Mesner propst and der konvent yon Faomdaa d. d. 1431 märz 15 gebeten haben. Dat et act Const 1431, die
23. mens, marcii, ind. 9. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Gfippingen St); es hängt das kleine bischofssiegeL 9357
— märz 24, Nürnberg. Julian, kardinallegat in Deutschland, gestattet dem [geistlichen] spitalmebter des
hl. Geistspitals za Ulm, die im spital sich aafhaltenden armen und kränken zn absolrieren and ihnen die sakra*
mente des altars and der hl. Ölung za spenden, päpstl. fälle ausgenommen, und dio zastimmang des leatpriestors der
Pfarrkirche, za welcher das spital gehört yoraosgesetzt Dat Nannberge die 24. mens, marcii 1431, ind. 9.,pontil
Eagenii IV. a. 1. — Or. Ulm, Stadtarch.; unter dem text: audüor vidU; rfickseits B. 9358
— - april 4, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto erteilt dem Johann Fremd, dekan des dekanati
Granheim, dieselben Vollmachten wie 1407 joli 28. Dat Const 1431, die 4. mens, apr., ind. 9.—Or. Dekanatsamt
Zwiefalten z. Zt in Oberstetten; aof dem bag IficA Hoa. Backseits: NUhart, 9359
— april 7« Brnder Petras de Liceyo, artiam mag., Sachwalter and koUektor des spitals vom hL Jakobas de loco
qai dicitor Altopassos, yon Johann Gajant, spitalmeister des Augostinorordens, abgeordnet benrkandet dafi znr
wiederherstellang des von den Sarazenen verwüsteten spitals priorin und konvent von Engeltal bei Dorostetton al-
mosen gegeben haben; kraft apost. Vollmacht erhalten sie deswegen u. a. die Vergünstigung, von jedem priester sich
einen ablaO von 1 jahre and in der todesstande einen vollkommenen ablaß (ab omnibas peccatis et a pena et calpa)
erteilen zn lassen. Dat 1431, die vero 7. apr. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Engeltal). [Ein allgemeines formalar,
in das später bloß der name des klosters eingeschrieben wurde]. 9360
— april 8, Innsbruck. Friedrich, herzog za Österreich, präsentiert dem bischof Otto auf die pfiirrkirche Spai-
chingen den Georg Puchsenmeister. Dat in Inspragga 8. mens. apr. 1431. — Or. Stattgart Staatsarch. (Ost
Landesteile I). 9361
— april 18, Born. Papst Engen IV. an die bischöfe yon Konstanz und Aagsbarg, sowie an den dekan der
Konstanzer kirche: befiehlt, das kloster Blaabearen vor gewalt zu schützen, vornehmlich vor heranziehong zu steaem
and abgaben. Dat Borne apad S. Petrum 1431, id. apr., a. 1. »Ad compescendos conatos nefarios«. — enr. Pe¬
tras, Saey. eccL 187. — (Besold) Doc. rediv. (1636) p. 933. 9362
— april 20« Bitter Heinrich yon Band^, hanptmann, und alle ritter der ritterscbaft vom Georgenschild im
• Hegau beorkonden, daß sie ihre einung auf 2 jahre verlängert haben. Sie nehmen den bischof Otto in die gesell-
Schaft auf nnter der bedingang, daß er seine jährl. gülten und zinse nicht höher als für 4000 U heller versteuern
solle; er soll sich vertreten lassen durch 3 räte, davon 2 edelleute. Der bischof genießt den schütz der ritterscbaft,
ausgenommen gegen den papst den deutschen könig und markgraf Wilhelm vonHachberg. Der geistliche gerichts-
stand soll anangefochten sein. Es siegeln der aussteller, Johann von Tengen, graf zu Nellenborg, und Hans Konrad
von Bodmann, ritter. Geben uiT ftytag vor s. Georien tag 1431. — Or. Karlsrohe (5 Gen. 93).—reg. Kopb. 503,
404 Karlsrahe. 9363
.— april 24, Born. Papst Engen IV. verleiht dem priester Lorenz Wjrich ein oder zwei benefizien (mit seelsorge 25,
ohne 18 m. s.), welche zur kollatnr des klosters St Gallen gehören oder dem kapitel von St Johann za Konst zastehen.
Dat Borne apud s. Petram 1431, 8. kaL maii, a. 1. - U-B. St Gallen 5, 638 nr. 3626 nach kopie Stiftsarch.
— Aasfühmng d. d. 1435 jan. 4 ebenda s. 729 nr. 3846 nach kopie Stiftsarch. — vgl. 1438 jani 26 ebenda.
9364
— april 28f Konstanz. Bittet bürgermeister and rat za St. Gallen, ihrem schalmeister, der sich verpflichtet hat
»her gen Costentz in die schül ze komenc^ die erlaabnis dazu aaf künftige pfingsten za etilen, »wan es also amb
die sch&l jetz gestallt ist das man sin ze not und bald bedarK« Geben ze Cost sambstag vor Philipp! and Jacobi
1431. — U-B. St Gallen 5, 638 nr. 3628 nach or. Stadtarch. — vgl. daselbst die anmorkang and s, 682
‘ nr. 3726. 9365
Otto IIL von Hachberg, Bischof toti Konstanz. 1431. 307
1431 april 28, Konstanz. Vor dem offizial des Konsi hofes erscheinen die Minoritenbrdder Eonrad von Wangen,
beichtfater des bischofs Otto, Johann fianbenhnß, lektor des Konst. Minoritenklosters, und Johann Riethaimer,
lektor des Lindaner klosters, im namen der meisterin und der. Schwestern am Steg za Lindau einer« and Johann
Locher, priester and kircliherr der pfarrkirche St. Stephan za lindaa, anderseits and rergleichen sich gütlich über
strittige pankto, ror allem über das begr&bnisrecht and das recht der sakramentenspendang. Acta et facta sant
hec in civitate Const..... 1431, ind. 9., die rero sabati 28. mens. apr. etc.; zeugen: mag. Heinrich Hemmerlin,
in decr. licentiatos, Sachwalter, und Leonhard Barg, notar des Konst hofes. — Notariatsinstrament des Johann
Tanheim von Frcibaig: Manchen, Beichsarch. (Lindaa, Stadt). 9336
— april 29, Rom. Papst Ragen IV. an den domdekan Ton Konstanz. Priorin and konrent des klosters
Klingental in Kleinbasel Angostinerordens trogen vor: sie seien einst beim platze ,za den hnseren^ Basler diü-
zese, unter der seelsorge der Prediger gestanden and mit päpstl. yollmacht za dem gen. kloster transferiert worden,
h&tten aber durch die nachlässigkeit der Predigerbrüder in geistl. und weltl. dingen großen schaden gelitten; des¬
wegen verzichteten sie auf die exemtion, die ihnen kraft der Unterstellung unter den Predigerordon zakam, trennten
sich von diesen and stellten sich vor 2 Jahren unter die leitang des bischofs von Konstanz, der sie gegen alle
angriffe schützen konnte, so daß sie innerhalb der 2 Jahre einen aufschwung nahmen. Sie bitten am bestätigong.
Der papst beauftragt den Konstanzer domdekan mit der ausführang. Dai Rome apud s. Petrum 1431, 3.kaLmaii,
a. 1 . »Hamilibas sapplicum votis«. — Or. Basel, Staatsarch. (Cling. 1864). Unter dem bog links: Ja. taxe 20 .
R, Cossel, 3f. de Boasis, 9 . Auf dem bog rechts: A, Sehonaw jj, Rückseite R darin ^n; bei den siegelschnüren
unleserlich; beim ombug: Jo, de Liech, Bulle an hanf. — Ausführang durch Heinrich von Beinheim, in decr. li-
centiatns, offizial za Basel, sabdelegiert von Johann Lüti, Konst, domdekan, d. d. 1431 sepi 19: Or. ebenda nr. 1871.
9867
— april 29, Innsbruck. Friedrich, herzog zu Österreich, schreibt an bürgermeister and rat der stadt Freibnrg:
die vorgebrachte beschwerde haben wir vernommen, wir lassen euch wissen, daß wir in bülde uns ins land hinaus
begeben, earo Sache und andere vorznnehmen; haltet also alles inzwischen, so gut ihr es könnt Wir senden each
aach unseren brief, betreffs Vorladung vor des königs hofgericht; wegen der pfarrkirche zu Freiburg schreiben wir
an den bischof zu Konst., wie ihr aus der abschrift, die unser getreuer Jörg^Oeorg Büchsenmeister?], dem wir die
gen. kirche geliehen haben, ersehen werdet; wir fordern von euch, daß ihr gen. Jörg dabei behilflich seid. Gteben
zu Insprugg an suntag vor s. Philipps- und s. Jakobs tag apost. 1431. — Or. Freibarg, Stadtarch. (Eirchensachen).
— Freiburger Münsterblätter 7 ,79 nr. 493. 9868
— april 80, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewid-
mung des Mattergottes-, Cosmas- und Damian- und Dreikönigsaltars in der pfarrkifcho zu Überlingen durch Mar¬
gareta Rudolf und deren verstorbenen mann Heinrich Rudolf von Überlingen d. d. 1431 märz 12 . Der komtur der
Mainau gab seine Zustimmung. Dat. Const. 1431, die ultima mens, apr., ind. 9. — Or. Karlsruhe (2/164); auf dem
bug: Mich, Eos. Rückseite: Nühart, 9369
^ mal 4, Uhwiesen. Clewi Mayer von Uhwiesen, der im namen des bischofs zu gericht sitzt, beurkundet einen
güterverkauf. Beschach und geben an dem vierden tag des monatz mayen 1431. — Or. Schaff hausen, Staatsarch.
— reg. Urkundenregister des Kantons Schaff hausen nr. 1848. 9870
— mai 5, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfli die pfründe zu ehren ■
der Mattergottes, des hL Kreuzes und St. Leonhards in der hl. Kreuz- und St. Leonhardskapelle außerhalb und der
St Johannes Baptistkapelle innerhalb der mauern von Oöppingen, welche die bürgerschaft von Göppingen mit Zu¬
stimmung des grafen Ludwig von Württemberg und des leutpriesters der St Martinspfarrkirche von Göppingen,
[Johann] Länderlin, d. d. 1431 märz 4 gestiftet haben. Dat Const 1431, die vero 5. mens, maii, ind. 9. — Or.
Stuttgart,’Staatsarch. (Göppinger St); auf dem bug: Michahel Eos; rückseite: Nühart, 9371
— mal 18, Ulm. Bürgermeister und rat der stadt Ulm schreiben an den abt zu Bebenhausen, pfleg er des
bis tu ms Konst.: wir hören, daß ihr als pfleger des bistums bestellt seid, wir wünschen euch zu solcher würde glück.
Wir empfehlen euch den Ludwig Nythart, vikary des hofs zu Konst, von unserer stadt gebürtig, der mit seinem amt
auch zu eurer pflege gehört, damit er bei seinem amte bleiben kann. Geben uf firytag vor pflngsten 1431. — Or.
Ulm, Stadtarch. (Veesenmeyer). — vgl. vor aug. 6 . 9872
— mai 19, Konstanz. Bestätigt mittelst transflx die Stiftung einer ewigen messe auf den zu ehren der Matter¬
gottes, der hl. Dreikönige und St Wendelins geweihten voraltar der kirche zu Amtzell (Amptenzelle), einer tochter-
kirche zu Linggenwil, welche d. d. 1430 april 22 durch Rudolf von Rosenberg zu Zukkenriet mit Zustimmung des
abtes Eglolf von St Gallen und des Eonrad Gebar, kirchherrn zu Linggenwil und Amtzell, erfolgt war. Dat. Const.
die 19. mens maii 1431. — U-B. St Gallen 5, 609 nr. 3558 nach or. Stiftearch. 9378
— jnni 1, Konstanz. Verleiht die propstei St Stephan von Konst, welche durch tod des Diethelm Leman er¬
ledigt ist dem Diethelm Blarer, domherm, da die Chorherren die frist zur vomahme einer wähl nicht eingehalten
89 *
308 Otto in. von Hachberg, Bischof yon Konstanz. 1431.
haben. Dai Consi in anla nostra episcopali 1431, die 1. mens, innii, ind. 9. — Formelbnch Z, 81 Erzb. Arch.
FreibuiK. 9874
1431 Juni Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto beanftragt den dekan des dekanats Begensberg, den
piiester Bertbold Rapp in die ständige yikarie der pfarrkirche Rümlang einznweisen. Dieselbe ist der domkirche
zu Konst, inkorporie^ zur versehnng der neaenSt.Konradspräbende, ,saccentoria* genannt, verpflichtet und mit den
altären der Mnttergottes in der hl. Grabkapelle zunächst der Konst, domkirche und des St. Johann Baptisteualtara
unter der erde (snb terra) in der Konst, domkirche vereinigt Das präsentationsrecht besitzen die Verwalter (inoffi-
ciatores) nnd Inhaber der gen. altäre und präbendeu. Dat Const. 1431, die 2. mens, iuhii, ind. 9. — Or. Zürich,
Stadtarch. (nr. 379); auf dem bug rechts: Mich, Has. Ruckseits: Nithart; rechts: iuravU, 9875
— Juni 9, Rom. Jakobus, bischof von Adria (Adrien.), teilt dom bischof von Konst die bulle papst Eugens 17. d. d.
1431 mm 23 (Rome apud s. Petmm 1431, 10. kal. ionii, a. 1. »Vite ac morum honestas«) mit, worin dieser dem
Jakob Tod die pfarrei Bergatreute mit 8 m. s. einkünfton verleiht Diese ist dadurch erledigt, daß Diebold von
Aicholbeig dieselbe innehatte, ohne sich in der vorgeschriebenen zeit zum priester weihen zu lassen. Mit der ans-
fuhrung ist vom papste bischof Jacobus von Adria, der propst von St Johann zu Konst nnd der offizial za Konst
beantragt Dat ot act Rome ... 1431, ind. 9., die vero sabbati 9. mens, iunii. — Or.StuttgartStaatsarch. (Wein¬
garten). 9876
— jnni . 18^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto beauftragt den dekan, kammerer und die mit-
brüder des dekanats Luzern, gegen Albert Waffen sonst Rumpler, angeblich priester der didzese Metz, welcher wegen
exzesse nach Konstanz zitiert aber nicht erschienen war, vorzugehen und dessen exkoromunikation zu verkünden. Dat
‘ Const 1431, die 18. mens, iunii, ind. 9. — Or. Luzern, Vierwaldstädter Kapitelsarch.; ruckseits: Acutum prima
die mensia itdii Lutzerie. — GFrSOrte. 24, 65. 9877
— Juli 2^ Perugia. Andreas Johannes de Balionibu^de Perusio decr. dr., generalprior der kongrcgation der Augustiner-
Chorherren vom hl grab zu Jerusalem, bestätigt den Melchior von Ringelstein als propst zu Denkendorf, nachdem Jo¬
hann von Ringingen durch Bertold Gudez (?), loutpriester zu Köngen, resignierte. Dat et act in civitate Porusii...
143;, ind. 9 ... die vero lune 2. mens, iulii; zeugen u. a. Johann Fahr! von Biberach in civitate Perusina in medicina
studente. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Denkendorf). — Johann v. R. hatte wegen alters resigniert; der konvent
setzt ihm sein leibgeding fest 1430 april 27 (dornstag vor sontag Misericordia). 9878
— jnli 5^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt die Stiftung und ausstattung einer pfründe
auf dem U.L. Fr. Altar in der St Martinspfarrkirche zu Meßkirch durch ritter Johann von Zimmern, froihorm xu
Meßkirch, d. d. 1431 febr. 5. Dat Const 1431, die vero 5. mens, iulii, ind. 9. — Zimm. Kopb. 1, 206** Donau-
eschingen. — erw. Fürstenberger Urkb. 6, 8 nr. 4, 13^ 9879
— Juli 20. Bestätigt die Statuten des kapitels Saalgau. — erw. SYGBodensee. 16, 94, 96. 9380
— jnll 24, Konstanz. Der generalvikar in spir. beauftragt den dekan des dekanats Zürich, den ihm von abt
Werner zu Kappel in die pfründe des altars des hl. Bricius in Kirchberg präsentierten priester Jakob Sproß einzu-
weisen. Dat Const die 24. mens, iulii, ind. 9. — Regg. Cappel nr. 312. 9881
— vor ang« 5. Will das bistum dem äbt von Bebenhausen als einem vikar übergeben. Das domkapitel
aber weigert sich. Der bischof und abt zitieren das kapitel vor den hof zu Mainz. Das domkapitel appelliert [aug. 5]
nach Rom.— Schultheiß, Bistumschronik (FreibDiüzesanarch. 8, 57). — vgl. 1431 mai 18. Ähnlich berichtet
Schultheiß in den Kollektaneen (l, 130^) mit dem datum: »darnach an dem sunntag nach Lanrontii (aug. 5), do
Indent techant und tombcapitel zu Costontz den bischoff und den abt zu Bebenhasen mit Iren anhengern allen gen
Rom für den bapst von der sach wegen und schlügend dos ballen nnd brief an die turen des munsters und nament
darüber instmment« (l, 130^). — Die Kollektaneen geben das zuverlässigste bild von dem ganzen streite. Es müssen
Schultheiß zwei beridite Vorgelegen haben, die er an verschiedenen stellen verwertet, zuerst 1,13 O**-132**, dann 1,
134**. — 7gl. die urkunde 1432 jan. 20/21, welche den abschluß der ersten etappo des Streites bildet. Der bl-
schot war während des Streites zum zweitenmal nach Schaff hausen gezogen [ende 1431 oder Januar 1432] und hielt
dortgericht und hof. Der streit entbrennt aufs neue durch den erlaß des domdekana 1432 febr. 26. Die ausführ¬
lichste und beste quelle sind, wie schon erwähnt, die Kollektaneen von Schultheiß 1,130^132** und 1,134** und
135^ Die Verhandlung vor dem Basler konzil vgL 1432 Juli 9, sept 10; 1434 Jan. 27, mai 20. — Zur. Übernahme
der leitung des bistuins durch das domkapitel vgl. 1427 sopt. 29. — Merck, Chronik des bistums Konst s. 266 be¬
richtet die resignation zum Jahre 1431; als Ursache des prozesses gibt er s. 230 an: »Weildiedomherrenglaubten,
der bischof sei zu milde, haben sie ihn zu Rom vor dem papst verklagt, aus welchem erfolget, daß Je ein teil wider
den anderen prozeß fürgeuommen«. Der rat will vermitteln, richtet abor nichts aus. Rom stellt sich auf soite der
domherren. Sie wollten dem bischof deswegen die regierung nicht lassen. Das eingreifen verschiedener fürsten und
herren bringt gegenseitige Verständigung. — Bei den Chronisten scheinen verschiedene berichte zusammengeflossen
Otto m. von Hacliborg, Bi8c1iof von Konstanz. 1431. 809
1431 aug. 6. Joliann, bischof von Cäsarea and generalvikar in pontif. des bischofs Otto, beorkopdei, daß er am gen.
tage auf bitte des Wilhelm Johannis Schwend Yon Zürich nnd der einwohner von Radolfstotton die durch feuor zer¬
störte alte kapolle in Fridlisporg nach ihrer wiedcrherstellnng zu ehren der Mnttergottes, dos hl. Bonedikt nsw. ge¬
weiht hat. Er verlegt den woihetag auf sonntag nach Jacobi und erteilt 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. (Acta 1431,
ind. 9., die luna ante festum b. Laurentii). — Or. Bremgarten, Stadtarch. nr. 264. 9383
— ang. 14, Konstanz« Bestätigt die Übertragung des pfarrsatzes zu Zogenweiler als eines bischöfl. lohens durch
Johann von Eiotheim (-hain), Scholaren des Konst bistums, an das kollegiatstift zu Markdorf.' Diesem inkorporiert
er mit Zustimmung des domdekans und domkapitols die pfarrkirche zu Z., doch mit den Vorbehalten der Zahlung
der ersten früchte, der besetznng der pfarrei durch einen Markdorfer stiftsherren nnd der festsetznug der kongrna
durch den jeweiligen bischof. Dat et act Const 1431, die vero 14. mens, ang., ind. 9. — Kopb. AA, 340 Frei-
bnrg, Erzb. Arch. — erw. FreibDiCzesanarch. 1,131 anm. 10. — Eingornckt in den revers des lentpriesters und
des kapitels vom hl. Nikolaus zu Markdorf d. d. 1431 ang. 28 (Dat ipsa die s. Pelagii, que fuit 28. mens. aug.).
— Kopb. AA, 340 Freibnrg, Erzb. Arch. — reg. Kopb. 503, 318 Karlsruhe. 93M
— aug« 20, Konstanz« Bekundet, von Schultheiß und rat zu Baden i. Aargan sovfie dem spitalmeistor Johann
Müller zu dom Tum als Vertretern des spitals 1600 goldgulden Rhein, empfangen und zur pfandlöse von 10 fnder
»wingeltz«, die der abtei Weingarten aus dem zehnten zu Hagnau (Hagnow) versetzt waren, verwandt zu haben.
Mit einwilligung des domdekans und domkapitels verkauft er auf wiederkauf um jene summe dem spital die quart
zu Rohrdorf. Erfolgt der rückkauf vor Johanni, so fallen die einkünfto dos ganzen jahres an das hochstift, sonst
noch an das spital. Geben zü Cost an montag nach unser 1. frowen tag ze mittem ougsten ze latin assumpcionis
Marie 1431. — Eingerückt in den revers des bürgermeisters, des rates uud des spitalmeisters d. d. 1431 aug. 27
(Geben an montag nach s. Bartholomeustag dos hl zwölffbotten 1431): Or. Karlsruhe (5 Rohrdorf). — Kopb. AA,
63 Freibnrg, Erzb. Arch. — reg. Kopb. 503, 288 Karlsruhe. — Welti, Urk. des Stadtarch. Baden 445. 9385
— ftug« 20« Nach anhömng des gutachtens des bischois Johann von Cäsarea, weihbischofs von Konstanz, und
des Johann Stephan, chorherm zu Zürich, wird der streit zwischen kollator, kirchherr nnd pfarrgenossen von Risch
wegen der kirchenbaupflicht nnd des beznges von opfergeld entschieden. — Staatsarch. Luzern, Urbar v. Bnonas
175). 9386
-T- sept« 7, St Gallen. Eglolf, abt von St Gallen, bittet den bischof Otto bezw. dessen generalvikar um geneh-
migung, daß Nikolaus Jenchin, kirchherr zu St. Magnus außerhalb, der mauern von St Gallen, und Johann RütiUi,
prilbendar zu St Leonhard zu St. Gallen, ihre pfründen tauschen. Dat in sancto Gallo in vigilia Nativitatis b. Mario
virg. 1431. — St Gallen, Stiftsarch. (Kopb. 369, 14). 9387
— vor sept« 8. »Vor unser frowen tag zu herbst do ward genommen von Ulrichen Ehinger das ammannampt; ob
es das kapittel oder bischof Otto tbät, daß weiss ich nicht Sie setzen als ammann Friedrich Schriber gen. Haiden¬
heiner und als Stellvertreter Konrad CHater der vor »zollerc was. Friedrich Schreiber wird bürger und schwört. Es
wird ein insiegel gemacht: »ain bischoff brust und damnder des bistumbs schilt und auch der margraffen von Bo-
telen schilt [vgl.y. Weech, Siegel des Generallandesarchivs Tafel 41,5.6.] und wurdent die usklag brieff und ander
biieff also gestellt: ,Ich Conrat Clater vergich, dass ich offenlich zu gericht sass an meiner rechten geding statt an
statt des hochwürdigen fürsten bischoff Otten von Costentz mines gnedigen herren etc. — Darauf fing man
>ain nüw ri.chthof uff den oberen hoff« zu bauen an nnd umb sant Niclaustag da saß des bischofs Otto ammann
Friedrich Heidenheimer erstmals in dem richthaus zu gericht. — Schultheiß, KoUektaneen 1, l31^ — Zu 1430
berichten dies: Konstanzer Chronik (Mono, Quellens. 1, 334). — Schultheiß, Bistnmschronik (FreibDiözesauarch.
8 , 56). — Die tatsache auch erwähnt von Gregor Mangolt, Chronik zum jahr 1430. — Ruppert, Konst. Chroniken
s. 275 zu 1431. 9388
sept« 20, Konstanz. Der oiflzial von Konst, entscheidet in einer klagesache der meisterin und der Schwestern
von St Nikolaus bei Yillingen einer- und Johann Glungg, welcher widerrechtlich 4 »bänke« (Verkaufsstellen) zu
Yillingen weiter vermietet und so die Schwestern um 4 fff geschädigt hat, anderseits dahin, daß letzterer diesen
schaden ersetzen müsse. Lecta et lata est hec sententia diffinitiva Const in iodicio 1431, die 20. mens, sept, ind. 9.
— Or. Schaff hausen, Staatsarch.: unten: Tanheim ^ 1 fl./ rückseits aufgedrnckt das Siegel des Offizials. — In
einer 2. urkunde d. d. 1431 okt 18 wird der leuipriester zu Villingen beauftragt, den gen. zur Zahlung der 4 fff ^
und außerdem zur Zahlung der kosten, welche sich auf 4 fff 2 sol. und 3 Rh. fl. belaufen, anzuhalten. Dat Const.
1431, die 18. mens, oct, ind. 9. — Or. ebenda; unten: TanhHm; rückseits: ezecutum per Erhardum Tüffer, rec-
torem ecclesie parrochie in Villingen ipsa die Martini episcopi a^ 1431. — reg. Urkundenregister des kantons
Schaff hausen nr. 1851. 9389
— sept. 21« Heinrich Neithart schreibt an seinen bruder [Ambros Neithart zu Ulm?] u. a.: ,yon herrn Konrads
von Rott wegen wil des dem vicari ie nit bedunken, das du darinn etwas behalten mügest, so gibt uns ouch der bi¬
schoff so vil ze schaffend, das ich nit han vil gehebt itz ze sechen darüber; ich han aber müt, ich well es sechen und
310 Otto 111. von Hachberg, Bischof yon Konstanz. 1431.
dir dan schriben*. Der Cardinal bat mir unter strafe geboten, noch in dem jetzigen monat in dem konzil zu sein.
Das maß ich ton. Ich müßte anch sonst dahin sein von des kapitels von Konstanz wegen, ,aber nit so nngeschicktS
Sobald ich kann, will ich einen nrlaab nehmen and heim reiten, mich za rüsten, am da [in Basel ?] za bleiben. Ob
es meinem herm daheim geföllt, weis ich nicht Doch wil ich es tan and wäre es anch mir nicht so schwer geboten.
Mathei ey. [1431]. — Or. Ulm, Stadtarch. (Neithart). — ygl. 1431 dez. 11. 9390
1431 .sept. Eltville. Erzbischof Eonrad von Mainz beraft seine snffragane za einem provinzialkonzil aaf den
12 . november nach Aschaffenbarg (ob es abgebalten warde, ist ansicher).—Harzheim, Ooncilia Germaniae 5,23*2.
— erw. Binterim, Geschichte der dentschen Konzilien 7,96f. 9391
— sept. 27, Konstanz* Bestätigt mittelst transfiz die stiftang einer ewigen messe in Keahaasen, einem filial
za Dettingen, durch die bürger daselbst Am 2. febr. hatten diese dem bischof yoigetragen, daß sie oft w^en an-
g^stiger Witterung, wegen krankheit und fiircht vor bränden die matterkirche nicht besuchen können und darum
um bestätigong der kaplanei bitten, die sie in ihrer kapelle, in welcher sich zwei altäre befinden, bewidmet haben.
Einkünfte und Verpflichtungen des kaplans, der za Keahaasen’ residieren soll, sind angegeben. Dat Const 1431,
die 27. mens, sept, ind. 9. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Urach G.Y.). 9398
— okt. !• Abt Eglolf von St Gallen bezahlt 100 fl. pro complemento et finali solacione soi commanis servicii
and erhält aaflschab für die Zahlung der 3 minata servicia. — U-B. St. Gallen 5, 647 nach Bepertoriam Germ. I,
272. — 1431 okt 5 schloßzahlang 113 fl. 16 sch. S ^ — Bepertoriam Germ. J, 277 und I, 309. 9393
— okt» 4, Born. Papst Eugen lY. erteilt dem abt des klosters Büti eine »Ea que de bonisc-balle. Dat Borne
apad s. Petram 1431, 4. non. oct, a. 1. — Or. Bapperswil, Stadtarch. (0.1.1.1.); auf dem bog rechts: P. Cor-
mano, Bückseits verschiedenes. 9394
— okt» 7. Die prälaten des Konst bistams werden anfgefordert, bis 13. okt nach Basel za kommen. — Mon.
conc. gen. saec. 15, Conc. Bas. SS. 1,116. — erw. Deutsche Beichstagsakten 10,189. 9395
— okt» 13, Born. Papst Engen lY. an den propst za Bischoflszell: »Ea qae de bonisc-balle für St Gallen. Dat
Borne apad s. Petram 1431, 3. id. oct, a. 1. »Ad aadienciam nostramc. — U-B. St Gallen 5, 648 nr. 3653
nach or. Stiftearch. — Aasführong eben^ s. 652 nr. 3664. 9396
— okt» 3L Heinrich Alber gen. Falb, bürger za Ulm, bittet den bischof Otto bezw. dessen generalvikar in spir.
nm bestätigong der meßstiftang auf den altar za ehren der hl. Dreifaltigkeit, der Mattergottes, der hlL Petras,
Erasmas, Barbara and der 11 000 mägde in der Liebfraaenpfarrkirche za Ulm, welche er nach dem letzten willen
seiner mohme sei., der Anna Bavenstein, mit zostimmung des Heinrich Neithart, pfarrers za Ulm, vollzogen hat.
Geben aaf allerhailigen aabent 1431. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Schenk v. Castell); ein dritter einschnitt in
der orkonde deutet darauf hin, daß die bischöfliche bestätigong mittelst transfiz erfolgte, abef nicht mehr erhalten
ist. — gedr. Ulmer Münsterheft 3, and 4 s. 62 ff. — reg. Bazing-Yeesenmeyer, Urk. Pfarrkirche Ulm nr. 1 SO.
9897
— nOT. 6, Basel. Jalian, kardinallegat in Deutschland, bearkandet: einige edle haben vorgetragen: in dem Be*
nediktinerinnenklostor Si Margaret bei Waldkirch, welches einstens reich aasgestattet war, wohnen nonmehr nach
dem tode der letzten äbtissin, welche ein armes leben führen mußte, 3 kanoniker. Da nicht mehr za hoffen sei, daß
das kloster wiederhergestellt werden könne, erhebt er das kloster zu einem kollegiatstift mit 6 Chorherren, von
denen der propst die doppelten einkünfte (portio) (sowohl in prebendali portione qoam in cottidianis distribationibas)
haben soU, der dekan 1 Va, ßer thesaorar 1 V 4 , dio übrigen drei je 1 teil der präbende; jedoch soll ein präbendea*
teil (una portio prebendalis) nicht mehr als 20 Bh. fl. betragen; der notwendige unterhalt soll vielmehr durch die
Verteilung der tägL reichnisse ausgeglichen werden. Dat. Basilee 6. die nov. 1431, ind. 9., pontif.' Eagenii lY.a. 1.
— Or. Karlsruhe (26/28). Unter dem bag rechts; audilar vidit; auf dem bug: gratis, A. de Vinhali (UmhaUf),
— Derselbe beanttragt den Johann von Palomar, decr. dr., caasaram anditor, den dekan von Konst, and den propst
von Si. Peter in Basel naebgen. als Chorherren einzaweisen and zwar als propst Ladislaus von Blaßenberch priester,
als dekan Konrad von Beatelsbach (Buttelsbach) priester, als thesaorar Berthold von Neuenfels (Budvenfels!) prie¬
ster, als kanoniker Franz Lüpp priester, Johann von Krotzingen priester und Heinrich Hemerli Ucentiat der rechte.
Diese sollen freies wahlrocht haben. Ladislaus ist zugleich kirchherr von St Martin (za Waldkirch), deren einkünfte
40 m. 8. nicht übersteigen; Eonrad kirchherr von St Peter [ebenda] mit einem einkommen von 30 m. s.; Berthold
domherr von Basel und kirchherr von St Waldbarg [ebenda] mit einem gesamteinkommen von 28 m. s.; Franz,
kirchherr von Herdem und kaplan der St Andreaskapelle in der pfarrkirche za Froibhrg, mit einem gesamtein¬
kommen von 18 m. s.; Johann kirchherr von Feldkirch, mit einem einkommen von 12 m.s.; Heinrich kaplan des
Peter- und Paalsaltars in der pfarrkirche za Freiburg, mit einem einkommen von 4 m.s. Dat Basilee apad s. Leo-
nardam 6. die nov. 1431, ind. 9., pontif. Eugonii lY. a. 1. — Or. ebenda mit vermerken wie oben. — Kopb.
1405,22^ff.; 1406,1 ff:Karlsruhe. —rog. ZGORh. 36, 304,—vgl. 1431 jan. 13.—1434 mal 1 (Basel) bestätigt
kaiser Sigmund die Umwandlung des klosters in ein kollegiatstift Dat Basilee 1434, die prima mensis maii,
Otto III. Toii Hachberg, Bischof von Konstanz. 1431—1432. ^11
regnornm nosiroratn anno Hongarie etc. 28.» Romanorom 24.» Bohemie 14.» imperii vero 1 . — Or. Karlsmhe (K.
S. nr. 721); aof dem bog: Äd mandaium d. imperaloris Caspar Sligk miles canceU, Röckseits: Marquardus
Brisachsr. 9398
1481 noT* 8, St Gallen. Abt Eglolf ?on St Gallen präsentiert dem bischof bezw. dessen generalvikar ffir die pfarrei
Urnäsch» deren koUator dem kloster St. Gallen zosteht, den priester Jakob Gäßlor. Dat in sancto Gallo 8. mens,
nov. 1431. — reg. U-B. St. Gallen 5» 651 nr. 3659 nach Or. Stiftsarcb. 9399
— nOT. 22, Rom. Papst Rogen lY. an den propst Ton St. Peter zo Basel. Er erteilt der priorin Anna ond dem
konvent des klosters Klingental in Kleinbasel, Aogostinerordens, eine »£a qoe de bonis«-bolle in minori forma.
Dat Rome apod s. Petrom 1431» 10 . kal. dec., a. 1 . »Ad aodientiam nostramc. ~ Or. Basel» Staatsarcb. (Cling.
1875). Unter dem bog links: No, taxe 2 . Bnseop Pinardi; aof dom bog rechts: A, ds Cumis.; rflckseits links:
pro d, p, de Guidan(?); mitten: Bertoldus; rechts: f. de Car.,.; bei den siegelschnüren: Jo. Stulle. Hanf.
9400
— HOT. 22, .Kleinbasel. Vor dom notar Konrad Goptfrid von Kleinbasel ond Lodwig Kithart lizentiat der
rechte ond vikar blschofs Otto» erscheinen Anna von Tierstein» prioHn» ond der konvent von Klingental zo Klein¬
basel» nnter der loitong bischofs Otto stehend» einerseits ond Borkhard Brfiderlin» priester ond ständiger vikar an
der dem kloster inkorporierten pfarrkirche zo Wehr (Werr)» anderseits ond einigen sich zor schlichtong ihrer Strei¬
tigkeiten aof gen. Lodwig Kithart Dieser fällt die entscheidong: solange gen. Borkhard die kirche in Wehr ver¬
sieht» sind priorin ond konvent gehalten» dem bischof von Konstanz die konsolationen zo zahlen» nämlich 5 $C
Basler ^ ond überhaopt alles» was sie bisher als konsolationen gezahlt haben» ohne daß dem vikar daraos kosten
entstehen; ebenso müssen sie gen. vikar zo den alten pfründbezogen» die sie bisher entrichteten» 3 saom wein ond
2 nnzen speit überweisen. Zengen: Friedrich vom Rhein» kostos am dorne zo Basel» mag. Berthold Rechlog» offizial
ond archidiakon daselbst Ulrich Schwab» Chorherr zo Rheinfelden» ond Hermann von Thonsel» einwohner von Klein¬
basel. Dat 1431» ind. 9.» die 22 . mens. nov. — Or. Basel» Staatsarcb. (Cling. 1874). 9401
— dez* 4, Konstanz. Vor dem offizial des Konst hofes verzichtet Johann von Ebersperg» edelknecht 2o gonsten
des kirchherren Johann Locher ond der pfarrkirche zo Lindao aof den von ihm beanspmehten zehntbezog von den
Weinbergen am Horgerberg bei Lindao. Es siegeln mit Albrecht Blarer» domkostos za Konst.» ond Konrad von Hoi-
menhofen ritter. Acta sont hec (1431, die 4. mens. dec. in civitate Coust). Zeogen: mag. Heinrich Hemmerlin» in
decr. licent» anwalt (advocatns) des Konst hofes» Kikolaos Rosenvelt» insiegler des Konst hofes» Andreas Werdnao
ond Dietrich Kolb» beide kleriker Konst bistoms. — Kotariatsinstr. des Johann linck von Grüningen: München,
Rcdchsarch. (lindao» Stadt); rückseits oben: Johannes Resth. 9402
— dez. 11« [Heinrich Anestetter]» propst von Zürich» trifit als gesandter des bischofs von Konstanz ond Heinrich
Keithard» kirchherr zo Ulm» namens des Konstanzor domkapitels» zor 1. sitzong des konzils in Basel ein. — Haller»
Conc. Bas. 2 » 19. — Über die tätigkeit des propstes von Zürich vgl. ebenda s. 47, 84 ond das register bei
Haller. — Der bischof von Konstanz wird ontcr den teilnehmem des konzils von Basel erwähnt» war aber nicht
persünlich anwesend. — Vortrag des abts von Bonneval vor dem künig von Kastilien» aofang 1433: Haller» Conc.
BasiL 1 (Basel 1896)» 285. 9403
— dez. 14. Als Vertreter des bischofs aof dem koozil zo Basel ist 1431 dez. 14 Johannes Golden (Qoelden), vikar
in pontificalibns domini Const» genannt — vgl. über seine tätigkeit das register bei Haller» Conc. Bas. 2» 3 . 4.
9404
— dez. 28, Rom. Papst Engen IV. an den bischof von Alet (Electen.)» den abt von Kappel ond den offizial von
Konst Da die pfarrkirche in Villmergen (Vilmaringen)» deren einkünfte nicht über 25 m. s. betragen» dorch den
• tod des kirchherrn Heinrich Schnltheiß sonst Ribi erledigt ist» pro vidiert or damit den Heinrich Menger» domherm
zo Konst, decr. dr.» onbeschadet daß der gen. Heinrich eine ständige vikarie ohne seelsorge am Marienaltar in
Snrsee inne hat mit nicht über 9 m. einkünfte» ond er mit einem kanonikat in Konstanz ond mit einem zweiten an
8 t Felix ond Regnla in Zürich providiert ist Dat Rome apod s. Petrom 1431» 10 . kal. ianoarii» a. 1 . »Litterarom
scientiat. — Ör. Aarao» Staatsarcb.; onter dem bog links: Ja. taxe 21 . P.de Magio. Megfihardus 9 . Expedit.
9.käl.februarii annoprimo. Justinus; rechts aof dem bog: P.de Casaciisi. Rückseits R darin Ja.ApnUin. VÜ-
meringen; bei den schnüren: Hahanto; rechts beim bog: A. de Montepoh — erw. Kiem» Morl 172» anm. 3 . —
Aosführongsorkonde des Petros» bischof von Alet» mit mitteilong an den bischof von Konst, bezw. dessen general-
vikare oder officiale d.d. 1432 jan. 28 ebenda (CU D 15); besitzergreifong dorch priester Mimgold Menger» kirch-
horr in Ejeh» im anftrage des Heinrich Menger 1432 märz 8 (CU D 16); zeogen: RodolfKoch» kammerer des de-
kanats Bremgarten, Konrad Schmit» leo^riester in Villmergen etc. — Heinrich Menger resignierte 1434 jan. 9.—
vgl. 1433 joli 1 . ^ 9405
1432. Vertrag von bischof Otto zwischen Manz von Roggwil ond etlichen bürgem ond ontertanen zo Castell; wann
nnd was dieselben ihnen zo ftonen scholdig ond verbonden sein sollen.— reg. Kopb. 503» 793 Karlsmhe. 9406
BI2 Otto 111. Yon Hacbberg, Bischof von Konstanz. 1432.
1432. Ein brief, so berichtet, daß Wilhelm und Böeger Im Toro, gebräder, sich in des bischofs von Konst, dienst
begeben and mit ihren weibem sich zu Neonkirch in des bischofs hof niedergelassen haben. — erw. Rdeger, Chron.
Schaffb. 2, 1028 note 1; vgl. 1, 475 note 9. 9407
1482 anfang jan« Zieht wegen des Streites mit dem domkapitcl [vgl. 1431 vor ang. 5] nach Schaffhansen and
hält dort gericht and hof. — Christoph Schaltbeiß, Eollektaneen 1,131^. — Clans Schaltheiß (bei Rapport, Konst.
Chroniken 275) berichtet die übersiedelang nach Schaffhansen fälschlich zam 20. sept. 1432 (off s. Mattheas abend);
der irrtam entstand dadarch, daß das bei Christoph Schaltheiß, KoUektaneen 1, 134^ [vgl. za 1432 vor sept 20]
stehende schlaßdatam an den anfang gesetzt wurde. — vgL folgende nr. and 1432 nach febr. 26. 9406
— Jaiu 20/21^ Basel. Kardinallegat Julian trifft als erwählter Schiedsrichter zwischen dem bischof Otto von
Konst einer- and dem domkapitel anderseits folgende enfscheidang:
1) Bischof wie kapitel sollen jeder mißstimmang gegeneinander entsagen.
2 ) Da das domkapitel behaoptet, der bischof habe sich nicht an die vereinbarong des Jahres 1429 gehalten, die
Verwaltung des bistams sei darum an das kapitel dbergegangen, während der bischof dies bestreitet so bestimmt
der kardinallegat daß jeder streit darüber beigelegt sein soll [Vereinbarangen des Jahres 1429 sind nicht bekannt].
3) Die Verwaltung des bistams steht dem bischof za, der sie so fahren soll, daß er einstens davon rechenschaft
geben kann; er soll jedoch die administration aaf niemanden aaf unten angegebene weise [nr. 4] übertragen kdnnen,
sonst gehe sie an das domkapitel über and zwar in der weise and für die zeit, wie es in der Vereinbarung des Jahres
1429 angegeben ist
4) Die dem abt von Bebenhaasen übertragene Vollmacht [vgl. nr. 9382], welche anlaß za diesen meinangsverschieden-
heiten gab, soll widerrufen werden and der abt sich in nichts mehr einmischen; und damit in zakanft über die aas-
legong eines passos in dem oben angeführten vergleiche keine zweifei mehr bestehen, verfugt der kardinallegat daß
der bischof keinen bistumsadministrator antor dem titel eines Ökonom zam einzag aller einkünfte oder der geschäfts-
führung bestellen dürfe und zwar so, daß dieser über die einkünfte keine rechenschaft ablegen, sondern nach aas-
^ Zahlung einer bestimmten summe an den bischof den rest selbst behalten dürfe; wohl aber soll es dem bischof ge¬
stattet sein, ein oder zwei amovible Sachwalter (procuratores) zu bestellen, welche rechenschaft abzolegen and den
rest za erstatten haben.
5) Hält sich der bischof nicht an diese abmachang, so soll dem domkapitel die bistomsverwaltang zastehen; im
zweifei, ob der bischof die abmachang übertreten hat soll das ordentliche gericht darüber entscheiden.
6 ) Wenn in einem absatze der ang-efügten abmachang aofgeführt set daß der bischof keine Schuldscheine aas¬
stellen dürfe (aliqua debita litteratorie contrahere), so ist das so za verstehen, daß er die bistumsgüter nicht allge¬
mein oder teilweise verpfänden dürfe.
7) Zur abtragung der schulden soll der bischof jährlich 1000 fl. verwenden, wie es in der abmachang enthalten aeL
8 ) Der bischof soll jedes Jahr den bargwarton and den anderen zur hat der bargen und festen bestimmten bedien-
steten den gehalt aaszahlen, nach ablaaf des Jahres soll wenigstens Vs gehaltos bezahlt sein.
9) Er soll den burgwarten, sofern sie noch nicht geschworen haben, den eid abnehroen nach gewohntem her-
kommen und zwar so, daß sie bei lebzeiten don anordnangen des bischofs, nach dessen tode denen des kapiteb ge¬
horchen. . . .
10) Im übrigen soll die Vereinbarung des Jahres 1429 in allem za recht bestehen.
11 ) Der bischof soll darauf bedacht sein, daß der gottesdienst im dorne nach herkommen gehalten werde, sich
seinen antergebenen gegenüber als milder vater erweisen, in der beratung schwieriger geschäftp sich mit dem ka¬
pitel als ein leib fühlen und deren rat lieber einholen als den auswärtiger, das kapitel in der ausführang seiner ge-
rechtsamo als haupt beschützen und den klerus mit aller Sorgfalt verteidigen. Data et lata estsontentia(l432,ind.
10 ., die vero martis 20. mens, ianaarii, pontif. Eugenii pape IV., a.1 in domibas monasterii s. Leonard! Basilionsis
habitationis et rbsidentio prefati R. d. cardinalis et legati; zeugen: Johaones de Palomar, decr. dr., causaram sacrl
palatii apost. auditor, fr. Jacobas de Lojs, prior de Lays Cisterzienserordens, and Johann de Sanctogenesio, cano-
nicas Remensis, in deren gegen wart der bischof seinerseits and Johann Lüti domdekan and ]Ieinrlch Nithart als
Sachwalter des domkapitels von Konst obiger vereipbarang zqstimmten.
• Tags darauf am 21. Januar fügte der kardinallegat aas genügenden gründen auf antrag der parteien einiges hinzn
und erläuterte die vereinbarang dahin:
1) Wenn in nr. 4 gesagt wurde, daß die dem abte von Bebenbaasen erteilte Vollmacht zarückgezogon werden
sollte, so soll damit die frühere vereinbarang nicht aafgehoben werden. Weiter sind anter den »procoratorosc nor
Sachwalter schlechthin za verstehen, nicht eigentlicho »administratores«, welchen die baigleate etwa den eid so
leisten hätten. • . . '
2) Was die abtragung der schulden anlangt so soll dia frühere Vereinbarung aafrecht erhalten sein, daß nämlich
die 1000 fl. solange bezahlt werden müssen, als schulden vorhanden sind. Dem stimmen der gen. domdekan Johann
Otto 111. von Uacliberg, Bischof von Konstanz. 1^2. 813
QDd domheiT Heinrich in und bitten den notar, dies in OfTentlicbe urkunde zu bringen. Dieser teilt es auch dem
biscbof mit, damit auch er zustimme. — ITotariatsinstrument: Freiburg, Erzb. Arcb. M09
1482 febr« 26. Ludwig Keithart schreibt an seinen bruder Ambros Neithart [stadtschreiber zu Ulm]: es ist kflrzlich
ein Chorherr am dorne zu Konst, gestorben. Um dessen pfrunde zu erhalten, habe ich nach Born geschickt; diese
hat mir nun der papst vor manch anderm verliehen; da mich dies mehr als hundert gülden kosten wird, ehe daß ich
von Born und anderswo dazu komme, bitte ich dich, du mögest dies meinem bruder Bartholomä sagen, damit er zu¬
warte mit der bezahlung des ihm schuldigen geldes, bis daß ich besser in der läge bin. Dai 3. post Mathie [l4]32.
—Or. Ulm, Stadtarch. (Neithart); ebenda auch ein reicher briefwechsol der gebröder Neithart 9410
— febr. 26, Konstanz. Im domherrenhof des Johann Ldti, domdekans zu Konst., in gegenwart des öff. notars
Nikolaus Schott von Konst erscheinen Johann Lüü, domdekan, einer- und mag. Johann Huber, kustos, und Niko¬
laus Marschall, Chorherren von St Johann zu Konst, im namen des ganzen kouvents anderseits. Der gen. Johann
Ldti trägt vor: am vergangenen Sonntag [febr.24] habe er einen liebevollen und mahnenden erlaß betr. reformatio
morum et Status clericorum Const erlassen, durch welchen die kapläne und bepfrdndeten kleriker in der Stadt in
passendem klerikalem gewande an den vorgeschriebenon hören und gottesdiensteil teilnehmen, dieselben durch un-
gehöhrliches betragen nicht stören, nicht dem spiel huldigen (ad taxillos presertim diobus quibus divina celebras-
sent, non luderent) und öffentliche Schauspiele besuchen sollten unter strafe der Suspension von den. frächten und
glichen distributionen. Er erklärt jedoch, daß dadurch den freiheiten und Satzungen des Stiftes Si Johann nicht
abbruch getan werden sollte. Acta sunt hec (1432, ind. 10 ., pontif.EugeniipapelY.a. ]., die vero martis 26.mens,
febr.); zeugen: Johann Tenger und Konrad Enslinger, kapläne am dorne zu Konst ~ Notariatsinstr.: Karlsruhe
(5 Konst. Stifter). — Kopb. 586, 34 Karlsruhe. — vgL folgende nr. 9411
— nach febr« 26. Als der bischof-ein monat oder mehr zu Schaff hausen war, erläßt Hans Läti, domdekan, an die ge¬
samtegeistlichkeitein Statut betr. gewandung der Priestern, a. [1432 febr.24; vgl. vorige nr.]. Der bischof ist der ansicht,
daß der domdekan der gesamten geistlichkoit darüber nichts zu befehlen habe, er habe nur gewalt über die geistlichkeit
des münsters. Der bischof befiehlt dem domdekan, das Statut zu widerrufen, zumal der erzbischof von Mainz be-
. reits für das ganze erzbistum die Verordnung erlassen [vgl. Binterim, Geschichte der deutschen Concilien 7, 82 ff.].
Der dekan weigert sich. Der bischof lädt ihn vor den offizial; er appelliert an das konzil von Basel. Dort wurde »ein
Satz« gemacht zwischen dem domkapitel und dem bischof. Der bischof kommt nach Konstanz [Juni 13 oder juni 14]
und will den dekan. für gebannt gehalten wissen. Die Chorherren halten zum domdekan »und also adorierten die
Chorherren den techant und was pfaffen zu dem tumb gehörten ane ainen tumbherren, hiess herr Niclaus Bosenfeld,
. und der leutprioster und sunst sechs capplän, die herren von s. Stephan, von s. Johanns, von s. Paul, die Augustiner
und Barfüsser die adorierten den bischoff«. — Quelle und weiterer verlauf vgl. 1432 juni 17. . 9412
märz 89 Konstanz. Heinrich von Bandegg, propst, Johann Lüti, dekan und das kapitel von Konst beschließen,
daß niemand, wessen Standes er auch sein möge, in das domkapitel aufhahme finden könne, der die gewohnheiten,
Statuten und Privilegien des domstlftes bekämpfe (detractores et persecutores consuetudinum eapituli) oder dazu
mithelfe. Das vergehen muß durch den prokurator des kapitels und einen zeugen festzustellen sein. Dat Const.
1432, sabbato post dominicam Esto michi, ind. 10. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 34). 9413
^— märz 10, Auf dem konzil von Basel wird beschlossen, man soll dem bischof von Konstanz schreiben, er möge
den kleriis seiner diözese zusammenrufen und von jedem orden (ordo) 2 berühmte doctoren (hotabiles doctores) zum
konril senden. Als Überbringer des Schreibens wird Heinrich Noithard bestimmt — Haller, Conc. Bas. 2, 55. 81«
9414
— mllrz II 9 Born. Papst Eugen IT. gibt dem abt Burkhard von Einsiedeln die Vergünstigung, den von ihm be¬
stimmten Priestern die erlaubnis zu erteilen, die hl. Sakramente der büße und des ältars zu spenden, da eine große
menge leute zu der Muttergotteskapelle strömt — Begg. Einsiedeln 735. —1432 aug. 26 bestätigt kardinal Ju¬
lian dies Privileg, ebenda 737. 9416
— märz I 89 Schaffhansen. Beurkundet, daß Hans von Paygem, seßhaft zu Efritzweiler (Efritzwiler), an den
abt und konvent von Salem mehrere gülten zu Bermatingen verkauft habe, welche lehen des hochstifts waren. Der
• bischof läßt die lehen mit Zustimmung des domkapitels frei und erhält als entgelt einen lehenshof zu Efritzweiler,
den Hans von Paygem von Konrad Bachman von Bavensburg gekauft hat Geben zä Schaff husen an rinstag nadi s.
Gregorgen tag 1432. — Or. Karlsruhe (4/106). . ’ 9416
— märz 189 Schaffhansen. Gestattet der priorin von Klingental zu Kleinbasel, daß sie in abwesenheit des'
ihnen zugeteilten Vikars diejenigen, welche die regel schwer übertreten, strafen und disjiensieren dürfe, damit sie
nicht fürderhin den bischof selbst deswegen anrufen müßten. Dat apud monasterium Omnium Sanctomm opidi
Schaffusen 1432, mens, marcii die 19., ind. 10 . — On Basel, Staatsarch. (Cling. 1882) mit spuren eines aulige-
druckten kreisrunden wachssiegeis auf der rückseite. 9417
d«r Biacliöfe tob Konstei». lU.
40
314 Otto in. Ton Hachbei^, Bischof yon Konstanz. 1432.
UZ9 april 19, Kempten. Friedrich, abt von Kempten, präsentiert dem bischof Otto anf die Si Michaetspfarrkirehe
in Kmgzell (Krngzella), welche durch reaignätion des Konrad Häfelin^^rledigt ist, den priester Berchtold Häringer.
Dai et act. in monasterio nostro Campidonen. in rigilia Pasee 1432.—Or. München, Beichsarch. (Kempten). 9418
:— april 23. Der propst von Zürich [Heinrich Anesteter] erhält auf dem konzil zn Basel erlanbnis, den bischof ?on
Konstanz auf 8 toge zn besuchen; er soU ihm sagen, er müge zom konzil senden, und dem Heinrich Neithard, dafi
. er zurückkehre (vgL 1432 märz lO). — Haller, Conc. Bas. 2 , 98. W19
r— mal 13^ Schaffhansen. Schreibt an die domherren, kapläne, altaristen und den leutpriester von St. Fridolin
zu Säckingen: es wurde ihm das postnlationsinstrument der neu und kanonisch gewählten äbtissin Agnes Ton Sulz,
von notar Johann Balingor von Hechingen ausgefertigt, unterbreitet. Sie sollten darum alle, welche gegen die wähl
etwas einzuwenden hätten, ,6 tage nach der Publikation in das Allerheiligenkloster nach Schaff hausen laden and
zum Zeichen der ausfühmng ihre namen der urkunde beifügen. Dat. in opido Scafusen. et ibidem in monasterio
Omnium Sanctoriuh 1432, die vero 13. mens, maii, ind. 10. — Or. Karlsruhe (16/3^). Auf dem bug: Engelhardoa
rector in Binsultz. — Johannes Kyburger, rector in HümoOkon (?) et scriptum per Heinricum Tringer, decanum
Frickg.—Executa est hec proclamatio per me Conradum Wegenstetter rectorem in Murga 4. feria post fest s. Sei>
vacii in choro monasterii s. Fiydolini presentibus canonissis, canonicis ac aliis presbyteris. — üolricus ^bel, ca*
nonicus in Seckingen.— Plebanus ibidem. — Wunnebaldus Wellenborger proclamavi feria 3. post dom. cantato.
— Kopb. 1142 Karlsruhe. — Die äbtissin wurde mittelst des skrutinialverfahrens am 5 . mal 1432 (ebenda 16/38)
gewählt. Anwesend, waren: Margaretha von Klingen, Anna von Klingen, Verena von Fürstenberg und Agnes von
^ Sulz, sowie die priester Chorherren: Konrad von MüncWeller, Ulrich Wybel, Friedrich Oügli und Hermann Haslach.
Seit dem tode der äbtissin Anastasia von Goroltzeck war noch kein monat verflossen. Skrutatoren waren: Konrad
von Münchweiler, Ulrich Wybel und Friedrich Oügli. Die postulierte äbtissin war hoch nicht 30 jahre alt, sie be*
durfte dämm dispens vom papst oder bischof, welche sie, wie folgt, erbat: 1432 mai 5 (Säckingen). Agnes
von Solz, postulierte äbtissin des stifts Säckingen, bestellt den Johann de Lounio, Johann Nicolai, prokuratoren der
Prozesse beim päpstl. stnhl; den Nikolaus Yolrät, Johann Rüde und Johann de Castro, abbreviatoren der päpstlichen
briefe; den Heinrich von Beinheim, lic. in decr. und offizial des bischofs von Basel; dei^ Johann Inlässer, notar des
• Basler hofes; den Johann Glaser, Nikolaus Schott und Peter Kratzer, notare und prokuratoren beim hofe zu Konst,
zu ihrem bevollmächtigten prokuratoren, damit sie bei dem papst Eugen IV. und dem bischof von Konstanz für die
. äbtissin dispens erwirken, ^e das 30. lebensjahr noch nicht erreicht hat Zeugen: die priester Johann Kyburger
‘ und Heinrich Ortolf, kapläne des stifts Säckingen, Johann Chun gen. Fünfmäß, geschworener des Basler hofes.
' Acta sunt hec (1432, pont. Eugenii IV. a. 2., ind. 10 . die vero 5. mens, maii Hora 5. vel quasi post meridiom in op.
S.). Notariatsinstrument des Johann Balinger aus Hechingen, kleriker des Konst bistums, zu Basel seßhaft: Or.
Karlsrahe. — Kopb. 1142 Karlsruhe. 9490
nifti 19^ Schaffliaiisoil. Beauftragt den kirchherrn, bez. leutpriester zu Lindau, die wähl der, Ursüla von
Siggberg zur äbtissin von Lindau zu verkünden und etwaigen einspruch innerhalb 6 tagen in Schaffhansen, AUer-
heiligenkloster, vorzubringen. Das wahlprotokoll war dem bischof d. d. 1432 mai 15 von Anna von Helmsdor(
' Elisabet Vügtin, Margareta .von Haideiberg, Ursula Vügtin, Anna von Siggberg, Adelheid von Schellenberg und
Verena von Münchwile, kanonissen, sowie von Konrad von Münchwile und Konrad Krämer, Chorherren, vorgelegt
worden. Dat in opido Schafusen 1432, die vero 19. mens, maii, ind. 10 . — Or. München, BeichsarcK (Lindau,
: Stift); auf dem bog;,Wunebaldu8; rückseite: ausführangsvermerk durch Johann Veldlin, leutpriester von St Maria
zu Idndau, vom 22 . mai. — vgL 1432 mid 30 . . ; 9491
— mai 19, Basel Johann de Palomar, decr. dr., archidiakon von Barcelona (Barchinon.), päpstl aoditor, teilt dem bi«
schof bezw. dessen generalvikar in spir. und dem propst des klosters Marchtal die Verfügung des kardinallegaten Julian
d. d. Basel 1402 mai 14 mit, worin dieser den Konrad Gütz von Munderkingen, priester Konst bistums, mit der ohne
Seelsorge verbundenen kaplanei der St Martinskapelle zu Munderkingen providiert welche durch tod des Stephan
. Wuchrer, priester und münch zu Marchtal vakant geworden war. Dat et act Basilee in monasterio St Leonhardi
(1432, in^ 10 .) die vero 19. maii. — Notariatsinstrument: Stuttgart Staatsarch. (Munderkingen). 9492
—^ mai 29, Anf dem konzil zu Basel wird verhandelt daß der bischof von Konst, die prälaten und der klerns ajoh
. darüber beschwerten, daß die Cisterzienseräbte auf dem angesetzten tage nicht erschienen (vgl märz . lO). — Haller,
Conc. Bas. 2 , 121 . 9493
— mai 29, Born. Papst Engen IV. erteilt dem abt Georg und deim kohvent von Muri- die erlaubnls, über die inner«
* lialb der mauern des klosters vorhandenen oder zuffl kloster gehörenden laienspersonen pfarrechte auszuüben mit dem-
* ’ recht der sakramentenspendung und des begräbnUses. Dat Rome apud s. Petrum 1432, 4. kal. iunii, a. 2. »Sacre
veligionisc.. — Or. Aarau, Staatsarch. (Muri CIL); unter dem bug links: taze 30. 9 ; rechts auf dem bog.: B. d$
Mimtesaneto ü;. Bückseita B.darin Ja, Aprutin.; bei den schnüren: N, Volrai; links beim bug: AT. Volrai; R, d$
. YaUnÜa / weiter: auctotitas mini^randi aaa'amenta, 9424
I
Otto III. Yon Hachbergr, Bischof von Konstanz. 1432. 315
1482 iliai 80, Schaflrhilisen. Bestätigt die wähl der Ursula von ßiggberg als Ibtissin za liodaa (Ygl. 1432 mal 19)
und überträgt ihr die leitong des klosters in spir. et temp. Dat. et aci in opido Scafnsen et ibidem in monasterio
Omnium Sanctorum 1432, die penultima mens, maii, ind^ lO. — Or. Müdcben, Reicbsarcb. (Lindau, Btifl); auf dem
. bog Wunebaldus. Es hängt das kleine biscbofssiegel. — reg. Begesta Boica 13, 235. 9425
— Juni 1« Und Johann abt zu Fisebingen und die leute, welche zur barg Tanegg imd zum *gottesbans Fisebingen
gehüren, schließen wegen einiger strittigen punkte einen vergleich; diese betreffen das recht, einen ammann zu
Tanegg zu setzen, den freien zag der leute, das vogtreebt über unmündige kinder, erbrecht, todesfall usw. Es siegelt
der bischof, der abt und Rudolf von Steinach Schultheiß. Gieben 1432, am Sonnentag n<Mb 8 t*bacb u. b. uffart tage.—
Or. Frauenfeid, Kantonsareb. (Fisebingen 220)< — reg. Kopb. 503, 703 Karlsruhe (ohne datum). — vgl. Grimm,
Weistümer 1 , 273. 9420
— jani Schaflfhftiisen. Bekundet, daß ihm der bürger von Biscbofezell, Hans Anshelm d. ä., eine urkunde
des bischüfl. vogtes von Biscbofszell, Walther von Andwil, überbracht und vorgelesen hat Ans dieser geht hervor,
. daß Ulrich der Riff gen. Weiter seiner gemablin Verena geh. von Bonstetton folgende biscböfli<?b kbnstanziscben
leben verschrieben bat: den zehnten zu Zihlscblacht samt zubebOr, die vogtei und das schloß Blideck, dio gfiter und
weiher zu Hauptwil, den bof hinter Schlatt, den hof Winterau (Wintrisow), gülien an kom, bühne'rn und eiern im
Tellen, dem kleinen zehnten zu Hohentannen (Hondannen), den einfang unter dem Iberg, eine gülte von einem
halben fuder wein von Winzelnberg. Bischof Otto belehnt mit diesen gütern den bmder der Verena, den Kaspar
von Bonstetten, als lehnsträger seiner Schwester. Gehen zu Sch. am Sonnentag nach uns. L herren uffiahrt nechst
vergangen 1432. — Kopb. 544,305^ Karlsruhe, ebenda 306^ die erw. urkunde des Walther von Andwil d. d.
1432 mal 27 (zinstag vor der auffart Cristi) mit eingehender aufzählung der güter. 9427
— Juni 2, Rom. Papst Eugen iv. bestätigt dem klosterMuri alle freiheiten, vor allem den besitz der 1425 juni 14
genannten pfarrkirchen. Dat. Rome apud s. Petrum 1432, 4. non iunii, a. 2 . »Cum a nobis petiturc. — Or. Aarau,
Staatsarch. (Muri CI M); unter dem bug links: tu. B. de Campocefali. Jo. ISariini; rechts auf dem bug: B.
de Troyaio P, de WarHmherg; rückseits: P. d.G...miiiei Bertoldus/ bei den schnüren: Jo, StüUe; reehtsr
Conetaneien. fl ii. 9428
— Juni 6. In einem prozeß des Rudolf Eigendal, laie, gegen Otto Eigendal und Rudolf ^hmyd, priester Konst,
diözese, der wegen eines zehntens ab dem zoll zu Winterthur und mehrerer güter vor dem kardinallegaten Julian
und den von ihm abgeordneten auditoren geführt wurde, wird vom päpsll. auditor erkannt, daß Rudolf Eigendal den
beklagten 28 kammergoldgulden zahlen müsse. Tazate sunt dicte expense ... 14,32, die 6 . mens.iunii. — Instru¬
ment, Wintertur, Stadtarch. 9429
— Juni 12, Basel. . Br. Alexander zu Virgiliacs, lehrer in geistl. rechten, br. Johann von Schotten zu Wien OR.B.,
br. Johann zu Maulbronn (Mailnbrunne), Cisterzienserordens, alle äbte, und br. Johann, prior zu den Predigern in
Basel, lehrer in gütüicher kunst, beurkunden, daß sie vom kardinallegaten Julian in das kloster St. Blasien gesandt
wurden, um alle Übeltaten und Sünden, mit denen das kloster leider in Übeln ruf gekommen, zu untersuohen und zu
strafen. Sie verhören alle Ordenspersonen, geistliche und weltliche, auch bürger von Freibarg, Laufenburg, Säckingen,
. Schaffhausen, Waldshat und Baden, dazu den abt von Reichenau und dessen beide brüder, nämlich den von Blom-
. berg und den von Landenberg. Sie finden, daß niemand der gen. Übeltat und sünde schuldig sei, ausgenommen
2 jüngere persönen, von denen der eine aus furcht äiis dem kloster entwich, der andere von den Visitatoren aus dem
kloster entfernt wurde. Aber auch diese beiden sind nicht so schuldig, wie man ihnen nachsagte. Auch hat der abt
den bruder Bentz Dyeme zu unrecht gestraft, obwohl er mehr als 60 jahr als mönch im kloster im besten rufe stand.
Du kloster wurde daher zu nnibcht verleumdet Geben ze Basel an dem 12. tag des brachmonads 1432. — Or.
Karlsruhe (St Blasien). . ' . • 9480
— jmii 18/14* Kommt von Schaffhausen nach Konstanz. — Quelle siehe 1432 juni 19. 9481
— Juni 17* An zinstag vor unsers herm fronlichnamstag verbietet der bischof (im streite mit dem domdekan
[vgL 1432 nach febr. 26], daß niemand mit dem kreuzgang zum münster gehen solle, sondern alle sollten nach
’ St Stephan gehen. Der rat sucht zu vermitteln und zwar vom dienstag bis donnerstag »nutz an die fünften stund«.
Er konnte aber nichts ausrichten. — Quelle und weiterer verlauf vgl. folgende nr. 9482
— Jnni 19* Am fronleichnamstag (was der 12. ^ iunii!) versammelten sich alle, welche dem bischof (im streite
mit dem domdekan) anhingen, zu St Stephan. Kur die Predigermönche blieben neutral und gingen nicht. Man
hielt den kreuzgang [die fronleichnamsprozession] wie gewöhnlich. Zu gleicher zeit hielten die domherren mit ihren
kaplänen, sonst niemand, den kreuzgang den fi^markt hinab durch das kauf haus, das »markstatt uff und morder-
gassen ussin« und durch das Augustinertor usw. Der rat gebot, daß niemand mit einem teil gehen sollte. — Schult-
' heiß, Kollektaneen 1,131^-132^. — Die Verwicklungen bei der fronleichnamsprozession erwähnen außerdem die
Chronik beiRuppert, Konst. Chroniken 176; damit wörtlich übereinstimmend das Chroniödn Constantiense bei Mone,
Qoellensammlung I, 335. — Kurz berichtet darüber (da er auf seine Kollektaneen verwiesen) Schultheiß, Bistums-
40 ^
316 Otto m. Yon Hachberg, Bischof ron Konstanz. 1432.
. Chronik (FreibDiÖzesanarch. 8| 55). — Es fnogi sich, das der biscbof, bis Ot Von Bottol (RdUeln), ain stoss hat mit
. den Chorherren za dem muinster. Und der biscboff zog gen Schaffhasen hinab and was da lang und da faort man
die sinder an dem osterdanstag (apr. 24) ze Schafhosea in and er zog das geistlich gericht oach hinab. Und do
kam er heraf mit dem gericht VI tag Yor ansers herren fronlichentag (jani 14 als der 6 . tag Tor Fronleichnam,
oder jani 13 als fer. 6.. vor Fronleichnam): and do nani der rat and lecht sich in die sach and hett das gern for-
richt Do half es nit. Also hettonz die pfoffen ze St. Steffan and zao St Johann and le St Paal and ain dail ander
priester za muister mit dem bischof and yü ander priester mit den korherren and was abo ain gros misshellang
nnter den gaistlichen, and do gieng der bischof and bot allen den pfaffen, die’s mit im hattont, dass sie giengint
zag St. Steffaq mit dem croitz of onser herren ßronlichemstag (jani 19) and hat ain besander craitzgang nmb die
statt Und die korherren giengent och mit aim craizgang und die priester, dieb mit inna hattet, and giengeat, ab
fon alter körnen wa.s, and die schaler giengent och al mit den korherren za dem mainster and di Agestiner and
die Barfassön giegent och mit des bbchofs craitzgang and die Bredger gingint maissig and woltent ainweder dail
forlieren. Und do kament die korherren and der bbchof for ain grossen rat and batent bed dail, das die zainft
giengent mit den kerzen. Und do ward der rat ze rat and giengent mit ainweder dail mit den kenen noch mit
laitten. Und do maint der bischof, er het die korherren in den ban, and die korherren maintant, der bischof wer in
des papstes ban. Und dennacht hattont sig zag beder zitten mess and hieltent za beder Sitten von dom bän naiU,
. und wele ander briester nss dem mainster hattont mit dem bischof, der dorft kainer in das, mainster ze kor gan,
anz es gericht was. — Aafzeichnangen dos oberzanftmebters der wollweber in Konstanz bei änppert, Konst Beitr.
4, 119-120. — Ygl. folgende nr. 943S
1432 juli 6 . Am sontag nsu;h s. Ulrichs tag kommt der domdekan aas dem bann [vgl 1432 nach febr. 26] and
. tags daraaf halten die von Konstanz ihren kreazgang [fronleichnamsprozession] nach Kreazlingen. Der war gro 8
and giengeh viele geistliche mit.— Schaltheiß, KoUektaneen (l, 132^); Bbtamschronik (FreibDiÖzesanarch. 8 , 56).
»434
— juli 9. Auf dem konzil za Basel übergibt der kardinallegat Jalian dem konzil alle appellationssachen, den bi¬
schof and das domkapitel betreffend, in gegen wart des Heinrich Neitbard. — Haller, Conc. Bas. 2,161. — Zar
Sache vgl. hier 1431 vor aog. 5; 14.H2 jani 17; 1432 sept 10; 1433 april 30, mal 29; 1434 Jan. 27, mai 20.
9436
— jnli 19. ' Potras Liebinger, domherr za Konst and propst za Basel, stirbt. — MG. Necrol 1 , 290. 9436
— juli 21, Alpnach. Johann, bischof von Cäsarea, generalvikar in pontif. bischofk Otto, rekonziliert onter an¬
gegebenem datom die pfarrkirche, sowie den friedliof za Alpnach, weiht einen altar za ehren der hl. Margaret,
. Barbara etc. and erteilt 40 tage bezw. 1 jahr ablaß. Dat et act (1432, 21 . die mens, ialii). — Or. Alpnach, Kir-
chenlade. — Abschr. Stans, Staatsarch. 9437
— juli 21^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt die errichtang and dotierang eines altars
za ehren der Mattergottes in der pfarrkirche Seifriedsberg darch die gemeinde daselbst, onter Vorbehalt der für den
kaplan festgesetzten kongraa. Dai Const 1432, die 21 . mens, ialii, ind. 10 . — Or.Soifriedsberg, Pfarrarch.; rück-
seits: links unten verkehrt: 3f»cä. JSar. 9438
— Juli 26^ Konstanz. Die erzbischüfe Johann von Tarent and Andreas von Colocza (Collocensis), bischof Bertrand
. von Montpellier (Magalonensis), Antonias, dr. ior. utr. and päpstL aaditor, gesandter des papstes Eugen lY., pro¬
testieren gegen die bisherigen anordnangeh des konzils za Basel. Zogegen: der domdekan Johann Lüti (im druck:
Laci), die domherren Albrecht Blarer (Välart) and Heinrich von Hewen (Henner). Ezhibita 1432, 25.ialii€oh8t. in
ambita maioris ecclesie in capeUa s. sepalchri. — Mansi, CoU. conc. 30, 157. — vgL Johapn von Sogovia 2, 24 bei
Birk, Mon. gen. conc. SS. 2, 211. 9438
— juli 30, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfiz die stiftang und aas-
stattong der ewigen meßpfründe aaf dem altar der hL Maria, der hl. Dreikünige and der hU Kanigondo zu Soedorf
in der barg innerhalb der pfarrgrenzen von Donningen durch den ritter and freiherm Johann von Zimmern dL d.
1432 juli 24 (an s. Jacobs aabent). Dat. Const. 143ä, die penaltima mens, ialii, ind. 10 . — Or. Stuttgart, Staats¬
arch. (Bottweil); aaf dem bag: iftcä. Haa. Bückseits: NUhart, — Zimm. Kopb. 1 , 298^ 340*^ Donaoeschingen.
9440
— Jnli (SOI). Bitter and freiherr Johann von Zimmern präsentiert dem bischof Otto für don altar der hl. Maria,
der hl Dreikßnige und der hlKonigande za S^dorf in der bürg den priester Konrad Haigerloch. Dat 1432, mens,
ialii, ind. 10 . — Zimm. Kopb. l, 298**, 340** Donaaeschingen. — vgl. vorige nr. 9441
— jnli 30, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Otto bestätigt die stiftang einer meßpfründe aaf den
Muttergottes-, Gallas- and Chriatophorosaltar im schloß Herrenzimmern, in den pfkrrgrenzen von Epfendorf durch
ritter Johann von Zimmern ^ar seelenrohe seiner verstorbenen fraa Konigand von Werdenberg d. d. 1432 jnli 34
Otto III. von Haclibei^, Bischof von Konstanz. 1432. 317
(an s. Jacobs aiibent). Dai wie nr. 9440.—Or. ebenda.—-Urkb. Kottweil nr. 966 nach abschr. Brnderschaftsarcb.
Bottweil. — Abschr. Rottenbnrg, Ordinariat.-— Zimm. Kopb. I, 300^ 339^ Donanescliingen. — Abschr. Stutt¬
gart, Staat^rch. (Oberndorf). — Zu beiden stiftuogen hatte Johann Yon Zimmern Yon dem kardinaldiakon St. Angeli
und päpstlichen legaten in Deutschland, Juiian, die ermäc^Ugung erhalten, wie aus dessen schreiben d. d. Basel
.1432 jan. 24 (a. 1. poni Eugenii IV.) an den de^n Yon St. Martin in Moßkirch herYOrgehi Zimm.Kopb. 1,301^,
340^ Dohäneschingen. ^— 1432 jnli (So?) ritter und freiherr Johann Yon Zimmern präsentiert dem* biscbof Otto
für den altar der lil. Maria, der hll. Gallus und Christophorus zu Herrenzimmern in der bürg den priester Johann
Linsin. Dat. 1432, menl inlii, ind. 10 . — Zimm. Eopb. 1 , 30Ö^ 340^ Donaneschingen. 9442
14S2 TOr jnli 31. Bei gelegenheit eines Zweikampfes zwmchen Hans Ratenberg [Rotemberg], umb Feldkirch ge¬
sessen, und Hans Riem, nahe bei Arbon, der zuEonstaiC 1432 jnli 31 stattfand, verbietet der biscbof aller priester-
sebaft, hinauszngehen und zuzuschauen. — Schultheiß, Eollektaneen 1, i33^ — Ygl. Rnppert, Eonsi Chroniken
176. 9448
— ang* 6 ^ Eonstanz. Der generaWikar in spir. des bischofs Otto bestätigt mittelst transfix die Stiftung und be-
widmung der frnhmesse auf den St Eikölansaltar in der pfarrkircho zu Domhan (Domhain), welche durch die ge¬
meinde daselbst d. d. 1432 joni 23 (Yigilia b. Johannis bapt) erfolgie. Die stiRuug war grundgelegt durch die
Schenkungen des ritters weiland Johann Yon Brandeck und des priesters weiland Johann Molitor. Abt Hugo Yon
Alpirsbach hat seine Zustimmung gegeben. Dat Const 1432, die 6 . mens, ang., ind. 10 .— Or. Stuttgart, Staats-
arch. (Domhan' 6 .V.); auf dem bog: Mich, Haa,; rückseits oben: Jo. Besch. — Ygl 1426 jnni 23. 9444
— aiig«^ 6 ^ Bebenbansen. Eonrad, abt Yon Schönau, beurkundet, daß er mit abt Petras in Salem und Heinrich,
abt Yon Herrenalb (Alba), d. d. 1432 ang. 6 im kloster Bebenhansen war, um den neuen abt Reinhard Yon
Hefingeh zu bestätigen, der nach dem tod des Heinrich von Haifingen gewählt worden war. Das kloster hat
folgendeil bestand: an mönchen 38 professen, 1 noYize, 16 konYersen; an barem geld 1473 fl. 2462 Sf heller; an
[ansstehenden?] schulden 3420 fior. 1570 8 ^ heller; an getreide 570 malter roggen, 1880 malter speit, 580 malter
hafer; an ausstehenden schulden 780 malter roggen, 450 malter speit, 580 malter hafer; an wein 150 fuhren;
an schmück 3 silberne vergoldete becher, 6 silberne becher, 40crateres deargento, 12 schalen von sUber, 2 cantros
de argento, 17 beschlagen köpfe, 2 stücke eines strüßen ays mit Silber beschlagen, 2 meemfiße mit Silber beschlagen,
3 silberin myschekentlin, und ein zottecht silberin kentlin; an vieh: ackeroebsen 130, kühe280, schafe und lämmer
1100, pferde 85, Schweine 400; außerdem gab das kloster alljährlich an geld 29 S»; an Pensionen auf lebenszeit
328 an pensjonen auf wiederkauf 340 .E von 4500 fior.; für prekarien und eiactiones in den Städten 87 E;
ferner an getreide jährlich 11 malter roggen, 22 malter speit und 5 malter hafer, an getreide zahlte das kloster
jährlich für Pensionen auf lebenszeit 86 malter roggen, 103 malter speit und 20 malter hafer, ebenso auf lebenszeit
4 fuhren (carrata) und 3 uraen wein; für prekarien 4 umen und 10 ym wein, ebenso hatte das kloster zu handen
alle neuen fruchte. Dai et aci (1432, in die Sixti pape et martiris in mon. Bebenhnsen). —Or. Stuttgart, Staats-
arch. (Bebenhansen). , 9445
—^ ang. 14» Das konzil von Basel befiehlt dem bischof innerhalb 12 tagen persönlich auf dem konzil zu erscheinen.
— Haller, Conc. Bas. 2, 193. ! • 9446
— angast 21^ Basel. Heinrich Neithart schreibt an seinen brader Ambros Noithart zu Ulm: es sind hint in dem
condli gelesen brieff, e des babpstz botten zü dem erstenmal gehört sin worden, wie ze Rom 5 Cardinal rieh offen-
• lieh geaint und wider den bapst ufi des concilis .tail geslagen und das dem babst geseit haben, und wenn sie mögen
uskominen in das •concili wellend. So -ist an mentag ainer der machtigesten körnen gen Basel, so haben wir mit
dem concili vier ander Cardinal, der wir gewiß sind, die der babst vor in legaten wlß in die land geschikt han hott;
und also der babst das gewar ist worden, so ist er betrübt worden und ist darnach ein bull oder mer von im usge-
. sandt, darin der babst .gebntt, das crutz und ablaß aller sünd allen den, di arider unsem kunig in armis sin wellent
als wider ain ketzer und ungehorsamen dem hailigen stül etc. Die 16ff sin gelesen in ainem brieff, der sol vast ge¬
lobhaft sin und ist ainem Cardinal her von den andern ze Rom gesant, als da geredt ist. Non als der brief gelesen
ward nnd ouch ctlich des künigs brief, die doch das nit inhielten, wan der babst in und er sich selb mit taidingen
uff halt, da sind by gewesen min her henog von Abrin, sin nnd der statt ze Basel ettlichrat; wann ouch das nsser-
schellen wirdet und villicht anders, machst du das den räten sagen und machent sich die löff des künigs wild, wan
er nit Yolks hät van im selber noch dehain m^ht... Der vicari ist bestelt in das consili von den prälaten in Co-
stentzer bistnm des tags umb 1 golden und etwevil mer nnd ouch meister Matheus des jors umb 200 golden. Das
ichs uns ze er zeweg gebracht han. An domstag crastino Berohardi per fratrem tnum H. N. Basilee. — Or. ülm,
Stadtarch. (Neithart). 9447
— ang. 24^ Nürnberg. Bruder Johann ton Maulbronn schreibt nach Basel an den mag. Johann von Ragnsa:
bittet den heräog Wilhelm von Bayern, ^Protektor de^ .könzils zu Basel, zu veranlassen, daß sobald wie möglich die
318 Otto in. Yon Hachbei^, Bischof Yon Konstanz. 1432.
geldiisbriefe für die Böhmen o. a. seitens des biscbofs- ?<tfi Eonstanz nach Nflrnberg gesandt wäiden. Scriptom ipso
— die Bartholomaei ap. (14)32..— Mon. conc. gen. S8. 1,^241 nr. 139..—Tgt ebenda 192 pr. 95. 94tö
1432 ang« 27« Schultheiß and rat yon Willisaa bitten bischof Otto am genelimigimg der stiftang eiher frdhmeß-
pfrunde za Willisao.erw. GFr50rte, 59 (1.904) 147. 9449
— sept. 9. Eardinallegat Jolian gestattet dem abt Ton St. Blasien, die pßurei Niedenrihl, welche so geriogoein*
kftnite hat^ daß sie seit längerer zeit keinen eigenen piiester besitzt, yom kloster aas dorch einen mönch yersehen
zu lassen. Dat. Basilee die 9. sept. 1432^ ind. 10.« pontif. Eogenii pape lY. a.-2. -r— Or. ^arlarohe (St Blasien);
unter dem bog rechts: auditor vidü; aaf dem bog: Ja, de Loyei, 9460
— sept« 10* Aaf dem konzil za Basel werden Heinrich Neithart and dessen brader »osqae complementam trac-.
tatos pacis et concordie inter episcopam et capitalnm Constanciensec (yon der anwesenheit) entschaldigt—Haller,
Conc. Bas. 2, 217. — ygi. 1432 jali 9; 1433 april 30.‘ 9461
— sept« 15, Konstanz« Schreibt an pfalzgraf Wilhelm bei Rhein, beschirmer des Basler konzils and kaisor^
lieber Statthalter: die yon Konstanz haben einen knechi ergpilfen, der einem, rat yon ans, nämlich Berihger yon
Landenberg, zagehört. Wir sprachen mit denen von Konstanz and dem von Landenberg, daß dieser den knecht yor
das rpcht za Fraaenfeld stellen soll, die von Konst wollten ihn aber selbst abarteilen, was ans anbillig dankt Da¬
rauf boten wir ihnen recht yor dem könig, yor euch, dem pfalzgrafen, vor dem schwäbischen landvogt oder vor der
gesellschaft im Hegau. Die yon Konst lehnten ab; wir bitten euch, denen von Konst za schreiben, daß sie die sacho
gütlich fallen lassen oder aber das recht yor einem der genannten äafhehmen sollten. Geben zu Cost an mentag
nechst nach exaltacionis cracis 1432. — Or. München, Reichsarch. (Conciliom Basiliense). — ygt 1432 sept 24.
9452
— sept« 18, Basel. Kardinallegat Jalian schreibt an den propst yon Stuttgart. Der abt yon St Blasien trägt vor,
daß die einkünfte der beiden pfarrkirchen za Achdorf and Aselfingen durch ongonst der zeit und Überschwemmung
so gering geworden sind, daß kein priester dayon leben und daram oft in keiner yon beiden gottesdienst gehalten
werden kann. Er yereinigt darum beide pfarreien, deren einkünfte 8 m.s. nicht übersteigen, miteinander. Diekirche
zu Achdorf ist schon so lange yakant daß deren kollator dem apost stähle zosteht in Aselfingen dagegen ist der
gegenwärtige kirchherr wegen alters und kränklichkeit nicht imstande, gottesdienst zu halten. Dat Basilee die
18.sept. 1432, ind. 10., pontif.Eugenii papelY.a. 2.—Or. Karlsrahe (St Blasien); unter dem bog rechts: auditor
vidü; auf dem bog: Ja, de Loyei, Backseits nichts. — 1432 april 28 schen^ Walter Spieß, stadtschreiber za
Schaff haasen, dem kloster St Blasien kiiche und patronat zu Achdorf [vgL 1422 okt 21]. (Or. ebenda). — 1432
okt 30 zitiert Johann Spenlin in medicinis doctor, artiam mag. et in sacra pagina baccalarias, propst der kollegiat-
kirche za Stuttgart die leatpriester za Pützen [kirchherr Johann Stiper] und Ewattingen [kirchherr Johann Kaiser
yon Engen]; aasföhrangsyermerke durch letztere auf der rückseite der orkande. — 1432 nov. 24 aosführong der
Inkorporation durch den gen. propst. (Or. ebenda). 9463
— sept« 18« Johann Lüti, domdekan, Statthalter and yerweser des bischofs Otto, yerspricht der stadt
• Kaiserstahl, die ihm geschworen hat beachtiug ihrer hergebrachten freiheiten. Geben an donrstag nach des hl.
erütztag exaltationis 1432. — Or. Kaiserstuhl, Stadtarch. — Bechtsquellen des kantons Argaa I4 s. 36 nr. 23.
ww
— sept« 18« Johann Lüti, domdekan, Statthalter and yerweser des bischoft Otto, yerspricht der bürgerschaft.yon
Tiengen beachtong ihrer hergebrachten freiheiten, nachdem sie ihm als dem yerweselr des domstifts gehuldigt hat
Geben am donnerstag nach des hl. crutz tag exaltationis 1432. — Or. Tieqgen, Stadtarch. — aaäz. ZGOBh. 13
(1861), 383.— reg. ZGOBh. NF. 2 (1887), ml 18. 9466
— sept 18. Johann Lüti, domdekan und Statthalter des bischofs Otto yon Konstanz, bestätigt, nachdem ihm
die Stadt Markdorf geschworen ünd gehuldigt hat, deren freiheiten. — reg. ZGOBh. NF. m33 nach or. Markdort
Stadtarch. 9466
•— TOr sept 20. Streit zwischen bischof und.kapitel. Der bischerzi^ht nach Schaffhaosen fygl.
1432 jan.], will das bistam nicht mehr haben and einen vikar einsetzen, der die nutzen des bistams innehätte and
ihm (dem bischof) eine jährliche rente abliefere. Das kapitel bespricht sich mit dem bischof, daß er bischof bleiben
sollte; Hans Lüti soll sein vikar sein in weltlichen and geistlichen Sachen, alle nutzangen oinnehmen and dem bi¬
schof jährlich 2000 fi. 200 U heller abliefem. Das übrige sollte zar abtragong der bistamsschulden gebraucht
werden and der vikar dem kapitel rechnang. tan: »Das beschach an s. Matheus abentt 1432. — Schultheiß, Kol-
lektaneen 1, 134^ — Darnach wäre die abmachang zwischen bischof and kapitel am 20. September erfolgt 1432
sept 18 bezeichnet sich aber Johann Lüti bereits als »Statthalter and Verweser des bistams*. Christoph Scholthoiß
. hat hier einen zweiten kürzeren bericht benützt als deijenige nr. 9412 za 1432 nach febr. 26. — Aaf dieselbe-
quelle führt die benutzang durch Claas Schultheiß bei Buppert, Konst Chroniken 275, der das datum fälschlich
Otto 111. Yon Hachbei^, Bischof von Konstanz. 1432. 319
an den anfang setzte. »1432 uff s. Matheus al^nd zog bischoff Otto abermals von Constanz gen Schaffhnsen und
das geschach von ains spaiis wegen zwischet im und dem capitel, welcher also vertedinget ward, das der bischoff
solt bischoff sin nnd der domdekan solt sin vicary sin in gaistlichen und weltlichen Sachen; davon sdlt erimj&rlich
geben 2000 fl. und 200 pftmd heller«. — vgl. folgende nr: und 1433 vor m&rz 22. 9467
1432‘sept. 22« Dekan und kapitel des domes ton kund, daß sie infolge Übereinkommens mit bischof Otto den dom¬
dekan Johann Lüti zu einem Statthalter des bistums erw&blt haben, nnd gebon genaue bestimmnngen, wie es
mit dessen Verhältnis zur bischüfl. stadt Bischofszell gehalten werden soll. Am mantag. vor 8. Michelestag 1433.—
Or. Bischolszell, Stadtarch. (Lade I). . > . 9458
— Bept. 22. Domdekan nnd doihkäpitel bestätigen dio freiheiten der stadt Meersbnrg, nachdem diose dem Statt¬
halter des bistnms, dem domdekan Johann Lüti, als dem Stellvertreter* des bischofsOtto in geistlichen nnd welt-
■ liehen dingen, gehnldigt Kat. Die einsetznng dieses Statthalters beruht anf einem Übereinkommen zwischen dom-
kapitel nnd bischof; dies letztere .besteht anf die zeit des lebens oder der amtsfühmng des bischofs. Setzt das dom-
kapitel einen neuen Statthalter ein, so ist die stadt nicht gehalten, ihm von neuem zn huldigen, dann soll aber auch
diese znsage fortbestehen. Stirbt bischof Otto oder verzichtet er, so ist die stadt zn erneuter hnldignng verpflichtet.
Geben montag vor si Michels tag 1432. — Or. Meersbarg, Stadtarch. — Lenthins Kopb. 137: Meersbnrg, Stadt¬
arch. 9459
— septi 24, SciiaflriiaiiseD. Schreibt an hei^ Wilhelm, pfalzgraf bei Rhein nnd herzog von Baiem, des hl.
konzUs von Basel beschirmer and Statthalter des röm. königs: wir haben enem brief, den ihr denen von Konstanz
nnseres dieners Berin^r von Laudenbergs wegen geschrieben habt, denen von Konstanz überantwortet; sie wollen
jedoch nichts tan von dem, was ihr geschrieben; wir bitten ferner nm gütliche fOrdemng, wie es Wilhelm im Tnm,
nnser vogt zn Kenkirch, euch näher ansführeu wird. Geben zn Schaffhnsen an mittwoch nechst nach s. Manricien
tag 1432.—Or. München, Beichsarch. (Concilinm Basiliense).—Ein brief des bürgermeisters und rates von Konst,
an den gen. in gleicher angelegenheit d. d. 1432 okt l (feria 4. post Michaelem arch.) ebenda. — vgl 1432
sept 15. ' 9460
— okt, 7. Das konadl von Basel beschließt, die bischOfe der nachbarschaft, von Strafibnig, Konstanz, Metz n. a.
anfznfordem, persönlich zum- konzil zu kommen wegen d^r anknnft der Böhmen. — Haller, Conc. Bas. 2, 240.
94ol
— pkt. 11 f Inimbmck.^ Fnedrich, herzog zu Österreich nsw., präsentiert als patron dem bischof Otto oder dessen
generalvikar in spir. anf die Pfarrkirche zn Freibnig, welche durch tod des kirchherm Johan Pfnl erledigt ist nnd
auf deren rechte Johann von Westemach verzichtet hat, den mag. Amplonins de Fago, in artibns et medicina doct,
kleriker Kölner diüzese. Dat Inspmgge ll.mens.oct 1432. — Or. Karlsruhe (21/l55). Im anfangsbnehstaben
J?*®; darunter 9462
— HOT, 4, Konstanz. Der generalvikar in spir. bestätigt mittelst transfix die frühmeßpfründe anf dem altar der
.' hll. Poter und Paul in der kapello zu Sontheim (Sani-), einem filial za Laichingen, welche die gemeinde daselbst
mit znstimmang.des ahtes von Blanbenren d. d. 1432 mai 16 (frjtag vor Cantate) bewidmet hat Dat Const 1432,
die 4. mens, nov«, indl 10. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Urach); anf dem bog: Mich. Has. Bücksdts oben: Nico-
lau8 Rounvdi. • 946S
— nOT. 8. Das konäl von Basel beschließt, den bischof an&nfordem, daß er persönlich nac|i Basel komme,, solange
.. man mit den Böhmen verhandle (tempore tractatns Bohemomm). — Haller, Conc. Bas. 2, 266. 9464
-— 110V.' 24, Konstanz. Dekan nnd das kapitel des domes zn Konst benrknnden, von Branda, kardinalbischof von
Porto (Portnen.), bar ISOO'Rh. göldgnlden erhalten zn haben für einen altar,-an dem 2 kapläne angestellt werden
* sollen, znm Seelenheil des während des konzils verstorbenen mag. Johannes, kanzlers kaiser Sigmnnds. Da wegen
schlechter zeitlänfte keine güter erworben werden können, deren einkünfte znm unterhalt der beiden kapläne hin-
reichen würden, geben sie den beiden kaplänen, außer den allen gemeinsamen' einkünften der bmderschaft der chor-
kapläne, 50 Bb. fl. ans den gemeinsamen kapitelsgütera. Dat Const 1432, mens. nov. die 24., ind. 10. Or.
iKarlsmhe (5 Konst Kircheodienste). — Kopb. 491, 116 nr. 71 Karlsmhe. ' 9465
^ dez. 1, Konstanz. Schreibt an pfalzgraf Wilhelm bei Rhein, des hl konzils zn Basel beschirmer nnd statt-
' ' halter des kaisers: wir senden meister Caspar von Frowis samt meister Heinrich Annestetter, nnsem rat nnd dienbr,
der unsertwegen lange zeit bei dem konzil zu Basel war, nm etwas mit euch zu reden; wir bitten nm ^tige anf-
— nähme der abgesandten. Geben -zn Costentz an mentag nechst nach s. Andrestag 1432. — Or. Münster, Beichsafch.
(Condliam Basiliense). — reg. Begesta Boica 13; 246. - < : 946B
4^- dez. “2, Eonstaiiz. Beurkundet, es sei alter gebranch, daß niemand zur propstei, znm dekanat, archidiakonat,
in Ämtern mit ehrenvorrang (personatns), znm si^geramt nnd zur knstodie im dom, desgl zn den propsteien St Ste-
: phan und St'Johiuin in Konstanz sowie St Pelagins in Bischofszell zogelassen werden soll, der nicht bepfründeter
320 Otto IlL ton Hachbergr,' Bischof tön Konstanz. 14S2—1438.
domborr in Konstanz ist and auch die einkfinfte seiner pfrdnde wirkiklilbeäakt rgleichwohl haben sich einige tom
papste mit kantorie, knstodie, archidiakobaten and personatten der dömkirebe, mit der propstei ton St Stephan und
St Johann protidieren lassen. Er schärft dämm das obige statnt ton neaem ein and erklärt jede andere aafiiahme
fdr ungültig. Domdekan and domkapitel stimmen: zm Dat Const.in anlnnostra epi^pali 1432, mens. dec. die
, 2 ;, ind. . 10 . — Or. Earlsrahe (5 Gen. 34). — Liber constitat 76 ponmiwhingeii. Kopb. 509, 215^ nnd 231*;
1769 Karkrnhe. — vgL folgende^nr. and 1433 jali 2 . . 9467
1462 dez« 2, Konstanz. Bestimmt mit einwilligong des dömdekäns and des domkapitels, daß nur sprüßlinge ans
adeligen oder ritterlichen geschlechtem, doctoren oder licentiaten der theologie oder des redits, eheliche sühne ehr¬
barer eitern; aber nicht von handwerkem (mechanici) oder kfinstleni (artificfes), die keine fremdlinge, sondern stammea-
angehürige (protincialis) oder im Mainzer sprenge! geboren and. tön ehrbarem wandel sein müssen, zn domherren
angenommen: werden sollen. Dat Const in enla nostra episcopali 1432,. mensl dec. die 2 .; ind. 10 . Or. Earls-
ruhe (6 Gen. 34), — Kopb. 509, 232h Earlsmhe. -4-tgl. torige 'iir..nnd 1433 juli 2 . • 9468
— dez. 10. Das konzil TOD Basel beschließt: der bisehof mögo'persünÜch tcommen und den dezOmber über an¬
wesend sein, nachher künne er leicht erlanbnis erhalten, fern zu bleiben, falls' er dämm' iiachsache. — Haller, Conc.
•Bas.'2,‘289.' •* ' - - ^ I . •. 9469
— dez. 1$. Hans Hoter yon Dornbirn (Dorenbüren), dom jonker Eberhvd you Bamswag die Pfarrkirche zü Wald-
kirch'(kt St Gallen) verliehe.n bat, yersprichi^ sich mit def aosgöi^orfepeh'honigraa zu bo^ügeii; falls der priester
seine stelle aofgibt hat er die 12 fl. Rh., die der jaoker dem bischofe' kls erste flüchte befahlt bat, zu emtatten; anch
darf er die kirche nar mit zostimmang des lehensherren an, einen anderen prießter abtreten and soll den bestäti-
gongsbrief des bischofs yon Konstanz bei Badolf Gelter, stadtaihmahh zn St Gallen, hinterlegen. Geben an s. Lncien
tag 1432. — Ü-B. St Gallen 5, 680 nr. 3733 hach br. Stiflsarcb .-7 Der tJrkb. 5, 681 in der ’anmerkang ge¬
nannte enlwnr( datiert yom 12 . aog. 1432 (Geben aff zinstag Vor dpser liehen fröweh taj^ 4 s$ampcionis) ist fertig
gesiegelt; gegenüber der nrkande yom 13. dez. enthält er dagegen keine erwähhnng yon schiedsrichtern and yon
»gewerenc, anch war der platz für die snmme, die als erste früchte zn bezah^n war, freigolassen nnd wurde die
zahl 12 er^ nachträglich ergänzt ' :i : 1 . . : . 9470
— dez. 13^ Konstanz. Der generalyikar in spir. bischofs Otto gestattet der m'eisterin und defl Bhhwestem der
St Nikolaosklanse außerhalb der mauern yon Villingon yom 3 . orden des hl. Franz, güter, welche weit entfernt
sind, zu yerkäufen and gegen solche, welche günstiger gelegen sind, einzntan^hen,' Dat Coilit-1432, mensi dec.
^ 13., ind. 10 . — Or. Schaff bansen; Staatsarch.; rückseifa oben: Jo, Ruch, — regi Ürkandenhegister des kantona
Schaffhansen nr. 1867. . s . ; . : / i . . . 9471
— dez. 16. Das konzil yön Basel beschließt den Üischofybn Konst w^n seiiier kränkheit (infinpitate, qna de-
tinetur) and anderen begründeten Ursachen yon der anwesenheit entschnldigt zu halten. — Haller,’ Gpnc. Bas. 2,
296;—erw. Deutsche Beichstagsakten 10 , 569. ; . *1 . ^ 947 g
— deZi 16, SchafThanseil.' Johann, abt, sowie prior und konyent des klosters Schaffhahsen geloben in die bände
' des bischofs vor Johann, abt zä Stein, Georg, abt zn Zwiefalten, Johann, abt zn '^gelberg, als'Visitatoren, und vor
Konrad, äbt zn Krenzlingen, den visitatioflsrezeß: aller streit soll mhen; der abt soll den konveut bei seinen »Jahr-
zeiten, kamer, altarien nnd anderen ämter« belassen; ihnen wein and brot geben wie bisher, ihrer kücbo jährlich
Ido heller zahlen, tischtücher, handtücher, gießvass und küchongeschirr Steilen, für das refeictor and das-mechen-
hans das holz besorgen und herfahren lassen, ihr koch, knecht and ihr »einkanfer« soll alle tage 2 iVeiße »hoffbrott«,
, ein teller brot und ein maß wein erhalten, ebenso sollen anch ihre, kücheoknaban das brot erhalten nsw. Geschehen
zü Scbaffhnsen an dinstag.nach s. Lncien tag 1432. — Or. papier Scbaffhaosen, Staatsarchn ipit süifgpdrücktem
Siegel des bischofs. — Kopie Engelberg, Stiftsarch. —reg. Urknndenregistpr des imntons Schaff hahsen nr. 1808.
r.: , ..r//'.-..::':/..'" Uli
■r- dez« 80. Mag. Johann Pollin (Polling), decr».dr., mitdomherr> (concanonicos ecclesie.Const), stirbt — MG.
. Eecrol 1 , 296. : ^ i . 9474
1433. Weihebrief [durch wen?] der kapelle zü ehren der* hL Dreifaltigkeit, des hl. Nikolana, Benedikt Wendelin
und Dorothea an [Mariaberg?]. ; Disse wicbung ist geschecben ,1433.— Pergapnentstreifen Stuttgart,Staatsarch«
. (Kt. Mariaberg). ; ^ . 9476
1433. Die braderschaft unser L fran zn Konst stellt dem. bisehof Otto über die von ihm nm 200 nvi. verpfändeten
< mühlen hmter den Predigern nnd zn Stadelhofen, sowie über einen hof zn. Wälde (Wäldin) und eine wieso zn Wol-
' matingen einen gegenschein ans. — reg. Kopb. 503, 336 Karlsmhe. . . : ■< 9476
1433 jan. 14, Konstanz, Johann Lüti, domdekan, generalvikar in spir.et temp. und Statthalter (locnmtenens)
• der Konstanzer kirche, bekundet daß der hdrger von Konstanz Konrad Sydennager gen. Fiüschli; und seine gemahlin
Adelheid ihr hans und ihren hof nahe dem flschmarkt gen. zom Frosch, an das haus gen. zn dem Botengatter and
Otto III. Von Hachberg, Bischof von Konstanz. 1433. 321
die kleine metzig der stadt stoßend — jährlich zinst es dem Chorherrenstift von St Stephan 3 sch. Konst pfg. —
an den kaplan des Bartholomänsaltars im mfinster, Antward Frig, und dessen nachfolger nm 150pfd. heller verkauft
haben. Sie kanfen gleichzeitig am 200 pfd. heller von der kaplanei des altars eine jährliche gälte von 10 pfd.
heller, zahlbar an den tagen Johanns d. T. (jani 24) and Johanns des ev, (dez. 26), dergestalt, daß diese rente
jederzeit von dem derzeitigen kaplan wieder abgelOst werden kann. Antward Frig setzt ihnen dafär den hof seines altars
za Hagelshofen za pfand. Zeugen: Johann Wiß and Johann Tanger, domkapläne, Johann Tramer (Gramer?), laicus
litteratas. Dat et act Const in caria nra. canon. 1433, mens, ianaarii die 14. hora vesperaram, ind. 11 ., pont Eqge-
nii IV. a. 2 . — Kotariatsinstrament des Bartholomeas Günther aus Coblenz (Enbist Trier): Earlsrahe (5 Konstanz,
Häasserstand). 9477
1438 jui. 80^ Born. Papst Engen IV. an den kostos von St Johann za Konst »Ea qae de bonis«-balle für abt
Friedrich und den konvent von Kempten. Dat Borne apud s. Petrum 1432, 3 . kal. febr., a. 2 . »Ad audientiamc.
— Gr. München, Beichsarch. (Kempten); unter dem bog links: Jan, taxe 2. de Guadagnis P. Chreief; auf
dem bog rechts: P. de Wartimberg; rückseits oben in der mitte: Jo, Ooger; links: pro d,l,A,de eäpor,; rechts
abgeschnitten; bei den schnüren: Jo, Stuüe. 9476
— febr. 7. Bürgermeister und rat der stadt Zürich schreiben an schaltheiß and rat za Winterthur: ein priester
der stadt Winterthur, frühmesser gen., namens Konrad Bietthaser, hat von dem herzog von Österreich die kirche
auf dem Heiligenberg erhalten. Dieser lad den priester Wemher Waldenburg, chorbenn der propstei Zärich und
' Zöricher bürger, vor den bischof von Konstanz, womit Wemher einverstanden war. Als die angelegenheit im ver¬
handeln war, übergab der gen. frühmesser die Streitsache dem grafen Wilhelm von Montfort, dazumal landvogt, was
nnbillig war, und darnach dem herzog von Österreich, wofür sich der gen. frühmesser einen prokurator von Basel
genommen. Die Züricher verwahren sich dagegen, da ihnen das recht zastehe, die kirche und die anderen pfründen
auf dem Heiligenberg za leihen. Sie sollten also dafür sorgen, daß der gen. frühmesser vor dem gerichte za Zürich
sein recht suche. Dat sabato post Dorothee virg. 1433.—Or.Papier Zürich, Staatsarch. (CU 16 nr. 303). 9479
— febr« 9, Konstanz. Bestätigt mittelst transfiz den stiftongsbrief der kaplanei Staufeneck d. d. 1432 okt. 22
für die daselbst durch rittor Ber. von Hohenrechborg erbaute Ciriakskapelle. Dat Const mens. febr. die 9. 1433.
— reg. Württ Pflegerberichte Stuttgart nach or. gräfl. Bechbergsches Arch. Donzdorf. — Die bestätigang erfolgte
wohl darch den generalvikar, nicht den bischof. 9480
— febr. 28. Der rat der stadt Konstanz macht den vier vom papste gesandten abgeordneten, die zum zweiten mal
kommen, ein geschenk. — Bappert, Chroniken 395 nach notiz im Konstanzer ratsbnch.' 9481
^— märz 13^ Böm. Papst Eugen IV. an den bischof von Frigento (Frequentin.) und die domdekane za Mainz und
Speier. Abt and konvent von Eberbach tragen vor: seit alters bestanden die einkünfte des ständigen vikars der dem
kloster inkorporierten kirche zu Biberach in den oblationon, dem kleinzehnten, den anniversarien, remedia und le-
gata, wofür derselbe an das kloster 70 &> heller jährlich abzuliefem hatte, oder an stelle der oblationen usw. konnte
er anch 20 m. s. von dem kloster erhalten; gleichwohl war Leonhard Truchseß mit dieser kongrua nicht zufrieden
und belästigte das kloster seit 1424 durch prozesse in Born. Nach langen Verhandlungen lautete das schlußurteil
dahin: Leonhard Truchseß hat seit dem jahre 1424 an das kloster die 70 heller abzuliefem und die prozeßkosten
von 100 kammergoldgalden zu zahlen. Der papst beauftragt die adressaten mit der ausführung. Dat. Borne apud
s. Petram 1432, 3. id. marcii, a. 3. — Or. Biberach, Spitalarch.; unter dem bag links: Mar, taxe 26. P €or*
mono, (hesd auf dom bog rechts: pro P, Negraudi N, Ouper j. Bückseits oben links: pro d, G. de Lap ... B,de
Monte ^ mitten: Jo, Herze; rechts: F, de Carrion, Ita pronuneiavi fran,,,, et taxavi ego auditor, — R darin An.
Bei den schnüren: Anf,,,,; rechts: Cyprianus. — Von dem prozeß sind außerdem im spitalarch. noch vorhanden
2 appellationsinstmmente d. d. 1428 febr. 16 and 1431 aag. 6 und die schlaßsentenz. Leonhard Trachseß hatte
die pfarrei aaf grund einer päpstl. provisionsballe erhalten, war 1431 jali 22 (aufs neue) durch Konrad Lülli, art.
et decr. doctor, kirchheim zu Saulgau (Saigon) investiert worden. (Or. Kirchenpflegarck). — 1432 juni 25 (Or.
Kirchenpflegarch.) wird jedermann aofgefordert, das kloster in dem besitz der kirche za unterstützen gegen Leon¬
hard, der innerhalb 30 tagen, die kirche aafgeben und 50 fl. zahlen soll. Ein weiterer entscheid 1433 aag. 18:
alle einkünfte der pfarrei sollen an den dekan des landkapitels abgeliefert und dem Leonhard jährL 40 fl. (pension)
bezahlt werden, während seine vom kloster Münchsrente zu beziehende pension von 80 fl. dem kloster Eberbach zu-
fließen soll 9482
— märz 17. In der Sitzung des Basler konzils wird die bitte des bischofs und klerus von Konst, vorgebracht,
man möge sie gegen gewisse edle schützen, welche sie geschmäht haben (ut provideatar eisdem contra certos no-
bües, qni eos difßdaverunt). — Haller, Conc. Bas. 2,371. . 9483
:— mSrz 20, Konstanz. Johannes Lüti, dekan und generalvikar in spir. et temp. bischofs Otto, erteilt auf bitten
der meisterin und des konvents von Klingental in Eieinbasel allen denjenigen, welche des morgens früh beim drei-
dtr Biichßfa Toa SiMMtoM. Ul. 41
B22 Otto 111. Ton Hachberg, Bischof Yon Konstanz. 14^.
maligen Zeichen der glocke kniend den englischen groß beten, 20 tage ablaO. Dat. Consi 1433, mens, marcü die
20., ind. 11 * — Or. Basel, Staatsarch. (Cling. 1836) mit gut erhaltenem Siegel des genend?ikara. Anf dem bog
der nrkonde rechts: IFi^atidtia. Auf der rückseite: «/oA Ldff (wohl eigenhändig). M84
1433 TOr mftrz 22. Wegen der ^tdße des bischofs mit dem kapitel verordnet der kaiser einen tag nach Konstanz
»uff mitfasten 1433« (märz 22 ); er sendet den bischof von Eichstätt, war einer von Bechberg [Albert von Hohen-
rechberg] und etliche andere grafen, ritter and knechte. Sie verhandeln 4 tage ohne resnltai »Bischoff Ott fttr
oach hinweg mit grossem anglimpf, denn er sich vil gen das capitel verschriben hatte.—Schaltheiß, EoUektaneen
1,135^ als einzige naelle. — vgL 1432 vor sept 20. . .
— märz 23. Johann Läti, domdekan, generalvikar in spir. et temp. bischofs Otto, bestätigt nachfolgendostiftong:
1433 märz 20 . Die gemeinde Bheinegg in der pfarrei Thal bittet den bischof Otto bezw. dessen generalvikar in
spir. and temp. za bestätigen, daß sie za ehren der hl. j. Maria eine ewige frdhmesse in die St Jakobskapelle in
Bheinegg stiftet and aasstattet and bittet den.magister Kaspar Frßwis, dr. decrei, kirchherm von Thal, als kaplan
einzQsetzen. Domherr Hermann von Landenberg siegelt Dat. Const 1433, mens, martii die 20., ind. 11 . — Nach
abschrift des or. im stadtarch. Bheinegg in den sammlangen des Hist Yeroins St Gallen. — Abschr.Zarich,Staat8-
arcA (E U 308 s. 5). 9480
— märz 24^ Bischofszell. Walther von Andwil, bischöflicher vogt za Bischofszell, fertigt aaf bitte der stiftsherren
von B. einen gerichtsbrief darüber aas, daß Ulrich Bif gen. Wolter and seine gemahlin Verena, geh. von Bonstetten,
bereit sind, darch die band des Eonrad von Heidelberg das bischöfliche lehen, den weiher za Haaptwil, dem bischof
von Konstanz aafzageben, nachdem sie ihn an das stift Bischo&zell verkaafb haben, damit der bischof dieses damit
belehne. Geben za B. aff den nechsten tag vor Annnndacio Marie.—Kopb. Bischofszell 71^,Eantonsarch. Fraaen-
feld, ebenda 71* der kaofbrief d. d. 1433 märz 25« 9487
— april 27, Konstanz. Johann Läti dekiui, generalvikar in spir. et temp. des bistams and des bischofs Otto,
gibt dem leatpriester Ulrich za Litzelshaasen (Lätelshosen) oder einem von ihm gewählten priostor die erlaobnis,
in seiner kirche sich eines tragaltars aaf ein jahr za bedienen. Dat. Const 1433, die 27. mens, apr., ind. 11 . —
Or. Nürnberg, Germ. Maseom; antor dem bag: 3ficA. Haa; rückseits sparen eines größeren randen siegele; oben
Joh.Luti. . 9488
— april 28^ Schaff haiiseiL Schreibt an pfalzgraf Wilhelm beiBhein [za Basel]: wir senden bmder Johann Haym,
kostos an dem Bodensee, der mit each etlicher Sachen wegen, so ans and onser stift ernstlich angehen, reden wird,
bitte am gütige aofnahme. Geben za Schaff hosen an cinstag nach Misericordia domini 1433. — Or. München,
Beichsarch. (Conciliam Basiliense), ... 9489
— april 30« Ersucht das konzil von Basel, seinen procarator zozalassen and nicht den vom Eonstanzer dom¬
dekan bestimmten (pro parte episcopi reqaisitam extitit qaod procarator depatatas per eondem admitteretar, et non
. ille constitatas per decanam Constanciensem vicariam eiasdem). — Haller, Conc. Bas. 2 , 396. — vgl 1432 joli 9,
1433 mai 29. 9490
— mal 7. Bürgermeister and rat von Leatkirch aaf der beide bitten bischof Otto bezw. dessen generalvikar in
spir. um bestätigang ihrer meßstiftong am Nikolaasaltar in der pfarrkirche Leatkirch. — Notiz im material nach
or. Leatkirch, Stadtarch. — vgl. mai 12, gehOrt wohl dazu. 9491
;— jXkAi 12^ Konstanz. Johannes Lüti, generalvikar bischofs Otto, bestätigt die enichtang and :bewidmang eines
kreozaltares za Leatkirch aaf der beide darch bürgermeister and rat daselbst Dat Const 143:3, die 12 . mens, maü,
ind. 12 (l). —Notiz im material nach or. Leatkirch, stadtarch; aaf dem bog: Michad; rückseits oben: Nithart no-
mine d, JoK Lüti, ' 9492
i— mai 11, Sehaffhausen. Führt die balle Martina Y. d. d. Born 1430 märz 20 (Dat Borne apad ss. apostolos
13. kal. apr., a. 13. »Pastoris etemi«) aas, wornach die stadt Hall gegen nnbefogte aaflagen von gottesarteilen
[westphälisches gericht] durch fremde richter geschützt wird (wie balle 1428 okt 31). Dat et act in monastario
Omnium Sanctoram opidi Schaffasen 1433, ind. 11 ., die lane 11 . mens, maii; zeugen: die doctoron decr. Heinrich
' Nithart, Eonstanzer and Augsbarger domherr, and Kaspar von Frowis, des Konst, hofes Sachwalter. — Or. Statt¬
gart, Staatsarch. (Ulm). 9493
mai 12, Born. Bartholomeos, archiep. Spalateu., eröffnet den bischöfen von Konstant and Straßbarg, deren
generalvikare and der abtei and propstei Zürich, sowie dem kapitel von St Thonias zu Straßbarg die bnüe Eugens lY.
d. d. 1431 apr. 25 (Dat Borne 1431, 7. kal. maü, a. l), worin dieser dem Konrad Becker, kleriker Konst diözese,
: ein beuofleiam zur kollatar der abtei Zürich and za St Thomas za Straßbarg gehörend, reserviert Dat Borne..' 1433;
ind. 11 ., die 12 . mens, maü, pont Eagenii lY. a. 3 . — Gloichz. abschr. Zürich, Staatsarch. (011 2 nr. 331). 9494
Otto 111. von Haclibergy Bischof von Konstanz. 1433. 32S
1433 mai 18, FidchiDgen. Der abt Yon Fiscbingen präsentiert dem bischof Otto bozw. dessen generalvikar anf die
dem kloster inkoiporiorto pfarrkirebe za Simach den konventoalen Bemold Yon Urbach, priester. Dat in monastorio
nostro 1433, feria 2. ante Ascensionem domini. — Or. Fraoenfeld, Kantonsareb. (Fiscbingen 223). 9495
— mai 26, Born. Papst Engen IV. erteilt unter erwäbnnng der ablässe, wolcbo Urban IV. and Martin V. fär das
fronleichnamsfest erteilt haben, neue ablässe. Dat. Rome apnd s. Petmm 1433, 7. kal. ianii, a. 3. »Excellentissi-
mnm corporis«. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weingarten); auf dem bug rechts: de euria. E. PdUari, Bdekseits
beim bug rechts: If. Lirondd, 9490
— mai 28. Bruder Andreas Yon Schlatt (de Scbletten), komtur des Deutschordensbauses in Hitzkireb, präsentiert
dem bischof Otto bezw. seinem generalrikar in spir. auf die durch den tod des Johann Sebmug erledigte Yikarie in
Menznau (MentznÖ) den priester Konst, bistums beim Hesse von Ulm Yon Sursee. Dat 1433, prox. 5. for. ante f.
Pentecostes. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Hitzkireb). 9497
— mal 28, Pfäffikon. Abt Burkhard Yon Einsiedeln bestimmt in dem streite mit bischof Otto inbetreff einer bulle
Eugens IV. d. d. 1432 märz 11 den Heinrich Annenstetter, propst Yon St Felix und Regula in Zfirich, und Rein¬
hard Stahler, leutpriester auf der Uftiau, zu seinen Sachwaltern bei der kurie zu Rom oder auf dem kon^ zu Basel.
— Regg. Einsiedeln 740. — 1432 märz 11 hatte Engen IV. dem abt die Vergünstigung erteilt, den Yon ihm be¬
stimmten priestem die erlaubnis erteilen zu können zur spendung der Sakramente der baße und des altars, da die
wallfahrt Sehr stark besucht sei (ebenda nr. 735). Diese Yergünstigung besUtigte kardinallegat Julian d. d. 1432
aug. 26 (ebenda nr. 737). 9498
— mai 29« In der Sitzung des Basler konzils wird beschlossen, auf das ersuchen des bischofs von Konstanz hin,
nach dessen bitte zu handeln (Ygl. april 30). — Haller, Conc. Bas. 2, 418. — Ygl. 1432 jnli 9, 1434 jan. 27.
9499
— mai 30, Konstanz. Johann Lüti, domdekan, generaWikar in spir. et temp. der kirche und des bischofs Otto zu
. Konst., bestätigt unter einrückung der urkunde die Statuten der brudersebaft bei der Si Nikolaaspfarrkirche in
Petersbausen, um deren bestätigung die pfleger der brudorschaft d. d. 1431 märz 24 (vigilia annunciacionis b. Marie
Yirg.) nachgesucht hatten. Dai et act. Const 1433, mens, maii die penultima, ind. 11.— Or. Konstanz, Stadtarch.
(Spital ly B. h. nr. 143 nr. 1015); unter dem bug rechts: ^ 2 fl.; auf dem bug: Wigandus; rückseits oben:
Nithart vidit. — Abschr. Konstanz, Zofingen. 9500
— juni !• Johann, bischof von Cäsarea, generaWikar in pontif., weiht die pfarrkirche und den friedhof zu Lech
auf Tannberg. — reg. Hummel, Urkundenverzeichnis des Stadtarch. Bregenz (SYGBödensee. 14, 25). — Ygl. juni 21.
9501
— juni 9« Bekundet, Yon Johann Yon Engen, propst Yon Zurzach, 50 m.s.Konsi gew. empfangen und zur pfand-
l^so der quart Yon Steinmauer verwandt zu haben. Diesem verkauft er auf wiederkauf mit einwilUgung des doin-
dekans und domkapitels um jene summe die bezeichnete quart; findet der wiederkauf vor Johanni statt, so fallen
die einkünfte des ganzen jahres an das hochstift, sonst an den besitzer bezw. dessen rechtsnachfolger. Geben am
zinstag vor unsors lieben herm frunlichnamstag 1433. — Eingerückt in den revers des Johann von Engen vom
23 sepi 1433. — Kopb. AA, 122 Freiburg, Erzb. Arch. — reg. Kopb. 503, 286 Karlsruhe. 9502
— juni 9, Konstanz. Bekundet, von dem chorherm im Franmünster zu Zürich, Johann Steffan, 130 goldgulden
Rhein., empfangen und zur pfandlöse der von bischof Heinrich an Rudolf von Landenberg vonWerdegg verpföndeten
quart zu Oberwinterthur verwandt zu haben. Er verkauft auf wiederkauf mit einwilligung des domdekans und dom¬
kapitels dem darleiher um jene summe die bezeichnete quart; findet der rückkauf vor Johanni statt, so fallen die
einkünfte des ganzen jahres an das hochstift, sonst an den jeweiligen besitzer. Geben ze Cosi an zinstag nach s.
Erasmus tag 1433. — Eingerückt in den revers des Johann 8teffan d. d. 1433 juni 12 (fiytag nach Barnabas).
— Kopb. AA, 140 Freiburg, Erzb. Arch. — reg. ürkundenregister des kantons Schaff hausen nr. 1875 nach or.
Stein a. Rh«, Stadtarch. 9503
— juni 16. Friedrich, graf von Helfenstein, bittet den bischof um bestätigung der Stiftung und bewidmung des
. Johannes- und hl. Kreuzaltars in der kollcgiatkirche zu Wiesonsteig durch Panthaleon Ebinger seL, Klara Rüler gen.
Ehinger dessen Schwester, Johann Ebinger, chorherrn zu Wiesensteig, und Johann Rülin, artium lib. mag., sohn
der gen. Klara. Reinold von Geroldsegg, propst zu Wiesensteig, und der konvent hatten dazu ihre Zustimmung
gegeben. Die verpfiiditangen des kaplans sind angeführt Dat 1433, die s. Yiti mart, ind. 11. — Or. Stuttgart
Staatsarch. (Wiesensteig). , 9504
— Juni 19^ Konstanz« Gibt ein transsumpt der bulle Eugens lY. d, d. 1431 april 13 (Dat Rome apud s. Pe¬
tmm 143U apf., a. 1. »Ad compescendos«), worin dieser die bischöfe von Konstanz und Augsburg, sowie den
domdekan zu Konst zu konservatoren der klöster Weingarten, Ochsenbaasen, Wiblingen, Zwiefalten, Isny undBlau-
beuren bestellt Acta (1433, ind. 11., pontif. Eugenii pape lY. a. 3., die vero martis 19. mens, iunii.. in aula
41 *
324 Otto IlL Ton Hachberg, Bischof von Konstanz. 1433.
nostra episcopali Consi); zeugen: Eonrad Sirufi, biscböfl.küchenmeister, and Symon Schenk d.j., Schreiber des am*
mannengerichtes zu Konst. — Notariatsinstr. des Wunewald Haydelbeck, kleriker Eichstätter blstums, geschworener
kaiserl. und des bischofs Otto notar: Stuttgart, Staatsarch. (Ocbsenhausen); ruckseits: Nota, daz ist ain yidimus
ainer kärlin und lit daz corpus zo Wingartten, daz lieht man unß, wen wir wellent, wen wir daz hebent beholffon
bezallen. — Das original der papstbulle im Staatsarchir unter Zwiefalten; unter dem bug links: #nay. taze 60.
R, Cossol M, de Boesis 9 ; auf dem bug rechts: A. Schomw tj. Bäckseits R. Bei den schnfiron: H. Raieeop, Beim
bug rechts: F, de Unkel, 9606
1483 Juni 2L Johann, bischof ?on Cäsarea, generalvikar in pontif. des bischofs Otto ?on Konst., weiht im auftrage
des bischofs Peter ?on Augsburg von neuem 3 altäre und den friedhof auf Tannberg am Lech und erteilt ablafi. —
reg. Jahresb. Vorarlberger Museum 1898, 72 ans urbar der pfarrei Lech. — ygL jnni 1. 9606
— Juni 25^ Basel. Julian, kardinallegat in Deutschland, an abt und mönche von Weingarten. Diese trugen vor:
jeder von ihnen habe nach alter gewohnheit des klosters,dcs rechtes unkundig, geld beim eintritt gegeben (nonnnllas
pecuniarum summas pro ingressu ipsius et a successive post eum introeuntibus dedit et recepit), so daß sie furchten,
den kirchlichen strafen verfallen zu sein. Der aussteller gestattet ihnen, einen beichtvater zu wählen, der sie davon
absolvieren kßnne. Dat. Basilee die 21 . iunii 1433, ind. 11 ., pontif. Eugenii pape IV. a. 3. — Or. Stuttgart,
Staatsarch. (Weingarten). — vgl. 1408 sept. 7 . 9507
— Juni 29« Begibt sich mit Zustimmung des domdekans und domkapitels der lehensherrlichkeit Aber den zehnten
zu Hinterruti, den das stift Bischofszell von Hug Bilgri gekauft hat, sowie Aber den weiher zu Hauptwil, den es
von Ulrich Weiter erworben hat. Dat. 1433, Petri et Pauli. — ausz. Eopb. Bischofszell 74^ Kantonsarch. Frauen-
feld. — vgl. 1433 märz 24; es ist eigentümlich, daß die urkunde des bischofs Friedrich d. d. 1435 okt 14 noch
an der lehensherrlichkeit über den weiher zu Hauptwil wie an dem besitze der Biffs festhält. — vgL folgende nr.
9606
— Juli 1^ Konstanz, Beurkundet: küster und kapitel des Stiftes Bischofszell haben von Ulrich Biff gen. Weiter
und dessen firau Verena von Bonstetten ein ,wigerstat* ob Bischofszell und ferner einen zehnten gen. »Hinder-BAti«
ebenda von Hugo Bilgrim von Bischofszell, beides leben des bistums, gekauft. Da kuster und kapitel von Bischofs*
zell >zu bischofs lehen nicht empfänglich sind«, eignet der bischof mit Zustimmung des domkapitels diese güter
den käufem unter verzieht der lehenschaft. Geben zu Cost an mittwoch nach s. Peters- und Paulstag der hl. zweit*
hotten 1433. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Bischofszell (148). — vgl. vorige nr. 9609
— Juli I 9 Born.. Papst Eugen IV. beauftragt den abt von St Gallen, dem kloster Muri die inkorporatipn der pfarrkircht
Villmergen [vgl. 1425 juni 5] zu bestätigen, ungeachtet er alle Unionen widerrufen hat, welche noch nicht ausgeführt
sind. Dat Borne apud s. Petrum 1433, kal. iulii, a. 3. »Apostolice servitutis«. — Or. Aarau, Staatsarch. (0II D 18);
unter dem bug links: Jul. taze 30. B. de Monte, S, Gamerii. 9 / auf dem bug rechts: durchstrichen pro Jo. de niciie dAnw
22 de Graculis. P. de Puteo ijj. Bückseits R darin An. Bei den schnüren: Jr. Boiet f; rechts beim bug: B. Fureter ,—
Das kloster bestellt als Sachwalter zur ausführung der bulle d. d. 1433 sept 26 den kirchherm von Zug, Albrecht
Obernhein, ebenda (CII D 23); ausführungsurkunde des abtes Eglolf von St Gallen 1433 okt 6 (CII D 19); zah*
lung der ersten firüchte an den kollektor Konrad Hoff lieh, chorherm von Zfirich und St Stephan zu Konst, im be*
trage von 62V8 Kb. A. d.d. 1434 Jan. 15 (CII M 4.5.)—Besignation des kirchherm Heinrich Menger d.^ 1434
jan. 9 (CII D 20 ). — Feierliche, lechtsgiltige besitzergreifhng, die durch den tod des notars verzAgert wurde, erst
1456 febr. 28 (CII D 22 ). — Ü-B. St Gallen 5 , 692 nr. 3767; s. 697 nr. 3772, 3773. 9510
^ Juli 2, Born. Papst Eugen IV. bestätigt auf bitten des bischofs Otto und des domkapitels, daß in Zukunft nur
eheliche sOhne, welche die magisterwürde in der theologie erlangt haben oder doktoren bezw. lizentiaten des rechtes
sind oder von adeligen, ritterlichen oder sonst ehrenwerten eitern stammen, ausgeschlossen handwerker oder künstler,
zu domherren angenommen werden sollen und daß zur propstei, dekanat, archidiakonat, zu personaten, zur kantorei
oder kustodie niemand zagelassen werden soll, der nicht wirklich bepfründeter domherr zu Konst sei Bischof und
kapitel haben vorgetragen, daß leute von geringem stände, unwissende, sühne von handwerkem und künstlem, welche
weder in theologie, noch im rechte promoviert haben, aufgenommen worden seien. Dat. Borne apud s. Petrum 1433,
6 . non. iulii, a. 3. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 34); unter dem bug links: 80. 9 . Bechts auf dem bug: graüe.
G. de Cattio. vHJ. Bückseits B.darin An.; bei den schnüren: 3f. Pinardi; links: M. Pinardi; zweiter name un*
leserlich.—Liber constitut 327 Donaueschingen. — Abschrift (l62l) Innsbruck, Statthaltereiarch. (Ferdinandeum
fase. 134). — Kopb. 509, 231^ Karlsruhe. — vgL 1432 dez. 2 . 9611
— Juli 6 ) Konstanz. Johann Lüti, domdekan und generalvikar in spir. et temp. des bistums und des bischofs Otto,
beauftrag den dekan in Munderkingen (Mundrachingeu), den br. Konrad Bouber, Premonstr. Ordens, welchen propst
Johann von Schussenried präsentiert hatte, in die Pfarrkirche Attenweiler, welche durch resignation des Johann
Schick erledigt ist, einzuweisen. Dat Const 1433, die 6 . mens, iulii, ind. 11 . — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Schus¬
senried); auf dem bug; Mich, Hae, Bückseits oben: iuravit. 9612
Otto 111. von Hacliberg» Bischof von Konstanz. 1433. 325
1438 Juli 9. Benrkandet, von Joliann, abt, ond dem konvent des klosters Engelberg 2380*Bh. goldgnlden »an dem
Wechsel znKonstanzc empfangen za haben. Er löst davon mit 1680 fl. die qnart der zehnten der kirche zn KüDnach
an dem Zörichersee» weldie einst bischof Heinrich an Bndolf Kilchmatter, bürger za Zürich, verpfändet hatte. Die
übrigen 700 fl. sind mit zastimmang des domkapitels zam nutzen des hochstifts, um großen schaden abzawenden,
verwendet worden. Das klostor Engolberg erhält dafür die qaarten der gen. kircho, deren rückkaaf Vorbehalten
bleibt. Geben an dem nahsten donrstag n. s. Ulrichs tag des hl. bischofis 1433. — Or. Engelbeig, Stiftsarch. (Nn).
— Eingorflckt in den revors des klosters d. d. 1433 jnli 21 (zinstag nach s. Margarethen tag): Zürich, ßtaatsarch.
(eil nr. 399*). — Eopb. AA, 221 Freibarg, Erzb. Arch. — reg. Kopb. 503, 279 Karlsruhe (ohne datam).
vgl. 1385 oki 24. 9518
— jnli 10. Johann Lüti, dekan, Verweser und Statthalter des hochstifls und des bbchofs von Konst, schreibt an
pfalzgraf Wilhelm bei Bhein, beschirmer des hl. konzils za Basel: za euch kommt unser diener Hans Tromer; wir
bitten, denselben gnädig anfzunebmen. Dat 6. prozima ante Margarete virginis 1433. — Or. München, ßtaatsarch.
(Conciliam Basiliense). 9514
— jnli 20. Johannes Lüti, dekan, Verweser and Statthalter des hochstifts und des bischofs von Konstanz, ist
Schiedsrichter in einem span zwischen Jakob Zäh, imbarsierer und konventbrader za ßalem, und Eberli Eberhart
bürger zu Meersbarg, dessen sohn Jäck Eberhart von Jakob Zäh vor Zeiten so geschlagen and mißhandelt worden,
daß dieser jetzt noch nicht alle seine gliedmaßen gebrauchen könne. Geben uff mentag nähst nach s. Margarethen
tag 1433. — Or. Karlsruhe (4/213). 9515
— Juli 83. Nimmt mit zastimmang des domkapitels von fraa Brida von Binach, des Hans Bemhartz ze Bin sei.
fraa, 600 Bh. fl. aaf mit 30 fl. jährlich za verzinsen and setzt als Unterpfand die einkünfte des siegeis and der
ersten nutzen des bistams. Mitgülten sind: Friedrich ze Bin, küster dos Basler domsiifts, Johann Thüring Münch
herr zu Löwenberg, Wilhelm im Tarn von ßchaffhausen, vogt za Neuokirch, Konrad in der Bund gen.*Ball d. ä.,
Stadtammann za Konst, Ulrich ßchilter, bürger za Konst, Mantz von Boggwil, Diethelm ßchilter, vogt za Gaien¬
hofen, and Jakob von Tettikofon gen. Zapf, bürger za Konst Geben an dem nähsten donrstag nach s. Marien Mag-
dalenen tag 1433. — Or. Karlsrahe (5 Gon. 96). 9516
— naeh ang» 1. ßophie von Botberg, wittwe des Burkhard Zobel (f 1433 aug. l) vermacht dein Kartbäoserkloster
in Basel einen zins von 50 fl. »super episcopo Constantiensic. — De fondatione ortogae Carthosiae Basiliensis,
Basler Chron. 1,494 vgl. 1,293. 9517
— ang« 10, Born. Kaiser ßigmund bestellt den pfalzgrafen Wilhelm bei Bhein als Schiedsrichter, in dem streite
zwischen dem domstift Konstanz, dem landkomtar Marqaard von Königsegg und. der Stadt Konstanz einerseits and
der Stadt Überlingen anderseits wegen des landangsplatzes zu Überlingen von Dingelsdorf und WaUhaosen (Walen-
hosen) aus. Geben ze Born 1433, an s. Larentzen tag. — Or. Karlsruhe (Kaiserselekt nr. 690), mit aufgedrücktem
Siegel; daneben: Ad mandatum d, impereUoris Caspar Sligk, canceUariua, — Der stieit dauerte schon mehrere
Jahre. Ygl. die urkunde von 1434 nov. 4 (ebenda 3/75). 9518
— ang. 22« Friedrich von Zollern (so!) bestätigt die Statuten des klosters Bächen, welche ihnen bischof Marqaard
gegeben und erklärt gegenüber übelwollenden nachredon, daß sie keine beghinen seien. ~ erw. Chronik der Fran¬
ziskaner (Mone, Quellens. 3, 628). — Fürstenberger Urkb. 6,318 note 1. — Die urkunde gehört wohl in das jahr
1436. . 9519
— aug. 25. Hain Glatt, z. zt vogt za Kaiserstal, Hans Tromar von Tiengen und Hermann Majger von EUngnau
schlichten gütlich eine mißhellong zwischen dem vesten jonker Beringer von Landenberg v. Grmfensee, vogt
za Tiengen, anstatt des gnädigen herm von Konst einerseits und der »gebarsämyc des dorfes Kadelbarg ander¬
seits wegen des holzes, genannt »das Gemainmerck« und eines andern holzes, genannt »Hettenars«, gelegen
bei der »Loffenmüli«: jenes wird denen von Kadelbarg zar nutzung und nießqng wie vor altem zogesprpehen,
dieses denen von Tiengen, so wie es durch marksteine bezeichnet ist. Geben uff cinstag nechst nach sant Bartholo-
meos tag. — reg. ZGOBh. NF. 2 ml 11 nach or. Kadelbarg, Gemeindearch. 9520
— ang. 27. Albrecht von Landenberg, ritter, wird aof bitten des Johann Lüti, domdekans, Verwesers und Statt¬
halters des hochstifts, an stelle des verstorbenen Hermann von Hohenlandenberg mitgülte in dem scholdbrief des
bischofs Otto gegen Konrad Mangold von Konstanz für 1000 fl. hauptgot Geben uff donrstag nach s. Bartholomeus
tag 1433. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 96). 9521
— sepi. 15* Felix Maneß, bürgermeister als ,gemein man^ Johann ßwend d. ä., Johann Bronner d. ä., Heinrich
Üsikon und Johann Wüst, bürger and des rats von Zürich, entscheiden einen zwischen dem bischof einerseits and
Walter and Martin von Landenberg-Greifensee, vettern, anderseits aasgebrochenen streit w^en der quart der kirche
zu ßteinmaur (ßteinmor). Der bischof, vertreten durch Wilhelm im Thum, vogt zu Neonkirch, und Friedrich Hei-
denheimer, legt dar, daß die qaart der kirche za ßteinmaur den von Landenberg vom bischof Burkhard and dem
326 Otto in. Yon Hachbei^, Bischof yon Konstanz. 1438.
. kapitel uni 50 m. s. wiederlöslich verpfändet wurde. Der bischof Wollte das pfand lösen, hinterlegte das geld bei
der münze und benachrichtigte davon den Martin von Landenberg. Dieser behauptete jedoch, daß ihm die einlösnng
: nicht knnd getan .wurde. Die schiedsleate entscheiden: die von Landenberg sollen dem bischof die qnart om
350 Bh. fl., für jede mark 7 fl. gerechnet, znrückgeben and was den von Landenberg vergangenen jahres von der
qnärt nutzen gefallen ist, soll zur hälfte ihnen, zur hälfte dem bischof zustehen. Geben uff zinstag nach des hL
crützes tag ze herbst 1433.—Or. Zürich, Staätsarch. (CI 2676). —vgl. 1434 april 26 und 1435 jnli 26. 952S
1433 sept. Um Johann Lüti, domdekän, als gemeiner mann, Brun von Dottighofen ^n. Bündricb, Heinrich von
* Dettighofeo, Hans Freiburger und Hans von Kappel als schiedsleate entscheiden einen streit zwischen Hans Möttelin,
vogt zu Arbon einer- und der gemeinde Arbon anderseits betr. Steuer, burgrecht usw. Gegeben am donerstäg vor s.
Michaels tag 1433. — Kopb. 1766, 43 Karlsruhe. — Eine weitere urkunde des kapitels d. d. 1435 mal 7 ebenda
und d. d. 1434 jnni 4 (foL 135^). 9523
— okt. 5, Basel. Die sjnode zu Basel (in spiritn sancto legitime congregata universalem ecclesiam representaos)
ernennt auf bitten der priorin und des konvents von Klingental zn Kleinbasel Ängustinerordens, den dekan von
Konstanz, den propst von s. Peter zu Basel und den kustos von Jung s. Peter zu Straßburg als könservatoren gegen
die bedränger des klosters. Dat Basilee 3. non. oci 1433. »Ad compescendos conatus nephariosc. — Or. Baaei,
Staatsarch. (Cling. 1897). Auf dem bug links: A Rieius Cor,; rechts: E,Schinar; g^nz oben rechts: sechs striche,
wohl als taze. Böckseits: V, Dann weiter unten: Carolina dominarum in Clingental, dann: Pro domifuilme prio^
riasa et conpentu monaeterii in Clyngental, Baaüee etc, H. Baiecop, Hanfschnüre. : %24
— okt. 18^ Konstanz. Vor Konrad in der Bünd gen. Bull, stadtammann zu Konst, der im namon bischöfs Otto
in der stadt Konst an des reichs Straße zu gericht sitzt, verkauft Eglolf von Bosenberg seinen halben teil der feste
Bemang imd der zugehörigen St Gallischen lehensgdter an Lütfrid Muntprat bürger zu Konst, um 1429 ST heller
Konst sieben am nahsteU zinstag vor s. Gallen tag 1433.—U-B. St Gallen 5, 700 nr. 3775 nach or. Stiftsarch.
9525
— okt. 23^ Schaff hansen* Schreibt an pfalzgraf Wilhelm bei Bhein [zn Basel] und bittet ihn, in dem rechts¬
handel mit Hans von [Krenkingen gen. von] Wissembnrg, freien, um einen rechtstag nnd nähere äusfahrUng über
den seitherigen verlauf der strittigen angelegenheit Geben zn Schaffhusen an fritag nach 11 000 virg. 1433. —
Or. München, Beichsarch. (Concilium Basiliehse). — 1433 nov. 15 brief des Hans von Krenkingen an den pfiriz-
grafen, die sache zu entscheiden (Datum zu Boggenbach uff sunnentag nach Martini 1433). — 1433 nov. 16
teilt der pfalzgraf beiden parteien mit, daß am 1. dez. Verhandlung zu Basel seL Dat Basel [1433] an montag
. nach Martini. — 1433 dez. 8 berichtet der pfalzgraf dem bischof über den verlauf des streitos (Geben zu Basel an
unser lieben frowen tag conceptionis 1433) nnd setzt im namen des kaisers Verhandlung auf 22 dez. (den tag nach
s. Thomas tag apostoli) nach Basel. — 1433 dez. 23 urteil in Sachen der beiden parteien (zu Basel an mittwoeben
usw. .vor dem heiligen cristtag 1433); daraus geht hervor, daß es sich um die lehenschaft des Schlosses und der
Stadt Tiengen handelte, welches der von Krenkingen als lehen beanspruchte, Konst, ablehnte. Das urteil lautete:
der von Krenkingen soll den beweis dafür erbringen. — 1434 Jan. 13. Da der von Krenkingen sich zum beweis
erbot lädt der pfalzgraf d. d. 1434 jan. 13 (mitwoch nach Erhard!) den grafen Hans von Tongen auf 25. januar (s.
Pauls tag conversioms) nach Basel zur fällung des richterspiruches und benachrichtigt den bischof davon.—Das zweite
urteil erfolgte 1434 febr. 13 des Inhaltes: der von Krenkingen konnte mit seinen briefen nicht den vollen beweis
erbringen. — Zu 1433 dez. 13 vgL or. Karlsruhe (lo/93). — Kopb. 501, 339^ Karlsruhe. — ausz. Z(K)Bh.' 3,
466. — reg. ZGOBh. 14, 230. — reg. Begg. Markgrafen von Baden H nr. 1323. —erw. Bueger, Chron. Schaffh.
2, 831 note 7. — vgl 1434 febr. 13. 9626
— okt» 27. Johann von Engen, propst von Zurzach, verkauft die ihm vom bischof Otto verkaufte quart zu Stein¬
mauer um 50 m. 8. Konst gew. seinem oheim Friedrich Haidenheimer. Der ritter Hamman Offenbnrg siegelt Geben
an zinstag vor s. Simons und s. Judas tag der hl. zwölffbotten 1433. — Kopb. AA, 127 Freibarg, Erzbisch: Arch.
9627
1433 okt« 31—1434 Juni 28. Prozeß in Sachen des Budolf Wilflinger; erwählten abtes von Wettingen, vor dem
Basler konzil. (Ausführliche Überlieferung in einem dicken bande). — Or. Basel, Staatsarch. (Klöster W. 3. 6).-
9628
1433 nOTr 10. Mag. Konrad Helye, decr. dr., domherr und offlzial zu Konst, stirbt — MG. NecroL 1, 294. 9529
Otto in. Voir Hachberg, Binchof von Konstanz. 1433—1434. 827
Bistumsyerwesung.
1433 nov. 15—1434 sept. 6.
1433 HOT. 15* übergibt mit znstimmnng des domkapitels das bistnm dem grafen Friedrich
Zollern, chorherm und Sänger zn Straßbarg and erhält als leibgeding 2500 S heller. Der bischof zieht nach
Schaffhaasen, bald darauf kehrt er aber nach Konstanz zurück und kauft sich ein haus von Heinrich von Hof neben
derBarfüßerkirche. — Propter incnrabilem S. Valentini morbnm aliqua pensione ad yitam reservata Frideiico comiti
de Zollern [episcopatum] resignavit 15. mens, nov.: Manlius, Cbron. episcopatus Const. 685. — Merck^ Chronik des
bistums Konst 253 hat das datum als todestag des bischofs Otto aufgefaßt — Oallia christiana 5,923.—Resigniert
»um Martini»: Schultheiß, Bistumschronik (FreibDiözesanarch. 8, 56); hat allein dieses datum. — Ohne datum
berichtet diese resignation Schultheiß in seinen Kollektaneen 1,46^ und 135^ (vgl. den wörtlichen bericht unten bei
der Charakteristik); als grund gibt er an Ottos blindheit. Er sachte manchen weg, um das bistum in andere bände zu
bringen. Zuletzt gab er das bistum auf Friedrich von Zollern. Er selbst zog nach Schaffhaasen,* bald darauf wieder
nach Konstanz und kauft ein haus bei den Barfüßern. — Die Konstanzer Chronik von St Gallen gibt als gpnnd
der resignation an: der bischof resigniert »uff zA val ainer ungenesomlicher krankhait, als man sait sant Valentins
bläg, wand das bystüm uff diesen herr Fryderichen. behielt im ain pension oder Provision sin leben lang, hielt hoff
in einem buss stosset an der barfüsser kylcbeii, uss dem er im ainen ingang in diekylchen mit ainer bor huslin ließ
zymmem« (Konstanzer Chronik von St Gallen s. 258*). — Die jahresgeschichten der Franziskaner (Mone, Quel¬
lens. 3, 630) berichten seine resignation zum jahr 1431. Das nachfolgende datum 1433 nov. 15 gehört aber hieher
‘ (durch Verwechslung): 1431 resignavit episcopatum et se contulit ad fratrum oonventum, quibuscum mensa in re-
fectorio persaepe utebatur communi, chorum etiam cum eisdem frequentare solebat (gleich darauf folgt 1433 nov. 15).
— vgL Stengelc (SVGBodensee. 18, 94). — Zum jahre 1434: bischoff Ott übergibt das bistumb Friederichen graven
zu Zoller um 1300 9f jerlicbs libding mit ratificatio deß bapstoß. (Weil das bistum schwer verschuldet ist,
läßt Otto von der summe 500 U nach.): Kopb. 636, 213 Karlsruhe. — Ettmnller, Züricher Jahrbücher 68. 9530
dez. 2^ Basel. Kardinallegat Julian gibt der stadt Überlingen die Vergünstigung, die auf ihrem gebiet hinge-
richteten kirchlich beerdigen zu dürfen, falls sie reumütig gestorben sind. Dat Basilee apud s. Leonardum die
2. dec. 1433, ind. 11., pontif. Eugenii pape lY. a. 3. Or. Überlingon, Stadtarch. (Lade 10 nr. 1521) H auf dem
bug rechts: A, de Vinhali. 9531
— des^ 12. Vor Konrad in der Bünd gen. Bull d. ä., stadtammann zu Konst, im namen des bischofs Otto, ver¬
kauft Konrad Stoffacher, bürger zu Konst., an Diethelm Blarer, domherm zu Konst, vertreten durch desirön bruder
Hans Blarer, bürger zu Konst, seinen hof in der Reichenau um 260 U Konst. /^; davon ist jährlich Ve vierling
wachs in die kammer zu Reichenau zu entrichten und »wer uff dem obgenannten hof sitze, der soll järlichs den toff zu
Ostran und och zu pfingsten in s. Johans kirchen daselbst helffen tragenc. Geben an s. Luchen abent der hLjunck-
frowen 1433. — Or. Karlsruhe (5 Reichenau). *9632
— dez. 29^ Basel. Die synode von Basel tut kund: Laurentius de Rotelia, archidiaconus Esculanus, hat voigeb-
lich im auftrage der synode einige prälaten Konstanzer bistums, welche von ihrem Ordinarius bestätigt worden
waren und ihro wahlbestätigung oder Provision nicht vom äpöstol. stöhle empfingen, unter androhung kirchlicher
• -strafen verpflichtet, die der apost. kammer dadurch entzogenen gelder (servitien) zu ersetzen. Die syqode hebt dieso
Verfügung, als zu unrecht erlassen, auf. Dat. Basilee 4. kal. ianuarii 1433. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Weißenau)
uuf dem bug: 4. Vinhdlu 9533
1434 Jan. 2, Basel. Kaiser Sigmund bestätigt auf bitten bischofs Otto von Konstanz der stadt KUngnan ihre
• Privilegien. Geben tzu Basel am sampstag nach dem hl. nüwen Jahres tag 1434, Ungar. 47, röm. 24 m böhm. 14.,
kaiser. 1. — Rechtsquellen des Kantons Argan I, 3 u. 281 nr. 41 nach Or. Klingnau, Stadtarch.; auf dem bug:
; Ad mandaium dmnini imperatoris Caspar Sligk eaneeUarius, ^ Lünig, Beichsarch. .17, 165. — aus^ Moser,
Staatsrecht des Hochstifts Konstanz 136. reg. Huber, Zurzach 12, d. — Altmann, Begg. Sigmunds nr. 9936.
^ ':9534
— Jan. 9^ Konstanz. Johann Lüti, domdekan und generalvikär in spir. et iem'p. des bischofs Otto, nimmt die resig¬
nation des mag. Heinrich Menger, decr. dr., kirchherr zu Villmergen, auf diese pfarrei entgegen. Er iresigniärte aus
‘ anlaß der Inkorporation der gen. kirche in das kloster Muri (vgl. 1433 juU 1). Dat et act in curia nostra caUdni-
' cali Const sita et ibidem in stuba maiori curie einsdem 1434, ind. 12., pontif. Eugenii pape IV. a. 3., die vero 9.
• mens, ianuarii.—; Kotariatsinstr. des Michael Has von Ehingen: Aarau, Staatsarch. (CII D20). — vgl. 1431
• dez. 23. 9535
328 Otto in. Yon Hachber^, Bischof Yon Konstanz. 1484.
1484 jan« 18. Jancker Heinrich von HOndorff za Jestetten wird vom abt Hag von Bheinao, welcher sich als fldcht-
ling in seinem (des abts) haose hi der schachmacher staben za Schaffhaosen aafhilt, an den rat gesandt^ am dessen
schätz anznmfen, da der bischof von Konstanz seine beamten angewiesen, ihn gefangen nach Konstanz za liefern;
der rat sagt ihm den schirm za. — erw. Rdeger, Chron. Schaffh. 2, 784 note 2. — vgL 1421 jan. 15. 8536
— jan. 27. Von dem konzil za Basel wird Tilman, propst von Si Florin, mit Vollmacht des konzils abgesandt,
am bischof and kapitel za Konstanz miteinander za versöhnen. — Haller, Conc. Bas. 3, 13. — vgl. 1432 joli 9;
1434 mm 20. 9637
— febr. Konstanz. Leiht an Yttäl Hontpiß anf bitten des Ulrich Grämlich den halbteil des kirchensatzes
and kelnhofes in Kappel bei Markdorf, den jener von diesem erkaaft hat Geben za Cosi an dem aubend a. L firö-
wen tag ze liechtmiss 1434. — Hompißisches Kopb. 65 in Eglofs. — reg. ZGOBh. 32, 103 nr. 28. 9538
— febr. 13^ Basel. Wilhelm, pfalzgraf bei Bhein and herzog von Bayern, beknndet, daß er am 28. janaar (mittw.
n. convers. Fai^li) mit den bischöfen Peter vonAngsborg and Konrad von Regensbarg, landgrat Johann znLichten-
.berg graf za Hals^ Ladwig graf za Ottingen hofmeister, Diewalt herm za Geroldseck (Gerltzegk), Haabt von Pappen¬
heim reichserbmarschäll, ritter Hans Parsperger, Johann Gmntwalder lehrer des geistl. rechts, Hans Torer zom
Hornstein and Konrad Marschalck von Pappenheim zom zweiten male in dem streite zwischen bischof Otto and dem
edlen Hans von Krenkingen gen. von WeiOenbarg über den besitz von Tiengen za gericht gesessen habe[vgL 1433
okt. 23]. Nach vorlegnng des beweismaterials and rede and gegenrode der parteien fällt das gericht nach mehr¬
tägiger beratang das arteil, daß der von Krenkingen »nicht genage geweist« hat. Geben za Basel an samstag vor
dem sontag, so man singet Invocavit in der vasten 1434. — Or. Tiengen, Stadtarch. — Kopb. 501, 341^ Karls¬
rahe. — aosz. ZGOBh. 13, 469. — reg. ZGOBh. 14,230. — ZGOBh. NF. 2 ml 18. 959^
— febr. 17^ Helfenstein. Johann, graf za Helfenstein, präsentiert dem bischof Otto bezw. dessen generalvikar for
die pfarrei Asch, welche darch tod des Konrad Klett erledigt ist, den Johann Pinder von Heidenheim. Dat. Helv-
stain feria 4. post Invocavit 1434. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Blaabearen G.Y.). 9540
—. fbbr«. 20^ Basel. Kaiser Sigmond bestätigt aaf bitten des bischofs Otto der stadt Kaiserst^l ihre freiheiten.
Geben tza Basel 1434, an sampstag vor s. Peters tag ad kathedram, angar. 47., röm. 24., böhm. 14., kaiser. 1. —
Bechtsqaellen des kantons Argan I 3 s. 37 nr. 24 nach or. Kaiserstahl, Stadtarch. — reg. Altmann, Begg. Sig-
monds 10 040. 9541
— febr« 20, Basel.. Jolian, kardiualdiakon tit. S. Angeli, aposi legat in Dentschland, gestattet der priorin and
dem kohvent von Klingental in Kleinbasel, daß die freie wähl eines beichtvaters der priorin, den 12 Schwestern'
and den räten des klosters zostehen sollte. Dai Basilee 20. mens, febraarü 1434, ind.,12., pontif. Eogenii a. 3.
— Or. Basel, Staatsarch. (Cling. 1902). Unter dem bag rechte: Jo, Rode. Aaf dem bag: Jo. Engelhardt. Bftck-
seite:jR^. 9542
märz 2, Basel. Die synode von Basel bestellt den bischof von Aagsbnrg, den abt von Zwiefalten and ‘den
propst des klosters Waldsee za konservatoren des klosters Ochsenhaosen. Dat Basilee 6. non. marcii 1434. »Ad
compescendos€. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Ochsenhaosen); oben: aeeuU. eoncord. cum forma; unter dom bog
links; Jo de Sancto Sene-iriginta eol-drino/ dem bag links: P. de ViiSdono Cor.; rechte: pro Tho. Tesua-
lotti. E. Kuenlein. — Aasfdhrangsm-kande d. d. Basel 1434 märz 5.: notariateinstr. des Konrad Knenlein von
Dieppnrg, bacc. in decr., kleiiker Mainzer bistams, ebenda. 9543
— min 11^ Ochsenhaosen. Nikolaus Schöttlin prior, Konrad Schad, Lorenz Manger, Heinrich Wanger (Wanner)^
; Peter Schdntzlin, Johann Wißhopt, Johann Ersing, Ladwig Zwirler und Albert Hosser, konventaalen des klosters
Ochsenhaosen, teilen dem bischof Otto mit: am 6. märz ist das kloster durch den tod des Heinrich Fabri valmnt
geworden! am 10. märz versammelte sich der konvent zur wähl mit aasnahme des Michael Bdssel, der in angelegen-
. legeuheiten des klosters anf dem konzil za Basel sich befindet. Sie wählen als skmtatoren Ulrich, abt von Wiblingen,
. Konrad, spitalineister za Memmingen, and Johann HUlesan, ständigen vikar der pfarrkirche za Beinstetten, nicht¬
konventaalen. Da das skratinialverfahren nicht zam ziele führte, wählen sie per formam compromissi den Michael
Bdssel zam abt, der die wähl annimmt and am 11. investiert wird. Sie bitten am bestätigong and am verloihang
der abteweihe. Dai in monasterio Ochsenhasen 1434, die jovis 11. mens, marcii, ind. 12. — Or. Stuttgart, Staats-
arch..(Kl. Ochsenhaosen). r—vgl. 1434 märz 15, april 17. 9544
— mini 12^ Konstanz. Johann Lflti, domdekan, generalvikar in spir. et temp. der Konsi kirche and des bischofii
Otto, beauftragt den dekan,.kämmeTer und brflder des dekanats Stühlingen, dom Jodocas Fremd, priester Ghorer
bistoms, der ihm von Heinrich Brümsi sonst Por[Gepar], edelknecht, präsentiert worden war, als pfarrer der kirche
' Laasheim zo proklamieren. Die pfarrei ist darch tod des Johann Eggbard erledigt DaiConst 1434, die 12. mens.
. marcii, ind. 12. Unten: Mich, und proclamad feria tercia poei octacas pasche. Leonh. Rückseite siege! aafgedrdckt
Otto III. Von Hachberg, Bischof Ton Konstanz. 14S4. 32 d
Exeeuta tsl hec proclainaeio per me Johannem Stiper, reciorem eccleeie f\ieotzen, 4, kal. apr, 1434,-^ Or. Earls-
rohe (St. Blasien). — vgl. 1434 april 6. 9646
1494 mllrz 16^ Konstanz. Johann Lüti, domdekan, generalvikar in spir. et temp. des bischofs Otto, läßt den zum
abt von Ocbsenhaosen erwählten Michael Büssel [vgl. 1434 märz 11 ] proklamieren. Dat Const. 1434, die 15.
mens, marcii, ind. 12. — Or. Stnitgart, Staatsarch. (Ochsenhansen); anf dem bng: MicJt. Haa; weiter: prodamavi
• aabbato die ante dominicam Jubilate, Leanh,; rflckseits sparen des anfgedrückten Siegels. 9646
milrz 83, Basel. Ludwig, graf von Ottingen, hofmeister kaiser Sigmunds, schließt zwischen Hans Luti, Statt¬
halter und Verweser des bischofs, einer- und Pantaleon Hartmann von Konstanz, der dem hochstift feindschaft an¬
gesagt und etliche priester gefangen setzte, anderseits mit hilfe der bischöfe Peter von Augsburg und Kuntzo von
Olmütz und des Johann, graf zu Lupfen und landgraf zu Stühlingen, eine richtung dahin: alle gefangenen sollen
freigelassen und aller schaden von Pantaleon Hartmann ersetzt werden. Geben zu Basel an zinstag nach dem hl.
palmtag 1434. — Or. Karlsruhe (6 Gen.). 9647
— april 2, Seliaffliaiiseil« Belehnt den Burkhard Keßler von Sipplingen mit dem Weingarten gen. swasen« und
dem gut gen. »mesenlehen« (wo?), die dieser vor zelten mit Zustimmung des bischofs Burkhard von Jakob Koller
von Oberlingen gekauft hat Geben zu Schaffhusen an dom andern tag des aprellen 1434. — Or. Karlsruhe (5 Sipp¬
lingen). 9648
— april 6, Konstanz. Johann Löti, domdekan, generalvikar in spir. et temp. der Konst, kirche und des bischofs
Otto, beauftragt den dekan des dekanats Stühlingen mit der einweisung des Jodok Fremd in die pfarrei Lausheim
[vgl. 1434 märz 12 ]. Dat Const 1434, die 6 . mens, apr., ind. 12 . — Or. Karlsruhe (St Blasien); auf dem bog:
Mich, Boa, Bückseits : Nithart uidU, und iuraviL 9649
— april 16, Basel. Die sjnode von Basel an den propst von St Leonhard zu Basel, den abt von Stein und den propst
von St Felix und Begula zu Zürich: »Karolina« für. das kloster Paradies St Klaren ordens. Dat Basiloe 16. kal.
mail 1434. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Paradies); unter dem bug: 9 taze 30. Auf dem bug links: idem;
rechts: graiia. Jo. Carlerii, Bückseits bei den schnüren : H. Raiaeop. 9660
april 17, Konstanz. Johann Lüti, domdekan und generalvikar in spir. et temp., bestätigt den Michaol Büssel
als abt des Klosters Ochsenhansen (vgl. märz 11 . 15.). Dat Const 1434, die vero 17. mens, apr., ind. 12 . — Or.
Stuttgart, Staatsarch. (Kl. Ochsenhausen); anf dem bug: Michahel Haa. . 9551
^ april 19, Konstanz. Hans Lüti, domdekan und generalvikar in spir. und temp., bestätigt die Stiftung des DreikOnigs-
altars gen. der seelenaltar in der pfarrkirche zu Schwiz, welchen fromme leute mit Zustimmung des rates, dem die kol-
latur zustehen soll, und des kirchherm Nikolaus Behem, priester Mainzer diOzese, d.d. 1434 märz 15 (feria 2 . post
• • dominicam Judica) bewidmet haben. Dat Const 1434, die 19. mens, apr., ind. 12 . — Or. Schwiz, Kantonsarch.;
äuf dem bug: Mich. Haa; rückseits: NUhart vidit. Sehr schön erhaltenes Siegel des domdekans.— erw. GFr5Qrte.
45, 300. 9562
april 20. Der generalvikar bestätigt mittelst transfiz die Stiftung der St Fridolinspfründe zu Dagersheim,
welche die gemeinde daselbst d. d. 1434 april 9-bewidmet hat — reg. Stuttgart Staatsarch. (Bopert Böblingen
G.V. 38). 9663
— april 26. Bürgermeister und rat der stadt Zürich beurkunden, daß Walter von Landenberg, bürger zu Zürich,
und Martin, von Landenberg, dessen vetter, ihnen einen hrief des Kaisers Sigmund d. d. Basel 1434 aprU 18 vor-
Wiesen, worin der kaiser ihnen befiehlt den Landenbergem gegenüber dem bischof Otto recht zu verschaffen, der sie
in ihrem rechte am kirchensatz und kirchengut zu Steinmaur verkürzte. Darauf hin beordern die aussteller 2 leute
ab, um in besagter angelegenheit ein zeugenverhör au&unehmen, das dahin lautete: die von Landenberg haben von
jeher den 4. teil der zehnten zu Ober- und Nieder-Steinmaur, zu Dielstorf, zu Sünikon (Sümikon), zu Neerach (Ne-
ran), zu Biet zu Stadel usw. gehabt, der zum kirchensatz von Steinmaur gehörte, von dem zehnten entrichteten sie
*. die quart an den von ^nstetten bis auf die zeit als Ulrich von Landenberg die quart an sich löste, und zwar ent¬
richtete man als quart nur kernen, aber nicht hüner noch hafer. Geben uff mentag nach s. Georigen tag 1434. —
: Or. Zürich, Staatsarch. (CI 2677). — vgl 1433 sept 15. 9554
april 26, BaseL Kaiser Sigmund bestätigt auf fürbitte des vor ihm erschienenen bischofs Otto in anerken-
nnng seiner dienste der bischöflichen stadt Bischofszell alle ihr von kaisem und bischöfen erteilten freiheiten.
Geben zü Basel 1434, am montag nach s. Törgen tage, u. r. des Ungar, im 48., des röm. im 24., des böhm. im
^ 14., des kaiserl. im 1. iaren. — Or. Bischofszell, Stadtarch. (L. 1). Bechts auf dem Umschlag: Ad mandatum do-
tnini imperatoria Caapar Sligk müea canc. Bückseits: R^: Marquardua Briaacher. ' 9665
.— mai 1, Eßlingen. Die stadt Eßlingen schreibt an den offizial zu Konst.: unsere bürger Konrad Körlin, dessen
trau Cäzilia, Margaret Äplerin und Adelheid Dotzinger melden, daß Eberhard Äpplin, der mann der Adelheid
Dotzinger, alle 4 nach Konstanz gejadeD hat.. Da persOnen und sache weltlich siqd, bitten wir, den Kläger vor .das
£egett«B d«r BltchOfe tos Uonrtam. III. 42
330 Otto m. Ton Hachberg, Bischof yon Konstanz. 1434.
Stadtgericht za weisen. Qehen an s. Philipps and s. Jacobs tag der hL zwölf hotten 1434. — Eßlingen, Stadtarch.,
Missiyenbach I.
1434 mai 7, Konstanz. Johann Lüti, domdekan and generalyikar in spir. et temp. des bischofi Otto, schreibt an die
gesamte geistlichkeit and vor allem an den pleban oder vicepleban bezw. die kapl&ne in Boren: Leonhard Ton deron,
abt za Erlach, Laosanner bistams, hat yorgetragen, daß der nachlaß des f Wemher Bof, mönches za Erlach and
yikars bezw. lentpriesters in Büren, yon einigen dem kloster yorenthalten werde. Der aassteller befiehlt, die übel-
iäter zar rückgabe za mahnen and sie widrigenfalls für exkommaniziert za erklären. Dät Consi 1434, non. maii,
ind. 12 . — Or. Bern, Staatsarch. (Erlach). Rückseite aofgedrücktes großes kreisrondes sieget Exeeuta est per me
pUhanwn in Bürron proxitna die dominiea ante festum e. Margarethe virg,; dann weiterhm: Jo, lAUL 9557
— mal 8 . Konrad in der Bünd gen. BüU, stadtamman za Konst im namen des bischofs Otto, gibt ein yidimos
der orkonde kaiser Sigmunds d. d. 1434 mai 7 (Geben za Basel... 1434, am fritag nach dem hL nflEurt tag),
worin dieser dem Marqnard Brisacher, seinem Sekretär, die steaem yon Memmingen, welche früher an Hans too
B odmann yerpfändet waren, yersetzt, da Marqnard dem kaiser 2000 Bh. goldgalden geliehen hat Geben an dem
nächsten samstag nach dem hl. nffart tag 1434. — Or. München, Beichsarch. (Memmingen). 9558
— mai 14* Weihbischof Johann yon Konstanz weiht 2 altäre in der kirche za Überlingen a. Bied.—reg.ZGOBh«
NF. 9 m37 nach or. Überlingen a. B., Ffarrarch. 9569
— mai 14^ Kempten. Der konyent yon Kempten richtet eine bittschrift an papst Engen IV. Sie tragen yor: Am himmel¬
fahrtsfeste [mai 6 ] ist abt Friedrich yon Loabenberg gestorben; aaf freitag yor pfingsten [mai 14] sagten me die
abtwahl an. Barkhard yon Ainwile war abwesend. Sie einigen sich aaf eine wähl per formam scmtiniL Als scrnta-
toren fongierten Wolfe yon Stein and Heinrich yon Schinen. Sie yereinigten ihre stimmen aaf Pilgrim yon Werdnaii,
kostos des klosters, in sacris ordinibos et etate legittima constitatos. Der gewählte nahm die wähl an. Sie bitten den
papst nm bestätignng. Dat et act in monasterio nostro .... 1434,ind. 12 ., die (yeneris ante festamPenthecostes).
Zeugen: Konrad yon Bawenburg, leutpriester yon St. Lorenz aaßer den maaem yon Kempten, Martin yon Schellen¬
berg, kirchherr in Sultzberg, Augsburger diözese, und Jakob Motz, baccalar der freien künste, priester Augsboiger
bistams. Es folgen die Unterschriften der beiden skratatoren und des konyentualen Gerwig Simintingen. — No-
tariatsinstr. des Heinrich yon Mengen, rector scolarom in Kempten: München, Beichsarch. (Kempten); ohne spur
von päpsÜ. kanzleibehandlong. — ygL 1434 mai 22 and sepi 20 . — reg. Begesta Boica 13,295. 9500
— mai 20. Aaf die klage des dotnkapitels [gegen den bischof] yor dem konzil za Basel wird beschlossen, daß
der bischof yon Como o. a. die Parteien yerhören und entscheiden solL — Haller, Conc. Bas. 3,100; weitere ?er-
handlangen am 12. Juni (s. 120), joni 16 (ebd. 123), joni 17 (ebd. 125). Die entscheidung erhält der bischof yon
Coutances (ebd. 126); 3 sepi (ebd. 195), an stelle des bischofr yon Coatances treten 2 andere; 4.noy.(ebd. 241);
26. noy. (ebd. 260). — ygl 1432 joli 9. 9561
— mal 22, Konstanz. Johann Lüti, domdekan und generalyikar in spir. et temp. des bischofr Otto, befiehlt die
Proklamation der wähl des Pilgrim yon Werdnau zum abte yon Kempten. Dat. Consi 1434, die 22. mens, maii,
ind. 12. — Or. München, Beichsarch. (Kempten). — ygl 1434 mai 14; sepi 20 . 9562
— mai 25, Basel Kardinallegat Julian inkorporiert aaf bitten der abtei Si Blasien die kirche zu Wangen, a.
Boimdorf, welche durch yielfache pestilenz und Sterblichkeit der leate so klein geworden, daß seit yielen Jahren kein
kirchherr und nar sehr wenige leute dort wohnen, der nahe gelegenen kirche za Bettmaringen. Die einkünfte beider
Mrchen betragen nicht mehr als 12 m. s. Der aoftrag zar Inkorporation ergeht an den abt der Beichenaa. Dai
Basilee apad s. Leonardam 8. kal. iunii 1434, ind. 12., pontif. Eagenii pape IV. a. 4. — Or. Earlsrohe (SiBlasien);
auf dem bog rechts: Va. de Loyei, Rückseits R und stelle aasradieri — ygl 1435 Juli 4 aosführong der bolhi.
956S
— Juni 2. Ist fürbitter für Henni Maiger, Ciäwi Maigers sohn, bei der stadt Schaffhaasen, die ihn wegen jnden-
freyels gefangen gesetzt hatte. Mitw. nach Nicomedes 1434. — Or. Nürnberg (nach notiz im material). 9564
— Juni 4, Innsbruck. Henog Friedrich yon Österreich präsentiert dem bischof (ohne namen) aaf die pfrurrei
Rotenburg a. N., welche durch tod des Oswald Vorstner erledigt ist, den Jakob yon Wehingen. Dai in Inspmckga
4 . die mens, iunii, 1434. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Osterr. Landesteile I); oben R^. 95M
— Juni 7, Konstanz. Johann Lüti, domdekan, generalyikar der bischofs Otto, erklärt, daß der kirchhof bm der
Pfarrkirche zu Bromgarten nicht yerletzt sei, wenn auch bei einem zasammenstoß zwischen jungen leaten yon Brem-
garten und dorfgenossen yon HäggUngen letztere sich in den kirchhof geflüchtet und Henslin Hanli yon Bremgarten
einen derselben an der hand heraasgerissen hat, während die übrigen keine gewalt angewendet haben. Henslin Hanli
ist yom kammerer des kapitels in Wohlen wegen yerletzong des asylrecbtes mit einer angemessenen kirchenbaße
zu belegen und za absolyieren« Dat Consi 1434, mens, ionii die 7., ind. 12 .— Or. Bremgartoü, Stadtarch.; unter
Otto III. Ton Hachberg, Bischof Ton Konstanz. 1434. 881
dem bog: Wig. gt 7 p ^ Bdckseits oben: AtMarf vidit. nnd sparen eines kreismnden inegels. — reg. Argoria 8,
92. 9666
1484 Jani 11, Ulm. Kaiser Sigmund belehnt den abt Pilgrim Yon Kempten mit den regalien. Geben su Ulme
1434, an s. Barnabas tag ... — Or. Mdnchen, Reichsarcb. (Kempten); auf dem bug: ad mandaium domini im-
peraioria Caapar Sligk milea cancellariua, Bdckseits: Marguardua Briaacher, — tgl. 1434 mai 14. 9567
— Juni 12, Konstanz. Johann Lflti, domdekan, generalvikar in spir. et temp. des bistoms und des biscbofs Otto,
beauftraget den dekan, kftmmerer und konfratres des dekanats Barensburg, den Johann Ammann, kon?entnalen zu
Weißenau, in die ständige Tikarie der pfarrkircbe von St Cristina bei Bavensbarg, welche durch resignation dos
br. Ulrich Wanner vakant geworden, einzuweisen. Bat Const. 1434, die 12. mens, iunii, ind. 12. — Or. Stuttgart,
Staatsarcb. (Weißenau); unten: Mkh,; rdckseits NUhart vidit Proklamationsvermerk juni 23 Leonh.; ausfdhmng
in St Cristina durch Johann Bücheller, ruraldekan in Bavenspurg, an s. Veit (juni 15). — reg. SYGBodensee. 24,
146. 9568
— Juni 26, Schwiz. Ammann und räte des landes zu Schwiz präsentieren dem bischof Otto bezw. dessen general¬
vikar auf den neu gestifteten [vgl. 1434 apr. 19] Dreikdnigsaltar in der Martinskirche zu Schwiz den Heinrich
Schnitz, Priester Mainzer didzese. Geben zo Swits an dem 26. tag des manodes brachmanot, und ist gesin der tag
der hl. martrer Johannis und Pauli 1434. — Or. Schwiz, Kantonsarch. 9569
— Jnii 1, Basel. Kardinallegat Julian bestätigt dem kloster Wannental die von bischof Otto [d. d. 1426 sept 6]
getroffenen verfSgungen. Dat Basilee die 1. iulii 1434, pontif. Eugenii pape lY. a. 4. — Or. Sigmaringen, Do-
mänenarch. (Kl. Beuron): unter dem bug links: Jul lagatua; rechts: Jo, Bode ; auf dem bug: W, da BUaia, 9570
— Jali 1, Basel. Die sjnode von Basel an den propst von St Peter zu Basel: »Ea que de bonisc-bulle für das
kloster Königsfelden. Dat Basilee kaL iulii 1434. — Or. Bern, Staatsarcb. (Aargau); unter dem bug links: Jo. da
aancto Sena^aax aci^drino; auf dem bug rechts: Jo. Fraudanbarger. Bdckseits oben: Wigandua., rechts: N. gana-
ralia vicariua Conat. vid[it] at propria manu aign[avU]. Bei den schnüren: U. Attanda. 9571
— Juli 14, Wiesensteig. Beinhold von Geroldseck, domherr zu Straßbarg und Augsburg und propst zu Wiesen¬
steig, Walter Grienbach, leutpriester zu Eßlingen, Johann Mesner, propst zu Fumdau, Konrad Wylheimer, Konrad
Büsch, Friedrich Zelter, Johann Ehinger, Wilhelm Keßler sonst Mager, Konrad Schultheiß und Heinrich Lanz, Chor¬
herren zu Wiesensteig, weisen den Leonhard Fries, kleriker Freismger bistoms, in die durch resignation des mag.
Matheus Kythart decr. dr., vakant gewordene pfrdnde des Chorherrenstiftes Wiesensteig ein gemäß der urkunde des
kardinallegaten Julian d. ^ Basel 1434 juni 7 nnd der ausföhnmgsurkunde des Wilhelm Kythart, propstes zu It-
tingen d. d. 1434 juni 16. Acta sunt hec ... 1434 .. ind. 12, die 14. mens, iulii. — Kotariatsinstrument des
Heinrich Zwincker von Wiesensteig, kleriker Konsi bistums, dff. k. notar Ulm, Stadtarch. 9572
— Juli 27, Ulm. Kaiser Sigmund bestätigt dem bischof Otto und dem propst, dekan und kapitel des hochstifts
Konst alle Privilegien. Zuwiderhandlungen verfallen einer strafe von 50 m. gold, welche zur hälfte an die kammer
des reichs, zur hälfte an den bischof zu zahlen sind. Geben tzu Ulme 1434, am dinstag nach s. Jacobs tag des hl.
zwelfhotten; ungar. 48., rdm. 24., böhm. 14., kaiserl. 2. — Or. Karlsruhe (K. S. nr. 728); auf dem bug rechts:
Ad mandaium domini imparatoria Caapar Sligk milea cancaUariua. Bückseito: Bagiairaia. Marquardua Briaaehar.
— reg. Altmann, Begg. Sigmunds 10 627. — reg. Kopb. 503, 51 Karlsruhe.—vgl. €k>thein, Wirtschaftsgesch. des
Schwarzwaldes 143. 9573
— Juli 28, Schaflfliaiiseiu Otto, bischof von Konstanz, im namen des konvents zu Bheinau Benediktinerordens,
Ursula gräfin von Sulz geh. von Habsburg, und die ritterschaft des St. Georgenschildes im Hegau einer- und Hugo,
abt zu Bheinau anderseits einigen sich dahin: l) abt Hugo soll seinem konvent gerecht werden vor dem bischof
von Konsi, den drei äbten, welche im bistum Konst Visitatoren sind nnd vom bischof abgeordnet werden, und vor
dem Obern des Ordens, der von dem konzil zu Basel dazu geordnet ist, oder vor einem gelehrten mann des konzils,
den der bischof damit beauftragt; ebenso soll der abt und dessen bruder Budolf einen gerichtlichen Vertreter stellen.
Der abt soll der gräfin von Habsbuig als kastvogt gehorsam sein und keinen andern schirm suchen. Der abt einer¬
und Heinrich Truchseß von Diessenhofen, ritter, anderseits sollen ihren streit ebenfalls vor dem bischof schlichten.
Der abt soll dem konzil mitteilen, daß die angelegenheit auf diesem wege geschlichtet sei. Der abt soll aus dem
geiängnis entlassen werden, jedoch nicht in das kloster Bheinau kommen, sondern sich im kloster Schaff hausen auf-
halten und vom kloster Bheinau bis zum austrag der angelegenheit unterhalten werden. Es siegeln: der bischof,
Johann von Lupfen, landgraf zu Stdhlingen, Kaspar von Klingenberg im namen der ritterschaft, abt Hugo von
Bheinau, Heinrich von Almenshofen von Immendingen (Tmadingen), dessen bruder, und Heinrich von Almenshofen
ven Neuenburg d.j., dessen vetter. Beschehen zu Schaff hausen an mittwoch nechst nach s. Jacobs des hl. zwülffbotten
tag 1434. — Or. Zürich, Staatsarcb. (DH 17 nr. 194); es hängt das kleine sekretsiegel des bischofs. — erw.
Thurgauische Beiträge 1908 8. 28. 9574
42 *
332 Otto ni. Yon Uachbergr, Bischof Yon Konstanz. 1431»
1434 jnli 30, Konstanz. Johann Löti, domdekan, in spir. et temp. der Konst kirche and des bischofk Otto general-
Tikar, bestätigt mittelst transfix die stiftnng and bewidmang einer ewigen messe anf dem Mattergottes-, Dreikdnig-
nnd St. Georgsaltar in der kapelle Reicbenbach, einem filial za Deggingen, durch Friedrich graf von Helfenstein,
die gemeinde Reichenbach und Konrad Wolf, kirchherm za Deggingen, d« d. 1433 mal 29 (4. kaL innii). Dat
Const 1434, die vero penoltima mens, ialii, ind. 12. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Helfenstein); aaf dem bog:
"Mich. Hob, Rfickseits oben ; NUhart vidit. 957S
— jnli 30, Basel. Die synode za Basel bestellt den bischof Ton Aagsbarg, den abt von Weingarten and den Konst
domdekan za konservatoren fdr das stift Bachao. >Ad compescendosc (Karolina). Dat Basilee 3. kaL aog, 1434.
— Or. Stattgart, Staatsarch. (Bachau); onter dem bug: Jo, de Sanetoaene-trigintasex aoMHno; auf dem bog rechts:
C, Kuenlein; heim hvLg rechts: Jo, de Dyck, %76
— Juli 30, Konstanz. Johann Lüti, domdekan, in spir. et temp. der Konst kirche and des bischofs Otto general-
Yikar, bearknndet: bdrgermeister and rat der stadt Freibarg als patrone der bürgerpfrond (vel occisorom et Hilpoldi),
zam Gronenwald gen., in der pfarrkirche za Freibarg tragen vor, daß die pfründeinkfinfte, obwohl sie früher ge¬
nügend waren, nicht mehr hinreichen, am einen yikar zu unterhalten; sie bitten deswegen am Vereinigung der gen.
Pfründe mit dem amte der kostodie und der mesnereL Der generalvikar gewährt ihre bitte und vereinigt beide
Pfründen miteinander. Dat et act ConsA 1434, mens, ialii die penoltima, ind. 12. — Or. Freibarg, Münsterarch.
(317); auf dem bog: Wig, ^ 2 fl,; rückseits: Jo, Lüti. — reg. Freiburger Münsterblätter 7, 84 nr. 512. — vgL
1434 sept 3. »677
— ang« 11, Ulm. Kaiser Sigmund verordnet auf bitte des bischofs Otto and des domkapitels, daß jedweder, der
das hochstift oder dessen angehürige anzosprechen hat ^or den gerichten des hochstiftes selbst recht nehmen oder
geben soll, onter strafe von 50 m. gold, zar hälfte dem reiche, zur hälfte dem bischof gehörig. Geben tzu Ulmen
1434, am nechsten mitwochen nach s. Laurentzen tag, uns. r. ungar. 48., röm. 24., böhm. 15., kaiser. im andern
jaren. — Or. Karlsruhe (K. S. nr. 729); aaf dem bog: Ad tnandatum domim imperatoria Caaparm SUgk, tutfet
caneellariua. Rückseite: Marquardua Briaacher, — Kopb. 503, 46; 514, 21^ Karlsruhe. — reg. Altmann,
Regg. Sigmunds nr. 10 740. 9678
— ang. 12, Basel. Jolian, kardinallegat für Deutschland, ernennt den bischof von Straßbarg und die äbte von
Hirsaa (Hersow) and Alpirsbach za konservatoren des klosters Wittichen. Dat Basilee apud s. Leonardam nostro
sub sigiUo die 12. mens. aug. 1434, ind. 12., pontif. Eagenii pape lY. a. 4. »Etsi christifidelibos«. — Or.Donan-
Aschingen (Wittichen A. 1. lo). Unter dem bog rechts: Jo, Bode. Auf dem bog: Ja. de Logai. Rückseits B/ an
dem Bande: Expedü. 7. iw/n per aupplicaeionem "^alerij ad inataniiam. Si^ de Spire. »67»
— ang* 14, Konstanz. Johann Lüti, dekan der Konstanzer kirche, nimmt auf antrag des Kaspar Lingg, procorator caa-
sarum corie Const und Vertreter des klosters Salem, eine zeugenaafiaahme aaf über bestimmte punkte, welche die er*
hebung von strafen an das kloster von den leuten in Bermatingen betreffen, die sie sich anläßlich des Verkaufes des
dorfes durch ritter Ulrich von Hömlingen zugezogen haben. Acta sant hec Const. in caria nostra canonicali 1434,
ind. 12., die vero sabbati 14. mens. aug. — Or. Karlsruhe (4/118), Notariatsinstroment des Bartholomäus Günther
von Koblenz. »680
— aug« 18, Florenz. Papst Engen IV. empfiehlt dem kaiser Sigmand den nea gewählten abt Johann von Kreaz*
lingen. Die abtei war durch tod des abtes Konrad erledigt Per förmain scrutinii wählte man den konrentoalen and
Priester Johann. Dat Florencie 1434, 15. kal. sept, a. 4. »Inter sollicitudinesc. — Or. Frauenfeld, Kantonsarch.
(Kreuzlingen); unter dem bag links: aept. taie 18. 8. Oamerii. M.de Cruadagnia; auf dem bug rechts: Jo. de Mola
...; rückseits: B darin An.; bei den schnüren: P.Davidia. — Begg. Kreuzlingen nr. 309 mit dem zosatz, daß eine
gleichlautende balle auch an den bischof von Konst gerichtet würde, die sich im Kantonsarch. nicht mehr vorfiuid.
»681
— aug« 24. Mag. Johann Hagendorn, licenciat in decr., domherr zu Konst, stirbt—MG. NecroL 1,291. »682
— aug* 27, Basel. Jalian, kardinallegat in Deutschland, schreibt an Heinrich Menger, chorherm za Zürich und
sabkollektor des halben zehnten (seroidecime) in einzelnen distrikten der Konst diözese: der kardinal hat von mag.
Nikolaus Vollrat, chorherm von Zofingen, erfahren, daß Heinrich bei der einsammlung des vom konzil auferlegten
zwanzigsten pfennigs bei propst and kapitel zu Zofingen auch die obventiones and täglichen distribatiouen in an-
schlag bringen wolle. Da aber die distribationen keine früchte und die obventiones unsicher sind, soll er allein die
grossa in anschlag bringen. Dat Basilee 27. augosti [14]34. Die einschlägige stelle lautet: ,de grossis dumtaxat
fmctibas singulos ex preposito canonicis et beneficiatis ipsius ecclesie contingentibas [nota verbam »contingentibas*,
quod de fiuctibos residuis quo vadunt ad debita ecclesie et non dividantar inter canonicos et sic illos non contin*
gunt non oportet vos aliqaid solvere, proat dixistis fa[ctam] faisse cam d. castode in Olten et male] huiusmodi
vicesimum denariom soUcite exquiras et fideliter colligas*.—Konzept auf papier: Bern, Staatsarch. (Aargaa). »583
Otto III. von Hacliberg, Bischof von Konstanz. 1434. 833
1434 sept« 8^ Konstanz. . Hans LAU dekan, in spilr. et temp. d^r Konst kirche und des bischofs Oiiö generalvikar,
beauftragt den dekan des dekanats Froibnrg, den Konrad Wenck von Biedlingen (Bitlingon), priester/anf die aög.
Grunenwaldpfrüude der pfarrkirche zu. Freibnrg und anf die knstodie und mesnorei, welche der geringen einknnfte
wegen mit erstgenannter pfrAnde vereinigt worden waren, einznwcisen. Das präsentationsrecht Abten ans: Walter
Ton Dußlingen (TAßlingen), Hammann von Todtnau, cdelknecbte, und Hammann Schmidlin, alle 3 fabrikpAeger
dos Freiburger mdnsters, unter dem 26. aug. 1434 (Dat in op. Frib. 1433 (!), inens. aug. die 26., ind. 12 ). Dat.
Const 1434, die 3. mens, sept, ind. 12. — Or. Freibnrg, Münsterarcb.; sehr schön erhaltenes Siegel mit der Um¬
schrift : sigillum Johannis Lnti decani, in spiritnalibus et temporalibns ecclesie et Ottonis episcdpi Const vicarii ge¬
neralis. ~ Anf dem bng: Mich.Has, BAckseits: Nidhart tndit,; rechts: iurabü, [iuraTit?].-*reg. Freiburger Mun¬
sterblätter 7, 86 nr. 615. — vgl. 1434 juli 30. 9584
— sept. 6 . Wird dnreh pApstllelieii urteilspmch Tom jliistnm Konstanz entbunden und zam
titnlarbiscbof von Kaisaije in Palästina ernannt —vgl. unter bischof Friedrich nr. 9602. —Der urteilspmch muß
erst nach sept 18 in Konstanz bekannt geworden sein, da sich Johann LAti damals noch ,vorweser upd Statthalter
des hochstifts und des bischofs Otto* nannte (vgl. nr. 9688). 9585
— sept, 13^ Zofingen, Heinrich Menger decr. dr., Chorherr der propstei St Felix und Begula in ZAiich und sub-
kollektor in den archidiakonaten Zuriebgau, Argau und Burgund, im auftrage des mag. Johann GAldin, der yop der
Basler Synode zur einsammlung des 20. 4 klerus abgeordnet ist, beurkundet von propst kapitel imd ka-
plänen des Stiftes Zofingen 18 Bb. fi. erhalten zu haben. Dat in Zoffingen .. 1434, die 13.; mens, sept, ind. 12.
— Or. Aarau, Staatsarch. (Zofingen 326). Die bestallungsurkunde als snbkollektor d. d. 1434 aug. 14 ebenda (324).
..i
sept. 15^ Konstanz. Budolf Lemblin, priesterkaplan des 8 t Pantaleonsaltars im Konstanter mAnster, veigabt
dem hl. Kreuzaltar anf der empöre der, St Jobanneskirche zu Konst mehrere gen. guter und einkunfte für eine
kaplaneipfrfinde, deren kollatnr dem propst und kapitel von St. Johann zustehen soll., Der aussteller bittet den bi¬
schof um bestätigung. Acta sunt hec (1434, ind. 12 .... die vero mercurii 16. mens, sept.. in civitate Const);
leugon: Berthold Frecher, Chorherr von St Johann, und Hermänn Vogt, kaplan der Konst kirche. — Notariats-
ins.trament des Johann Lingg von Basel und des Bartholomäus GAnther von Koblenz: Karlsruhe (6 Konst Kirchen¬
dienste). ; . . 9587
sept. 18. Johann LAti, domdekan, Verweser und Statthalter des hochstifts und des bischofs Otto von
Konst, Albrecht Blarer kAster, und Ludwig Nithart vikary verpflichten die diakonen und subdiakonen unter den
Chorherren von Zurzach, daß sie den priestem bei den jahrzeiten, welche sie ,privat* nennen, dienen sollen um die
8 stficke, welche jährlich von der präsenz dafAr ansgeworfen werden. Die 3 aussteller siegeln. Geben uff sambstag
nächst nach des hl. erntzes tag exaltationis 1434. — Or. Aarau, Staatsarch. (Zurzach 247). — reg. Huber, Ge¬
schichte Zurzach 40. 9588
1434—1451. Über die späteren Schicksale des bischofs vgl. die folgenden regesten der bischöfe von Konstanz. . 9589
1451 nOT« 15. Stirbt und wird in der von ihm gewölbten Margaretenkapelle des Konstanzer mAnsters begraben. «—
Inschrift anf dem tnmbadeckel seines grabmals im Konstanzer mAnster bei Kraus, Kunstdenkmäler Badens 1,176,
vgL die abbildung ebenda s. 177 und 116.116 (das datum ist aber ZV an&ulösen, nicht ZU, da der untere bogen
am jetzigen deckel abgeschlagen ist) und Schauinsland 1909 s. 31 und anm. 163.Todestag 1451 nov. 16,
in der Konstanzer Chronik von St. Gallen. — Stirbt 1461 und wird im mAnster in der St. Maigaretenkapelle be¬
graben: Dächer (bei Buppert, Konst Chroniken s. 118). — 1436 nov. 15 (verwechselt mit dem resighationsdatum
1433 nov. 16!) Gregor Mangolt mit zusatz: ligt begraben im munster in der capell hebent dem chör.« — 1433
nov. 16 (resignationsdatum!) Merck, Konst Bistumschronik. 9590
ChroniKalisehe fiberliefemilg seiner regierungszeit: Konstanzer Chronik von St Gallen, wichtig ffir die be-
schrefbnng der zunftunruhen und fAr die Charakteristik des bischofs. — Schultheiß, Bistumschronik (FreibDiö-^
zesanarch. 8 , 63-67). — Schultheiß, Kollektaneeu wichtig fAr den‘streit des bischofs mit deni domkapitel
1431/2; gibt die eingehendste Schilderung davon, die auf 2 verschiedene quellen zurAckgeht —Dächer (beiBnp-
. pert, Konst Chroniken 117. 118). — Die Chroniken D. L. M. 2 bei Buppert 134ff. — Bucelin,:Constauiia
Bhenana 316. 319. Der bischof war im anfang seiner regierung als >arrogans et prodigusc verhaßt^ später sehr
beliebt—M a n 1 i u s, Chronicon episcopatns Const 686 lobt den bischof als gelehrten mann und wegen seiner verliebe
zu den Franziskanern. Er resigniert wegen der sog. St Yalentinskrankheit (fallsucht) 15. nov. 1433. — Merck,
Chronik des bistums Konst 260-253, mit Manlius teilweise Abereinstimmend, faßt 1433 nov. 16 als todesdatum
auf. — Bruschius, De Omnibus Germaniae episcopatibus 48^ erwähnt n. a., daß der bischof an »morbus hercu-
leus aut caducus ut vulgo vocantc gelitten habe. »Erat eximia prudentia et doctrina praeditusc mit hin weis anf
seine bAcher zum lobe der Mutter Gottes. — Gallia christiana 6,922/3. 9591
3^1 Otto ni. YÖn Uachberg, Bischof Ton Konstanz.
Charäkteristlk: »Ain hochgelerter wlaer heir; am gnädiger Herr den armea braderirs. Frandssen orden. gab inen
bert)erg, hielt mit inen in gaistlichen Hendel und Sachen ril onderrode. ainbesnndarandichtigerliebliaberderjaDgk*
frowen Marie, laß nit allein die bdcher von irem höchsten lob geschriben, besondec^ samlel er ns den beschribnen
bnchem und klobet das hnnig tmd die sössen Sentenz, samlet die züsamen in ain ajgeo bdch.. mr.haatimternndem
den psalterDarid nff ir loab, ere nnd hooch wurde zeugen und ingelibt und dasselb b&chdenpsalter fifariegenempt^
deren bücher ains in der lyberig zu Bichenow ligt mit silberen clausuren und spangen costlich beschlagene; Eon¬
stanzer Chronik von Si Gallen 237^ — Des weiteren kommt in betracht Christoph Schultheiß, EoLlektaneen
(], 46^): »was ain göttlicher Herr und studieret gern, hat yü bucher. er machet tII silberne heiligen und buwt die
pfaltz wie sy ietz ist er was wol gelert. hat ain stain in dem ainen aug. er ward also blind, dass er das bistumb dem capittel
must uf geben, also daß der dechant sich der pfleg underwand uff 15 jar. darzwüschen sucht er manchen weg, wie er das
bistumb in andere hend brecht Ze jungst gab er das bistum uff grauffFridrichen von Zollern, was tnmbherr zuStraßburg,
mit willen und grinst aines capittels ze Costentz. der stand an bischoff Otten statt Bischoff Ott zoch gen Schaff¬
husen in das doster, darnach zoch er wider hemff nnd kouft ain hus by den barfussen, was Heinrich Ton HofiL Da
buwt er ain gang in die kilchen zu den Barfussen. er hat alle jar 1200 gülden Yon dem insiegeL er hat wol für
3000 gülden Silber hailgen gemacht die kouft das capittelc. Ähnlich nochmals 1,135^. — In seiner bistumschronik
hat Christoph Schultheiß folgende Charakteristiken: l) »Diser was ainög, gar ain gaistlicher gelerter nnd milter
her€ (FreibDiözesanarch. 8,54). 2) zum jahr 1423: »Er was ain blöder, siecher färst und bracht das bistumb gar
in grosse schulden nnd buwt gern; sant Margarethen cappel buwt er nnd die pfallentz nuw, wie sj noch state
(ebenda 55). 3) Als bischoff Ott starb, hielt man im kain opfer und lüt man im nut, ob er glich wol im münster
begraben ward, dan er alles Yerthun hat, zuglich wie die baiden thnmbherren, her Hans Wys Yon Costantz und m.
Fmtz Offenbnrg Yon Basel, die nicht Yerliessen, das thet man nichs nach nnd wurde elendgklich begrabene (ebenda
S.56).—Dachers charaÜoristik: »Diser bischoff Ott buwt gern und die pfallentz hat er rast gebessrot, ebnen güdi
inen gemacht, dan es Yor ain alt lieblos ding was. Er hat sant Margarethencapell gewelbet und daruff och ain
schöne geweiht capell für ainen bischoff gemacht, sicht dams in den eher und uff fronaltar des mflnsterse (Bup-
pert, Konst Chroniken 126).— »Diser bischoff hat die pfaltz gebessert nnd gemach nuw gebuwt So het er ouch
S. Margpreten capell gewebt und darob noch ain ander capell bnwen. Es ist euch under im buwen die
absyt der kirchen Yon der pfsltz bis zur statturm hinabc: Gregor Mangolt, Chronik. — Die Jahrgeschichton
der Franziskaner zu Konstanz erwähnen den bischof anerkennend: 1420. Otto marchio de Hochberg, do¬
minus in Bottelein, episcopus Const, summa fratres conrentuales (in^Constantia) seiuper proseentos fnit bene-
Yolenüa, eisque mnltiplices attribuit eleemosynas tum pro monasterii augmento tum pro congrua fratrum sustenta-
tione; ecclesiam et chorum suis sumptibus restanrarit et potissimum ex fnndamento reaedificaYÜ — Obiit 1433 dio
15 noY. [datum der resignation!] relictis conrentni plnribus beneficiis et cum fnnebri pompa solemniter deportatoi
fnit ad ecclesiam cathedralem, ubi snum obtinuit tumulum prope mumm Yersns aedes episcopales, gegen der pfiaix
Obere (Mone, Quellens. 3, 630).
Über seine bantätigkeit und seine Yerdienste um die malerei Ygl. jetzt den eingehenden au&atz Yon Max Wingen-
roth nnd Dr. Gröber, Die Grabkapelle Ottos HL Yon Hachberg, bischofs* Yon Konstanz, und die malerei während
des Eonstanzer konzils (Schauinsland 1908 s. 69 nnd besonders 1909,17-36). — Seine schrifkstellerische tätigkeit
nnd pflege der Wissenschaft ist beleuchtet Yon A. Werminghoff, Die schriftstellerische tätigkeit des bischofli
Otto lU. Yon Konstanz (ZGOBh. NF. 12 [1897] 1-40) und dazu die ansfflhmugen Wingenroths Aber den bücher-
schmnek a. a. 1909 s. 20. — Die beschreibnng der Beichenauer pergpunenthandschrift nr. 34 mit den eigenen
Schriften Ottos im Katalog der Beichenauer handschriften Yon Holder 1,132f. 176. Die an&ählung der von Otto
inderBoichenau anfbewahrten handschriften Ygl bei Cal me t, Diarium HeUeticum (Einsiedeln 1750).— Formel¬
buch des bischofi und seiner kanzlei, zwischen 1420-1428 angelegt: Kopb. Z Freiburg, Erzb. Arch.
Ein bild des bischofs auf dem gemälde der Yersammlnng des schwäbischen kreistages Ygl Löser, Geschichte
der Stadt Baden 335 £; Fester, Begg. Baden 1 h526; Gerbert, Historia Silrae nigrae 2,224. 96M
Siegel: Ton Weech, Siegel YonUrkunden aus dem Großh.Badischen General-Landesarchit in Karlsruhe 33, 1 (1413
märz 21); 33, 2 (1412 mai 24). Ein Siegel beschrieben Urkb. Eßlingen 2 s. 17*. 95M
Neuere Würdigung: Bader, Badenia 1844, 227-231. — Bnppert, Konst Chroniken 444-446 nnd die oben
nr. 9592 gen. arbeiten Yon Wingenroth-Gröber nnd Werminghoff. 9694
Friedrich II., Graf Ton Zollern
835
Friedrich II., Graf von Zollern.
Abstammiiiig und Torgeschiehte.
Entstammt dem geschlecht der grafen von Zollem-Holienzollem (rgl. Genealogie des Gesamthaoses Hohenzollern.
Berlin 1905. s. 66 ff.) — »graf zu Zollern nnd domherr zu Straßborg«. — Konstanzer Chronik Ton 8i Gallen s.
258*. — Schultheiß, Chronik (FreibDiözesanarch. 8,17). — Boppert, Konst. Chroniken 177.
Sein Tater war Friedrich XL (f 1401 nov. 26)ojmit Adelheid, tochter des grafen Hog Ton Fdrstenberg-Haslach
(t 1413 märz 19).
Seine goschwister: l) Friedrich XII. (t 1443 sept. 30)^Anna, tochter des grafen Hermann von Solz. 2) Eitel
Friedrich (f 14d9 sept. 21 zo Hechingen)(v>Ursula Ton i^fins. 3) Friedrich gen. Appeli, 1402 canonicus capitn-
laris zu Straßburg [fraglich]. 4) Friedrich gen. Hugeli, 1402 klosterherr zuBeichenau, später mdnch zu Einsiedeln,
t TOr 1413 Juli 26. 5) Anna, Nonne zu Stetten, f Tor 1418 noT. 10. 9595
1409« Fridericus de Zolre, canonicus ecclesiae Aigeni, genannt fol. 71 des buches des Straßbuiger Münsters, nach
ZGOBh. 6,435. (Ob der spätere bischof?). 9596
1418 febr« 7« Friedrich Ton Zollern, domherr zu Straßbuig, genannt Mon. Zollerana 1, 542 nr. 551. 9597
1414 okt. 31—1418 mai 5« Graf Friedrich Ton ZoUem, domherr Ton Straßbnrg, ist anwesend auf dem Eon¬
stanzer Konzil »mit nl personen«. — Justinger, Berner Chronik, hrsg. Ton Studer (Bern 1871) 250,29. 9598
1417 dez. 18^ Konstanz. Kdnig Sigmund yerbietet die grafen Egon nnd Heinrich von Furstenbeig nnd den
Straßburger domhcrm graf Friedrich von Zollern, des Schlosses Karpfen wegen zu belästigen, nachdem er, derkdnig,
das schloß als ein offenbares raubhans zu händen des reiches genommen nnd alle, die daran teil haben, zu gericht
Tor seinen hof gefordert habe. — ausz. Fürstenbeiger Urkb. 3,95. — reg. Altmann, Begg. Sigmunds nr. 2739.
9699
1419—1489. Über seine weitere Torgeschichte als domherr zu Straßbnrg vgl. das register zum 1. band der Be-
gesten der Markgrafen Ton Baden. Dort wird er erstmals als domherr bezeugt 1419 mai 9 (nr. 3121), letztmals
1429 april 28 (nr. 4192). 9600
1488 nOT. 15. Bischof Otto will das bistnm Friedrich Yon Zollern, domherm zu Straßbnrg, übergeben. Es kommt
zu Yerwicklnngen mit dem domkapitel. Die Parteien rufen das konzil Ton Basel zur entscheidnng an. Die yerhand-
Inngen daselbst vgl. nr. 9530, 9537. 9601
Friedrich 11. Yon Zollern, Bischof yon Konstanz.
1434 sept. 6—1486 Jali 89.
1484 sept. Florenz. Papst Eugen lY. schreibt an Friedrich, den erwählten Ton Konst Er hat sich alle ka-
thedndkirchen roser?iert, welche durch translation yakant werden. Das bistnm Konst ist dadurch yakant^ daß Otto,
ehemals bischof yon Konstanz, nun erwählter erzbischof von Kaisaije (Cesarien.) in Palästina mit absenz, yon dem
bistnm Konst entbunden und nach Kaisaije transferiert wurde. Er providiert darum mit dem bistum Konstanz
Friedrich, domherm zu Straßbnrg, subdiakon. Dat. Florencie 1434, 8. id. sept., a. 4. — Mod. abschr. (Beg. Lat
328, 200^ Born). — In gleicher weise an das kapitel, klems, volk, yasallen, den erzbischof yon Mainz nnd an
kaiser Sigmund. — Auf yortragerstattung des dominus de Ursinis wird bischof Otto yon der leitnng des bistnms ent¬
bunden und nach dem bistnm Kaisaije in Palästina transferiert; der Sachwalter des bischofs stimmt zu. An dem¬
selben tag wird das bistum mit Friedrich, graf yon Zollern, domherm zu Straßbnrg, proridiert der seinem yoigänger
eine jährliche pension yon 1300 8^ heller zu zahlen hat Außerdem darf dieser in einer buig des bistnms wohnen
nach seinem willen. Bei seiner promotion sind 5 kardinäle zugegen. — Mod. abschr. (Obi. 65,187^; 66,13^ Born).
— «Anno 1434 do ward her Friedrich yon Czolre Chorherr zd Straßbnig erwelt zd bischoff zd Costentz yon dem
concilinm ze Basel, die aber das tattent mit willen her Otten yon Betelen margraff, der zd den ziten bischoff was,
und aber mit im dberkomen ward umb ain järlich gdt an kernen, an win nnd och an gelt, das willenklich dar yon
stdnd«: Konst Chronik (Mono, Quellens. 1,335). — Wörtlich damit übereinstimmend Handschrift A bei Bnp-
pert, Eonstanzer Chroniken 177. — Schultheiß, Bistumschronik (FreibDiözesanarch. 8,56) erwähnt die bestä-
tignng durch den papst und kaiser. — Dächer bei Buppert Konst Chroniken 185.— Nach der emennung Fried-
336 Friedrich 11. Yon Zollern, Bischof Von Konstanz. 1434.
richs waren also drei bischdfo in Konstanz: Albrecht, Otto and Friedrich. — Schaltheiß, Eollektaneen 1,135^
fügt dieser notiz hei »das was ain seltsam sach«. — Die dreizahl der hischöfe erwähnt anch als etwas bemerkens¬
wertes die Konstanzer Chro^ Ton St. Gallen 258^; »Also zd diser zyt lehtend dry bischoff za Costentz: Blarer,
Ott and Prydrich«. •* 9008
1484 sept. 18, Florenz. Papst Engen lY. an Friedrich den erwählten von Konst Der anssteller hat kürzlich den
adressaten mit dem histnm Konst providiert [1434 sept 6] and erteilt ihm, der snhdiakon ist, nnnmehr die Ter-
gdnstignng, sich Ton jedem hischof die diakons-, priester- and bischofoweihe erteilen za lassen. Dat Flerende 1434,
id. sept, a. 4. — Mod. abschr. (Reg. Lat 325,123^ Rom). 9008
— sept. 18« Petras. Hartmann, kleriker des bistnms Ldttich (Leodien.), Verpflichtet sich gegendber der pl^stL
’ kammer im namen des erwählten Friedrich von Konstanz zur zahlang des ^rYiciom commnne in der hdhe Yon
2500 fl. and der 5 serricia minnta, Yon denen die eine hälfte innerhalb 6 monaten za entrichten ist — Mod. abschr.
: (ObL 64,176» Rom). 9004
— •* nach sept» 13.' Nimmt die Städte and schldsser in besitz, ehe er in Konstanz eiveitet and lüdt sich Yor Minern
. ’ eihzog in Gottlieben anf/— Schaltheiß, Bistomschronik (FreibDißzesanarch. 8 , 57). — Dachär bei Rappert,
Konst Chroniken 185, der noch beif^, daß' ihm die hoischreiber 10 gate, aosgerflstete betten nach Gottlieben
schaffen maßten. ' > 9008
^— sept» 20, Florenz. Papst Engen lY. an Pilgrim, abt za Kempten; Der papst hat bei lebzeiten des abtes Fried¬
rich die besetzong der abtei reserriert Friedrich starb; der konrent wählte Rlgrim, priester and mOnch des klosteis,
einmütig zam abt Nach kenntnis Yon der reserYation bringen sie die angelegenheit Yor das konsistoriam; der papst
kassiert die wähl, bestätigt abor den gewählten. Dat Florencie 1434, 12 . kaL oct,a.4. »Ad eac. — Gr. München,
Beichsvch. (Kempten); onter dem bag links: taze 18 9 ; aaf dem bog rechts: Jo,de Mpta vjj. Rückseits darin
Ahba,; bei den schnüren: Jo,de Reale; schief: dbhati; links beim bag: Jo,de Beate, Jo, de Nursia ,—Ebenso an
kaiser Sigmand: empfehlang des abtes. Or. ebenda; onter dem bog: oct, taze 18. S, Oamerii, Jf. de Guadagms ;
ai^ dem bog rechts Jo.deMota, Rackseita: ^ darin Ahba,; bei den schnüren: H,de Clivis; schief:
Sigismundo .^ Ebenso an die vasallen des klostors. Or. (ebenda); onter dem bag links: Od, taze 18.
8. Oamerii. M, de Quadagnis\ aof dem bag rechts: Jo, de Mota, Rückseits B darin Ahhas; schief: vasaUis; bei
' den schnüren: Jo, de^ Angeroes0), — Ebenso an. den konvent; yermerke.wie oben: ntur aaf dem bog rechts :pro
JusUno, /o. de Jfofa/rückseits ebenso. 9000
— sopt, 24, Florenz. Papst Eng^n lY. an den domdekan Yon Kopst.: »Ea qne de bonisc-balle fdr abt
Georg des klosiers Zwiefalten. Dat Florentie 1434, 8. kal. oct, a. 4..—Ör. Stnttgart Staatsarch. (Zwiefalten);
onter dem bog links: sept, taze 2. S, Oamerii, R, de VatenHa,; anf dem büg rechts: F. de Laude, Rückseits obM
in der mitte: Jo, Ooyer; links: pro d, O, delaporta Cgprianus; rechts: F, de Carrion; bei den schnüren: «/b. SluOe,
9007
— sept. 25 bis des. 5» Gmidelflllgerstrelt» Interdikt in Konstanz innerhalb der ringmaaer: Einer Yon Gan¬
delfingen, sohn des abtes Yon St Gallen, läßt die domherren bannen, weil sie ihn ids domherm trotz päpstlicher
proYision nicht annehmen wollten, da er »ain bankart and och aines mdnchs san« wäre. Das sei gegen ihre priYi-
legien. Sie aber wollten am den bann nichts geben. »Do gebott der Nithart lütpriester zü s. Steffen, Yicary, den
ban ze haltent Yon bischoffenklichen gewalt Also was man in der ringgmar ze Costentz angesongen Yon dem son-
. nentag Yor s. Mich^lstag bis an sant Nicholaas aabent«. — Handschrift A and Dächer bei Rappert Konstanzer
Chroniken 182; damit stimmt überein das Chronicon Constantiense bei Mone, Qaellensammlang 1,337 and Const
, Yaria nr. 7.— Am aosführlichaten berichtet darüber Christoph Schaltheiß in seinen KoUektaneen 1,136^; im aaszag
gedrackt FroibDiüzesanarch. 10,346-347. — »Do was ainer Yon Gandelfingeu der wollt korherr za Cost sin, also
woltent die korherron in nit afnemen. also was ein' conzilgum za Basel and der Yon Gandelfingen lad sig gen Basel
foir daff conzUion«. die domherren worden YOn dem konzil in denn bann getan, dieser Wird za St Johann and St Ste-
, phan Yerkündet and erregt aqter den geistlichen Zwietracht ,Also waä ein naigor bischof hie, ainer von Zorn (>^Zol-
... lern), dem enphalch man die sach and der forricht*: Aoficeichnongep des obortanitmeisiers der woUweber in Kon¬
stanz (Rappert Konst Beitr. 4,118-119). 9008
okt. 13, Basel. Die s^ode zu Basel an den propst de8’Wengenklosters (in insalls) za Ulm« Es woi^e berichtet
.• daß einige Minoriten onter dem Vorwand der Yisitat&on sehr häafig das kloster Süflingen bei-Ulm besnchea and mit
!; 'einer großen' anzabl jünger männer daselbst längere zeit Yerweilen, aach innerhalb der mäaern des klosters ibemachten
. nnd dorck scherze, läsziYitäten and gespiAcbe die Schwestern you der oinhaltung der ordensVorschriften äbhalten.
1 . Um' diesem Ytfkehr zn steaem, soll der adressat das kloster mit dem kirchherrn za Ulm oder einem andern Yiaitieren
>; dnd ded Minoriten strengstens verbieten, das kloster za betreten mit aosnahme der visitationszeit die der visitator
imt einöm andern älteren bnxder vorhohmen könne. Aach soll er den' rat and dio bürger der stadt Ulm ersuchen,
' dem kloster, das an einkünften tnangel leidet zar wiedefgewinnong der früheren güter behilflich za sein. Dat Ba-
tViedrich IL Von Zollern, Bischof von Konstanz. 1434. 337
8ilee3.id.oct 1434. — Gr.Btoitgart,Staatsarch.(Sdflingen); unter dem bng: octob, taxe 32. Auf dem bog rechts:
A, Kempetnch, Rückseits bei den schnüren: H. Raiscop. — Die ansführnng erfolgte durch Ulrich, propst des Wengen-
klosters, d. d. 1436 juli 26 (crastino s. Jacohi); dieser begab sich am 23. okt 1436 mit br. Nikolaus von Hall,
meister der freien künste und baccalar der hl. schrift, in das kloster Söflingen, fand die richtigkeit des Inhaltes der
bulle bestätigt (es befanden sich seit einigen tagen im kloster der Minoriteuprovinzial von Schwaben mit 3 anderen
brödem). Als er jedoch den brüdem und Schwestern den inhalt der bulle knndgeben wollte, hörten sie ihn nicht an,
machten lärm und schlossen die klausnr. Dat Ulme in crastino s. Jacob! 1436. — 1436 aug. 8 wollte Johann M}’nner,
öff. notar, auf ansuchen des Johann Ebinger, gen. Römellin, und Burkhard Wäckerlin, abgeordneter des bürger-
moisters und rates von Ulm, der Barbara von Freiberg äbtissin und den Schwestern des klosters Söflingen im chore
der kirche daselbst die bulle samt ansführungsurkunde in deutscher spräche bekannt geben; als er aber anfing zu
lesen, flohen sie davon, machten lärm und geschroi mit stimme, bänden und fößon, daß er sich selbst nicht mehr
hören konnte. Desgleichen wollte er die bulle dem guardian und den Minoritenbrndem bekannt geben, aber auch
sie wollten dieselbe nicht anhören, da dieselbe ihre oberen, nicht sie selbst betreffe. Darüber nimmt nun der notar
ein Instrument auf (Or. ebenda). 9609
1434 okt. 14« Von gottes und des aposi Stuhles gnade erwählter und bestätigter (dei et apost. sedis gratia electus
et confirmatus) beschwört vor Heinrich von Bandegg propst, Johannes Lüti dekan, Albert Blarrer thesaurar, Johann
Ulrich Truchseß kantor, Eonrad von Münchweiler, Walter von Ulm, Diethelm Blarrer, graf Ulrich von Werdenberg,
Hermann von Landenberg, Friedrich vom Rhein, Johann Wyss und ^edrich Sölro« domherren zu Konst., seine wahl-
kapitulation. Qne acta sunt [1434, ind. 12., pontif. Eagenii IV. a. 4., die vero Jovis qne fnit 14. mens oct.];
zeugen: Marquard von Königsegg, Dentschordenskomtnr, Konrad von Bnßnang, freiherr, domherr zu Straßburg, Jo¬
hann von Lupfen, Johann von Tengen, grafen, Heinrich von Hohenstoffeln freiherr, Hermann von Offenburg ritter,
Thüring von Hallwil, Kaspar von Klingenberg und Burkhard von Reischach edelknechte. — Or. Karlsruhe (5 Gen.
27). — vgl. Brunner, Wahlkapitulationen (Mitt der bad. Hist. Kommission nr. 20 ml7ff.). 9610
— okt. 15» Heinrich Fleckel, decr. dr., propst von St. Andreas zu Freising, causarum auditor, schreibt an die ge¬
samte geisUichkeit von Konst: Nikolaus Volndt, litt apost abbreviator, dekan der kirche in Haug außerhalb der
mauern Würzburgs, trug vor, daß Hermann von Landenberg, domherr zu Konst, ihm 62 kammerdukaten schulde,
die der gen. Nikolaus dem Leonhard Truchseß damals am röm. hofe geliehen und für die sich der gen. Hermann
zur Zahlung verpflichtet hat Trotz verschiedener mahnung sei bisher nichts bezahlt worden. Der aussteiler fordert
den Hermann von Landenberg zur Zahlung auf. Dat et act Basilee .. 1430 (!), ind. 12., die vero venerls 15. mens,
oct..; unten: Conradus Huber curie causarum prefate camere notarius scripsit — Or. (unvollständig) Zürich, Staats-
arch. (CIV 2 Büti). Rückseits: Herr Hans Murer. — Die urkunde nennt das konzil von Basel, ist also nach der
indiktion ins jahr 1434 zu setzen. 9611
— okt. 18. Erwählter und bestätigter, bestätigt der stadt BischofszeU alle ihre von bischöfen und dem domkapitel
zu Konstanz erhaltenen handfesten und treiheiten. Geben an dem nächsten möntag nach s. Gallen tag 1434. —Or.
Bischofszell, Stadtarch. (L. I). 9612
— okt. 18. Bestätigt die freiheiten der stadt Markdorf. — reg. ZGORh. NF. 3 m33. 9613
— okt. 22. Johann Lüti, dekan des hochstifts Konst., entbindet die leute von Tannegg von den ihm als Statt¬
halter des bischofs geschworenen eiden, da sein gnä^ger herr und bischof Friedrich zu ihnen kommen und von
ihnen die huldigung verlangen wird. Geben und besigelt mit minem secret zA end der geschrifft uffgetmektem in-
Sigel uff fritag nächst s. Gallen tag 1434. — U-B. St. Gallen 5, 726 nr. 3836 nach Or. Stiftsarch. 9614
— nov. 1) Florenz. Papst Eugen IV. an Friedrich den erwählten von Konsi Der papst hat den adressaten mit
dem bistum Konst, providiert, das dadurch vakant war, daß bischof Otto nach Eaisarje transferiert wurde. Damit
er nun dem gen. Otto die jährliche pension von J 300 Sf Konst. ^ besser bezahlen könne, gestattet ihm der papst,
daß er kanonikat und präbende zu Straßburg und die »feudaliac [klosterlehen], deren einkünfte [zusammen] 66 m. s.
nicht übersteigen, auch weiterhin besitzen dürfe. Dat Florentie 1434, kaL nov., a. 4. — Mod. abschr. (Reg. Lat
328, 24^ Rom). 9616
— nOT. 1. ,Gewelter und bestätter* bestätigt die freiheiten der stadt Klingnau. Geben an aller hailigen tag 1434.
— Or. Klingnau, Stadtarch. — reg. Rechtsquellen des kantons Argau 1, 3 s. 282 nr. 42. 9616
— nOT. 13. Konrad in der Bünd, gen. Rüll d. ä., stadtammann zu Konst im namen Friedrichs grafen zu Zollern
von gottes gnaden erwählten und bestätigten zu Konst, gibt ein vidimns der urkunde kaiser Sigmunds d. d. 1434
mai 3 (Geben zu Basel 1434, an des hl. erützes tag inventionis), worin dieser dem Marquard Brisacher seinem
dieuer [sekretär] um 3000 geliehener Rh. gülden die Steuer zu Memmingen verpfändet die früher an Hans von
Bodman verpfändet war. Geben an dem nächsten samstag nach s. Martis tag 1434. — Or. München, Beichsarch.
U tgM t ia 4m BiMbSfi m KomIms. HL 48
338 Friedrich 11. tob Zollern, Bischof tob KoBstanz. 1434.
. (Memmiogen). Schönes sigel des ammannen: 8. minisiri eivUatia Constanciensis, Siegelfeld brnsibild eines bischofii
mit stab and erhobener rechten, unten die 2 wappen. 9617
UB4 nOT« 15, Basel. Eardinallegat Julian gestattet dem abt des klosters Bebenhausen den gebrauch eines altare
portatile in grangiis suis. Dat Basilee die 15. noY. 1434, ind. 12. pontif. Eagenii pape lY. a. 4. ^ Or. Stuttgart,
Staatsarch. (Bebenhausen); auf dem bug: Jo. Suzeler. 9618
— YOlr nOY« 23. Entsendet den Henmann Offenbarg zu Sigmund nach Unj^am »um sin bestatungc. — Chronik
des Henmann Offenburg, Basler Chron. 5, 240. — Sigmund war Ton 1434 okt 20-1435 jan. 8 in PreOburg.
Aschbach 4,503 ff. 9619
^ nOY. 23, Preßburg. Kaiser Sigmund belehnt brieflich Friedrich von Zollern, bischof Ton Konstanz, ,seinen fdiv
sten, rat und lieben andechtigen* mit den regalien und betraut den Hans Yon Lupfen, landgraf zu Stülingen, mit
der entgegennahme des treueides. Geben tzu Prespurg 1434, an s. Clemens tag, uns. r.ungar. 48., rOm. 25-, böhm.
15., kaiser. 2. — Or. Karlsruhe (K. S. nr. 730); auf dem bug: Ad mandatum domini imperatoris Caspar Sligk
tnües canceüarius; ruckseits: Registraia Marquardus Brisaeher. — reg. Köpb. 503,50; 514,23^ Karlsruhe. —
reg. Altmann, Urk. Kaiser Sigmunds nr. 10 953. 9620
— nOY. 23, Preßburg. Kaiser Sigmund bestätigt auf bitten des bischofe Friedrich und des domkapitels
alle priYÜegien des hochstifts Konstanz. Geben zu Pr. 1434, an s. Clemens tage, uns. r. des ungar. 48., röm. 25.,
böhm. 15., kaiser. im andern jaren. — Or. Karlsruhe. — Kopb. 688,12 Karlsruhe. — reg. Kopb. 503,50 Eaiia-
rohe. — erw. ZGOBh. NF. 3,446 nr. 730. 9621
— nOY. 24, Preßburg. Kaiser Sigmund befreit den bischof Friedrich Yon Zollern, seine diener und seines stiftes
bdrger und andersessen von allen fremden gerichten, auch Yon dem hofgericht zu Bottweil unter strafe Yon 30 m.
gold, welche zur hälfte der kammer des reichs, zur hälfte der des bischofs Yorfrilen sein solL Geben zu Prespurg
1434, an s. Katherinon abend der hl. junckfrawen, unser r. ungar. 48., röm. 25., böhm. 15., kaiser. im andern
Jaren. — Or. Karlsruhe (K. S. nr. 731); auf dem bug rechts: ad mandatum domini imperatoris Caspar Sligk msUs
eanceUarius. Bücksoits: Registrata, Marquardus Brisaeher, — reg. Kopb. 503, 51; 514,23^ Karlsruhe. — reg.
Altmann, Urk. Kaiser Sigmunds nr. 10 954. 9622
^ nOY« 24, Basel. Die synode Yon Basel beauftragt den bischof Yon EYrenz (Ebroicen.), sowie den propst und
den ofßzial Yon Basel mit der ausfflhrung eines Urteils, womach die komture Bogeriim Libermann zu Basel und Jo¬
hannes Lösel zuBheinfelden namens der Johanniterbäuser daselbst dem kloster Klingental in Kleinbasel einen jährlichen
zins Yon 10 goldgulden bezahlen müssen samt der hälfte der Yon früheren Jahren rückständigen zinsen. Dat Ba¬
silee 8.kal. dec. 1434. — Or. Basel, Staatsarch. (Cling. 1911); unter dem bag: No, taze 20. Auf dom bog.rechts:
Bertoldus; rückseits oben in der mitte: Wigandus, Bei den siegelschnüren: H, Raiscop.; dann: Per hane liUeram
eoncüium Basiliense mandat exequi sentetUiam Udam pro eonventu in Clingenial cofUra Johannitas. E.. — Der
prozeß dauerte längere zeit; Ygl. die urkonden ebenda Cling. 1858. 1913. 1916. 9623
— nOY« 26, Basel. Die synode Yon Basel erteilt dem bL Geistspital in Bapperswil eine schatzbulle »ad compes-
cendos conatus nephariosc und bestimmt die äbte Yon Büti und St Peter im Schwarzwald und den propst Yon Solo¬
thurn als prokuratoren. Dat Basilee 6. kal. dec. 1434. — Or. Bapperswil, Stadtarch. (C. 1. 1. 2); auf dem bug
links: auseuUata cum forma per me Ckristoforum de Bionis notarium puUieum et coneordat, ; rechta Jo, Bodeher,
Bückseits: expedü, per Henricum Tanheim, 9624
^ nOY« 27, Preßburg. Kaiser Sigmund belehnt den bischof Friedrich Yon Zollern mit dem blutbann und erlaubt
ihm, denselben an alle amtslente seiner gerichto weiter zu leihen. Geben zu Prespurg 1434, am sampstag nach s.
Katheryne tag unser r. ungar. 48., röm. 25., böhm. 15., kaiser. 2. — Or. Karlsruhe (Kaisersei.); auf dem bug: ad
fnandaium d, imperatoris Caspar Sligk miles cancä,; rückseits: R*^ Marquardus Brisaeher, han, — reg. Kopb.
503,50; 514, 23^ Karlsruhe. — reg. Altmann, Begg. Sigmunds nr. 10 959. 9625
^ nOY. 29, BaseL Die synode zu Basel beurkundet : schaltheiß und bürget Yon Kleinbasel tragen Yor, daß die soel-
sorge an der Pfarrkirche, welche dem dorne inkorporirt ist, durch die Sorglosigkeit des dekans und kapitels yon Basel
nachlässig aasgeübt wird und daß der ständige Yikar allein nicht allen pflichten nachkommen und das pfarrhaus
nicht standesgemäß wiederherstellen könne. Die synode beauftragte die auditoren MarciaUs^ bischof Yon Evreuz,
(Ebroicen.) und mag. Heinrich Flekk, päpstl kaplan, mit der Untersuchung, welche folgenden arteilsspruch fällten:
wie seither der ständige Yikar einen priester als holfer hatte, so sollte in Zukunft noch ein zweiter hilfspriester mit
der Seelsorge betraut und Yon dekan ond kapitel des domes unterhalten werden. Dem ständigen Yikar [leutpriostor]
sollte für die auslageii der beiden hilfspriester angewiesen werden: 12 Yercellas getroide und ebensoviel säum wein
und 10 tf Basler .4» aoßordem sollen dekan und kapitel das pfarrhaus standesgemäß herrichten. Sind gen. in der
’ erfüllang nachlässig, soll der schaltheiß und die bürger den groß- und kleinzebnten von gen. pfarrkirche an sich
Friedrich II. Toii Zollern, Bischof von Konstanz. 1434—1435. 339
ziohen nnd daraus den Tikar entschädigen. Die sjnodo bestätigt diesen arteilsspmch. Dat. Basiloe 3. kal dec.
1434. — Or. Basel, Staatsarch. (St. Theod. 24). Unter dem bng links: no. taxe 26. Auf dem bug rechts: Ber»
toldus, Räckseits nichts. 9626
1434 dez« 10. Zahlt 1500 fl. der päpstl. kammer zn Florenz als teil seines servicium: (fait promotas Floren, die 8.
id. sepi pontificatns d. Eageoii pape IV. a. 4., faemut in eins promocione cardinales 5 .... capiunt clorici collegii
flor. 15.; r^tant flor. 1485; capit quilibet dominornm fl. 297). — Mod. abschr. (Obi. 65,187^ Rom). 9627
— dez. 11. Wolf von Brandis, freiherr, verpfändet an Poter propst nud den konvent za Interlaken nnter verzieht anf
wiederlOsnng die pfandschaft der qnarten znThnn and Bollingen, von dem bistam and kapitoi za Konst ihm versetzt,
am 1100 golden, doch vorbehaltlich der wiederlOsang darch den bischof mit dem pfandschilling, Vorbehalten der
komqaart za Than, die laut brief, den propst Peter and sein brnder Kano Bremgarter innehaben, deren leibgedinge
sein soll. Geben an dem samstag nach n. 1. frowen tag als sy emphangen ward 1434. — Or. Bern, Staatsarch. (notiz
im material). 9628
— dez. 15. In den einnahmen der aposi kammer sind als servitienzahlang (pro communi servicio) des bischofs
gebacht 1250 fl. — Mod. abschr. (Intr. 394, 128 Rom). 9629
— dez. 17, Basel. Die ^ode za Basel gibt dem kloster Wiblingen eine beglaubigte abschiift der balle Cö¬
lestins III. d. d. 1194 jani 1 ans den päpstl. rogistern and der arkande bischofs Heinrich III. von Konst d. d.
1379 apr. 22 (Regg. Const II nr. 6529). Dat Basilee 16. kal. iannarii 1434. —Or. Stuttgart Staatsarch. (Wib¬
lingen); oben: auseuUatur,; nnter dem bag links: Jan, iaxo 100. Unter dom bug rechts: Sic r.,an*^ expediri
in generali congregadone per me dcecaneeüarium; auf dem bng rechts: Jo. Freudenberger. Rnckseits oben: doce
cofi.,.. per depuiationes; bei den schnören: H. de Baieeop.; links beim bag: Jo. de Duk ... 2630
— dez. 23, Basel Antonias de Bemutiis, dr. decr., des konzils von Basel bestellter richter, teilt den bischöfen von
. Konst, Chor, Basel, Straßbarg und Brixen nsw. und den zehntberechtigten der kirche Schwiz das endarteil mit,
das er in der Streitsache zwischen Nikolaus Behem, kirchherm zu Schwiz, and dem ritter Christof von Silenen (Si-
linon) gefällt hat. Letzterer muß den zehnten dem gen. kirchherm znrückgeben and ihm 23 goldgalden als kosten-
entschädigong bezahlen. — Reg. Kälins nach Or. Schwiz, Kantonsarch. (Urk. Sammlung).—Urteile in der gleichen
Sache d. d. 1434 okt 21 and dez. 14 ebenda. 9631
— dez. 27, Basel. Die synode von Basel ernennt den propst von St Peter zn Basel and die Offiziale von Konstanz
and Basel als konservatoren des klosters Klingental in Kteinbasel zam schätze der carolina. Dat Basilee 6. kal.
iannarii 1434. >Jastis supplicum votis«. — Or. Basel, Staatsarch. (Cling. 1914); nnter dem bag: d. taxe 8. Anf
dem bug rechts: Bertoldus. Rflekseits: Conservatorium super Carolina ea que de botiis; an den siegelschnören:
H. Raiscop and die bemerkung; Per hane litUram depuiantur tres exeeutores qm conserveni priorissam etconventum
in ClgngenUü in rebus et bonis contra inuriam eisdem perpetrantes. H. Baiscop, Darunter A and eine längere, ans-
radierto stelle. Balle an hanf. 9632
1485. Schultheiß and gemeinde von Hirschau, bitten den bischof Friedrich um bestätignng der frnhmeßpfrönde anf
dem St. Urban-, Johannes d. T.- und St Barbaraaltar in der St Ägidienkapelle, einem filial der pfarrkirche auf dem
Wnrmlinger borg, welche sie mit znstimmang des abtes von Kreuzlingen bewidmet haben. Der abt von Kreozlingen
und Friedrich Syfer (?), dr.inris can. and domherr za Konst,siegeln. Im jahr.. 1435.—Abschr. Stuttgart, Staats¬
arch. (Hirschlatt). — vgl folgende nr. 9633
1435 jan. 4. Der generalvikar bischofs Friedrich bestätigt die Stiftung der fröhmeßpfrönde zu Hirschau. — Mohr,
Regesten der Schweiz (Kreozlingen) 2, 5 nr. 312. — vgl vorige nr. 9634
— Jan. 17, Baden i. A. Johann Hönenberg, spitalmeister zu Baden i. A., präsentiert dem bischof Friedrich, dem
erwählten and bestätigten, anf die ständige vikarie der pfarrkirche zn Bohrdorf, welche durch resignation des Jo¬
hann Scherer vakant geworden, den priester Jakob Förster. Dat in opido Baden 17. die mens, iannarii 1435. —
Welti, Urk. Baden s. 478 nach or. Baden, StadtardL; rflekseits: iuravU. 9635
:— Jan. 21. Johann von Tengen, graf za Nellenbnig, hauptmann, and die ritter des St Georgenschildes im Hegan,
nehmen Friedrich von Zollern, erwählten und bestAtig^n za Konst, mit Schlössern, lenten und gfltern in ihre eini-
gong anf. Der bischof soll 4000 heller steuern, dafür genießt er den schätz der ritterschaft ausgenommen gegen
papst kaiser und des bischofs brnder Ital Fritz, graf zn Zollern. Geben off frytag nach s. Anthonien tag 1435. —
— Or. Karlsruhe (5 Gen. 93). — reg. Kopb. 503,404 Karlsruhe. 9636
^— febr. 4, Gaienhofen. Erwählter und bestätigter schreibt an die stadt St Gallen. Es wurde ihm gemeldet
daß etliche fremde lento in das Konst, bistam kamen, die nenerongen einfohren wollten; in dieser abmeht begaben
sie sich nach Stein a. Bb. and von dort nach St Gallen, um das dortige kloster ohne znstimmang des bischofs za
reformieren. Er bittet dies nicht zn gestatten, sondern sie zn dem bischof za senden, da diese lente nicht des klosters,
43 *
340 Friedrich 11. von Zollern, Bischof von Konstanz. 1435.
sondern ihren eigenen nutzen suchten. Dai in Castro nostro Gayenhofen 6. die post pnrif. Marie a. [14]35. —
Ü-B. St Gallen 5, 731 nr. 3852; ygL ebenda sämtliche einschlä^gen nrkanden in dieser interessanten angelegen-
heit— 1434 jnni 22 hatte bereits kaisor Sigmimd der stadt anbefohlen, die vom Basler konzil abgeordneten
lente, abt Eonrad von Obernbnrg n. a., bei der reformation des klosters St Gallen behilflich zu sein, da das kloster
vor langer zeit von der arsprüngUchen Benediktinerregel abgewichen ist (ebenda s. 717 nr. 3820). — Darnach
ging die reformation von dem konzil za Basel ans and wurde auch dort verhandelt (vgl.8.734). — Die endgültige
ordnong erfolgte 1435 okt 15 durch den päpstl. kardinallegaten Julian (ebenda s. 736), und fand 1436 märz 23
seine bestätigung mit einigen Zusätzen durch den Vertreter des Benediktinerordens (ebenda s. 776). 96S7
1435 febr« 9, Basel. Die sjnode von Basel bestimmt, daß in Zukunft irgend eine stadt oder ein kirchlicher ort nur
dann dem interdikt unterworfen sein soll, wenn ein vergehen eines oinwohners oder eines geistlichen des betreffendeo
Ortes festgestellt ist, nicht aber wegen fremder leute schuld. Dat. Basilee 5. id. febr. 1435. — Or. Bapperswil,
Stadtarch. (C. 1. 1. 3.); auf dem bug links: auseuUata eum origincHi cwicordai N, de CivikUecaeidU naiariue.
Rechts: jR! Tanhein. Rückseits: Expedit, pro cotnmunitaie in Rappermilr Cond, dioc, 9638
— febr. 18^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Friedrich gestattet dem ihm von hr.
Ulrich Roschach prior, Johann Tollinger und Thomas von Rotenburg, konveutualen des Earmelitorklosters Ravensburg,
vorgeschlagenen brüdem zu predigen und beicht zu hören unter Vorbehalt der bischöfl. fälle und befiehlt der geist-
lichkeit des bistums, sie nicht daran zu hindern. Außerdem gewährt der aussteller bei gelegenheit ihrer predigt
40 tage ablaß. Dat et act. Coust 1435, die 18. mens, febr., ind. 13. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Ravensburg);
auf dem bug; Mich, Has, Das Siegel des generalvikars trägt (aufgelöst) die Umschrift: Vtcarius in spirituaUbuo
generalie domini Friderici episcopi Constancleneia, 9639
— min 2, Blsehofszell. Erwählter und bestätigter, nimmt von den brüdern Ulrich und Burkhard von Helms*
dorf, Mwie von Ulrich Weiter den halbteil des kommaßes in Bischo&zell, leben des bistums, auf und leiht ihn dem
Rudi Äppli zu B. als träger der stadt um 14 pfd. Konst, pfg. zu einem rechten pfandlehen. Geben zü Bisch, an
mittwuchen n. dem Sonnentag in der vasten Estomichi 1435. — Or. Bischofszell, Stadtarch. (L.V). Rechts auf dem
Umschlag: Wunetcäld, 9640
— mSrz 11 9 .Konstanz. ,Dei et $posi sedis gratia electus confirmatus* der Konst kirche und graf von Zollern
bestätigt gleich seinem Vorgänger Burkhard (von Hewen; vgl. 1391 märz 6) auf bitten des bmders Johannes, ma*
gister generalis des Karmeliterordens, die für die ufohltätor des Ordens auf grund der auf dem generalkapitel zn
Toulouse im jahre 1306 aufgenommenen Statuten errichtete bruderschaft und erteilt allen, welche almosen erteilen,
40 tage, bezw. 1 jahr ablaß. Dat. in monasterio fratmm ordinis Predicatorum Const 1435, die 11. mens, marcii,
ind. 12.(!) sub uostri sigilli appensione.—Or. Stuttgart Staatsarch. (Ravensburg); auf dem bug: Ädmandatum do~
mini Cond, Wunewaldus, 9641
— märz 11. Konrad In der Bünd gen. Rüll d. ä., stadtammann zn Konst, im namen Friedrichs d. erwählten nnd
bestätigten bischofs zu Konst, beurkundet daß vor ihm Klara Ebinger, Konrad Grünenbergers witwe, die 40 fl.
jährlichen zinses, mit 800 fl. Rh. wiederkäufig, die ihr bürgermeistor nnd rat der stadt Konstanz schulden, mit ällaa
rechten an ihre drei muhmen übergeben hat Geben an s. Gregorien abend des hl. babstes 1435. — Or. Konstanz,
Stadtarch. (Nr. 110). 9643
— märz 12/13. Es wird verkündet in den orden an allen drei predigten, daß am nächsten sonntag [män 13]
nach dem imbiß m dem dom predigt sei. Am sonntag predigt der poenitentiar bei den Barfüßern: nach der predigt
verkündet der generalvikar Öffentlich mit besiegelter bulle, »daß die domherren nie in den bann gekommen wären
und daß man ihnen nicht recht getan habec. So endet der Gundelfinger streit [1434 sept. 25] mit einer rechtfer*
tigung des domkapitels. — Schultheiß, Kollcktaneen (FreibDiözesanarch. 10, 347). — 1435 märz 13 »ward
mengklich wider uss dem bann verkündet als von der stöss wegen gen den Chorherren und dem vicarien dem Nit-
hart, lütpriester ze s. Stephan€. Chronicon Constantiense bei Mone, Quellensammlung 1, 337; wörtlich damit über¬
einstimmend die Chronik bei Rapport, Konst Chroniken 183. 9643
— märz 13^ Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Friedrich des erwählten und bestätigten, beurkundet:
zwischen br. Johann Clärer, prior der Karmeliten zu Rottenbarg, einer- und Georg Flöß, priester und helfer des
kirchhorrn zu R., anderseits entstand streit Der prior klagt: der gen. Georg hat öffentlich auf der kanzel beim pre¬
digen gesagt, daß die beim Karmeliterkloster ohne erlaubnis des leutpriesters begrabenen, auch wenn sie daselbst
ihr begräbnis gewählt haben, nicht kanonisch begraben seien und daß ihnen die gebete der kirche nicht zu gute
kommen; dadurch ist das kloster geschädigt worden. Georg dagegen klagt: der gen. prior habe ihn vor dem dekan,
dem klerus und dem rate der stadt in üblen ruf gebracht, indem er sagte, er (Georg) habe auf der kanzel eine hä-
rosio gepredigt nnd er sei ein häretiker nnd er wolle dies auch beweisen. Der aussteller verhört die beiden, dabei stellt
sich heraus: Georg behauptete bloß, daß leutpriestor und kleriker der pfarrkirche R.nicht verpflichtet seien, für die
Friedrich fl. von Zollern, Bischof von Konstanz. 1435. 841
boini Kamielitorkloster begrabenen, sofern sie das begräbnis dort nicht gewählt hätten, die gebete, jahrzoiten nnd
messen in gleicher weise zu feiern, wie fdr die bei der pfarrkirche begrabenen und daß solche kein kanonisches be-
gräbnis haben; der prior sagte dagegen bloß, der gen. Georg habe auf der kanzel eine häresie und irrtom gepredigt,
aber nicht er sei selbst ein häretiker nnd er wolle dies auch beweisen. Die beiden parteien yertragen sich gütlich und
werden verpflichtet, den wahren Wortlaut ihrer reden, wie oben, bekannt zu madien. Dat Consi 1435, mens, marcii
die 13, ind. 13.—Or. Stuttgart, Staatsarch. (Rottenbnrg, Kann.); auf dem bug: Wigmidua: rnckseits oben: Frewis.
9644
1485 inffrz 15^ Basel. Die synode zu Basel erteilt dem abt Paul dos klosters 8i Trudpert auf lebenszeit die er-
laubnis, an festtagen bei der hl. messe der mitra und bei den prozessionen der inful sich zu bedienen, pallas
quoque altarium, kelche, kleider und geföße zu weihen. Dat. Basilee id. martii 1435. — Or. Karlsruhe (l5/3); auf
dem bug: B. Tanhein. — reg. ZGOBb. 30,388. 9645
— mSrz 29^ Basel. Johann, bischof von Lübeck (Lubicen.), von der sjnode zu Basel bestellter exekutor, schreibt
an den abt von Tennenbach, superior des klosters Günterstal: die sjnode von Konstanz hat ihm neulich durch einen
eUboten folgende bittschrift überbringen lassen. Konrad Herre, laie Konst, diözese, familiäre kaiser Sigmunds,
triigt der sjnode vor: er hat den grafen Konrad von Tübingen und Konrad Snewelin von Landeck vor dem kaiserl.
gericht in Rotweil wegen geldschuld in die acht erklären (vulgariter vor achtet) und von dem Konstanzer offizial
exkommunizieren lassen, um deren urteilssprüche der beklagte sich nicht kümmert, obwohl ein laie einen andern
auch in rein weltlichen dingen vor das geistliche gericht zitieren kann. Der offizial und später auch der kaiser
übergab die angelegenheit der stadt Basel, welche die vorhergehenden Sentenzen zu recht erklärten. Er bittet mit
der ausführung des Basler urteilsspruches den Johann, bischof von Lübeck, den gesandten kaiser Sigmunds, zu be¬
auftragen. Die bittschrift war signiert: ,aodiat idem dominus episcopus Lubicen. et constito sibi summarie de as-
sertis exequatur sub consuris occlesiasticis, si et prout de iure, et iusticiam faciai* Darauf hin ist der gen. exekutor
gegen Konrad von Tübingen und Konrad Snewelin von Landeck, der inzwischen verstorben ist, vorg^angen. Es
erscheint nunmehr Heinrich Engelfrjt, prokurator der äbtissin und des klosters Günterstal, und trägt vor: während
des Prozesses sei der gen. Konrad von Landcck als exkommunizierter gestorben nnd bei ihnen begraben worden. Sie
bitten um absolntion von der exkommunikation, die sie sich dadurch etwa zugezogen. Der aussteiler beauftragt den
adressaten mit der ausführung. Dat. et act. Basilee .. 1435, ind. 13., die martii 29. — Notariatsinstrument des
Werner Kehr alias Schür: Karlsruhe (23/3).—reg.ZGORh. 39 m242 nach or. Günterstal, Pfarrarch.—erw. Freib-
Diüzesanarch. 5,161 anm. 9646
— april !• Rudolf Kaufmann erwählter abt, Johann Bitterkrut prior und der konvent von Engelberg legen
Friedrich dem erwählten und bestätigten von Konstanz die Wahlakten vor und bitten durch gen. abgesandte nnd pro-
knratoren um besiätigung der wähl des abtes. Acta sunt hec in monasterio nostro prelibato.. 1435, die veneris 1. mens,
apr... zeugen: Johann Räber, kirchherr von Art und dekan des dekanats Luzern, Konrad Brunner, kirchherr in
Stein, und Konrad Tischer, sündiger vikar in Buochs.—Notariatsinstmment des Johann Fietz, kleriker des Konst,
bistums und kaiserL notar: Engelberg, Stiftsarch. (J.). 9647
— april 4, Eßlingen. Die stadt Eßlingen schreibt an den Konst offizial: Barbara Bäumler und deren ehemann
Sjbold, Eßlinger bürger, erklären, daß sie sich in der pfarrkircho zu Eßlingen verheiratet haben und einige zeit
beieinander wohnten. Die Barbara sagt, daß ihr mann impotent ist (nit mugent sj) und sie noch Jungfrau sei und
begehrt ehescheidung. Die anssteiler weisen dieselbe an das geistliche gericht nnd bitten, ihnen recht widerfahren
zu lassen. Geben an dem mentag ze nächst nach dem sonntag Jndica in der vasten 1435. — Eßlingen, Stadtarch.
(Missivenbuch 1200). ’ 9648
— april 8, Basel. Julian, kardinallegat, gibt dem abt des St. Mathiasklosters bei Trier Vollmacht, bürger von
8t Gallen und Appenzell in all den fällen absolvieren zu künnen, welche einem legatns a latere zukommen. Dat
Basilee die 8. mens. apr. 1435, ind. 13., pontif. Eugenii pape FT. a. 5.—U-B. St Gallen 5,741 nr. 3855. 9649
— april 16^ Basel. Julian, kardinallegat in Deutschland, bevollmächtigt den abt des Si Matthiasklosters bei
Trier, den bürgern der stadt St. Gallen die Stiftung einer frühmesso in der St Laurentiuspfairkirche daselbst zu ge¬
statten. Dat. Basilee die 16. apr. 1435, pontif. Eugenii pape IT. a. 5. — Urkb. St Gallen 5,742 nr. 3858. 9650
— april 21« Die stadt Eßlingen schreibt an den bischof: unser bürger Hermann Hipp ist wegen einer geldschuld
von Otto Hajd von IJlm nach Konst, geladen. Da personen und Sache weltlich sind, Ütten wir, daß die angelegen¬
heit vor dem Stadtgericht verhandelt werde. Geben am nächsten donrstag nauch dem hl. ostertag 1435. — Eßlingen,
Stadtarch. (Missivenbuch I 212). 9651
— april 23. Heinrich von Randegg, dompropst zu Konst, verkauft an Jerg Ludwig, bürger zu Colmar, das Rot-
laubholz unterhalb Häusern i. E. auf 8 Jahre um 65 Rh. fl. Geben uff s. Jergen tag des hl. matrers 1435. — Or.
Karlsruhe (5 Häusern). 9652
342 Friedrieli ü. you Zollern, Bischof von Konstanz. 1435.
i4S5 $piil 25, Instanz. Der goneralvikar in spir. des erwählten nnd bestätigten Friedrich vidimiert auf ersuchen
der Stadt Zürich nachstehende urkunde, beglaubigt sie und befiehlt deren yerknndigung: 1435 febr. 25, Basel.
Julian, kardinaldiakon tit s. Angeli, apost^ legat in Deutschland, schreibt an den bürgermeister nnd den rat der
Stadt Zürich und gestattet ihnen, daß sie in Zürich, der grafschaft Kiburg, in Grüniugen, Regensperg und im
Züricbgau, sowie in der herrscbaft Andelfingen den zum tode yerurteilten reumütigen yerbrechem 3 tage yor deren
tode durch die ortsgeistlichkeit das hl. altarssakrament reichen und dann kirchlich beerdigen dürfen. Dat Basilee
die 25. febr. 1435, ind. 13., pontif. Eugenii IV. a. 4. (Or. Zürich, Staatsarch. (CI 52); auf dem bug rechts:
H. Tanhein), Dat. et aci Consi 1435, mens. apr. die 25., ind. 13. — Or. Zürich, Staatsarch^ (CI 53). Auf dem
bug: Wigandua; unter dem hng: R. 1 fl, Bück^its: Frawia, 9653
— april 27^ Gottlieben* Belehnt den Heinrich Ehinger, yor Zeiten stadtammann zu Konst, mit der feste
Güttingen, der feste Moosbuig samt zubehür nnd der yogtei in dem dorf Güttingen. Geben zu Gottlieben im mitt-
woch(?) yor dem meyen(?) tag 1435. — Kopb. 1767, 106^ Karlsruhe (datum unsicher). 9654
— mai 2, Florenz. Papst Engen IV. an den kustos yon St Johann zu Konst >Ea qne de bonis«-balIe für
St GaUen. Dat Florentie 1435, 6. non. maii, a. 5. »Ad andienciam«.—U-B. St Gallen 5, 743 nr. 3860. 9655
— mai 4* Als erwählter und yom papst Eugen 17. bestätigter bischof nnd graf zu Zollern yerspricht der bürger-
schaft yon Konstanz aufrechterhaltung nnd beobachtung ihrer hergebrachten freiheiten, kaiserlichen priyilegien
nnd des herkommens zwischen bischof und gemeinde wie seine Vorfahren [ygl. 1413 märz 21]. Zeugen: Johann
graf yon Lupfen, landgraf zu Stühlingen und herr zuHohenack, des bischofs oheim, Heinrich yonHewen, dekan des
hohen stiftes zu Straßbuig, Johann Lutin, dokau das stiftes zu Konstanz, edler Kaspar yon Klingenberg, des bischofs
oheim. Beschah und geben der nächsten mittwochen nach des halligen crutzes tag als es fanden ward 1435.— Or.
Karlsruhe (5 Konst. Gemeinden); auf dem hug: per H. Marschalk öl, Kraft prothonotarium; anhäugondes bischofs¬
siegel sehr gut erhalten: Sigillum Friderici episcopi Constanciensis et comitis de Zolr. — Kopb. Abgeschriften
foL 44^ Konstanz. — ausz. Marmor, Urkk.-ausz. (2) 67. — Buppert, Konst Chroniken 327, 185 anm. — erw.
Schultheiß, Bistumschronik (FreibDiÜzesanarch. 8, 57). 9656
— mti If Konstanz. Der offizial des Konst hofes bestätigt einen entscheid, welchen die äbte yon Ochsenhausen und Rot in
einem streit zwischen Johann, abt yon Weingarten, einer- und Johann, abt der Weißenau, anderseits wegen zehnten
yor dem Kästlistor zu Bayensburg gefällt hatten. Dat et act Const 1435, mens, maii die 7., ind. 13. — Or.
Stuttgart Staatsarch. (Weissenau); auf dem bug: IVigandus, Rückseits oben: Jo, Reselh 9857
— mni 12« Schadloshaltung Friedrichs, erwählten nnd bestätigten zu Konst., gegen graf Johann yon Lupfen,
Ittel Fritz, graf zu Zollern, des bischofs bruder, graf Wilhelm yon Montfort herr zu Tettnang, graf Johann yon
Tengen, herr zu Nellenburg, Rudolf yon Rimstein, froiherr zu Gilgenberg, Kaspar von Klingenberg, Heinrich yon
Bandegg, Konrad yon Schellenberg, Thüring yon Hallwil, Hans yon Bodman, iübrecht yon Homburg und Wilhelm
yon Friedingen, welche bürgen und mitgälten für den bischof geworden wegen 1200 fi. leibgeding, welches letzterer
seinem yorgäng^r Otto yon Hachberg auf befehl Engen 17. auszahlen mußte. — reg. Geschichte der Freiherren yon
Bodman nr. 1641, nach Lupfische Akten 5,657 im Klosterarch. Einsiedeln. 965S
— mal 23^ Basel. Die synode yon Basel bestellt als konseryatoren des klostors Tennenbach die äbte yon Münstor,
St Peter und St Trudpert. Dat Basilee 10. kaL iunii 1435. ,Ad compescendos conatns*. — Or. Karlsruhe (24/3);
unter dem bug links: Ma, taxe 36. Auf dem bug links: pro xä ,,,\ rechts: H, Tafümn, Rückseits R, 9^9
— mai 27« Aigelward yon Falkenstein präsentiert dem bischof Friedrich bezw. dessen generalyikar in spir. auf die
pfarrei Oberschwenningen, welche durch yerzicht des priesters Johann Widmar yakant geworden, den Johann Camer-
. berger yon Heching^n, priester; da er kein eigenes Siegel hat siegelt für ihn edelknecht Johann yon Bürberg. Dat
1435, die yero yeneris, qne feit et est 27. mens, maii, ind. 13. — Or. Stuttgart Staatsarch. (Rottweil). — Kopb.
1235,84 Karlsruhe. 9660
— mai 30 bis Juni 1. Synode zu Konstanz. — Schultheiß, Kollektaneen l, 137 berichtet allein den anlafi:
1435 beschloß das konzil yon Basel, daß die bischüfe alle 3 Jahre eine synode halten sollten. Die erzbischüfo haben
die pfiieht, ihre suffragane dazu anzuhalten. Demgemäß yerkündet der erzbischof von Mainz dom bischof yon Kon¬
stanz, wie er sich halten soll. Darauf gebietet der bischof allen weit- nnd ordonsgeistlichen auf mai 30 (montag vor in-
gendem brachot) in das muaster nach Konstanz zu kommen und zwar morgens »uff die sechsten stund« [Zeit der Seit].
Alle kommen. Es wird das hl. geistamt gehalten. Der generalyikar hält eine lateinische predigt darauf folgt die
yerkündigung der Statuten. Gleicherweise handelt man am dienstag (31. mai); am mittwoch (l Juni) sollte die
g^istlichkeit antwort g^ben. Sie kamen abermals »uff die sechsten stund« in das mfinster, es ist amt nnd predigt
nnd nach der predigt gaben sie ihre antwort Darauf ist prozession zu den Augustinern nnd St. Paul; nur dio hälfte
geht mit, da sie nicht alle Chorhemden hatten, und waren da fremde diese: 26 äbte, 6 prüpste, 40halbechorherrou
Friedrich II. Ton Zollern, Bischof von Konstanz. 14B5. 34 B
niid 260 piiestcr» die fremd waren. Hinter diesen gingen fremde und einlieimiscbe Ghorherren gegen 24, darauf
der bischof und sein weihbischof, hinter diesen des bischofs vikari meister Kaspar und sein offizial und meister Ni-
kolans von Gnndolfingcn. Damals ward geredet, daß im bistam w&ron 17 060 priester, 1700 Pfarrkirchen und
350 kldster, »und wenn ain mark gäbe 3 heller in dem bistam von pfaffen und gaistlichen, so gefiel 16000 goldin.
Also lait si der erwirdig herr an nmb don zwaintzigosten pfenning, soll machen 15000 heller. Also er das er wohl
4000 ß' in bracht, do starb or und worden die pfaffen wider ledig«. — Chronicon Constanticnse bei Mono, Quellen-
Sammlung 1, 338. — Damit wörtlich übereinstimmend Handschrift A und Dächer bei Buppert, Konstanzer Chro¬
niken 185 und Eonstanzer varia nr. 7. — Schultheiß, Bistomschronik (FreibDiözesanarch. 8, 57. 58). — Bei der
Schatzung der pfarreien wurde der ,Liber decimationis de anno 1275* als autentisch erklärt (vgl. FreibDiözesanarch.
1911 8. 337 anm.). — Bucelin, Constantia Bhenana 320. — Zeiller, Topographia Sneviae (im anhang).— Moser,
Staatsrecht des hochstifts Konstanz 115. 9661
1435 niai 30^1. Friedrich, d. g. und des apost. Stuhles gn. erwählter und bestätigter, erläßt synodalstatnten,
welche auf don Statuten seiner Vorgänger Budolf [von Montfort], Heinrich [von Brandis], Burkhard [von Hewen],
Marquard [v. Bandegg] und des bischofs Otto [von Hachberg] beruhen, im besitze eines jeden dekans sein mflssen
und zweimal des jahros zu verkünden sind. Neu aufgenommen gegenüber den Vorgängern sind: bestimmungen fiber^
die richter, das verbot eines seidenen soperpelliciums, verweisen des investiturbriefes bei benefizienbesetzung, be-*
Stimmung über Zulassung der priestersöhne zu benefizien, verbot auf der kanzel gegen einander zu predigen, föhrung
von taufbuchem zur besseren feststellung der ehehindernisse, schärfere bestimmung über die kleidung und tracht der
kleriker, aufnahme der bestimmungen des konzils von Basel gegen konkubinarier, genügende Zuweisung der kongrua
bei inkorporationen, bestimmungen gegen pfründenkumulation, gegen abgefallene religiösen, welche umherschweifen,
gegen die ,Lulharden und Begutten*, bestimmungen des konzils von Basel über die einbaltung des Interdikts. — Der
Wortlaut zeugt von großem sittlichen ernste. Zn anfang sind die bestimmungen des provinzialkonzils von Mainz,
welches unter Konrad, erzbischof von Mainz, [1423] abgehalten worden war, als zu recht bestehend gut geheißen
und in eigenem hefte den Eonstanzer Synodalstatuten beigefugt. Zum Schlüsse lädt der bischof die geistlichkeit auf
Sonntag Cantate 1436 (viusimo statt friceatV/to [mai 6] zu einer neuen synode nach Konstanz. Pnblicata fuemnt pre-
sencia statuta in sessione secunda synodi episcopalis per reverendum in Christo patrem et dominum d. Fridericum
electum confirmatum ecclesie Const. illius presidentem in loco sessionis einsdem videlicet in ecclesla cathedrali Const.
diebus tribus successive puta lune, martis et mercurii post dominicam Exaudi proiimis 1435, ind. 13. — Ein
autentisches, vom dekan benütztes ezemplar: Aarau, Staatsarch. (Zurzach 189). — Ebenso erhalten (ohne schloß
und datum) in Augsburg, Stadtbibi. Hs. fol. 88 bl. 166-178^ — Karlsruhe (6 Gen. 14). — vgl. Brehm in Diö-
zesanarcii. Schwaben 1904, 22; 1905,45-48. 60;64; 1906,91. 9662
— jani 7« Johann, bischof von Cäsarea, generalvikar in pontif. bischofs Friedrich, weiht an gen. tage den hoch-
altar und zwei nebenaltäre der kirche in Weggis, legt den weihetag des hochaltars auf sonntag nach fronleichnam,
den der nebenaltäre in die oktav nach ostem und erteilt 40 tage ablaß. — reg. Luzern, Staatsarch. nach or. Weggis,
Gemeinde- und Pfarrarch. nr. 7. 9668
— jnni 14. Johann Besch, decr. dr., offizial des Konstanzer hofes, teilt dem bischof von Konstanz, dem general¬
vikar und offizial, sowie dem kapital von Embrach und Schönenwerd nachfolgende bulle mit: 1431 april 25, Born.
‘ Papst Eugen lY. an den offizial von Konst Er soll dem Jükann App, scolaris Const dioc., dispens erteilen vom de-
' fectus natalinm de presby tero genitus et soluta und reserviert ihm ein kanonikat zu Embrach und eine pfründe, die zur
kollatur des Stiftes St Leodegar zu Schönenwerd gehört Dat Borne apuds. Petrum 1431, 7.kaLmaii, a. 1. ,Dignum
* arbitramur*. — Dat Const 1435, ind. 13., die vero martis 14. mens, iunii; zeugen: Heinrich Lanz, Chorherr von
St Cyriak in Wisensteig, und Theodorich Kolb, kleriker der Konstanzer diözese.—Notariatsinstmment des Johann
Sporer, Basler bistums kleriker, Zürich, Staatsarch. (Antiqu. Gesellschaft). 9664
— Jani 17) Eßlingen. Die stadt Eßlingen schreibt an dekan und domkapitel zu Konst: Truchlieb Ungelter, unser
bürgermeister, hat. einen sohn gen. Petrus zu Padua (?) (ze Badowe), der jetzt baccalar im geistL recht ist
und gern mit einer pfründe im bistum Konst versehen wäre; bitte, ihm eine pfründe zu verschaffen. Geben
an dem frytag ze nächst nach n. herren fronlichams tag 1435. — Eßlingen, Stadtarch. (Missivenbuch I 251).
9665
— jani 17) Konstanz. Der generalvikar in spir. 'des erwählten und bestätigten Friedrich gibt ein vidimus der ur¬
kunde 1395 juli 22 auf bitten des Leonhard Burg, Sachwalter des kaplans und der fabrikpfleger von Grosselfingen.
Dat et act. Const in iudicio 1435, die vero sabbati 17. mens, iunii, ind. 13. — Or. Sigmariogen, Domänenarch.;
auf dem bug: nomine Wigandi Johannes ap.... hoc de mandato domini gratis; rückseits oben: Frowis, 9666
— Jani 18) Konstanz. Erwählter, bestätigter zu Konst und graf zu Zollern, belehnt den Friedrich von Enzberg
d. ä. mit der feste Brunnen und der stadt Mühlheim a. D. Geben zu Const an sambstag nach n. 1. herren fronlich-
nams'tag 1435. — Abschr. (19. jh.) Sigmaringen, fürsü. Hausäreb. (Sigmaringen). 9667
344 Friedricli tl. Ton Zollern, Bischof TOn Konstanz. l4d&.
1435YOr j ani 23^ Konstanz. Heinrich von Bandegg, dompropst zn Konst, bearknndet, daß jeder domherr Ton den einkünf-
ten der dompropstel 13 mnt kernen Konst. maOes, Konst mnnze, 200 gedorrte gangfische nnd 14 herbsthfihner,
diejenigen aber, welche bischofspfründon innehaben and ebenso der dekan and kantor noch malter haber (das
geld aaf mittfasten oder davor, das andere zwischen Martini and Lichtmeßtag) erhalten sollten, wie es auf der Ufel
der dompropstel aofgezeiebnet sei. Da die güter der dompropstei durch den Appenzeller krieg schwer gelitten haben,
ließen die domherren dem Ulrich Blarer, seinem Vorgänger in der dompropstei, an der hohe der aaszahlang etwas
nach. Da nnnmehr der friede eingekehrt ist and die guter wieder bebaut werden können, soll diese vergfinstigang
anfhOren und der dompropst wie zuvor dio vollen bezöge anszahlen. Er setzt als Unterpfand dafSr die 1391 juni 6
genannten guter, gibt nähere bestimmungen für den pfleger, der die bezöge auszubezahlen hat and verpfiiehtet sich
die Statuten des kapitels einznhalten. Geben ze Cosi an dem hailigen abend sant Johansen Baptisten [jahr fehlt].
— Or.Karlsruhe (5 Gen. 72). — vgl. 1399 sept. 21. Heinrich von B. ist als dompropst noch bezeugt 1435 april 23;
vgl. folgende nr. 96^
— jnni 24« Heinrich von Hewen, dompropst zn Konst, beurkundet: er ist durch die besondere gnnst seines
Vorfahren im amte, des Heinrich von Bandegg, an die dompropstei gekommen, vom papste bestätigt und darnach
vom kapitel angenommen worden. Er verpfiiehtet sich darum gegenüber dekan und kapitel in ähnlicher weise wie
Heinrich von Bandegg [vgl. obige nr.]. Geben am 24. tag des brachmonats 1435. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 72).
966»
— juni 26^ Harkdorf. Erwählter, bestätigter zn Konst nnd graf von Zollern belehnt den Wilhelm von Paigem,
Frickens sei. sohn, mit dem halben zehnten zn Biedheim (Bietthain), welcher dem hochstift gehört. Geben zu March*
dorff an Sonnentag vor s. Peters nnd Pauls tag 1435. — Or. Karlsruhe (2/62); auf dem bog rechts [schreiber]
Wunnewald(f), Böckseits spuren eines roten siegeis. — reg. Förstenberger Ü-B. 6, 430 nr. 260 note la. 9670
— juni 27^ Florenz. Papst Engen lY. an den bischof von Konstanz: als abt Jodokus des Benediktinerklosters
(Mehreran) in Bregenz auf seine würde verzieht habe — sein verzieht sei von bischof Otto bestätigt worden —,
hätten die freunde des dortigen mönches Andreas und dieser selbst der gräfin Elisabeth von Montfort, herrin von
Bregenz, 200 rhein. gülden gezahlt, um zu hindern, daß sie die etwaige besitzergreifung durch den zum abt zu er*
hebenden mönch Andreas störe. Dieser sei darauf ohne Währung der form zum abt gewählt, vom diözesanbischof bene*
diziert worden und habe zweijahre hindurch sein amt verwaltet. Mit rücksicht auf seine Verdienste and eigenschaften
reinigt ihn der papst vom makel der inhabilität, befiehlt dem bischof, den Andreas kraft päpstlicher Vollmacht und
nach aaflegung entsprechender baße von der schuld der Simonie und etwaigen kirchenstrafen zu befreien, ihn zun
rechtmäßigen abt des klosters, dessen jährliche einkünfte 150 m. s. nicht übersteigen, zu bestellen, sowie den kon*
vent und' die Vasallen zum gehorsam anzuhalten. Andreas soU endlich dem papste nach einliegender formet den
treueid leisten, der bischof den wortlaat des abgelegten eides unter seinem Siegel an den papst berichten. Dat. Ro*
rencie 1435, 5. kal. iulii, a. 5. — Or. Vorarlberg. Museum in Bregenz. — reg. Bechenschaftsbericht des Yorarl*
bergef Museums 1878,49. 9671
•— Juli 4, Beichenau. Friedrich von Wartenberg, abt der Beichenau, teilt Friedrich erwähltem und bestätigtem
von Konsi bezw. dessen generalvikar die urkunde des kardinallegaten Julian d. d. 1434 mal 25 mit, Vereinigung
der kirche Wangen mit Betmaringen betr. Dat et act. in monasterio nostro 1435, ind. 13., pontil Eugenii pape lY.
a. 5., die 4. mens, iulii. — Notariatsinstrument des Hermann Haslach, klerikers Konst, bistums: Or. Karlsruhe
(Si Blasien). 9678
— Juli 6^ Florenz. Papst Eugen lY. an den propst von Jung-Si Peter zu Straßbarg. Der papst hat Friedrich,
damals domherm zu Straßbarg, mit dem bistum Konst, providiert. Derselbe trog vor, daß Straßburger domherren,
auch wenn sie zu bischöfen gewählt wurden, ihre pfrönden beibehielten, weshalb auch er um diese veigünstignng
nachsuchie. Der papst hat daraufhin den adressaten mit der Untersuchung und gewährung der bitte Friedrichs be¬
auftragt Die einkönfte der pfründo betragen nicht mehr als 6 m. s. Friedrich hat inzwischen von dem bistum be*
sitz ergriffen, aber noch nicht die bischofsweihe empfangen und gebeten, die klosterlehen, welche die Straß*
burger domherren innezuhaben pfiegen, im betrage von 60 m. s. ebenfalls beibehalten zu dürfen, um bischof Otto
die Pension von 1300 Konst zaMen zu können. Der papst beauftragt den adressaten mit der bestätigung.
Dat Florencie 1435, pridie non. iulii, a. 5. — Mod. absebr. (Beg. Lat 329, 182^ Born). — vgL 1434 nov. 1.
9678
— jull 8, bürg Oottlieben. Gibt der geistlichkoit im distrikte von Luzern dio erlaubnis, gegen geistlich«,
welche sich schwerer verbrechen schuldig machen, mit strafen Vorgehen zu können. Dat in Castro nro. Qottlieben
1435, mens, iulii die 8., ind. 13. — Or. Luzern, Staatsarch. (Gebtl. Freiheiten 104). — vgL Segesser 2, 746.
9674
— Juli 10^ Konstanz. Der generalvikar in spir. Friedrichs des erwählten und bestätigten bestätigt mittelst transfiz
die Stiftung und bewidmung einer frühmeßpfründe auf dom Mattergottesaltar zu Denkiugen durch Heinrich Benz,
Friedrich tl. von Zollern, Bischof von Itoiistanz. 1435. 345
meister der freien kdnsto und hirchhorr zaDenhingcn, d. d. 1435 (ohne tag). Pflichten nnd einkommen des kaplans
sind angegeben. Dat. Const. 1435» mens, iolii die 10.» ind. 13. — Abschr. (17. jh.) Roitenbnrg» Ordinariat. —
Abschr. Denkingen» Pfarrregistratar. 9675
1485 jali 18, Konstanz. Vor dem offlzial des Konst, bofes erscheint Gebhard App» Sachwalter des erwählten nnd
bestätigten Friedrich» nnd weist ein buch vor »librum sivo registrnni antiqunm pergamenu conscriptnm» in qno libro
sive registro singnle ecclesio diocesis Consi qnartales et non qnärtales conscrihnntnr» dcscribnntnr et annotantorc.
Anläßlich eines Streites des bischofs mit laien betr. zehnten der kirche zn 'Steinmaar bittet der Sachwalter ans
diesem rogister einen eintrag anf folio 118 erste zeile abznschreiben» der lantet: »In archidiaconatn Zarchgaye in
decanatn Lengnang ecclesia Stainimnr est qnartalis com decimis laicalibnsc. Dat. et act. (1435, ind. 13.» die yero
sabbati 13. inlii» pontif. Engenii pape IV. a. 5. in ambitn occlesie Const.). Zengen: Kikolans Schot» Ulrich Banmann
and Johann Gloß» proknratoren des Konst, hofes. — Kopb. Y s. 172 Konstanz» Stadtarch. 9676
— JqH 16) Gotilieben. Belehnt den Ital Hnmpißd.j. zaRavensbarg mit dem groß- nnd kleinzehnten zn Lieben¬
hofen. Geben zn Gottlieben an sambstag nächst nach s. Margrothen tag 1435. — Or. Stattgart» Staatsarch. (Weis*
senan); anf dom bng: Wunewdldua, 9677
— Juli 17) Florenz. Papst Engen IV. an Friedrich den erwählten von Konsi Der adressat hat sich gleich bei seiner
erhebnng anf den bischofsstahl yorgenommen» stadt nnd bistnm so bald als möglich zn reformieren. Da nnn einige
kleriker nnd priester kirchlichen strafen nnterworfon sind» gibt der papst dem adressaten die yollmacht» den klems
yon diesen strafen nach anferlegnng yon entsprechenden haßen zn absolyieren. Dat. Florencie 1435» 16. kal. ang.»
a. 5. — Mod. abschr. (Reg. Vat. 373» 236» Rom). 9678
— Juli 19) Florenz. Papst Engen IV. beanftragt den Friedrich, erwählten yon Konst.» mit der reformation des
Benediktineiinnenklosters Hofen (Offen) anßerhalb der stadt Bnchom (Bneoma)» das dnreh nachlässigkeit der obem
so hernntergekommen ist» daß wegen banfälligkeit der gebände yiele jahre nicht mehr als eine klosterfran» znr zeit
aber keine im kloster wohnt. Dai Florencie (1435) 14. kal. ang. (a. 5). — Mod. abschr. (Reg. Vat 373» 239^;
370» 264 Rom). — Hs. 1171 Karlsmhe. 9679
— Juli 21, Papst Engen IV. an Johann» erzb. yon Tarent: Friedrich» der erwählte yon Konst.» hat yorgetragen:
er ist yor einem jahr in den besitz des bistnms gekommen» hat aber dasselbe so yerschnldet gefnnden» daß er allein
den anforderungen nicht gerecht werden kann. Der klens hat sich dämm freiwillig angeboten, den 20. als snb-
sidinm zn entrichten. Da aber nnr wenige kirchen der Konst, kirche nnterstehen» sondern znm großen teil klOstera
inkorporiert sind» befiehlt der papst, daß alle kirchen» anch die der Cisterzienser» Prämonstratenser, Johanniter and
Dentschherren dieses snbsidinm leisten nnd beanftragt den adressaten mit der nntersnehnng nnd ansführang. Dat.
(1435) 12. kal. ang. (a. 5). — Mod. abschr. (Reg. Vat, 373» 240^ Rom). — ygl. 1435 nov. 22. 9680
.— Juli 28. Ansführang einer »Ea qne de bonisc-bnlle für kloster Reichenau yon Engen IV. d. d. Rom 1433
jnni 20 (12. kal. inlii) durch Nikolaus Marschall» thesanrar yon St. Johann zn Konst — An dieser ansfähmngs-
nrknnde kann man die bedentnng der bnlle gut erkennen. — Or. Karlsmhe (5 Reichenan). 9681
— Juli 28. Für den nenlich erwählten bischof yon Konst wird in der sitznng des Basler konzils als yertreter yer-
eidigt und zngelassen mag. Georg. — Haller, Conc. Bas. 3» 451. 9682
— Juli 26) Kreuzlingen. Erwählter und bestätigter» leiht an Ulrich Zalg» sohn des weit Hans Zalg» das yon
seinem yater ererbte »zehendlic zu StainibaeJi, Geben zn Crützl. off zinstag nach s. Jacobs tag 1435. — Or.
Lindau» Spitalarch. 9688
— Juli 26. Johann Swend» ritter nnd yogt zn Kibnrg als »gemein man*» Johann Swend d. ä.» Heinrich Üsikon»
Johann Brnnner d. ä. nnd Johann Wüst» bürger nnd des rates zn Zürich» als schiedslente entscheiden einen streit
zwischen bischof Friedrich» erwähltem nnd bestätigtem» einer- nnd Walter nnd Martin yon Landenberg-Greifensee,
yettem» anderseits wegen der qnart der kirche zn Steinmanr» welche schon hischof Otto um 350 fl. Rh. yon den
Landenberg lüsen wollte. Geben nff zinstag nach s. Jacobs tag des hl. appostels 1435. — Or. Zürich» Staatsarch.
(CU 6 nr. 471). — ausz. Kopb. 503,283 Karlsruhe. — vgl. folgende nr. nnd 1435 juli 13. 9684
— Jnli 26. Johann Swend» ritter» yogt zn Kibnrg» gemein mann» Johann Swend d. ä.» Heinrich Üsikon» Johann
Brnnner d. ä. nnd Johann Wüst» bürger nnd des rates zu Zürich» entscheiden unter anfhebnng des 1433 sept. 15
gefällten nrteilssprnches in der Streitsache zwischen Friedrich» erwählten nnd bestätigten zn Konst, einer- nnd
Walter and Martin von Landenberg-Greifensee anderseits wegen der qnart der kirche zn Steinmanr näherhin» welche
zehnten dem bischof qnartpflichtig sind. Geben nff zinstag nach s. Jacobs tag des hl. appostels 1435. — Or. Zürich»
Staatsarch. (CIV 5 Steinmanr). — Kopb. AA» 107 Freibarg» Erzbisch. Arch. — reg. ArchSchwG. 2,105 nr. 280.
:— ygl. vorige nr. . 9685
dflr BiachSr# Toa Koaitaaz. HI.
44
846 rriedricli 11. yon Zollerii, Bischof von ttoustanz. 1435.
1435 jali 27, KoDstanz. Der generalfikar in spir. des erwählten nnd bestätigten bischofs Friedrich bestätigt die
Stiftung and bewidmnng eines altars der j. Maria in der pfarrkirche St. Laurenzen zu St. Gallen. Dat et act. Consi
1435, die 27. mens, iulii, ind. 13. — Eopb. St. Laarenzen bl. 4^ Stadtarcb. St Gallen. %86
— ang. 3, Konstanz. Erwählter und bestätigter, leibt an Ttal Hnmpiß za Bavensbarg als leben des hocbstifts
zwei böfe und die mfible zu Bingenhausen, ferner den kirchensatz und den kelnhof zu Kappel bei Markdorf. Geben
zu Cost an mitwoeben vor s. Oscbwalds tag 1435. — Hnmpißiscbes Eopb. in Eglofs. — reg. ZGOBb. 32,
ll5nr. 4ß. 9687
— ang. 9. Abt Eglolf von St Gallen bestätigt mit vorwissen und ganst des generalvikars zu Eonst die Stiftung
einer frühmesse in der Liebffauenkirebe zu Bemang auf bitte des meisters Hans Ton Gundelfingen, leutpriesters zu
Bernang, und des ammanns Budolf Falk daselbst namens der bfirgersebaft. Stüter ist die »gemeine bursame zuo
Bemang«; gestiftet war die frnbmesse auf dem altar, der St Maria Magdalena, Marta nnd Margaret geweiht war.
Die pfrflnde soll auf bitten der leutpriester und der bfirgersebaft vom abte einem ehrsamen priester yerlieben
werden, der selbst aof der pfrfinde sitzt und ffinf tage in der woebe messe liest EOnnen der leutpriester und die
nnderthanen sieh niebt auf einen Vorschlag einigen, so mag der abt ans den zweien einen auswählen oder ihnen
einen dritten priester präsentieren. Der frfihmesser soll an den drei hoebzeiten Weihnachten, ostera nnd pfingsten,
an allen ffauentagen, an allen aposteltagen, an S. Johannis des Täofers tag, an allerbeiligen, allerseelen nnd an
allen Sonntagen messe haben, wenn es einem leutpriester »eben and gefällig ist«. Geben an s. Lorenzen abend des
bl. martyrers 1435. — Ü-B. St Gallen ß, 748 nr. 3872 nach Kopie Stiftsarch. 9688
— ang. 13^ Basel Mareas de Franchis, licentiat in decr., als von der synode in Basel bestellter richter, urkundet:
Ludwig Neithait, in decr. licentiat unfi leutpriester von St Stephan von Eonst, hatte im auftrage des kardinal-
legaten Julian dem erwählten and bestätigten Friedrich von Eonst, der in Schaff hausen weilte, briefe zu fiber¬
bringen ; auf dem heimwege wurde er von Johann, grafen von Helfenstein und domberm zu Straßburg, and dessen
belfern Wilhelm von Biethain, Eonrad Hag u. a. angefallen, gefangen gehalten und ihm unter eid das versprechen
abgenommon, daß er sich nicht in die kanonikat- and pfrfindeangelegenheit [wo?] des Johann Saizelor, familiären
des kardinallegaten, mische, gegen den gen. Johann von Helfenstein 3 gleichlautende urteile an der römischen
kurie erhalten hatte. Darauf erhob Ludwig Neithart klage gegen den Johann von Helfenstein, fiber die erstmals
1434 nov. 8 und dann mehrmals verhandelt wurde. Der aussteiler fällt die schlußsentenz, daß der gen. Ludwig
Heithart an den eid nicht gebunden sei nnd verhängt fiber Johann von Helfenstein und dessen helfer die exkommuni-
kation. Dat et act Basilce .... 1435, ind. 13., die 13. mens. aug. etc. — Or. Ulm, Stadtarch. 9689
— ang« 18, Basel. Die synode zu Basel beauftragt den bischof von Konstanz., die von äbtissin und konvent von
Buchau gegen die einwohner zu Buchau vorgehrachten klagen zu untersuchen nnd gegen letztere mit exkommnnikation
und interdikt vorzugehen, da sie fibereingekommen sind, dem kloster nicht einmal bei feuersbrunst zu helfen, we¬
niger als 1 fl. in der kirche (bei allgemeinen Opfergängen) zu opfern, nichts an das kloster zu verkaufen, nicht
einmal lebensmittel, oder sonstige dienste zu leisten. Dat Basilee 16.kal.sept. 1435. »Quos nozie«.—Or. Stuttgart,
Staatsarch. (Buchau); unter dem bug links: Aug. taze 16. Raiscop; auf dem bug rechts: Jo. Freudenherger.
Bfickseits: R. darin n. Tiburtin; bei den schnfiren: H. Raiscop. — In lebendig beweglicher spräche schildert eine
urkunde von 1435 jali 14 die maßnahmen der bdrgerschaft; sie waren veranlaßt durch die Verordnung desklosters,
daß die bfirger zu begräbnissen nicht mehr die glocke des klosters gebrauchen dfirfen ohne erlaubnis des mesners
und entgeltung ffir seine mfihe. Durch die benfitzung der glocke, welche nur zum stundenschlag der klosteruhr be¬
stimmt war, wurde die uhr oft beschädigt. 9690
— aug« 26, Konstanz. Der generalvikar des erwählten und bestätigten Friedrich bestätigt mittelst transflz die
bewidmung und Stiftung einer pfrfinde aaf den Mattergottesaltar in der St. Nikolaaskapelle [kirche im stiftnngs-
brief] zu Wil, welche durch schaltheiß und rat von Wil d. d. 1435 aug. 11 (donrstag nechst nach s. Laurencien
tag) erfolgt war. Dat. Const 1435, mens. aag. die 26., ind. 13. — Or. Wil, Stadtarch. (nr. 374); unter dem bug:
^ 1 fl,; auf dem bug: Mich. Has. Bfickseits: Jo, Resch vieeoicarius L. 9691
^— sept. 12, Konstanz. Der generalvikar in spir. des bischofs Friedrich, erwählten und bestätigten, beurkundet:
es ist meinungsvorschiedonheit entstanden zwischen dem dekan und den kapitularen des landkapitels Bottweil oder
Oberndorf einer- und den kaplänen der stadt Bottweil anderseits betreffs beitrag zu den kapitelskoston, zu welchen.
' nach ausicht des dekans nicht nur die kapitularen, die sitz und stimme im kapitel haben, sondern auch die kapläne
herangezogen werden mfissen. Das kapitel ist vertreten durch Johann Hugg, leutpriester zu Waldmössingen, käm-
merer, und Nikolaus König, kirchherr zu Zimmern, marschall des kapitols; die kapläne durch Johann Goraid,
St Michaelskaplan in der pfarrkirche vom hl. Kreuz, und Johann Effringer, St. Johannskaplan in der Muttergottes-
kapollo zu Buttweil Der aussteller entscheidet: da der dekan als allgemeiner offizial dos bischofs von Konst (cum
. decanus tanquam communis omnium officialis domini Const ezistat) sowohl fiber die ausschroitungen der Seelsorger
wie der nicht mit seelsorge betrauten geistlichen zu wachen hat und darum diesynodalstatutenals »oculusepiscopi«
Friedrich II. von Zollern, Bischof von Konstanz. 1435. 347
für alle empfangt, haben auch die kapläne zu den anslagen der synode beizutragen; zur recbnungsablage können
sie jedoch 2 kapläne abordnen. Gleicherweise müssen sie zu den kosten beitragen, die dem kapitel etwa erwachsen
bei einhaltnng von interdikt wegen gofangennahme, Verwundung oder iOtung eines klcrikors; zu allen andern aus-
gaben sind Jedoch die kapläne nicht heranzuziehen. Jedoch gelten die Veröffentlichungen bischöflicher Vorschriften
durch den dekan auch den kaplänen; ebenso hat der dekan die Vollmacht, sie zu strafen (corrigere), wie die an¬
deren priester. Die beiden parteien geben sich mit dieser entscheidung zufrieden. Dat. et aci in civitate Const. ..
in ambitu ecclesie maioris ibidem pro audientia causamm curie Const. deputatis nobis inibi ad iura reddenda in
loco solito sedentibus 1435, ind. 13^ die 12. mens, sepi — Absebr. (17. jh.) Bottenburg, Ordinariat 9092
1436 sept 14, Konstanz. Klara von Bamswag, kanonissin des klosters Lindau, verzichtet vor meister Kaspar von
Fröwis, decr. dr., generalvikar in spir. Friedrichs (dei et apost sedis gp^atia electi conürmati Const) und vor Adel¬
heid von Schellenberg, stellvertreterin der äbtissin Ursula von Sigberg zu Lindau, auf ihre pfrfinde. Que acta sunt
(1435, ind. 13... die vero mercurii 14. mens, sept in civitate Const). — Notariatsiustmment des Herman Huw
sonst Sulzberg, verheirateten klerikers Konst bistoms: Mönchen, Beichsarch. (Lindau, Stift). 9093
— sept. 20, Konstanz. Othmar Zwick, stadtammann zu Konst, im namen Friedrichs, erwählten und bestätigten
bisebofs zu Konst., vidimiert die urkunde kaiser Sigmunds d. d. 1435 juli 21 (geben zu Brun in Märhern 1435
am donerstag vor s. Marien Magdalenen tag), worin dieser dem Friedrich von Enzberg, kastvogt, und dem kon-
vent von Beuron befiehlt, den dem kloster von abt Johann von Krcuzlingen gesetzten und vom papste bestätigten
Georg Kirchherr als propst anzuerkennen. Die propstei war lange erledigt, da der alte propst wegen krankheit das
amt nicht versehen konnte; im konvent waren nicht genug brnder und dazu noch kranke, sodaß sie aus ihrer mitte
niemanden wählen konnten; sie baten deswegen den abt von Kreuzlingen als ihren obem um einen propst; gleich¬
wohl wählten sie nachher aas ihrer mitte einen eigenen propst. Geben an s. Matheus abend des hl. apostels 1435.
— Or. Frauenfeld, Kantonsarch. (Kreuzlingen). — Begg. Kreuzlingen nr. 313. 9094
— okt. 0. Bestätigt die Stiftung einer ewigen meßpfründe in die St Leonhardskapelle zu Leutkirch durch die ge¬
meinde daselbst, wozu der abt von Stams d. d. 1435 sepi 27 seine Zustimmung gegeben hat — ausz. Diözesan-
archSchwaben 5 (1888) 64. 9095
— okt^ 0, Konstanz. Johann Besch, decr. dr., offizial des Konsi hofes, entscheidet einen streit zwischen dem
kloster Allerheiligen zu Schaff hausen einer- und Johann Schellenberg, kirchherr zu Watterdingen, anderseits betreffs
zehntbezug durch den gen. pfarrer. Lecta et lata est hec nostra arbitralis sententia in civitate Consi ... 1435,
ind. 13., die vero 6. mens, oct, pontif. Eugenii lY. a. 5.; gegenwärtig Johann Gässler, priester, und Petrus Wellem-
berg, litterarum curie Const. procurator. — Notariatsinstrument des Wigand Creyner: Schaff hausen, Staatsarch.;
mit anhängendem, gut erhaltenem offizialatssiegeL — reg. Urknndenregister des kantons Schaff bansen nr. 1922.
9090
— okt. 10. »Des bischöfi. Konsi vikars erklärung und approbatio der bulle papst Urbans IV. und dem kloster
Denkendorf erteilten freiheit gegen die erzbischöfe u. a. geistl. nomination und Verleihung der pfarrkirchen dieses
klosters«. — reg. Stottgari Staatsarch. (Beperi kl. Denkendorf s. 30). 9797
— okt. 12. Conman von Boisenheim, Statthalter zu Ensisheim an stelle des juncker Sinasman, herm zu Bapolt-
stein, landvogtes der herrschaft Österreich, schreibt an den bischof Friedrich oder dessen Statthalter, daß er dem
Johann Jocher, priester und dekan zu Beutlingen (Bödlingen), die [Si Michaels]pfarrkirche zu Yeringen verliehen,
hat, und bittet den bischof, den Überbringer dieses briefes für die genannte kirebo zu bestätigen. Dai 4. foria ante
festum s. Galli. — Or. Sigmaringen, Staatsarch. (Yeringen). — Die verleihungsurkunde von demselben aussteller
vom gleichen datum ebenda. 9798
— okt. 13, Kaiserstnhl. Erwählter und bestätigter, belehnt den Hans Stölinger, sohü des weil. Hans Stölinger,
mit dem dorfe Hindelwangen (Huntwangen) samt vogtei und Zubehör. Geben an donrstag vor s. Gallen tag 1435,
und ist diss in unserm schloß Kayserstul beschehen. — Or. Zürich, Staatsarch. (CI 2289); auf dem bug: TFune-
waldus. 9099
— okt« 14^ Konstanz. Erwählter und bestätigter, graf zu Zollern, leiht dem Albrecht von Landenberg d. ä. in
der Breitenlandenberg, seßhaft zu Sandegg, als dem lehensträger für Yerena, gemahlin des Ulrich Biff gen. Weiter,
geh. von Bonstetten, folgende leben des hochstifts: den -zehnten zu Zihlschlacbt samt Zubehör, die vogtei und das
burgsäß zu Blideck, die güter und weiher zu Hauptwil, den hof hinter Schlatt, den hof Winterau, eine gölte an
kom, höhnern und eiern im Tellen, den kleinen zehnten zu Hohentannen, den »einfang« unter dem Iberg, eine
gölte von Va toder wein zu Winzelnberg (Weintzörlenberg). Geben in uns. statt Cost. am freytag vor s. Gallen tag
1435. — Kopb. 544, 308» Karlsruhe. — vgL 1432 juni 1; 1433 juni 29. 9700
— Okt. 14, Basel Kardinallegat Julian, kardinalpriester tit. s. Sabine, erteilt dem Heinrich Schlosser, kirchherm
in HoensMlm die erlaubnis, den wegen Zusammenbruchs neu erbauten altair in der Marienkapelle des dorfes
44 *
348 Friedrich II. Ton Zollern, Bischof von Konstanz. 1435.
Habstetten, fllial der gen. kircbe, von einem beliebigen blschof weihen za lassen and inzwischen die hl. messe auf
einem altare portatile lesen za dürfen. Dat. Basilee die 14. oct. 1435, pouiif. Eagcnii pape IV. a. 5. — Or. Bern,
Staatsarch. (Stift); aaf dem bag: W, de Blisia. 9701
] 435 okt. 14^ KaiserstullL Schreibt an bürgermeister und rat za Zürich, ihm za einem gütlichen tage aaf seinem
schloß Tiengen zar aassühnang mit denen von Straßbarg za folgen. Geben in anserm schloß Eayserstül an Mtag
vor sand Gallen tag (14)35. — Or. Zürich, Staatsarch. (notiz im material). — vgU folgende nr. 9702
— okt. 15. Bürgermeister and rat der stadt Zürich schreiben dem erwählten and bestätigten bischof Friedrich,
grafen za Zolr, aaf dessen schreiben wegen ihrer zweiang mit denen von Straßbarg: es sei einem ihrer bürger
schwere schmach angetan, wo sie die von St. stets frcnndlicn gehalten; sie hätten ihnen um einen gütlichen tag za
Basel geschrieben, sie wollen aber, wenn sich der bischof der sache annimmt, gern nach Tiengen kommen. —
Dat sabato ante festom s. Galli confess. (l4)35. — Konzept; Zürich, Staatsarch. — vgl. vorige and folgende nr.
9703
— okt. 15) Kaiserstuhl. An meister and rat za Straßbarg- Kann zor vermittlang in den spännen zwischen der
Stadt and dem bischofe von Straßbarg aaf Martini nicht kommen, denn es »haben wir and oach anser gesell-
schaft mit Sand Jörgenschilt im Hegow dch geschriben and ze wissen geton, sülich krieg, die wir and anser stiüt
anders denn billich band, dagegen wir uns gesetzt haben« etc. Bitte daher, die Sachen bis nächsten sonntag Invo-
cavit anstehen za lassen. — Pap. Or. Straßbaig, mit aafgedrücktom Siegel (notiz im material). — vgl. okt. 25.
9704
— okt. 17. Eglolf, abt von St Gallen, erhebt mit zastimmang des bischofs Friedrich die kapelle za Lichtensteig
zar Pfarrkirche, trennt sie von der pfarrei Wattwil and setzt für den lentpriester die einkünfte fest Geben am
nächsten mentag nach s. Gallen tag 1435. — U-B. St Gallen 5, 750 nr. 3879 nach or. Stiftsarch. — vgl. 1435
nov. 9. 9705
— okt. 19, Konstanz. Der offizial beaaftragt den lentpriester von Büßlingen, mit geistlichen strafen gegen Jo¬
hann Maiger, Heinrich Holtzler and Johann Ödenstetter vorzagehen, welche der priorin and dem konvent des Ag^
nesenklosters za Schaffhaasen den zehnten za Nordhalden nicht entrichten wollen. Dat et act Const 1435, mens,
oct die 19., ind. 13. —Or. Schaff haasen, Staatsarch.; aaf dem bag; Jo, Sparer; rfickseits: executum per me Gre-
gorium plebanum in Büslitigen dofninica Invocavii 36 cum tenore ut infra etc, — reg. Urkondenregister des
kantons Schaff haasen nr. 1924. 9706
— okt. 20) Konstanz. Johann Resch, decr. dr., offizial des hofes zu Konst, von dem konzil za Basel d. d. 1435
ang. 1 in der Streitsache des bürgers Johann'Müller von Baden i. A. and dos priesters Diethelm Wilde als richter
ernannt, erläßt eine Vorladung an den beklagten Wilde, der den kläger in geldsachen and güteru schädigte. Dat
et act Const... 1435, ind. 13., pontit Eugenii lY. a. 5., die voro jovis 20. mens, oct etc. — Welti, Urk. Baden
s. 486 f. nach Or. Baden, Stadtarch. 9707
— okt. 25. Johann von Müliheim, meister, and der rat von Straßbarg schreiben an bischof Friedrich auf dessen
schreiben wegen ihrer späne mit denen von Zürich, denen er dorthin wegen eines einangstages geschrieben habe,
worauf er die antwort nach Straßbarg geschickt habe etc. — fer. 3. ante f. beatoram Symon et Jade apost 1435.
— Zürich, Staatsarch. (notiz im material). — vgl. okt. 15 and nov. 9. 9706
— 110?. 3) Gottlleben. Belehnt den bfirger von Meersbarg Konrad Held, sohn des Burkhard Held, mit dem
zehnten za Breitenbach and Stehlinsweiler. Geben ze G. 1435, am donnerstag nach Allerheiligen tag. — reg.
Leathins Kopb. 442 Meersbarg, Stadtarch. 97W
— nOT. 9) Gottlieben. Erwählter and bestätigter von Konst., graf za Zollern, schreibt an bdrgermeister and rat za
Zürich, daß er wegen wichtiger Zwischenfälle den von ihm für die von Zürich and Straßbarg auf sonntag za nacht
von S. Katherinentag künftig za Tiengen festgesetzten termin nicht einhalten kOnne, and setzt einen neuen termin
aaf sonntag zu nacht nach S. Katherinen ebendorthin an, um montag dort za sein, da er dem tag persönlich bei¬
wohnen wolle; hat auch denen von Straßbarg abgesebrieben. Dat. Gottlieben an miitwoch vor s. Martis tag 1435.
— Or. Zdrich, Staatsarch. — vgl. okt 25; 1436 febr. 4. 9710
— nov« 9, Konstanz. Der generalvikar in spir. bischofs Friedrich bestätigt mittelst transfiz die errichtang and
bewidmung einer neuen pfarrkirche za Lichtensteig durch abt Eglolf (Blarer) von St Gallen, graf Friedrich (VII.)
von Toggenbarg, herm im Prätigaa and Davos, Johannes Aichhom, rektor der pfarrkirche Wattwil, and Hoinrich
Forer, schaltheiß von Lichtensteig, d. d. 1435 okt 17, so daß die docime prodialos et censos de boiiis immobilibas
dicte aniversitatis Lichtenstaig et in marcksrecht ibidem der mutterkirche Wattwil verbleiben. Dat Const. 1435,
mens. nov. die 9., ind. 13. — Stiftsarch. St Gallen, Urk. L 4 Tf 3. — U-B. St Gallen 5, 754 nr. 3879. 9711
— nov. 10) Basel. Jalian, kardinallcgat in Deatschjand, gestattet der stadt Luzern, daß die in ihrem gebiete
zum tode verurteilten, sofern dieselben reumütig sind, das hl. abendmahl empfangen und kirchlich beerdigt werden
Friedricli II. von Zollern, Bischof von Konstanz. 1435. 349
dürfen. Die kinriebtong darf jedoch erst 3 oder wenigstens 1 tag nach empfang des abendmahles erfolgen. Dat.
Dasilee 10. die mens. nov. 1435; pontif. Engenii lY. a. 5. — Or. Luzern, Stadtareb. — QFrSOrte. 5,292. 9712
1435 nOT. 15| Gottliebeii. Erwählter und bestätigter, graf von Zollern, bekundet von dem Zofinger bürger
Peter Ottiman und dessen frau Anna 1600 rhein gulden empfangen und zur pfandlöse der quart von Altishofen,
die dem Johann Eschli, bürger von Kaiserstuhl, um 1400 ü. versetzt war, verwandt zu haben. Den darleihern ver¬
kauft er mit einwilligung dos domdekans und domkapitels um jene summe die bezeichnete quart Erfolgt dor rück-
kaui vor Johanni, so fallen die oinkünfte des ganzen jahres dem hochstift zu, sonst den besitzem, bezw. ihren rechts-
nachfolgem. Gel^n ze GottUeben zinstag nach s. Martins tag des hl. bischoffs 1435. — Or. Aarau, Staatsarch.
(Zofingen 336); auf dem bug: Jd mandaium d, Conslancien, Wunewdld. — Eingerückt in den revers des Peter
Ottimann d. d. 1435 nov. 16 (an mittwoch nach s. Martis des hl. bischoffs tag 1435): Or. Karlsruhe (5 Altishofen).
— Kopb. AA, 166 Freiburg, Erzb. Arch. 9718
— nov, 17. Erwählter und besfAtigter bischof zu Konst einer- und Kaspar von Hömingen anderseits schließen
eine richtnng dahin: sie haben sich in ihrem streite an das konzil von Basel gewandt Sollte einer der beiden Par¬
teien die entschoidung nicht Zusagen, so sollte die angelegenheit vor den kleinen rat zu Ulm gebracht werden. Alle
gefangenen sind freiznlassen; der bischof soll die beteiligten ans dem banne lösen. Von diesen soll jeder vor seinem
pfarrer erscheinen und da beichten, wie es sich gebührt, und begehren, ihn von Sünde und bann zu absolvieren. Der
pfarrer soll ihm die absolntion erteilen, soweit seine macht reicht, und sich als milden beich'tvaier erweisen; reicht
seine Vollmacht nicht, dann soll der ^teiligte vor dem bischof erscheinen und von ihm als milden beichtvater ab¬
solviert werden; reicht auch die bischöfl. Vollmacht nicht, so soll der bischof die Vollmacht des papstes einholen.
Bedünkt jemand, daß er zu hart oder zu schwer behandelt wurde, so soll er sich vor einem gelehrten aber tauglichen
priester stellen und bei diesem beichten und begehren, absolviert zu werden. Vertreter des bischofs sind Kaspar von
Klingenberg, meister Kaspar von Frowis, des hofs zu Konst vikar in spir., und .Friedrich Heidenheimer, machtbote;
Vertreter des Kaspar von Hömingen: Heimsen Konrads von Bodmann ritter und hauptmann, Walter Ehinger d. j.
und Kraft Löw, bürger zu Ulm. Uff dourstag vor s. Elisabethen tag 1435. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 4l). 9714
— nov. 21^ Konstanz. Stellt der stadt Konstanz einen schadlosbrief ans, da dieselbe auf seine bitte hin den
Konrad Waibel gen. Böckli von Tuengaw und Haintz Schad von Straßburg aus dem gefängnis frei gelassen haben.
Geben des nächsten montags vor s. Katherinen tag der hl. junckfrowen tag 1435.— Or. Karlsruhe (5 Konst Ver¬
brechen) ; es hängt das kleine sieget 9715
— nOT. 22, Florenz. Papst Eugen IV. ad futuram rei momoriam: der erwählte Friedrich von Konstanz hat vor¬
getragen, daß das snbsidinm des 20. teiles aller einkünfte der kirchl. benefizien in stadt und bistnm, welches der
klerus dem erwählten zu entrichten versprach, nicht hinreiche, um die notwendigen schulden zu zahlen, hauptsäch¬
lich deswegen, weil von allen kirchen der diözese nur wenige unter dem bischole stünden, sondern die meisten klö-
■ Stern und anderen exemten inkorporiert sind. Der papst beauftragte darauf am 21 juli 1435 den erzbischof Jo¬
hann von Tarent mit der Untersuchung und befahl ihm, im falle der richtigkeit des vom erwählten vorgetragenen,
allen klöstem, exemten wie nichtexemten, die hälfte des 10. teiles (bonorum huinsmodi decime partis dimidiam)
oder von 20 denaren einen denar als subsidium anfzuerlegen. Darauf beschwerten sich die Johanniter, da sie
niemals das subsidium caritativum bezahlt hätten. Der papst hebt deswegen die Wirkung gen. bolle für die Jo¬
hanniter auf. Dat. Florentie 1435, 10. kal. dec., a. 5. »Romani pontificis«. — Or. Karlsruhe (20/19). Unter dem
bug links: No, taxe 40. Jo, Montani; unter dem bug rechts: Poggiua; auf dem bug: pro Cineio, Jo, de Nursia,
Bückseits: B darin ,,, p^ me Poggium irreUtum(?) de mandato d, n,pape, — Mod. abschr. (Reg. Vat 365, 94^
Rom). — vgl. 1435 juli 21. 9716
— nOT. 24. Bürgermeister und rat von Konstanz nehmen Otto, weil, bischof, markgraf von Hachberg, ,also lang...
er hie ze Costentz bj uns sin, husheblich sitzet und sitzen wiP, in ihr bürgerrecht auf, unter ausführlichen be-
stimmnngen über die beilegnng etwa entstehender Streitigkeiten zwischen Otto, seinem hofgesinde — geistliche Per¬
sonen bleiben ausgeschlossen — und einzelnen gemeindeangehörigen. Für Otto allein dürfen werkleute jeglicher
art arbeiten, ungehindert von den Zünften, doch sollen sie zu Ottos hofgesinde zählen, kein anderes gewerbe treiben
und in Konstanz keine eigenen hänser besitzen. Ottos haus bleibt beim besuche geistlicher und weltlicher herren
in Konstanz von jeder einquartiemng frei. Wohin immer Otto will, sendet auf Ottos kosten der rat briefe und bot-
schaften. Während der daner dieses Vertrags zahlt Otto der stadt jährlich auf Martini 20 Rhein, gulden, wofür er
und sein hofgesinde von jedweder anderen abgabe befreit sind. Geben am nechsten domstag vor s. Cünrats tag des
hl. bischoffs 1435. — Or. Karlsruhe (5 Konst. Kirchenfreiheit). — reg. Regg. Markgrafen von Baden 2 iir. 1380.
— erw. Schultheiß, Bistumschronik (^cibDiÖzesanarch. 8, 57) zu dez. 1; ebenso Schultheiß, KoUektaneen 1,184^.
9717
— dez. 5, Tiengen. Schreibt an bürgermeister und urteilsprecher des hofgerichts zu Rottweil: Wir haben er¬
fahren, daß ihr den Itelfritz graf zu Zollern, unsem brudor, nicht an unser gericht gewiesen habt. Das widerspricht
350 Friedrich 11. vou Zollern, Bischof von Konstanz. 1435—1436.
onserm Tom rOnüschen kaiser erhaltenen freiheitsbrief. Wir fordern dämm die 30 mark goldes für die übertretnng.
Geben in nnserm schloß Tangen an montag naoch s. Andres dos hl. zwelfbutten tag 1-435.—Eopb. Zollern bL 4B:
Stuttgart, Staatsarch. - 9718
1435 dez« 5. Itelfritz von Zollern schreibt an den bischof: von dein hofgericht za Bottweil bin ich vor euer bischdfl. *
gericht gewiesen worden in Sachen graf Eberhards von Eirchberg and Hans Mdllers; ich bitte am ansetzang eines
termins innerhalb der nächsten 6 wochen and 3 tagen. Dos Müllors sach ist so gering, daß ich es each durch einen
boten ausrichteh kann. Uff mentag nechst vor s. Niclaas tag episcopi [14]35. — Eopb. Zollern bl 105: Stattgart,
. Staatsarch. mit nachfolgender weisong an seinen amtmann (?) in Sachen des bischofs and des Höralinger gorichts
and des pfaffen von Bioringen, des jungen Eonrad von Wittingen and Wernhers Schenk von Staaffonbergs wegen
(vgl. ebenda bl. 21^. 49. 51. 109^ 119^). — vgl. 1436 jan. 1. 9719
— dez« 5« Diepold, Pfost und Hans von Neaenegg, brdder, schreiben an Itelfritz von Zollern: ihr habt uns eine
abschrift des vergleichsbriefcs des Wild Hans und Diem von Lichtenfels zwischen euch von des bischofs von Eon¬
stanz wegen und ans drei brüdem gesandt und aach eine abschrift des bischOfl. briefes, worin er dem vergleich za-
stimmt, aber wissen mdchte, was fdr mitgülten and bürgen wir habon, so schicken wir euch auf einem zettol die
mitgälten and bürgen mit der bitte, bei eurem bmder, dem bischof, für ans gut za sprechen. Uff mentag vor Nyclaae
1435. — Eopb. Zollern bl. 107"^: Stuttgart, Staatsarch. Als bürgen werden aufgeführt: graf Heinrich von Fürsten¬
berg d. ä., graf Johann von Tengen, Hans Eonrad von Bodman, Junker Heinrich von Stoffeln, Wilhelm und Eonrad
von Friedingen. — vgl. 1435 dez. 20. 9720
^ dez. 17, Basel. Die sjnode von Basel beorkondet, daß nach bericht des abtes Nikolaus von St Blasien Johann
von Erenkingon, sonst von Wissenburg, freier, Nikolaus Gerung, Johann Burger sonst Großhans, Johann Brul o. a.
der »Carolinac zuwider das kloster geschädigt haben. Die genannten sind deswegen den in der »Carolina« ange¬
drohten strafen verfallen. Die synode ersucht näher gen. adelige und städte, dieselben nicht aufzanehmen. Dat.
Basilee 16. kaL ianaarii 1435. »Transgressomm sic oxpedit«. — Or. Earlsmhe (St Blasien); auf dem bag rechts:
A. de Fanigalte, Bückseits: Bulla perfecta ... 9721
— dez. 20. Itelfritz, graf za Zollern, schreibt an seinen bruder, den bischof, and bittet ihn um ein »fardomoss-
brief«, für das kloster Alpirsbach in einer angelogenheit, die das kloster ihm kund ton werde. Geben aff zinstag
nauch s. Lucien tag [14]35. — Eopb. Zollern bl. 47: Stuttgart, Staatsarch. — reg. Glatz, Geschichte von Alpirs¬
bach. 9722
— dez. 20. Friedrich von gottes gn. gpraf za Zollern, erwählter und bestätigter bischof za Eoust, als selbst-
schuldner and Itelfritz graf za Zollern, dessen bmder, als mitschaldner beurkanden von Diepold, Pfost and Hans
Neanenegg brüder 750 Bh. fl. empfangen za haben, jährlich auf s. Martinstag mit 37Va 3* za verzinsen. Bürgen
sind: graf Itelfritz [von Zollern], Janker Heinrich von Stoffeln, graf Heinrich von Fürstenberg, Hans von Zimmern,
graf Hans von Tengen, Hans Eonrad von Bodman, Heinrich von Bandegg, Wilhelm und Eonrad von Friedingeu,
Ulrich von Stoffeln. Geben an s. Thomas des ht zwolffbotten abend 1435. — Eopb. Zollern bl. 18: Stattgart,
Staatsarch. — vgl. 1435 dez. 5. 9728
— dez. 30. Itelfritz, graf za Zollern, schreibt an Eonrad von Babenhofen: der bischof hat ans benachrichtigt,
daß da dich an Weihnachten za Stuttgart unsertwegen beklagt hast. Es ist unbillig, daß da dies ohne anser wissen
tost, da da von ans nar 20 haborgarben forderst. Wir schrieben ihm, wie da mit unsera pfaffen und laion umgehst
und deine gewalt treibst Der bischof hat uns gebeten, daß wir die 20 garben aasfolgen lassen. Geben uff fntag
nach dem hl. cristtag [14]35. 9724
1436 Jan. 1. Itelfritz, graf von Zollern, bevollmächtigt seinen kaplanWemhcr Schlaitz za dem rechtstag InEonst.,
den der bischof zwischen dem aassteiler and Hans Müller von Tübingen angesetzt hat Geben uff den hl. Oewitag
circumcisionis domini zu latin 1436. — Eopb. Zollern bl. 48^^: Stuttgart, Staatsarch. — vgl 1435 dez. 5; 1436
april 21. 9725
— Jan. 5, Oottlieben. Bestätigt auf bitten des propst und kapitels von St Felix und Begala in Zürich nach¬
folgende urkunde: 1435 dez. 7, Basel. Julian, apost logat in Deutschland, gestattet dem propst und kapitel von
St. Felix and Begala in Zürich, restitutionen ungerechten gutes, deren empfänger unbekannt sind, sowie allge¬
meine legate ad pias causas für die kirchenfabrik zar instandhaltang der kirchengebäade anzanohmen und dar¬
über quittang bezw. absolation aaszastellon, falls der bischof von Eonstanz dieser Vergünstigung seine Zustimmung
gibt Dat Basilee die 7. mens. doc. 1435, pontif. Eugonii IV. a. 5. Or. Zürich, Staatsarch. (0II1 nr. 577);
auf d-?m bag: Jo,de Lohenetein, — Dat. in Castro nostro Gotlieben 1436, die 5. mens, ianaarii, ind. 14.— Or. Zü¬
rich, Staatsarch. (CHI nr. 585). Auf dem bag: Äd mandatum domini Conet, Wunewald, Bückseits: Regieirata
in Ubro annivereariorum, 9726
— Jan. 9^ Bischofzell. Belehnt den Ulrich Biff als lehensträgor der Elisabet von Sulzberg, witwo des Her¬
mann VOU Attlikon, mit gütern, die der verstorbene und dessen gemahlin bereits als leben innogehabt haben, näm-
Friedrich II. von Zollern, Bischof von Konstanz. 14^. 35t
lieh den lief in Enkhansen (Enkhnsen), fryhans and lief samt banmgarten im schlosse za Biscbofzoll, das gat gen.
»Bhngisbald, donKronberg and den ^hibacker«. Geben zä Bischofzell mentag nach s. Erhartz dos hLbisebofs tag
1436. — U-B. St Gallen 5, 758 nr. 3880 nach Cr. Stiftsarch. 9727
1436 Jan. 9^ Stahlweißoubnrg. Kaiser Sigmand bestätigt der propstei Interlakon ihre nea erworbenen besitzongen
and befiehlt den bischöfen von Konst and Laasannei sowie der stadt Bern die propstei im besitze ihrer gfiter and
rechte zn schützen. — reg. Altmann, Begg. Sigmands nr. 11243. 9728
— Jan. 14, Stahlweißenburg. Kaiser Sigmand bestätigt der stadt Konstanz den besitz des landgerichts im Thurgau,
dessen gerechtsame aber nicht den gerichten, freiheiton und rechten des bischofs and seines stiftes abbrach tan
sollen. Geben za WeiCenbarg in Ungarn 1436, am sampstag vor sant Anthonien tag, angar. 49., rOm. 26., bübm.
16., kaiscr. 3. — Or. Karlsruhe. — Kopb. Abgeschrifften fol. 56^ Konstanz. — reg. Altmann, Regg. Sigmands
nr. 11251. 9729
— jaii« 14, Stahl weißenbarg. Kaiser Sigmand erteilt der bürgerschaft von Konstanz o. a. das recht, alle in Kon¬
stanz eingesessenen, die steg und weg, brunnen und brücken nutzen, zur Steuer heranzozioben, doch soll es dem
jetzigen oder künftigen bischof und seiner geistlichkeit an ihren rechten keinen abbrach tan. Geben za Weißen¬
barg in Hangeren 1436, an sambstag vor sant Anthonien tag etc.—Kopb. Abgeschrifften fol. 57^ Konstanz. 9780
— Jan« 20, Lindau. Leiht an Andres Moner, ammann des spitals za Lindau, die von Badolf and Ulrich von Wol¬
fart gebrüder vor Zeiten erkauften und seitdem vom Stift Konstanz an ammann oder einen andern als träger des
spitals geliehenen güter, nämlich 2 gütli za Mckkenbenren o. a. Geben zü Lindou an sand Fabian and Beb. der
hl. mari etc. 1436. — Or. Lindau, Spitalarch. (notiz im material). 9731
— jau. 81, Stoekaeh. Und Johann, graf za Tengon und Nellenborg, sowie Hans Konrad von Bodman, ritter,
schlichten allerhand späne zwischen der stadt Konstanz und Ulrich Werchmeister von Liiidaa. Beschehen za
Stnkach an cinstag nechst vor o. 1. frowen tag ze der liechtmeß 1436. — Or. Konst, Stadtarch. (nr. 2985); auf
dem bag: Wunewald \ sehr got erhaltenes kleines bischofssiegel. — reg. Geschichte der Freiberm von Bodman
nr. 545; Marmor, Urk. ausz. 234. 9782
— febr. 5, Konstanz. Schreibt an bürgermeister and rat zu Zürich: wegen ihrer späne mit denen von Straßbarg
und Haintz von Müllheim ist botschaft bei ihm gewesen. Wir haben enern boten die briefe derer von Straßbarg
lesen lassen. Wir entnehmen daraus, daß ihr in dem ,anlaß* noch nicht eins seid. Einigt euch zuerst indem,anlaß^
und schreibt ans wieder, dann wollen wir tan, was wir können. Geben in unserer statt Costentz am sonnetag nach
purificationis Marie [14]36. — Or. Missiv Zürich, Staatsarch. 9788
— febr. 5, Oottlieben. Erwählter und bestätigter, bestätigt die übertragang der Allerheiligenkapelle aaf dem
Gehrenberg an den priester Heinrich Sartoris durch den domherren Albrecht Blarer d. d. 1419 dez. 19. Johann
Jang priester und Johann Affenstetter, konverse, bewohner und eigentümer der eremitage und der Allerheiligen¬
kapelle auf dem Gehrenberg, hatten das verfügungsrecht an den gen. domherm übertragen. Dai in Castro nostro
Gottlieben 1436, die mens. febr. 5., ind. 14. — Or. Karlsruhe (5 Gehrenberg); auf dem bug: ad mandatum d.
Const, Wuneiväldus, — ausz. Fürstenberger Urkb. 6, 169 nr. 101,2a. — erw. DiözesanarchSchwaben 13 (1895),
174. — vgl. 1425 nov. 24. 9784
— febr. 8, Florenz. Papst Eugen lY. konfirmiert einen kauf zwischen Mainau und Beichenau. Dai Florentie
1435, 6. id. febr., a. 5. — Or. Karlsruhe (3/152); oben D, dann d; unter dem bug links: /k. 60. G, de Sega, C,
de Beate; auf dem bug rechts: dup*^pro B, de Älhertie: L, Therunda * L* reeid. pro eeriptore. Bückseits beim
bag: M. Pinardi, A, Ferrarii; bei den siegellüchem: If. Finardi. 9786
— febr. 10. Erteilt dem Johann von Lo, kirchherm zu Staufberg, auf 1 jabr die bewilligung, daß jeder priester
in der kapelle Dottikon, einem filial zu Staufen, die hl. messe lesen könne. — erw. Argovia 26 (1895) 104, 79.
9786
— um febr. 13. Itelfritz, graf zu Zollern, schreibt an den bischof: da der von Toggenborg gestorben, bitte ich am
. rat, wie ich der angelegenboit nachgehen solle. — Auch wüßte ich gern, ob ir mit »der pfaffengelt durch euer
schulden kommen möchtet oder wie es euch geht in dem und in andermc. (Diese 2 eiuträge haben kein eigenes da¬
tum, voraus geht 16. april 1436, and es folgt darauf nachfolgender brief). Als ich zu Homberg von euch geschieden
bin von der bannbrief wegen von Basel, darum sende ich zu euch meines kellers brader, der ist auch des pfaffen
von Bieringen freund. Der soll kläger sein, ich bitte euch, ihn zu unterrichten, was er ton muß, damit der bann
>forderlich und zum schwaresten zügangc. Geben uff mentag vor s. Yallentins tag 1436.—Kopb.Zollern bL 128^:
Stuttgart, Staatsarch. — Unter gleichem datum schreibt er an Kaspar von Frowis, vicary zu Konst, oder an den
propst zu Zürich, falls der vicaryo nicht zu Basel wäre: wir haben vor, unsere feinde zu bannen, wir bitten die
Sache za fördern auch bei den andern, die zu Basel liegen von unseres herren von Konstanz wegen, (bl. 128^). Die
352 Fi'iedrich tl. yon Zollern, Bischof yon Konstanz. 1430.
klago des Wemlin Tiel aaf dem konzil zu Basel gegen Konrad von Wittingen d. j. and Wemher Schenk von Staaf-
fenberg wegen Überfalls des pfaffen Hans Eoringer, kirchherm za Bierin gen, den sie gefangen nahmen, beraabten
und gen Isenbarg führten ebenda bl. 131. — Wegen des herm von Toggenbarg and dessen erbe schreibt er d. d.
1426 juli 6 an Ulrich and Jörg za Razüns (ebenda bL 130^. 9737
1436 febr. 15^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten and bestätigten Friedrich transsamiert
die balle Eogens lY. d. d. 1435 jali 19 (Dai Florencie 1435, 14. kaL aag., a. 5. »Collata celitos«),
worin dieser den landleaten der dekanate Lindao, Isnj and Müssen gestattet, in der fastenzeit and den andern
fasttagen lactizinien zu gebrauchen; sie hatten vorgetragen, daO in der gegend kein öl gebaut wird and daß sie
wegen schlechten weinjahres sonst reines wasser trinken maßten, so daß sie sich ohne schaden der laktizinien nicht
enthalten könnten. So hatten sie es schon seit menschengedenken gehalten. Dat. Const. 1436, mens. febr. die
15., ind. 14. — Or. Stattgart, Staatsarch. (Isny); auf dem bog: Wtgandus; rdckseits oben: Jo, Reseh, oicarius
t,(?) 9738
— mirz 2, Basel. Die synode von Basel gibt dem abt von St. Gallen das privileg, sich von jedem beliebigen
abto \ieihen za lassen, falls der diözesanbischof bezw. dessen generalvikar oder ein anderer bischof dies nicht un¬
entgeltlich tan wollen. Dat. Basilee 6. non martii 1436. — U-B. St Gallen 5, 765 nr. 3904 nach or. Stiftsarch.
9739
— mfirz 7, Florenz. Papst Engen lY. an den abt von Rati: »Ea qae do bonisc-bollo för Marl Dat Flörentie
1435,non. marcii, a. 5. »Dilectoram flliorum«. — Or. Aaraa, Staatsarch. (01 N l); auf dem bog rechts: Bonannus,
Oben große stelle aasradiert Rdckseits oben links: d, Hosf,K .. pn/o; mitte: T, Copehen,; rechts: F.de Car¬
rion; bei den schnüren: Jo. Stulle; rechts beim bag: N. Cuper. 9740
— märz Ij Basel Das konzil von Basel geht gegen Romanshom vor, welche dem abt von St Gallen die rück-
lösang verpfändeter weinbeige nicht zageben wollen« Bittschrift eingefügt. Yor dem aaditor verhandelt — U-B.
St. Gallen 5,767. 9741
— mSrz 23, Stein a. Bh. Erwählter and bestätigter za Konst, and graf za Zollern, Johann abt des klosters
Stein a. Rh., Ulrich von der Hohenklingen freier and Kaspar von Klingenberg teilen als erwählte schiedsleate das
von Yerena von Bußnang geb. von Klingen hinterlassene erbe anter deren 4 kinder : Konrad domherr zu Straßbarg,
Albrecht, Walter, und Agnes von Rosenegg, alle geb. von Bußnang. Geben za Stain an fritag vor a. 1. frowen tag
aunanciacionis 1436. — Or. Fraaenfeld, Kantonsarch. (Tobel). — Regg. v. Mohr, Tobel nr. 84. — aosz. Keller,
Weinfelden beil. 7. — Popikofer I, 127. — GFrSOrte. 4, 208. 9742
— mftrz 80, Basel. Die synode zu Basel beauftragt den propst der hl Kreozkirche in Stuttgart, das stift Sindel-
fingen im bezog der einkünfto aus den pfarroien Feaerbach, Tailfingen und Grötzingen za schützen. Dat Basilee
3. kaL apr. 1436. »Com a nobis petitarc. — Or. Stuttgart, Staatsarch. (Sindelfingen) ; unter dem bag links: iulii.
taxe 23. M. Alhingan. M. Oaltenpro Qan ...; aaf dem bog rechts: O, CosseL Rückseits oben: mitte: Jo, Linde-
man, R darin N, Tiburtin; bei den schnüren: Jo, de Dyck. 9743
— april 5« Heinrich Hopt, artiom liberalium baccalaoreos, erhält die bischöfl« ermächtigang zur versehohg der
St Hikolaaskapelle im armenspital zu Waldkirch. — erw. FreibDiözesaiiarch. 3,153. 9744
— april 17, Konstanz. Der generalvikar in spir. Friedrichs, durch gottes and des apost Stahles gnaden er¬
wählten and bestätigten von Konst, bestätigt mittelst transfix die Stiftung und bewidmang des Mattergottes-, An¬
tonios-, Apollonia- und Sebastiansaltars in der pfarrkirche za Überlingen durch Katharina Zenin von Überlingen
d.d. 1436 märz 10. Der komtar der Mainaa, Marqoard von Königsegg, provinzial der Doatschherren in Schwaben,
gab seine zastimmang. Dat Const 1436, die 17. apr., ind. 14. — Or. Karlsruhe (2/164); auf dem bag: Mich.
Has nm. Unter dem bog: R 1 fl. R. Rückseits: Jo. Reseh.; dann: conflrmatus prout .... (weiteres mir nicht klar);
auch aaf dem stiftaugsbrief finden sich kanzleivermerke. 9746
— april 18, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten and bestätigten bischofs Friedrich löst die an-
wohner der bei Robacker (Rag-) neu erbauten kapelle mit zastimmang des propstes Heinrich and der Chorherren
za Bettenbrann (-en), denen die kirche in Deggenhausen (Deckenhosen) einverleibt ist, aas ihrem pfarrverbande mit
Deggenhausen and unterstellt sie dem rektor und der kapelle der Johanniskirche in Homberg, doch sollen sie an
propst and domherr zu Bettenbrann jährlich 1 pfd. heller zahlen, wie auch alle grossen and kleinen zehnten wie
bisher der kirche in Deggenhausen verbleiben sollen. Dat et act Const 1436, mens. apr. die 18., ind« 14. — Or.
Karlsruhe (5 Robacker); rückseits oben: Ja, Orun locumtenens, — aasz. Fürstenberger Urkb. 6,316 nr« 211« —
reg. DiözesanarchSchwaben 11, 35. 9746
— april 20« Johann von Tengen, graf za Nellenbarg und haoptmann der ritterschafb des St Georgenschildes im
Hegaa, beurkundet, daß sie ihre einigang aaf 3 jahre verlängert haben, and dehnen darum diese Verlängerung auch
auf Friedrich, erwählten und bestätigten za Konst, graf za Zollern aas. Geben uff frytag vor s. Joorientig dos hl.
rltters und martrers 1436. — Or. Karlsruhe (5 Gen. 93). 9747
Friedricli II. von Zollern, Bischof von Konstanz. 1436. 353
I486 April 21» lielfritz, graf zu Zollern, schreibt an seinen bruder den bischof: ihr habt mich gebeten, Hansen
Müllers klagbrief zu machen, der letzten mittwoch bei euch war. Das dunkt mich unbillig. Wilhelm von Friedingen
hat euch wohl nicht gesagt, wie H. Müller von dom tag von Stuttgart schied, und warum ich nicht zu euch kommen
konnte. Was ihr mir gebietet, will ich erfüllen, wenn ich es kann. Geben uf samstag vor Georg [I4j36.—
Kopb. Zollern bl. 26: Stuttgart, Staatsarch. — vgl. 1436 jan. 1. 9748
— april 28, Esslingen. Die Stadt Esslingen schreibt an den bischof; Priorin und konvent zu Simau melden, daß
sie laut auftrag des genoralvikars in geistlichen Sachen den 20. pfonnig innerhalb U tagen an den bischof entrichten
sollen; allein die frauen sind so arm, daß sie kaum das nötige brot haben; zudem sind sie vom apost. stähle von
solchen abgaben befreit; der bischof möge deswegen die forderung erlassen. Geben an dem nächsten samstag naucli
s. Marx tag des hl. ev. 1436. — Eßlingen, Stadtarch. (Missivenbuch I 436/7)! — vgl. 1436 mai 26 und Pfaflf,
Eßlingen s. 272. 9749
— mal 9, Basel. Die synode zu Basel bestellt auf bitten der Johanniter zu Freiburg, Heitersheim, Hohenrein,
Koth und Bothenburg, Konst, und Würzburger diözese, unter Einrückung der belle Honorius UI. die bischüfe von
Würzburg, Konstanz, Basel zu konservatoren gegen die bedrfickung weltlicher herren. Dat. Basilee 7.id.maii 1436.
»Ad compescendos conatus nephaiios«. — Or. Karlsruhe (20/19); oben: asctütatum et eoncordat; unter dem bug
links: Ma. taie 36 Va« Albingan. T, Oanquerii; auf dem bug rechts: G. de Layens, Bückseits: eunt 41 littere, re-
pcnientur ad regestrum. Weiter unten: E darin n Tiburtin; bei den siegelschnüren; Jo. Bo., Daneben: Constan.
tpeln(?) KaroUnaJ, WiUmius no.; beim bug: T, Ganguerii. — Abschr. Innsbruck, Statthaltereiarcb. (ürk. 8010).
— Kopb. 673, 11 Karlsruhe. 9750
— mai 25, Basel. Die qmode von Basel bestellt den propst von St. Felix und Begula und die domdekane von
Chur und Straßburg zu konservatoren des klosters Si Blasien. Dat. Basilee 8. kal. iunii 1436. »Ad compescendos«.
— Or. Karlsruhe (St. Blasien); unter dem bug links: Ma. taxe 46. M. Albingan. T. Gatiquerii.; auf dem bug
rechts: L. de Giochie. Bückseits E, in der oberen schleife mitten Eaed. Bei den schnüren: B. Förster. 9751
— mai 26, Esslingen. Die stadt Esslingen schreibt an den bischof oder in dessen abwesenheit an dessen Statt¬
halter: wir schrieben euch 1436 april 28 wegen der frauen zu Simau und baten um antwoii. Der bote fand jedoch
den bischof nicht und übergab deswegen den brief dem Predigerprior zu Konst., so daß wir noch keine antwort er¬
halten haben; bitte nochmals um nachlaß der forderung. Geben an dem hl.pfingstaubet 1436. — Eßlingen, Stadt-
• arch. (Missivenbuch 1,452).
—.mai 26, Eßlingen. Eßlingen schreibt an den bischof: Budger Stolz, unser stadtaltammann, meldet, daß Jos
Stolz, sein bmder, beinahe ein Jahr am bischüfl. hof sidi befindet, einer erbschaft wegen, die ihnen von Hans Mutt¬
herr, kaplan zu Konst., zugefallen ist; die beiden konnten vor dem geistlichen gericht noch keinen austrag bekommen;
bitte um fßrdenmg der angelegenhoit. Geben an dem heiligen pfingstaubet 1436. — Eßlingen, Stadtarch. (Mis-
sivenbuch 1,464).
— jani 12, Oottliehen* Erwählter und bestätigter, graf von Zollern, bekundet von Johann Eschli, bürger zu
Kaiserstuhl, 1000 Bhein. gülden empfangen und zur pfandlOse der der abtei Muri versetzten quart zu Sursee ver¬
wandt zu haben. Mit einwilligung des domkapitels verkauft er diese quart um die bezeichnete summe dem darleiher
auf wiederkauf. Erfolgt derselbe vor Johanm, so gehören die einkünfte des ganzen jahrcs dem hochstift, sonst dem
besitzer bezw. dessen erben oder rechtsnachfolgern. Geben in unserm schloss Gottlieben an cinstag vor s. Vitus des
hl. martrers tag 1436. — Eingerückt in den revers des Johann Eschli d. d. 1436 juni 15 (Geben an s. Vitus tag
des hl. martrers 1436). Der edle Thüring von Aarbnrg, freiherr zu Schenkenberg, siegelt. — Or. Karlsruhe (6 Sur¬
see). — Kopb. AA, 183 Freiburg, Erzb. Arch. — reg. Kopb. 503, 281 Karlsruhe. — abschr. Aarau, Staatw^
(01 G 1). — erw. Kiem, Muri 206.
— jnni 21. Die bischöfliche behörde erteilt dem priester Leonhard Aschmann die erlaubnis, seine primiz zu
Hermannsberg auf einem tragaltar feiern zu dürfen und daß die herbeikommenden weit- und ordenspriester inner¬
halb und außerhalb der dortigen kapelle auf dem friedhof zelebrieren können. — erw. Stengele, Linzgovia Mwa
116 anm. 9755
— juiii 21. Thüring von Aarburg, herr zu Schenkenberg und dessen gemahlin Margareta leihen von der stadt
Bern 4500 Bh. fl., mit welcher summe sie vom bischof von Konst, die vogtei zu Klingnau und andere
kaufen. — reg. Aigovia 1901,174. 975o
—r jnni 28, Konstanz. Erwählter und bestätigter bischof von Konst., graf von Zollern, zeigt dem dekan, kam-
merer und den mitbrüdem des dekanats in Stockach an, daß er nach dem tode des Wilhelm Galler, des letzten
pfarrers zu Walpertsweiler (WalpurswUer), da die untergebenen ohne Sakramente sind und man nicht wisse, wer
der kollator der gen. kirche sei, als Ordinarius des orts die gen. pfarrei dem gut empfohlenen Bernhard Gützmüt
der Bifoli6fe von Koniteai. III. ^
B54 Friediicli 11. yon Zollern, Bischof Yon Konstanz. 14B6.
mit allen rechten Abertrage. Dat. in cWitate nostra Const. 1436, die 23. mens, innii, ind. 14. — Or. Spitalarch.
Überlingen, lade 49; auf dem bog: Ad mand, dom. Const. Wuniwaid. 9757
1436 jnli 2« Itelfritz, graf za Zollern, schreibt an seinen bnider, den bischof Friedrich: zwischen den erben des
jungen VOlzli von Witingen and ihm ist wegen der pfarrkirche Steinhofen streit aasgebrochen [vgl. 1436 okt. lO],
weswegen die pfarrkirche mit einem priester noch nicht besetzt ist Der kaplan von Bisihgen, Heinrich Zehender,
hat inzwischen die Pfarrkirchen versehen, seine ,indaci* (indaciae) sind aber aof 24.jani abgolaafen, er bittet darom
am verlängerong bis 24.jani nächsten Jahres. Geben aff mentag vor s. Ulrichs iag[14]36. — Eopb. Zollern bl 23:
Stattgart, Staatsarcb. 9758
— jali 5^ Basel Jalian, kardinallegat in Deatschland, gestattet den Schwestern in Handobel den gebrauch eines
tragaltars and die freie wähl eines beichtvaters, unbeschadet der pfarrechte. Dat. Basilee die 5. mens, iolii 1436,
pontif. Eagenii pape lY. a. 6. — Ü-B. Si Gallen 5, 791 nr. 3924 nach or. Stiftsarch. Bückseits: Ista forma sst
, literarum perpetttarum. 9759
— jnli 7) Konstanz. Der generalvikar in spir. Friedrichs des erwählten und bostätigten bearkandet: priester
Ulrich Stark, kaplan [dar St. Johanneskapelle] zu Einsiedeln wurde beschuldigt, mit dem aussatz (lepra) behaftet
zu sein. Auf betehl des generalvikars in spir. bischofs Otto maßte er sich einer prüfung der ärzte unterziehen [vgl.
1429 sept 7], welche ihn nicht für aussätzig hielten; gleichwohl macht man ihm aafs neue diesen vorwarf. Der
befand der ärzte and sachverständigen, nämlich des Andreas Richlin, Ulrich Yend und Johann Folhin, »phisici
. iuraci curie Const«, stellt abermals d. d. 1436 jali 6 freiheit von aussato fest Man mdge darum von allen weiteren
anschuldigongen abstehen. Dat Const. 1436, mens, iolii die 7., ind. 14. — Or. Ulm, Stadtarch.; unter dom bog:
^ 1 fl.; aaf dem bag: Wigandua; rückseits oben: Jo. Besch. — Das gleiche bezeagt demselben priester abtBurk¬
hard von Einsiedeln d. d. 1437 märz 21 (ebenda). 9760
—Juli 10^ Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwählten und bestätigten Friedrich bestAtigt unter anhängung seines
vikariatssiegeis nachfolgende Stiftung : Hermann von Breitenlandenberg stiftet zur aosfahrung des letzten willens
des ritters Egloff von Breitenlandenberg eine pfrunde aaf den altar des hl Bartholomäus zur linken Seite in der
kirche za Hermannsberg, an die das haas der Schwestern vom 3. orden des hl Franziskus stößt, mit zostimmung
dos komtars und der brüdor der Mainau, denen die pfarrkirche zu Lippertsreute mit dem filial Hermannsberg inkor¬
poriert Ist^ Der Stifter behält sich im verein mit den Schwestern gen. hauses das nominationsrecht auf die pfrAnde
vor. Die Verdichtungen und einkAnfte des kaplans sind näher angegeben. Dai Const 1435, die 11. nov. — Dat
Const 1436, iolii 10., ind. 14. — Begl Kopie Karlsruhe (3/87). — erw. Stengele, Linzgovia sacra 116; ^th von
Schreckenstein, Mainau 262. 9761
— Juli 12, Konstanz. Der generalvikar in spir. des erwälilten und bestätigten Friedrich bestätigt mittelst transflx
die Stiftung and bewidmung der St. NikolauspfrAnde in der kapelle zu Themmenhausen (Tjmenhusen), einem Alial
' zu Tomertingon (Tamertingen), welche die bArgerschaft daselbst d. d. 1436 Juni 28 gestiftet hat Bruder Konrad
Fry von Gandelsheim, Verweser des Deutschordenshauses zu Ulm, und Konrad Schmid, pfarirer zu Tomertingen,
. hatten ihre zustimmang gegeben. Dat Const 1436, die 12. mens.iulii, ind. 14. — Or. Stuttgart, Staatsärch. (Ulm);
auf dem bug: Mich. Has. H. BAckseits oben mitte: Ja. Grün. loe. 9762
— jnli 13. Der generalvikar beauftragt den Heinrich Hopt die St Michaelskapelle bei der kollegiatkirche zu
Waldkirch zu versehen. — erw. FreibDiözesanarch. 3,152. 976S
— Jnli 18. Itelfritz, graf zu Zollern, schreibt an seinen bruder den bischof: mein Schwager Heinrich von Stoffeln
hat mir mitgeteilt daß er euch wegen seines bruders sohn, eines bastards, und einer kirchen wegen, ihn damit za
konürmieren, geschrieben hat. Der knabe ist bei 14 Jahre alt und kann ohne eure besondere hilfe und gnade zu
einer solchen bestätigung nicht kommen; der knabo bedarf es aber zu wissen; ich bitte meinem Schwager darAber
zu.schreibon. Geben uff mitwochen vor s. Maria Magdalena tag [14]36. — Kopb. Zollern bl 24 : Stuttga^ Staats-
• arch. 9764
— jali 18. Die gebrAder Ludwig und Ulrich, grafen von WArttemberg, bitten den bischof Friedrich, bezw. dessen
generalvikar um bestätigung der von ihnen gestifteten und bewidmeten frAhmeßpfrAnde auf den St Katharina- und
Barbaraaltar in der St Hikolauspfarrkirche zu Waiblingen. Dat feria 4. ante festum Marie Magdalene 1436. —
Die bestätigung erfolgte 1436 dez. 10 durch den generalvikar des bischofs Heinrich. — Or. Stuttgart, Staatsarch.
(Waiblingen). 9765
—jali 21. Itelfritz, graf zu Zollern, schreibt an Wanewald, Schreiber des bischofs von Konst, und empfiehlt ihm
. den Hans Winman, bArger zu Bottweil, in der angelegenheit betr. dessen Schwester. [Geben uff samstag nechst vor
: Jacobi apostoli [14]36]. — Kopb. Zollern bl 132: Stuttgart, Staatsarch. 9766
— jali 26. Der generalvikar des bischofs Friedrich, erwählten und bestätigten, oröfihet dom dekan, kämmerer und
den Abrigen des dokanats Begensberg, daß Martin von Landenberg, odolknecht patron der pfarrkirche zu Stein-
Fricdricli IL von Zollern, Bischof voii Konstanz. 14J16. 855
maar, welche darcfa den iod des Heinrich Bdltzli Takant ist, den priester Walter KCpplin aof gen. pfarrkircho prä¬
sentiert habe; er fordert die adressaten auf, dies sa yerkflndon, damit etwaige ansprdche geltend gemacht werden
können. Dat. Consi 1436, die 26. mens, inlii, ind. 13(l). — Or. Zürich, Staatsarch. (CY Dielstorf); unten: Wtli.
pe ^ oben: proclamaviprima die jur. po 9 t. BatihoTi, Leatih, Rückseits: exeeutum est hoc mandatum per me
Heinrieum Kramer preabyierum in ecdeaia Regenaperg pUhanum ibidem ipaa die a, YpolUi martiria sociorumque
eiua, anno etc. Weiterhin: Ja, Grün loc, Rückseits war das Siegel an%edröckt. 9767
1436 Juli 28. Macht sein testament: »An samstag nanch Jacobi (28.jali) 1436 hat mein gnädiger herr Ton Konst,
bis an sein todbott geordnet und verschaffet in gegen wart de& grafen Itelfritz, des propstes von Beromünster: roeister
Nikolaus Gondelfinger, des propstes von Jung s. Peter zu Straßbarg und Wannewalds: Die briefe, dio der herrschaft
Zollern gehören, vindet man ein teil zu Bernstein in dom weißen tarm in der stabe und ein teil zu Straßbarg in
seiner kammer in dem kensterlin. Stoffel Gruuemberg, Hartman Huruß und Manz Roggenwiler, Otmar Zwick und
Stoffels brader gehören 400 11. Item Stoffel Granemberg 250 golden, worüber er weder brief noch Siegel hat.
Item Wannewalden 100 fl. für seinen dienst und für seine schuld, so er ihm geliehen, bei 120 fl. Item Dortenposch
100 fl. Item Pfefferlin lOO fl. Item Gräber 20 fl. und was in den zetteln, so er hat, steht. Item dem Predigerorden
160 dukaten. Item dem bürgermeister zu Konst. 200 fl. oder dabei. Otmar Zwick für seine diensto 100 fl. Dem
bottlin soll man geben 10 mutt kernen. Meister Anthein soll man geben 100 fl. Dem kücheumeister 60 golden
zar deckung seiner schuld und 160 fl. für seinen dienst Friedrich Scbriber43V2 geliehenes geld. Das soll man
bezahlen aus seinen hengsten, kleidem, Silbergeschirr, von dem haasrat zu Gottlieben, vom wein und von allem
dem, so noch vorhanden ist in allen schlössen!, das er gekauft und zu dem stift gebracht hat. Seine meinung ist^
daß er zu Konstanz begraben liege in seiner [domjkirche.
Diese nachgeschriebene schuld hat er bekannt za Straßbarg schaldig zu sein. Dem domkapitel za Straßbarg
300 fl. Den Wormsern za Straßbarg bei 250 fl. Franz Klaren bleibt er schaldig, was im weinregister aassteht, das
ist alles verrechnet. Frjen Renbolt bei 50 fl. Diese schulden und was er za Straßbarg andere schulden hat, soll
Konrad von Bussnang bezahlen von den lehen, die er diesem vermacht hat Item er soll auch meister Anton die
erste pfründe, die er von des lehens Wegen zu verleihen hat verleihen, das ist seine meinung und letzter wille ge¬
wesen. Item mein herr ist dem vagner [wagner?] schuldig 230 fl. Item und 54 fl., die Otmar mit den 200 fl. gen
Straßbarg führt. Item dafür hat er zu pfand den becher, den mein herr von Einsiedeln schenkte. Itom die vergol¬
deten ,driet'-schüsseln [nachtischschüsseln], die das kapitel von Basel schenkte. Item die ,driet* schüssel, die der
landkomtur schenkte. Item den becher, den das kapitel von Straßbarg schenkte. Item den becher, den das kapitel
von Konstanz schenkte. Item den becher, den der abt von Kreuzlingen schenkte. Item den becher, den der weih-
bischof schenkte. Item das vergoldete väßlein, das mein herr von St Blasien schenkte. Item dies 8 stück wägen
32 mark 2^/2 lot 1 qainte. Item so ist mein herr schaldig dem Kaspar vonLaupheim 50 fl., dafür hat er 8 becher
zu pfand. Item Cristan dem schnider bei 12 flf, der hat mir ein ,merdrin korsen* [pelzwerk aus marderfell] geben,
die ist in meinem haus. Item und 2 bett and 1 ,pfalw* [federkissen] sind auch in der pfalz und meines herrn ,kotzhüt^
und Überrock and 2 Säcke. — Kopb. Zollern bL 155: Stuttgart, Staatsarch. 9768
— Juli 29. Stirbt im schlosse Gottlieben um 6 uhr abends. — Zam datam: Schultheiß, Bistamschronik (Freib
Diözesanarch. 8, 57) und Kollektaneen (l, 139^). — Dächer bei Ruppeii, Konst Chroniken 188. —Chronicon
Constantiense bei Mone, Quellensammlnng 1, 339 (vgl. Rapport, Konst Chroniken 188) »crastino Marthae in vit
gilia Germani obiit Fridricns episcopas Constanciensis nominatas de Zolr in Gottliebcn anno 1436«. — Unrichtig
jnli 30 (an sant Abdon nnd Sennentag war aim der letzt tag im höwmonat 1436): Dächer und Handschrift A bei
Rapport, Konst Chroniken 177 (Dagegen s. 188 richtig 1436 jnli 29 um 6 Uhr abends).—Der denkstein des bi-
schofs im münster zu Straßburg nennt den 29 jnli: ZGORh. 29, 292 und Rapport, Konst Chroniken 177 anm. —
Mone, Quellens. 1, 222. — vgl. Kraus, Kunstdenkmäler Badens 1, 675. — Die Petershanser handschrift (durch
Schreibfehler) die tertio (statt trigesimo) mensis ialii (Mone, QaeÜensammlung 1, 222). — Gregor Mangolt 18*:
»starb zu GotUeben« ohne datum.—Das nekrologium des klosters Stetten unter Zollern begeht seinen gedenktag am
21 jnli ( 12 . kal. aog.) MG. NecroL 1, 213; MYGHohenzollem 19, 118.
Als grund seines todes gibt Schultheiß, Bistamschronik, Vergiftung an; »man sagt, ime und seinem schriber
were zu essen geben von frowen«.—Er stirbt eines sehr erbaulichen und frommen todes (Rapport, Konst Chroniken
189 eingehende schilderang). Sein erbauliches ende erwähnt auch der unten folgende brief: 1436 aog. 9. 7699
— Juli SO. Alle Ordens- und weltpriester, die Chorherren, der große nnd kleine rat und die bürger holen die leiche,
von Gottlieben kommend, am Gülüingertor ab und tragen sie znerst nach St Stephan, darnach zam 'münster. Man
begräbt ihn mitten im chor. Man schüttet auf ihn kalch und Weihwasser, damit der leichnam eher verzehrt würde.
Die leiche tragen 4 priester vom münster und 6 ratsmitglieder. — Schultheiß, Bistamschronik (FreibDiözesanarch.
8,58) und wörtlich damit übereinstimmend au^h in seinen Kollektaneen.—Ruppert, Konst Chroniken 188 f. 9770
— Juli 81. Hält man in St Stephan ein opfer, alle des rats gingen za opfer, außerdem 16 fraaen (so Schaltheiß ;
Rapport Konst. Chroniken s. 189 nennt nur lo) von den geschlechtem und von der gemeinde. Darnach hielt man
45*
356 Friedrich IL von Zollern, Bischof von Konstanz. 14B6.
ein Opfer im münster and es ward gehalten wie za Si Stephan. So warde der bischof mit großen ehren bestattet —
Quellen wie yorige nr. — Über seinen tod and die Ordnung des nachlasses füge ich noch die interessanten briefe
des bruders des bischofs, Itolfritz von Zollern, an, da sie am besten hier aafhahme finden. Bemerkenswert sind darin
die angaben aber das yorloreno briefregisterdes bischofs. 9771
1430 ang. 2. Itelfritz, graf za Zollern, schreibt an Konrad Falysen, yikarie des domes za Straßbarg, ferner an den
festen Haus Wilhelm Qürtler und den edlen Konrad ?on Baßnang i als unser lieber brader der bischof Ton Konst
gestorben ist, da bat er yor seinem tod gezeigt die briefe and Schriften, die nnsere grafschaft Zollern betreffen, wie
auch der propst yon Jung St Peter geschrieben hat Bei der ordnang waren der propst yon Beromünster, meister
Nikolaus Gandeifinger, and des bischofs Schreiber Wanewaldas. Wir bitten euch, diese briefe and Schriften uns
durch unsera kaplan Wernher Schlaitz, Überbringer dieses briefs, za senden und ihm glauben za schenken. Geben
aff domstag nauch yincali Petri [14]36. — Kopb. Zollern bl. 27^: Stuttgart Staatsarch. 9772
^— aag. 8. Itelfritz, graf za Zollern, schreibt an Heinrich yon Stoffeln, freien und henm zu Jnstingen, seinen
Schwager: Da der von Howen bischot geworden ist [ang. 4] and er and herr Hans Latin mir geschrieben haben, so
glaabe ich, daß sie aach dir geschrieben haben. Wenn da hinaufroitest kehre bei mir an oder dein boto, ich habe
mit dir za reden, was auch des bischofs halb gut sein müchte, und deinen rat za befragen. Ich glaabo, daß es auch
in deinem intcresse liegt daß du so bald als möglich za ihm reitest. Geben uff mitwochen yor Larentin []4]36.
— Kopb. Zollern bl. 1 37: Stuttgart Staatsarch. 9773
— ang. 9* Itelfritz, graf za Zollern, schreibt an Heinrich yon Stoffeln, freien and herra za Jostingen, seinen lieben
Schwager: wisse, daß ich heule am 2 uhr nachmittags yon Konstanz kam und bei meines herrn und bmders sei.
des bischofs end und begräbnis gewesen bin; und meine, daß unsern hindern an dem mann ,wirs and schader ge¬
schehen sig, denn yillicht an mir*. Das schreibe ich dir in klagender weise, denn es ist kein zweifei, was mir ond
unsern kindem leid and schad ist das wird auch dir leid sein. Geben aff domstag naach Oßwaldi a** [14]36.
Nachschrift: wisse auch, »daß er ein gpit zuyersichtig vernünftig end genommen hat so redlich, daß ich mich man-
. chesmal allermeist frenec. — Kopb. Zollern bL 134: Stuttgart, Staatsarch. 9774
— aug. 10. Itelfritz, gmf zu Zollern, schreibt an seinen oheim [Konrad yon Baßnang, dombenm, oder an bischof
Heinrich yon Hewen ?]: ich danke euch für die treue and freondschaft die ihr meinem brader seL erwiesen habt bei
lebzeiten and nach seinem tod. Alle, die bei seinem tode gewesen, können each sagen, wie er bat ihr möget ench
meinen hindern so freandlich und treu sein, wie er each gegenüber gewesen ist Ich sende za euch pfaff Wernher
Schlaitz, meinen kaplan, um mit euch za roden yor allem wegen des kirchensatzes za Steinhofen. Geben uff domstag
naach u. lieben frowen tag assampcion 1436. Kopb. Zollern bl. 147: Stuttgart Staatsarch. — Betreffend kon-
firmationsbiief för die kirche Steinhofen ygl. den brief d. d. 1436 okt 19 an Kaspar yon FrÖwis, chorherm zn
Konst (bl. 16 r). 9776
— sept. 8. Itolfritz, graf yon Zollern, schreibt an das domstift zu Straßbarg: ich bitte euch an meines henm ond
braders, des bischofs yon Konst sei, gedächtnis statt meinen elichen sohn Heinrich Yinigentz als domherra anfrn-
nehmen. Ich habe dessentwegen auch an meinen oheim [Konrad] von Boßnaug geschrieben. Geben uff n. L frowen
tag Natiyitatis [14]36. — Kopb. Zollern bL 154^: Stuttgart Staatsarch. 9776
— sept^ 12« Itelfritz, graf za Zollern, schreibt an Ulrich Trachsäß, Sänger zu Konst, an Ulrich Schwab and
Friedrich Schriber. Wir haben euch gebeten, die testamentsordnang anserers braders [des bischofr] seL, betr. seine
diener, Dortenbuseb, Gräber und Wanewald, aaszaführen. Wanwald meldet ans jedoch, daß er noch nichts erhalten
habe. Der bischof befahl ihm 100 fl. für seinen dienst und bei 120 fl. für geliehenes geld zurückzaerstatten. Wir
bitten euch darnach za verfahren. Wir haben auch Johann Lati und Wilhelm yon Friedingen deswegen geschrieben.
Geben an mittwoch nach Nativitatis Marie [ 14]36.—Kopb. Zollern bl. 151: Stuttgart Staatsarch.—Gleichzeitig sendet
er an Wanewald [des f bischofs Schreiber] seinen kaplan Berthold Winstein. Der brief an Johann Lüti (ebenda bl.
152): Unser brader selig hat auf seinem todbett etlichen seinen dienern etwas yermacht wie es auf dem zettel
steht, den wir euch vor einem notar übergeben und each, den Truchsessen, den propst von Münster, Wilhelm von
Friedingen, den küchenmeister and Friedrich Schriber gebeten, sich der Sache anznnehmen. Wannewald m^det
ans, ihr klag^ ihn an, er habe mehr in den zettel geschrieben, als man ihm schuldig sei oder unser herr selig an¬
geordnet hat Ihr tat ihm unrecht. Denn als unser herr seine letzte ordnang gemacht harn darnach Thüring von
Hallwil und der küchemeister vor ihn und gaben ihre schuld an, darauf sprach auch Wanewald mit uns, daß ihm
unser horr ebenfalls etwas schuldig sei. Darauf ließen wir es auf dem zettel verzeichnen und zwar bei 120 fl. Wir ersachen
euch, noch heute gemäß dem zettel die sache ausznrichten und zwar soll Wannewald.zuerst berücksichtig^ werden,
denn er hat za allen zelten anserm horrn treu gedient — Desgleichen schreibt er an seinen oheim, den erwählten
bischof Heinrich von Konst, mit der bitte, daß Wannewald zuerst berücksichtigt werde. Wannewald meldet mir
ferner, daß ihr von ihm die briefe forderten, so mein herr selig von den herren von Stetten und andern leuten,
wahrend er bischof war, cmpfuiigeu hat, sowie das rogistor, darin die brief stehen, dio er verschiedenen loaton
Friedrich 11. von Zollern, Bischof von Konstanz. 1436. 357
sandte. Ich lasse cnch wissen, daf) mein brader auf dom iodbeit mich bat, die gen. briefe samt dem register
ZQ meinen banden zn nehmen nnd zu verbiennen. Da es keine briefe sind, welche dem stift gehören, bitte ich ench
. die fordemng znrflckzozieben; was er sonst briefe hat betr. des Hömiugers [vgl. 1435 nov. 17], Jörg 8cbribers and
andere solche briefe, die kann Wanewald euch aasfolgen. Ihr wißt auch wohl, als min herr selig za der gestift kam,
daß er kein solches register vorfand, sondern das hat anlogen lassen ihm za einem gedächtnis aller sacken,
so er za schaffen gehabt hat, and sind darin viel heimliche Sachen geschrieben, die nor ihn angeben; deswegen habe
ich Wannewald Terboten, jemanden solche briefe and register za zeigen (ebenda bl. 163). — Unter 19. sept. schickt
er seinen kaplan Berthold Winstein an den domdekan za Eonsi, am mit ihm mflndlich za reden (bl. 151^), und
bittet ihn, dem meister Heinrich Wanderlich den sold aaszazahlen (bl. 159). — Ohne datam schreibt er an meister
Anton Wolfbart, er möge dem Wanewald glanben, was er ihm wogen des grabsteines seines braders sei. sage,
(bl. 154). 9777
1436 okt. 10. Itelfritz, graf za Zollern, an den bischof Heinrich za Konst: er empfiehlt ihm seinen kaplan Wember
Schlaitz, den er nach Konst gesandt hat Desgleichen schreibt er an Johannes Lfiti, an Johann Löß, Lienbard
Barg and an den alten Offizial. Ein beiliegender ,gedenkzetteP [von dem vogte oder dem Schreiber des grafen?]
trägt dem kaplan folgendes anf: ]) sach hilf and rat, daß der brief wegen,der kirche za Steinhofen vom papst and
bischof bestätigt werde. 2) Hein herr Ton Zollern wünscht eine balle, worin ihm meister Nikolaas Gandeifinger als
richter [ezekator] gegeben wird and dazn einer oder zwei, die meinem herm günstig sind. Die balle soll gehen
gegen Wolf and Konrad ?on Babenhofen, brüder, »da dieselben naach ir ratiers bichtigers brieff bekemng schaldig
sind«; die abschrift des briefes kannst da verlesen, daza hat Konrad von Babenhofen pfaffen and kirchen and kapellen
and Pfründen and ander geistlich leate, die meinem herm von Zollern als kastvogt ontertan sind, ,abemossen‘ and
ihre habe genommen nnd tat das täglich. Die balle soll aach gehen gegen Yoltz von Witingen and über desjongen
Völtzlins erben, da sie den kirchensatz über Steinhofen haben wollen, and darüber, daß der jnnge Yöltzli set den
pfaffen Heinrich, der derselben kirchen za Steinhofen pfarrer and kirchherr war, freventlich tot' geschlagen hat
wegen güter, die der kirebe gehören, aach der älter Volz tat den klosterfraaen za Stetten nnter Zollern anrocht. Ich
weiß nichts anders, als daß man sieben oder nenn personen in eine balle setzt anter einem kosten. Meinem herrn von
Zollern ist schon mehr als eipe balle von Born gebracht worden, jede kostete nicht mehr als 1 fl. Hole darüber des
bischofs and Hans Lütis rat ein. Der Lüti soll dies dem bischof vortragen. 3) Sage dem bischof, daß der graf ihm
za diensten steht wie seinem verstorbenen brader, dem bischof von Konst — Kopb. Zollern bl. 68^: Stattgärt,
Staatsarch. — Über die gewalttaten des Konrad von Babenhofen gegen geistliche finden sich mehrere briefe in depi
Kopialbach. . . 9778
— nack okt« 12. Itelfritz schreibt an [Caspar von Fröwis] zn Konst: Ihr sandtet ans d. d. sontag nach s. Fran-
ciscas tag [okt 7] einen brief. Einen zweiten d. d. fritag vor s. Gallen tag [okt 12J. Aof diesen letzten geben
wir ench eine antwort: Des von Geroldsegg wegen wollen wir nachfragen and tan, was wir können. »Und von der
briefe wogen, die der papst nnserm herm and brader selig geschickt hat, da er siech oder tot war and die etUch
leate empfangen and etwas nnglimphs nnsers herren and der sinen halb daraas gemacht sollen haben, da ist unser
rat and bedünkt uns gut za sein, daz ihr die sach eigentlich erfahrend, damit wir des mügen erdlich kontschaft and
ansag haben, wie es am die sach ergangen sei: so haben wir ie willen darza za reden and za tan als sich das
gebührt and als ob es unser eigen ding wäre. Und es mag also ergangen and gestalt sin, es wird der jetzig bischof,
auch das kapitel and das ganze domstifb darum wort and werk von ans and nnsem guten herren and freunden ver¬
nehmen, die sie vielleicht nicht gern vernehmen«. Wir wollen euch in diesen and in andern Sachen beistehen. Wir
schicken ench eine abschrift von dem brief, da anser herr selig ans mit der kirche za Steinhofen begabet hat, damit
ihr euch überlegen könnt, wie die urkunde von dem papst bestätigt werden könne. Aach hätten wir gerne eine
bolle gegen Wolf and Konrad von Babenhofen and auch gegen Yolz von Wittingen and des jungen Yoltzlins von
Wittingen erben, welche die geistlichen bedrängt haben »and ton das täglich« (ohne datum). — Kopb. Zollern
bl. 164: Stuttgart, Staatsarch. — vgl. oki 10. 9779
okt* 19« Itelfntz, graf zu Zollern, schreibt an Caspar von Fröwis, Chorherren zn Konsi: bittet um befördemng
eines confirmacionsbriefes betr. pfarrldrche Steinhöfen and am rat in der erwerbong einer balle in der angelegenheit.
Wemher Schlaitz, sein kaplan, wird ihm das nähere aasführen. Die angelegenheit gegen Jörg von Geroldseck [vgl vorige
nr.] wird er zam besten des adressaten befördern. Geben af fritag naach s. Gallen tag [14]36.—Kopb. Zollern bl. 64^:
Stnttg^ Staatsarch. — Schickt gleichzeitig seinem lieben Wemher [Schlaitz, kaplan] eine abschrift des briefes,
den er dem domdekan and kapitel za Konst, gesandt hat, and bittet ihn alles za tan, daß der brief vom bischof
bestätigt würde. Außerdem bittet er am einen empfehlongsbrief vom bischof an den papst, damit er eine bulle er¬
halte. Aach soll er erfragen, ob der bischof den Jöi^ von Geroldseck bestellt habe and was er ihm gegeben and
wie es dem Wanewald in seinen Sachen ergehe. Geben af fritag naach Galli []4]36 (ebenda bl 65). 9780
— okt. 24* Itelfritz von Zollern an Caspar von Fröwis, domherm za Konsi: unsere Schwäger Ulrich and Jörg,
herren za Bazüns, enthalten unserer gemahlin Ursula, des gen. Jörgen Schwester und des gen. Ulrichs brader-
358 Friedrich 11. von Zollern, Bischof tou Konstanz. 1436.
tociiter,- ihr Y&terlich and mütterliches erbe vor, aof das diese nicht verzichten will Es ward ans geraten,
gegen die genannten eine bolle za verschaffen and mit dem geistL gericht gegen sie vorzogehen. Im vorigen brief
haben wir each schon wegen einer bolle and eines richters geschiieben, nämlich wegen meister Eikolaos Gandel-
finger, der aoch ein guter richter in diesen Sachen sein wird. Bichter za Konst sind für ans günstiger als auswärts.
Wen ihr aber bestimmt soll es ans recht sein. Laßt auch etwas hören von den anderen Sachen, deretwegen ich each
geschrieben habe and wie die ballen za erhalten and was sie kosten worden, wir wollen es gern bezahlen. ,Dech so
sind uns vor zwainzig jaren bullen von Born braucht worden, do gab man in ainer balle süben person and costot
die ball nur ain gnldin, aber der pfaff, der ans die braacht hett snß zu Born zu schaffen solichs darinn wir nun (ihm ?)
hilflich waren, daramb wir uns vorschriben, das uns das za statten kam und dester naach zagieng«. Tat euer
■ bestes darin. Geben uff mitwoch naach der hl. Ailftosent megt tag [14]36. — Kopb. Zollern bl. 67: Stuttgart
Staatsarch. — vgl. okt 10. 9781
1436 nOT* 14« Itelfritz, graf von ZoUem, schreibt an Heinrich, erwählten und bestätigten bischof za Konst Er
sendet zu ihm seinen kaplan Berthold Winstein, dem er glauben schenken soll Geben uff mitwochen vor s. Otbmars
tag [14]36. Desgleichen an Johann Lüti, BerchtuldAdam insiegler, Wigand Lienhard, Borger und Wonnewald.—
Kopb. Zollern bl 178: Stuttgart, Staatsarch. 9782
Chronikalische Überlieferung der regierongazeit bischofs Friedrich von Zollern. —Die Konstanzer Chronik von
St Gallen erwähnt nnr den namen des bischofs, sonst nichts. — Chrooicon Constantiense bei Mono, Qaellensammlong 1,
335.—Handschrift A and Dächer bei Bappert, Konst Chroniken 177, 182,185 und 188 (Charakteristik, tod and be-
gräbnis). — Schaltheiß, Bistamschronik (FreibDiözesanarch. 8, 57 — 58) am ausführlichsten über tod and begräbnis,
ebenso in seinen Koitektanecn 1, 139% welche außerdem eingehend über den Gandelüngerstreit und über die synode
1435 berichten.— Manlias, Chronicon episcopatas Const 688 ganz kurz; erwähnt, daß 3bischöfe za dieser zeit in
Konst, waren. — Brnschins, De omnibas Germaniae espiscopatibas 48^f. Zar Charakteristik dient: »erat egregias
iovonis summa modestiae et homanitatis eiga omnes cam sommos tum infimos lande insignis et idcirco omnibas
etiam suis longe charissimosc. — Merck, Chronik des Bistums Konst 266*268. Beriöhtet die resignation zam
jahre 1431! Friedrich war damals noch jung, doch durch sein verhalten gegen hoch and nieder überall beliebt
Er hätte das bistam gefördert, wenn er länger gelebt hätte. Hält im letzten jahr vor seinem tode eine sjnode, ver¬
scheidet selig im schloß GotUieben a^’ 1436 den letzten jali, von wo er nach Konstanz überführt and im chor des
domes begp'aben wurde. — Gallia christiana 5,923. 9783
Charakteristik: »was ain kriegerischer herrc. »er hielt seinen hof fast bey den barfüßem«. Zuerst war er nicht
wohl eins mit der stadtKonstanz. »Das bistamb stand bei im wol in gutem frid, denn er was anzesc: Schaltheiß,
Bistamschronik (FreibDiözesanarch. 8, 57); ähnlich Kollektaneen 1,136^: »er was ein herlich mauc.—-Dache r
(bei Bappert, Konst Ch:^oniken 188: »was ain herrlicher fürst mit allen dingen and ain schöner grader man, der
priesterschaft wohl regiert and vorchtent in zemal sere, dass er straufet sy amb ir onrechten. Er was gern za Got-
lieben und wolt das hus vast gebawen haben. Das bistam stund by im wol in gutem fryd, wan er was antsäß and
forchtsamc. Sein erbaulicher tod vgl. oben. 9784
Neuere wfirdignilg: Bappert, Konst Chroniken 446. 9785
Siegel : Fr. v. Weech, Siegel von Urkunden aas dem Großh. Badischen General-Landesarchiv za Karlsruhe 33,3
(1435 mai 4); 33,4 (1435 nov. 2l). 9786
Die Regesten iles Katserrdchs unter den Rerrsdiern aus dem Säehsbi^ Huse^DlO—lt^^
. ^Naeli Joli. Fricdr. Btthmer neu bewbeitet m Smil Tcm. OttctftluJ.
„ ., 1, Ueferung. 1893. M 9.24 - . . - . ' , ■
J. F, Böhmer ^gesta Imperii y.^^^;^
Pie Eegesten des Zaiserteidis der späteren Stanfischen Fe^e .1169->4272.~ ■'
JLu dem^achksse Joh^Friedr. BOhmare neu hemusgej^ben ondergfti^TonJuLFiciwr a.CdiUnBkelMnB. -
, 4 Abteilüngen. 1881 — 1901 . 11 10230 . ; ( 1 . und 2 . ibtejlnng TeipÖfttr), ^ ^ . ' -
Die jlegest^ des Kidseireiohs unter Rudolf, JlLdoli^ Albreciht,
' V. -Heüirich;vn. _1R7S--1813. :
Nach der bTeabearbeit^ iiad dem Nachlasse A. F. BUhmer’S heTsn8^^fr 4Üid «i;^krt
-'Ton Oswald-RediUida. V.'V
, ; J 1898 . IJ 22 .—' , , / " T: ■ " : • -
j. Fe Böhmer
Imperii Vllh
, . . Die Kegssten des Kaiserreichs unter Karl lU. 1346-^1378. • r
Ans dem Nachlasse Joh. Fried. BOhmers heran^egeben n. eig&nzt m pr. Alf. .Huber. .1877; \Ü 30.—
- •.. : *.’(yergriffeD).‘ '
Ädditamentum primüm Ud B^esta Mperii YDl. " .
STStes ErgänzmigBlieft zu den Begerten des Kaise^i'clis unter Eaiseir Karl IV.
'• V."''. -'.T ■ - '■ 1846-^1878..".
ym Alf(#ns'-Huber.'-;1889.^ ..r- :
: f^ges\Bn de^^ Baden und Hachberg
^ ^ ; i Hemusg^eKeil;von der Ba^üschen bi3toriflcl\en (Jommiasi^ -
V I. Baud^ bearbeitet von'Richard Fester. 1892^190(X . M.'42.80 .-
: tt-Ban^ bearbeitet von Heinrich Witte; 1: u. 2. Lfg., I9Ü1. M; 8.—
^ . l9Ö2.y M 8.-^^
■ y ll]L;3ätfdj: bearbeitet von Heinrich Witte. - 3. u. "4 1904* 8.— -
; / : , . ■ ; ; V ■ y 5. SchiultLieferimg. ;19P7.^ Ü - ^ y
^ . ly. Band, bearbeitet von Albert Krieger. I. ü, 2. Lfg. I9l2.- M 10.—./
Regesten dßr Pfalzgrafen am R^hein,
" - -'" y • -■ ’ ■tji».;i3ps. ;> ;■ '
Herauagegeben von dOT Bbdischen hisioimhen Commission .unter Leitang von Ed.lWinkelrhann, ;
' y L Band, 1214—1400, bearbeitet vöü Äd. Koch ünd Jak, WWe; i^4. M 301^,_^ v
IL Band, 1401—1404, bearbeite^^ von Dr. Giraf'U v. Öberndorff« 1^13^' iy %ä- BiefcrungfjeM
\Regesta Bögni Hierösblymitanl
"-■ .';■ \ .v-:'• ■/ v;
Additamentum Regesta Rej^i
^ ' ö’ •i904:;m4.5o!'' ■ ■ v^.'T,
Geschichte des ersten Kreüzzugs '
■ ; . I.. , • ' - von Beinlioid Robriehti 1901. M Q .— . ■ - ; . ' ^ 1 - ' '
Studien zyr.Geschichte des fünften Kreuzzüges
•: ■, .. . von Itoinhold Röhricht. 1891. M 3.00 ;' ^
Glii^pnologiscbea Verzeichnis derjenigen Deutsctiea^ , welche als ^erosalempiigeK.inid Kreuz-'
: * "faiirer sicher^nachgewiesen oder wahrscheinlich anzusehen sind (<?,-B50—129i). ' y / :
yy' ^ ^ y. Vdn. Reinald Hohridit 1894. M 3--y ^ y • y > y ; •
! .öesöhiohte des Königpelohs Jernsälent: >
:7-:, V.l-'y >' • 0tQÖ—1290 • •;, ‘'V;.l V"'■*■■■
" ; ;. :Ton Remhold Röhricht. 1898. M 30.—; • , ' \
y ‘ Deutsche Pilgerreiwii nach dem hdligeii Dghdfr zjziyV ^
■*■■■■; ■ '. Ton Reinhold RöfarichC; 190Ö. 1- i"
UrlhMeiL-Ilegestön: aus. den, ehenialigen 'ArcMveh. der^veh Zaiser ios^ph m'
^ Klöster Böhmens
•, ’ , von Dr.Anton Scliiibert.-1902. Ml6.60.*.
. Regesten der BiscHöfe von Stressbuvg -
TorSffenÜicht von der Kommissiob - m Rerauagab« Elsässisober U^chicbt^quäletK „ ’
> Band I. ..Erster Teil! Rie ebassischen Annalen dw Stanfeneit,; ' V .
Erae qüeilenkritischs E^eitung von Hwmann Bioch. .1908. M 14.-r-
. . Band II. Zweiter Teil: Regesten der Risehöfe toii Straßbarg bis zum Jahre teOS -
.', bearteitet von Pani Wdnteckk M 14.—. .
hruJi der Wagnei’vheb K. k.’Untvanitllä>Buchdro;fcei«i in In^bracli. ^
.«i-
9^'s.aa7(fi
V. 3
JUL 1 1987